Einkochen
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Einkochen im Backofen ist gefährlich – mach besser das stattdessen!

Einkochen im Backofen ist weit verbreitet – dabei gibt es mehrere Gründe, weswegen du das auf keinen Fall machen solltest. Zum Glück gibt es aber ganz einfache und gute Alternativen dazu! Ich zeige dir, wie du sicher einkochst – los geht´s!

Inhaltsverzeichnis
Übersicht: Warum Einkochen im Backofen ein No-Go ist
Warum macht trockene Hitze das Einkochen im Backofen unsicher?
Wie hängen Botulismus und Einkochen im Backofen zusammen?
Wieso können Gläser im Backofen explodieren?
Alternativen zum Einkochen im Backofen

Übersicht: Warum Einkochen im Backofen ein No-Go ist

Du möchtest ganz schnell erfahren, weshalb du nicht im Backofen einkochen solltest? Bitte sehr, hier kommt eine kompakte Übersicht für dich! :)

Warum Einkochen im Backofen ein No-Go istGut zu wissen
Gläser können explodierenDer Temperaturunterschied von Wasserbad und trockener Hitze kann Gläser zerspringen lassen, gerade beim Herausholen
Trockene Hitze ist beim Einkochen im Backofen nicht ausreichendDie erforderliche Temperatur kommt nicht bis ins Innere des Einkochguts
BotulismusgefahrSporen überleben problemlos 100 ° Celsius

Das sind kurz und knapp die Gründe, weshalb ich dir vom Einkochen im Backofen dringend abrate. Einkochen ist aber grundsätzlich eine super coole Sache um deine überschüssige Ernte haltbar zu machen und das ganze Jahr über zu genießen!

Deshalb habe ich auch sieben meiner Lieblingsrezepte, die du unbedingt ausprobieren solltest, in einem kleinen Büchlein für dich zusammengefasst. Lad sie dir gerne hier herunter:

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    Warum macht trockene Hitze das Einkochen im Backofen unsicher?

    Einkochen ist prima, um Lebensmittel haltbar zu machen – wenn du ein paar wichtige Regeln beachtest. Du musst dein Einkochgut nämlich bei einer bestimmten Temperatur für eine festgelegte Zeit erhitzen, damit du alle unerwünschten und schädlichen Mikroorganismen abtötest.

    Wenn du im Wasserbad einkochst, stehen die Gläser zu mindestens zwei Drittel, besser aber komplett, im Wasser. Die Temperatur des Wassers kann sich aus physikalischen Gründen sehr gut auf die Gläser und dein Einkochgut übertragen.

    Beim Einkochen im Backofen stellst du aber deine Gläser in eine Fettpfanne, die ungefähr drei Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt ist. Du arbeitest also überwiegend mit trockener Hitze und die kann nur schlecht in das Innere der Einkochgläser dringen.

    Darum weißt du nicht, ob du die nötige Temperatur überhaupt erreichst und ob sie wirklich lange genug auf dein Einkochgut einwirkt. Und das macht das Einkochen im Backofen grundsätzlich unsicher.

    Wie hängen Botulismus und Einkochen im Backofen zusammen?

    Vor allem Gemüse und Fleisch sind säurearme Lebensmittel, für die ganz besondere Einkochregeln gelten: Du musst sie nämlich bei 121° Celsius für eine bestimmte Zeit erhitzen, damit die Sporen des Botulinum Bakteriums zuverlässig absterben.

    Jetzt denkst du dir vermutlich „kein Problem, mein Backofen erreicht ja Temperaturen von über 200 ° Celsius“.

    Das ist zwar richtig, aber deshalb wird das Einkochgut in deinen Gläsern trotzdem niemals eine Temperatur über 100 ° Celsius erreichen: Es beginnt zwar zu kochen, wird dann aber nicht mehr heißer.

    Temperaturen über 100° Celsius erreichst du nur unter Druck und der entsteht beim Einkochen im Backofen nun einmal nicht ;). Deshalb kannst du säurearme Lebensmittel im Backofen auch nicht sicher einkochen.

    Du möchtest mehr über sicheres Einkochen erfahren? In meinem Obst- und Gemüse haltbarmachen Kurs zeige ich dir in einfachen Schritt-für-Schritt Anleitungen viele verschiedene Methoden, wie du Obst und Gemüse haltbar machen und das ganze Jahr über genießen kannst. Ich freue mich, wenn du mit dabei sein möchtest!

    Wieso können Gläser im Backofen explodieren?

    Eine weitere Gefahr beim Einkochen im Backofen ist, dass deine Gläser unten ein Fußbad genießen, das niemals mehr als 100° Celsius hat, während die oberen zwei Drittel sehr viel heißerer Luft ausgesetzt sind.

    Dieser Temperaturunterschied kann zu solchen Spannungen im Glas führen, dass es platzt. Vor allem, wenn du es gerade aus dem Ofen holst, können herumfliegende Glassplitter und heißes Einkochgut, das unkontrolliert aus dem Glas spritzt, zu ernsthaften Verletzungen führen.

    Außerdem braucht das Einkochen im Backofen auch deutlich mehr Energie als das Einkochen im Topf.

    Alternativen zum Einkochen im Backofen

    Glücklicherweise brauchst du deinen Backofen zum Einkochen gar nicht – es gibt nämlich ganz einfache prima Alternativen!

    Einkochen im Topf

    Du hast einen großen Topf und ein Thermometer daheim? Bingo, das ist schon das ganze nötige Equipment!

    In den Topf legst du ein gefaltetes Geschirrtuch und füllst so viel Wasser ein, dass deine Gläser davon möglichst vollständig bedeckt sind. Das Einkochgut und das Wasser sollten ungefähr dieselbe Temperatur haben, wenn du die Gläser hineinstellst. Falls du also gerade dein Kompott mit heißem Zuckerwasser übergossen hast, stellst du es in erhitztes Wasser.

    Wenn dein Thermometer 90° Celsius Wassertemperatur zeigt, beginnt die Einkochzeit aus deinem Rezept. Am besten stellst du dir jetzt einen Timer.

    Sobald die Zeit abgelaufen ist, nimmst du die Gläser heraus und stellst sie auf ein Geschirrtuch oder ein Holzbrett zum Abkühlen. Bei Weckgläsern nimmst du die Klammern wieder ab, sobald sie Raumtemperatur haben.

    Du kannst dir das alles nicht so richtig vorstellen? Hier kannst du mir zusehen, wie ich Tomatensauce im Wasserbad einkoche:

    Einkochen im Einkochtopf

    Falls du einen Einkochtopf besitzt, ist das natürlich eine feine Sache, denn in die großen Kessel passen mehr Gläser als in einen Kochtopf. Sonst machst du alles genauso wie beim Einkochen im Topf. Die Gläser kannst du in beiden Töpfen auch stapeln, wenn es die Höhe erlaubt, sie sollten nur möglichst komplett im Wasser stehen. Und dann geht´s los mit dem Einkochen von Birnen, Kirschen, Tomaten, Äpfeln oder was dein Garten gerade so hergibt! ;)

    Manche Einkochtöpfe sind sogar mit einem eigenen Timer ausgerüstet und schalten sich aus, wenn die Uhr abgelaufen ist. Das heißt, du brauchst weiter nichts zu tun und kannst die Küche sogar verlassen, während der Kessel deine Gläser selbständig einkocht.

    Einkochen im Backofen ist aus vielen Gründen keine gute Idee – und du hast genügend andere einfache Möglichkeiten, um deine Lebensmittel sicher haltbar zu machen und meine super leckeren Rezepte auszuprobieren. Darum lauf doch gleich mal in den Keller, irgendwo muss da doch noch ein großer Topf stehen, oder? ;)

    Du willst jetzt sofort im Wasserbad einkochen? Dann schau doch bei diesen Artikeln vorbei:

    Kürbis einkochen: Süß-saures Rezept zum Verlieben

    Marmelade kochen: 5 einfache Schritte zum Glück auf dem Brot!

    Rhabarber einkochen und das ganze Jahr über genießen!

    Wie stehst du zum Einkochen im Backofen? Ich bin gespannt, von dir zu hören!

    Kategorie: Einkochen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    27 Kommentare

    1. Hi,
      Ich nutze meist den Dampfgar/Backofen und stelle die Gläser in Wasser, stelle den Dampfgarer ein sodass keine trockene Hitze entsteht…gerade bei „mal eben“ die Reste einkochen finde ich es super
      Bei größeren Mengen nutze ich dann den Einkochtopf.
      Und ich denke was viel wenn nicht sogar alles ausmacht … sauber arbeiten – wenn mir mal was schlecht wurde – meist genau deswegen 😩

      Ich finde deinen Block super – was ich für mich umsetzen kann bzw. zu meinem Garten / Verarbeitung passt guck ich dann einfach 😚

    2. Trudel sagt

      Was ich überhaupt nicht verstehe, warum soll das Kochgut im Backofen zwar nicht über 100 Grad erreichen (ok), aber im Kochtopf schon? Das Wasser hat auch im Kochtopf nur 100 Grad.
      Du schreibst selbst, „Temperaturen über 100° Celsius erreichst du nur unter Druck.“

    3. Andreas sagt

      Hallo Marie,
      ich habe mit dem Schnellkochtopf gute Erfahrungen gemacht. Regelmäßig koche ich Kichererbsen und Bohnen ein und die 117 Grad die laut Hersteller erreicht werden, waren bisher genug um die Hülsenfrüchte 6 Monate haltbar zu machen. Länger hat es noch kein Glas geschafft, weil sie bis dahin aufgegessen sind.
      Das beste daran ist, dass ich sie im Glas gare, d.h. die Kichererbsen werden nach dem Quellen eingefüllt und mit Wasser bedeckt und dann im geschlossenen Glas 30 Minuten im Schnellkochtopf gekocht.
      Der ganze Vorgang ist nachhaltiger und wesentlich billiger als die gleiche Menge Hülsenfrüchte aus der Dose.
      Alternativ könnte man auch einen Pressure Canner aus den USA erwerben. Dort ist es normal auch bei über 120 Grad einzukochen.

      Gruß
      Andeas

    4. Martina sagt

      Liebe Marie,
      so ganz verstehe ich den Unterschied zwischen Topf und Backrohr nicht. Im Topf erreiche ich doch auch nur 100 Grad, oder?
      LG Martina

      • Hallo Martina,
        im Wasserbad im Topf werden die Gläser sicherer und gleichmäßiger erhitzt. Im Backhofen stehen die Gläser deutlich weniger im Wasser und das Messen der Temperatur ist schwieriger. Insgesamt ist es deutlich fehleranfälliger. Deswegen empfehlen wir das Einkochen im Wasserbad, im Einkochtopf oder das Einkochen im Druckeinkochtopf (je nach Rezept).
        Liebe Grüße
        Luci von Wurzelwerk

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