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Rockstar Farmer Jean-Martin Fortier im Interview

Ich freue mich sehr, meinen neuesten Interviewgast vorzustellen: Jean-Martin Fortier, den Market Gardener. Wenn du dich mit dem Thema Gemüsebau auseinandersetzt, kennst du ihn vermutlich. An ihm führt mittlerweile ja kaum noch ein Weg vorbei. 🙂

Falls du ihn nicht kennst: Jean-Martin Fortier hat einen Hof in Kanada, der nicht einmal einen Hektar groß ist. Dort baut er sehr erfolgreich Bio-Gemüse an und hat spannende Methoden entwickelt, um auf kleinster Fläche ohne Traktor eine große Ernte einzufahren. Sein Buch „The Market Gardener“ wurde auf Anhieb zum Bestseller und ist seit Anfang des Jahres auch auf Deutsch erhältlich: Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten.

Es war sehr inspirierend, ihn zu treffen, und er hat sich viel Zeit genommen, die tollen Fragen zu beantworten, die ihr mir zugeschickt habt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Interview!

Marie: Hey JM! Vielleicht magst du dich nochmal selbst vorstellen?

Jean-Martin: Klar! Meine Frau und ich betreiben seit 2004 eine kleine Farm bzw. einen „Market Garden“. Wir benutzen in unserem Garten nur Handgeräte und keinen Traktor. Wir verkaufen das Gemüse, das wir anbauen, zweimal pro Woche auf Wochenmärkten und in einer CSA (= solidarische Landwirtschaft) an hundert Familien. Diese Familien bezahlen das Gemüse also, bevor sie es bekommen, was uns viel Sicherheit gibt. So haben wir uns unser Business aufgebaut, von dem wir gut leben können. Wir haben uns ein Haus gebaut und sind viel auf Reisen. Im Winter machen wir eine dreimonatige Farm-Pause und arbeiten im Sommer Vollzeit auf unserem Hof.

Marie: Was ihr macht ist wirklich beeindruckend! Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal genauer anzuschauen, was ihr euch da aufgebaut habt. Die erste Frage kommt von Inga. Sie möchte wissen, ob ihr einen Plan B hattet, als ihr angefangen habt, Gemüse anzubauen, oder ob ihr damals alles auf eine Karte gesetzt habt?

Jean-Martin: Ich mag ihre Frage! Ich habe niemals einen Plan B. Ich habe Erfolg in dem, was ich tue, weil ich niemals Zweifel an dem habe, was ich tue. Für mich geht es immer nur vorwärts und ich möchte jeden ermutigen, das genauso zu tun.

Wenn du Star Wars schaust, weißt du, dass Yoda sagt: „Tu es oder tu es nicht.“

Marie: Stimmt! Wenn es kein Zurück gibt, dann muss man dafür sorgen, dass diese eine Sache funktioniert. Und das wird sie dann in aller Regel auch.

Jean-Martin: Ganz genau. Selbstzweifel, Marie, sind ein schlimmes Gift!

Marie: Seh ich genauso. Die nächste Frage kommt von Jutta. Sie schreibt, dass sie sehr beeindruckt davon ist, wie produktiv eure Farm ist. Sie fragt: „Warum glaubst du, dass kleinbäuerliche Betriebe besser funktionieren als große Höfe?“

Jean-Martin: Ich sehe da zwei große Gründe. Erstens verkauft ein kleiner Hof wie meiner direkt an seine Kunden. Es baut also eine direkte Beziehung auf. Ich baue eine Beziehung zu dir auf und ich bin dein Farmer. Und du bist eine der Familien, die ich ernähre, und ich sorge für dich. So eine Beziehung aufzubauen, ist sehr schwer, wenn man einen großen Hof hat.Du hast dann einfach nicht die gleiche Verbindung zu den Leuten.

Außerdem gibt es bei uns keinen Mittelmann. Ich verkaufe mein Gemüse direkt und ich kriege den Cash. Es verdient niemand mit; wir bekommen 100% von dem was wir erwirtschaften. Deswegen brauchen wir gar keine große Farm. Wir haben 200 bis 250 Kunden und wir haben keine hohen Kosten. Wir haben nicht viel Land, wir haben keine großen Kühlhäuser, wir haben nicht viele Angestellte, wir halten alles sehr klein und vor allem sehr schlank. Schlank ist ein gutes Wort, um zu beschreiben, was wir tun.

tolles Interview mit Market Gardener Jean-Martin Fortier: JM Fortier, auch bekannt als "Market Gardener", baut auf weniger als einem Hektar Gemüse für mehr als 200 Familien an. Ganz ohne Traktor. Ich durfte ihm Fragen stellen und herausgekommen ist ein tolles Interview darüber, wie man Gemüse auf kleiner Fläche oder im eigenen Garten anbauen kann. #Gemüsegarten #marketgarden #gemüseanbauen #selbstversorger #selbstversorgung

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Marie: Da es auf meinem Blog hauptsächlich um Selbstversorgung geht, möchte Lea wissen, inwiefern du deine Methoden ändern würdest, wenn du nur für dich und deine Familie anbauen würdest?

Jean-Martin: Oh, das wäre sehr anders… Wobei, weißt du was, ich mag das! Selbstversorgung ist der Grund, warum wir mit unserer Farm angefangen haben. Wir wollten auf unserem Hof sein, wir haben unser Haus gebaut, die Teiche gegraben, ich schlage mein Holz im Wald… Wir führen also quasi einen „Selbstversorger-Lifestyle“ und verdienen unser Geld mit dem Garten. Ich glaube also, dass nichts anders machen würde. Ich bin sehr zufrieden damit, wo wir jetzt sind.

Marie: Würdest du nicht sagen, dass man weniger Geräte braucht, wenn man nur einen kleinen Garten bewirtschaftet?

Jean-Martin: Ja, allerdings muss man ja irgendwie Geld verdienen. Das Gärtnern ist einfach unser Ding. Ich würde also wahrscheinlich den ganzen Tag gärtnern und meinen Garten immer weiter vergrößern, sodass man den Überschuss verkaufen kann. Und dann: Market Gardener again.

Marie: Markus hat mir geschrieben, dass er in seinem Garten große Erfolge mit Mischkultur erzielt. (Und wir auch, das ist wirklich eine spannende Frage.) Deswegen möchte er wissen, welche Gründe ihr habt, auf eurem Hof keine Mischkultur zu betreiben?

Jean-Martin: Der Grund, warum wir kaum Mischkultur machen, ist, dass wir jede Woche neues Gemüse aussäen. Wir müssen die Übergänge von einer Gemüseart zur nächsten sehr gut managen. Wo Rettich gestanden hat, wächst als nächstes Salat, dann kommen Rüben, dann Spinat… Wir müssen die Beete also sehr schnell wieder freimachen. Bei zwei Gemüsearten in einem Beet wäre es für uns deswegen sehr schwierig, einen guten Anbauplan zu erstellen.

Marie: Die nächste Frage ist von Josy: „Hinterfragst du manchmal den Einsatz von Plastik auf deiner Farm?!?!“ (Jean-Martin benutzt viele Kulturschutznetze gegen Schädlinge und Folien, um Unkraut zu unterdrücken.)

Jean-Martin: Nein. Ich finde, dass Plastik wundervoll ist, wenn man es aus guten Gründen einsetzt. Und gesundes Essen anzubauen und natürliche Lebensräume auf deinem Hof zu schaffen, ist in meinen Augen ein sehr guter Grund. Ich halte Plastik wirklich für ein sehr gutes Werkzeug. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass sich die Dinge schnell ändern. Deswegen setze ich auf Sachen, die modular sind und die recycelt werden können. Wir werfen kaum Plastik weg, wir verwenden es immer wieder, für viele verschiedene Dinge. Deswegen finde ich es absolut okay, Plastik zu verwenden.

Marie: Okay! Erika hat eine Frage zu dem Online-Kurs, den du ab Dezember verkaufen wirst. Sie fragt: „Wie detailliert wird dieser Online-Kurs sein und wird er vom Inhalt her ähnlich sein wie das Buch?“

Jean-Martin: Der Kurs ist sehr anders. Ich mag ihre Frage! Ich würde ihr sagen, dass sie den Trailer zum Kurs anschauen soll und wenn sie mir sagen könnte, was sie darüber denkt, würde ich mich sehr freuen. Also: Im Buch habe ich beschrieben, wie man eine Farm designet und startet. Im Online-Kurs möchte ich die Methoden aufzeigen, wie man die einzelnen Gemüsearten vom Samen bis zur Ernte anbaut, in Video- und Textformat. Mein Ziel ist es, Methoden zu vermitteln, die sehr effektiv sind. Gleichzeitig wirst du eine „Peer Group“von Leuten haben, die dieselben Videos anschauen. So kannst du dich austauschen und mit Leuten aus der ganzen Welt über das diskutieren, was du gelernt hast. Das Ziel ist es, deine Produktion immer effizienter zu gestalten, mit kleinen Tricks und Techniken. Der Kurs ist sehr detailliert, ich zeige jeden einzelnen Schritt in diesen Videos.

Marie: Das klingt verlockend… 🙂 Jenny möchte wissen, ob es dein Familienleben beeinträchtigt, dass du jetzt auf der größeren Farm arbeitest. Siehst du deine Familie jeden Tag und wie ist es, nicht mehr auf deinem eigenen Hof zu arbeiten?

Jean-Martin: Das ist eine sehr liebe Frage! Ich verlasse meine Farm jeden Morgen und komme abends wieder. Dann bin ich bei meinen Kindern und wir spielen Fußball. Später habe ich dann Zeit für meine Frau. Es hat meine Familie beeinträchtigt, aber ich würde es nicht als negativ bezeichnen. Maude-Hélène kann die Farm jetzt alleine betreiben…

Marie: …was ziemlich beeindruckend ist!

Jean-Martin: Ja! Sie hat wirklich viel gelernt und macht das gerne. Und ich selbst wachse an dem neuen Projekt, an meiner neuen Farm. Wir nehmen uns an den Wochenenden viel Zeit für die Familie. Mein einer Junge ist jetzt dreizehn, er hängt jetzt viel mit seinen Freunden ab und mit Mädchen… Da bin ich gar nicht mehr so gefragt.

Marie: Robert möchte wissen, ob es Fehler gibt, die du bei Menschen, die einen Market Garden nach deinen Prinzipien anlegen, häufiger siehst?

Jean-Martin: Ja! Viele! Zu viele! Manchmal verstehen die Leute nicht, was ich sage. Ich bringe Menschen bei, Gemüse auf weniger als einem Hektar und ohne Traktor anzubauen. Und keinen Mist zu verwenden, sondern Kompost. Oft kommen Leute zu mir, die sagen: Ja, aber ich habe vier Hektar und einen Traktor und ich habe diesen Haufen alten Pferdemist. Dann kultivieren sie ihre ganzen Felder und bringen den Pferdemist aus, überall wächst Unkraut, und dann verlieren sie die Kontrolle. Der Traktor und die Fläche sind also die beiden größten Fallstricke, die ich sehe.

Wenn du anfängst, dann sehr klein. Wenn man das unter Kontrolle hat, kann man größer werden. Kein Traktor – Handgeräte. Die gehen nicht kaputt, man kann sich auf sie verlassen und sie kosten nicht viel. Und dann vergrößerst du deinen Garten im selben Maße wie dein Business wächst. Du hast jedes Jahr neue Kunden. Du fängst mit 50 Familien an, dann belieferst du 70 Familien, 150 und dann 200 Familien. Und das wächst im selben Maßstab wie dein Garten wächst.

Marie: Dankeschön, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast! Gibt es noch etwas, das du loswerden willst?

Jean-Martin: Ich möchte noch sagen, dass ich nächstes Jahr wieder in Deutschland sein werde. Ich weiß nicht wo oder wann, aber auf meiner Website wird man sehen, in welchen Städten ich Vorträge halte. Dann können wir alle in Verbindung bleiben.

Marie: Cool! Ich freu mich schon! Danke, Jean-Martin!

Jean-Martin: Es war mir ein Vergnügen!

Selbstversorgung Für Anfänger

DIY-Erlebnis-Adventskalender-Natur-Spiele-Abenteuer

DIY-Erlebnis-Adventskalender für kleine Abenteurer

Unser Sohn ist jetzt drei und wir basteln ihm zum ersten Mal einen Adventskalender. Ich will ihm aber nicht jeden Tag Süßkram oder Spielsachen schenken, von denen hier ohnehin schon genug herumfliegen. Und ganz ehrlich: Die Papp-Adventskalender, bei denen man jeden Tag ein kleines Bildchen aufmacht, fand ich schon als Kind langweilig. Stattdessen haben wir einen Erlebnis-Adventskalender gebastelt. Mein Sohn und ich sind nämlich richtige Abenteurer. Wir bauen Hütten und machen Lagerfeuer und können stundenlang zusammen durch den Wald streunen, egal bei welchem Wetter.

Ich glaube, dass es immens wichtig ist, dass Kinder rauskommen. Nicht nur auf die Straße oder den Bolzplatz, sondern richtig raus, in die „wilde“ Natur. Deswegen werden wir in der Adventszeit jeden Tag ein kleines Abenteuer zusammen erleben. Ich bin mir sicher, dass mein Sohn sich darüber viel mehr freut als über jedes materielle Geschenk. Klar, an manchen Tagen bleibt für Abenteuer nicht viel Zeit. Aber eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten sollten doch immer irgendwie drin sein, vor allem wenn man sich als Eltern abwechselt.

Unsere Ideen für den Erlebnis-Adventskalender

  1. Herbstblätter sammeln und pressen
  2. ein Lagerfeuer machen
  3. draußen verstecken spielen
  4. Tannenzweige holen und das Haus mit ihnen schmücken
  5. Pilze sammeln gehen
  6. draußen übernachten
  7. Schlehen sammeln gehen
  8. draußen Geschichten lesen
  9. Wildkräuter sammeln
  10. schauen, welche Tiere wir unter Steinen finden
  11. Drachen steigen lassen
  12. Baumrinde abpausen mit Wachsmalkreide
  13. unsere Gesichter mit Schlamm bemalen
  14. Stockbrot machen
  15. eine Nachtwanderung mit Fackeln machen
  16. unser altes Vogelhäuschen reparieren
  17. auf Bäume klettern
  18. Kartoffeln im Feuer backen
  19. draußen fangen spielen
  20. Boote aus Baumrinde im Bach fahren lassen
  21. Vögel beobachten
  22. Fährten lesen
  23. Zwergenhäuschen bauen
  24. draußen Weihnachtslieder singen

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Ich habe für jeden Tag ein kleines Bild gemalt, damit unser Sohn gleich erkennen kann, was auf dem Programm steht. Die einzelnen Bildchen habe ich in Packpapier eingepackt und mit der jeweiligen Nummer beschriftet. Alles an einen Stock gehängt – fertig ist der kostenlose Abenteuer-Adventskalender.

DIY-Erlebnis-Adventskalender-Natur-Spiele-Abenteuer

DIY-Erlebnis-Adventskalender-Natur-Spiele-Abenteuer

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Vielleicht müssen wir an ein paar Tagen schummeln und zwei Zettel vertauschen, wenn das Wetter nicht passt. Zum Beispiel falls nicht genug Wind weht, um einen Drachen steigen zu lassen oder sowas. Aber ich freue mich schon richtig auf unsere Abenteuer. Denn wie die Waldläuferbande so schön sagt:

„Kinder erinnern sich nicht an den schönsten Tag vor dem Fernseher.“

Was ist in euren Adventskalendern? Jagst du deine Kinder auch so gerne durch den Wald? Hast du noch mehr Ideen für einen Erlebnis-Adventskalender? Lass mir doch einen Kommentar da. 😊

Selbstversorgung Für Anfänger

Was-ist-Permakultur-Mischkultur

Was ist eigentlich Permakultur? So ganz konkret?

Permakultur ist irgendwie ein schwammiger Begriff, mit dem ich lange Zeit nicht viel anfangen konnte. Ich meine, Permakultur ist doch naturnaher Anbau mit Mischkultur und Mulchbeeten, Lebensräume für Nützlinge schaffen schaffen und sowas. Aber ist das nicht, was jeder naturverbundene Gärtner tut? Sind wir alle Permakulturisten? Klar hört man immer mal hier und da etwas von Permakultur, aber was bedeutet das konkret? Ihr seht schon: Ich hatte was die Permakultur angeht einigen Klärungsbedarf. Also habe ich mir einen Stapel Bücher aus der Uni-Bibliothek geholt, um die Frage zu klären:

Was ist Permakultur? So ganz konkret.

Das habe ich herausgefunden:

 

  • Permakultur bedeutet, von der Natur zu lernen und ihre Strukturen und Muster in die eigene Planung einfließen zu lassen.
  • Die Permakultur betrachtet das Große Ganze, das Zusammenwirken von unterschiedlichen Elementen. Jedes Element erfüllt mehrere Aufgaben und jede wichtige Aufgabe wird von mehreren Elementen erfüllt. Die einzelnen Elemente untereinander vernetzt und bilden ein stabiles System.
  • Permakultur bezieht sich gar nicht ausschließlich auf den Garten. Permakultur-Grundsätze lassen sich auf alle Lebensbereiche übertragen.
  • In der Permakultur möchte man verschiedene, unterschiedlich intensiv bewirtschaftete Zonen einrichten. Am intensivsten sind diejenigen Zonen bewirtschaftet, die nah am Haus liegen.
  • Eine hohe Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Design-Elementen macht ein Permekultur-System stabil. Ein Permakultursystem soll stabil sein, damit es auf externe Veränderungen wie Trockenheit, Kälte oder Schädlinge reagieren kann.
  • Energie wird in einem Permakulursystem eingefangen und möglichst effizient genutzt. Dazu errichtet man beispielsweise Teiche, Steinmauern oder Sonnenfallen. Aber auch das Anlegen von möglichst kurzen Arbeitswegen bedeutet, Energie zu sparen.
  • Permakultur kommt von „permanent agriculture“, sie ist also permanent und soll langfristig möglichst ohne menschliches Eingreifen funktionieren.
  • Das Erschaffen von Kreisläufen spielt in der Permakultur eine große Rolle. Das können Kompostsysteme sein, Hügelbeete, nachhaltiger Bodenaufbau oder beispielsweise Aquaponicsysteme. Viele Permakulturisten lassen ihre Pflanzen zur Blüte kommen, sodass sie sich selbst aussäen. So wird immer weniger menschliches Eingreifen nötig.
  • In der Permakultur versucht man, das zu nutzen was da ist und Material und Energie möglichst regional zu beziehen.
  • Wasser wird an der höchsten Stelle des Grundstücks aufgefangen und gespeichert. Auf seinem Weg über das Grundstück passiert das Wasser möglichst viele Zwischenstationen, sodass es effizient genutzt wird. Dafür legen Permakulturisten zum Beispiel Swales und Teiche an. Wasser wird auch oft als Wärmespeicher genutzt.
  • In der Permakultur geht es darum, herkömmliche Denkmuster zu überwinden und nach positiven und kreativen Lösungen zu suchen.
  • Kein Permakultursystem ist wie das andere: Es ist immer an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst und versucht, sie sich möglichst zunutze zu machen.

Das sind einige konkrete Ansätze, die ich mitgenommen habe. Permakultur ist ein ganzheitliches Konzept zwischen Mensch und Natur, heißt es. Und dass dabei Nachhaltigkeit und Miteinander im Fokus stehen, nicht Profitgier und Konkurrenz. Hört sich eigentlich ziemlich gut an, oder?

Wie kann man Permakultur-Prinzipien ganz konkret im Garten / auf dem Balkon und darüber hinaus umsetzen? Wie kann man ein Permakultur-System anlegen? Ich begebe mich auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was Permakultur / Permaculture eigentlich ist und wie man sie in die Praxis umsetzt. Konkrete Ideen zu Hochbeet, Hügelbeet, Waldgarten, Sonnenfalle und Co. #Permakultur #Selbstversorger #Gemüsegarten #Permaculture #Selbstversorgung

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Sind wir Permakulturisten?

Ist das, was wir machen, jetzt Permakultur oder nicht? Diese Frage zu beantworten, ist mir auch nach meiner Recherche nicht besonders leicht gefallen. Klar, wir denken und arbeiten in Kreisläufen, wir schützen unseren Boden und bauen ihn auf. Wir erschaffen Lebensräume für Nützlinge und versuchen, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie. Die unterschiedlichen Elemente in unserer Selbstversorgung übernehmen verschiedene Funktionen. Unsere Ziegen zum Beispiel geben nicht nur Milch und halten den Rasen kurz und das Gestrüpp in Schach. Sie liefern uns auch wertvollen Dünger und wir setzen sie gezielt gegen unsere Wühlmaus-Plage ein. Wir haben einen Waldgarten mit vielen Obst- und Nussbäumen und Beerensträuchern. Bevor wir hergezogen sind, hat sich ganze elf Jahre lang niemand mehr darum gekümmert und die Bäume tragen immer noch sensationell. (Zumindest hätten sie das, wenn die Spätfröste dieses Jahr nicht die meisten Blüten erwischt hätte… Letztes Jahr jedenfalls konnten wir uns vor Früchten nicht retten. 🙂 ) Wenn das nicht permanent ist!

Was-Ist-Permakultur-Ziege

Aber wir werden unsere Grundstücke nicht mit Baggern ummodellieren und auch keinen Teich anlegen. Die Grundstücke gehören uns nämlich nicht, wir können also keine großen Veränderungen vornehmen. Davon abgesehen glaube ich gar nicht, dass es nötig ist, das Gelände zu verändern. Mit Wasser haben wir dank unserer Mulch-Methode nämlich keine Probleme.

Unsere Arbeitswege sind alles andere als optimiert. Unsere Grundstücke liegen zwar alle in Laufnähe zum Haus, aber ausgerechnet der Gemüsegarten ist am weitesten entfernt. Und auch wenn ich versuche, dass sich möglichst viel Gemüse selbst aussät, klappt das bisher nur bei wenigen Arten zuverlässig. Unser Garten ist also noch weit davon entfernt, ein permanentes System zu sein. Im Frühling ist also eine Menge Arbeit nötig, damit das wächst, was wachsen soll.

Ich finde die Ansätze, von denen ich in den Permakultur-Büchern gelesen habe, sehr spannend und bin inspiriert, mehr davon umzusetzen.

Hier sind ein paar konkrete Permakutur-Elemente, die ich übernehmen will:

  • Baumscheiben mit Heilkräutern und anderen Mischkultur-Partnern bepflanzen.
  • Ein Hügelbeet wollte ich auch immer schonmal bauen. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit dafür. 🙂
  • Pflanzen stapeln, um auf derselben Fläche mehr ernten zu können. Zum Beispiel Wein an einem Baum hochranken zu lassen, daneben Beerensträucher und davor niedrigere Pflanzen wie Salat anbauen.
  • Hühner! Ich will unbedingt wieder Hühner haben. Und die sollen dann gleich mehrere Funktionen übernehmen: Eier legen, Mist produzieren, beim Kompostieren und bei der Gartenarbeit helfen, Schnecken fressen, die Wühlmäuse vertreiben, im Winter das Gewächshaus heizen… Mal schauen, was uns sonst noch so einfällt. Diese Hühner werden jedenfalls viel zu tun haben.
  • Und ein Walipini will ich irgendwann auch haben. Das wird aber vermutlich noch ein bisschen auf sich warten lassen.

Was-ist-Permakultur-Möhren-SaatgutPermakultur-Buchtipps

Falls du dich auch für die Permakultur interessierst und wie ich noch ganz am Anfang stehst, habe ich hier ein paar Buchtipps. Zwei der Bücher, die ich mir ausgeliehen habe, haben mir nämlich besonders gut gefallen:

Was-ist-Permakultur-Buch-Empfehlung

Permakultur von Christoph Bachmann

In Permakultur ist ziemlich gut erklärt, was Permakultur eigentlich genau ist. An diesem Buch fand ich toll, dass es so konkret ist. Es steckt voller praxisbezogener Ideen, wie man die Permakultur für sich umsetzen kann. Leider sind pro Projekt oft nur 2 Seiten veranschlagt, sodass die einzelnen Tipps nicht besonders in die Tiefe gehen. Aber du bekommst hier einen guten Überblick und jede Menge Inspiration. Im zweiten Teil stellen sich verschiedene Permakultur-Höfe vor, was ich super spannend fand. Diese Portraits haben mir nochmal klar gemacht, dass Permakultur ganz unterschiedlich aussehen kann. Falls du also nach Inspiration und konkreten Ideen suchst: Hier ist der Link zum Buch.

Permakultur konkret von Bill Mollison

Wenn du dich schon länger mit Permakultur beschäftigst, kennst du dieses Buch vielleicht. Bill Mollison gillt ja als „Vater“ der Permakultur. Permakultur konkret ist zwar nicht so schön bebildert wie das andere Buch, es geht aber viel mehr in die Tiefe. Im ersten Teil erklärt Bill Mollison sein Permakultur-Konzept sehr anschaulich und der zweite Teil richtet sich an Designer, die ein Permakultur-System für ihre Kunden entwickeln möchten. Ich habe hier ganz viele Denkanstöße und Ideen mitgenommen. Permakultur konkret findest du hier.

Ich schätze, Permakultur ist für jeden etwas anderes. Was bedeutet Permakultur für dich? Hast du Permakultur-Prinzipien in dein Leben übernommen oder bist du vielleicht schon ein richtiger Profi? Irgendwelche Buchtipps? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

Selbstversorgung Für Anfänger

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Apfelmus-einkochen-Apfel

Apfelmus einkochen und ein DIY-Apfelpflücker

Viele Äpfel gab es dieses Jahr nicht. Die meisten Obstbaumblüten sind den Spätfrösten im Frühjahr zum Opfer gefallen. Aber immerhin einer von unseren Apfelbäumen hat getragen und wir sind jetzt endlich fertig damit, die Äpfel zu ernten und zu konservieren. Die Äpfel von diesem Baum schmecken frisch nicht besonders gut, deswegen sind fast alle ins Apfelmus gewandert.

Normalerweise machen wir wenn wir Apfelmus einkochen auch gleich Apple Butter. Kennst du das? In Deutschland ist Apple Butter glaube ich nicht so bekannt wie in Amerika. Ich hatte jedenfalls noch nie etwas davon gehört, bis ich das Rezept von meinem Freund gelernt habe, der zum ersten Mal in einem Camphill in New York welche gemacht hat. Dieses Jahr hatten wir leider nicht genug Äpfel, um auch noch Apple Butter zu machen. Aber ich packe das Rezept trotzdem mit in diesen Artikel. Wenn du Lust auf einen herbstlich-winterlichen Brotaufstrich hast, probier es ruhig mal aus. Ich könnte mich in das Zeug reinsetzen. 😊

Apfelmus-Apple-Butter-einkochen

DIY-Apfelpflücker

Zum Äpfelernten haben wir uns einen Apfelpflücker aus einer kleinen Gartenhacke, einer aufgeschnittenen Plastikflasche und einem langen Stab (in diesem Fall ein Rechen) gebastelt. Dafür haben wir die kleine Hacke oben am Stiel befestigt und darunter die Flasche angebracht. Die Hacke reißt den Apfel ab und er fällt in die Flasche. Das funktioniert ganz gut. Am Ende habe ich die Äpfel aber nur noch vom Baum runtergeschlagen… 😉

DIY-Apfelpflücker-Apfelernter

DIY-Apfelpflücker-Apfelmus-einkochen

Apfelmus einkochen

Die Amseln hatten schon viel an den Äpfeln herumgepickt, deswegen haben wir sie gleich weiterverarbeitet. Hier ist unser Apfelmus-Rezept:

  • Die Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse rausschneiden.
  • Die Apfelviertel in einen Topf geben und den Topfboden leicht mit Wasser bedecken.
  • Das Ganze so lange kochen, bis die Äpfel zerfallen. Ab und zu umrühren.
  • Dann pürieren wir den Apfelbrei.
  • Noch einmal aufkochen. (Vorsicht, das pürierte Apfelmus spritzt beim Blubbern in alle Richtungen!)
  • Das heiße Apfelmus in saubere und abgekochte Gläser füllen. Mein Trichter und die Schöpfkelle sind dabei meine besten Freunde.
  • Mit sauberen und abgekochten Deckeln verschließen.
  • Das Apfelmus einkochen: In einem Einkochtopf oder Einkochautomaten für 30 Minuten bei 80 °C erhitzen.
  • Die Gläser aus dem Topf holen und abkühlen lassen. Sollte sich in einem Glas kein Vakuum gebildet haben, ist es nicht sicher konserviert. Solche Gläser werden bei uns einfach frisch gegessen oder wandern in den Kühlschrank.

Wenn du noch nie eingekocht hast, schau doch mal in meinen Artikel Einkochen für Anfänger. Da findest du die einzelnen Schritte noch einmal detaillierter erklärt.

Wir fügen unserem Apfelmus keinen Zucker hinzu. Genau genommen ist es dann glaube ich Apfelmark. Oder? Wenn du dein Apfelmus lieber süßen möchtest, kannst du den Zucker vor dem Pürieren dazugeben.

Und jetzt noch das versprochene Apple Butter-Rezept

 

  • Apfelmus nach dem oberen Rezept kochen. Bis einschließlich zum Pürieren sind alle Schritte gleich.
  • Das Apfelmus für 30 bis 45 Minuten auf niedriger Temperatur köcheln lassen, bis es eine dicke Konsistenz annimmt. Dabei immer wieder umrühren.
  • Pro Liter Apfelmus 5 g Zimt, 2 g Garam masala und 100 g Zucker dazugeben. Wir nehmen den Mascobado-Zucker, den es in vielen Weltläden gibt. Der schmeckt unvergleichlich viel besser als anderer Zucker.
  • Die Apple Butter nochmal ca. 5 Minuten brodeln lassen.
  • Dann in saubere und abgekochte Gläser füllen, genau wie beim Apfelmus auch. Natürlich nehmen wir für den Brotaufstrich kleinere Gläser als für das Apfelmus.
  • Mit sauberen und abgekochten Deckeln verschließen.
  • In einem Einkochtopf oder Einkochautomaten für 30 Minuten bei 80 °C einkochen.

SelbstversorgungFürAnfänger

Ich ärgere mich ja schon ziemlich darüber, dass wir dieses Jahr kaum Früchte ernten können. Sogar die meisten Erdbeerblüten sind erfroren. Wie war denn deine Apfelernte? Hast du auch Apfelmus gemacht? Und kennst du Apple Butter? Ich freue mich, wenn du einen Kommentar dalässt.
Selbstversorgung ohne Geld

Selbstversorgung ohne Geld? Von wegen!

Als Selbstversorger versuchen wir, Dinge, die wir andernfalls kaufen würden, selbst zu machen. Das fühlt sich nicht nur sehr, sehr gut an, sondern spart auch eine Menge Geld ein. Ironischerweise haben wir durch unsere Selbstversorgung aber auch hohe Ausgaben: Werkzeug zum Beispiel, eine Getreidemühle, Gärtöpfe, Saatgut, Einkochzubehör, Zäune, die Tierarztkosten, evtl. Futter und Baumaterial oder ein Spinnrad, von den Preisen von einem Grundstück oder Hof ganz zu schweigen. Oder das Auto, das gekauft und unterhalten werden muss, weil man plötzlich mitten in der Pampa wohnt und der Bus – wenn man Glück hat – nur alle zwei Stunden fährt. Und ab 19 Uhr oder am Wochenende überhaupt nicht.

Wie kann man das beides unter einen Hut kriegen? Auf der einen Seite ein einfaches und freies Leben führen und auf der anderen Seite die insbesondere zu Beginn hohen Anschaffungskosten stemmen? Ich bin schon öfter über Webseiten gestolpert, auf denen beschrieben wird, wie man sich seine Selbstversorgung ohne Geld aufbaut. Natürlich hört es sich toll an, von jetzt auf gleich ohne Geld alles selber zu erzeugen. Aber realistisch ist das nicht. So richtig mit der Selbstversorgung loszulegen, kostet Geld, manchmal sogar viel Geld.

Aber: Du kannst deine Selbstversorgung sehr kostengünstig gestalten. Wir haben mit der Zeit einige Wege entwickelt, möglichst wenig Geld für „Selbstversorger-Anschaffungen“ auszugeben. Ich hoffe, es sind hilfreiche Tipps für dich dabei:

eBay Kleinanzeigen

Wenn du die Muße hast, regelmäßig eBay Kleinanzeigen und ähnliche Portale nach den Dingen zu checken, die du benötigst, wirst du erstaunliche Schnäppchen machen können. Ich kenne Leute, die sich einen ganzen Hof voll Baumaterialien zusammengesammelt haben – alles umsonst. Natürlich braucht das Geduld und lagern muss man das Zeug auch irgendwo. Es ist aber ein sehr guter Weg, um mit einem Minimum an Geld maximal viel zu erreichen. Ich habe mehrere Suchbegriffe, die ich alle paar Tage auf Kleinanzeigen-Portalen eingebe, bis ein passendes Angebot online geht.

Tiere im Herbst kaufen

Im Herbst bekommst du viele Nutztiere günstiger, denn oft versuchen Tierhalter, ihre überflüssigen Tiere vor dem Winter loszuwerden, um sie nicht durchfüttern zu müssen. Wenn du dir also eine kleine Schaf- oder Ziegenherde oder eine Hühnerschar zulegen möchtest, ist jetzt die richtige Zeit, um möglichst geringe Anschaffungskosten zu haben.

SelbstversorgungOhneGeldZiege

Viel selbermachen

Ich suche für fast alle alltäglichen Anschaffungen zuerst nach einer Möglichkeit, sie selbst herzustellen. Auch wenn es erstmal illusorisch erscheint, Arbeit in etwas so billiges und banales wie eine Häkelnadel zu stecken: Es geht um die Lebenseinstellung und wenn du alle Dinge, die du kaufen willst, so angehst, kannst du in der Summe unglaublich viel Geld sparen. Außerdem hast du zu Gegenständen, die du selbst erschaffen hast, eine ganz andere Beziehung und kannst ihnen einen ganz neuen (und viel realistischeren) Wert zumessen, als das bei vielen gekauften Gegenständen der Fall ist. Indem du versuchst, so viel wie möglich selbst herzustellen, lernst du außerdem eine Menge wertvolle Fähigkeiten. Und Spaß macht das Ganze auch noch.  Falls du wissen möchtest, wie viel Arbeit es macht, sich selbst zu versorgen: Hier ist der passende Artikel.

Weg mit dem Krempel

Wenn du wie ich auf dem Minimalismus-Trip bist, weißt du vermutlich, wie gut es tut, auszumisten. Und damit meine ich nicht den Hühnerstall, sondern die eigene Bude. Wir alle besitzen eine Menge Dinge, die wir nicht brauchen, und mit weniger lebt es sich einfach irgendwie… leichter. Gerade wenn du auf dem Weg in ein einfacheres Leben bist, wirst du vermutlich feststellen, dass du vieles gar nicht mehr brauchst. Warum nicht diese Dinge zu Geld machen? Für gut erhaltene Dinge findet sich eigentlich immer jemand, der glücklich darüber ist, sie weiter zu nutzen. Auch wenn ich ein großer Fan von Umsonst-Läden (Link) bin und gerne ausgemistete Sachen an Sozialkaufhäuser spende, habe ich durch das Verkaufen einiger Gegenstände schon eine gute Stange Geld gemacht. Geld, mit dem man sich den Übergang in die Selbstversorgung ein Stückweit finanzieren kann.

Selbstversorgung ohne eigenes Grundstück

Wir besitzen kein eigenes Grundstück und haben auch keins gemietet oder gepachtet. Trotzdem haben wir mehr als genug Platz für unseren Gemüsegarten, einen Waldgarten und unsere Tiere. Darüber, wie wir uns ohne eigenes Grundstück selbstversorgen, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

SelbstversorgungOhneGeldArtischocke

Share Economy

Viele Geräte braucht man ja nur zu bestimmten Zeiten und den Rest des Jahres über stehen sie ungenutzt in der Garage. Dann ist es absolut sinnvoll, sie sich mit anderen zu teilen. Nicht nur um Geld zu sparen, sondern auch um Ressourcen zu schonen. Vielleicht brauchen deine Nachbarn auch einen Häcksler oder einen Akkuschrauber und haben Lust, sich mit dir einen zu teilen. Oder du findest jemanden, mit dem du eine Fahrgemeinschaft bilden und dir ein Auto teilen kannst. Hier findest du eine Auflistung von Online-Portalen zum Leihen und Verleihen. Das macht das Ganze super einfach.

Service anbieten

Nehmen wir an, du willst dir eine Hühnerrupfmaschine kaufen, weil Hühnerrupfen sehr aufwändig ist und du deine Zeit anders nutzen willst. So ein Gerät ist teuer. Allerdings kannst du bei vielen Anschaffungen den Preis wieder reinbringen, indem du sie vermietest oder etwa einen Hühnerrupf-Service für Hühnerhalter in deiner Umgebung anbietest. Jetzt sieht die Geschichte schon ganz anders aus: Du kannst dann nicht nur den Kaufpreis wieder reinholen, sondern mit diesen größeren Anschaffungen sogar ein zusätzliches Einkommen für deinen Selbstversorgerhof generieren.

Keine Macht den Impulskäufen

Am meisten Geld spart man natürlich, wenn man es nicht ausgibt. Obwohl einige Gegenstände einem das Selbstversorger-Leben wirklich erleichtern, gibt es auch immer wieder Impulskäufe, die man später bereut. Deswegen führe ich eine Liste, in die ich solche Objekte der spontanen Begierde eintrage und das Ganze erstmal aussitze. In den nächsten Tagen schaue ich nach Möglichkeiten, das Teil aus natürlichen Materialien bzw. aus dem was da ist selbst herzustellen. Oft erweist sich der Kaufwunsch aber schon nach ein paar Stunden als völlig überflüssig. Manchmal bin ich ganz erstaunt, wenn ich ein paar Wochen später wieder auf meine Wunschliste schaue und einen Gegenstand sehe, den ich einfach vergessen habe. Falls ich etwas aber nach ein paar Tagen immer noch kaufen will und nicht weiß, wie ich es selbermachen soll, oder das zu aufwändig ist, schaue ich nach einer gebrauchten Variante. Erst wenn es die nicht gibt, kaufe ich mir den Gegenstand neu. Da alle größeren Kaufentscheidungen diesen Prozess durchlaufen, sparen wir super viel Geld, indem wir keine Impulskäufe mehr tätigen und oft auch für die sinnvollen Einkäufe nicht viel Geld bezahlen.

SelbstversorgungFürAnfänger

Glaubst du, eine Selbstversorgung ohne Geld ist möglich? Und wünschenswert? Wie hältst du die Ausgaben für deine Selbstversorgung in Grenzen? Hast du noch mehr Tipps? Dann teile sie in den Kommentaren.

Anwendungen von Herbstlaum im Gemüsegarten

Sieben Anwendungen von Herbstlaub im Gemüsegarten und darüber hinaus

Ich liebe den Herbst, besonders wenn er noch einmal so herrlich sonnig ist wie in den letzten Tagen. Die Bäume leuchten in gelb und rot und bei unserem heutigen Spaziergang haben wir schon das erste Herbstlaub unter den Füßen rascheln gehört. Viele Leute holen jetzt ihren Rechen heraus, um ihren Rasen vom Laub zu befreien. Totaler Unsinn, wenn man mich fragt. Ein Baum düngt sich mit seinem Laub quasi selber. Die Blätter verrotten zu einer humosen Schicht und die Nährstoffe bleiben im Kreislauf vorhanden. Aber ich will mich nicht beschweren. Ich freue mich nämlich schon auf das Laub unserer Nachbarn und die sind froh, wenn sie es nicht entsorgen müssen. Herbstlaub ist vieeel zu schade für die Biotonne und lässt sich vielseitig nutzen. Aber siehe selbst: Hier sind sechs Anwendungen von Herbstlaub im Gemüsegarten (und darüber hinaus).

Anwendungen von Herbstlaub im Gemüsegarten

Mulch

Ich bin ein großer Mulch-Fan. Durch die dicken Mulch-Schichten in unserem Garten müssen wir kaum noch gießen und haben auch keine Probleme mit Unkraut. Gleichzeitig ist der Boden vor Wind und Wetter und damit vor Erosion geschützt. Mit der Zeit verrottet der Mulch und reichert den Boden mit Humus an. Er dient den Bodenlebewesen als Nahrung und hält den Boden lebendig.

Allerdings ist es oft schwierig, das benötigte Mulchmaterial zusammenzutragen, insbesondere da wir so viel davon brauchen. Deswegen freue ich mich schon sehr auf das viele Herbstlaub. Das verrottet nur sehr langsam, sodass die Mulchschicht nicht so schnell erneuert werden muss. Das Laub reichert den Boden mit Nährstoffen an und hilft dabei, die Bodenstruktur zu verbessern. Wenn du mehr zum Thema Mulchen wissen möchtest: Hier ist ein Artikel über die sieben größten Fehler, die ich beim Mulchen meiner Gemüsebeete gemacht habe. Dann bleiben sie dir vielleicht erspart. 🙂

Beete anlegen mit Herbstlaub

Wir graben unseren Garten nicht um, auch dann nicht, wenn wir neue Beete anlegen. Stattdessen mulchen wir das Stück Wiese, das wir in Ackerfläche verwandeln wollen, möglichst dick. So wird das darunterliegende Gras erstickt und es bildet sich ein fruchtbarer Gartenboden. Diese Methode ist nicht nur bodenschonend, sondern auch noch super einfach.

Der Herbst ist die beste Zeit, um Beete auf diese Weise anzulegen. Jetzt fällt nämlich eine Menge Mulchmaterial an (wie das ganze Laub) und bis zum Frühling ist der Boden zum Aussäen und Bepflanzen bestens vorbereitet. Hier findest du den Artikel, in dem ich Schritt für Schritt beschreibe, wie wir unsere Mulchbeete anlegen.

Laub als Frostschutz

Damit unsere empfindlicheren mehrjährigen Pflanzen wie Rosmarin oder Artischocken im Winter nicht erfrieren, packen wir sie bevor der erste Frost kommt dick in Laub ein. Dazu das Laub einfach großzügig um die Pflanzen herum verteilen.

Laubhaufen als Igelversteck

Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke deines Gartens kann einem Igel oder anderen Nützlingen als Schlafstätte und Winterquartier dienen. Wenn du es schaffst, einen Igel in deinen Garten zu locken, hast du nächstes Jahr garantiert weniger Schneckenprobleme.

Wir lassen unsere Ziegen die Weide rund um unseren Garten abgrasen. Leider sind schon mehrmals Igel in den Elektronzäunen hängengeblieben und gestorben, deswegen bin ich ausnahmsweise froh, wenn sie einen Bogen um unseren Garten machen. Ansonsten würde ich vermutlich gleich zehn Igelhäuschen und Laubhaufen in unserem Garten errichten. Die könnte ich nach der diesjährigen Schneckenplage nämlich gut gebrauchen.

Anwendungen von Herbstlaub im Gemüsegarten Igel Laubhaufen

Laubkompost machen

Laubkompost eignet sich hervorragend dazu, die Bodenstruktur zu verbessern und den Boden mit wichtigen Pflanzennährstoffen zu versorgen. Außerdem ist Laubkompost eine wunderbare Anzuchterde, um kräftige und vitale Jungpflanzen anzuziehen. Das Kompostieren von Laub ist unkompliziert, wenn man ein paar Punkte beachtet. Hier findest du eine ausführliche Anleitung, um einen Laubkompost anzusetzen.

Anwendungen von Herbstlaub bei den Tieren

Einstreu

Laub ist zwar nicht so saugfähig wie Stroh, du kannst es aber trotzdem als Einstreu verwenden. Meine Ziegen lieben es, wenn ich ihren Stall mit Laub einstreue, aber auch für Hühner und anderes Geflügel kannst du Herbstlaub verwenden. So sparst du dir das Stroh und die mit Mist versetzten Herbstblätter sind nach dem Ausmisten bestens auf die Kompostierung vorbereitet.

Lederherstellung

Ich habe die Felle meiner Tiere bisher nur mit Hirn gegerbt, allerdings eignen sich auch Eichenblätter zusammen mit Eichenrinde gut zum Gerben und man spart sich den zum Teil strengen Rauchgeruch, der nach der Hirngerbung noch wochenlang in den Fellen hängt. Ich werde diesen Herbst auf jeden Fall Eichenblätter sammeln, um auch das Gerben mit Eiche auszuprobieren.

Und jetzt auf zum Laubsammeln! Nutze diese kostenlosen Ressourcen für deine Selbstversorgung! Und wo wir gerade bei kostenlosen Ressourcen sind: Kennst du schon meinen kostenlosen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten? Nein? Dann schau doch mal rein! Dort findest du eine Menge Infos zu den ersten Schritten in Richtung Selbstversorgung.

SelbstversorgungFürAnfänger

Hast du noch andere Ideen für Anwendungen von Herbstlaub im Gemüsegarten? Nutzt du es auch für deine Tiere? Was machst du, um Nützlinge in deinen Garten zu locken? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

FehlerMulchenGemüsegartenSchnecken

Meine sieben größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten

Wir mulchen den Großteil unseres Gartens mit Hackschnitzeln. Das Ganze nennt sich Back To Eden-Methode und spart uns eine Menge Arbeit. Durch den bis zu 40 cm dicken Mulch müssen wir nämlich kaum noch gießen und jäten. Durch das dicke Mulchen müssen wir unseren Garten nicht umgraben, was sehr bodenschonend ist. Gleichzeitig schützt der Mulch den Boden vor Erosion und zersetzt sich langsam zu schwarzem Humus. Hört sich toll an? Ist es auch!

Damit Mulch funktioniert, gibt es aber einiges zu beachten. Ich habe beim Mulchen anfangs viel falsch gemacht und möchte diese Fehler heute mit dir teilen. So bleibt dir hoffentlich eine Menge Ärger erspart. Hier sind meine 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten:

  • Zu dünn mulchen

    Um genügend Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Unkraut wirksam zu unterdrücken, sollte die Mulchschicht mindestens 10-15 cm dick sein. Klar ist eine dünnere Schicht besser als gar keine. Aber nur wenn du dich traust, richtig viel organisches Material auf deine Beete zu packen, wirst du auch alle Vorteile vom Mulchen mitnehmen können. Durch eine dünne Mulchdecke wachsen Unkräuter einfach durch und der Boden ist nicht gut genug bedeckt, um auch in Trockenperioden noch feucht zu bleiben.

  • Beim Aussäen

    Vor der Aussaat solltest du den Mulch mit einem Rechen beiseite ziehen. Er wird erst wieder um die Pflanzen herum verteilt, wenn sie einige cm groß sind. Auch wenn ich in manchen Büchern gelesen habe, dass es möglich wäre, direkt in den Mulch zu säen, hat das in meinem Garten noch nie geklappt. Wie auch? Pflanzen brauchen Erde, in der sie wurzeln können, und nicht Hackschnitzel oder Grasschnitt.

  • Mit zu viel Grasschnitt mulchen

    Grasschnitt vom Rasenmähen ist ein ausgezeichneter Mulch. Allerdings darf er nicht dicker als 5 cm aufgetragen werden, ansonsten fängt er an zu faulen und wird schleimig. Um das zu verhindern, mische ich den Grasschnitt mittlerweile 1:1 mit Hackschnitzeln oder anderen groben braunen Materialien. Dabei versuche ich genau wie beim Kompostieren, ein Auge auf das C/N-Verhältnis zu haben. Wenn du mehr dazu wissen willst: Hier findest du den passenden Artikel.

  • Stickstoffdiebe

    Der Mulch wird nach und nach von Bakterien zersetzt und in Humus verwandelt. Dafür benötigen die Bakterien allerdings Stickstoff, einen wichtigen Pflanzennährstoff. Den entziehen sie dem Boden und so kann es passieren, dass für die Pflanzen nicht mehr viel übrigbleibt. Wir beugen dem vor, indem wir unseren Pflanzen viel Kompost geben oder von Zeit zu Zeit etwas Mist auf dem Mulch verteilen. Hühnermist eignet sich dafür am besten und kann auf eine dicke Mulchdecke sogar frisch (also ohne vorherige Kompostierung) aufgetragen werden. Der Mist versorgt sowohl die Pflanzen als auch die Bakterien mit Stickstoff und alle sind glücklich.

    Es hilft außerdem, die Mulchschicht möglichst nicht mit der darunterliegenden Erde zu vermischen. So haben die Bakterien weniger Möglichkeiten, dem Boden Stickstoff zu entziehen.

  • Mulch und Schnecken

    Wir haben extrem viele Schnecken in unserem Garten. Als ich dann auch noch altes Heu zum Mulchen genommen habe, ist die Population geradezu explodiert. Feuchtes Stroh oder Heu finden Schnecken nämlich super und nutzen es, um sich tagsüber vor Trockenheit und Sonne zu verstecken. Die scharfkantigen Hackschnitzel jedoch meiden die Schnecken eher, als dass sie sie aufsuchen. Sie bieten also zu einem gewissen Grad einen Schneckenschutz.

    Fehler Mulchen Gemüsegarten Heu

  • Saurer Boden durch Mulchen

    Insbesondere, wenn du mit Rindenmulch mulchst, kann es passieren, dass der Boden zu sauer wird. Ich hatte zwar noch nie Probleme mit zu saurem Boden, aber ich wollte diesen Punkt trotzdem gerne in meine Liste mitaufnehmen. Sollte dein Boden zu sauer sein, kannst du das ausgleichen, indem du Kalk ausbringst.

  • Schlechte Bodenerwärmung im Frühjahr

    Gerade im Frühjahr, wenn man die ersten Samen in die Erde bringen will, ist der Boden unter einer Mulchschicht noch kälter als ohnehin schon. Außerdem frieren Hackschnitzel bei Minusgraden zu einer undurchdringlichen festen Schicht zusammen. Deswegen bin ich dazu übergegangen, den Mulch einige Tage vor dem Aussäen beiseite zu ziehen, damit die ersten Sonnenstrahlen den Boden besser erwärmen können. Das erfordert zwar etwas Planung, aber da ich nach den Maria Thun-Aussaattagen aussäe, stehen die Tage, an denen ausgesät wird, ohnehin schon Wochen vorher in meinem Kalender.

Ich möchte auf Mulch in meinem Garten nicht verzichten. Die Fehler, die mir unterlaufen sind, waren teilweise bitter, aber ich mache sie nicht noch einmal. Und die Vorteile von einer dicken Mulchschicht sind einfach unschlagbar. Wusstest du, dass wir auch unsere Beete anlegen, indem wir sie dick mulchen? Wie das genau funktioniert, erfährst du hier.

Gemüsebeet mulchen

Gerade jetzt im Herbst, wenn viel organisches Material anfällt, bin ich wieder fleißig am Mulchen. Ich freue mich schon auf das ganze Herbstlaub, das ich in den nächsten Wochen in meinem Garten ausbringen kann. Darüber, wie vielfältig man Herbstlaub nutzen kann, schreibe ich in einem der nächsten Artikel. (Der mittlerweile fertig ist; zum Herbstlaub bitte hier lang :))

Bis dahin schau doch mal in meinen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten. Ich habe in den letzten Wochen viele Emails von Menschen bekommen, die sich einen Leitfaden für Selbstversorger-Anfänger wünschen. Natürlich habe ich mich gleich an die Arbeit gemacht und den kostenlosen 22-seitigen Anfänger-Guide geschrieben. Ich freue mich, dass er nun endlich fertig ist und bin schon gespannt darauf, wie er ankommt. Wenn du mir ein kurzes Feedback geben würdest, wäre das bombastisch.

SelbstversorgungFürAnfänger

Womit mulchst du deine Beete? Oder hast du mit Mulchen nichts am Hut? Hat beim Mulchen immer alles so geklappt, wie du es dir vorgestellt hast? Teile deine Erfahungen in den Kommentaren!

KompostAnlegenGemuesegarten

Kompost anlegen und pflegen: 1×1 des Kompostierens

Der Komposthaufen ist das Herz eines Gartens und das Kompostieren eine der wichtigsten Aufgaben als Selbstversorger*in. Guter Kompost hält die Feuchtigkeit im Boden, durchlüftet ihn und dient nicht nur den Pflanzen als Nahrung, sondern auch vielen nützlichen Bodenorganismen. Abfälle werden recycelt und Nährstoffkreisläufe entstehen. Im Komposthaufen werden die Ausgangsmaterialien von Bodenlebewesen in schwarzen Humus verwandelt. Unsere Aufgabe ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen diese kleinen Helfer ungestört ihrer Arbeit nachgehen können. Deswegen möchte ich dir heute zeigen, wie du einen richtig guten Kompost anlegen kannst.

Schnellkomposter KompostAnlegen Gemuesegarten

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Kompost aufzusetzen:

  • Schnellkomposter sind günstig und schnell auf- und wieder abgebaut. Das Fassungsvermögen sollte allerdings mindestens 200 l betragen, ansonsten läuft die Verrottung nicht so effektiv ab. Schnellkomposter mit Entladeklappe sind sehr praktisch.
  • Holzkomposter kann man zum Beispiel aus Paletten selberbauen. Eine Abdeckung ist besonders in regenreichen Regionen sinnvoll. Generell sollte man mindestens zwei Kästen haben: einen, den man befüllt, und einen, in dem die Kompostierung stattfindet.
  • Offene Komposthaufen sollten mindestens 1,20m breit, 80cm hoch und mehrere Meter lang sein. Das Material wird so aufgeschichtet, dass die Seiten schräg abfallen. Offene Haufen eignen sich eigentlich nur für sehr große Gärten, in denen viel Material anfällt. Die verschiedenen Materialien kann man sammeln und die Miete anschließend so anlegen, dass die Nährstoffzusammensetzung möglichst optimal ist. Da allerdings selten so viele unterschiedliche Rohstoffe gleichzeitig anfallen, kann man den Haufen auch nach und nach aufsetzen.

Der beste Platz, um einen Komposthaufen anzulegen

Der Komposthaufen sollte in erster Linie gut erreichbar sein, auch mit der Schubkarre. Die Bodenorganismen arbeiten effizienter, wenn du den Haufen außerdem immer am selben Ort errichtest. Mit der Zeit siedelt sich das passende Bodenleben an, um einen neu angelegten Komposthaufen schnell umzusetzen. Damit die Bodenlebewesen in den Kompost einziehen können, ist es wichtig, ihn direkt auf dem Erdboden anzulegen, nicht etwa auf Fliesen oder Stein. Außerdem sollte der Untergrund wasserdurchlässig sein, damit sich keine Staunässe bildet.

Die Verrottung verläuft am effektivsten, wenn der Kompost vor Wind geschützt und leicht beschattet ist. In heißeren Gegenden braucht der Komposthaufen mehr Schatten als in kühleren. Dafür kannst du den Kompostplatz entweder unter Sträuchern oder Bäumen anlegen oder neue Sträucher pflanzen. Holunderbüsche und Haselsträucher sollen die Kompostierung beschleunigen.

Was darf kompostiert werden?

Von Garten- und Küchenabfällen über Stroh, Mist, Federn, Pappe, Eierschalen oder Kaffeesatz: Die allermeisten organischen Rohstoffe sind auf dem Komposthaufen gut aufgehoben. Da die Verrottung von Laub, Rinden und Holz länger dauert und der Kompost hier öfter umgesetzt werden muss, sollte man sie separat kompostieren.

Gekochte Essensreste, Fleisch, Milchprodukte und Gebäck können Ratten anziehen und haben daher auf dem Komposthaufen nichts verloren. Auch beim Kompostieren von Unkraut sollte man vorsichtig sein: Wurzel- oder samentragende Unkräuter gehören nur dann auf den Komposthaufen, wenn du einen sehr heißen Kompost ansetzt (über 70°C). Liegt die Temperatur darunter, werden die Unkrautsamen und Wuzeln nicht abgetötet und du bringst sie zusammen mit dem Kompost auf deine Beete aus. Wie du die Temperatur in deinem Kompost beeinflussen kannst, erfährst du weiter unten.

Auch Teile von kranken Pflanzen dürfen nicht auf dem Komposthaufen landen. Ansonsten kann sich die Krankheit ausbreiten und der Kompost ist für deine Pflanzen kein Gesundungsmittel mehr, sondern eine Infektionsquelle.

Grasschnitt sollte man vor dem Ausbringen auf den Komposthaufen zunächst anwelken lassen. Außerdem ist es wichtig, Grasschnitt nicht zu dick aufzuschichten. Wenn bei dir viel Grasschnitt anfällt, kannst du ihn mit gröberem, braunem Material mischen, damit sich keine fauligen Schichten bilden.

Hobelspäne und Sägemehl solltest du nur in kleinen Mengen kompostieren. Ansonsten kann es passieren, dass dein Garten von Drahtwürmern befallen wird.

Kompost Anlegen C/N Verhältnis

Richtig guten Laubkompost machen

Im Herbst hast du die beste Gelegenheit, kostenloses Kompostmaterial in rauen Mengen abzustauben. Überall stehen Säcke voll Herbstlaub an den Straßen, das du in wunderbaren Kompost verwandeln kannst. Laub sollte – wie eben erwähnt – am besten separat kompostiert werden, weil die Kompostierung so lange dauert. Es lohnt sich aber in jedem Fall, einen Laubkompost anzulegen. Der ist nämlich besonders wertvoll und gut zur Stecklings- und Jungpflanzenanzucht geeignet.

Für einen richtig guten Laubkompost solltest du verschiedene Laubarten mischen. Die Blätter sollten beim Aufsetzen nur leicht feucht sein – gegebenenfalls lässt du sie vorher an der Sonne abtrocknen. Mische ca. 10% Gartenerde unter das Laub. Wenn du zusätzlich 1-3% Bentonit dazugibst, ist die Wurmtätigkeit um einiges größer. Vor dem Winter solltest du deinen Laubkompost in jedem Fall abdecken.

Wenn du wissen willst, was du mit Herbstlaub sonst noch alles anstellen kannst: Hier geht’s zum passenden Artikel.

Kompost anlegen: das C/N-Verhältnis

Das Verhältnis von kohlenstoffhaltigen zu stickstoffhaltigen Ausgangsmaterialien spielt beim Kompostieren eine große Rolle. Dieses sogenannte C/N-Verhältnis sollte zwischen 15:1 und 20:1 liegen. Liegt es unter 15:1, drohen zu hohe Nährstoffverluste, bei einem Verhältnis von über 20:1 steht dem Bodenleben zu wenig Stickstoff zur Verfügung um anständig arbeiten zu können. Du solltest also darauf achten, die Materialien in ausgewogenen Schichten aufzubringen. Noch besser als das Aufschichten einzelner Materialien ist es, kohlenstoff- und stickstoffhaltige Ausgangsstoffe schon vor dem Auftragen miteinander zu vermischen.

  • Kohlenstoffhaltige Materialien sind: Stroh, Hackschnitzel, Laub, Zweige usw. Also alles, was braun ist.
  • Stickstoffhaltige Materialien sind: Grasschnitt, Reste vom Gemüseschnibbeln, Grünschnitt, Brennnesseln usw. Also alles, was grün ist. Kaffeesatz, Mist und Jauche sind zwar braun, enthalten aber auch viel Stickstoff.

Damit die Bodenlebewesen die Materialien besser aufschließen können, ist es wichtig, holzige oder fleischige Pflanzenteile zu zerkleinern. Dafür braucht mal keinen Häcksler. Ich zerschnipsel Kohlstrünke, Zweige etc. immer mit einer normalen Gartenschere.

Kompost Anlegen Gemüsegarten

Den Komposthaufen aktivieren

Ich mische ca. 10% tonhaltige Gartenerde oder fertigen Kompost unter die Abfälle. So „impfe“ ich den Komposthaufen mit Bodenorganismen, die sich sofort an die Arbeit machen. Das Untermischen tonhaltiger Erde hilft den Organismen außerdem, stabile Humuskomplexe zu bilden, an die die Nährstoffe gebunden sind. So läuft die Verrottung schneller ab und die Nährstoffe werden nicht so schnell ausgewaschen.

Eine gute Möglichkeit, einen Komposthaufen in Schwung zu bringen, sind Effektive Mikroorganismen (EM). Mit ihrer Hilfe verkompostieren deine Abfälle nicht nur wesentlich schneller, EM-Kompost ist auch nährstoffreicher und verfault nicht so schnell wie herkömmlicher Kompost.

Die Temperatur regeln

Wer schon einmal einen Komposthaufen angelegt hat, weiß, dass die Temperatur am Anfang sehr hoch ist und dann immer weiter abfällt. Wie heiß ein Kompost wird, hängt von der Materialzusammensetzung ab. Frischer Mist wird bis zu 60°C heiß, Grasschnitt, Grünmaterial oder frische Brennnesseln sogar über 80°C. Untergemischte Erde hält die Temperatur niedrig.

Generell töten höhere Temperaturen Keime und Unkrautsamen besser ab. Allerdings sterben einige Mikrobenstämme bei Temperaturen über 50°C. Ein heißer Kompost ist also nicht mehr so vital und belebt. Die optimale Temperatur für deinen Kompost hängt also davon ab, wie viel Wert du auf Keimfreiheit legst und ob du eventuell fiese Unkräuter auf den Kompost geworfen hast.

Feuchtigkeit

Ohne Feuchtigkeit vertrocknen die Bodenorganismen im Komposthaufen und die Verrottung stagniert. Wenn der Kompost allerdings zu nass ist, gelangt nicht mehr genug Luft ins Innere des Haufens und er verfault. Hier sollte man also aufpassen. Dein Komposthaufen hat einen guten Feuchtigkeitsgehalt, wenn sich das Innere des Komposthaufens wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt.

Wenn du von Anfang an darauf achtest, dass die aufgeschichteten Materialien einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt haben, solltest du später keine Probleme haben. Ist dein Kompost aber zu trocken, hilft es, ihn ab und zu zu gießen. Ein zu nasser Kompost muss umgesetzt werden. Dabei solltest du Erde und trockenes Material untermischen.

Gerade in niederschlagsreichen Gegenden sollte ein Kompost immer abgedeckt sein, damit er vor Regen geschützt ist.

Sauerstoff

Die aeroben Bakterien im Komposthaufen sterben, wenn sie nicht genug Sauerstoff bekommen. Dann setzen sich anaerobe Bakterien durch und der Haufen wird stinkig und fault. Daher muss man beim Anlegen darauf achten, keine dicken Schichten Grasschnitt oder Tonerde aufzutragen, durch die kein Sauerstoff mehr ins Innere des Haufens gelangt. Grasschnitt oder Ton sollte man entweder nur sehr dünn auftragen oder mit lockeren Materialien wie Zweigen oder Stroh mischen.

Es sollten sich aber auch nicht zu große Hohlräume bilden, denn die behindern die Bodenorganismen bei ihrer Arbeit. Sperrige Äste etc. also immer gut zerkleinern.

Umsetzen

Beim Umsetzen gelangen die äußeren Schichten nach innen und die inneren Schichten nach außen. Dadurch erzielt man eine gleichmäßigere und vor allem schnellere Verrottung. Das Endergebnis ist mit und ohne Umsetzen gleich. Gerade in einem neuen Garten, wenn noch nicht viel Kompost zur Verfügung steht, lohnt sich die Mehrarbeit aber allemal. Später kann man dann abwägen, ob man so dringend neuen Kompost braucht, dass man ihn umsetzt.

Der günstigste Zeitpunkt zum Umsetzen ist nach drei bis sechs Wochen, wenn der Haufen wieder kühler geworden ist.

Kompost machen auf dem Balkon

Wenn du auf dem Balkon gärtnerst, kannst du deine Abfälle wunderbar in einer Wurmkiste kompostieren. Das nicht nur geruchsneutral, sondern auch sehr effektiv. Wurmkisten kann man entweder selberbauen oder fertig kaufen. Auch die späteren Bewohner (Rote Mistwürmer) kann man im Internet bestellen. Falls du mehr wissen willst, schau dir doch mal in dieses Video an:

 

Mein Kompost stinkt!

Wenn dein Komposthaufen fault anstatt zu verrotten, solltest du zunächst den Untergrund auf Wasserdurchlässigkeit kontrollieren. Öffne den Haufen und lass ihn an der Sonne abtrocknen. Anschließend solltest du ihn neu aufsetzen und dabei trockenes Material untermischen. Prüfe auch, ob die Abdeckung intakt ist!

Mein Kompost schimmelt!

Schimmel ist ein Zeichen dafür, dass der Kompost zu trocken ist. Du solltest deinen Haufen umsetzen und gut gießen. Am besten mischst du dabei noch etwas reifen Kompost unter, um ihn neu zu aktivieren. In der nächsten Zeit solltest du deinen Kompost regelmäßig kontrollieren und eventuell noch einige Male gießen.

Wann ist der Kompost fertig?

Je nach Materialzusammensetzung und Jahreszeit dauert die Kompostierung einige Wochen oder Monate. Im Winter macht der Komposthaufen Pause, dann passiert nicht viel. Der Kompost ist fertig, wenn er nach Waldboden riecht. Oft sind auch dann noch vereinzelte unverrottete Teile im Kompost. Die kann man mit einem Kompostsieb heraussieben und zurück auf den Haufen werfen.

Kompost Anlegen Gemüsegarten

Fertiger Kompost kann abgedeckt längere Zeit gelagert werden. Die beste Zeit, um Kompost auszubringen, ist das Frühjahr. Dann kannst du eine 1 bis 2 cm dicke Schicht auf deinen Beeten verteilen und leicht einarbeiten. Auch im Sommer und im Herbst kann man noch Kompost ausbringen – zum Beispiel als Kopfdünung für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kohl. Im Herbst ausgebrachter Kompost sollte in jedem Fall mit einer Mulchdecke geschützt und nur so lange ausgebracht werden, wie der Boden noch warm ist.

Was macht dein Kompost? Oder kompostierst du deine Abfälle in einer Wurmfarm? Hast du Geheimtipps für richtig guten Kompost? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!

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DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

Ich bin fast noch talentierter im Tassen-Fallenlassen als mein dreijähriger Sohn und irgendwie sind es immer die schönsten Stücke, die zuerst kaputt gehen. Aber neuerdings habe ich keinen Grund mehr, mich darüber zu ärgern. Im Gegenteil: Je schöner die zerdepperte Tasse oder der kaputte Teller, desto besser. Die Scherben kann man nämlich wunderbar als DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten verwenden.

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten 

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

Beim Aussäen sind Namensschilder super hilfreich, um die einzelnen Reihen zu markieren. Manche Gemüse-Arten brauchen nämlich einige Wochen, ehe sie aufgehen, und bis dahin habe ich oft vergessen, wo ich was ausgesät habe. Bisher habe ich dafür immer in Streifen geschnittene Tetra Paks genommen, die bei Regen aufgeweicht und zerfleddert sind. Damit ist jetzt Schluss. Upcycling darf auch stylisch sein. 😛

Scharfe Kanten und Spitzen bearbeite ich entweder vorsichtig mit dem Hammer oder schmirgele sie mit grobem Sandpapier rund. Schließlich sind in unserem Garten Kinder unterwegs und ich habe keine Lust, barfuß in eine Scherbe zu treten.

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten 

DIY Pflanzenschilder für den Gemüsegarten

Auf meinem Pinterest-Profil findest du noch viele andere Garten-Ideen und DIYs. Klicke hier, um mir zu folgen:

Bist du auch so ein Tollpatsch? Woraus bastelst du deine Pflanzenschilder? Ich freue mich wie immer über Kommentare.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Auf der Liste der Dinge, die ich bei einem Wohnungsbrand mitnehmen würde, steht mein Spinnrad ziemlich weit oben. Ich habe es jetzt seit vier Monaten und bereits die unterschiedlichsten Garne damit gesponnen. Spinnen ist definitiv zu einem Hobby geworden und ich bin regelrecht süchtig. Kleidung für mich und meine Familie herzustellen, gehört für mich zur Selbstversorgung dazu. Deswegen habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, als das Spinnrad endlich ankam. Ich liebe es, wenn Selbstversorger-Aufgaben Spaß machen. Es gibt genug Dinge, die ich nicht gerne tue (ausmisten, meeh…). Umso toller ist es, wenn man an einer Aufgabe so viel Freude hat. Selbstversorgung soll schließlich nicht in Selbstgeißelung enden, sondern in erster Linie Spaß machen.

Bald wird es Herbst und die warmen Pullover sollen fertig sein wenn es kalt wird. Deswegen bin ich gerade fleißig am Spinnen. Wenn man noch nie an einem Spinnrad gesessen hat, können die einzelnen Schritte ganz schön überwältigend wirken. Im Grunde ist es aber ganz einfach. Deswegen gibt es heute eine Übersicht darüber, welche Schritte nötig sind, um aus roher Schafwolle ein strickfertiges Wollknäuel zu machen. Vorher aber ein kleiner Exkurs im Sinne der Tiere, die uns diesen unglaublichen Rohstoff zur Verfügung stellen:

Warum es so wichtig ist, welche Wolle du verwendest

Wolle ist toll. Im Gegensatz zu Kunstfasern entsteht Wolle aus Erde, Wasser und Sonne. Sie besteht aus Aminosäuren, die man synthetisch nicht herstellen kann. Chemiker sind überzeugt davon, dass auch in Zukunft keine künstliche Faser hergestellt werden kann, die die alle guten Eigenschaften der natürlich gewachsenen Wolle besitzt. Wolle kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen, ohne dass sie sich feucht anfühlt. Außerdem ist sie schwer entflammbar, atmungsaktiv und schmutzabweisend. Deswegen muss sie auch nicht so oft gewaschen werden, lüften reicht oft vollkommen aus.

Der Großteil unserer Wolle stammt von Merinoschafen. Merinowolle ist sehr weich und Merinoschafe liefern einen hohen Wollertrag. Der ist deswegen so hoch, weil ihnen ihre Haut buchstäblich ein paar Nummern zu groß ist – sie hat also eine größere Oberfläche, auf der mehr Wolle wachsen kann. Dadurch bilden sich Hautlappen, unter denen sich Parasiten einnisten. Um das zu verhindern, schneiden viele Schafzüchter (insbesondere in Australien, wo ein Großteil der hier verwendeten Wolle produziert wird) den Lämmern große Haut- und Fleischstücke vom Hinterteil. Und das ohne Schmerzmittel oder Betäubung. Was für ein immenses Leid das für die Lämmer bedeutet, kann sich vermutlich jeder vorstellen.

Deswegen: Wenn du keine eigenen Schafe hast, sondern Wolle kaufst, achte darauf, dass sie Mulesing-frei ist. Hier findest du eine Auflistung von Shops, die Mulesing-freie Wolle verkaufen.

Ansonsten gibt es neben dem Merinoschaf auch andere tolle Schafrassen, die ohne Qualzucht weiche Wolle liefern. Ich habe mich in die Rotkopfschafe verliebt, eine stark bedrohte Schafrasse, die eine sehr weiche Wolle besitzt und viel besser an unser Klima angepasst ist als die Merinos. Solche Rassen zu bewahren, ist super wichtig. Leider kenne ich keine Bezugsquelle für Rotkopfschaf-Wolle, aber die Wolle vom Krainer Steinschaf, ebenfalls eine bedrohte Schafrasse, ist auch seeeehr kuschelig. Indem du diese Wolle kaufst, kannst du die Züchter dabei unterstützen, diese wertvollen alten Rassen zu erhalten. Ich kaufe meine Wolle daher im Shop von Kollektion der Vielfalt.

Oder aber du fängst selbst an, eine bedrohte Schafrasse zu halten und steigst in die Erhaltungszucht ein.

Mit Dem Spinnrad Spinnen Walliser Schwarnasenschaf

Rohwolle waschen und kardieren

Ich besitze seit einigen Jahren keine eigenen Schafe mehr. Als ich noch welche hatte, habe ich die Wolle leider nie verwendet, das bereue ich mittlerweile sehr. Ich hatte tolle Schafe, Walliser Schwarznasen und Rhönschafe. Aber aus irgendeinem Grund habe ich ihre Wolle nicht verwendet. Da wir jetzt keine Schafe mehr haben, kaufe ich meine Wolle wie eben erwähnt bei Kollektion der Vielfalt. Diese Wolle ist schon gewaschen und kardiert, deswegen habe ich das bisher noch nie selber gemacht, auch wenn ich große Lust dazu habe. Das kommt bald – wenn ich Alpaka-Rohwolle von einem Hof aus der Region bekomme – bisher habe ich damit aber noch keine Erfahrungen. Deswegen verweise ich mal an Woll-Profi Chanti:

Beim Kardieren kämmst du die Fasern, damit du sie leichter verspinnen kannst. Dafür kannst du entweder Handkarden oder eine Kardiermaschine benutzen. Wenn du nicht sofort große Investitionen tätigen willst, kannst du ein paar Nägel durch ein Brett schlagen und das Brett so an einem Tisch befestigen, dass die Nägel nach oben stehen. So kannst du dir einen kleinen Kamm zum Kardieren selberbauen.

Welches Spinnrad ich benutze

Ich habe mich nach reiflicher Überlegung dagegen entschieden, ein altes Spinnrad, also einen Dachbodenfund o.ä. zu kaufen. Als blutiger Anfänger hatte ich absolut keine Ahnung von Spinnrädern. Ich habe mich nicht in der Lage gesehen, zu beurteilen, ob ich mit dem Ding wirklich spinnen kann oder ob es nichts taugt oder evtl. sogar nur ein Dekorad ist. Deswegen habe ich ein modernes Spinnrad gekauft. Die Dinger sind ganz schön teuer, daher lohnt es sich, auf eBay Kleinanzeigen oder einem ähnlichen Portal Ausschau nach gebrauchten modernen Spinnrädern zu halten. Ich habe ein Spinnrad der Marke Rens + Smits geschossen, das für Anfänger super geeignet ist. Mit den richtigen Anleitungen und Spinnvideos für Anfänger hat es nicht lange gedauert, bis ich damit einen gleichmäßigen Faden spinnen konnte. Eine Freundin von mir spinnt mit einem Ashford Traditional und ist damit auch sehr zufrieden.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad

Mit dem Spinnrad spinnen für Anfänger

Wenn du noch nie gesponnen hast, können die ganzen Begriffe und die unterschiedlichen Aufbauten von Spinnrädern ganz schön verwirrend sein. Es gibt aber gute Videos auf YouTube, die mir bei der Wahl meines Spinnrads und vor allem bei den ersten Schritten sehr geholfen haben. Im Grunde zieht beim Spinnen eine Hand den Faservorrat zu einem dünnen Strang aus und die andere gibt diesen Strang dem Spinnrad frei. Solltest du noch nie gesponnen haben, kannst du dir darunter vermutlich nicht viel vorstellen. In Videoform lässt sich das viel besser erklären, also schau doch mal in dieses Video rein, da findest du gute Tipps, um als Anfänger spinnen zu lernen:

Verzwirnen

Hast du zwei Spulen vollgesponnen, solltest du die beiden Fäden als zu einem Garn verzwirnen. Dadurch wird das Garn stabiler und der Drall, der auf den beiden Garnen ist, gleicht sich aus. Das Verzwirnen geht viel schneller als das Spinnen, auch wenn es nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert. Du knotest die Enden deiner beiden Garne an den Anfangsfaden der leeren Spule und verzwirnst die beiden vollen Spulen nach und nach zu einem Garn, das sich auf die leere Spule aufwickelt. Wichtig ist, dass du beim Verzwirnen in die entgegengesetzte Richtung spinnst, also dass sich das Rad in die andere Richtung dreht als beim Spinnen. Das so entstandene Garn wickelst du entweder auf eine Haspel oder (falls du keine besitzt) um die Lehne eines Stuhles oder die Beine eines umgedrehten Hockers. Dort bleibt das Garn mindestens 24 Stunden lang – das hilft, später ein ausgeglichenes Garn zu haben. Die Fasern erinnern sich nämlich noch daran, wie sie ursprünglich gelegen haben, und wollen in diese Form zurückkehren. Sie straff aufzuwickeln, hilft ihnen, sich an die neue Faseranordnung zu gewöhnen. Anschließend braucht das Garn ein Entspannungsbad. (Ja, du hast richtig gelesen.)

Entspannungsbad

Das Entspannungsbad ist sehr wichtig, wenn du das Garn verhäkeln oder verstricken möchtest. Beim Baden zeigt sich nämlich, ob das Garn etwas taugt: Es ist besser, das Garn läuft jetzt ein oder kräuselt sich, als wenn du die ganze Arbeit des Strickens oder Häkelns hineinsteckst und dein neu angefertigtes Kleidungsstück beim ersten Waschen wellig wird oder einläuft. Das willl man nämlich wissen, bevor man viel Arbeit in ein Stück steckt, das man hinterher nicht anziehen will.

Für das Entspannungsbad gibst du deine Wollstränge in einen Topf mit heißem Wasser. Kein kochendes Wasser, sondern nur so warm, dass du die Wolle noch mit den Händen runterdrücken kannst, ohne dich zu verbrennen. Du drückst die Garne jetzt so lange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wirklich nur vorsichtig drücken, ansonsten kann die Wolle verfilzen.

Wolle spinnen mit dem Spinnrad Wolle waschen

Nach zehn Minuten Wartezeit kannst du die Wolle vorsichtig ausdrücken und in ein Handtuch einwickeln, das du hin- und her rollst, sodass das Wasser von den Garnen an das Handtuch abgegeben wird. Anschließend einfach zum Trocknen aufhängen.

Zum Knäuel wickeln

Ist die Wolle trocken, solltest du sie vor dem Stricken oder Häkeln zu einem Knäuel aufrollen, ansonsten gibt’s ein dickes fettes Kuddelmuddel. Ein Knäuel zu wickeln ist nicht schwer, ich mache immer eine einfache Kugel. Eine Anleitung zum Knäuel-Wickeln findest du hier.

Stricken, Weben, Häkeln

Jetzt kann’s losgehen. Such dir ein schönes Strickmuster heraus, bau deinen Webstuhl auf oder starte ein Häkelprojekt. Auf meiner Pinterest-Pinnwand zum Thema Selbstversorgung mit Kleidung sammle ich Ideen und Inspirationen zum Stricken, Häkeln, Weben und Filzen. Schau doch mal vorbei!

Wolle spinnen mit dem Spinnrad Stricken

Spinnst du auch? Oder hast du Lust, damit anzufangen? Welches Spinnrad benutzt du und bist du damit zufrieden? Was ist deine Lieblingswolle?

Selbstversorgung Für Anfänger