Konservieren
Kommentare 10

Einkochen für Anfänger

Einkochen für Anfänger

Bald geht es wieder los und der Garten wirft so viel ab, wie wir frisch niemals essen könnten. Da gilt es, sich nach passenden Konservierungsmethoden umzuschauen, um möglichst auch im Winter noch von der eigenen Ernte zu essen. In der Regel ziehe ich dem Einkochen natürlichere Arten der Konservierung vor, zum Beispiel die Milchsäuregärung, das Trocknen von Obst oder das Einlagern im frischen Zustand, wie es bei Wurzelgemüse möglich ist. Auf eine selbstgemachte Tomatensauce oder Marmelade aus eigenen Beeren möchte ich aber auch in der kalten Jahreszeit nicht verzichten. Deswegen hole ich zur Zeit meine Einkochgläser und -töpfe wieder raus und mache mich bereit für die neue Saison.

Heiß abfüllen versus Einkochen

Viele Menschen verwechseln das heiße Einfüllen mit Einkochen. Dabei wird zum Beispiel Marmelade brodelnd heiß in Gläser abgefüllt, die sofort luftdicht verschlossen werden. Durch den Temperaturunterschied entsteht auch hier ein Vakuum, allerdings ist diese Methode nur dann sicher, wenn das Eingemachte einen so hohen Zucker- oder Säuregehalt hat, dass allein diese Tatsache es schon vor dem Verderben schützt, wie etwa Früchte oder Kompott. Viele Einkochbücher raten allerdings auch in dem Fall, das Ganze sicherheitshalber noch einmal im Einkochtopf zu sterilisieren.

Einkochen für Anfänger

Was man nicht einkochen kann

Ob Einkochen sinnvoll ist, oder andere Formen der Konservierung besser sind, muss man für jeden Fall selbst abwägen. Es gibt allerdings einige Sachen, die man gar nicht oder nur schlecht einkochen kann. Finger weg von allem, was püriert ist. Also keinen Kartoffelbrei oder cremige Kürbissuppe einkochen, das wird nichts. Außerdem darf man z.B. Eintöpfe oder Saucen nicht mit Mehl andicken, weil auch das im Glas verderben würde. Die kann man aber auch nach dem Öffnen des Glases noch andicken. Zwiebeln müssen vor dem Einkochen sehr gründlich angebraten werden.

Das Zubehör

Das Wichtigste sind natürlich die Gläser. Die sollten in jedem Fall unbeschädigt sein, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn das Eingekochte schlecht wird, weil ein Deckel nicht richtig schließt. Insbesondere gebrauchte Schraubgläser also gut überprüfen. Ich persönlich bin kein Fan von Schraubgläsern. Das liegt nicht nur daran, dass die Deckel bei mehrmaligem Gebrauch teilweise verbiegen oder sich das Gummi verzieht, sondern auch daran, dass man später nicht mehr so gut nachprüfen kann, ob das Eingekochte noch gut ist. Bei „richtigen“ Einkochgläsern mit Gummiring und Glasdeckel löst sich in diesem Fall das Vakuum und es ist eindeutig, dass man den Inhalt des Glases besser nicht mehr verputzen sollte.

Einkochen für Anfänger

 

Gläser mit weiter Öffnung (rechts im Bild) sind einfacher zu spülen als andere. Außerdem sollte man unbedingt auf die Größe der Gläser achten. Wir haben jede Menge gebrauchte 1l-Gläser geschenkt bekommen, die allerdings für uns in vielen Fällen zu groß sind. Zu dritt schaffen wir es selten, zum Beispiel einen Liter Apfelmus zu essen, bevor er schlecht wird, deswegen kochen wir meistens in kleinere Gläser ein, die besser zu unserer Familiengröße passen. Neuere Gläser werden mit zwei kleinen Klammern verschlossen, ältere Gläser werden nach dem Einfüllen mit einem Bügel bespannt. Französische Gläser mit Schnappverschluss verwende ich genauso ungern wie Schraubgläser, weil man auch hier nicht auf Anhieb sehen kann, ob der Inhalt verdorben ist.

Einkochen für Anfänger

Es gibt verschiedene Einkochtöpfe und Einkochautomaten. Einkochtöpfe stellt man auf den Herd, während die Automaten sich selbst heizen. Ich habe beides und nutze bei kleinen Mengen den Topf und bei größeren Einkoch-Aktionen den Automaten. Den Automaten kann man getrost sich selbst überlassen, das ist ziemlich praktisch. Über ein Termometer kann man ablesen, wie heiß es im Innern ist, und die Temperatur entsprechend regulieren, denn unterschiedliche Obst- und Gemüsearten werden unterschiedlich heiß und lange eingekocht, dazu unten mehr.

Einkochen für Anfänger

 

Glasheber wie dieser sind ungemein praktisch, um heiße Gläser aus dem Wasser zu heben. Ich bin auch lange ohne einen Glasheber zurechtgekommen, aber seitdem ich mir nicht mehr ständig die Finger verbrenne, macht das Einkochen gleich zweimal so viel Spaß. 🙂

Zum Einfüllen sind eine Schöpfkelle und ein Trichter außerdem sehr praktisch.

Vorbereitungen

Beim Einkochen ist es wichtig, absolut sauber zu arbeiten. Dazu gehört, dass Kochtöpfe, Schöpfkelle, Trichter und Gläser gut gespült sind. Die Gläser werden zusätzlich vor dem Einfüllen sterilisiert. Dazu kann man sie entweder im Backofen erhitzen oder sie im Einkochtopf für fünf Minuten offen im Wasser brodeln lassen. Gummis und Deckel koche ich in einem separaten Topf mit einem Schuss Essig ab im Kochwasser ab.

Einkochen

Ältere Einkochgläser und Schraubgläser dürfen nicht bis oben hin befüllt werden, neuere Weckgläser kann man auch bis unter den Rand voll machen. Nach dem Einfüllen muss der Rand des Glas mit einem sauberen Tuch abgewischt werden, sollte etwas daneben gegangen sein. Dann wird das Glas verschlossen und in den Einkochtopf gestellt. Die Gläser müssen mindestens zu ¾ mit Wasser bedeckt sein. Beim Erhitzen dehnen sich Luft und Wasserdampf im Glas aus und entweichen, sodass beim Abkühlen ein Unterdruck entsteht.

Unterschiedliche Obst- und Gemüsearten müssen unterschiedlich lang und heiß eingekocht werden. Die genauen Angaben stehen in Einkochbüchern, aber auch im Internet gibt es gute Tabellen.

Nach dem Einkochen stellt man die Gläser zum Abkühlen auf ein Geschirrtuch und nimmt die Klammern ab, wenn sie vollständig erkaltet sind. Das Eingekochte hält sich jetzt mindestens ein Jahr und was gibt es Besseres, als sich ein Glas Sommer aus dem Keller zu holen, wenn draußen Schneestürme toben? 🙂

SelbstversorgungFürAnfänger

Dieser Text enthält Affiliate-Links. Das heißt, dass ein kleiner Prozentsatz des Kaufpreises an mich geht, wenn du über diesen Link einkaufst. Das kostet dich natürlich keinen Cent extra. Es ist nur eine Möglichkeit, mich ein klein wenig zu unterstützen. Vielen Dank dafür!

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden!
Kategorie: Konservieren

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

10 Kommentare

  1. Lana sagt

    Bei uns steht diese Woche die erste Marmeladen-Session an. :)Ich habe noch nie eingekocht und bin mir unsicher ob ich es heiß einfüllen soll oder ob ich einen Einkochtopf brauche??

    • Marie sagt

      Bei Marmelade reicht es normalerweise, wenn man sauber arbeitet, heiß einfüllt und das Glas schnell verschließt, weil der Zucker- und Säuregehalt hoch genug sind. Viel Erfolg!

  2. phil sagt

    … nur schade dass du so selten postest. ich würde gerne mehr von dir lesen…

    • Marie sagt

      Danke!
      Das stimmt, ich würde auch gerne mehr schreiben, aber zur Zeit komme ich nicht so oft dazu, wegen der Uni und weil ich viel lieber draußen bin als am PC. 🙂

  3. Pingback: Gemüse fermentieren: Milchsauer einlegen leicht gemacht

  4. Jutta sagt

    … noch so ein toller Blogpost. Leider habe ich noch keinen eigenen Garten, aber es ist eine gute Idee, schonmal mit gekauftem Gemüse zu „üben“ bevor es so weit ist.

  5. Pingback: Apfelmus einkochen und ein DIY-Apfelpflücker - Wurzelwerk

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.