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Q&A: Selbstversorgung trotz Vollzeitjob, jung Eltern sein, Geld verdienen mit Bloggen

SelbstversorgungOhneGeldArtischocke

Heute gibt es mal ein etwas anderes Format: Ich habe euch gebeten, mir Fragen zuzuschicken und will jetzt einige von ihnen beantworten. Egal, ob es darum geht, welche Tiere sich für Selbstversorger am besten eignen, wie man mit einem Blog Geld verdient oder warum zum Henker ich in so jungen Jahren schon ein Kind habe.

Jipp, es wird persönlich. Lasst uns loslegen!

Q&A: Selbstversorgung trotz Vollzeitjob, jung Eltern sein, Geld verdienen mit Bloggen: Heute beantworte ich eure Fragen. Viel Spaß! #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung

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René: „Zu wieviel Prozent versorgt ihr euch selbst?“

Wir bauen unser Obst und Gemüse zu fast 100 % selbst an. Es gibt jedes Jahr Gemüsearten, die besser oder schlechter wachsen, und wenn wir von irgendwas nicht genug ernten, kaufen wir das natürlich zu. Kartoffeln sind das einzige Gemüse, das wir regelmäßig zukaufen, was sich ab nächstem Jahr aber vermutlich ändern wird.

Wir haben unsere eigenen Eier und Ziegenmilch, aus der wir Käse und Joghurt machen. Im Winter machen die Hühner natürlicherweise eine Legepause. Man könnte sie mit einer Zusatzbelichtung dazu anregen, trotzdem zu legen. Aber wir gönnen ihnen die Pause, machen den Sommer über Eier haltbar und essen im Winter einfach weniger Eier als während der “Legesaison”.

Getreide und Ölfrüchte bauen wir nicht an und Schweinkram wie Schokolade kaufen wir auch ganz normal im Laden. Es fällt mir schwer, da genaue Prozentzahlen rauszuhauen, vor allem, weil es ja darauf ankommt, ob man sich dabei auf Kalorien/Gewicht usw. bezieht und wir das nie berechnet haben.

Andrea: „Welche Tiere soll ich zur Selbstversorgung halten, wenn ich gerade erst anfange?“

Hühner zu halten, ist sehr unkompliziert, und eine kleine Hühnerschar reicht aus, um deine Familie mit Eiern (und Fleisch) zu versorgen. Was viele nicht wissen, ist, dass es aber auch Entenrassen gibt, die fast genauso viele Eier legen wie Hühner. Enten sind bessere Schneckenjäger als Hühner, brauchen aber immer eine Bademöglichkeit.

Hühner halten für Anfänger: Hühner im Garten

Für Milch und Fleisch bieten sich natürlich Schafe oder Ziegen an. Ziegen sind allerdings Meister im Ausbrechen. Wenn du empfindliche Nachbarn oder einen tollen Rosengarten hast, bist du mit Schafen deswegen besser beraten.

Ziegen sind aber viel lustiger als Schafe, die haben richtig Charisma und Charakter. Ich habe viel mehr Spaß an meinen Ziegen als an den Schafen, sodass ich mittlerweile nur noch Ziegen halte.

Wenn du Fleisch isst, sind für dich vielleicht auch Kaninchen interessant. Das ist auf jeden Fall mein nächstes Projekt: Kaninchen im Freiland halten, um uns mit Fleisch zu versorgen. Kaninchen sind vor allem deswegen so toll, weil du sie komplett von Grünfutter ernähren kannst – das macht Kaninchenfleisch sehr umweltfreundlich.

Melanie: „Falls die Frage nicht indiskret ist: Wie alt bist du und wie kommt es, dass du schon ein Kind hast?“

Nein, die Frage ist überhaupt nicht indiskret. Um die ganze Geschichte zu erzählen, muss ich aber ein bisschen ausholen. Ich bin 24. Meinen Sohn habe ich mit 19 bekommen, sogar noch ein Jahr vor dem Abi.

Das war natürlich alles andere als geplant und als ich erfahren habe, dass ich schwanger war, war ich erstmal geschockt. Aber sowohl mir als auch meinem Freund war sofort klar, dass wir das Kind bekommen, und nachdem wir uns mit dem Gedanken erstmal angefreundet hatten, haben wir uns auch sehr gefreut.

Also haben wir uns eine Wohnung gesucht. Wir waren beide noch in der Schule und alles, was wir uns leisten konnten, war winzige Kellerwohnung. Aber das war unser Reich und wir auf einmal eine kleine Familie. :)

Ich weiß noch, dass ich große Angst hatte, in der Schule zu erzählen, dass ich schwanger war. Aber als ich dann damit rausgerückt bin, haben sowohl meine Mitschüler als auch die Lehrer so positiv reagiert.

Unter den Mädchen hat ziemlich bald ein Strickmarathon begonnen und ich habe Pullöverchen, Söckchen und Decken von Leuten geschenkt bekommen, die ich vorher noch nicht einmal gekannt hatte. In manchen Pausen musste ich regelrecht vor Mitschülern flüchten, die ganz scharf darauf waren, meinen Bauch anzumalen.

Und auch die Lehrer haben mich unterstützt, wo sie konnten. Ich durfte zum Beispiel mein Abi machen, ohne die Klasse zu wiederholen, obwohl ich lange Fehlzeiten haben würde.

Im Frühling sollte das Baby dann kommen – und zwar ausgerechnet während der schriftlichen Abi-Prüfungen meines Freundes, der im Jahrgang über mir war. Zum Glück hat der Kleine sich noch ein bisschen geduldet und ist erst ein paar Tage später auf die Welt gekommen.

Was für ein unglaublicher Moment es ist, wenn man auf einmal sein eigenes Kind im Arm hält! Natürlich mussten wir unsere eigenen Pläne erstmal zurückstellen und sehr schnell erwachsen werden. Aber mein Sohn ist das Beste, was mir je passiert ist, und ich kann nicht in Worte fassen, wir dankbar ich bin, ihn zu haben.

Nach einem halben Jahr bin ich dann wieder zur Schule gegangen. Mein Freund war mit seinem Abi fertig und hat mir bedingungslos den Rücken freigehalten. In der Mittagspause ist er mit dem Kleinen zum Stillen in die Schule gekommen – obwohl allein eine Fahrt 1 ½ Stunden gedauert hat, weil wir auf dem Land gewohnt haben und die Schule in der Stadt war.

Und ich habe trotz allem ein sehr gutes Abi gemacht, was ohne meinen Freund nie möglich gewesen wäre. Er ist der weltbeste Freund und Vater überhaupt!

Ulrike: „Garten, Käse machen, melken, Hühner, Brot backen, Kind, Studium, Blog, Kurse… Wie kriegst du das alles zeitlich überhaupt hin? Ich habe zwei Kinder und einen Vollzeitjob und würde mich über Tipps zu deinem Zeitmanagement sehr freuen.“

Ich weiß genau, was du meinst. Ich arbeite auch Vollzeit, studiere nebenbei und möchte so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringen. Für mich ist die Gartenarbeit und die Zeit bei den Tieren deswegen ein toller Ausgleich zu allem, was ich sonst mache.

Es tut so gut, an der frischen Luft zu sein, und es gibt kaum eine befriedigendere Arbeit als aus einer Handvoll Samen einen Garten zu ziehen. Und dann die Früchte dieser Arbeit zu ernten und in ein richtig gutes Abendessen zu verwandeln. Je mehr ich am Schreibtisch arbeite, desto mehr Zeit will ich auch draußen verbringen, weil es mir so viel Spaß macht.

Deine Kinder kannst du dabei wunderbar mit einbeziehen. Mein Sohn ist immer mit dabei, wenn wir im Garten werkeln. Er hilft mir beim Aussäen, verteilt Mulch mit seiner kleinen Schubkarre und mistet den Hühnerstall aus.

So kommt er an die frische Luft, ist in Bewegung und lernt von klein auf, wo Nahrungsmittel herkommen. Ich finde, dass du allein schon deswegen gärtnern oder Tiere halten solltest, weil du Kinder hast. :)

Und dann ist es natürlich gut, wenn du dir alles so einrichtest, dass du möglichst wenig Arbeit hast. In der Permakultur findest du dazu viele tolle Ideen. Vielleicht hilft dir auch dieser Artikel weiter:

Keine Zeit, kein Problem! 5 Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten

Karin: „Wie groß ist die Fläche für eure Selbstversorgung?“

Wir haben ca. 3 Hektar Weidefläche für unsere Tiere, 400 m2 für Obstbäume und einen Gemüsegarten mit einer Beetfläche von 220 m2. Das reicht für 2 ½ Personen gut aus.

Allerdings ziehen wir in den nächsten Wochen vom Dorf in die Stadt, und dann wird sich das alles ändern. Der neue Gemüsegarten wird ungefähr die gleiche Fläche haben, aber wir wissen nicht, ob wir nochmal so große Weideflächen finden. Und haben gleichzeitig vor, unsere Ziegenherde signifikant zu vergrößern. Das wird spannend. ;)

Falls du nach einem kostenlosen Grundstück für deine Selbstversorgung suchst, schau mal hier vorbei.

Selbstversorgung-Ohne-Geld-Ziege

Fiona: „Ich will gerne einen Blog ‚aufbauen‘. Hast du Tipps, wie ich möglichst viele Menschen erreiche und hauptberuflich Bloggerin werden kann?“

Das Wichtigste beim Bloggen ist, dass du ernsthaft daran interessiert bist, anderen Menschen zu helfen. Viele Blogger behandeln ihre Webseite eher wie eine Art Tagebuch. Und auch wenn das sicher Spaß macht, erreicht man damit in der Regel nicht besonders viele Leute.

Fokussier dich stattdessen besser darauf, deinen Lesern weiterzuhelfen, ihre Probleme zu lösen und ihr Leben zu verbessern. Ich glaube, wenn du das im Hinterkopf hast, kann nicht viel schiefgehen.

Natürlich ist es gut, auch mal persönlich zu werden, zum Beispiel wie ich heute. Aber der Großteil deiner Artikel sollte darauf ausgelegt sein, deinen Lesern direkt weiterzuhelfen.

Dazu gehört auch, dir genau zu überlegen, ob und wie du mit deinem Blog Geld verdienen willst. Sobald du eine gewisse Reichweite hast, bekommst du fast täglich Angebote von Firmen, die wollen, dass du über ihre Produkte schreibst.

Ich finde es sehr wichtig, nur Angebote auszuwählen, bei denen du dir sicher bist, dass sie deinen Lesern weiterhelfen. Ich habe bisher so gut wie jede Kooperations-Anfrage abgelehnt, weil ich das immer im Hinterkopf habe und meine Blogleser für mich an erster Stelle stehen.

Das Gleiche gilt für Werbebanner. Mein Blog hat mittlerweile so viele Besucher, dass ich meinen Lebensunterhalt komplett über das Einblenden von Werbebannern bestreiten könnte. Aber ich finde Werbung derart nervig und unästhetisch, dass ich darauf lieber verzichte. Hier geht es darum, mehr selbst zu machen und dementsprechend auch weniger zu kaufen – da haben Werbebanner nichts verloren.

Damit meine ich nicht, dass es „unethisch“ ist, mit einem Blog Geld zu verdienen. Ganz im Gegenteil: Einen guten Blog zu betreiben, kann so zeitaufwändig und auch teuer sein, dass du einen Weg finden musst, Geld reinzubringen. Aber eben einen Weg, der sich gut für dich anfühlt.

Für mich sind das vor allem die Kurse, die ich gebe. Das ist etwas, wo ich voll und ganz dahinterstehe. Ich weiß, dass ich meinen Kursteilnehmern damit auf die schnellstmögliche Art beibringe, ihr Essen selbst anzubauen und für den Winter haltbar zu machen, und das fühlt sich ziemlich gut an.

Überleg dir immer, was deinen Werten entspricht und wie du deinen Lesern am besten weiterhelfen kannst. Ich bin überzeugt davon, dass dein Blog in dem Maße wachsen wird, in dem du Anderen hilfst, egal, ob über Selbstversorgung schreibst, Hundeerziehung oder Kuchenbacken.

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines vierjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

6 Kommentare

  1. Petra sagt

    Liebe Marie,
    wieder einmal wunderbar, wenn auch diesmal ganz anders. Schön, dass du stets deinen Idealen treu bleibst (z.B. bei den Werbebannern). Das ist bestimmt eine Überwindung, da immer nein zu sagen, immerhin ist das Geld ja auch irgendwie reizvoll, falls mal die Ernte nicht so ausfällt.
    Deine Konsequenz finde ich bewundernswert und wünsche Dir und deiner Familie weiterhin so viel Freude am Tun und gute Ernten!
    Danke für den Blog!
    Petra

  2. Liebe Marie, ich lese deinen Blog seit einer ganzen Weile so gerne. Es macht total Spaß zu lesen, wie du bei dem eigenen Anbau und der Selbstversorgung vorgehst.
    Ganz liebe Grüße zu dir.
    Swetlana

    • Marie sagt

      Dankeschön! Ich mag deinen Blog auch sehr gerne. Witzig, dass du schreibst. Ich habe eben deine Karte vom Saatguttausch wiedergefunden und an dich gedacht. Die Tomaten waren übrigens köstlich. :)
      Viele Grüße zurück!
      Marie

  3. Stephanie sagt

    Liebe Marie,

    heute hab ich deinen Bog gefunden Halsich auf der Suche nach fermentier Anleitungen war. Danke für deinen tollen Blog. Ich selbst habe auch ein online Business das sich mit dem Thema TCM Ernährung beschäftigt und ich finde es klasse was du machst, wie du es machst und wie toll du das alles hinbekommst.

    Danke für deinen wertvollen Tipps.

    Alles Liebe
    Stephanie

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