Garten
Kommentare 4

Regrowing: Welche Gemüse-Nachwachsen-Hacks wirklich funktionieren

Regrowing_chinakohl

Naaa, hast du schon mal versucht, deinen Gemüseresten neues Leben einzuhauchen? Regrowing liegt derzeit super im Trend und es ja auch ziemlich cool, aus Abfall einfach neues Gemüse nachwachsen zu lassen, statt die Reste auf den Kompost zu geben.

Aber funktioniert das auch alles, was wir da draußen so gezeigt bekommen oder ist es doch nur vertane Liebesmüh?

Bei meiner Regrowing Top oder Flop Challenge habe ich für dich einige Regrowing-Hacks nachgemacht – und du wirst überrascht sein, welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind!

Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

#1: Die gefüllte Paprika

Der Regrowing Hack:

Du schneidest eine Paprika in der Mitte durch, reibst die Samen ab, sodass sie in die Paprika hineinfallen und füllst diese Hälfte mit Erde auf. Dann setzt du deine Paprikahälfte in einen Topf und bedeckst sie mit Erde. Daraus wachsen ganz bald kleine neue Paprikapflänzchen.

Meine Bewertung:

Bei diesem Hack bringst du sehr viel organisches unverrottetes Material in die Erde ein. Die Frucht vergammelt nach einer Weile und deine Pflänzchen sollen in den fauligen Überresten gedeihen? Da haben die kleinen Pflänzchen aber einen ganz schön harten Start ins Leben!

Trotzdem: Ich glaube, das es funktioniert. Probieren wir es mal aus!

Regrowing_Paprika_Erde

3 Wochen später:

Ich habe diesen Hack nachgestellt und drei Wochen später sind tatsächlich kleine Paprikapflänzchen gewachsen! Juhu! Die Paprika selber schimmelt allerdings ziemlich eklig und ich frage mich, ob es den Pflänzchen schadet, wenn sie mit ihren zarten Wurzeln in diesen Bereich kommen. Aber sie entwickeln ja bald ihre Laubblätter und dann würde ich sie sowieso in einen anderen Topf pikieren.

Regrowing_Paprikapflänzchen

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Top, weil´s funktioniert.

Flop, weil´s im Wohnzimmer etwas eklig ist.

Ich würde mal sagen, Daumen waagrecht ;)

Falls du übrigens meinen Regrowing-Test lieber als Video anschauen möchtest, bitte einmal hier entlang:

#2: Der gepfählte Zuckermais

Der Regrowing Hack:

Die Maiskörner easy peasy mit einem Holzspieß von dem Kolben lösen und die Körner in die Erde stecken. 

Regrowing_Maiskolben

Meine Bewertung:

In dem Internet-Hack, den ich hier ausprobiere, war der Maiskolben gekocht. Wenn die Körner gekocht sind, kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass sie noch keimfähig sein sollen. Und spätestens mit der „Pfählung“ mithilfe des Holzspießes zerstörst du das Samenkorn! Ich bezweifle stark, dass das funktioniert!

Wenn du Saatgut von Mais gewinnen möchtest, musst du die Maiskörner am Kolben ausreifen und hart werden lassen. Für mich sieht dieser Hack daher aus wie ein Fake. ;)

3 Wochen später:

Nach drei Wochen rührt sich in meinem Topf noch immer nichts. Es ist keine Spur von neuen Maispflänzchen zu sehen! Wäre auch zu schön gewesen! :D

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop.

Das kann nicht funktionieren! Am besten säst du deinen Mais wie bisher auch: Du ziehst deine Jungpflanzen aus gereiften Körnern vor.

Eindeutig Daumen nach unten!

Meine Tipps für eine erfolgreiche Jungpflanzenaufzucht findest du übrigens in meinem Artikel Jungpflanzen im Haus vorziehen.

#3: Der Knoblauch-Plastikflaschen-Hack

Der Regrowing Hack:

Dafür füllst du eine Flasche mit Wasser und setzt eine Knoblauchknolle obendrauf. Der Knoblauch bildet lange Wurzeln aus, die ins Wasser ragen und es wachsen neue Triebe aus den Zehen. 

Regrowing_Knoblauch_Flasche

Meine Bewertung:

Das funktioniert bestimmt, ist aber unnötige Mühe. Du kannst deine Zehen genauso gut gleich in die Erde stecken und dir die Arbeit sparen.

3 Wochen später:

Drei Wochen später hat der Knoblauch neue Wurzeln ausgebildet, aber er hat immer noch keinen einzigen neuen Trieb.

Regrowing_Knoblauch_Wurzeln

Regrowing ChallengeTop oder Flop:

Top, weil sich etwas getan hat.

Flop, weil Teile der Wurzeln vergammelt sind und mittlerweile richtig arg stinken. Es ist wirklich viel einfacher, die Zehen in die Erde zu stecken!

Daumen allerhöchstens waagrecht mit Tendenz nach unten. ;)

#4: Die geköpfte Walnuss

Der Regrowing Hack:

Von einer Walnuss entfernst du das obere Drittel der Schale. Dann wickelst du die Nuss in ein feuchtes Küchentuch. Nach einiger Zeit soll sich ein Keim bilden, sodass du die Nuss einpflanzen kannnst.

Meine Bewertung:

Es dauert super, super lange, bis aus einer Walnuss ein Baum gewachsen ist, von dem du Nüsse ernten kannst. Es ist daher sinnvoller, einen veredelten Walnussbaum in der Baumschule zu kaufen.

Als ich versucht habe, die Schale wie im Hack-Video aufzuknacken, sind mir mindestens 20 Nüsse zerbrochen. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, die Nuss nur vorsichtig zu spalten, sodass der Keim die Schale besser durchdringen kann.

3 Wochen später:

Ich habe die Walnuss immer schön feucht gehalten und sie hatte es auch kuschelig warm. Leider hat sich nichts getan. Die Nuss ist nur dunkel und sieht gammelig aus. Von einem Spross ist weit und breit nichts zu sehen.

Regrowing_Walnuss

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop. Hier passiert zumindest in absehbarer Zeit nichts und selbst wenn, kann erst die nächste Generation Nüsse von so einem Baum ernten.

Daumen runter ;)

#5: Lauch nachwachsen lassen

Der Regrowing Hack:

Von einer Lauchstange schneidest du den Wurzelbereich ab und stellst ihn in ein Glas mit Wasser. Der Lauch treibt erneut aus.

Regrowing_Lauch_Wasserglas

Meine Bewertung:

Das funktioniert bestimmt! Ich mach das im Garten bei der Ernte auch immer so. Wenn du deinen Lauch ungefähr vier Zentimeter über dem Boden abschneidest, wächst er nach und du kannst wieder und wieder frisches Lauchgrün ernten.

3 Wochen später:

Es hat geklappt! Tadaa! Nach drei Wochen ist schon ein ordentliches Stück Lauch nachgewachsen. Wenn du dein Gemüse putzt, schneidest du das untere Stück ja sowieso von der Lauchstange ab. Dieser Teil lässt sich super dazu verwenden, um einen neuen Lauch zu ziehen.

Allerdings musst du das Wasser wirklich konsequent alle zwei Tage austauschen , sonst beginnt es furchtbar zu stinken. Insgesamt finde ich es immer noch einfacher, die Wurzel vom Lauch gleich im Beet nachwachsen zu lassen.

Regrowing_Lauch_Wurzeln

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Top! Es funktioniert.

Daumen hoch!

#6: Kamillentee aussäen

Der Regrowing Hack:

Du streuselst Kamillentee aus dem Beutel in einen Topf und bedeckst ihn mit Erde.

Daraus wachsen dann ruckizucki neue Kamillepflanzen.

Kamillesamen in der Hand

Meine Bewertung:

Da bin ich echt gespannt, ob das klappt! Eigentlich sind meistens keine keimfähigen Samen im Tee, weil die Blüten für den Tee sehr früh geerntet werden. Zu dem Zeitpunkt sind die Samen eigentlich noch gar nicht ausgereift.

3 Wochen später:

Es hat sich nichts getan. Absolut nichts, obwohl die Bedingungen perfekt waren. Vielleicht lag es daran, dass mein Tee ganz anders aussah als der im Hack und keine ganzen Blütenköpfe enthalten hat.

Hast du schon mal versucht, aus Kamillenblüten neue Pflanzen zu ziehen? Und hat das funktioniert? Das würde mich sehr interessieren!

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop. Die Mühe kannst du dir sparen!

Daumen nach unten!

#7: Die Supermarkt-Melone

Der Regrowing Hack:

Die Kerne aus einer Wassermelone keimst du in feuchtem Küchenkrepp vor und säst sie dann in die Erde. Daraus wachsen neue Melonenpflänzchen.

Regrowing_Melonenschnitze

Meine Bewertung:

Dieser Hack zeigt eigentlich nur wie Samen ausgesät werden, oder? ;) Pflanzen aus Samen zu ziehen ist ja nichts Neues! Wenn du dafür allerdings Melonenkerne von Supermarktmelonen verwendest, wird es sich höchst wahrscheinlich um Hybridsorten handeln.

Das heißt, das Saatgut ist nicht samenfest und deine Melonenpflanzen entwickeln sich eventuell nur recht schwächlich. Für Hybridsaatgut werden nämlich zwei schwächliche Pflanzen miteinander gekreuzt, um eine super-tolle-kräftige Pflanze zu erhalten. 

Falls du das verwirrend findest: In der Mathematik ergibt minus mal minus ja auch plus – vielleicht erinnerst du dich? ;)

Das Merkmal „super-tolle-kräftige Pflanze“ wird von Hybridsorten nicht an ihre Samen weitergegeben – die haben viel wahrscheinlicher wieder die schwächlichen Eigenschaften ihrer Großeltern. Du kannst also Glück oder Pech haben, wenn du Melonensamen aus gekauften Melonen anziehen möchtest – deshalb ist es viel sinnvoller, samenfestes Saatgut zu verwenden und keine Supermarkt-Melone.

In meinem Artikel „Das solltest du beim Saatgutkauf unbedingt beachten“ zeige ich dir, wie du dein Gemüseabenteuer mit richtig gutem Saatgut startest!

3 Wochen später:

Nach drei Wochen sah mein Topf genauso aus wie vorher, obwohl er immer ausreichend gegossen wurde und schön warm stand. Vielleicht lag das daran, dass das Küchenpapier, in dem ich die Samen vorgekeimt habe, schon nach 24 Stunden fast ausgetrocknet war.

Regrowing_Melonenpflanztopf

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop. Es wächst nichts und du weißt nicht, ob du Hybridsaatgut verwendest.

Daumen nach unten!

#8: Der Erdbeer-Hack

Der Regrowing Hack:

Du schneidest die Außenseiten von Erdbeeren ab und setzt sie in die Erde. Daraus wachsen neue Erdbeerpflanzen.

Regrowing_Erdbeeren_im_topf

Meine Bewertung:

Erdbeeren vermehrst du am besten über die Ableger, die sie während der Saison bilden. Das klappt wunderbar und ist eine bewährte und simple Methode.

Nur bei Monatserdbeeren kenne ich die Vermehrung über Samen und da ist gar nicht so einfach, diese Diven unter den Samen zum Keimen zu überreden! Mal schauen, was passiert!

3 Wochen später:

Bei meinem Test sind die Erdbeerscheiben einfach nur verschimmelt und das war´s dann.

Erdbeere verschimmelt auf Erde

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop. Das war nichts und die Vermehrung über Ableger ist sowieso viel einfacher.

Daumen runter!

#9: Karotte nachwachsen lassen

Der Regrowing Hack:

Vom oberen Teil einer Karotte schneidest du ca. drei Zentimeter ab und legst das Stück Karotte auf einen Teller mit Wasser. Daraus wächst neues Möhrengrün und es bilden sich neue Wurzeln aus.

Regrowing_Möhre_auf_Teller

Meine Bewertung:

Das könnte klappen! Wenn du Möhrengrün magst, ist das eine tolle Methode, um mehr davon zu bekommen. Ehrlich gesagt haben wir aber immer schon sooo viel Möhrengrün von unseren Karotten, dass wir sowieso nicht wissen, was wir damit alles machen sollen. :)

3 Wochen später:

Drei Wochen später sieht mein Test ein wenig armselig aus. Ein kleines süßes Möhrenblatt hat sich zwar gebildet, aber dafür lohnt sich die Mühe nicht. Und Wurzeln kann ich überhaupt keine entdecken.

Möhre_und_Lauch-im-Wasserglas

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Top, weil sich etwas getan hat.

Flop, weil das wirklich armselig war und die Mühe nicht wert ist. Es haben sich keine Wurzeln gebildet. Vielleicht hätte ich noch mehr Geduld haben müssen, aber wenn Hacks so lange dauern, bis ein Ergebnis zu sehen ist, sind es keine coolen Hacks!

Daumen waagrecht mit Tendenz nach unten. ;)

#10: Tomatenscheiben in die Erde pflanzen

Der Regrowing Hack:

Du setzt eine Tomatenscheibe in die Erde. Daraus wachsen dann neue Tomatenpflanzen.

Regrowing_Tomaten_im_Topf

Meine Bewertung:

Das kann funktionieren! Ich habe nur wie schon bei der Paprika Bedenken, dass zu viel organisches Material in der Erde schimmelt und den Pflänzchen schaden könnte.

3 Wochen später:

Gaanz viel neue Tomatenpflänzchen sind gewachsen! Jippie!

Du solltest aber – wie auch bei der Melone – beachten, dass viele Tomaten aus Hybridsaatgut gezogen werden. Wenn du also neue Pflänzchen aus gekauften Tomaten ziehen möchtest, frag auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen nach, ob die Tomaten von samenfestem Saatgut sind. 

Regrowing_Tomatenpflänzchen

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Top! So kannst du viele Jungpflanzen heranziehen.

Daumen nach oben! Ich bin positiv überrascht! :)

#11: Neue Blütenpracht

Der Regrowing Hack:

Eine verwelkte Schnittblume in die Erde stecken und die Blüte abschneiden. Aus dem Stängel treibt eine neue Blüte aus.

Regrowing_Rosenstängel_in_Pflanztopf

Meine Bewertung:

Ich bin nicht so der Blumenexperte und hab keine Ahnung, ob das klappt. Ich probiere es mal mit einer Rose aus.

Meine Erfahrung:

Nach drei Wochen ist der Stängel einfach vertrocknet und es ist nichts weiter passiert. Ob das mit anderen Blumensorten funktioniert? Hast du das schon mal ausprobiert? Das würde mich sehr interessieren!

vertrocknete_Rose

Regrowing Challenge Top oder Flop:

Flop. Das hat überhaupt nicht geklappt und es ist schade um die schöne Rose!

Daumen nach unten!

Du siehst: Angeblich mega tolle Hacks, haben nicht immer was mit der Realität zu tun. Am besten hinterfragst du immer, ob das, was du da siehst, nicht doch geschummelt ist. Aber es war super spannend und lehrreich, diese Hacks auszuprobieren! :)

Die ganzen Hacks habe ich übrigens aus diesem Video:

Wenn du die vorgestellten Gemüse doch lieber in dein Beet pflanzen möchtest, dann schau dir gerne die dazugehörigen Gemüse-Steckbriefe an, die ich für dich erstellt habe:

Karotte

Tomate

Paprika

Knoblauch

Welche Regrowing-Gartenhacks hast du schon ausprobiert? Ich freue mich, von dir zu hören!

Kategorie: Garten

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

4 Kommentare

  1. Anita sagt

    Also wirklich super funktioniert hat bei mir das Vorziehen von Knoblauch in Plastikflaschen.
    Keine der Wurzeln war verschimmelt, als ich sie alle später ausgepflanzt habe….und mehr als gelegentlich etwas Wasser nachfüllen musste ich bis dahin auch nicht.
    Es ist eine schön platzsparende Methode für die Anzucht, die ich definitiv wieder nutzen werde!

  2. Angelika sagt

    Hallo Marie,
    zu # 11 Neue Blütenpracht: Ich habe schon Ableger aus Rosen gezogen, das klappt relativ gut. Es sollte ein Trieb verwendet werden, der möglichst frisch geschnitten wurde und der Kopf kommt gleich ab =). Vielleicht lags daran… Zudem schätzt der Ableger ein Mini-Gewächshaus. Und das tolle an eigenen Rosen ist, dass sowohl die Hagebutten, als auch die Rosenblüten, wenn man den Blütenansatz entfernt, kulinarisch genutzt werden können.
    Liebe Grüße Angelika

  3. Thomas Weißbach sagt

    Hallo Marie,
    hab einen Tipp, wie man Rosen vermehrt.
    Hatte es mal bei einer alten Frau abgeguckt.
    Wenn sie verblüht ist, ca bei 25 cm abschneiden, in die Erde stecken und ein großes Einweckglas drüberstülben und bis zum nächsten Frühling lassen, dann runternehmen…
    Hat bei ca. 2/3 der Stecklinge funktioniert.
    LG Thomas

  4. Karin Knoll sagt

    Hallo Marie!
    Erst einmal möchte ich mich für Deine Arbeit und Deinen vielen tollen Tipps bedanken!
    Die Sache mit den Rosen funktioniert allerdings tatsächlich. Die Rosen müssen Mitte/ Ende Juli abgeschnitten werden, ca 30 cm lang und eine Blüte haben. Diese wird herausgeschnitten. Die Blätter werden bis auf die drei obersten ebenfalls entfernt. Dann den Stiel bis zu den Blättern einpflanzen und immer schön feucht halten. Meine Mutter hat auf diese Weise sehr alte Rosen von den Nachbarn vermehrt.
    Liebe Grüße!
    Karin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.