Ziegen halten
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5 Gründe, warum du auf keinen Fall Ziegen halten solltest

Ziegen halten

Du willst Ziegen halten? Das solltest du dir gut überlegen. Versteh mich nicht falsch: Ich liebe Ziegen. Schon als kleines Mädchen war ich fasziniert von diesen stolzen und eigenwilligen Tieren und bin jeden Tag auf den Ziegenweiden unserer Nachbarn umhergestreunt. Als ich dann zu meinem zwölften Geburtstag eigene Ziegen bekommen habe, war ich überglücklich. Das ist jetzt elf Jahre her und meine Liebe für Ziegen ist ungebrochen. Ich bin definitiv ziegensüchtig. Wäre ich nicht vom Ziegen-Virus infiziert und von ihrem Charme verblendet, würde ich allerdings vermutlich keine Ziegen mehr halten. Denn sie sind – gelinde gesagt – kompliziert. Aber siehe selbst.:

Hier kommen 5 Gründe, warum du auf keinen Fall Ziegen halten solltest.

1. Einen ziegensicheren Zaun gibt es nicht

Ziegen springen über jeden Zaun. Jeden! Man müsste schon eine fünf Meter hohe Betonmauer bauen, um seine Ziegen in Schach zu halten. Wenn du Ziegen halten möchtest, wirst du zwangsläufig mit Ausbrüchen zu kämpfen haben. Warum muss das, was auf der anderen Seite des Zaunes wächst, auch immer so viel besser schmecken als das eigene Futter…? Dementsprechend ist der einzige Zaun, der funktioniert, eine sehr gute Weide.

2. Nachbars Forsythien

Sind sie einmal ausgebrochen, werden deine Ziegen zielstrebig deine bestgepflegteste Lieblingsrose ansteuern, den Gemüsegarten in wenigen Augenblicken leerräumen oder marodierend durch die Vorgärten der Nachbarn ziehen. Ich weiß nicht, wie viele Sträucher und Blumen ich schon ersetzen musste und wie viele Entschuldigungs-Kuchen ich in meiner Ziegenlaufbahn bereits gebacken habe.

3. Ziegen sind Arschgeigen

Ziegen haben eine strikte Rangordnung, die sie immer wieder neu ausfechten und abklären. In einer Ziegenherde geht es mitunter ziemlich brutal zu. Das ist auch der Grund, wieso ich keine Schafe mehr halte: Die Ziegen haben sie regelrecht misshandelt. Wenn du beide zusammen halten möchtest, solltest du darauf achten, mindestens doppelt so viele Schafe wie Ziegen zu haben. Ist das Verhältnis anders herum – so war es bei mir – kann es passieren, dass deine Ziegen aus reiner Langeweile Jagd auf die wehrlosen Schafe machen.

4. Ziegen können hellsehen

Manchmal ist es nötig, eine Ziege einzufangen, zum Beispiel dann, wenn man ihr die Hufe schneiden muss. Aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund weiß genau diese Ziege in dem Moment, in dem man sich dazu entscheidet, was passieren wird. Schwups – sie galoppiert bereits zum anderen Ende der Weide, während der Rest der Herde seelenruhig wiederkäuend in der Sonne liegt. Sie wissen genau, dass ihnen heute nichts passieren wird. Nur die eine ist auf und davon. Und das, bevor man sich selbst auch nur einen Zentimeter bewegt hat.

5. Ziegen sind unglaublich nachtragend

Hast du die Ziege dann endlich gefangen, wird sie noch Wochen später beleidigt sein. Während alle anderen Ziegen freudig meckernd auf dich zukommen, sobald du die Weide betrittst, wird dir diese eine demonstrativ die kalte Schulter zeigen. Ziegen sind unglaublich stolz und diesen Stolz verletzt man besser nur dann, wenn es wirklich sein muss.

Ziegen halten Argumente dagegen

Genug gemeckert

Nichts desto Trotz: Ein Leben ohne Ziegen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Vielleicht genau deswegen: weil sie einen so starken Charakter haben. Ich beschreibe Ziegen gerne als die perfekte Mischung aus Katze und Hund. Sie haben wie Katzen ihren eigenen Kopf und lassen sich nichts erzählen. Aber sie sind auch wie Hunde die besten Kumpels, die man sich wünschen kann. Ich habe zu jeder meiner Ziegen eine enge Beziehung, die sich über Jahre aufgebaut hat und immer weiter wächst. Ziegen sind sehr treue Tiere und wenn man sich ihr Vertrauen einmal verdient hat, entsteht eine enge Bindung zwischen ihnen und „ihrem“ Menschen.

Es sind die alltäglichen Momente, die ein Leben mit Ziegen so besonders machen. Wenn ich im Abendlicht an einen Baum gelehnt auf der Weide sitze und meinen Ziegen beim Grasen zuschaue, weiß ich, warum ich all den Ärger inkauf nehme. Und wenn eine Ziege, die noch vor einer Woche niemanden an sich herangelassen hat, ihren Kopf in meinen Schoß legt und sich versonnen zwischen den Hörnern kraulen lässt, geht mir das Herz auf.

Solltest du mit dem Gedanken spielen, dir Ziegen anzuschaffen, weißt du jetzt, was dir bevorsteht: eine Menge Ärger. Aber wie das eben ist in der Liebe: Du wirst darüber hinwegsehen, denn mit ihrem unwiderstehlichen Charme werden deine gehörnten Freunde dich noch schneller um den Finger wickeln, als du auch nur daran denken kannst, sie wieder abzuschaffen.

Ziegen glücklich machen

 

Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt! Wenn du trotz allem immer noch Ziegen halten möchtest, dann mach es. Dann bist du einer dieser verrückten Ziegen-Leute, die gar nicht anders können.

Für Spinner wie dich habe ich eine kostenlose 7 Tage-Email-Serie mit dem Titel Ziegen glücklich machen erstellt. Die Mails sind vollgepackt mit nützlichen Tipps, wie du deine Ziegen gesund und bei Laune halten kannst.

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5 Kommentare

  1. Gina sagt

    Liebe Marie,

    ich habe herzlich gelacht. Ich bin auf einem Ziegenhof aufgewachsen und kann jedem deiner Punkte voll und ganz zustimmen; Ziegen sind schwierig. Aber auch dem Fakt, das du Ziegen süchtig bist kann ich viel abgewinnen. Ich habe keine eigenen Ziegen aber wenn ich meine Eltern besuche führt mich mein erster Weg in den Ziegenstall. Die Lieblingsziege, die ich als Kind hatte, lebt immer noch und ist ganz grau im Gesicht. Mein Vater hätte sie längst schlachten lassen wenn ich nicht darauf beharren würde, das sie einen guten Lebensabend verdient hat.

    Liebe Grüße,
    Gina

    • Marie sagt

      Puh, dann bin ich mit meinen Ziegen-Problemen also nicht alleine. 🙂 Unsere Ziegen sind auch ganz grau um die Schnauze, die meisten sind schon über zwölf Jahre alt.

      Liebe Grüße zurück!
      Marie

  2. Anna sagt

    Es ist schön zu hören/lesen das es anderen auch so ergeht, wie einem selbst. Trotz des ganzen Ärgers den die Ziegen manchmal veranstalten möchte ich diese dennoch sehr liebenswerten „Biester“ nicht mehr missen.
    Liebe Grüße Anna

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