Einfaches Leben
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Gärtner-Boom in Corona-Zeiten: Welchen Einfluss hat die Pandemie?

Heute kommt ein etwas anderer Artikel. Denn das Thema ‚Corona‘ habe ich bisher komplett ausgeklammert. Ich brenne schließlich für Gemüseanbau, Selbstversorgung und Nachhaltigkeit – und nicht ganz so sehr für Epidemiologie, muss ich gestehen.

Nach anderthalb Jahren Pandemie ist es aber spannend, zu beobachten, dass das eine gar nicht so einfach vom anderen zu trennen ist. Gärten sind auf einmal wieder weniger reine Erholungsorte, sondern dienen vermehrt dem Gemüseanbau. Und vielen von uns ist bewusst geworden, wie abhängig wir mit unserem Konsum sind, und wie problematisch das sein kann.

Das fand ich super interessant und wollte genauer wissen, was es mit dieser Veränderung auf sich hat. Genau darum geht es in diesem Artikel. Außerdem erfährst du, welche Mission und Vision ich mit diesem Blog habe und was das Ganze mit Corona zu tun hat. Am Ende habe ich auch eine große Bitte an dich, also bleib dran. Es wird spannend, versprochen!

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Wie die Corona-Pandemie unseren Konsum verändert

Meine Neugier über die Auswirkungen der Pandemie auf unser Konsumverhalten hat mich zu einer kleinen Recherche bewegt. Ein paar Effekte waren in den Medien ja sehr präsent: Zum Beispiel das Bedürfnis, sich einen Jahresvorrat an Klopapier zuzulegen. Wer stand im Frühjahr 2020 schließlich nicht mindestens einmal vor gähnender Leere, wo sich sonst Berge an Toilettenpapier stapeln?

Jaja, ich weiß: Klopapier ist Schnee von gestern (oder im besten Fall Altpapier von gestern). Aber wie sieht es mit Hühnern aus? Ja, richtig gehört, Hühner! Auch die Nachfrage nach Legehennen-Küken ist seit Beginn der Pandemie nämlich so sehr gestiegen ist, dass sie zwischenzeitlich richtig schwer zu kriegen waren.

Küken

Ich finde es ja super, dass so viele Menschen aufs Huhn gekommen sind und nun genau wissen, welche Henne ihr Frühstücksei gelegt hat.

Und nicht nur selbst erzeugte Eier wurden beliebter: Viele Menschen haben auch angefangen, ihr eigenes Brot zu backen. Vielleicht erinnerst du dich: Mehl wurde vielerorts in den Supermärkten rationiert, und Hefe war zeitweise quasi nur noch auf dem Schwarzmarkt zu bekommen. ;)

Der Selbermachen-Boom ging sogar so weit, dass der Druckeinkochtopf, den ich zum Einkochen von Gemüse und Fleisch verwende und gerne weiterempfehle, seit über einem Jahr komplett ausverkauft ist. Falls auch du noch auf so einen wartest: Halt durch, irgendwann klappt das bestimmt!

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in einer Studie veröffentlicht, dass sich unser Einkaufsverhalten auch in Hinsicht auf die Qualität der Lebensmittel verändert hat. Demnach sind regional und ökologisch erzeugtes Obst und Gemüse, aber auch Milchprodukte und Fleisch in Bio-Qualität beliebter denn je.

Auch wenn solche Statistiken mit Vorsicht zu genießen sind und bestimmt nicht alle Teile der Bevölkerung betreffen, finde ich diese Entwicklung super positiv – sie stimmt mich richtig hoffnungsvoll!

Durch Corona werden wir immer mehr Gartenverrückte!

All die Gärtner und Gärtnerinnen unter euch haben bestimmt festgestellt, dass Gemüsesaatgut dieses Jahr richtig früh schon ausverkauft war und viele Saatguterzeuger*innen ihre Onlineshops vorrübergehend sogar geschlossen haben, weil sie von so vielen Bestellungen überrollt wurden.

Die Pandemie hatte also offenbar den Nebeneffekt, dass viele Leute angefangen haben, ihren Garten mit Gemüsebeeten zu bestücken und eigenes Gemüse zu ziehen. Ein richtiger Selbstversorgungs-Boost, sozusagen!

Ich habe auf meinem Youtube-Kanal mal nachgefragt, wie lange ihr schon gärtnert. Über 10000 (!!!) Menschen haben geantwortet: Ziemlich genau 25 % von ihnen haben erst während Corona mit Gärtnern angefangen. Das ist schon eine ganze Menge an Gartennachwuchs in so kurzer Zeit, finde ich.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle fürs Mitmachen und Abstimmen und herzlich Willkommen an alle Gartenneulinge – ihr habt euch das weltbeste Hobby ausgesucht!

Pandemieprojekte oder neues Bewusstsein?

Warum haben wir unser Konsumverhalten ausgerechnet während einer Pandemie so sehr verändert? Da kann ich tatsächlich nur spekulieren. Mir sind aber ziemlich viele Faktoren in den Sinn gekommen, die da wahrscheinlich ihre Finger mit im Spiel hatten. Ich lasse dich einfach mal an meinen Gedanken teilhaben …

Das Thema Gesundheit ist gerade allgegenwärtig. Da finde ich es nicht überraschend, wenn wir uns auch mehr Gedanken über die Auswahl unserer Lebensmittel machen und auf ökologische Erzeugung und Frische mehr Wert legen.

Mir ist aber auch klar, dass viele Menschen sich das gerade in der Pandemie nicht unbedingt leisten können und dass es ein riesiges Problem ist, dass unverarbeitetes, frisches, biologisches Obst, Gemüse und Fleisch für viele einfach zu teuer ist.

Durch die leeren Supermarktregale ist uns aber auch die Abhängigkeit vor Augen geführt worden, in der wir uns befinden. Wer hat schon noch Vorräte für mehr als vielleicht eine Woche zuhause? Wenn es da zu Lieferschwierigkeiten oder Engpässen kommt, sind wir plötzlich sehr eingeschränkt und machtlos.

Gleichzeitig ist das Bewusstsein über eine andere Abhängigkeit gestiegen. Nämlich darüber, wie selbstverständlich so kleine Hilfsmittel wie Fertighefe für uns sind. Als Hefe ständig ausverkauft war, sind viele quasi gezwungenermaßen auf Sauerteig umgestiegen – und mussten dabei feststellen, dass das ohne die richtige Anleitung gar nicht soooo einfach ist.

Das hat aber auch viele Menschen davon überzeugt, wie wertvoll es ist, solche alten Techniken zu kennen, zu beherrschen und zu erhalten. Und das finde ich richtig cool. :)

Wenn du immer noch auf der Suche nach einer guten Anleitung für Sauerteig bist, dann schau mal hier:

Sauerteig selber machen

Das Zuhause in Zeiten von Corona

Durch Lockdown, Kurzarbeit und Homeoffice haben wir im letzten Jahr auch viel mehr Zeit zuhause verbracht. Und die Zeit haben viele von uns genutzt, um Vorhaben umzusetzen, die schon lange unter den Fingernägeln brannten – wie kreative DIY-Projekte oder eben auch Brot backen und Gemüse anbauen.

Und natürlich war die gute alte Langeweile etwas, das uns zu Aktivitäten bewegt hat, von denen wir vorher nicht mal ansatzweise wussten, dass es sie gibt, geschweige denn dass sie uns interessieren. Da wurde so manchem sicher das Potential der Kombination aus leerer Zeit, Youtube-Tutorials und der eigenen Kreativität bewusst. Na, was für Erinnerungen kommen da hoch? ;)

Falls du letztes Jahr genau wie ich Unmengen Marmelade gekocht hast, die immer noch auf ein schickes Etikett warten, dann sind die hier vielleicht was für dich:

Etiketten zum Selber-Beschriften

    ​Mit dem Absenden bestätigst du die Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Tipps und Angebote zum Thema Selbstversorgung zu schicken.

    Der Garten hat durch die Situation aber auch absolut an Beliebtheit gewonnen. Ein eigener Garten war in dieser Zeit unglaublich wertvoll und hat den Bewegungsspielraum definitiv vergrößert und aufgewertet. Das Paradies schlechthin!

    Und natürlich war dadurch auch die Motivation größer, im Garten zu pflanzen, zu gestalten und es sich draußen so richtig schön zu machen. Baumärkte können davon bestimmt ein Lied singen…

    Hunger auf Wissen und Selbstgemachtes

    Aber auch dieser Blog hier wird seit Beginn der Corona-Pandemie immer häufiger aufgerufen. Tatsächlich wurden viele Schlagworte rund ums Thema Selbstversorgung im letzten Jahr öfter in Suchmaschinen eingegeben als davor. Die Begriffe ‚Garten anlegen‘, ‚Gärtnern‘ und ‚Gemüsegarten‘ sind so drei Beispiele, wo das definitiv der Fall war.

    Das bedeutet wohl, dass es ein riesiges und immer weiter steigendes Interesse an guten Informationen und Anleitungen rund um die Themen Garten, Gemüseanbau und Haltbarmachen gibt.

    Ich hoffe ja, dass das Bewusstsein darüber, wie bereichernd es ist, Dinge selber zu machen, auch nach Corona bleibt. Vielleicht kann die Pandemie tatsächlich dazu beitragen, dass der Job nicht mehr der einzige Lebensmittelpunkt ist, und dass andere Aktivitäten und Bereiche als gleichwertiger angesehen werden.

    Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen

    Und auch ich möchte meinen Teil dazu beitragen! Ich finde die Entwicklung hin zu einer größeren Wertschätzung von Selbstgemachtem und einem Interesse an Selbstversorgung super und möchte das unbedingt unterstützen.

    Ich kann mich erinnern, dass ich oft keine passenden Informationen gefunden habe, wenn ich ein spezielles Gartenproblem zum ersten Mal hatte. Daher habe ich super viel ausprobiert. Das hat langfristig oft zu Lösungen geführt, aber noch öfter zu gescheiterten Experimenten.

    Man braucht schon einen langen Atem (oder sehr viel Gartenliebe), um da nicht aufzugeben. Und ich möchte so gerne, dass möglichst viele Leute sich von solchen Misserfolgen nicht abschrecken lassen, sondern dranbleiben am Gärtnern. Denn Gärtnern kann einen zwar verzaubern, aber man braucht definitiv keine magischen Kräfte, damit das Gemüse wächst.

    Was man stattdessen braucht, ist eine Quelle für verlässliche Erfahrungswerte und praktisches Wissen rund ums Gärtnern. Und genau da sehe ich meine Rolle: Ich möchte gute und hilfreiche Informationen bereitstellen und mein angesammeltes Wissen weitergeben.

    Meine Bitte an Dich

    Aber genau hier kommt der Knackpunkt: Gute Informationen sind nur dann etwas wert, wenn sie auch gefunden werden. Deshalb habe ich eine riesige Bitte an dich: Ich würde mich MEGA freuen, wenn du die Artikel, die du richtig gut und hilfreich findest, weiterempfiehlst und verlinkst.

    So schaffen wir es hoffentlich gemeinsam, ganz viel Garten-Enthusiasmus zu versprühen und noch mehr Menschen mit DIY-Lust anzustecken!

    Meine Mission ist es, die Begeisterung, die bei vielen während der Pandemie geweckt wurde, am Leben zu erhalten und – wenn ich noch ein bisschen weiter träume – sogar noch zu vergrößern.

    Denn was ist schon erfüllender, als das eigene Essen anzubauen und sich dadurch richtig unabhängig und stark zu fühlen? Da lächeln wir sogar über das leere Klopapierregal, denn so schnell wirft uns nicht mal das aus der Bahn.

    Na, welche neuen Skills hast du seit dem Beginn der Corona Pandemie gelernt?

    Kategorie: Einfaches Leben

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    1 Kommentare

    1. Hallo Marie, zufällig über deinen Blog gestolpert, freue ich mich sehr, eine so naturverbundene und lebensfrohe, junge Mamagärtnerin entdeckt zu haben. Ich bin in vielem deiner Meinung und schaue mir nun etwas mehr Strucktur von dir ab… weiter so. Licht und Liebe von Katharina

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