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Samen vorkeimen Zubehör: Zip-Tütchen und Küchenpapier

Samen vorkeimen: Schnellstart für deine Gemüsepflanzen

Manchmal wollen Gemüsesamen nicht so recht keimen. Petersilie oder Knollensellerie zum Keimen zu bringen, kann zum Beispiel eine ganz schöne Herausforderung sein. Dann hilft es, die Samen vorzukeimen und ihnen so die bestmöglichen Startbedingungen zu geben.

Natürlich ist es ein Extra-Schritt und die Arbeit mache ich mir längst nicht bei allen Gemüsearten. Aber es gibt noch viel mehr gute Gründe, einige Samen vorzukeimen. Zum Beispiel…

  • … bei wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten, Auberginen, Paprika und Chilis. Beim Vorkeimen kannst du nämlich sichergehen, dass sie es warm genug haben und gut aufgehen.
  • … wenn du genau festlegen möchtest, wie viele Pflanzen aufgehen. Wenn du vorkeimst, kannst du ziemlich sicher sein, dass die allermeisten Samen aufgehen und so weißt du, dass du am Ende genug Pflanzen hast.
  • … bei Saatgut-Knappheit. Falls du nicht viele Samen von einer Sorte hast und besonders sparsam mit dem Saatgut umgehen willst.
  • … bei langsam keimenden Samen wie Möhre oder Pastinake.
  • … oder wenn du mit dem Aussäen mal wieder spät dran bist. Vorgekeimte Samen gehen nämlich viel schneller auf, als wenn du sie normal aussäst.
Der Schnellstart für deine Gemüsepflanzen: Samen vorzukeimen ist vor allem dann sinnvoll, wenn nur...

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Je nach Gemüseart gibt es verschiedene Methoden, Samen vorzukeimen:

Große Samen: In Wasser vorkeimen

Die ersten Erbsen, die ich im Frühjahr aussäe, werden immer von Vögeln, Mäusen und anderen hungrigen Tieren gefressen und nichts geht auf. (Wahrscheinlich sind sie als eiweißreiche Leckerbissen in einer so kargen Zeit einfach zu verlockend.) Deswegen habe ich ausprobiert, die erste Charge Erbsensamen vorzukeimen, damit sie aufgehen, bevor sie entdeckt werden.

Das hat funktioniert und die Samen sind so gut gekeimt, dass ich das seitdem immer mache, egal zu welcher Jahreszeit. Erbsen und Bohnen kommen am Tag vor der Aussaat in ein Glas mit Wasser und haben so einen super Start ins Pflanzenleben. Dabei quellen sie richtig auf und man muss nach dem Säen nicht mehr sooo genau darauf achten, die Erde feucht zu halten.

Für Erbsen, Bohnen, Kürbis, Zucchini und andere große Samen ist das eine tolle Methode, die kaum mehr Aufwand bedeutet, aber zu viel besseren Ergebnissen führt.

Mittelgroße Samen: Vorkeimen im Tütchen

Diese Methode wende ich am häufigsten an, vor allem beim Vorziehen von Tomaten und anderen wärmeliebenden Pflanzen.

Du brauchst:

  • einen Zip-Beutel
  • feuchtes Küchenpapier oder ein Stück alten Stoff
  • und die Samen natürlich 😉

Samen vorkeimen auf feuchtem Küchenpapier

Das Küchenpapier bzw. den Stoff leicht anfeuchten, sodass er komplett feucht ist, aber nicht trieft. Dann einmal falten und die Samen auf einer Hälfte verteilen. Das Ganze noch einmal zusammenfalten, sodass die Samen zwischen dem feuchten Tuch liegen. So zusammengefaltet kommt das Küchenpapier bzw. Tuch in das Zip-Beutelchen.

Beutel zu, beschriften – fertig.

So bleibt das Tuch gleichmäßig feucht und die Samen haben optimale Bedingungen zum Keimen. Je nachdem, welche Keimtemperatur die jeweiligen Samen brauchen, lege ich sie in die Nähe der Heizung oder eben in einen kühleren Raum.

Am besten ist es, wenn man alle paar Tage nach den Samen schaut. Manche keimen wirklich schnell und sobald sich die ersten Keime zeigen, müssen die Samen vorsichtig in Töpfchen umgesetzt und mit Erde bedeckt werden. Aber auch bei langsamer keimenden Gemüsearten schaue ich regelmäßig nach, ob das Tuch noch feucht genug ist und lasse die Tüte alle paar Tage kurz auf, um sie zu lüften.

Kleine Samen und Wurzelgemüse: In Gel vorkeimen

Diese Methode wende ich vor allem bei Möhren, Pastinaken und anderen kleinen Samen an, die man in großen Mengen direkt draußen aussät. Ich keime sie in Wasser vor, wie oben beschrieben. Sobald sie gekeimt sind, mische ich sie mit einer Art Gel, das man aus Stärke leicht selbst herstellen kann. Dieses Video zeigt ziemlich gut, wie das funktioniert:

Gerade für Pastinaken und Möhren finde ich diese Methode super. Die brauchen nämlich ewig, bis sie aufgehen. Mir passiert es dann öfters, dass ich vergesse, die Samen feucht zu halten, sie trocknen aus und es wächst nichts. Wenn man die Samen vorkeimt, gehen sie viel schneller auf. Man spart also Zeit, kann früher im Jahr die ersten Möhren ernten, und die Gefahr, dass die Samen austrocknen, ist längst nicht so groß.

Außerdem, noch ein riesiger Pluspunkt, fällt das Ausdünnen weg. Karottensamen sind so fein, dass man immer zu viele von ihnen sät und hinterher die überschüssigen Pflänzchen herausreißen muss. Je nachdem, wie viele Karotten man anbaut, ist das ganz schön viel Arbeit. Wenn man die Samen mit Gel mischt und wie in dem Video aussät, wachsen sie von vorneherein weiter auseinander und das Ausdünnen fällt weg, juhu! 🙂

Starthilfe ins Selbstversorger-Leben

Selbstversorgung für AnfängerDu bist vermutlich hier gelandet, weil du dein eigenes Gemüse anbauen möchtest. Ich finde das ziemlich cool und möchte dich so gut ich kann dabei unterstützen. Deswegen habe ich den Anfänger-Guide Selbstversorgung starten erstellt, um dir bei deinen ersten Schritten zu helfen. Wenn du möchtest, kannst du dich hier eintragen, dann schicke ich ihn dir kostenlos per Mail zu:

 

Keimst du deine Samen auch vor? Hast du vielleicht noch mehr Tipps? Und hast du dieses Frühjahr schon etwas ausgesät? Bei uns keimen gerade Paprika, Lauch, Kohlrabi und die ersten Salate. Und bei dir? 🙂

Ziegen halten Anfänger

Wie du dich auf deine ersten Ziegen vorbereitest – Teil 2

Pssst: Falls du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, bitte hier entlang. 😉 Dort geht es nämlich um die Grundausstattung zur Ziegenhaltung, wie den richtigen Stall oder die unterschiedlichen Zäune.

Heute, im zweiten Teil, geht es mit dem Zubehör weiter, das du parat haben solltest, bevor deine ersten Ziegen einziehen:

Klauenpflege

Ziegen muss man regelmäßig die Hufe schneiden. Du brauchst also mindestens eine Klauenschere, ein Klauenmesser und ein Desinfektionsspray, falls du aus Versehen den Huf einer Ziege verletzt.

Ich schwöre auf diese diese Klauenschere, auch wenn ich andere habe, die wesentlich teurer waren. Mit ihr kann man auch harte Klauen sehr gut schneiden und die Klinge ist schmal genug, um in alle Ecken zu kommen. Ansonsten kannst du auch eine Rosenschere verwenden.

Was das Messer angeht, gibt es spezielle Hufmesser, aber du kannst auch ein anderes Messer nehmen, solange es scharf und stabil genug ist.

Ziegen halten für Anfänger

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Lecksteine

Ziegen brauchen Mineralien. Ich bin manchmal so ein Sturkopf, der meint, dass sie in der Natur ja auch keinen Leckstein hätten und warum ich ihnen dann einen zur Verfügung stellen soll. Fakt ist aber, dass unsere Ziegen nicht so leben wie in der Natur, und wenn wir ihnen noch so viel Freiheit ermöglichen. Einige Mineralien und Spurenelemente würden sie anders nicht bekommen.

Allerdings sind nicht alle Lecksteine für Ziegen geeignet. Lecksteine für Schafe enthalten beispielsweise zu wenig Kupfer, die für Pferde oft zu viel. Leider habe ich zurzeit keinen Tipp für einen Leckstein, der gut geeignet wäre. Der Leckstein, den ich in den letzten Jahren benutzt habe, ist von der Zusammensetzung auch nicht optimal und es ist gar nicht so leicht, einen passenden Leckstein zu finden. Wenn jemand eine Empfehlung hat, her damit!

Warum die meisten Eimer nichts taugen

Als ich angefangen habe, Ziegen zu halten, gab es eine Sache, die mich richtig aufgeregt hat. Meine Ziegen haben jeden Tag (!) ihren Wassereimer umgeworfen und den Stall überschwemmt. Alternative Sportart: ins Wasser kötteln, auch sehr beliebt. Ich habe den Eimer festgebunden, habe ihn in einen Autoreifen gestellt, einen schweren Stein darin versenkt – die Ziegen haben es jedes Mal geschafft, ihn umzurammeln. Ich hatte keine Ahnung, wie ich sie davon abhalten sollte.

Irgendwann war ich dann im Pferdestall von meiner Schwester und habe gesehen, wie sie es macht. Sie hatte einen wahnsinnig coolen halbrunden Eimer, den man mit zwei Haken an der Wand einhängen konnte. Meine Schwester meinte, dass sie solche Eimer schon jahrelang benutzt. Und ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas gibt.

Tja, aber seitdem habe ich selbst mehrere davon und das Problem mit dem Wasser ist gelöst. Die Ziegen können den Eimer nicht mehr umschmeißen und ich kann ihn so hoch hängen, dass sie noch nicht einmal mehr reinkötteln könnten, wenn sie Anlauf nehmen und zielen würden.

Gute Ziegenbücher

Kein Blogartikel oder Ziegenforum kann ein gutes Ziegenbuch ersetzen. Es ist immer gut, ein Nachschlagewerk zu haben, falls mal etwas passiert oder Fragen aufkommen, zu denen man die Meinung von einem Experten hören will. (Und nicht von einer komischen Ziegentussi aus dem Internet.)

Meine Ziegenbücher-Bibliothek hier auszubreiten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deswegen schreibe ich demnächst einen eigenen Blogpost über die besten Ziegenbücher, die ich kenne. (Und ich kenne sie alle. 😉 )

Melkutensilien für Milchziegen

Wir haben diesen Sommer zum ersten Mal gemolken. Vorher hatten wir immer nur Fleischziegen, die nicht genug Milch geben, als dass es sich lohnen würde, sie zu melken. Aber dann ist Curry eingezogen, die Milchziege von einer Freundin, und ich habe endlich melken gelernt. Joghurt und Käse selberzumachen ist wirklich toll!

Ziegen halten Anfänger

Leider gibt Curry jetzt keine Milch mehr und ich versuche seit Monaten, meinen Freund zu überreden, dass ich mir Thüringer Waldziegen kaufen und dieses Jahr wieder melken kann. Bisher konnte ihn aber noch nicht einmal meine Ziegenkäsequiche mit Thymian und Honig überzeugen.

Ziegen kann man eben nur lieben oder hassen und ganz rational betrachtet kann ich gut verstehen, warum er lieber nicht noch mehr Ziegen halten möchte. Aber ich bin nunmal ziegensüchtig. So schnell gebe ich also nicht auf! Was das Thema angeht, bin ich selbst eine sture kleine Ziege. 😉

Hehe, ich könnte mich stundenlang darüber empören, also schnell zurück zum Thema:

Wenn du auch melken willst, gibt es verschiedene Dinge, die du dir zulegen könntest. Einen Melkstand zum Beispiel, ein Zitzendesinfektionsmittel, einen Melkeimer oder Filter, um die Milch von Schmutz zu befreien. Wir haben nichts dergleichen gehabt und es hat auch so funktioniert. Gemolken wurde – super professionell – in alte Apfelsaftflaschen und zum Filtern habe ich ein Abseihtuch verwendet.

Langfristig würde ich vielleicht schon einen Melkstand bauen und mir mehr Zubehör zulegen, aber es geht definitiv auch ohne. Das einzige, was wir uns gekauft haben, waren Lab und Käsekulturen. Und selbst die kann man sich sparen, wenn man zum Käsemachen Kefirknollen verwendet.

Ziegen natürlich entwurmen

Ziegen haben Würmer. Immer. Das ist erstmal nicht schlimm, solange es nicht zu viele sind. Dann können Würmer zu einem lebensbedrohlichen Problem werden. Deswegen ist es wichtig, Ziegen regelmäßig zu entwurmen. Wir machen das jeweils im Herbst und im Frühjahr und verwenden dafür natürliche Entwurmungsmittel. Falls dir das zu riskant ist, kannst du natürlich auch chemische Mittel vom Tierarzt nehmen.

Wichtig ist nur, dass du vorher und hinterher eine Kotprobe vom Tierarzt analysieren und den Wurmbefall überprüfen lässt. (Das kostet nur ein paar Euro.) Vorher deswegen, weil du nicht entwurmen solltest, wenn du nicht musst, und nachher, um zu schauen, ob die Entwurmung erfolgreich war.

Wenn du weißt, welche Wurmarten deinen Ziegen zu schaffen machen, kannst du außerdem ganz gezielt gegen sie vorgehen. Das ist viel schonender, als blind mit der Rundum-Keule zu entwurmen.

Hol dir deine Checkliste

Checkliste für angehende Ziegenhalter

So, und jetzt wünsche ich dir viel Spaß mit deinen Ziegen! Wenn du magst, lade dir doch meine Checkliste herunter. Da habe ich die gesamte Ausrüstung übersichtlich für dich gegliedert, sodass du die einzelnen Punkte abhaken kannst. Und als kleinen Bonus gibt’s noch eine Übersicht zu allem, was du in deiner Stallapotheke haben solltest.

Trag dich hier ein, dann bekommst du die Checkliste kostenlos per Mail zugeschickt:

 

 Ich hoffe, ich habe dir mit meinem Artikel weiterhelfen und dich deinen Ziegen ein Stückweit näherbringen können. Falls du noch Fragen hast oder Themenvorschläge für weitere Ziegen-Artikel, schreib das gerne in die Kommentare. Und erzähl mal von deinen Ziegenplänen! 😊 

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das heißt, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn du über diesen Link einkaufst. Du zahlst dafür keinen Cent extra. Natürlich verlinke ich nur Produkte, die wir selbst verwenden und von denen ich glaube, dass sie dir weiterhelfen. Über diese Links einzukaufen, ist ein Weg, wie du diesen Blog unterstützen kannst. Danke an alle, die das machen!

Feldsalat Aussaattage Maria Thun Mondkalender

Gärtnern nach dem Mond: Die Aussaattage von Maria Thun

Wie du vielleicht weißt, bin ich ein großer Fan der Aussaattage von Maria Thun. Die Aussaattage sind ein Mondkalender für den Biogarten, der jedes Jahr neu erscheint. Vor ein paar Wochen habe ich ja bereits geschrieben, wie wir die Aussaattage nutzen, um unseren Anbauplan zu vereinfachen. Einige von euch wollten mehr über die Aussaattage wissen, also gibt es heute eine Anleitung zum Gärtnern mit dem Mond:

Gärtnern nach dem Mond: Warum ich darauf schwöre und welcher Garten-Mondkalender 2018 am besten ist. #Garten

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Die Aussaattage

Die Aussaattage können nämlich noch viel mehr als einem bei der Gartenplanung zu helfen. Maria Thun hat vor 65 Jahren etwas festgestellt: Die Pflanzen in ihrem Garten wachsen besser, wenn sie bei der Aussaat, Pflanzung und auch bei den Gartenarbeiten die Konstellation der Planeten beachtet.

Man sollte also an den Tagen aussäen, an denen die kosmischen Kräfte das Pflanzenwachstum am besten unterstützen. Dafür werden alle Pflanzen in vier Kategorien eingeteilt:

  • Wurzelgemüse (Möhren, Rote Bete, Radieschen, …)
  • Fruchtgemüse (Gurken, Tomaten, Paprika, …)
  • Blattgemüse (Spinat, Mangold, Salat, …)
  • und Blüten (Blumen, Brokkoli oder auch Artischocken, von denen man ja die Knospe erntet).

Im Kalender steht dann, an welchen Tagen man welche „Gemüsekategorie“ am besten aussäen sollte. Es gibt tatsächlich Experimente, die zeigen, dass an Wurzeltagen gesäte Radieschen dickere Knollen bilden als wenn man sie beispielsweise an einem Blatttag sät. Die an Blatttagen gesäten Pflanzen haben stattdessen (Überraschung!) viel mehr Blattmasse und eben eine kleinere Knolle.

Mondkalender von Maria Thuns Mondkalender für den Gemüsegarten: die Aussaattage

Die Sterne haben sogar Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Gemüses. Wenn du über den Winter Gemüse einlagern möchtest, hält es sich länger, wenn du es an einem der entsprechenden Tage erntest.

Klingt nach Hokuspokus? Ist es vielleicht auch. Ich kann nicht beweisen, dass es funktioniert, aber ich habe den starken Verdacht, dass es so ist. Ich habe das mal beobachtet. Die Pflanzen, die wir an den „richtigen“ Tagen aussäen, wachsen tatsächlich üppiger als wenn wir uns nicht an die Aussaattage halten. Vielleicht ist das Zufall oder Einbildung. Trotzdem, ich kann mir nicht helfen – ich glaube fest daran, dass es funktioniert.

Aber wie?

Durch die unterschiedliche Anziehungskraft des Mondes in den verschiedenen Phasen wirken vier Elemente auf die Pflanzen:

  • Wärme -> Frucht
  • Erde -> Wurzel
  • Licht -> Blüte
  • Wasser -> Blatt

Jeder dieser Phasen sind jeweils drei Tierkreiszeichen zugeordnet. Wenn der Mond zum Beispiel in einem Wärmezeichen steht und ein anderer Planet ebenfalls, wirken Impulse auf die Pflanzen, die die Fruchtbildung unterstützen.

Aber warum das so ist? Keine Ahnung! Vielleicht weiß ja eine*r von euch mehr darüber, dann freue ich mich über einen Kommentar!

Die Aussaattage anwenden

Auf den ersten Blick sieht der Kalender ziemlich kompliziert aus. Als ich meinen ersten Maria Thun-Kalender gekauft habe, wusste ich damit erstmal wenig anzufangen. Zum Glück ist das Ganze aber viel einfacher, als es zunächst den Anschein macht. Ich habe freundlicherweise die Erlaubnis, euch einen Blick in den Kalender von letztem Jahr zu gewähren, um zu erklären, wie man die Aussaattage verwendet. Hier ist also als kleines Beispiel die Seite für April:

Aussaattage von Maria Thun erklärt am Beispiel April

Wenn man aussäen möchte, interessiert einen erstmal nur die rot markierte Spalte. Da steht nämlich, an welchen Tagen man welche Pflanzenkategorie (Wurzel-, Blatt- und Fruchtgemüse oder Blumen) aussät. Die gestrichelten Zeiten sollte man auslassen, weil das Pflanzenwachstum ansonsten negativ beeinflusst werden kann.

Der grüne Balken gibt die Pflanzzeit an, also die Zeit, in der man vorgezogene oder gekaufte Pflanzen auspflanzen sollte, damit sie besser anwachsen.

Die anderen Angaben sind eigentlich nur für Astronomie-Nerds interessant. Um Hand in Hand mit dem Universum zu gärtnern, reicht es, wenn man weiß, wann man was sät und pflanzt, und das lässt sich leicht ablesen.

Nebenbei was Gutes tun

Wenn du Lust hast, nach Maria Thun zu gärtnern und dir die Aussaattage 2018 kaufen möchtest, habe ich eine große Bitte an dich:

Es gibt einen Buchversand namens buch7, der einen Teil des Kaufpreises an soziale, kulturelle und ökologische Projekte spendet. Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, weißt du wahrscheinlich, wie toll ich buch7 finde und dass ich neuerdings ein buch 7-Partner bin, juhu! Das ist endlich mal eine gute Alternative zu Online-Giganten wie Amazon.

Deswegen:

Bestell deine Aussaattage doch stattdessen hier. 😊

Dank euch sind schon einige Spenden zusammengekommen, saucool!!!

Und, willst du das Ganze mal ausprobieren? Hast du vielleicht schonmal nach den Aussaattagen von Maria Thun gegärtnert? Und falls jemand weiß, warum Mond und Sterne einen solchen Einfluss auf Pflanzen haben: Deine Expertise ist gefragt. 😉

Ziegen-halten-für-Anfänger

Wie du dich auf deine ersten Ziegen vorbereitest – Teil 1

Du möchtest Ziegen halten? Cool! Und bevor deine neuen Freunde bei dir einziehen, willst du sicher sein, dass alles vorbereitet ist? Noch besser!

Auch wenn es manchmal verlockend ist, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen und spontan neue Tiere zu kaufen, ist es immer – IMMER – besser, sich vorher zu überlegen, was man braucht, damit es losgehen kann. Bei Ziegen ganz besonders.

Ziegen sind zwar super sympathisch, aber sie können einem viel Ärger bereiten. Wenn du dich vorher gut informierst und alles parat hast, bevor du deine neuen Ziegen kaufen gehst, hast du aber die besten Voraussetzungen, mit ihnen glücklich zu werden. Dann wirst du bestimmt viel Spaß mit ihnen haben. Es gibt keine klügeren, frecheren und charmanteren Tiere!

Ziegen halten für Anfänger: Wie müssen Gehege, Stall, Heuraufe, Spielplatz und Zaun aussehen?

Pinn mich!

Es ist gar nicht so einfach, im Internet Informationen zum Thema Ziegenhaltung für Anfänger und zu den Anschaffungen zu finden, die man tätigen muss, bevor es losgehen kann. Dem möchte ich heute Abhilfe verschaffen und für dich zusammenfassen, was du für deine Ziegenhaltung benötigst:

Ein guter Ziegenstall

Unsere Ziegen dürfen das ganze Jahr über nach draußen. Trotzdem sollten sie immer Zugang zum Stall oder einem Unterstand haben. Wenn es regnet, sind Ziegen nämlich richtige Mimosen. Damit auch rangniedrigere Ziegen ein Plätzchen im Stall finden, sollte man mindestens drei Quadratmeter Stallfläche pro Ziege einplanen. Außerdem sind Fenster wichtig, damit die Ziegen an Regentagen nicht im Dunklen stehen und damit Luft im Stall zirkulieren kann.

Alte Bauwagen lassen sich leicht zum mobilen Ziegenstall umbauen. Als ich mit meinen Ziegen Landschaftspflege gemacht habe, hatten sie einen alten Pferdeanhänger als Stall. Darin konnten wir sie auch praktisch von einer Fläche zur nächsten kutschieren.

Unser jetziger Ziegenstall ist komplett aus recyceltem Holz und alter Dachpappe gebaut. Ein Ziegenstall muss also nicht teuer sein. Man sollte nur bedenken, dass Ziegen ziemliche Rüpel sind und alles entsprechend stabil sein sollte. 😉

Ziegenstall-Ziegen-halten

Der richtige Zaun

Ein fester Zaun hat seine Vorteile: Man muss ihn nicht ständig auf- und abbauen und braucht auch kein Weidezaungerät, solange der Zaun stabil genug ist. Ich hatte jahrelang einen festen Zaun. Den zu bauen, hat zwar mehrere Tage gedauert, aber danach hatte ich was das Einzäunen angeht nur noch wenig Arbeit. Wenn du ein festes Grundstück hast, das du dauerhaft beweiden willst, kann sich das schon lohnen.

Allerdings muss der Zaun wirklich dicht sein. Meine Ziegen haben irgendwann angefangen, sich unter dem Zaun durchzugraben. (Diese Biester! 😉 ) Dann musste ich doch ein paar Litzen spannen und den Zaun zusätzlich mit Erdankern sichern.

Generell bin ich eher ein Fan von Elektrozäunen. Die kann man schnell überall aufbauen und die Weide so besser einteilen, was für die Parasitenbekämpfung wichtig ist. Gerade für uns mit unseren verstreuten Grundstücken sind Elektrozäune wirklich praktisch. Die Nachteile: Damit der Strom nicht verloren geht, muss man in hohem Gras eine Spur mähen, bevor man den Zaun aufstellen kann. Außerdem braucht man ein Weidezaungerät und muss regelmäßig prüfen, ob der Zaun genug Strom führt.

Trotzdem werden sich vermutlich die meisten von euch für Elektrozäune entscheiden, weil man damit viel flexibler ist. Ich habe schon alle möglichen Elektrozäune ausprobiert. Falls du eine Empfehlung brauchst: Diese Zäune finde ich für ebene Gelände am besten und wenn man mehrere davon kauft, sind sie auch nicht so teuer. An steileren Hängen sind diese Zäune unschlagbar. Sie sind extra verstärkt, sodass sie auch auf steilen Flächen nicht durchhängen. In unserer Zeit im Schwarzwald habe ich diese „Hang“-Zäune wirklich lieben gelernt.

Wir haben ca. 12 50-Meter-Elektrozäune, aber vier oder fünf Stück sollten für den Anfang ausreichen.

Das passende Weidezaungerät

Wenn du Elektrozäune verwendest, brauchst du ein Weidezaungerät, das Stromimpulse durch den Zaun schickt. Es gibt Geräte, die du an den Hausstrom anschließen kannst, und solche, die den Strom über eine Autobatterie oder ein Solarpanel beziehen.

Ich habe ein Corral Weidezaungerät, das an eine Autobatterie angeschlossen wird. Es läuft seit elf Jahren ununterbrochen (kein Witz!) und ich hatte noch nie irgendwelche Probleme damit. Eine Batterie ist immer draußen im Stromkasten und die andere lade ich zuhause auf. So kann ich meinen Zaun überall aufbauen, selbst wenn die Ziegen nicht direkt am Haus stehen.

Für unsere Hühner benutzen wir neuerdings dieses solarbetriebene Weidezaungerät, das auch für Ziegen geeignet ist. Ob das etwas taugt, kann ich aber noch nicht sagen. Es hat ein kleines Solarpanel, über das sich die Batterie selbst auflädt, was natürlich sehr praktisch ist.

Heuraufe bauen

Damit deine Ziegen nicht auf dem schönen Heu herumtrampeln und draufkötteln, solltest du eine Heuraufe aufstellen. Die kannst du sehr schnell selberbauen. Wir hatten schon verschiedene selbstgebaute Raufen aus Holz, aber in unserem jetzigen Stall haben wir eine noch einfachere Variante. Einfach ein Stück alten Zaun schräg aufhängen und oben und an den Seiten zumachen, damit keine Ziegen reinklettern. Fertig ist die Raufe!

Wichtig ist nur, einen starren Zaun zu verwenden, also aus massivem Metall oder Holz. An einem Drahtzaun könnten die Ziegen hängen bleiben und sich verletzen. Außerdem sollten die Maschen so groß sein, dass die Ziegen das Heu gut herausziehen können, aber nicht so groß, dass sie sich mit den Hörnern darin verfangen könnten. Unsere Heuraufe hat oben eine Klappe aus einem einfachen Brett, die verhindert, dass die Ziegen hineinspringen.

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Eine selbstgebaute Raufe aus Holz

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Weniger glamourös, aber schnell zusammengezimmert: eine Raufe aus einem Stück alten Zaun

Das richtige Futter

Falls du deine Ziegen im Winter kaufst, brauchst du natürlich Futter. Den Sommer über füttern wir unsere Ziegen überhaupt nicht, da fressen sie nur Gras und Blätter von der Weide. Im Winter bekommen sie Heu. Eine Ziege frisst ungefähr 2 kg Heu pro Tag, kleine Ziegen weniger und trächtige oder laktierende Ziegen manchmal mehr.

Vielleicht möchtest du deinen Ziegen zusätzlich Kraftfutter geben. Wir machen das nicht, weil wir finden, dass es nachhaltiger und gesünder für sie ist, wenn sie sich nur von Blättern und Gras ernähren. Aber das musst du für dich selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass du genug Futter dahast, bevor die Ziegen einziehen. Sei es in Form von Kraftfutter und Heu oder einer großen, saftigen Weide.

Stroh als Einstreu

Wenn du gerade dabei bist, Heu zu kaufen, kannst du gleich auch Stroh als Einstreu für den Stall besorgen. Alternativ kannst du auch Laub verwenden, aber Stroh ist saugfähiger und damit besser geeignet, um den Stall trocken und sauber zu halten. Wir verwenden manchmal auch altes Heu zum Einstreuen, allerdings hat man dann viele Unkrautsamen im Mist. Falls du den Mist in deinem Garten verwenden willst, solltest du ihn also heiß kompostieren, sodass die Unkrautsamen abgetötet werden.

Zubehör zur Ziegenhaltung

In diesem Artikel ging es nur um die „große“ Ausstattung wie Stall und Zäune. Wenn du Ziegen halten möchtest, brauchst du zusätzlich noch Zubehör zur Hufpflege oder zum Melken etc. Deswegen gibt es einen zweiten Teil zu diesem Artikel, in dem ich auf alles eingehe, was noch fehlt:

Zum zweiten Teil!

Hol dir deine Checkliste

Checkliste für angehende Ziegenhalter

So, und jetzt wünsche ich dir viel Spaß mit deinen Ziegen! Wenn du magst, lade dir doch meine Checkliste herunter. Da habe ich die gesamte Ausrüstung übersichtlich für dich gegliedert, sodass du die einzelnen Punkte abhaken kannst. Und als kleinen Bonus gibt’s noch eine Übersicht zu allem, was du in deiner Stallapotheke haben solltest.

Trag dich hier ein, dann bekommst du die Checkliste kostenlos per Mail zugeschickt:

 

 Ich hoffe, ich habe dir mit meinem Artikel weiterhelfen und dich deinen Ziegen ein Stückweit näherbringen können. Falls du noch Fragen hast oder Themenvorschläge für weitere Ziegen-Artikel, schreib das gerne in die Kommentare. Und erzähl mal von deinen Ziegenplänen! 😊 

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das heißt, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn du über diesen Link einkaufst. Du zahlst dafür keinen Cent extra. Natürlich verlinke ich nur Produkte, die wir selbst verwenden und von denen ich glaube, dass sie dir weiterhelfen. Über diese Links einzukaufen, ist ein Weg, wie du diesen Blog unterstützen kannst. Danke an alle, die das machen!

Gewinnspiel Saatgut

Das ist überwältigend!

Manchmal ist es an der Zeit, danke zu sagen. 🙂 In den letzten Monaten ist mein Blog extrem gewachsen. Mittlerweile hat Wurzelwerk über 50.000 Aufrufe im Monat. Freunde! Das ist unglaublich! Ihr seid unglaublich!

Viel wichtiger als irgendwelche Statistiken finde ich aber eure lieben Emails und Kommentare. Ich freue mich immer so, von euch zu hören! So viele von euch sind auf dem Weg in ein natürlicheres, unabhängigeres und glücklicheres Leben. Dass ich ein Teil davon sein darf, macht mich unglaublich stolz!

Gewinnspiel

Deswegen möchte ich euch gerne etwas zurückgeben. Ich habe ein Saatgut-Set aus meinen liebsten Gemüsesorten zusammengestellt, das eine*r von euch gewinnen kann. Dieses Überraschungs-Paket enthält neben Möhren-, Erbsen-, Radieschen-, Salat- und Tomatensamen auch Saatgut von einigen alten Gemüsearten, die man im Laden oft gar nicht mehr kaufen kann.

(An die Balkongärtner*innen unter euch: Alle Sorten, die ich ausgewählt habe, lassen sich auch in Kübeln auf dem Balkon anbauen.)

So kannst du an der Verlosung teilnehmen:

Um teilzunehmen, lass mir einfach einen Kommentar unter diesem Artikel da, in dem du erzählst, wo du auf deinem Weg in die Selbstversorgung gerade stehst. Was sind deine Pläne für 2018? Was sind deine Herausforderungen und was hast du bisher schon erreicht? Auch wenn du gerade erst anfängst: Ich würde wahnsinnig gerne von dir hören. Jeder Kommentar wandert in den Lostopf.

Das Gewinnspiel läuft übrigens auch auf meiner Facebook-Seite. Du kannst also sowohl hier auf dem Blog als auch auf Facebook teilnehmen und deine Gewinnchance so verdoppeln. 🙂

Um teilnehmen zu können, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Unter allen Kommentaren, die bis zum 31.01.18 hier bzw. auf Facebook eingehen, werde ich per Zufallsgenerator einen Gewinner auslosen und mich dann per Email bzw. Facebook-Nachricht bei ihm oder ihr melden.

Bis dahin!
Marie

Update: Danke für eure tollen Kommentare! Ich habe mich richtig gefreut, zu lesen, was ihr alles macht und von euren Plänen zu hören! Das Gewinnspiel ist geschlossen und gewonnen hat…
(Trommelwirbel)
Stephi!
Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Saatgut! Es ist schon auf dem Weg zu dir. 🙂

Saatgut-samenfest-Gemüsegarten

Das solltest du beim Saatgutkauf unbedingt beachten

Der Saatgutkauf steht an, liebe Leute! Ich werde im Januar immer schon ganz hibbelig, weil ich endlich wieder losgärtnern will und mich so auf die neue Gartensaison freue. Jetzt trudeln auch die Kataloge ein und es ist Zeit, Sorten auszuwählen und einen Anbauplan zu erstellen. Diese Saatgutkataloge sind ja schon eine ziemlich faszinierende Lektüre. All die tollen Sorten, die man ausprobieren könnte! Und dann diese verlockenden Ständer in den Baumärkten und Geschäften…

Aber: Saatgut ist nicht gleich Saatgut. Wo und welches Saatgut du kaufst, ist sogar ziemlich wichtig. Deswegen habe ich alles was du wissen musst in diesem Artikel für dich zusammengefasst:

Bio-Saatgut – Immer die erste Wahl?

Wenn du deinen Garten biologisch bewirtschaftest und keine Kunstdünger und Pestizide verwendest, möchtest du wahrscheinlich Pflanzen anbauen, die unter diesen Bedingungen möglichst gut zurechtkommen. Deswegen sind Sorten, die seit Generationen im Bioanbau gezogen werden, besser geeignet als solche, deren Vorfahren die volle Giftdröhnung gewöhnt sind.

Die Bestimmungen für Bio-Saatgut sind aber ziemlich lax: Damit Samen als „bio“ deklariert werden können, muss nämlich nur deren Mutterpflanze eine Saison unter biologischen Bedingungen angebaut werden. Für die Bio-Anerkennung spielt es auch keine Rolle, ob die Pflanzen im Freiland oder Gewächshaus bzw. in unseren Klimabreiten oder in Afrika angebaut werden.

Bio heißt also nicht immer gleich standortangepasst und robust. Ein Biosiegel sagt auch nichts darüber aus, ob das Saatgut samenfest ist oder ob es sich um eine Hybridsorte handelt (dazu im nächsten Abschnitt mehr). Deswegen ist es wichtig, samenfestes Biosaatgut bei Züchtern zu kaufen, die ihre Sorten im langjährigen biologischen Anbau vermehren.

Also: Bio-Saatgut ist absolut sinnvoll, aber wenn du wirklich angepasste Pflanzen in deinem Garten haben möchtest, brauchst du Saatgut von Züchtern, deren Engagement über die Bio-Richtlinien hinausgeht. Weiter unten habe ich eine kleine Liste von Züchtern zusammengestellt, bei denen du solches Saatgut bekommst.

Die erste Aussaat im Gemüsegarten steht an und damit auch der Saatgutkauf. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. In diesem Artikel erfährst du alles über Hybridsorten, samenfestes Saatgut und ob Bio-Saatgut wirklich immer die erste Wahl ist. #Garten #Aussaat

Pinn mich!

Samenfestes Saatgut vs F1-Hybriden

Bestimmt bist du schon einmal über den Begriff Hybridsorten gestolpert. Das sind die Sorten, die auf den Samentütchen mit dem Zusatz F1 gekennzeichnet sind. Diese Sorten sind im Labor entstanden: Über Generationen hinweg wird sowohl mit der Mutter- als auch mit der Vaterlinie so weit Inzucht betrieben, bis die Pflanzen kränklich und degeneriert sind. Dann werden diese beiden ausgelaugten Pflanzen miteinander gekreuzt und – Boom! Endlich frisches Genmaterial! – die folgende Generation ist vital und erbringt Spitzenerträge.

Dieser Form der Züchtung ist nicht nur irgendwie pervers, für Hybridsorten zahlt man auch einen hohen Preis. Sie sind nämlich eine genetische Sackgasse. Du kannst diese Pflanzen zwar in deinem Garten anbauen, aber sie sind nicht vermehrungsfähig. Das heißt, dass du jedes Mal neues Saatgut kaufen musst und am Haken der Saatgut-Konzerne hängst. Auf diese Weise – und indem sie gleich noch das passende Herbizid und den passenden Dünger verkaufen – treiben die Saatgut-Konzerne zahlreiche Bauern in Entwicklungsländern in den Ruin.

Die Saatgutproduktion hat sich immer in den Händen der Bauern und Gärtner befunden. Mittlerweile dominieren fünf Großkonzerne die europäische Produktion. Je mehr Hybridsorten auf dem Markt sind, desto mehr samenfeste – also nachbaufähige – Sorten verschwinden. Wusstest du, dass in den letzten 100 Jahren 75 % der landwirtschaftlich genutzten Vielfalt verloren gegangen sind? Jeden Tag sterben robuste, standortangepasste regionale Sorten aus. Einfach weg – für immer!

Alte Sorten bewahren

Dabei ist Vielfalt auf dem Acker und im Gemüsebeet ist unglaublich wichtig. Es kann nämlich nicht sein, dass fünf Konzerne entscheiden, was auf unseren Tellern landet. Wie viele Tomatensorten gibt es im Supermarkt schon zu kaufen? Dabei ist die Vielfalt der Tomatensorten riesig. Es gibt große, kleine, runde, längliche, birnenförmige, mehlige, süße, saure, rote, grüne, gelbe und lilafarbene Tomaten. Gibt es wirklich irgendjemanden da draußen, der sich diesen Spaß verderben und stattdessen das Einheitsgemüse futtern will, das sie einem vorsetzen?

Dazu kommt, dass in Zeiten von Klimawandel die Monokultur einer Einheitssorte niemals das Gleiche leisten kann wie viele, ganz unterschiedliche standortangepasste und robuste Sorten. Vielfalt macht einen Garten widerstandsfähig gegen verschiedene Umwelteinflüsse, Vielfalt macht Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtner unabhängig von den Chemiekonzernen und Vielfalt bedeutet Lebensqualität und Genuss. Wer sich schon einmal durch die Tomatenpalette einer Sortenausstellung gefuttert oder Gemüse im Garten angebaut hat, das es nirgendwo zu kaufen gibt, weiß vermutlich, was ich meine.

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Zum Glück gibt es ein paar engagierte Züchter*innen und Initiativen, die es sich – allen Widrigkeiten zum Trotz – zur Aufgabe gemacht haben, alte Sorten zu erhalten. Hier habe ich ein paar Stellen aufgelistet, bei denen du samenfestes Bio-Saatgut für deinen Garten bekommst:

Dreschflegel

Bingenheimer Saatgut

Garten des Lebens

Biogartenversand

Biogartenladen

Sorten selbst vermehren

Wir bauen also nur samenfeste und einige bedrohte alte Sorten an und versuchen, so viele Sorten wie möglich selbst zu vermehren. Früher war es selbstverständlich, dass man Samen vom eigenen Gemüse geerntet hat. Und ist es nicht ein tolles Gefühl, Pflanzen anzubauen, deren Urgroßeltern schon im eigenen Garten gewachsen sind?

Bei einigen Gemüsearten wie Erbsen, Bohnen oder Tomaten ist das Vermehren ziemlich unkompliziert. Tomaten sind Selbstbefruchter, das heißt, dass sich verschiedene Sorten auch dann nicht kreuzen, wenn sie direkt nebeneinander wachsen. Bei anderen Gemüsearten wie zum Beispiel Salat lassen wir jedes Jahr eine andere Sorte blühen, weil sich die verschiedenen Sorten sonst kreuzen würden. Weil sich das Saatgut mehrere Jahre lang hält, haben wir trotzdem jedes Jahr genug eigenes Saatgut von verschiedenen Salatsorten.

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Einige Kandidaten wie Möhren, Kohl oder Rote Bete blühen erst im zweiten Jahr. Die Pflanzen müssen also im Keller überwintern und werden dann wieder ausgepflanzt. Das macht das Ganze natürlich viel komplizierter, deswegen konzentrieren wir uns vor allem auf die Gemüsearten, die man ohne großen Aufwand nachbauen kann.

Wichtig ist, dass man mindestens 15 Exemplare blühen lässt, sonst gibt’s nach ein paar Generationen Inzuchtprobleme. Die Saatgutproduktion beansprucht also einiges an Beetfläche. Deswegen finde ich Saatguttausch-Partys super cool. So kann jeder andere Gemüsearten vermehren und am Ende tauscht man untereinander.

Selbstversorgung starten

Selbstversorgung für Anfänger

Kennst du schon meinen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten? In diesem kleinen Ratgeber erfährst du, wie du deine Selbstversorgung planst, deinen Garten anlegst oder Obst und Gemüse auf dem Balkon anbaust und bekommst jede Menge weitere Tipps rund um die ersten Schritte in Richtung Selbstversorgung. Trag dich hier ein und du bekommst den Anfänger-Guide kostenlos per Mail zugeschickt:

 

Hast du deine Saatgut-Bestellung schon abgeschickt? Setzt du auch auf alte, samenfeste Sorten? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

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Keine Zeit, kein Problem! 5 Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten

Du möchtest Obst und Gemüse anbauen, hast aber zu wenig Zeit? Vielleicht kommst du unter der Woche erst spät nach Hause und bist dann zu geplättet, um noch stundenlang im Garten zu schuften. Uns geht es oft genauso, deswegen läuft unser Garten dank ein paar Tricks quasi auf Autopilot. Ich liebe das Gärtnern, aber ich habe noch viele andere Hobbys und Verpflichtungen und möchte nicht den ganzen Tag damit verbringen. Mein Gemüsegarten muss pflegeleicht sein, also haben wir  ihn uns so eingerichtet, dass wir oft wochenlang nur zum Ernten dort sind (oder um in der Sonne zu liegen). Gemüse anbauen mit wenig Aufwand – das geht! Und zwar so:

Mulchen

Wenn du nur einen von den Tipps in diesem Artikel umsetzt, dann bitte diesen. Mulch schützt nicht nur den empfindlichen Boden vor Erosion und reichert ihn mit organischem Material an – er spart uns auch unglaublich viel Zeit beim Gärtnern.

Die Mulchschicht sorgt nämlich dafür, dass der Boden selbst in langen Hitzeperioden nicht austrocknet. Wir gießen unsere Gemüsebeete nur dann, wenn wir gerade frisch gesät oder gepflanzt haben. Ansonsten fällt das Gießen komplett weg. Das ist eine immense Arbeitsersparnis!

Keine Zeit fürs Gärtnern? Kein Problem! Hier sind unsere Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten. Gemüse anbauen für Anfänger trotz Vollzeitjob? So klappts! #Gemüsegarten #Garten

Pinn mich!

Außerdem unterdrückt Mulch Unkraut. Die Mulchschicht in unserem Garten ist mindestens 20 cm dick, da kommt kaum Unkraut durch. Der Mulch erspart uns also nicht nur das Gießen, sondern auch das Jäten. Das sind die beiden Tätigkeiten, die ich am Gärtnern am wenigsten mag und die am meisten Zeit in Anspruch nehmen. Muss ich nicht mehr machen. Hell, yeah! 🙂

Falls du wissen willst, mit welchem Material du am besten mulchen solltest und was es sonst noch zu beachten gibt, hier lang. 😉

Der richtige Anbauplan

Den nächsten Tipp habe ich von meiner Freundin Nicole. Wie wir benutzt auch sie den Aussaatkalender von Maria Thun. Das heißt, dass sie Wurzelgemüse wie Möhren oder Rote Bete an Wurzeltagen, Fruchtgemüse wie Tomaten oder Paprika an Fruchttagen und Blattgemüse wie Mangold oder Salat an Blatttagen sät. An diesen Tagen sind die Planetenkonstellationen besonders günstig, um jeweils das Wachstum von Wurzel, Frucht oder Blatt zu fördern. Außerdem gibt es jeden Mont eine zweiwöchige Pflanzzeit, an die wir uns auch weitestgehend halten.

Ganz egal, ob du an die Kräfte von Mond und Sternen glaubst oder ob das für dich esoterischer Unsinn ist, ist der Maria Thun-Kalender als Orientierungshilfe super nützlich. Wir sind auch erst durch Nicole darauf gekommen, dass man ja alle Wurzelgemüse an einem Tag im Monat, alle Fruchtgemüse an einem Fruchttag und alle Blattgemüse an einem Blatttag aussäen kann. So hat man nur drei Tage Arbeit pro Monat und geht trotzdem sicher, dass man das ganze Jahr über frisches Gemüse erntet.

Nicht die ganze Pflanze ernten

Viele Pflanzen wie Salat, Lauch, Spinat, Mangold, Frühlingszwiebeln, frischen Knoblauch oder Basilikum kann man mehrmals ernten, wenn man sie nicht ganz abschneidet. Wenn man genug von der Pflanze stehen lässt, treibt sie wieder aus und liefert eine zweite, dritte oder vierte Ernte, ohne dass man neu aussäen oder pflanzen muss.

Das funktioniert nur, wenn man das Herz, also den Punkt im Zentrum der Pflanze, aus dem neue Blätter herauswachsen, nicht verletzt. Salat, Mangold etc. schneiden wir deswegen ca. drei bis vier cm über dem Boden ab oder ernten nur die äußeren Blätter.

Das Wachstum von Basilikum und anderen Kräutern wird übrigens sogar angeregt, wenn man regelmäßig nur einen Teil davon erntet. Bei Kräutern ernten wir nur das obere Drittel und lassen den Rest stehen.

Mehrjährige Pflanzen anbauen

Am wenigsten Arbeit hat man mit Pflanzen, die man nur einmal pflanzt und die einem Jahr für Jahr wieder eine gute Ernte liefern. Die mehrjährigen Pflanzen in unserem Garten werden einmal im Jahr mit Kompost gedüngt und gemulcht, ansonsten machen sie keinerlei Aufwand.

Gemüsegarten-anlegen-pflegeleicht

Hier ist eine Liste mit mehrjährigen Pflanzen:

  • Obstbäume
  • Nussbäume
  • Beerensträucher
  • Erdbeeren
  • Artischocken
  • Weintrauben
  • Erdmandeln
  • Rhabarber
  • Kräuter
  • Spargel
  • Bärlauch
  • Topinambur

Mischkultur und Kulturschutznetze

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge zu bekämpfen, kann sehr zeitaufwändig sein. Kohl beispielsweise zieht Schädlinge nur so an, was den Anbau ziemlich kompliziert macht. Deswegen bauen wir Kohl nur noch unter Kulturschutznetzen an, sodass all die Fliegen, Schmetterlinge und Käfer, die es auf unsere Ernte abgesehen haben, außen vor bleiben.

Außerdem setzen wir auf Mischkultur. Das heißt, dass wir Pflanzen nebeneinander anbauen, die sich natürlicherweise gegenseitig die Schädlinge vom Hals halten und Krankheiten entgegenwirken. So haben wir kaum noch Krankheiten und Schädlinge im Garten und können ihn getrost sich selbst überlassen. Wenn du mehr über unser Mischkultur-System wissen möchtest, findest du hier den passenden Artikel.

Selbstversorgung starten

Wenn du also glaubst, nicht genug Zeit für einen Gemüsegarten zu haben, hoffe ich, dass ich dir etwas Mut machen konnte. So viel Arbeit ist das gar nicht. Wie wäre es, wenn du dir für das neue Jahr vornimmst, es einfach mal auszuprobieren? 🙂

Selbstversorgung für AnfängerFalls ja, wird dir mein Anfänger-Guide Selbstversorgung starten bestimmt gefallen. Dort zeige ich dir nicht nur, wie wir unseren Gemüsegarten angelegt haben, sondern auch alle anderen Schritte, die wir in Richtung Selbstversorgung unternommen haben. Trag dich hier ein und du bekommst ihn kostenlos per Email zugeschickt:

 

Hast du noch mehr Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten? Was machst du, um den Aufwand für deinen Garten so gering wie möglich zu halten? Und falls du noch keinen eigenen Garten hast: Was hält dich davon ab, loszulegen?

Wichtig: Der Link zu dem Aussaatkalender von Maria Thun ist ein Partnerlink zu buch7, einer wunderbaren Alternative zu Online-Giganten wie Amazon. Wenn du über diesen Link einkaufst, wird ein Teil des Kaufpreises an soziale, kulturelle und ökologische Projekte gespendet. Natürlich zahlst du dafür keinen Cent extra. Aber falls du ohnehin nach einem Aussaatkalender suchst: Warum nicht dort kaufen? 🙂

Mischkultur-Gemüsegarten

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner

Wer möchte seine Ernte schon an Kohlfliegen oder Mehltau verlieren? Wir jedenfalls nicht! Um unsere Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen zu befreien, wollen wir aber auch keine chemischen Pflanzenschutzmittel benutzen. Die haben nämlich weder in unserem Garten noch in unserem Essen etwas verloren. Stattdessen sorgen wir dafür, dass sich die Pflanzen selbst beschützen, indem wir unser Gemüse in Mischkultur anbauen.

Eine typische Mischkultur sind Möhren und Zwiebeln. Wenn man Möhren- und Zwiebelreihen in seinem Garten abwechselt, halten sie sich nach dem Motto „Möhre gegen Zwiebelfliege und Zwiebel gegen Möhrenfliege“ die Schädlinge fern. Natürlich ist die Mischkultur keine Garantie für einen gesunden Garten, aber sie macht einem das Gärtnerleben um einiges leichter. Die Mischkultur ist in unseren Augen die einfachste Form der Schädlingsbekämpfung.

Mischkultur im Gemüsegarten: 28 wirksame Mischkultur-Kombinationen für Garten oder Hochbeet. Die ultimative Mischkulturtabelle für Tomaten, Kräuter und Co. 

Pinn mich!

Die Effekte der Mischkultur-Partnerschaften sind umso größer, je dichter die Gemüsearten beieinanderstehen. Außerdem funktioniert die Mischkultur am besten, wenn die Gemüsebeete windgeschützt sind.

Jetzt im Winter erstellen wir unseren Anbauplan für die nächste Gartensaison. Dabei gruppieren wir die einzelnen Gemüsearten mithilfe von Mischkultur-Tabellen so, dass sie möglichst Symbiosen eingehen. Diese Tabellen basieren auf den Erfahrungen vieler Gärtner*innen. Trotzdem notieren wir uns immer auch eigene Beobachtungen und versuchen, unsere eigenen Rückschlüsse über Pflanzenfreundschaften und -feindschaften zu schließen. (Ja, es gibt auch Pflanzen, die einander gar nicht leiden können und dementsprechend weit auseinander gepflanzt werden sollten.)

Damit du auch loslegen und deinen Anbauplan erstellen kannst, habe ich dir die wichtigsten Mischkulturpartner für die einzelnen Gemüsearten aufgelistet. Im Internet gibt es verschiedene Mischkulturtabellen, die sich teilweise widersprechen oder unvollständig sind. Deswegen habe ich diese mit Angaben aus Büchern wie „Gesunder Garten durch Mischkultur“ von Gertrud Franck, „Der Garten – Anstiftung zur Selbstversorgung“ oder dem biologischen Gartenbuch abgeglichen, unsere eigenen Erfahrungen mit aufgeschrieben und eine neue Liste erstellt:

Aubergine

Günstig: Blumenkohl, Brokkoli, Salat, Kohl, Spinat
Ungünstig: Erbsen, Paprika, Rote Bete

Bohnen

Günstig: Kohl, Sellerie, Bohnenkraut, Gurken, Kürbis, Tomaten, Salat, Rüben, Spargel, Rhabarber, Kresse, Dill
Ungünstig: Bohnen, Erbsen, alles aus der Zwiebelfamilie, Fenchel

Brokkoli und Blumenkohl

Günstig: Rote Bete, Sellerie, Aubergine, Erbsen, Kartoffeln
Ungünstig: Zwiebeln, Kohl

Erbsen

Günstig: Kohl, Salat, Rhabarber, Puffbohnen als Stützpflanze, Rettich, Spargel, Karotten
Ungünstig: Zwiebel- und Lauchgewächse, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten

Erdbeeren

Günstig: Buschbohnen, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Ringelblumen, Chrysanthemen
Ungünstig: Kohl

Fenchel

Günstig: Gurken, Salat, Erbsen, Anbau nach Frühkartoffeln
Ungünstig: Bohnen, Tomaten, Kümmel, Paprika, Kohlrabi

Gurken

Günstig: Dill, Bohnen, Kohl, Zwiebeln, Salat, Knoblauch, Mais, Paprika, Sellerie, Spinat
Ungünstig: Radieschen, Rettich, Zucchini

Karotten

Günstig: Zwiebel- und Lauchgewächse, Erbsen, Radieschen, Rettich, Dill, Pfefferminze
Ungünstig: Sellerie

Kartoffeln

Günstig: Bohnen, Meerrettich, Pfefferminze, Baldrian, Kohlrabi, Kapuzinerkresse, Mais
Ungünstig: Aubergine, Tomaten (!), Erbsen, Sellerie

Knoblauch

Günstig: Möhren, Erdbeeren, Salat, Gurken, Obstbäume
Ungünstig: Erbsen, Bohnen, Kohl, Zwiebel, Lauch

Kohlgewächse

Günstig: Möhren, Erbsen, Rhabarber, Tomate (!), Sellerie, Spinat, Kresse, Gurken, Aubergine, Mangold, Rote Bete, Pfefferminze
Ungünstig: andere Kohlarten, Zwiebel, Knoblauch, Erdbeeren, Kartoffeln

Kürbis

Günstig: Bohnen, Mais, Zwiebel
Ungünstig: Gurken, Zucchini

Lauch

Günstig: Möhren, Schwarzwurzeln, Kohlrabi, Erdbeeren, Salat, Tomaten, Sellerie, Pastinaken
Ungünstig: Rote Bete, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch

Mais

Günstig: Bohnen, Kürbis, Gurken, Kohl, Möhren, Pastinaken
Ungünstig: Sellerie, Rote Bete

Mangold

Günstig: Möhren, Radieschen, Kohl, Bohnen, Pastinaken
Ungünstig: Rote Bete, Spinat, Schwarzwurzel

Obstbäume

Günstig: Knoblauch, Kapuzinerkresse, Meerrettich
Ungünstig: nichts 😊

Paprika

Günstig: Tomaten, Gurken, Kohl, Möhren
Ungünstig: Walnuss, Aubergine, Fenchel, Kapuzinerkresse

Rote Bete

Günstig: Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Salat, Knoblauch, Kohl, Lauch, Salat, Zucchini
Ungünstig: Spinat, Mangold, Aubergine, Kartoffeln, Lauch

Radieschen und Rettich

Günstig: Salat, Spinat, Erbsen, Möhren, Bohnen, Kohl, Mangold, Kresse, Petersilie, Pfefferminze, Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Mangold
Ungünstig: Gurken

Rhabarber

Günstig: Kohl, Salat, Spinat, Bohnen, Erbsen
Ungünstig: nichts

Salat

Günstig: Auberginen, Bohnen, Bohnenkraut, Erbsen, Rettich, Schwarzwurzeln, Rhabarber, Lauch, Knoblauch, Spargel, Ringelblumen
Ungünstig: Petersilie, Sellerie, Kartoffeln

Schwarzwurzel

Günstig: Lauch, Ringelblumen, Salat, Bohnen, Möhren, Radieschen
Ungünstig: Mangold

Sellerie

Günstig: Bohnen, Erbsen, Dill, Ringelblumen, Kohl, Tomaten, Spinat, Lauch
Ungünstig: Sellerie, Möhren, Mais, Salat, Kartoffeln,

Spargel

Günstig: Dill, Petersilie, Salat, Ringelblumen!, Erbsen, Bohnen
Ungünstig: keine

Spinat

Günstig: Rhabarber, Rettich, Radieschen, Bohnen, Kohl, Kresse, Tomaten, Sellerie, Aubergine
Ungünstig: Rote Bete, Mangold

Tomaten

Günstig: Salat, Kohl!, Sellerie, Lauch, Bohnen, Kamille, Petersilie, Basilikum, Zwiebeln, Knoblauch
Ungünstig: Gurken, Fenchel, Kartoffeln!, Erbsen, Walnuss

Zucchini

Günstig: Bohnen, Mais, Zwiebel
Ungünstig: Gurken, Kürbis

Zwiebel

Günstig: Möhren, Kürbis, Erdbeeren, Tomaten, Rote Bete, Dill, Kamille, Zucchini
Ungünstig: Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Erbsen, Lauchgewächse

Baust du dein Gemüse in Mischkultur an? Funktioniert das bei dir auch so gut? Hast du schon eigene Beobachtungen über Pflanzenfreundschaften und -feindschaften gemacht?

Selbstversorgung-für-Anfänger

Kartoffelsorten-Garten

14 Kartoffelsorten stellen sich einer knallharten Jury

Mein Stiefpapa ist wirklich der Beste. Er hat mir zum Geburtstag Kartoffeln von 21 verschiedenen Sorten geschenkt, von traditionellen alten Sorten bis hin zu Exoten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Das schreit natürlich nach einem lustigen Kartoffel-Abend mit Geschmacks-Bewertung. Genau das haben wir gemacht. Bei unserem großen Kartoffelsorten-Geschmackstest habe ich einige neue Lieblinge entdeckt, die sich jetzt schon einen Platz für die nächste Garten-Saison in unserem Gemüsegarten gesichert haben. Vielleicht ist ja auch die eine oder andere Inspiration für dich dabei.

Ich bin ja ein großer Kartoffel-Fan. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass es solche Geschmacksunterschiede unter den einzelnen Sorten gibt. Kartoffel ist schließlich Kartoffel! Oder nicht? Lies selbst:

Unser Kartoffelsorten-Geschmackstest: Das sind die Ergebnisse

Violetta

Kartoffelsorten-für-Garten-Violetta

Die Violetta war die schönste unter allen Kartoffelsorten, die wir probiert haben. Mit ihrer dunklen lilafarbenen Schale und dem violetten Fleisch, das auch nach dem Kochen noch eine kräftige Farbe behält, ist sie schon etwas Besonderes. Violetta ist eine festkochende Kartoffel. Unter allen lilafarbenen Kartoffeln, die wir probiert haben, hat sie auch nach dem Kochen die schönste Farbe. Geschmacklich allerdings fanden wir sie aber ziemlich langweilig. Weil wir uns einig sind, dass der Geschmack wichtiger ist als das Aussehen, bekommt die Violetta nur 5 von 10 Punkten.
Diese Infos habe ich zum Anbau von Violetta gefunden:
Reifezeit: mittelfrüh
Sehr guter Ertrag, unkompliziert

Eersteling

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Eersteling hat einen tollen und kräftigen „speckigen“, leicht süßlichen Geschmack und eine schöne, feste Konsistenz. Sie ist eine vorwiegend festkochende Kartoffel. 8 von 10 Punkten
Reifezeit: früh
Nur gering anfällig für Kraut- und Knollenfäule, sollte früh geerntet und nicht gelagert werden

Rosemarie

Kartoffelsorten-für-Garten-Rosemarie

Rosemarie ist eine hübsche rosafarbene festkochende Kartoffel. Sie schmeckt mild, aber nicht langweilig, und hat eine gute Konsistenz. Trotzdem war sie kulinarisch gesehen keine große Besonderheit und bekommt daher 6 von 10 Punkten.
Reifezeit: früh bis mittelfrüh
Guter Ertrag, pflegeleicht

Rosa Tannenzapfen

Kartoffelsorten-für-Garten-Rosa-Tannenzapfen

Die Rosa Tannenzapfen sind saulecker. Wenn ich mich Sorte entscheiden müsste, welche Kartoffelsorte am besten schmeckt, sind es die Tannenzapfen. Sie schmecken richtig intensiv und würzig und sehen auch ganz hübsch aus. Deswegen gibt es auch 10 von 10 Punkten. Die Rosa Tannenzapfen sind festkochend und eine der ältesten bekannten Kartoffelsorten.
Reifezeit: sehr spät
Geringer Ertrag, gut lagerfähig

Mayan Gold

Kartoffelsorten-für-Garten-Mayan-Gold

Mayan Gold hat eine cremige, tolle Konsistenz. Sie schmeckt sehr gut und leicht nussig. Deswegen gibt’s auch für sie die Bestnote: 10 von 10 Punkten. Sie ist eine festkochende Sorte mit relativ kleinen Knollen. Die Kochzeit von Mayan Gold beträgt nur 10 Minuten, sodass man sie sehr gut ungekocht zu Bratkartoffeln verarbeiten kann.
Reifezeit: früh
Geringer Ertrag, nicht lange lagerfähig

Desiree

Kartoffelsorten-für-Garten-Desiree

Desiree war nicht mein Fall. Sie schmeckte eher mild bzw. langweilig und hat keinen von uns für sich begeistern können. Auch die Konsistenz fanden wir nur mittelmäßig. Deswegen gibt’s für sie 4 von 10 Punkten. Desiree ist eine vorwiegend festkochende Kartoffel mit großen Knollen.
Reifezeit: mittelfrüh
Hohe Erträge, verträgt auch Trockenheit und bedeckt schnell den Boden, sodass weniger Unkraut zwischen den Reihen wächst; gut lagerfähig

Aeggeblomme

Kartoffelsorten-für-Garten-Aeggeblomme

Aeggeblomme ist eine traditionelle dänische Sorte und ist nach ihrem kräftig-gelbem Fruchtfleisch benannt (Aeggeblomme = Eigelb). Geschmacklich hat uns diese festkochende Sorte nicht beeindruckt. Sie hatte keinen besonderen Eigengeschmack, sondern war wie Desiree auch eher langweilig. Im großen Kartoffel-Rating hat sie 5 von 10 Punkten erreicht.
Reifezeit: mittelfrüh

Heiderot

Kartoffelsorten-für-Garten-Heiderot

Puuh, langsam geht mir das Vokabular aus, um die Geschmacksunterschiede in Worte zu fassen. 😀 Heiderot würde ich als mild-nussig bezeichnen. Mit ihrer roten Schale sieht sie sehr hübsch aus und ich kann mir vorstellen, wie viel Spaß es macht, die leuchtenden Knollen auszubuddeln. Geschmack und Konsistenz bekommen von uns 6 von 10 Punkte. Sie ist ganz lecker, aber umgehauen hat sie uns nicht. Heiderot ist eine festkochende Kartoffel.
Reifezeit: mittelfrüh

Die besten Kartoffelsorten für deinen Garten: Weißt du nicht, welche Kartoffelsorten du in deinem Garten pflanzen sollst? Dann bist du hier genau richtig. #kartoffel #gemüsegarten

Pinn mich!

Bamberger Krumbeere

Kartoffelsorten-für-Garten-Bamberger-Hörnchen

Die Bamberger Krumbeere ist eine alte Sorte, die auch unter dem Namen Bamberger Hörnchen verkauft wird. Die Sorte ist festkochend. Von den Bamberger Hörnchen habe ich schon viel Gutes gehört und mich richtig auf sie gefreut. Leider war ich beim Probieren ziemlich enttäuscht. Zumindest meine Test-Kartoffel hat ziemlich tröge geschmeckt und hatte fast keinen Eigengeschmack. Deswegen bekommen die Bamberger Hörnchen im Kartoffelsorten-Geschmackstest leider nur 4 von 10 Punkten.
Reifezeit: spät
Sehr robust im Anbau

Ackersegen

Kartoffelsorten-für-Garten-Ackersegen

Ackersegen ist eine mehlige Kartoffel und geschmacklich eher im Mittelfeld anzuordnen. Zumindest als Pellkartoffel war sie eher langweilig. Vielleicht macht sie sich im Kartoffelbrei besser. Hat jemand von euch diese Sorte schon einmal selber angebaut? Im Kartoffel-Geschmackstest hat sie 4 von 10 Punkten geholt.
Reifezeit: spät, sollte gut ausreifen, damit sie eine feste Schale bekommt
Hohe Erträge, robust

Blaue Schweden

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Die Blauen Schweden hatten wir dieses Jahr auch im Garten. Geschmacklich ist sie um einiges besser als Violetta, allerdings hält sich die violette Farbe des Fruchtfleisches beim Kochen nicht so schön. Die Blauen Schweden bekommen 7 von 10 möglichen Punkten. Die Sorte ist leicht mehligkochend.
Reifezeit: mittelfrüh
Guter Ertrag, robust

La Ratte

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La Ratte ist sehr lecker. Sie hat einen milden und sehr angenehmen Geschmack und eine tolle, feste Konsistenz. Sie ist eine festkochende Gourmet-Kartoffel. Im großen Kartoffelsorten-Geschmackstest hat sie 9 von 10 Punkten bekommen. Der Anbau von La Ratte ist leider nicht ganz einfach, aber ich kann gut verstehen, warum viele Gärtner sie trotzdem pflanzen. Sie schmeckt wirklich sehr fein. 😊
Reifezeit:
Anfällig für Krautfäule, braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung und muss nach Absterben des Krautes schnell aus dem Boden geholt werden

Odenwälder Blaue

Kartoffelsorten-für-Garten-Odenwälder-Blaue

Ganz ehrlich: Beim Aufschneiden der Kartoffel fand ich, dass sie mit dem blassen Fruchtfleisch nicht besonders appetitlich aussieht. Aber, holla, war die lecker! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die mehlige Odenwälderin hat im Kartoffelsorten-Geschmackstest 9 von 10 Punkten geholt.
Reifezeit: mittelfrüh
Widerstandsfähig gegen Viruskrankheiten, anfällig für Schorf, mag eine gleichmäßige Wasserversorgung

Nicola

Kartoffelsorten-für-Garten-Nicola

Nicola hat einen intensiven, süßen, sehr leckeren Geschmack. Auch die Konsistenz hat uns überzeugt. Ihre Punktezahl: 8 von 10. Nicola ist eine festkochende Sorte. Nicola ist nicht nur lecker, sondern lässt sich auch problemlos anbauen. Deswegen ist sie gleich auf die Liste der Kartoffelsorten gewandert, die nächstes Jahr in unserem Garten wachsen werden.
Reifezeit: früh
Hoher Ertrag, trockentolerant, robust

Du kannst dir nicht vorstellen, wie vollgefressen wir nach unserem Kartoffelsorten-Geschmackstest waren! Wir haben relativ schnell gemerkt, dass man von jeder Sorte nicht mehr als eine Scheibe essen kann, damit noch Platz für die anderen bleibt. Aber manche waren einfach so lecker, dass ich sie ganz aufessen musste. 😊

Der Kartoffelabend hat jedenfalls richtig viel Spaß gemacht und ich habe viele tolle Sorten entdeckt. Nicola, die Odenwälder Blaue und die Rosa Tannenzapfen möchte ich nächstes Jahr im Garten anbauen. Warum Kartoffeln in unserer Selbstversorgung so wichtig sind, erfährst du übrigens hier.

Falls du mit deinen Freunden auch einen Kartoffelsorten-Geschmackstest veranstalten möchtest: Hier hat mein Vater die Kartoffeln gekauft. Es gibt die Sets ClassicExotic und Feinschmecker. Wir hatten alle drei, haben uns bisher aber nur durch die Sorten aus Classic und Exotic probiert.

Fun Fact: Wusstest du, dass Kartoffeln mit rotem oder lilafarbenen Fruchtfleisch gesünder sind als gelbe? Die Farbpigmente schützen die Pflanzen nämlich vor freien Radikalen. Und weil freie Radikale auch Menschen schaden können, ist es besser, bunte Kartoffeln zu essen. (Außerdem machen bunte Kartoffeln gleich viel mehr Spaß, findest du nicht?)

Welche Kartoffelsorten möchtest du nächstes Jahr in deinem Garten anbauen? Hast du eine Lieblingssorte? Falls wir deiner Lieblingssorte Unrecht getan haben, hast du jetzt die Chance, sie zu verteidigen. 😉

Selbstversorgung-für-Anfänger

Selbstversorger Tipps Selbstversorgung für Anfänger

Selbstversorgung für Anfänger – 10 Tipps um loszulegen

Ich freue mich immer riesig, wenn ich Emails von euch bekomme. Eine Frage ist dabei in den letzten Wochen so oft aufgekommen, dass ich ihr heute einen eigenen Artikel widmen möchte. Viele von euch sind Feuer und Flamme, Selbstversorger*innen zu werden, wissen aber nicht, wie und wo sie anfangen sollen und fragen nach Tipps.

Wir alle sind in einem System aufgewachsen, das auf Abhängigkeit basiert. Ich meine, wir ziemlich gut darin, Essen einzukaufen, es selbst anbauen können aber die wenigsten. Wir können Backups, Screenshots und Selfies machen, aber kein Feuer. Wir können Zeit vor dem Fernseher totschlagen, aber ein Kaninchen töten für’s Mittagessen? WLAN finden wir überall, aber Essen finden im Wald? Wer kann das heutzutage schon noch?

Und ganz ehrlich? Ich glaube, dass das fatal ist! Ich meine nicht, dass wir alle so leben sollen wie vor 200 Jahren – im Gegenteil. Aber wir sind dank unserer überspezialisierten Hightech-Gesellschaft so entfremdet, dass wir ohne Supermarkt schlichtweg nicht überlebensfähig wären. Das kann doch nicht das Ziel unserer Evolution sein.

10 Tipps für Selbstversorger: Wie du Gemüse anbaust, einen Wintervorrat anlegst und welche Tiere sich für Anfänger am besten eignen.

Pinn mich!

Aber – als die Kinder des Kapitalismus, die wir nun einmal sind – wo zum Henker sollen wir anfangen, wenn wir genau das ändern wollen? Kein Wunder, dass da erstmal Ratlosigkeit aufkommt. In die Selbstversorgung zu starten ist ja ein ziemlich großes Projekt.

Hier kommt also der Versuch einer Antwort auf die Frage: „Hast du Tipps für angehende Selbstversorger? Was sind die ersten Schritte in Richtung Selbstversorgung?“

Versuch deswegen, weil diese Frage zu beantworten gar nicht so leicht ist. Denn:

1. Den einen Weg gibt es nicht

Was bedeutet Selbstversorgung überhaupt für dich? Was ist es, das du an deinem Leben ändern möchtest, und nach was sehnst du dich? Was sind deine Gründe, in Richtung Selbstversorgung gehen zu wollen? Das sind ziemlich elementare Fragen, und als ich sie für mich beantwortet habe war mir viel klarer, was ich als nächstes tun wollte. Selbstversorgung ist für jede und jeden etwas anderes.

Für mich bedeutet Selbstversorgung Freiheit. Es bedeutet, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann und zusammen mit meinen beiden Lieblingsmenschen – meinem Freund und unserem Sohn – an der frischen Luft arbeite. Selbstversorgung bedeutet für mich nicht, mich modernen Errungenschaften zu verweigern, sondern sie zu genießen, ohne abhängig von ihnen zu sein. In allererster Linie bedeutet Selbstversorgung für mich, dass ich die elementarsten Bedürfnisse meiner Familie selbst erfüllen kann.

Das ist ein hohes Ziel und wir sind alles andere als perfekt. Immerhin müssen wir immer noch viele Lebensmittel zukaufen und auch wenn wir vieles selber machen, gibt es immer auch Dinge, bei denen sich das in unseren Augen nicht lohnt. Aber was wir machen, fühlt sich verdammt gut an. Jedes Jahr kommen wir unseren Zielen näher und lernen unglaublich viel.

Der Begriff „Selbstversorgung“ ist nichts weiter als genau das: ein Begriff. Mach daraus, was immer du willst. 😊 Es gibt nicht den einen Weg, anzufangen. Die Hauptsache ist, dass du deinen eigenen Weg findest.

2. Gemüsegarten anlegen

Ich wusste von Anfang an, dass ich möglichst viel von dem, was wir verbrauchen, selbermachen will, vor allem Lebensmittel. Klar, eine 100%ige Selbstversorgung ist so gut wie unmöglich, vor allem, wenn man auf bestimmte Luxusgüter nicht verzichten möchte (zum Beispiel Schokolade… ;)). Und obwohl ich einige Selbstversorger*innen kenne, die ihr eigenes Getreide anbauen und dreschen, ist das uns bisher immer zu aufwändig vorgekommen, auch wenn es mich kitzelt, das mal auszuprobieren. Aber zumindest was Obst und Gemüse und tierische Produkte angeht, wollen wir uns möglichst komplett selbstversorgen.

Deswegen war einer meiner ersten Schritte, das verunkrautete kleine Beet in unserem Garten zu beackern und ein paar Samen auszubringen. Daraus hat sich eine große Gartenliebe entwickelt und das Gärtnern ist immer noch das, was mir an unserer Selbstversorgung am wichtigsten ist und am meisten Spaß macht.

Ich weiß, dass viele von euch gerne eigenes Obst und Gemüse anbauen würden, aber nicht genug Zeit dafür haben. Wenn es dir genauso geht, habe ich hier genau den richtigen Artikel für dich.

3. Haltbarmachen

Einkochen, einlegen, dörren, fermentieren… Das alles kannst du auch lernen, wenn du noch keinen eigenen Garten hast. Ich habe mir die verschiedensten Haltbarmach-Methoden beigebracht, indem ich auf dem Wochenmarkt große Mengen Obst oder Gemüse gekauft habe, das gerade Saison hatte. Damit habe ich dann geübt und war später, als wir dann genug selbst angebaut haben, schon ein richtiger Haltbarmach-Profi.

Tipps für Selbstversorger Anfänger

Fermentierter Mangold

4. Warum du ein Haushaltsheft führen solltest

Egal, ob aus dem Garten, von den Tieren oder gekauft – es ist super interessant, zu wissen, wie viel man wovon tatsächlich benötigt. Deswegen notiere ich mir genau was wir verbrauchen und führe ein Heft, in das ich alles eintrage. Diese Infos sind für meine Gartenplanung sehr wichtig, denn so weiß ich, was ich wann und in welchem Mengen anbauen muss. Falls es dich interessiert: In meinem kostenlosen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten beschreibe ich nochmal genauer, wie wir unseren Bedarf ermitteln.

5. Haushaltsprodukte und Kosmetik selbst herstellen

Egal ob Zahnpasta, Putzmittel oder Deo – es ist fast immer günstiger und gesünder, diese Sachen selbst herzustellen. Und meistens ist das auch gar nicht schwer. Apfelessig, Natron, ätherische Öle, Heilerde und verschiedene Fette bilden die Grundlage für so ziemlich alle Haushaltsprodukte und Kosmetik, die ich selber mache. Solange ich die dahabe, brauche ich nur ein paar Minuten, um genug davon für ein paar Wochen anzurühren.

6. Kleidung selbermachen

Nahrung, Wasser, Schlaf, Unterkunft und Wärme sind die elementarsten menschlichen Bedürfnisse. (Und natürlich Liebe, damit sind wir hier auch gut versorgt. 😊) Es ist ein tolles Gefühl, Kleidung für meine Familie herzustellen und meine Liebsten damit warm zu halten. Das ist genauso elementar für mich wie das Gärtnern, und ich liebe es, zu spinnen, zu filzen oder zu stricken. Vielleicht hast du ja auch Lust darauf?

Tipps für Selbstversorger: Spinnrad spinnen

7. Wie wär’s mit Hühnern?

Hühner sind das typische „Einsteiger“-Tier für angehende Selbstversorger*innen. Um Hühner zu halten, braucht man keinen großen Garten. Sie sind klein, einfach zu handhaben und brauchen verhältnismäßig wenig Pflege. Wenn du mehr zum Thema Hühnerhaltung wissen möchtest, schau doch mal auf diesem wunderbaren Blog vorbei.

8. Sammeln

Heilpflanzen, Wildkräuter, Pilze, Baumaterial – die Natur liefert uns all das im Überfluss. Das einzige was wir machen müssen, ist, diese Sachen zu erkennen und zu lernen, wann wir uns davon etwas nehmen können. Schließlich wollen wir die Natur nicht plündern, sondern im Gegenteil zu ihr zurückzufinden. Wenn ich sammeln gehe, nehme ich immer nur so viel von etwas, dass ich selbst nicht merken würde, dass etwas davon fehlt. Wer weiß, welche Wildkräuter essbar sind, muss in seinem Garten theoretisch kein Blattgemüse mehr anbauen. Das gibt es alles ganz ohne Aufwand am Wegrand – sogar im Winter.

9. Fähigkeiten lernen

Das allerwichtigste sind in meinen Augen die Fähigkeiten, die wir uns auf unserem Weg aneignen. Bauen, Körbe flechten, Felle gerben, filzen… Es gibt so viele nützliche Dinge, die man lernen kann und die obendrein richtig Spaß machen! Falls du Ideen suchst, schau doch mal in meinen Artikel mit dem Titel „25 Selbstversorger-Fähigkeiten, die du lernen kannst, wenn du noch in der Stadt lebst“.

10. Der wichtigste Tipp von allen

Mach einfach das, worauf du am meisten Lust hast. Es ist egal, wie du anfängst, Hauptsache, du fängst an. 😊 Es gibt viel zu viele Menschen, die ihren Traum vor sich herschieben und immer meinen, dass es jetzt gerade nicht so gut passt oder dass sie sich ja später immer noch Zeit dafür nehmen können. Natürlich ist es wichtig, zu träumen. Aber noch viel wichtiger ist es, anzufangen.
Was hast du schon zu verlieren? Allein die Tatsache, dass du diesen Blogartikel liest, bedeutet, dass du verglichen zum Großteil der Menschen auf diesem Planeten extrem privilegiert und wohlhabend bist. Niemand von uns wird sterben oder auch nur einen Abend hungrig schlafen gehen, wenn er den Sprung wagt und seinen Träumen nachgeht. Manchmal hilft es, sich vorzustellen, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte, wenn man es einfach macht. So furchterregend ist das gar nicht, oder? 😉

Selbstversorgung für Anfänger

Tipps für SelbstversorgerKennst du schon meinen kostenlosen Anfänger-Guide „Selbstversorgung starten“? Dort erfährst du, wie unsere ersten Schritte ausgesehen haben, als wir uns dazu entschlossen haben, unser Essen selbst zu erzeugen. Du lernst…

  • wie du den ultimativen Selbstversorger-Plan schmiedest,
  • wie du einen Selbstversorger-Garten anlegst oder auf dem Balkon anpflanzt,
  • wie du den Bedarf deiner Familie ermittelst,
  • wie groß dementsprechend euer Flächenbedarf ist,
  • welche Tiere sich für Anfänger am besten eignen mit Steckbriefen und Angaben zum Zeitaufwand

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Was bedeutet Selbstversorgung für dich? Was waren deine ersten Schritte bzw. wie werden deine ersten Schritte aussehen? Hast du Tipps zum Thema Selbstversorgung für Anfänger? Ab damit in die Kommentare!