Konservieren, Wildpflanzen
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Schlehenblütentee

Die Schlehen blühen zur Zeit üppig und malen weiße Kleckse in die Landschaft. Das bedeutet für uns: auf zum Schlehenblüten-Sammeln, denn der darf in unserer kleinen Hausapotheke nicht fehlen.

Wir verwenden Schlehenblütentee bei Erkältungen und als Entzündungshemmer, der Schlehe werden aber noch einige andere heilende Wirkungen zugeschrieben. So sollen die Blüten gegen Hautunreinheiten, Magenkrämpfe, Blähungen, Durchfall und Frühjahrsmüdigkeit bzw. Erschöpfung helfen. Im Winter sammeln wir auch die Beeren und verarbeiten sie zu Schlehenelixier, das den Organismus stärken soll. Zur Schlehenerntezeit gibt es dazu bestimmt einen eigenen Artikel.

Schlehen finden

Wer auf dem Land wohnt, wird sicher keine Schwierigkeiten haben, Schlehen zu finden. Sie wachsen als Hecken auf sonnigen Hügeln an Weg- und Waldrändern und sind so gut wie überall verbreitet. Gerade zur Schlehenblütenzeit im März und April erkennt man sie an ihren zahlreichen weißen Blüten schon von Weitem.

Die Schlehe ist einer der wichtigsten Wildsträucher für Tiere. Sie dient vielen Schmetterlings- und Käferarten als Nahrungsquelle, daher ist es durchaus eine Überlegung wert, Schlehen im eigenen Garten anzusiedeln. Allerdings breitet sich die Schlehe auch schnell aus und bildet viele Schösslinge, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet.

Blüten ernten

Ich bin dazu übergegangen, die Blüten am späten Nachmittag zu pflücken, weil ich dann längst nicht so viele Käfer und Raupen mit einsammele wie mittags. Ich schätze, dass vormittags die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe besser ist, aber bei der Massenentführung schützenswerter Tiere warte ich lieber ein paar Stunden und pflücke die Blüten erst später.

Am schnellsten lassen sich die Blüten ernten, wenn man die Spitze eines Blüten-Triebes umfasst und die Blüten mit Zeigefinger und Daumen abzieht. So lässt sich ein kleiner Beutel schon in zwanzig Minuten füllen. Allerdings muss man bei dieser Technik ganz besonders auf Bienen und Dornen aufpassen.

Trocknen

Die Blüten trocknen im Haus locker ausgebreitet sehr schnell und lassen sich dann in Teedosen oder Schraubgläsern aufbewahren. Wer den Geschmack des Tees nicht mag, kann eine Scheibe Apfel mit in die Tasse geben und zusammen mit dem Tee aufbrühen, dann schmeckt das richtig lecker.

Die Schlehe ist eine meiner absoluten Lieblingspflanzen. Sie ist so wunderbar zäh und widerspenstig und trotzt den Naturgewalten selbst an ausgesetzten Standorten. Früher wurde sie sogar verwendet, um das Wetter vorherzusagen, so sind einige Bauernweisheiten entstanden:

„Je zeitiger im April die Schlehe blüht, umso früher vor Jakobi die Ernte glüht.“

„Ist die Schlehe weiß wie Schnee, ist’s Zeit, dass man die Gerste säe.“

Eine reiche Schlehenblüte kündigt eine gute Ernte an, heißt es. Wenn das so stimmt, steht uns ein wunderbares Ernte-Jahr bevor. 🙂

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