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Das hilft wirklich gegen Wühlmäuse

Feldmäuse vertreiben

Die neue Gartensaison begann für uns mit dem Albtraum jeden Gärtners: Über den Winter hatte sich eine Bande Feldmäuse in unserem Garten breitgemacht. Sobald der Schnee geschmolzen war, zeigten sich die unzähligen Gänge, mit denen sowohl Rasen als auch Beete durchlöchert waren. Die Wühlmäuse hatten sich außerdem fleißig an unserem Spinat bedient, ganze Pflanzen waren verschwunden oder auf Bodenhöhe abgenagt.

Wühlmäuse vertreiben

Feldmaus oder Wühlmaus?

Feldmäuse gehören übrigens zu den Wühlmäusen. Man erkennt sie daran, dass sie keine Erdhaufen aufwerfen und an den rinnenartigen Laufwegen im Gras. Feldmäuse fressen gerne oberirdische Pflanzenzeile, während die eigentlichen Wühlmäuse vor allem Wurzeln fressen. An sich finde ich Feldmäuse unglaublich niedlich und kann verstehen, dass es ihnen in unserem Garten gefällt. Die lockere Erde und das ständige Futterangebot laden ja förmlich dazu ein, sich hier niederzulassen. Trotzdem würde ich mein Gemüse lieber selber essen und die Gänge unter den Pflanzen sorgen dafür, dass die mit ihren Wurzeln nicht mehr an die nötigen Nährstoffe und ans Wasser gelangen.

Giftköder? Nein, danke!

Dass wir kein Gift streuen, ist klar. Denn Giftköder bedeuten nicht nur einen qualvollen Tod für die Mäuse selbst, sondern möglicherweise auch für Igel, freilaufende Katzen und andere Tiere. Und überhaupt wollten wir die Mäuse auch gar nicht töten. Vielleicht leben sie auf dem Grundstück schon seit Generationen und nur weil wir hier jetzt unseren Garten anlegen, gibt uns das nicht das Recht, sie zu meucheln. Also machte ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten, die Mäuse zum Ausziehen zu bewegen, und nach einigen Wochen erbitterten Kampfes scheinen wir damit tatsächlich Erfolg zu haben. Ob die Wühlmäuse tatsächlich für immer gegangen sind, wird sich zeigen, aber bislang funktionieren unsere pazifistischen Mäusebekämpfungsmethoden wunderbar. Seit mehr als einem Monat haben wir Ruhe vor unseren pelzigen Untermietern. In diesem Artikel möchte ich euch vorstellen, wie wir diesen Sieg errungen haben:

Mehrgleisig fahren

Ich würde mich niemals auf eine einzige Methode verlassen. Um Wühlmäuse zu vertreiben, muss man schon ein ganzes Angebot an Störfaktoren auffahren. Die Erfahrung mache ich beim Gärtnern immer wieder. Ob es um Krankheiten, Schädlinge oder das Fördern des Bodenlebens geht: Eine Kombination unterschiedlicher Strategien ist immer stärker, als sich auf ein vermeintliches Wundermittel zu verlassen.

Hackschnitzel

In unserem Back To Eden-Beet haben wir absolut keine Probleme mit Wühlmäusen. Dieses Beet haben wir dick mit Hackschnitzeln gemulcht, um das Unkraut zu unterdrücken, den Boden vor Verdunstung zu schützen und nach und nach einen humosen Oberboden aufzbauen. Die Back To Eden-Methode scheint einen weiteren Pluspunkt zu haben: Die Mäuse haben offensichtlich keine Lust, sich durch die Massen an Hackschnitzeln zu buddeln.

Wenn du mehr zu unserer Garten-Methode wissen möchtest: In diesem Artikel zeige ich, wie wir unsere Back To Eden-Beete anlegen.

Ziegen oder Hühner halten

Wühlmäuse meiden Gebiete, in denen ihnen alzuoft auf dem Kopf herumgetrampelt wird. Wenn du regelmäßig Ziegen oder Hühner in den Bereich lässt, in dem deine Wühlmäuse ihr Gangsystem angelegt haben, wird ihnen das Getrampele bzw. Gescharre auf Dauer ziemlich auf den Senkel gehen – und wenn du Glück hast, suchen sie sich ein ruhigeres Plätzchen.

Bevor du dir allerdings wegen deiner Wühlmäuse Ziegen zulegst, solltest du zuerst hier reinlesen. Ziegen sind nämlich die schlimmsten Tiere, die man als Selbstversorger halten kann. 😉

Ziegen halten

Rizinusöl

Rizinusöl benutze ich normalerweise zum Herstellen meiner Haarseife, deswegen haben wir es ohnehin im Haus. Wühlmäuse können Rizinusöl nicht ausstehen. Ob das an der abführenden Wirkung oder an dem Geruch des Öls liegt, konnte ich bisher nicht herausfinden. Weiß das jemand von euch?

Ich gebe alle zwei bis drei Wochen jeweils einen Esslöffel Rizinusöl in jedes Loch, das ich finden kann: in den Beeten und auf der umliegenden Ziegenweide. In den nächsten Tagen entstehen erstmal viele neue Löcher, weil die Mäuse einen Weg suchen, das Zeug zu umgehen – erstmal weniger erfreulich für uns Gärtner. Aber das bedeutet, dass sie das Rizinusöl tatsächlich stört und darum geht es ja: die Mäuse so lange ärgern, bis sie aufgeben und ihre Koffer packen.

Der Wühlmaus-Schocker

Ich habe lange überlegt, ob ich mir dieses Teil wirklich kaufen soll. Bei Baumarkt-Ware bin ich generell skeptisch und unser Wühlmaus-Schocker macht nicht unbedingt einen langlebigen Eindruck. Letztendlich habe ich ihn dann doch gekauft und es bisher nicht bereut.

Der Schocker wird in die Erde eingegraben und sendet niedrigfrequentierte Schallwellen aus, die die Mäuse vertreiben sollen. Die sind auch für Menschen hörbar und haben mich anfangs bei der Gartenarbeit ziemlich genervt.

Nachdem ich den Piepser installiert hatte, sind unsere Mäuse erstmal durchgedreht. Sie sind am hellen Tag in den Beeten herumgerannt, was ich sonst nie gesehen habe, und die Löcherproduktion erreichte ihren Peak. Nach sieben bis zehn Tagen jedoch flachte es plötzlich ab und es kamen deutlich weniger neue Löcher dazu. Das weiß ich, weil ich jeden Tag alle Löcher, die ich finden kann, zuschaufele. So lässt sich das Verhalten der Feldmäuse gut beobachten und ärgern wird sie das vermutlich auch.

Der Wühlmaus-Schocker hat also funktioniert, auch wenn es zunächst nicht danach aussah. Aber wir würden ja auch nicht sofort ausziehen, nur weil der Nachbar seine Stereoanlage aufdreht.

Knoblauch

Als ich den ersten Salat pflanzte, machte ich mir ernsthafte Sorgen, dass die Wühlmäuse sich an ihm gütlich tun würden. An unserem Spinat hatten sie sich ja schon ausgiebig bedient, aber davon hatten wir so viel, dass das nicht weiter schlimm war. Meine kleinen Salatpflänzchen aber wollte ich beschützen. Also habe ich zwischen den Salat eine Reihe Knoblauch gesteckt und siehe da: Bisher ist kein einziger Salatkopf auch nur angenagt und in einem Umkreis von ca. 40cm habe ich seitdem keine neuen Löcher entdeckt. Auffällig ist auch, dass in unserem eigentlichen Knoblauchbeet bisher keine Anzeichen von Feldmausaktivität auftreten. Wir essen viel Knoblauch und so schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe, indem wir ihn zur Mäusebekämpfung einsetzen.

Wühlmäuse vertreiben

Fressfeinde

Am naheliegendsten ist es natürlich, die Fressfeinde der kleinen Nager in den eigenen Garten zu locken. Das sind zum Beispiel Eulen und andere Greifvögel. Da wir allerdings planen, Enten auf dem Grundstück zu halten, sind Ansitzstangen für uns keine Option. Für andere Gärten allerdings kann das eine gute Idee sein, um das Mäuseproblem loszuwerden und gleichzeitig beim Schutz bedrohter Greifvogelarten zu helfen.

Am allerbesten: Prävention

Gerade wenn man Hochbeete begärtnert, gibt es einen sehr simplen Weg, den ganzen Ärger zu umgehen: Die Beete von unten mit Drahtgitter sichern. Das haben wir bei unseren drei erhöhten Beeten schlicht vergessen. Für unsere Haupt-Gartenfläche wäre das ohnehin keine Option, denn die ist ebenerdig, aber wenn wir beim Anlegen unserer Hochbeete ambitionierter gewesen wären, hätte uns das einige Scherereien erspart.

Um jetzt noch nachträglich alles zu „untergittern“, sind mir die Pflanzen, die bereits in den Beeten wachsen, zu schade. Aber wer weiß: Wenn die irgendwann auch alle weggefressen sind, werde ich es mir vermutlich überlegen. Bisher allerdings fahren wir mit unserem Wühlmaus-Programm sehr gut und hoffen, dass ein paar Tipps dabei sind, die auch deinen Garten zur wühlmausfreien Zone machen.

Hattest du schonmal mit Wühlmäusen zu kämpfen? Ich freue mich über weitere Tipps und Anregungen.

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7 Kommentare

  1. phil sagt

    dieses jahr habe ich zum ersten mal auch mit wühlmäusen zu kämpfen. werde einige deiner tipps ausprobieren und berichten.

      • phil sagt

        hallo marie, hiermit melde ich mich zurück. 🙂
        mittlerweile meiden die mäuse meine beete. sie sind noch in den umliegenden flächen zugange, aber ich habe seit ein paar wochen keine probleme mehr mit fraßschäden gehabt. ich habe knoblauch gesteckt und mir einen wühlmausschocker gekauft.
        vielen dank dafür und herzliche grüße,
        phil

        • Marie sagt

          Das freut mich! Bei mir ist es genauso. Die Mäuse sind noch da, aber sie meiden meine Beete und wir koexistieren friedlich vor uns hin.

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  4. Birgit sagt

    Och, ich würde mir keine Gedanken über fehlende Gitter machen… Die Mäuse klettern bei uns am Hochbeet hoch und gucken dann, wie der Tisch so gedeckt ist. Leider fressen sie von unten sämtliche Wurzeln von Rosen Obstbäumchen etc. ab, so dass man irgendwann nur noch den oberirdischen Teil in der Hand hält. Ich nehme inzwischen alles mit einem starken Eigengeruch: Rosmarin. Thymian, Lavendel, Knoblauch werden direkt ins Mauseloch gesteckt. Und die Haare von unserem Hund. So bleibt man in Bewegung.

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