Ziegen halten
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Wie du dich auf deine ersten Ziegen vorbereitest – Teil 1

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Du möchtest Ziegen halten? Cool! Und bevor deine neuen Freunde bei dir einziehen, willst du sicher sein, dass alles vorbereitet ist? Noch besser!

Auch wenn es manchmal verlockend ist, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen und spontan neue Tiere zu kaufen, ist es immer – IMMER – besser, sich vorher zu überlegen, was man braucht, damit es losgehen kann. Bei Ziegen ganz besonders.

Ziegen sind zwar super sympathisch, aber sie können einem viel Ärger bereiten. Wenn du dich vorher gut informierst und alles parat hast, bevor du deine neuen Ziegen kaufen gehst, hast du aber die besten Voraussetzungen, mit ihnen glücklich zu werden. Dann wirst du bestimmt viel Spaß mit ihnen haben. Es gibt keine klügeren, frecheren und charmanteren Tiere!

Ziegen halten für Anfänger: Wie müssen Gehege, Stall, Heuraufe, Spielplatz und Zaun aussehen?

Pinn mich!

Es ist gar nicht so einfach, im Internet Informationen zum Thema Ziegenhaltung für Anfänger und zu den Anschaffungen zu finden, die man tätigen muss, bevor es losgehen kann. Dem möchte ich heute Abhilfe verschaffen und für dich zusammenfassen, was du für deine Ziegenhaltung benötigst:

Ein guter Ziegenstall

Unsere Ziegen dürfen das ganze Jahr über nach draußen. Trotzdem sollten sie immer Zugang zum Stall oder einem Unterstand haben. Wenn es regnet, sind Ziegen nämlich richtige Mimosen. Damit auch rangniedrigere Ziegen ein Plätzchen im Stall finden, sollte man mindestens drei Quadratmeter Stallfläche pro Ziege einplanen. Außerdem sind Fenster wichtig, damit die Ziegen an Regentagen nicht im Dunklen stehen und damit Luft im Stall zirkulieren kann.

Alte Bauwagen lassen sich leicht zum mobilen Ziegenstall umbauen. Als ich mit meinen Ziegen Landschaftspflege gemacht habe, hatten sie einen alten Pferdeanhänger als Stall. Darin konnten wir sie auch praktisch von einer Fläche zur nächsten kutschieren.

Unser jetziger Ziegenstall ist komplett aus recyceltem Holz und alter Dachpappe gebaut. Ein Ziegenstall muss also nicht teuer sein. Man sollte nur bedenken, dass Ziegen ziemliche Rüpel sind und alles entsprechend stabil sein sollte. ;)

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Der richtige Zaun

Ein fester Zaun hat seine Vorteile: Man muss ihn nicht ständig auf- und abbauen und braucht auch kein Weidezaungerät, solange der Zaun stabil genug ist. Ich hatte jahrelang einen festen Zaun. Den zu bauen, hat zwar mehrere Tage gedauert, aber danach hatte ich was das Einzäunen angeht nur noch wenig Arbeit. Wenn du ein festes Grundstück hast, das du dauerhaft beweiden willst, kann sich das schon lohnen.

Allerdings muss der Zaun wirklich dicht sein. Meine Ziegen haben irgendwann angefangen, sich unter dem Zaun durchzugraben. (Diese Biester! ;) ) Dann musste ich doch ein paar Litzen spannen und den Zaun zusätzlich mit Erdankern sichern.

Generell bin ich eher ein Fan von Elektrozäunen. Die kann man schnell überall aufbauen und die Weide so besser einteilen, was für die Parasitenbekämpfung wichtig ist. Gerade für uns mit unseren verstreuten Grundstücken sind Elektrozäune wirklich praktisch. Die Nachteile: Damit der Strom nicht verloren geht, muss man in hohem Gras eine Spur mähen, bevor man den Zaun aufstellen kann. Außerdem braucht man ein Weidezaungerät und muss regelmäßig prüfen, ob der Zaun genug Strom führt.

Trotzdem werden sich vermutlich die meisten von euch für Elektrozäune entscheiden, weil man damit viel flexibler ist. Ich habe schon alle möglichen Elektrozäune ausprobiert. Falls du eine Empfehlung brauchst: Diese Zäune finde ich für ebene Gelände am besten und wenn man mehrere davon kauft, sind sie auch nicht so teuer. An steileren Hängen sind diese Zäune unschlagbar. Sie sind extra verstärkt, sodass sie auch auf steilen Flächen nicht durchhängen. In unserer Zeit im Schwarzwald habe ich diese „Hang“-Zäune wirklich lieben gelernt.

Wir haben ca. 12 50-Meter-Elektrozäune, aber vier oder fünf Stück sollten für den Anfang ausreichen.

Das passende Weidezaungerät

Wenn du Elektrozäune verwendest, brauchst du ein Weidezaungerät, das Stromimpulse durch den Zaun schickt. Es gibt Geräte, die du an den Hausstrom anschließen kannst, und solche, die den Strom über eine Autobatterie oder ein Solarpanel beziehen.

Ich habe ein Corral Weidezaungerät, das an eine Autobatterie angeschlossen wird. Es läuft seit elf Jahren ununterbrochen (kein Witz!) und ich hatte noch nie irgendwelche Probleme damit. Eine Batterie ist immer draußen im Stromkasten und die andere lade ich zuhause auf. So kann ich meinen Zaun überall aufbauen, selbst wenn die Ziegen nicht direkt am Haus stehen.

Für unsere Hühner benutzen wir neuerdings dieses solarbetriebene Weidezaungerät, das auch für Ziegen geeignet ist. Ob das etwas taugt, kann ich aber noch nicht sagen. Es hat ein kleines Solarpanel, über das sich die Batterie selbst auflädt, was natürlich sehr praktisch ist.

Heuraufe bauen

Damit deine Ziegen nicht auf dem schönen Heu herumtrampeln und draufkötteln, solltest du eine Heuraufe aufstellen. Die kannst du sehr schnell selberbauen. Wir hatten schon verschiedene selbstgebaute Raufen aus Holz, aber in unserem jetzigen Stall haben wir eine noch einfachere Variante. Einfach ein Stück alten Zaun schräg aufhängen und oben und an den Seiten zumachen, damit keine Ziegen reinklettern. Fertig ist die Raufe!

Wichtig ist nur, einen starren Zaun zu verwenden, also aus massivem Metall oder Holz. An einem Drahtzaun könnten die Ziegen hängen bleiben und sich verletzen. Außerdem sollten die Maschen so groß sein, dass die Ziegen das Heu gut herausziehen können, aber nicht so groß, dass sie sich mit den Hörnern darin verfangen könnten. Unsere Heuraufe hat oben eine Klappe aus einem einfachen Brett, die verhindert, dass die Ziegen hineinspringen.

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Eine selbstgebaute Raufe aus Holz

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Weniger glamourös, aber schnell zusammengezimmert: eine Raufe aus einem Stück alten Zaun

Das richtige Futter

Falls du deine Ziegen im Winter kaufst, brauchst du natürlich Futter. Den Sommer über füttern wir unsere Ziegen überhaupt nicht, da fressen sie nur Gras und Blätter von der Weide. Im Winter bekommen sie Heu. Eine Ziege frisst ungefähr 2 kg Heu pro Tag, kleine Ziegen weniger und trächtige oder laktierende Ziegen manchmal mehr.

Vielleicht möchtest du deinen Ziegen zusätzlich Kraftfutter geben. Wir machen das nicht, weil wir finden, dass es nachhaltiger und gesünder für sie ist, wenn sie sich nur von Blättern und Gras ernähren. Aber das musst du für dich selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass du genug Futter dahast, bevor die Ziegen einziehen. Sei es in Form von Kraftfutter und Heu oder einer großen, saftigen Weide.

Stroh als Einstreu

Wenn du gerade dabei bist, Heu zu kaufen, kannst du gleich auch Stroh als Einstreu für den Stall besorgen. Alternativ kannst du auch Laub verwenden, aber Stroh ist saugfähiger und damit besser geeignet, um den Stall trocken und sauber zu halten. Wir verwenden manchmal auch altes Heu zum Einstreuen, allerdings hat man dann viele Unkrautsamen im Mist. Falls du den Mist in deinem Garten verwenden willst, solltest du ihn also heiß kompostieren, sodass die Unkrautsamen abgetötet werden.

Zubehör zur Ziegenhaltung

In diesem Artikel ging es nur um die „große“ Ausstattung wie Stall und Zäune. Wenn du Ziegen halten möchtest, brauchst du zusätzlich noch Zubehör zur Hufpflege oder zum Melken etc. Deswegen gibt es einen zweiten Teil zu diesem Artikel, in dem ich auf alles eingehe, was noch fehlt:

Zum zweiten Teil!

Hol dir deine Checkliste

 

So, und jetzt wünsche ich dir viel Spaß mit deinen Ziegen! Wenn du magst, lade dir doch meine Checkliste herunter. Da habe ich die gesamte Ausrüstung übersichtlich für dich gegliedert, sodass du die einzelnen Punkte abhaken kannst. Und als kleinen Bonus gibt’s noch eine Übersicht zu allem, was du in deiner Stallapotheke haben solltest.

Trag dich hier ein, dann bekommst du die Checkliste kostenlos per Mail zugeschickt:

 Ich hoffe, ich habe dir mit meinem Artikel weiterhelfen und dich deinen Ziegen ein Stückweit näherbringen können. Falls du noch Fragen hast oder Themenvorschläge für weitere Ziegen-Artikel, schreib das gerne in die Kommentare. Und erzähl mal von deinen Ziegenplänen! :)

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Kategorie: Ziegen halten

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

4 Kommentare

  1. Pingback: Ziegen halten für Anfänger - Das richtige Zubehör

  2. Hallo! wir haben vor 23 Jahren mit der Ziegenhaltung begonnen. Zum einem wollten wir eine möglichst große Unabhängigkeit erreichen und das Gras aus dem Obstgarten verwerten. Als dann das älteste Kind Neurodermitis bekam war der Weg klar. Ziegen sind Charaktertiere und jede hat ihren eigenen Kopf. Die Ziegen werden täglich einmal gemolken, die Milch zu Käse und Joghurt verarbeitet. Ziegen brauchen nur Heu und etwas Getreideschrot um beim Melken „ruhig“ zu stehen. Mineralfutter bekommen sie in Form von Laub, getrocknet oder frisch. Jetzt im Winter ist die grüne Ligusterhecke ein „Leckerlie“.

    Es gibt einen Grundsatz der Ziegenhaltung: „Ziegen kann man nicht beschreiben – die muss man gehabt haben!“

  3. oh toll, danke für die super Tipps
    Ziegen sind noch so ein Traum von mir. Nach den Hühnern die ja letztes Jahr einziehen durften und Bienen die hoffentlich ganz bald folgen sind Ziegen noch auf meiner (heimlichen) Wunschliste ;)

    • Marie sagt

      Hey Sabrina!
      Vielleicht klappt es ja dieses Jahr noch mit den Ziegen. Die sind nämlich einfach klasse. ;)
      Viele Grüße!

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