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Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern

Knoblauch pflanzen

Heute geht es um eine der genialsten Gemüsepflanzen überhaupt: Knoblauch! Ich liefere dir einen kompletten Anbau-Leitfaden, vom Pflanzen von Knoblauch über die Pflege bis zur Ernte.

Und, versprochen: Diese Ernte wird besonders groß ausfallen, wenn du dich an die Tipps hältst, die ich dir in diesem Artikel gebe.

Wir versorgen uns seit unserem allerersten Gartenjahr komplett mit Knoblauch selbst und haben unsere Anbautechniken seitdem immer weiter optimiert. Und in diesem Artikel zeige ich dir ganz genau, wie.

Denn, ganz ehrlich, Knoblauch kann man nie genug haben, oder? Waaah, ich liebe Knoblauch! Also, los geht’s:

Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern: Hier ist die Anleitung für dicke Knollen - egal, ob du deinen Knoblauch im Garten oder im Topf auf dem Balkon pflanzen willst. #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Garten

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Knoblauch pflanzen – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt zwei Zeitpunkte, an denen du sinnvollerweise Knoblauch pflanzen kannst:

  1. Im Frühling Knoblauch pflanzen
    Du kannst deinen Knoblauch im Februar oder März stecken und noch im selben Jahr ernten. Dann werden die Knollen aber nicht so dick.
  2. Im Herbst Knoblauch pflanzen
    Deswegen ist es besser, den Knoblauch im Herbst zu pflanzen. Dann treiben die Zehen schon vor dem Winter aus, überwintern und haben im nächsten Jahr einen guten Vorsprung. Für uns hat es sich bewährt, den Knoblauch Anfang bis Mitte Oktober an einem Wurzeltag zu stecken.

Brutknöllchen oder Zehen stecken?

Am einfachsten ist es, Knoblauch direkt aus Zehen anzubauen. Wir heben immer die dicksten Knollen der letzten Ernte auf, um sie im Herbst zu stecken. Man kann Knoblauch aber auch aus Brutknöllchen anbauen. Brutknöllchen sind die kleinen Mini-Zehen, die sich aus Knoblauchblüten entwickeln.

Mir ist es meistens zu umständlich, die Knöllchen zu stecken, nicht zuletzt deswegen, weil sie in den Tagen nach dem Stecken gerne wieder aus der Erde „herausspringen“. Außerdem dauert es zwei Jahre, bis man richtig große Knollen ernten kann. Im ersten Jahr bilden sie nämlich nur eine kleine Knolle, einen sogenannten Rundling, die noch nicht in Zehen unterteilt ist.

Die Vorteile vom Vermehren aus Brutknöllchen:

Man muss keine Zehen zum Stecken „opfern“ und die Pflanzen sind weniger anfällig für Virosen, weil die an den Zehen anhaften und so auf die neue Pflanze übertragen werden können.

Knoblauch pflanzen – So steckt man die Zehen

Am gängigsten und einfachsten ist es, beim Knoblauchstecken die Knollen auseinanderzubrechen und die dicksten Zehen ungefähr 4-6 cm tief zu pflanzen. Brutknöllchen sollte man nur 1-2 cm tief setzen. Vorher bringe ich immer etwas Kompost aus und lockere den Boden mit der Grabegabel.

Wir pflanzen unseren Knoblauch gerne im ganzen Garten verteilt, weil er ein toller Mischkulturpartner für viele andere Gemüsepflanzen ist. Hier ist eine Liste mit den besten (und schlechtesten) Mischkulturpartnern für Knoblauch.

Ein Pflanzabstand von 15 x 25 cm wäre super. Wenn länger kein Regen angekündigt ist, hilft es, die Zehen nach dem Stecken anzugießen.

Welche Knoblauchsorte anbauen?

Wenn du Knoblauch zum Pflanzen suchst, solltest du ihn nicht im Supermarkt kaufen. Der Knoblauch, der dort verkauft wird, kommt nämlich oft aus China, Indien oder Ägypten und ist nicht auf unser Klima eingestellt.

Stattdessen schaust du besser in Hof- oder Bioläden nach regional angebautem Knoblauch und suchst dir zum Stecken die dicksten Knollen aus.

Vielleicht bekommst du ja auch ein paar Zehen von jemandem in deinem Freundeskreis, der Knoblauch in seinem Garten anbaut. Wir haben unseren ersten Steckknoblauch von meiner Schwiegermama bekommen und seitdem jedes Jahr weitervermehrt. Deswegen weiß ich auch gar nicht, welche Sorten wir anbauen.

Damit ich dir trotzdem einen handfesten Sortentipp mitgeben kann, habe ich einen professionellen Bio-Knoblauch-Anbauer nach seiner Lieblingssorte gefragt. „Vekan“ sei der leckerste Knoblauch, hat er gemeint. Auch wenn er etwas kleinere Knollen ausbildet als andere Sorten, macht der Geschmack das wieder wett.

Eine Sache ist noch gut zu wissen:

Hardneck- und Softneck-Knoblauch: Was ist der Unterschied?

Man unterscheidet Knoblauchsorten in zwei übergeordnete Gruppen: Softneck und Hardneck. Softneck-Knoblauch entwickelt keinen Blütenschaft, Hardneck-Knoblauch schon.

Softneck-Sorten schmecken meistens milder und lassen sich länger lagern. Der Knoblauch, den man im Supermarkt bekommt, gehört immer in die Softneck-Gruppe, weil er im Gegensatz zum Hardneck-Knoblauch maschinell angebaut werden kann.

Hardneck-Knoblauch muss nämlich von Hand richtig herum gesteckt werden, deswegen bekommt man solche Sorten nur von kleineren Höfen, die noch viel von Hand machen. Hardneck-Knoblauch schmeckt kräftiger, bildet oft etwas größere Zehen, ist robuster und besser an unser Klima angepasst.

Wir bauen Hardneck-Knoblauch an. Die schlechtere Lagerfähigkeit ist in meinen Augen kein Problem, weil wir ab Frühling ohnehin nur noch frischen Knoblauch essen. Hardneck-Knoblauch eignet sich nämlich besser zum „Jung-Ernten“, weil er im Gegensatz zu Softneck-Knoblauch einen Schaft ausbildet.

Knoblauch pflegen, düngen, gießen

Knoblauch mag kein Unkraut. Falls deine Beete sehr verunkrautet sind, solltest du also regelmäßig zwischen deinen Pflanzen hacken. Durch unsere Lieblings-Beet-Anlege-Technik haben wir zum Glück kaum Probleme mit Unkraut. Wir mulchen unseren Knoblauch außerdem mit Hackschnitzeln, was auch hilft, Unkraut zu unterdrücken und den Boden feucht und gesund hält.

Aber Vorsicht:

Knoblauch kann Pilzerkrankungen und virale Infekte bekommen, wenn man ihn zu dick mulcht, und dann faulen die Knollen. Bei uns hat sich für Knoblauch eine 3-5 cm dicke Mulchschicht bewährt.

Düngen ist bei Knoblauch nicht unbedingt notwendig, gerade wenn man vor dem Pflanzen Kompost ausgebracht hat. Der Knoblauch gedeiht aber besser, wenn man im Mai ein- bis zweimal Brennnesseljauche ausbringt.

Wenn unser Knoblauch Blütenschäfte ausbildet, brechen wir die aus, damit die Pflanzen ihre Kräfte stattdessen in die Knolle stecken. Die Knospen kann man frisch essen und zum Kochen verwenden. Sie haben einen milden Knoblauchgeschmack. Meistens erntet man aber zu viele Knospen auf einmal als man frisch verbrauchen kann. Deswegen sind hier ein paar tolle Tipps zum Haltbarmachen von Knoblauchknospen (leider nur auf Englisch).

Wir gießen unseren Knoblauch überhaupt nicht. Falls du doch gießt, solltest du spätestens dann damit aufhören, wenn die Blätter gelb werden. Wenn die Knollen zur Erntezeit länger feucht sind, können sie nämlich Pilzkrankheiten bekommen.

Knoblauch ernten

Du kannst Knoblauch ab dem späten Frühling frisch ernten und das gesamte Grün mit der kleinen Knolle zum Kochen verwenden. Er schmeckt dann nicht so kräftig wie die „fertigen“ Knollen, aber trotzdem super lecker.

Die Knollen erntet man, wenn die Hälfte bis 2/3 des Laubs gelb geworden sind, das ist ungefähr Mitte Juli. Die Knollen sollten dann noch fest geschlossen sein. Wenn man zu lange wartet, gehen die Knollen auf und sind dann nicht mehr so lagerfähig und anfälliger für Pilzkrankheiten.

Wir lockern das Beet um die Pflanzen herum mit einer Grabegabel, dann lassen sich die Knoblauchpflanzen leicht aus der Erde ziehen.

Am praktischsten ist es, die Knollen gleich auf dem Beet zu säubern. Dazu einfach das äußerste Blatt um die komplette Knolle herum ablösen, das ist meistens ohnehin sehr locker. Danach kleibt keine feuchte Erde mehr an dem Knoblauch und die Knolle ist sauber.

Dann hängst du deine Knoblauchpflanzen in kleinen Bündeln für mindestens zwei Wochen an einem luftigen überdachten Ort zum Trocknen auf. Das Trocknen ist ganz wichtig, damit der Knoblauch sich gut lagern lässt. Wir machen das unter dem Vordach von einem unserer Ziegenställe. Du findest bestimmt auch einen Ort, zum Beispiel einen überdachten Balkon, ein Carport o.ä.

Knoblauch lagern

Wenn deine Knoblauchpflanzen durch und durch trocken sind, kannst du sie zu Zöpfen flechten und in der Küche aufhängen. Wir schneiden stattdessen oft einfach das Laub ab und lagern die Knollen in großen Körben. Am längsten hält sich Knoblauch an einem trockenen, luftigen, eher kühlen und dunklen Ort. Gut lagefähige Sorten kannst du so bis zu acht Monate lang aufbewahren.

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Wenn du Fragen hast, lass mir gerne einen Kommentar da! Hast du noch Tipps zum Knoblauch-Pflanzen? Oder eine Sorte, die sich bei dir gut bewährt hat? Dann teile sie unten in den Kommentaren!

Kategorie: Garten

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines vierjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

3 Kommentare

  1. Hallo Marie,

    Vielen Dank, ich habe gestern gleich in jedem Beet ein paar gehen gelassen. Bin schon gespannt wie das dann nächstes Jahr mit dem Knoblauch aussieht!

    Liebe Grüße aus Wien,
    Michaela

  2. Madlen sagt

    Hallo Marie,
    Vielen Dank für die vielen Infos.
    Kann man Knoblauch auch im Balkonkasten anbauen oder wird es dort im Winter zu frostig?
    Wann wären denn die perfekten Tage zum stecken im Oktober? ;-)
    Viele Grüße aus Kassel
    Madlen

  3. Madlen sagt

    Hallo Marie,
    Vielen Dank für die vielen Infos.
    Kann man Knoblauch auch im Balkon Kasten anbauen oder wird es dort im Winter zu frostig?
    Wann wären denn die perfekten Tage zum stecken im Oktober?
    Viele Grüße aus Kassel
    Madlen

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