Garten
Kommentare 11

Gemüsegarten anlegen in 7 einfachen Schritten

Du hast Lust, mit deinen Händen in der feuchten Erde zu graben und frische Möhren und Salate zu ernten? Du willst lieber in deinem Gemüsegarten vorbeischauen als im nächsten Supermarkt?

Perfekt, denn hier lernst du, wie du in wenigen Schritten deinen eigenen Gemüsegarten anlegen kannst!

Wenn du noch nie dein eigenes Gemüse angebaut hast, sind die ersten Schritte manchmal gar nicht so einfach. Schließlich gibt es einiges zu überlegen und zu planen. Wie viel Fläche brauche ich? Wie lege ich meinen Gemüsegarten an? Was soll ich anbauen und vor allem: wie?

Das klingt nach ziemlich viel Arbeit, aber ich verspreche dir, der ganze Prozess ist halb so wild und mit dieser kleinen Anleitung stehst du schon in kürzester Zeit vor deinem fertigen Gemüsebeet. :)

Also verschwenden wir am besten keine Zeit und legen direkt los:

Gemüsegarten anlegen
Merke dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Schritt 1: Wie groß soll mein Gemüsegarten sein?

Wie viel Fläche du für deinen Gemüsegarten brauchst, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel, wie viel Erfahrung du bereits mit dem Anbau von Gemüse hast. Wenn du noch am Anfang deiner Selbstversorgerkarriere stehst (was toll ist, denn jeder Gärtner und jede Gärtnerin ist ein Gewinn!), würde ich dir empfehlen, erstmal klein anzufangen.

So behältst du den Überblick, kannst erst mal ausprobieren welche Kulturen dir überhaupt Spaß machen, und musst nicht zu Stoßzeiten kiloweise Ernte verwerten. Sich am Anfang zu viel zuzumuten, kann schnell zur Überforderung führen und dann den ganzen Spaß am Gemüse-Anbau verderben, was total schade wäre.

10 m2 sind ein super Anfang. Glaube mir, dein Garten wird schnell genug mit Gemüsebeeten übersät sein. ;) Willst du es ein bisschen genauer wissen, dann kannst du auch am Gartenquiz teilnehmen.

Dieses Quiz sagt dir innerhalb von ein paar Minuten, welche Gartengröße ideal zu dir passt, damit du auch langfristig Spaß daran hast, deinen Gemüsegarten zu rocken.

Neugierig? Hier kommst du direkt zum Quiz.

Gemüsegarten anlegen

Schritt 2: Wo soll ich meinen Gemüsegarten anlegen?

Um den perfekten Standort für deinen Gemüsegarten auszuloten, empfehle ich dir als erstes, eine kleine Bestandsaufnahme von deinem Garten zu machen.

Wo geht die Sonne auf? Wo hast du immer Schatten? Wo ist es geschützt und wie ist dein Boden?

All diese Faktoren fließen in die Standortwahl mit ein.

Die meisten Gemüse lieben es sonnig! Schatten verlangsamt das Wachstum und in Kombination mit Feuchtigkeit kannst du schnell Probleme mit Pilzkrankheiten bekommen. Deswegen empfehle ich dir, ein wunderbar sonniges Plätzchen für dein Gemüsebeet auszuwählen, welches bestenfalls auch ein bisschen vor Wind geschützt ist.

Liegt den Garten eher im Halbschatten, ist das jedoch auch kein Ausschlusskriterium. Viele Gemüse, wie beispielsweise Salat, rote Beete oder Spinat, gedeihen auch im Halbschatten wunderbar.

 Noch mehr Schattengemüse findest du übrigens in diesem Artikel.

Hochbeete anlegen

Schritt 3: Hochbeete oder ebenerdige Beete?

Die Frage, ob du Hochbeete oder ebenerdige Beete anlegen solltest, ist im Prinzip reine Geschmackssache.

Hochbeete haben den Vorteil, dass du nicht für jede Gartenarbeit auf den Knien rumrutschen musst und du auch ohne guten Mutterboden sehr erfolgreich Gemüse anbauen kannst. Dafür trocknen Hochbeete schneller aus, irgendwann muss der Boden getauscht werden und sie verursachen einige Kosten bei der Anschaffung, egal ob selbstgebaut oder gekauft.

Wir gärtnern mit beiden Systemen. Wir haben sowohl Hochbeete als auch ebenerdige Kompostbeete. Aber meine Kompostbeete mag ich aber tatsächlich ein kleines bisschen lieber. ;) Sie sind günstiger, schneller angelegt und pflegeleichter als unsere Hochbeete.

Schritt 4: Träumen und Planen

Der nächste Schritt macht besonders viel Spaß: Jetzt kannst du träumen und planen, was in deinem Gemüsegarten wachsen soll!

Mach es dir dazu am besten gemütlich, vielleicht mit einer Tasse Tee, und überlege mal wild drauf los, worauf du in deinem Gemüsegarten Lust hast.

Starte am besten mit dem Obst und Gemüse, das du super gerne isst. Und wer weiß, was am Ende noch auf deiner Liste landet. Ein bisschen Experimentieren macht schließlich auch Spaß, oder? ;)

Hast du deine Liste zusammen, geht es mit dem konkreten Anbauplan weiter. Dieser Teil kann ein bisschen zur Knobelaufgabe werden, wenn du auch auf Fruchtfolge und Mischkultur achten willst.

Aber keine Sorge, für diesen Teil habe ich einen extra Artikel für dich, der dir dabei hilft, den perfekten Anbauplan für deinen Garten zu erstellen.

Hast du keine Zeit oder Lust an einem Anbauplan herumzutüfteln? Dann kommst du hier direkt zum fertigen Anbauplan, bei dem ich schon alles beachtet habe:

Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

    Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

    Schritt 5: Gemüse-Beete anlegen für Anfänger

    Jetzt geht die eigentliche Gartenarbeit los, juhuu. Wenn du gedanklich bereits deinen Spaten aus dem Schuppen geholt hast, dann lies am besten noch ein paar Zeilen weiter, ich bin nämlich sehr großer Fan davon, ganz ohne Umgraben zu gärtnern.

    So bleiben die Bodenschichten und das Gefüge intakt und das Zuhause der Bodenlebewesen, unseren tollen Gartenhelferlein, wird nicht gestört. 

    Du fragst dich jetzt vielleicht: Okay Marie, und wie soll ich dann Beete anlegen, in denen auch was wächst?

    Meine Antwort darauf ist: Kompostbeete! Kompostbeete sind eine tolle Sache, wenn du ebenerdige Beete ganz ohne Umgraben anlegen möchtest. Der Kompost liefert deinen Pflanzen Nährstoffe, du wirst kaum Unkraut vorfinden und dein Boden bleibt fruchtbar und gesund!

    Wie du Schritt für Schritt dein eigenes Kompostbeet anlegen kannst, erfährst du übrigens hier. 

    Bist du eher der Hochbeet-Freund? Dann kommst du hier zu einer einfachen Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet aus Holz. 

    Gemüsegarten anlegen

    Schritt 6: Gemüsegarten bepflanzen

    Dein Gemüsegarten ist angelegt? Na dann ist es Zeit, deinen Garten mit all den tollen Gemüsen zu bevölkern, von denen du geträumt hast! :)

    Je nach Jahreszeit und Kultur wirst du deine Pflanzen entweder direkt ins Beet einsäen oder sie im Haus vorziehen und erst später ins Beet pflanzen.

    Gemüse, die meistens direkt ausgesät werden, sind zum Beispiel MöhrenRadieschen, Rote Bete oder Spinat.

    Gemüse, das frostempfindlich ist und erst nach den Eisheiligen in die Erde kommt, wird meistens vorgezogen, damit es drinnen schon mal einen kleinen Wachstumsvorsprung erlangen kann. Wir wollen ja schließlich eine richtige dicke Ernte einfahren, oder? :P

    Frostbeulen, die vorgezogen werden, sind zum Beispiel Tomaten, Zucchini, Kürbis, Gurke, Paprika und Auberginen.

    Mehr dazu gibt’s im nächsten Artikel, in dem ich dir erzähle, wie du Schritt für Schritt deinen Gemüsegarten planen kannst.

    Schritt 7: Gemüse ernten, was das Zeug hält :)

    Es gibt kaum etwas schöneres, als nach Wochen oder sogar Monaten der Gartenarbeit, aus dem selbst angelegten Garten, das erste, eigene Gemüse zu ernten!

    Wichtig ist, dass du zum richtigen Zeitpunkt erntest. Das meiste Gemüse solltest du lieber ein bisschen früher ernten als zu spät. Salate zum Beispiel sind dann noch schön zart und mild.

    Kohlrabi wird holzig, wenn du ihn zu lange im Beet stehen lässt, und Erbsen mehlig. Und mit riesengroßen Zucchini-Keulen kann meistens auch niemand was anfangen. ;)

    Auch über den Tag verteilt gibt es gute und schlechte Erntezeitpunkte. Ist es sehr heiß, empfehle ich dir zum Beispiel, erst am Abend oder schon sehr früh am Morgen zu ernten, bevor die Blätter unter der Hitze zu welken beginnen.

    Und damit in deinem Gemüsegarten auch alles glatt läuft, findest du hier noch ein paar weitere hilfreiche Gemüsegarten – Artikel:

    So förderst du dein Bodenleben im Biogarten

    8 Schritte zum unkrautfreien Gemüsegarten – ganz natürlich!

    Gemüse pflanzen für Anfänger: Wann, wie, wo?!

    Naa, wie groß soll dein Gemüsegarten werden? Hast du schon einen Gemüsegarten angelegt oder stehst du vor deinem ersten Gartenjahr? Ich freue mich, von dir zu hören! :)

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    11 Kommentare

    1. Maya sagt

      Hi ihr!
      Ich habe nach eurer Anleitung ein Kompostbeet angelegt. Meine Kartoffeln gedeihen inzwischen wundervoll, hab sie schon einmal angehäufelt, bald steht das zweite Mal an :) Auch den vorgezogenen Zucchini, Gurken, Kürbis und Erdbeeren geht es gut, gesteckte Zwiebeln, soweit ich bis jetzt beurteilen kann auch! Nur meine Rote Beete, Möhren, Porree und Frühlingszwiebeln machen mir sorgen… Sie sind zwar gekeimt und inzwischen auch schon ca. 4-5cm (die rote Beete nur die Keimblättchen) groß, aber sie wachsen nun seit vielleicht 2 Monaten einfach nicht weiter. Was ist da los, liegt es am Kompost? Meinen Kohlrabi habe ich vorgezogen und eingepflanzt, er hat den Umzug überstanden etc. aber auch er wächst seitdem nicht weiter… Ist immer noch vielleicht 3cm groß, das seit auch ca. 2 Monaten 🤔🤔🤔
      Ich danke euch für eure Hilfe! :)
      LG Maya

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Maya,
        wie schön, dass einige deiner Gemüse richtig toll gedeihen :) Warum Möhren, Rote Bete und co nicht so richtig wollen ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Ich denke mal nicht, dass es am Kompost liegt, weil ja die anderen Gemüse sich wohlfühlen und gut wachsen. Kannst du irgendwelche Schädlinge an den Pflanzen oder im Boden entdecken? Ist es bei dir vielleicht sehr kalt gewesen? Ich würde Möhren und co einfach nochmal nachsäen und schauen, ob das was wird.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    2. Bettina Glorius sagt

      Hallo liebes Wurzelwerkteam,
      Wieviel Komposterde benötige ich für die Anlage von drei Beeten? … und wieviel qm holzhachschnitzel mitsamt den Wegen zwischen den Beeten und dem Mulchmaterial?

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Bettina,
        für eine 10 cm dicke Kompostschicht brauchst du für 1 qm Beetfläche 0,1 Kubikmeter Kompost. Bei den Hackschnitzeln kannst du mit 210 bis 250 kg pro m3 rechnen, es kommt darauf an, wie feucht die Holzhackschnitzel sind.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Manuela sagt

      Hallo Marie,
      wir haben seit letztes Jahr einen Schrebergarten der ganz verwildert war. Man kam sich vor wie Dornröschen nur mussten wir gegen Brombeerstacheln statt Rosendornen kämpfen. Dies hat einige Zeit in Anspruch genommen und wir sind mit der Gartengestaltung noch lange nicht fertig.
      Es stehen aber bereits meine 3 selbstgebaute Hochbeete (je 2×1 m) die auf Ihre erste Beflanzung warten und einen Platz für 4 Kompostbeete (,je 3,5×1 m) habe ich auch schon ins Auge gefasst.
      Jetzt aber das Problem: Von der Wiese ist nicht mehr allzuviel übrig. Das Unkraut wächst aus allen Ecken. Auch wenn die blauen und weißen Blüten recht schön aussehen, sind sie dort nicht erwünscht. Ich denke mal es hilft nichts, einfach die Pappe darüber zu legen sondern muss in diesem Fall doch tiefer graben, oder? Hast du für solche Fälle auch einen Tipp?
      Liebe Grüße
      Manuela

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Manuela,
        gerade hartnäckige Wurzelbeikräuter müsstest du am besten vorher mitsamt der Wurzeln ausgraben. Die lassen sich oft nicht wirklich von der Pappe beeindrucken. Du kannst auch erstmal die großen Beikräuter jäten, dann eine durchsichtige Folie für zwei Wochen auf das Beet legen und anschließend eine schwarze Folie für vier bis fünf Wochen auf das Beet legen. Das hilft meist sehr gut. :)
        Liebe Grüße und viel Erfolg!
        Malin von Wurzelwerk

    4. Gabriele sagt

      Liebe Marie,

      vielen Dank für Deine wertvollen Anleitungen und Tipps. Es macht mir als Gemüsegartenanleger-Anfängerin Mut und treibt mich an.

      Ich hab einige „Stars“ im Internet… Nun gehörst Du auch dazu!

      Liebe Grüße aus dem Allgäu

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Gabriele,
        danke für deine liebe Rückmeldung :) Auf dass wir die Welt etwas grüner machen!
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    5. Manu sagt

      Liebe Marie,
      Ich verfolge schon seit längerer Zeit deinen Blog auf diversen Kanälen und bin sehr begeistert!
      Ich habe mir nun ein schönes Kompost Früh/Hochbeet gebaut und möchte dort Möhren einsähen, nun steht auf dem Saatgut dass die Möhre „keine frische Düngung“ mag. Was würdest du sagen fällt der Kompost unter die Kategorie frische Düngung oder wie sind dort deine Erfahrungen?? Eine kurze Antwort wäre lieb von dir :-) Viele grüße Manu

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Manu,
        der größte Anteil von Stickstoff (der ja die Pflanzen düngt) im Kompost ist organisch fest gebunden und steht den Pflanzen nicht direkt zur Verfügung. Die Mikroorganismen im Boden mineralisieren den Stickstoff erst nach und nach und machen ihn so für die Pflanzen verfügbar. Deshalb kannst du unbesorgt auch Möhren auf frischen Kompostbeeten anpflanzen :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.