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Schnecke auf Blatt

DIY-Schneckenring: Die Geheimwaffe gegen Schnecken!

Argh, dieses Jahr ist ein furchtbares Schneckenjahr! Es war lange so feucht und kühl, dass sich die Schleimer pudelwohl fühlen und wie verrückt an allen zarten Gemüsepflanzen rumknabbern.

Aber: Ich habe einen richtig guten Trick für dich, damit du die Schneckenparty in deinen Gemüsebeeten ruckzuck beenden kannst. Und alles, was du dazu brauchst, ist ein leerer Joghurteimer.

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Schnecken im Garten: Engagiere deine leergefutterten Joghurteimer!

Die effektivste Möglichkeit, Gemüsepflanzen vor Schnecken zu schützen, sind physische Barrieren. So kommen die schleimigen Ganoven gar nicht erst an deine Pflänzchen dran. Logisch, oder?

Klar, du könntest auch Schneckenkorn streuen, aber davon bin ich gar kein Fan, schon gar nicht, wenn es schonendere Methoden gibt, die auch super gut funktionieren. Schneckenkorn verursacht Leid, wo es keins braucht. Wenn du das in deinem Garten verstreust, können auch Igel und sogar kleine Kinder vergiftet werden. Ich lasse auf jeden Fall lieber die Finger davon. 

Kleiner Tipp: Es gibt zwei Arten von Schneckenkorn. Wenn du in der letzten Not doch mal zum Schneckenkorn greifst, dann nutze das mit Eisen-III-Phosphat als Wirkstoff, der ist im Gegensatz zu dem Wirkstoff Metaldehyd nämlich ungefährlich für Menschen und andere Tiere.

Schnecke auf Gemüse

Aber wieso komme ich jetzt mit einem Joghurteimer daher?! Schauen wir uns den mal genauer an! Am Joghurteimerist ein Rand, der über die Wand des Eimers übersteht. Stell dir mal vor, du wärst eine Schnecke und würdest so einen Eimer hochkriechen wollen. Spätestens an der überstehenden Kante wäre dann Schluss, zumindest wenn du keine mega durchtrainierte Riesenschnecke mit Überhangerfahrung bist. ;)

Du hast bestimmt schon mal Schneckenringe gesehen, die über junge Pflanzen gestülpt werden, um ihnen die Schnecken vom Leib zu halten. Joghurteimer kannst du nach genau demselben Prinzip verwenden wie diese Schneckenringe, die es extra für diesen Zweck zu kaufen gibt.

Joghurtkragen, Schneckeneimer, Schneckenjoghurt, Krageneimer?

Du fragst dich bestimmt, wie du einen stinknormalen Joghurteimer in einen peppigen Schneckenkragen verwandelst. Nichts leichter als das!

Schnapp dir dazu deine ausgewaschenen Joghurteimer und einen Cutter und schneide den Boden heraus und den Griff ab, damit die Schnecken nicht einfach da dran hochkriechen können. Und fertig ist der selbstgebastelte Schneckenring!

Den stülpst du dann über die Pflanzen, die du schützen willst, und drückst sie ungefähr 5 cm in den Boden, weil Schnecken ansonsten auch unterirdisch ins Innere kriechen könnten.

Achte darauf, dass es keine Pflanzenbrücken gibt, also andere Pflanzen, die von außen gegen den Joghurteimer wachsen, sodass über die Schnecken den Rand doch überwinden können.

Wenn dein Joghurteimer noch einen durchsichtigen Deckel hat, kannst du ihn einfach auf dem Eimer lassen. So erschaffst du ein Mini-Gewächshaus, das die kleinen Pflänzchen auch in kälteren Nächten schön warmhält. Vergiss aber nicht, dein Joghurtbecher-Gewächshaus tagsüber immer mal wieder zu lüften, damit es deinen Pflanzen nicht zu heiß wird.

Gemüsepflanzen, die besonders schützenswert sind, weil Schnecken sie super lecker finden, sind Kohlpflänzchen, Salate, Gurken, Kürbis, Zucchini und Melonen. Sobald die Pflänzchen groß genug sind, um eine gelegentliche Schneckenattacke wegzustecken, kannst du die selbstgebastelten Schneckenkragen abnehmen und für neu gepflanzte Gemüse verwenden.

Toll, oder? Gegen Schnecken außer Rand und Band helfen Joghurteimer mit Rand und ohne Band. ;)

Wenn du lieber Videos schaust als Texte zu lesen, ist hier die YouTube-Variante dieses Artikels:

Von geplatzten Kragen und Hagelattacken

Bei den Joghurteimern ist der Rand natürlich längst nicht so groß und unüberwindbar wie bei gekauften Schneckenringen. Wenn du also Schnecken in deinem Garten hast, die eher dem Typ durchtrainierte Riesen-Wegschnecke entsprechen, würde ich dazu tendieren, stattdessen richtige Schneckenringe zu besorgen.

Damit dir nicht auch noch der Kragen platzt, wenn dein Schneckenkragen schon nach einer Saison kaputt geht, achte darauf, dass die gekauften Kragen eine gute Qualität haben. Die Schneckenkragen werden, wenn die Sonne den ganzen Tag darauf knallt, sonst schnell spröde und brechen auseinander. So sind deine Gemüse nicht mehr geschützt und die Schnecken feiern ein richtiges Festmahl.

Es gibt da einfach sehr viel Schrott im Internet. Das ist super nervig, weil die Dinger ja lange halten sollen, wenn wir schon Plastik im Garten verwenden.

Generell kannst du Schneckenkragen aus Plastik und aus Metall kaufen. Der Vorteil an den Kragen aus Metall ist, dass sie nahezu unkaputtbar sind. Der Nachteil: Ein Schneckenkragen aus Metall wird ziemlich heiß und kann zarte Blätter schnell mal schmoren, wenn du nicht darauf achtest, dass das Pflänzchen in der Mitte es Schneckenrings steht und die Blätter das Metall nicht berühren.

Du musst da für dich abwägen, gibst du lieber mehr Geld für die Kragen aus Metall aus, die haltbarer sind, oder reichen dir auch die günstigeren Kragen aus Plastik, die so eine richtig extreme Hagelattacke möglicherweise nicht immer ganz überstehen?

Hier findest du Schneckenkragen, die richtig stabil und langlebig sind.

Die Aufräumpolizei

Die wenigsten von euch haben sich wahrscheinlich Gedanken darüber gemacht, welche Aufgabe die Schnecken im Garten denn überhaupt haben. Eigentlich sind Schnecken nämlich kleine Aufräumpolizisten. Sie stürzen sich auf abgestorbene Pflanzenteile, um sie zu verwerten und in den Nährstoffkreislauf zurückzuführen.

Wenn der Garten zu arg aufgeräumt ist, finden die schleimigen Tiere natürlich kaum abgestorbene Pflanzenteile, die sie auffuttern können. Sie weichen dann auf die frischen kleinen Pflanzen aus – es bleibt ihnen ja auch nicht so viel Anderes übrig.

Außerdem haben ForscherInnen herausgefunden, dass Schnecken größere Pflanzen stressen und dadurch kleinere und schwächere Pflanzen so überhaupt erst eine Chance bekommen, zu ihrer vollen Größe heranzuwachsen. Schnecken erhöhen demnach auch die Artenvielfalt. Das ist auf der wilden Naturwiese natürlich super cool, aber in den Beeten brauchen wir ihre regulierenden Maßnahmen trotzdem nicht.

Gemüsegarten-Beispielplan

Wenn du Lust hast, noch mehr über den Anbau von Gemüse, Mischkultur und Co zu erfahren, dann hole dir doch meinen kostenlosen Gemüsegarten-Pflanzplan! Der Plan ist so ausgelegt, dass du das ganze Jahr über frisches Gartengemüse erntest und die Beete zu jedem Zeitpunkt optimal genutzt sind.

Hier kannst du dich für die Gartentipps und den Pflanzplan eintragen:

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    Ablenkungsmanöver: Schneckensnacks im Garten verteilen

    Dieses Wissen über die Schnecken können wir uns zunutze machen! Du kannst die Schnecken in deinem Garten gezielt „füttern“, sodass sie – satt und rund – deine Gemüsepflanzen in Ruhe lassen. Zum einen können dir da Zwischenkulturen helfen, wie zum Beispiel Tagetes, die du zwischen deine Gemüse oder um die Beete herum pflanzen kannst. Tagetes sind nämlich richtige Schneckenmagneten und obendrein auch noch ein Festmahl für Bienen und andere Insekten.

    Tagetes

    Du kannst deinen Schnecken aber auch abgestorbene Pflanzenteile anbieten. Wenn du Blätter, Stiele und Früchte in die Nähe der Gemüse legst, die du schützen möchtest, können sie diese verwerten und machen sich nicht über deine Gemüse her. Richtig gut funktionieren zum Beispiel Kohlblätter, auf die haben die Schnecken so richtigen Kohldampf! ;)

    Ich weiß, es ist keine besonders ordentliche Lösung, aber ich sage dir, die funktioniert!

    Es gibt aber auch Gemüse, auf das Schnecken gar nicht so sehr stehen. Hier findest du eine Liste mit Gemüsen, die Schnecken lieber links liegen lassen:

    24 Gemüse, die Schnecken meiden – Erober dir deinen Garten zurück!

    Tigerschnegel ahoi: Die Perlensucher im Garten

    Du hast bestimmt schon gemerkt, dass ich mit der Natur arbeite und nicht einfach nur gegen die Schnecken. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass sich ein Gleichgewicht zwischen „Schädlingen“ und „Nützlingen“ im Garten einpendelt. Es gibt viele Nützlinge, die Schnecken oder Schneckeneier futtern: Igel, Tigerschnegel, Weinbergschnecken und Hühner zum Beispiel fressen diese kleinen weißen Perlen im Boden sehr gerne.

    Vom Tigerschnegel hast du bis jetzt noch nichts gehört? Keine Sorge, es geht ganz sicher nicht nur dir so. Tigerschnegel erfreuen sich nicht gerade der allergrößten Bekanntheit und werden oft einfach für Nacktschnecken gehalten. Wenn du aber einen dieser Schnegel mit dem auffälligen Leo-Print in deinem Garten entdeckst, kannst du dich glücklich schätzen! Er tut sich nicht an deinen Gemüsepflanzen gütlich, sondern schnabuliert munter die Schneckeneier im Boden. Die Raubkatze unter den Schnecken sozusagen. Genial, oder? Halte gut die Augen offen, vielleicht kriecht dir schon bald ein Tigerschnegel über den Weg!

    Tigerschnegel auf Holz

    Wenn du also viele Schnecken im Garten hast, ärgere dich nicht! Es gibt so einige sanfte Möglichkeiten, deine Gemüsepflänzchen vor den hungrigen Mäulern zu schützen. Eine super wirksame Methode, deine Pflanzen zu schützen, sind die Schneckenkragen, egal ob selbstgebastelt oder gekauft.

    Also, schnapp dir Joghurteimer, löffel sie aus und bastele deine eigenen Schneckenkragen! 

    Denn Schneckenkragen gut – alles gut! ;)

    Dein Wissensdurst ist noch nicht gestillt? Dann stöbere doch noch ein bisschen weiter auf dem Blog!

    Hier findest du noch mehr Methoden gegen Schnecken und Nacktschnecken!

    Gemüse anbauen: Schritt für Schritt für Anfänger

    Dünger selber machen: Brennnesseljauche herstellen!

    Ich bin ein großer Fan von Schneckenkragen. Was ist deine liebste Methode, um Schnecken von deinem Gemüse fernzuhalten?

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    Fehler im Tomatenanbau

    Machst du diese Fehler im Tomatenanbau?

    Ganz ehrlich: Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken vieeel besser als die aus dem Supermarkt! Allerdings gehören Tomaten eher zu den empfindlicheren Gemüsen, weil sie ein paar ziemlich fiese Krankheiten haben. Und damit deine Tomaten richtig gesund wachsen, geht es heute um die häufigsten Fehler im Tomatenanbau, die du dir sparen kannst.

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Fehler #1 im Tomaten-Anbau: Die liebe Ungeduld

    Der wahrscheinlich größte Fehler, den ich bei vielen HobbygärtnerInnen im Tomatenanbau sehe: Viele sind sehr, sehr ungeduldig und fangen schon super früh mit der Tomatenanzucht an. Ich kann das gut verstehen, schließlich kribbelt es mir im Winter auch immer schon arg in den Fingern und ich würde am liebsten direkt loslegen und mit Volldampf in das neue Gartenjahr starten.

    Aber so ein Garten ist ein lebendiges und ziemlich ausgeklügeltes System, in dem es Zeitpunkte gibt, die dir Orientierung geben. Richte dich nach den Bedürfnissen der Pflanzen und nicht nach deinen. Da heißt es dann manchmal, sich noch eine Weile zu gedulden, auch wenn es schwerfällt, ich weiß. ;)

    Um ein YouTube-Video zur Tomaten-Anzucht rechtzeitig veröffentlichen zu können, habe ich letztes Jahr um Weihnachten herum Tomaten aussäen müssen. Diese Tomaten fanden es aber überhaupt nicht lustig, dass sie so lange in ihren kleinen Töpfchen ausharren mussten und sind viel zu lang und zu dünn gewachsen.

    Im Vergleich zu den Tomaten, die ich zu meinem sonst üblichen Zeitpunkt Mitte März vorgezogen habe, sind die Dezember-Tomaten richtige Spargeltarzane. Die März-Tomaten hingegen, sind schön kräftig und gedrungen gewachsen. Sie wirken, als könnten sie allem, was das Gartenjahr so an Krankheiten, Belastungen und Schädlingen vorzuweisen hat, viel besser die Stirn bieten. Das ist ein Riesenunterschied! Schau selbst, auf der linken Seite des Fotos siehst du die Dezember-Tomate und auf der rechten Bildseite die März-Tomate:

    Fehler in der Tomatenanzucht

    Manchmal sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte. Es ist also super wichtig, den richtigen Zeitpunkt zum Vorziehen deiner Tomaten abzupassen. Zügele deine Ungeduld und säe sie nicht zu früh, aber auch nicht zu spät. Mitte April ist zum Beispiel schon zu spät, denn da bleiben die Pflanzen viel zu lange viel zu klein. Meiner Erfahrung nach ist Mitte März der optimale Zeitpunkt, um Tomaten vorzuziehen, die ins Freiland kommen. Und Ende Februar oder Anfang März ist perfekt, um die Gewächshaustomaten vorzuziehen.

    Also fang bitte nicht im Januar und erst recht nicht im Dezember damit an, deine Tomaten im Haus zu säen! ;)

    Wenn du lieber Videos schaust als Texte zu lesen, ist hier die YouTube-Variante dieses Artikels:

    Du willst ohne Ende Tomaten ernten? Dann hol dir den Tomaten-Masterplan!

    Im kostenlosen Masterplan findest du – kompakt zusammengeschrieben – alle Infos, die du brauchst, um eine richtig dicke Tomaten-Ernte einzufahren. Von der Aussaat übers Pikieren bis zu den besten Sorten und meiner geheimen Düngermixtur. Hier ist alles drin, was du für tolle Tomaten wissen solltest. ;)

    Alles was du danach noch machen musst, ist loslegen! Trage dich hier ein, um den kostenlosen Tomaten-Masterplan herunterzuladen:

    Hier geht es zum Tomaten-Masterplan.

    Fehler #2 im Tomaten-Anbau: Tomaten brauchen Platz zum Atmen

    Immer wieder sehe ich diesen Fehler im Tomatenanbau. Die Leute pflanzen ihre Tomaten viel zu dicht nebeneinander. Doch das kann ziemlich fatale Folgen haben! Denn Tomaten haben eine gefürchtete Krankheit: Die Kraut- und Braunfäule, die durch den Pilz „Phytophthora infestans“ hervorgerufen wird. Die Braunfäule kann sich vor allem dann ausbreiten, wenn die Tomaten sehr dicht stehen und feuchte Blätter nicht schnell genug abtrocknen können – dabei ist es ganz egal, ob die Blätter durch Regen, Schwitzwasser im Gewächshaus oder vom Gießwasser nass werden.

    Der Pilz verbreitet sich über Sporen. Die fliegen durch die Luft oder liegen auf dem Boden. Durch Regengüsse oder Gießwasser werden sie wieder aufgewirbelt und landen dann auf den unteren Blättern deiner Tomatenpflanze. Wenn es dort dann gewisse Zeit feucht ist, können die Pilzsporen auskeimen und deine grünen Freunde befallen. Und darauf können wir wirklich alle getrost verzichten, denn dieser blöde Eipilz führt zu beträchtlichen Ernteeinbußen, besonders wenn er früh im Jahr auftritt.

    Fehler im Tomatenanbau_Braunfäule vermeiden

    Deswegen ist es wichtig, dass deine Tomatenpflanzen nicht zu dicht beieinanderstehen, sodass sie schön abtrocknen können und damit Luft zwischen ihnen durchstreichen kann. Deswegen achte beim Pflanzen immer auf einen weiten Pflanzabstand: 45 x 45 cm sind perfekt. Du kannst dich aber auch an der Faustregel orientieren, dass man drei Pflanzen auf einen Quadratmeter pflanzen sollte und am besten nicht mehr.

    Andere wichtige Pflegemaßnahmen gegen Feuchtigkeit sind das Ausgeizen und das Entfernen der unteren Blätter der Pflanze. Tomaten wollen luftig wachsen und die Blätter sollten den Boden nicht berühren. 

    Ein kleiner Tipp: Es ist superpraktisch, immer etwas mehr Tomaten anzubauen, als man eigentlich plant. Denn falls einzelne Jungpflanzen nichts werden, weil du sie zu früh in die Freiheit entlassen hast oder die gefürchtete Kraut- und Braunfäule bei dir einfällt und einige deiner Tomaten dahinrafft, dann hast du immer noch genug Pflanzen in petto. 

    Fehler #3 im Tomaten-Anbau: Sind deine Tomaten regenfest?

    Kaum ein Gemüse weist so eine hohe Sortenvielfalt auf wie die Tomaten. Es sind allerdings nicht alle Sorten im Freiland gut aufgehoben. Die Sorten, die du guten Gewissens ins Freiland pflanzen kannst, kommen mit Regen und Feuchtigkeit viel besser zurecht und ziehen sich nicht gleich Kraut- und Braunfäule zu, wenn ihre Blätter mal zwei Stunden lang feucht sind.

    Ein paar von den Sorten, die super freilandgeeignet und robust sind, zähle ich euch hier mal auf:  Matina, Celsior, De Berao, Paprikaförmige und Wildtomaten, Primabella und Cerise. Die liefern auch in verregneten Sommern gute Erträge.

    Schau also mal, bevor du deine Pflanzen nach draußen setzt, ob deine Sorte überhaupt mit Wind und vor allem Regen klarkommt, oder ob es eine Sorte ist, die im Gewächshaus oder zumindest unter einem Tomatendach vielleicht besser aufgehoben wäre.

    Tomaten für den Freilandanbau

    Fehler #4 im Tomaten-Anbau: Kein Dach überm Kopf

    Es ist immer besser, wenn du deine Tomaten an einem geschützten Plätzchen anbaust, an dem sie nicht nass werden, wenn es draußen regnet. Es sei denn, du baust robuste Freilandsorten an, die brauchen nicht unbedingt einen Schutz.

    Ansonsten ist es super sinnvoll, Tomaten unter einem Schutzdach anzubauen. Das kann, je nachdem, wie dein Garten so aussieht, ein Gewächshaus sein, ein Tomatendach oder der Dachvorsprung an der Südseite des Hauses – Hauptsache, deine Tomaten kriegen nicht ständig Regen ab und werden dadurch mir nichts dir nichts von der Kraut- und Braunfäule dahingerafft. Das wäre so super ärgerlich!

    Wenn du Tomaten auf dem Balkon anbaust, dann rück deine Töpfe immer schön dicht an die Hauswand, so dass sie vielleicht noch ein bisschen unter einem Dachvorsprung stehen oder zumindest von der Wand ein bisschen geschützt sind.

    Ich würde dir auch ans Herz legen, deine Tomatenpflanzen mithilfe von Schnüren, Spiralstäben oder ähnlichem in die Höhe zu ziehen und zu stabilisieren. Besonders in Kombination mit einer Überdachung, einem kleinen Tomatenhäuschen oder im Gewächshaus haben sich die Schnüre bei mir bewährt.

    Tomaten geschützt anbauen

    So sind deine Tomaten von oben abgedeckt, gegen Regen geschützt und haben gleichzeitig ein prima funktionierendes Stützsystem.

    Fehler #5 im Tomaten-Anbau: Du meinst es zu gut mit deinen Tomatenpflanzen!

    Über den sechsten Fehler, den wir im Gepäck haben, hat mir Florian vom Kanal Selbstversorger Rigotti ausführlich berichtet. Dem habe ich nämlich letztes einen Besuch abgestattet und wir haben gemeinsam sein „Rigottiland“ erkundet. ;)

    Als Florian seine erste Gartenluft schnupperte, wollte er seine Tomaten so richtig schön verwöhnen. Wir kennen das bestimmt alle: Die Pflanze wächst und gedeiht, sie soll ja schön groß werden – und dabei wollen wir sie mit viel Wasser und mit viel Dünger unterstützen.

    Aber: Viel hilft nicht immer viel! Wenn du deine Tomaten zu viel düngst und gießt, werden sie wässrig und schmecken ziemlich fad. Denn wenn du sie dauernd gießt, wandert viel Wasser in die Früchte, die dann wässerig werden und viel Geschmack einbüßen, ziemlich logisch, oder?

    Ganz auf Düngung verzichten solltest du aber auch nicht, denn deine hungrigen Tomatenpflanzen brauchen natürlich Nährstoffe, um kräftig und gut wachsen zu können und um schönviele Blüten und große Früchte auszubilden. Wenn du wissen möchtest, wie meine Düngerrezeptur zusammengesetzt ist, mit der ich richtig gute Erfahrungen gemacht habe, schau doch mal in diesem Artikel vorbei: Tomaten richtig düngen – Wann, wie, mit welchen Düngern?

    Also, gieß deine Pflanzen gut an, bis der erste Wachstumsschub deutlich sichtbar ist und du dir sicher sein kannst, dass deine Tomatenpflanzen gut angewurzelt sind. Ab dann kannst du etwas sparsamer gießen. 

    Kleiner Tipp: Lieber einmal die Woche richtig viel gießen als jeden Tag ein paar Tropfen, sonst bildet deine verwöhnte Tomate nur ein oberflächliches Wurzelwerk.

    Fehler #6 im Tomaten-Anbau: Das Wurzelwerk unterschätzen ;)

    Fehler Nummer sieben ist etwas für die BalkongärtnerInnen unter euch. Ich sehe viel zu oft, dass Leute Tomaten in Kübel pflanzen, die eigentlich viel zu klein sind. Stell dir das ganz bildlich vor: Viele Gemüse haben ein genauso großes Wurzelwerk wie der oberirdische Teil der Pflanze. Das ist bei Balkongemüsen nicht anders.

    Fehler im Tomatenanbai um Kübel

    Deswegen sollte der Kübel, in den du deine Balkontomaten pflanzt, unbedingt mindestens 20 Liter fassen, damit die Tomatenwurzeln genug Platz haben und die Pflanzen gut wachsen können. Das ist total wichtig, damit du am Ende auch Spaß an deinen Balkontomaten hast.

    Das gilt übrigens auch für ganz viele andere Balkongemüse. Sorg dafür, dass sie genug Platz in ihrem Pflanzgefäß haben, damit sie auf deinem Balkon richtig glücklich und groß werden.

    Fehler #7 im Tomaten-Anbau: Gewächshaustomaten werden nicht bestäubt

    Wenn du Tomaten im Gewächshaus anbaust, hast du ein großes Problem: Da kommt kaum Wind rein. Das heißt, die Tomaten werden nicht bewegt, sodass die Blüten nicht bestäubt werden. Auch die Insekten, die deine Pflanzen bestäuben, verirren sich nicht so häufig ins Gewächshaus.

    Deswegen musst du im Gewächshaus unbedingt nachhelfen, um die Tomaten zu bestäuben, damit du eine üppige Tomatenernte einfährst. 

    Ich habe da einen (vielleicht etwas verrückten) Trick für dich: Halte einfach eine eingeschaltete elektrische Zahnbürste für zehn bis zwanzig Sekunden an den Blütenstängel deiner Tomatenpflanze. So sorgst du für einen gesicherten Pollentransport. Falls du keine elektrische Zahnbürste besitzt, kannst du die Stängel deiner Tomaten auch regelmäßig schütteln – aber nicht zu fest. Sei lieb zu deinen Tomatenpflanzen! ;)

    Fantastisch, oder? Wenn du nochmal ausführlich nachlesen möchtest, wie dieser verrückte Trick mit der Zahnbürste funktioniert, dann schau dir gerne den passenden Artikel an:

    Deine Tomaten-Blüten fallen ab? So rettest du deine Früchte und verdreifachst deine Ernte!

    Tomaten ernten

    Tomaten sind einfach großartig und ich kann es wirklich kaum noch abwarten, bis die ersten Früchte reif sind. Wenn du von Tomaten auch nicht genug bekommen kannst, dann stöbere doch gerne noch ein bisschen weiter in den Tomatenanbau-Artikel auf dem Blog:

    Die 8 wirksamsten Mischkultur-Partner für Tomaten! 

    Tomaten richtig düngen – Wann, wie, mit welchen Düngern?

    Tomaten ausgeizen und pflegen – Schritt für Schritt mit Bildern!

    Welche Fehler sind dir als Neuling beim Tomatenanbau passiert? Schreib mir gerne einen Kommentar und berichte von deinen Erfahrungen! :)

    Kaffeesatz ausbringen

    Kaffeesatz im Garten verwenden: Kaffee macht müde Pflanzen munter! ;)

    Heute geht es um Kaffeesatz, der landet nämlich viel zu häufig in der Tonne, obwohl du ihn im Garten super sinnvoll und ganz vielseitig verwenden kannst. Ob als sanften Dünger, Katzenschreck oder als Regenwurmmagnet: Kaffeesatz kann so einiges! Also mach es dir gemütlich – schnapp dir eine Tasse Kaffee – und ich zeige dir, was du alles mit deinem Kaffeesatz anstellen kannst! ;)

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    #1 Kaffeesatz als Dünger

    Was ist denn jetzt eigentlich im Kaffeesatz, das ihn zu so einem guten Dünger macht? Pass auf, das ist schnell erklärt! Kaffeesatz enthält neben Stickstoff auch Phosphor, Kalium und jede Menge anderer Spurenelemente. Die Hauptnährstoffe sind zwar nicht in so großen Mengen vertreten wie in anderen organischen Düngern – Kaffeesatz ist also ein relativ milder Dünger – dafür ist er aber umsonst und riecht in der Anwendung sooo viel besser als zum Beispiel Brennnesseljauche oder Hornspäne. ;)

    Die Pflanzen naschen den im Kaffeesatz enthaltenen Stickstoff, um starke und gesunde Blätter auszubilden. Phosphor regt die Blütenbildung und die Fruchtreife an und Kalium spielt eine wichtige Rolle für den Zellaufbau und die Stabilität der Pflanzen.

    Werden die Kaffeebohnen nun geröstet, wird das pflanzliche Eiweiß, in dem die Nährstoffe gebündelt sind, zwar vollständig zersetzt, aber die Nährstoffe bleiben glücklicherweise zum größten Teil erhalten. Auch beim Brühen geht nur ein kleiner Teil der Nährstoffe verloren. Deswegen ist es viel zu schade, den Kaffeesatz einfach in den Abfall zu geben.

    Kaffeesatz auf Holzlöffel

    Welche Pflanzen kannst du mit Kaffeesatz düngen und welche nicht?

    Auch wenn Kaffeesatz ein prima Dünger ist: nicht alle Gemüsepflanzen stehen auf das braune Pulver. Denn Kaffeebohnen können – je nach Sorte und Röstgrad – eine ganze Menge Säure enthalten. Die Säure ist jedoch wasserlöslich, sodass im Kaffeesatz meist gar nicht mehr so viel davon übrigbleibt. Daher weist der Kaffeesatz selber häufig einen fast neutralen pH-Wert um 6.5 bis 6.8 auf. Doch kommt es hier ganz stark darauf an, welche Kaffeebohnen du verwendest und wie du deinen Kaffee zubereitest.

    Kleiner Tipp: Umso länger dein Kaffeepulver mit dem heißen Wasser in Berührung kommt und umso feiner gemahlen es ist, desto weniger Säure hat dein Kaffeesatz.  Mein eher gröberer Kaffeesatz aus dem Espressokocher hat einen vergleichsweise niedrigen pH-Wert von 5.5.

    Es gibt also Unterschiede, wie viel Säure sich im Kaffeewasser auflöst – und dann von uns getrunken wird – und wie viel Säure im Kaffeesatz bleibt. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du mit Kaffeesatz deswegen vor allem die Gemüse und Sträucher düngen, die sich auch in Böden mit einem etwas niedrigeren pH-Wert wohl fühlen. Dazu gehören Heidelbeeren, Kiwibeeren, Brombeeren, Himbeeren, Preiselbeeren, Tomaten, Paprika, KürbisseGurken, Zucchini, Rhabarber, Kartoffeln, Steckrüben, Sauerampfer und Radieschen.

    Pflanzen, die lieber auf kalkigen, basischen Böden wachsen, sind kein besonders großen Fans von säuerlichem Kaffeesatzdünger. Das sind zum Beispiel Kohl, Sellerie, Spargel, Salate, Karotten und Zwiebelgemüse. Die werden richtig sauer, wenn du sie mit Kaffeesatz düngst. Wobei es eigentlich gar nicht so dumm wäre, wenn in deinem Beet Sauerkraut wachsen würde, oder? ;)

    Du bist kein Kaffeetrinker oder Kaffeetrinkerin und möchtest trotzdem deinen eigenen Dünger herstellen? Dann schau doch mal in den Artikel rein, in dem ich dir zeige, wie du Brennnesseljauche selber herstellen kannst. Brennnesseljauche ist auch für die Pflanzen geeignet, denen der Kaffeesatz zu sauer ist.

    Kaffeesatz Kaffeetasse

    Kaffeesatz im Garten ausbringen

    Es ist nicht schwer, den Kaffeesatz so vorzubereiten, dass du ihn als Dünger verwenden kannst. Alles beginnt damit, morgens eine Tasse Kaffee im Garten oder auf dem Balkon oder an einem anderen schönen Ort zu schlürfen.

    Im nächsten Schritt ist es wichtig, dass du den Kaffeesatz, den du im Garten verwenden möchtest, richtig gut durchtrocknen lässt. Ansonsten verschimmelt er meistens ziemlich schnell. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Du kannst zwar wunderbar Pilze in Kaffeesatz anbauen (dazu später mehr), aber bei Schimmelpilzen läuft einem nicht gerade das Wasser im Mund zusammen.

    Zerreibe den Kaffeesatz, wenn er fest und klumpig ist, zwischen deinen Fingern zu einem feinen Pulver. Das kannst du dann auf einen großen Teller oder in ein flaches Gefäß geben und an einen luftigen und trockenen Ort stellen. Fahre immer mal wieder mit den Fingern oder einer Gabel durch das Pulver, damit es nicht schimmelt. Du kannst den getrockneten Kaffeesatz auch in einem Eimer sammeln, sodass du auf einmal größere Mengen ausbringen kannst und nicht nach jedem Kaffe in den Garten laufen musst. 

    Kaffeesatz ausbringen

    Wenn dein Kaffeesatz gut getrocknet und schön feinkrümelig ist, kannst du ihn ganz einfach unter den Pflanzen im Wurzelbereich verteilen. Arbeite ihn noch ein wenig oberflächlich ein, ohne dass du das Bodenleben großartig störst. Das ist wichtig, damit die Mikroorganismen, die die Nährstoffe für die Pflanzen umsetzen, schalten und walten können.

    Wenn der Kaffeesatz nur auf der Oberfläche des Bodens liegt, wird er viel langsamer zersetzt und der Düngereffekt ist kaum noch vorhanden. Ich dünge meine Pflanzen ungefähr alle drei Monate mit Kaffeesatz.

    Kaffeesatz im Gießwasser

    Wenn du auf einem sehr basischen Boden gärtnerst oder dein Wasser sehr kalkhaltig ist, dann kannst du Kaffeesatz auch wunderbar im Gießwasser verwenden. Denn besonders wenn dein Kaffeesatz leicht sauer ist, neutralisiert er den pH-Wert im Gießwasser und düngt gleichzeitig den Boden.

    Doch damit nicht genug! Auch Phosphor- und Kaliummangel kannst du entgegenwirken, wenn du etwas Kaffeesatz mit ins Gießwasser mischst und die Pflanzen damit gießt. Phosphormangel erkennst du ziemlich sicher daran, dass sich die Blätter der Pflanzen rötlich bis purpurfarben verfärben. Bei Kaliummangel werden Rand und Spitze der Blätter erst gelb, dann braun. Außerdem hängen die Blätter schlaff und trocknen ein.

    Wie gut, dass es dank Kaffeesatz eine schnelle Hilfe gibt!

    Dein Gemüse-Aussaatkalender

    Hast du immer alle Aussaattermine im Kopf? Nein? Keine Sorge, ich definitiv auch nicht! Deswegen lade dir doch einfach den kostenlosen Aussaatkalender 2021 herunter! Hier findest du jeden Monat die besten Aussaatzeitpunkte für deine Gemüsepflanzen, ohne dass du dir selber darüber den Kopf zerbrechen musst.

    Einfach runterladen und lossäen. Der Kalender verrät dir übrigens nicht nur die Aussaattermine für die Voranzucht, er zeigt dir auch, wann du welche Samen direkt ins Freiland aussäen kannst und wann der perfekte Pflanztermin für deine Jungpflanzen ist!

    Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

    Hier kannst du dich für den Aussaatkalender eintragen:

    Hol dir deinen Aussaatkalender!

      ​Mit dem Absenden bestätigst du die Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Tipps und Angebote zum Thema Selbstversorgung zu schicken.

      #2 Kaffeesatz und Kompost

      Kaffeesatz ist nicht nur ein toller Direktdünger, er macht sich auf dem Komposthaufen richtig gut. Dort beschleunigt er nämlich die Verrottung, weil Regenwürmer sich gerne im Kaffeesatz tummeln, und er reichert den Kompost mit Nährstoffen an.

      Verteile dazu einfach den noch feuchten Kaffeesatz oberflächlich auf dem Kompost, damit sich kein Schimmel bildet. Vermische ihn gerne noch mit “braunen” organischem Material wie Laub oder Stroh. Es ist wichtig, dass du nicht zu viel Kaffeesatz auf einmal kompostierst, höher als 20% sollte der Anteil nicht sein, aber dann müsstest du eh schon seehr viel Kaffee trinken. ;)

      Kompost Gartenabfälle Kaffeesatz

      Wenn du auf einem Balkon oder in Kübeln gärtnerst, kannst du mit dem Kaffeesatz auch wunderbar ausgelaugte Topferde aufpäppeln. Dazu mischst du einfach die alte Erde zu gleichen Teilen mit Kompost und setzt dem Ganzen etwas Kaffeesatz zu. Dosiere ihn am besten vorsichtig, weil sich bei zu viel Kaffeesatz leicht Schimmel bildet. Das kann wirklich verhext sein.

      #3 Kaffeesatz gegen Schädlinge im Garten

      Kaffeesatz gegen Ameisen

      Ameisen sind zwar keine direkten Schädlinge, aber es kann schon sehr nervig für deine grünen Freunde sein, wenn sie ihr Nest im Beet bauen und damit die Wurzeln deiner Pflanzen freilegen. Außerdem sind Ameisen sehr fleißig darin, Blattläuse auf den Pflanzen anzusiedeln, damit sie ihren süßen Honigtau naschen können. In Maßen ist das nicht weiter schlimm, aber wenn es zu sehr überhandnimmt, solltest du den Ameisen besser Einhalt gebieten.

      Die gute Nachricht: auch hier hilft Kaffeesatz. Du musst also nicht zur chemischen Keule greifen, auf die wir in unserem Biogarten ja sowieso verzichten wollen. Den Kaffeesatz kannst du direkt auf den Ameisenbau oder die Ameisenstraße geben, um sie dazu zu bewegen, sich einen anderen Ort für eine dauerhafte Bleibe zu suchen.

      Wenn deine Ameisen sehr hartnäckig sind und den Kaffeesatz einfach zur Seite räumen, musst du solange Kaffeesatz auf den Bau und die Wege geben, bis die Ameisen aufgeben und wirklich umziehen. Da heißt es dranbleiben!

      Kaffeesatz gegen Schnecken

      Du kannst den Kaffeesatz auch um die Pflanzen streuseln, die du vor gefräßigen Schleimern beschützen möchtest, denn Koffein ist giftig für die Schnecken und gerade kleinere Schnecken können davon einen Herzstillstand bekommen. Allerdings muss dafür die Koffeinkonzentration relativ hoch sein – besonders für die größeren Schleimer – und dafür reicht der Kaffeesatz nicht immer aus.  

      Es ist aber trotzdem einen Versuch wert! Wenn du dann noch mit Hackschnitzeln mulchst, fleißig die Schnecken absammelst und junge Pflänzchen mit Schneckenkragen schützt, solltest schon bald keine Probleme mehr mit den Plagegeistern haben.

      Du kannst Kaffeesatz also als zusätzlichen Schneckenschutz verwenden. Verlass dich aber nicht darauf, dass du mit einer Handvoll ausgestreuseltem Kaffeesatz ein für alle Mal gegen Schnecken ausgesorgt hast. 

      #4 Kaffeesatz gegen Unkraut

      Kaffeebäume sind ziemlich schlau, sie benutzen das Nervengift Koffein in ihren Blättern als Abwehrmittel gegen Fraßfeinde. Und auch das Koffein in den Samen führt mit seiner keimhemmenden Wirkung dazu, dass der Konkurrenzdruck in der unmittelbaren Umgebung der Samen und jungen Pflanzen ausbleibt. Ziemlich ausgeklügelt diese Kaffeepflanzen!

      Auf diese keimhemmende Wirkung des Koffeins solltest du unbedingt achten, wenn du Kaffeesatz in deinem Garten oder in Töpfchen verwendest. Denn wenn du dein Gemüse aussäst, bist du schließlich auf eine gute Keimrate aus und möchtest die Keimung nicht unterdrücken. 

      Das soll dich aber nicht davon abhalten, Kaffeesatz in deinem Garten zu verwenden. Achte einfach darauf, den Kaffeesatz nicht in frisch eingesäten Beeten zu verwenden. Dann macht er müde Pflanzen munter und kann nebenbei sogar dafür sorgen, dass andere Beikrautsamen am Keimen gehindert werden.

      Du hast keine Lust mehr, ständig auf den Knien durch deine Beete zu robben, um Unkraut zu zupfen? Dann schau mal in diesem Artikel vorbei, dort zeige ich dir, wie ich meine Beete unkrautfrei halte

      #5 Pilzzucht in Kaffeesatz

      Kaffeesatz ist grandios! Du kannst ihn nicht nur als Dünger und als Schädlingsschutzmittel verwenden, sondern auch als Substrat für Pilze. Austern-, Rosen- und Limonenseitlinge und Pioppinos kannst du auf Kaffeesatz aus Filterkaffee anbauen.

      Seitlinge im Kaffeesatz

      Du hattest schon immer Lust, deine eigene kleine Pilzfarm zu starten und regelmäßig frische Pilze zu ernten? Dann trink ein paar Tassen Kaffee und besorg dir eine spezielle Pilzbrut. Die bekommst du zum Beispiel online. Die Pilzbrut kannst du dir als eine Art Saatgut für Pilze vorstellen. Du benötigst außerdem noch einen Topf, der ungefähr zwei bis drei Liter Volumen umfasst, und einen Untersetzer, den du als Deckel verwendest. Eine Holzbox funktioniert auch prima.

      Es ist wichtig, dass du ziemlich frischen Kaffeesatz verwendest. Er sollte nicht älter als drei Tage sein. Sammle ihn am besten im Kühlschrank.

      Wenn der große Tag gekommen ist, mischst du einen halben Liter Kaffeesatz und 125 ml Pilzbrut und füllst die Mischung in den Topf. Leg den Untersetzer als Deckel lose auf die Oberseite, damit das Kaffeesatzsubstrat nicht austrocknet. Im Gegensatz zum Kaffeesatz als Dünger möchtest du hier Kaffeesatz, der frisch und feucht ist. Das haben Pilze nämlich so richtig gern.

      Dann stellst du dein Minipilzbeet bei 20 bis 25°C auf und füllst das Ganze nach drei Tagen mit frischem, abgekühltem Kaffeesatz auf. Jetzt heißt es erstmal, sich in Geduld zu üben, denn das Myzel, also das Geflecht aus Pilzfäden, braucht ungefähr zwei bis drei Wochen, um das Substrat zu durchwachsen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass du immer auf eine gute Feuchtigkeit achtest. Besprühe bzw. gieße das Substrat bei Bedarf mit Leitungswasser.

      Du willst ja, dass sich prächtige Fruchtkörper ausbilden. Das sind die oberirdischen Teile des Pilzes, die du sehen und später auch essen kannst. Stelle also den Topf nun etwas kühler (10-15°C), weil das den Pilz richtig anregt. Dann heißt es noch einmal warten, und nach zwei bis drei Wochen haben sich die ersten Fruchtkörper gebildet!

      Wenn du fleißig geerntet hast, kannst du den Kaffeesatz samt Pilzmyzel in ein Pilzbeet nach draußen pflanzen. Vielleicht hast du ja einen schattigen und bisher noch nicht genutzten Spot in deinem Garten, an dem sich Pilze rundum wohl fühlen. Dort wächst der Pilz dann einfach weiter vor sich hin.

      Kaffeesatz in Schüssel

      Ich bin immer wieder verblüfft, wie gut sich manche „Abfallprodukte“, die in meinem Alltag entstehen, wiederverwenden lassen! Ein Hoch auf den Kaffeesatz! Er ist ein toller milder Dünger, unterstützt dich bei der Bekämpfung von Plagegeistern in deinem Garten und ist ein prima Pilzsubstrat! Er ist einfach viel zu schade, um achtlos weggeworfen zu werfen!

      Na, hast du deine Tasse Kaffee schon ausgetrunken? Dann weißt du jetzt, was du damit alles anstellen kannst! Aber zieh dir jetzt auch nicht literweise Kaffee rein. ;)

      Du hast Lust, noch weiter auf dem Blog zu stöbern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

      Warum du deine Beete nicht umgraben solltest – und was du stattdessen machst

      Dünger selber machen: Brennnesseljauche herstellen

      Tomaten richtig düngen – Wann, wie, mit welchen Düngern?

      Hast du noch mehr Tipps, wie man Kaffeesatz im Garten verwenden kann? Dann immer her damit! Ich freue mich über deinen Kommentar!

      Stangenbohnen Pflanze

      Stangenbohnen pflanzen: Der komplette Guide!

      Stangenbohnen zu pflanzen, ist gar nicht schwer! Sie gehören zu den anspruchslosesten (und schönsten!) Gemüsen, die du anbauen kannst! Deswegen kommt hier eine Anbau-Anleitung, mit allen Schritten von der Aussat bis zur dicken, fetten Ernte! 

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      Meine liebsten Stangenbohnen-Sorten

      Wir pflanzen in unserem Garten total gerne die Stangenbohnen-Sorten „Blauhilde“ und „Neckarkönigin“. Wenn du auf ein richtiges Farbspektakel stehst, solltest du auf jeden Fall die Feuerbohne „Preisgewinner“ ausprobieren. Mit ihren wunderschönen roten Blüten ist diese Stangenbohne ein richtiger Hingucker im Gemüsegarten!

      Feuerbohne

      Wie viele Stangenbohnen pflanzen?

      Wir pflanzen in unseren Garten etwa fünf Reihenmeter Stangenbohnen pro Person.

      Gute Mischkulturpartner

      Die Stangenbohne hat viele Freunde. Sie versteht sich ganz wunderbar mit Kohl, Sellerie, Bohnenkraut, Gurken, Kürbis, Tomaten, Salat, Rüben, Spargel, Rhabarber, Dill und Kresse.

      Ideale Bedingungen zum Stangenbohnen pflanzen

      Bohnen können so einiges wegstecken und stellen keine großen Ansprüche an den Boden. Für einen besonders guten Start ins Pflanzenleben empfehle ich dir aber, das Beet so gut wie möglich von Unkraut zu befreien, bevor du mit dem Säen oder Pflanzen loslegst.

      Stangenbohnen säen oder pflanzen?

      Du kannst Stangenbohnen sowohl aussäen als auch pflanzen. Ich säe sie lieber direkt im Beet aus, das macht weniger Arbeit und funktioniert mit Stangenbohnen wunderbar.

      Ab wann Stangenbohnen säen und pflanzen?

      Stangenbohnen kannst du zwischen Mitte Mai und Anfang Juli aussäen. Für eine gestaffelte Ernte bringst du deine Stangenbohnen am besten einmal Mitte Mai und dann nochmal Ende Juni in den Boden.

      Wenn du deine Stangenbohnen pflanzen möchtest, kannst du sie auch schon ab Mitte April im Haus vorziehen.

      Hol dir den Aussaatkalender!

      Wenn du stets ein volles Erntekörbchen haben möchtest, musst du regelmäßig aussäen und pflanzen. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren und damit du stets das perfekte Zeitfenster abpasst, gibt es den Aussaatkalender 2021!

      Einfach ausdrucken, an die Wand pinnen und lossäen. Jeden Monat findest du eine Übersicht mit allen Gemüsepflanzen, die du drinnen oder draußen säen kannst und wann es Zeit ist, deine Jungpflanzen nach draußen zu pflanzen.

      Trag dich also hier ein, um den kostenlosen Aussaatkalender 2021 herunterzuladen und keine Aussaat mehr zu verpassen:

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        Damit deine Stangenbohnen richtig gut wachsen und gedeihen, solltest du vor der Aussaat auf jeden Fall ein Rankgerüst aufstellen, an dem sich die wüchsige Pflanze emporschlängeln kann. Es gibt viele verschiedene Arten von Rankhilfe. Darüber habe ich auch schon mal einen Artikel geschrieben, falls du noch Inspiration brauchst: 7 wunderschöne Rankhilfen, die du selber bauen kannst.

        Eine ganz einfaches Rankgerüst ist zum Beispiel ein Tipi. Dafür brauchst du lediglich drei oder vier Stäbe, die du in den Boden steckst und am oberen Ende zusammenbindest. Zack – schon steht dein Bohnentipi. Am Fuß jeder Stange säst du dann sechs bis acht Samen aus bzw. pflanzt sechs bis acht Jungpflanzen.

        Stangebohne Jungpflanze

        Beete vorbereiten

        Falls deine Beete verunkrautet sind, solltest du sie vor der Aussaat gut jäten. Mulch und alte Pflanzenreste ziehst du an den Beetrand, damit deinen Stangenbohnen nichts in die Quere kommt.

        Stangenbohnen pflegen

        Nachdem sich die Pflänzchen aus dem Samen gepellt haben, brauchen sie für die nächsten 14 Tage noch etwas Starthilfe, um „den Weg“ zu finden. Du kannst ihnen dabei helfen, indem du die Pflanzen um das Rankgerüst wickelst. Nach den zwei Wochen haben die Stangenbohnen dann selbst den Dreh raus.

        Nach der ersten Haupternte kannst du das untere Drittel der Pflanze entblättern. Das regt die Pflanze dazu an, im unteren Drittel nochmal Früchte anzusetzen.

        Wir mulchen unsere Stangenbohnen, wenn sie zehn cm hoch sind mit Holzhackschnitzeln. Düngen musst du die Bohnen nicht. Wenn es zu Blühbeginn sehr trocken ist, kannst du die Erträge steigern, indem du deine Pflanze gut gießt.

        Stangenbohnen ernten: Wann und wie?

        Stangenbohnen sind vielleicht etwas zäher als Buschbohnen, aber deutlich rückenschonender zu ernten.

        Im besten Fall erntest du die Stangenbohnen, wenn die Schoten schon Kerne ausgebildet haben, aber noch zart und jung sind. Wartest du mit dem Ernten zu lange, verholzen die Bohnen und schmecken nicht mehr so lecker. Du kannst die Bohnen aber auch an der Pflanze ausreifen lassen und Trockenbohnen ernten.

        Stangebohnen Ernte Korb

        Nach der Ernte reicht es aus, nur die oberirdische Blattmasse abzuschneiden, sodass die Wurzeln im Boden bleiben. Sie enthalten nämlich Stickstoffknöllchen, von denen die nächsten Kulturen profitieren.

        Häufige Probleme und Lösungen beim Stangenbohnen pflanzen

        Wenn du Stangenbohnen pflanen möchtest, gibt es eine ganze Reihe von Krankheiten, die dir einen Strich durch die Gemüserechnung machen können. Den meisten kannst du vorbeugen, indem du eine weite Fruchtfolge zu Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten einhältst.

        Bei Schädlingen wie Spinnmilben und Blattläusen hilft neben direkten Bekämpfungsmaßnahmen (zum Beispiel mit Neemöl) auch regelmäßiges Beregnen. Das Wasser spült die Störenfriede einfach von den Pflanzen hinunter.

        Kleiner Tipp: Wenn du ein Milpabeet planst, ist es super hilfreich, eine blaue Stangenbohne zu pflanzen oder zu säen (z.B. „Blauhilde“). Bei der Ernte kannst du die in dem grünen Dschungel nämlich viel besser erkennen! ;)

        Lust auf mehr Gemüsegarten-Lektüre? Vielleicht ist einer dieser Artikel etwas für dich:

        So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

        9 einfache Schritte zu deinem Gartenplan!

        7 wunderschöne Rankhilfen, die du selber bauen kannst

        Welche Stangenbohnen möchtest du in deinen Beeten pflanzen? Lass mir gerne dein Kommentar da!

        Some like it hot – Chili säen, pflanzen, ernten!

        Es gibt so unendlich viele Sorten von Chili-Pflanzen – da ist wirklich für jeden Geschmack was dabei, auch wenn du kein Fan der Red Hot Chili Peppers bist! ;)

        Außerdem machen Chilis im Beet auch richtig was her: Die Früchte der Sorte „Lila Luzi“ wechseln zum Beispiel bis zur Reife mehrmals die Farbe.

        Na, angefixt? ;) Wenn du rechtzeitig loslegst und ein paar grundsätzliche Dinge beachtest, ist der Chili-Anbau völlig unkompliziert. Also los, ich zeige dir, wie es geht!

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        Was ist der Unterschied zwischen Paprika-Pflanzen, Peperoni-Pflanzen und Chili-Pflanzen?

        Paprika, Peperoni und Chili sind wie Geschwister: Sie gehören zur selben Familie, sind aber völlig verschieden, was Geschmack und Schärfe betrifft. 

        Die Paprika ist die gutmütige große Schwester. Sie peppt mit ihrem mild-würzigen Geschmack Gemüsegerichte und Fleischeintöpfe auf, drängt sich aber niemals in den Vordergrund.

        Die Peperoni ist das Sandwichkind und liegt in Größe und Schärfe zwischen Paprika und Chili. Sie kann sowohl mild als auch scharf und geschmacklich durchaus dominant sein.

        Für die Chili gilt: klein aber oho! Schon in geringen Mengen erzeugt sie eine unglaubliche Schärfe und lässt Nase und Tränen ungehemmt fließen. Das liegt aber nicht daran, dass Chilis einem die Laune verderben, sondern daran, dass die Kleinste im Bunde viel mehr Capsaicin enthält als ihre großen Geschwister.

        Capsaicin ist ein Wirkstoff, der den Geschmacksnerven in deinem Mund vorgaukelt, dass das Essen zu heiß ist – deshalb brennt auch alles, was mit ihm in Berührung kommt super arg!

        Chili Peperoni Paprika

        Wer die Wahl hat, hat die Qual – Welche Chilisorten soll ich anpflanzen?

        Es gibt viele tausend Chili-Sorten. Welche Chili du anbauen möchtest, kannst du frei nach Schärfe, Farbe und Größe wählen. Für Chili gibt es eine Schärfeskala von eins bis zehn, die Schärfe-Einheit heißt „Scoville“. Du kannst die Skala in drei Stufen einteilen:

        • Stufe 1-3 oder 1000-1500 Scoville gelten als mäßig scharf. Hierzu gehört zum Beispiel die Sorte „Jaranda“ (Capsicumannuum). Sie hat rote längliche Früchte.
        • Stufe 4-6 oder 5000 -15.000 Scoville ist schon deutlich scharf. Die Sorte „Peruvian Purple“ (Capsicumbaccatum) mit lila-schwarzen Früchten und einem rauchigen Geschmack ist eine sehr leckere Vertreterin dieser Stufe.
        • Stufe 7-10+ oder 15.000 bis zu einer Million Scoville ist extrem scharf. „Habanero Orange“ (Capsicum chinense) ist mit 10 sehr scharf. Als die allerschärfsten Chilisorten gelten „Carolina Reaper“ und „Bhut Jolokia“ mit 10+.

        Dir tränen schon beim Lesen die Augen und du möchtest lieber Paprika anbauen? Dann bitte einmal hier entlang. ;) 

        Jetzt geht´s aber los: Chili säen mit Trick siebzehn

        Die Chili Anzucht braucht vor allem eins: Geduld. Viiel Geduld. Die Samen lassen sich gerne bis zu vier Wochen und länger Zeit, bevor sie einen kleinen grünen Keimling aus der Erde strecken. Super neugierig sind Chili also eher nicht. ;) Darum ist Anfang Februar die optimale Zeit, um sie zu säen.

        Damit möglichst viele deiner Samen keimen und die Keimung generell beschleunigt wird, gibt es einen tollen Trick. Mit dem hat auch Oma schon immer (fast) alle Wehwehchen geheilt: Kamillentee! Dafür brühst du eine halbe Tasse Wasser mit einem Beutel Kamillentee auf und wartest, bis er abgekühlt ist. Darin lässt du deine Chilisamen dann ein gemütliches 24stündiges Bad nehmen und steckst sie anschließend ungefähr einen halben Zentimeter tief in die Erde. So verwöhnt, keimen sie schneller und zuverlässiger und du hast sie obendrein noch widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten gemacht. Eine richtige Triple-Win-Situation! :)

        Die Anzuchttöpfchen sollten jetzt möglichst gleichmäßig warm bei etwa 25° C stehen. Wenn du sie mit einer Haube abdeckst, sorgst du für ein optimal feucht-warmes Klima. Du musst in deiner Kinderstube aber regelmäßig lüften, damit sich kein Schimmel bildet! Und sobald du die ersten Keimlinge entdeckst, nimmst du die Haube komplett ab. 

        Wenn du das erste richtige Blattpaar nach den Keimblättern entdeckst, ist es Zeit, dass deine Chili-Pflanzen aus dem beengten Apartment in eine größere Wohnung umziehen: du kannst deine Chili-Pflanzen jetzt also pikieren. Setze deine Pflänzchen in den neuen Töpfen bis zu den Keimblättern in die Erde, damit sie möglichst viele Wurzeln ausbilden können. Dann stellst du sie etwas kühler aber möglichst hell auf. Wenn du zum ersten Mal Jungpflanzen im Haus vorziehen möchtest, schau gerne mal bei diesem Artikel vorbei, dort habe ich all meine Tipps zur Jungpflanzenanzucht zusammengefasst. 

        Dein Gemüse-Aussaatkalender

        Hast du immer alle Aussaattermine im Kopf? Nein? Keine Sorge, ich definitiv auch nicht! Deswegen lade dir doch einfach den kostenlosen Aussaatkalender 2021 herunter! Hier findest du jeden Monat die besten Aussaatzeitpunkte für deine Gemüsepflanzen, ohne dass du dir selber darüber den Kopf zerbrechen musst.

        Einfach runterladen und lossäen. Der Kalender verrät dir übrigens nicht nur die Aussaattermine für die Voranzucht, er zeigt dir auch, wann du welche Samen direkt ins Freiland aussäen kannst und wann der perfekte Pflanztermin für deine Jungpflanzen ist!

        Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

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          Ab ins Grüne! – Chili ins Beet oder in Kübel pflanzen

          Nach den Eisheiligen ist es dann endlich soweit: Deine Chili sind bereit, sich Wind und Sonne um die Blätter streichen zu lassen. Damit sie in der neuen ungewohnten Umgebung keinen Sonnenbrand bekommen, härtest du sie aber zuerst vorsichtig ab. Das heißt, du stellst sie erst ein paar Stunden nur in den Schatten und gewöhnst sie über mehrere Tage nach und nach an die Sonne und das raue Leben da draußen.

          Wenn du das geschafft hast, steht ihrer Freilassung nichts mehr im Wege! Chili-Pflanzen lieben einen warmen windgeschützten Platz. Das kann ein Gewächshaus sein oder die Südseite an einer Mauer im Garten. 

          Chili Jungpflanze

          In Obhut nehmen: Die Pflege von ChiliPflanzen

          Bei der Auspflanzung gönnst du deinen Chili noch eine Handvoll Langzeitdünger oder eine Gabe Kompost (wenn du in Kompostbeeten gärtnerst, brauchst du keinen zusätzlichen Kompost in das Pflanzloch geben). Als Starkzehrer sind sie ständig hungrig und freuen sich alle drei Wochen über eine Düngung mit Brennnesseljauche.

          Hast du schonmal Jauche selber hergestellt? Brennnesseljauche ist ein super Dünger, den du ganz einfach selber machen kannst! 

          Damit deine Chili-Pflanzen gut anwachsen und sich zu prächtigen Exemplaren mit vielen Früchten entwickeln, ist aber nicht nur eine regelmäßige Düngung wichtig, sondern auch eine gleichmäßige Wasserversorgung. Wenn die Erde nämlich während Blüte oder Fruchtansatz austrocknet, sind Chili schnell beleidigt und werfen Blüten und Früchte ab.

          Am besten verwendest du Regenwasser und gießt deine Chili ausschließlich von unten, ohne die Blätter zu beregnen.

          Zu nass darf die Erde aber auch nicht sein, weil die Wurzeln sonst schnell zu faulen beginnen.

          Damit du nicht ständig gießen musst, bedeckst du dein Beet oder deinen Kübel am besten mit einer dicken Mulchschicht, sobald deine Pflänzchen zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch sind.

          Chilisorten, die besonders hoch hinaus wachsen, spendierst du eine Stütze und bindest sie daran fest. Das kann entweder ein Bambusstab sein oder auch ein Spiralstab, wie du ihn für Tomaten verwendest.

          Wenn sich deine Schützlinge gut eingelebt haben und bereits schöne Früchte tragen, kannst du während der Reifezeit ab und zu die Wasserversorgung aussetzen und so eine künstliche Dürreperiode schaffen. Dadurch erhöht sich der Capsaicin Gehalt in den Chilischoten und sie werden besonders scharf. Natürlich sollen deine Pflanzen nicht vertrocknen, aber die Blätter dürfen schon schlaff hängen, bevor du zur Gießkanne greifst.

          Nicht nur du, auch Blattläuse lieben Chili-Pflanzen! Wenn sich die kleinen Plagegeister eingenistet haben, kannst du sie mit einem scharfen Wasserstrahl herunterspritzen und die Blätter mit einer Schmierseifenlösung besprühen.

          Schau mal, auch gegen Erdflöhe, weiße Fliege und Kohlweißlinge gibt es sanfte chemiefreie Abwehrmaßnahmen!

          Lohn der Arbeit: Chili ernten

          Chili solltest du nur ernten, wenn sie vollständig ausgereift und nicht mehr grün hinter den Ohren sind. ;) Bei bunten Chilischoten erkennst du das ganz einfach daran, dass sie sich vollständig in ihre farbige Schale geworfen haben und prächtig rot, orange, lila oder gelb leuchten. Aber wie ist das bei ihren grünen Artgenossen? Hier hilft der „Press-Test“: Wenn die Schoten sich prall anfühlen, aber ein wenig nachgeben, sind sie erntebereit. Früchte, die sich anfühlen wie ein fester Block, sind noch unreif und dürfen weiter an der Mutterpflanze hängen bleiben.

          Um die Chili Pflanze nicht zu verletzen, schneidest du die Schoten mit einer Schere ab.

          Abgeschnittene Chilischoten reifen nicht nach. Wenn die Temperaturen unter 10 °C zu fallen drohen und du immer noch viele unreife Früchte an deiner Pflanze hängen hast, holst du deine Chili am besten ins Haus. Aber achte darauf, dass die Außen- und die Innentemperatur am Umzugstag möglichst gleich sind. Starke Temperaturschwankungen nimmt die scharfe Lady nämlich übel und wirft dann gerne empört ihre Blätter ab.

          Chili überwintern – geht das?

          Du kannst deine Chili-Pflanze problemlos überwintern! Wenn du sie ins Beet gepflanzt hast, gräbst du sie im Herbst vorsichtig mit viel Erde drumherum aus und setzt sie in einen Topf, der zehn bis zwanzig Liter Volumen hat. Chili-Pflanzen, die bereits in Töpfen stehen, holst du einfach herein.

          Jetzt kürzt du alle Äste um zehn Zentimeter und stellst die Chili kühl und hell auf. Das Fensterbrett im Schlafzimmer oder ein ungeheizter, frostfreier heller Raum sind ideal dafür.

          Wenn du keinen solchen Ort hast, kannst du die Pflanzen auch bei Raumtemperatur überwintern. Dann solltest du gelegentlich die Blätter mit etwas Wasser besprühen, damit sie nicht vertrocknen. 

          Es kann passieren, dass die Chili – trotz deiner Mühen – nach und nach alle Blätter abwirft im Winter. Lass dich von diesem Striptease nicht verunsichern! Im Frühjahr treibt sie neue Blätter aus und alles ist wieder in Ordnung.

          Wenn du keine Lust hast auf diese Art Dauerherbst, kannst du deine Chili für die Überwinterung auch rigoroser zurückschneiden: Du entfernst alle Blätter und Zweige, bis du nur noch ein Chili-Ypsilon vor dir hast, also vom Stamm abgehend je einen Ast nach links und nach rechts. Auf diese Weise musst du nicht ständig Blätter aufsammeln und hast auch keine Probleme mit Schädlingen. Voraussetzung für diesen Radikalschlag ist allerdings ein heller Standort, der nicht mehr als zehn Grad hat.

          Während der kalten Jahreszeit braucht deine Chili keinerlei Dünger und nur sehr wenig Wasser. Sie hält ihren verdienten Winterschlaf und möchte möglichst ungestört bleiben.

          Im Februar klingelt dann aber der Wecker! Jetzt verpasst du deiner Chili bei Bedarf einen luftigen  Frühjahrsschnitt und entfernst alle trockenen Zweige und Blätter. Außerdem gießt du wieder regelmäßig. 

          Ab März oder April topfst du deine Chili-Pflanze dann in frische Erde um und verwöhnst sie mit einem Langzeitdünger. Wenn sie gut abgehärtet ist, kannst du sie wieder nach draußen stellen – natürlich erst, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

          Nach ungefähr drei Jahren wird deine Chili aber erschöpft sein und immer weniger Früchte tragen. Dann ist es an der Zeit, eine neue Generation heranzuziehen! Aus den geernteten Chilischoten suchst du dafür die Schönsten aus und nimmst die Samen heraus. Die lässt du einige Wochen trocknen und bewahrst sie dann in einer Papiertüte auf. So bist du bestens gerüstet, um im nächsten Jahr Chili zu säen!

          Du musst aber nicht bis zum nächsten Frühjahr warten, um deine Hände endlich wieder in krümelige Erde strecken zu können: Auch im Winter kannst du draußen viele leckere Gemüse anbauen!

          getrocknete Chili

          Der Scharfmacher: Chilischoten trocknen

          Alles hat super funktioniert und jetzt sitzt du vor einem Ernteberg mit Chilischoten? Dann wird es Zeit, sie zu trocknen! Dafür kannst du einen festen Faden und eine Nadel nehmen und damit durch die grünen Chili-Hüte stechen. So aufgereiht hängst du die Chili-Kette auf und hast gleich noch ein tolles Deko-Element im Raum! Sie sind fertig getrocknet, wenn sie sich mit den Fingern leicht zerbröseln lassen.

          Chili kannst du auch im Dörrautomat oder im Backofen bei 40° C trocknen. Die Backofentür sollte dabei immer ein Stück geöffnet bleiben, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

          Die rascheldürren Schoten kannst du jetzt in einem Glas aufbewahren und nach Bedarf über dein Essen bröseln. Oder du gibst einen Teil in eine Mühle, um feines Chilipulver zum Würzen zur Verfügung zu haben. Damit darin alles schön locker und trocken bleibt, packst du einige Reiskörner dazu.

          Achtung: Am besten verarbeitest du deine Chilischoten nur mit Einweghandschuhen! Wenn du nämlich mit bloßen Händen tätig bist und dir dann ins Auge fasst, ist das eine Erfahrung der ausgesprochen schmerzhaften Art! Und glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche…;)

          Chili-Pflanzen sind eine tolle Ergänzung für den Gemüseanbau. Denn was wären Chili con Carne oder Currys ohne eine ordentliche Portion Chili? Darum nix wie los, Chili anbauen!

          Nur Chili pflanzen reicht dir nicht? Hier findest du Schritt-für-Schritt Anleitungen für andere leckere Gemüse:

          Tomaten anbauen

          Kräftige Gurken vorziehen

          Zwiebeln anbauen

          Kennst du noch andere Hacks beim Chili pflanzen? Lass mir gern einen Kommentar da!

          Kirschen einkochen – einfach, schnell und super lecker!

          Kirschen einkochen macht richtig viel Spaß und ist gar nicht schwer. Und was das Beste daran ist: Du kannst das ganze Jahr diese leckeren roten Dinger schlemmen! :)

          Wenn also die Kirschen nicht nur in Nachbars Garten, sondern auch bei dir so richtig saftig und prall am Baum hängen und du im Ernteglück schwelgst, ist Kirschen einmachen angesagt! Denn was gibt es Schöneres, als sich im Winter ein Glas davon zu öffnen und sofort wieder diesen wunderbaren Geschmack von Sonne und Wärme auf der Zunge zu haben?

          Also nichts wie ran an die Töpfe, jetzt werden Süßkirschen und Sauerkirschen verarbeitet! Dann ist mit dir in jedem Fall gut Kirschen essen! ;)

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          Soll ich Süßkirschen oder Sauerkirschen einkochen?

          Ob du Süßkirschen oder Sauerkirschen für deine Rezepte verwendest, ist Geschmackssache. Sauerkirschen haben einen doppelt so hohen Säuregehalt wie ihre süßeren Cousinen und verleihen Kuchen und Kompotten ein besonders intensives Aroma. Aber auch aus den lieblicheren Süßkirschen entstehen köstliche Vorräte!

          Fun Fact: Die Schattenmorelle, eine der bekanntesten Sauerkirschsorten, heißt gar nicht so, weil sie auch im Schatten wächst! ;) Ihr französischer Name „Chatel Morel“ wurde wohl einfach ins Deutsche übernommen und angepasst.

          Für Apfelmus habe ich übrigens auch ein super leckeres Einkochrezept für dich! 

          Kirschen essen + Wasser trinken = Bauchweh?

          Du hast bestimmt auch schon von dem hartnäckigen Gerücht gehört, dass man Bauchweh bekommt, wenn man Kirschen isst und danach Wasser trinkt. Es stammt vermutlich aus einer Zeit, wo es im Trinkwasser mehr Keime gab, vor allem Hefepilze. Die konnten dann unter ungünstigen Umständen dafür sorgen, dass die Früchte Bauchweh verursachten.

          Aber heute darfst du unbesorgt Kirschen essen und danach ein Glas Wasser trinken! Nur wenn du mehr als ein Pfund Kirschen auf einmal verputzt, kann es sein, dass dein Magen davon überfordert ist und zu grummeln beginnt. Das hat dann zwar nichts mit Wassertrinken zu tun, kann einem bei diesen super köstlichen Früchten aber ganz schnell mal passieren, oder? ;)

          frische Kirschen in Kiste

          Ich habe eine Checkliste erstellt, in der alle Schritte nochmal ordentlich gegliedert aufgeführt sind – nicht nur für’s Einkochen im Topf, sondern auch für alle anderen Einkoch-Methoden.

          Trag dich gerne hier ein und ich schicke dir die Checkliste per Mail zu!

          Hol dir die “Sicher einkochen”-Checkliste!

          Trag dich hier ein und sichere dir meine Checkliste zum sicheren Einkochen, die zurzeit alle neuen Newsletter-Abonnenten zugeschickt bekommen!

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            Kirschen einkochen im TopfSo geht es ganz einfach!

            Um deine Kirschen haltbar zu machen, brauchst du gar nicht viel und das meiste davon gibt es sicher sowieso schon in deiner Küche. 

            Das Zubehör zum Kirschen-Einkochen: 

            • 1 großer Topf
            • 1 kleiner Topf
            • Einmachgläser, zum Beispiel vier Stück mit 500 ml Fassungsvermögen
            • 1 Geschirrtuch

            Im günstigsten Fall ist dein Topf so groß, dass alle deine Einkochgläser auf einmal hineinpassen. Wenn du keinen so großen Topf hast, machst du einfach mehrere Kirschen-einwecken-Durchgänge. ;)

            Eine ganz wichtige Einkochregel lautet: Die Temperaturen vom Wasser im Topf und dem Einkochgut in den Gläsern müssen ungefähr gleich sein, wenn die Gläser in den Topf wandern. Wenn du eine heiße Zuckerlösung über deine Kirschen gießt, solltest du das Wasser im Topf also erwärmt haben, bevor du die Gläser hineinstellst.

            Um die Temperatur genau kontrollieren zu können, stellst du ein Thermometer ins Wasser. Die vorgegebene Einkochzeit beginnt erst, wenn die erforderliche Temperatur erreicht ist!

            Einkoch-Regel #1: Immer schön sauber bleiben! ;)

            Damit sich deine eingekochten Kirschen-Schätze gut lagern lassen und nicht schimmeln, ist es super wichtig, dass du auf Sauberkeit und Hygiene beim Einkochen achtest.

            Deshalb verwendest du nur sorgfältig gespülte Gläser. Außerdem sterilisierst du die Gläserdeckel: Dazu gibst du Wasser mit einem Schwupps Essig in den kleinen Topf, legst Deckel und Gummiringe hinein und kochst das für fünf Minuten auf. 

            Wenn du weniger als 30 Minuten im Wasserbad einkochst oder Marmelade heiß einfüllst, solltest du auch die Gläser sterilisieren. Dafür kannst du sie entweder ebenfalls in Essigwasser für fünf Minuten kochen, oder du stellst sie 10 Minuten lang bei 180°C in den Backofen. Gummiringe und beschichtete Deckel eignen sich übrigens nicht für die Backofen-Methode.

            Zum Kirschen-Einkochen kannst du Schraubgläser oder Weckgläser verwenden. Das ist ganz deinen Vorlieben überlassen.

            Übrigens: Die Techniken zum Einkochen im Wasserbad und Heißeinfüllen eignen sich nur für Lebensmittel wie Obst, das einen höheren Säuregehalt hat. Für das Einkochen von Fleisch und Gemüse gelten ganz andere Regeln, die du unbedingt beachten solltest!

            Kirschen einkochen

            Süßkirschen-Rezepte zum Einkochen – auch für Sauerkirschen geeignet!

            Gläser und Deckel sind einsatzbereit? Super, dann kann es losgehen!

            Das brauchst du für leckeres Kirschkompott:

            • 1 kg Kirschen
            • Zucker nach Geschmack, bewährt haben sich zwischen 200g und 400 g
            • 1 l Wasser

            Und schon geht’s los:

            1. Für dieses Rezept solltest du Deckel und Gummiringe sterilisieren.
            2. Dann legst du ein Geschirrtuch in einen großen Topf, damit die Gläser nicht direkt auf dem Topfboden stehen, und füllst ihn 15 Zentimeter hoch mit warmem Wasser.
            3. Jetzt wäschst du deine Kirschen, entsteinst sie und verteilst sie so auf die Gläser, dass ungefähr drei Zentimeter Rand frei bleiben.
            4. In einem Topf kochst du einen Liter Wasser auf, gibst den Zucker hinein und rührst, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Mit dieser Zuckerlösung füllst du die Gläser so auf, dass noch zwei Zentimeter Rand frei bleiben. 
            5. Wenn du beim Einfüllen gekleckert hast, wischst du die Ränder mit einem sauberen Geschirrtuch sorgfältig ab.
            6. Jetzt verschließt du die Gläser und stellst sie so in den großen Topf, dass sie sich nicht berühren. Das Wasser sollte ihnen bis zum Hals stehen! ;) Falls es das nicht tut, erhitzt du in einem Wasserkocher noch mehr Wasser und gibst es dazu.
            7. Wenn dein Thermometer 90°C zeigt, beginnt die Einkochzeit von 30 Minuten. Am besten stellst du dir einen Timer und passt gut auf, dass die Temperatur während der gesamten Einkochdauer nicht absinkt. 
            8. Wenn die Zeit abgelaufen ist, kannst du deine Gläser entweder mit einem Glasheber aus dem Topf holen oder du wartest, bis du mit der Hand ins Wasser hineinfassen kannst.

            Das Kirschkompott stellst du auf ein Geschirrtuch und lässt es komplett abkühlen. Wenn du Weckgläser verwendet hast, entfernst du nach dem Abkühlen die Klammern. So kannst du erkennen, ob sich ein Vakuum in den Gläsern gebildet hat.

            eingekochte Kirschen im Glas

            Du kannst deine Kirschen auch zur weltbesten Marmelade einkochen:

            Dazu brauchst du:

            • Einmachgläser
            • 1 kg Kirschen
            • 500g Gelierzucker 2:1
            • 2 Zimtstangen
            • Saft von 1/2 Zitrone

            Und los geht’s:

            1. Für dieses Rezept solltest du Schraubgläser verwenden, die du zusammen mit den Deckeln vor dem Einkochen sterilisierst. 
            2. Du wäschst und entsteinst die Kirschen und zerkleinerst sie. Dann füllst du die Kirschen in einen Topf und gibst Zucker, Zimtstangen und Zitronensaft hinzu. 
            3. Wenn alles fünf Minuten brodelnd gekocht hat, entfernst du die Zimtstangen wieder.
            4. Die fertige Marmelade füllst du kochend heiß in die Gläser und verschließt sie sofort. Dann lässt du sie auf einem Geschirrtuch komplett abkühlen. Wenn du Weckgläser verwendet hast, entfernst du jetzt die Klammern. So kannst du erkennen, ob sich ein Vakuum in den Gläsern gebildet hat.

            Noch mehr Tipps und Tricks zum Einkochen im Wasserbad findest du in meinem Artikel Einkochen im Topf – Schritt für Schritt Anleitung!

            Wie lange kann ich eingekochte Kirschen aufbewahren?

            Wenn du sauber gearbeitet hast, sind dein Kirschkompott und deine Kirschmarmelade ein Jahr lang (und länger!) problemlos haltbar. Lagere sie an einem dunklen und kühlen Ort. Der Keller ist dafür ein gut geeigneter Platz!

            So stellst du fest, ob deine verarbeiteten Kirschen noch gut sind:

            • Ist das Vakuum intakt? Aufgegangene Gläser musst du komplett entsorgen.
            • Kannst du Schimmel entdecken? Auch in diesem Fall musst du den Inhalt des Glases unbedingt komplett entsorgen.
            • Riecht dein Eingekochtes so, wie du es erwartest?

            Wenn deine eingekochten Kirschen diese Tests wie Einserschüler bestanden haben und auch gut schmecken, kannst du sie bedenkenlos und mit viel Genuss verputzen!

            Kirschen einkochen ist völlig unkompliziert und eine super Methode, um eine reiche Kirschen-Ernte haltbar zu machen. So hast du das ganze Jahr über etwas davon! Und warme Waffeln mit Kirschkompott und Vanilleeis sind doch ein absolut unschlagbares Soulfood, oder?!

            Haltbarmachen und Selbstversorgung findest du super spannend? Hier kannst du noch mehr darüber lesen:

            6 Techniken mit denen du Obst und Gemüse haltbar machen kannst

            Suppe sicher einkochen mit Anti-Schimmel Checkliste

            Tödliche Vergiftung durch Einkochen?! Botulismus sicher vermeiden!

            Welche Tipps und Rezepte zum Kirschen-Einkochen hast du noch auf Lager? Ich freue mich auf deine Kommentare!

            Kartoffeln pflanzen ohne Umgraben: So funktioniert’s!

            Sie ist sowas von vielseitig und aus keinem Selbstversorgergarten wegzudenken: Die Kartoffel. Es ist definitiv kein Geheimnis, ich bin ein Riesenfan von ihr! Gleichzeitig bin ich aber auch absolut überzeugt davon, meine Beete nicht umzugraben.

            Wie passt das zusammen, wenn man eine Pflanze anbauen möchte, deren Knollen unter der Erde wachsen?

            Um das herauszufinden, habe ich lange an einer Methode getüftelt, Kartoffeln ganz ohne Umgraben anzupflanzen. Denn den Kartoffelanbau und meine No-Dig-Beete habe ich lange nicht so recht unter einen Hut bekommen.

            Hier erfährst du, welche Methode mich überzeugen konnte! Wenn du deine Kartoffeln nach dieser Anleitung pflanzt, kannst du richtig dicke Knollen ernten und gleichzeitig deinem Boden etwas Gutes tun. Jippieh! :)

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            Eine Ode an die Kartoffel

            An dieser Stelle muss ich es einfach nochmal loswerden: Die Kartoffel wird immer wieder unterschätzt, dabei ist sie so eine tolle Knolle! Ob Kartoffelgratin, Ofenkartoffeln, Pommes, Kartoffelstampf, Gnocchi, Pellkartoffeln, Schupfnudeln, Kartoffelsuppe, Brat-, oder Salzkartoffeln – es gibt unzählige Gerichte, die ohne Kartoffeln undenkbar wären!

            Kartoffeln aus dem eigenen Garten sind für uns ein absolutes Basic und Must-have. Denn sie sind nicht nur super gesund, sondern machen auch richtig satt. Reis oder andere Getreide erfüllen diese Aufgabe zwar auch, sind zum Großteil aber leider nicht so gut geeignet, um sie im eigenen Garten anzubauen. Da bleibt die Kartoffel der unangefochtene Champion. Go Kartoffel, go!

            Warum es für eine funktionierende Selbstversorgung so wichtig sind, Kartoffeln zu pflanzen, habe ich in diesem Artikel auch nochmal ausführlich beschrieben:

            Warum Kartoffeln in der Selbstversorgung so wichtig sind

            Da wir versuchen, so viel wie möglich von dem, was wir essen, selber anzubauen, pflanzen und essen wir super viele Kartoffeln. Da man sie so vielfältig zubereiten kann, fühle ich mich dadurch beim Kochen auch gar nicht eingeschränkt. Sogar die Chips für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa kann ich ganz einfach selber machen. ;)

            Gerade weil ich sooo viel Beetfläche mit meinen Kartoffelpflanzen belege, ist es mir aber auch super wichtig, herauszufinden, wie das ohne Umgraben gelingen kann.

            Übrigens: Wusstest du, dass ich auch auf YouTube unterwegs bin? Hier ist die Video-Version dieses Artikels:

            Unruhestifter: Kartoffeln bringen dich dazu, umzugraben

            Gärtnern ohne Umgraben hat so viele Vorteile. Zum Beispiel wächst in deinen Beeten dann auf natürliche Weise kaum noch Unkraut, du musst viel weniger gießen und dein Boden wird super fruchtbar.

            Wenn du wissen willst, wie wir unsere “Nicht umgrabe-Beete” anlegen, komm gerne in meinen kostenlosen Video-Minikurs, das Gemüsegarten-Bootcamp! Im zweiten Video zeige ich dir, wie du Beete ohne Umgraben anlegst.

            Warum ist es bei Kartoffeln überhaupt so eine große Herausforderung, sie ohne Umgraben anzupflanzen? Gute Frage! Bei anderem Gemüse geht das schließlich wunderbar. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, schauen wir uns am besten mal den klassischen Kartoffelanbau an.

            Dabei pflanzt man die Kartoffeln in Furchen, die man vorher ins Beet zieht. Diese harkt man dann zu und wartet, dass die Kartoffelpflänzchen an der Oberfläche erscheinen. Von da an häufelt man regelmäßig die Erde von links und rechts auf die Kartoffelreihen, bis eine regelrechte Hügellandschaft entsteht.

            Das hört sich nach ziemlich viel zusätzlicher Arbeit an. Wozu ist das ganze also gut? Noch eine gute Frage! Dafür muss ich ein bisschen weiter ausholen: Hier kommt ein kleiner Exkurs in die Geschichte und Botanik der Kartoffel.

            Das kannst du dir nicht träumen lassen…

            Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen. Der Name hört sich nicht nur schön an, sondern ist auch ganz schön verwirrend. Denn er kommt nicht etwa daher, dass die Pflanzen nachts blühen oder gerne im Schatten wachsen, nein. Das Wort „Nachtschatten“ kommt von „Nachtschaden“, was ein altdeutsches Wort für Albträume ist.

            Zu der Zeit, als das Wort noch genutzt wurde, hielten die Menschen Albträume für böse Ohmen. Um sie wieder loszuwerden, braute man Mixturen aus allerlei Pflanzen. Diese verabreichte man den geplagten Menschen, damit die wieder ruhig schlafen konnten.

            Für diese Mixturen mussten nicht nur heimische Kräuter und Beeren herhalten, auch Nachtschattengewächse landeten im Kessel. Sie bilden nämlich in ihren grünen Pflanzenteilen Solanin aus. Das sollte angeblich gegen die schlechten Träume helfen.

            Ob das funktioniert hat? Sehr fraglich. Was wir aber mit Sicherheit wissen ist, dass Solanin ziemlich giftig ist und Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hervorruft. Also esst bitte keine grünen Kartoffeln! Weder roh noch gekocht. Auch nicht, wenn ihr Albträume habt! ;)

            Lieber einen grünen Daumen als grüne Kartoffeln

            Aber wieder zurück zum Kartoffelanbau, bevor ich weiter um den heißen (Kartoffel)Brei herumrede. Die Sache ist nämlich die: Kartoffeln werden erst dann grün und bilden das giftige Solanin, wenn sie Licht abbekommen. Das kann entweder in deiner Vorratskammer passieren oder eben auch, wenn die Kartoffeln nicht tief genug in der Erde wachsen.

            Übrigens: Wenn du in deinem Vorratsschrank öfter mal grüne Kartoffeln findest, dann wirf sie nicht weg, sondern lies hier, was du am besten mit ihnen anstellst:

            Grüne Kartoffeln nicht wegschmeißen: Mach das stattdessen!

            Du kannst allerdings auch vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt. Dafür solltest du deine Kartoffeln vom Licht fernhalten. Im Beet passiert das klassischerweise durch ein regelmäßiges Häufeln. Aber das führt eben auch dazu, dass du deinen Boden total durchmischst. Und das finden die Bodenlebewesen gar nicht gut, und ziehen lieber anderswohin.

            Ich habe viele Versuche gestartet, Kartoffeln an der Bodenoberfläche anzubauen, ohne den Boden dabei auf den Kopf zu stellen. Das Experimentieren hat meistens aber nur in viele grünen Kartoffeln und Frust geendet. Eine Methode hat aber tatsächlich funktioniert, und ich bin ganz begeistert von ihr!

            # Schritt 1: Kartoffeln Pflanzen

            Zum Pflanzen ziehst du eine schmale Furche. Dafür kannst du eine Seite deines Rechens nutzen. Die Furche sollte 8-10 cm tief sein. Dort legst du dann deine vorgekeimten Kartoffeln hinein. Die Furchen verschließt du anschließend vorsichtig und gießt kräftig an.

            Mit dieser Methode kannst du deine Kartoffeln etwas enger pflanzen, als das normalerweise der Fall ist. Ich empfehle dir einen Reihenabstand von 60 cm. Innerhalb einer Furche lässt du ca. 30 cm Platz zwischen zwei Kartoffeln.

            # Schritt 2: Häufeln – die Sparversion

            Wenn deine Kartoffelpflanzen ca. 15 cm hoch sind, kannst du sie in den folgenden Wochen ein bis zweimal mit etwas zusätzlichem Kompost anhäufeln. Das ist wichtig, damit die Kartoffeln von genug organischem Substrat umgeben sind, aus dem sie ihre Nährstoffe beziehen. Sonst bleiben die Knollen klein.

            #3: Mulchen, mulchen, mulchen

            Nun trägst du regelmäßig eine dicke Schicht Mulch auf die Kartoffelreihen auf, links und rechts von den Pflanzen. Dabei ist es gar nicht schlimm, wenn du die unteren Blätter bedeckst. Dieser Schritt ist besonders wichtig, denn nur mit ausreichen Mulch sperrst du das Sonnenlicht erfolgreich aus deinem Kartoffelbeet aus.

            Zum Mulchen kannst du Hackschnitzel, Rasenschnitt, Laub, oder Stroh verwenden. Oder eine Mischung aus mehreren dieser Materialien. Heu eignet sich nicht so gut, da es in der Regel viele Samen enthält. Und du willst ja kein Unkraut aussäen! ;)

            Wenn Schnecken oft zum Snacken in deinen Beeten vorbeischauen, dann nimm lieber nur Holzhackschnitzel. Die mögen sie nämlich nicht so gerne. In den anderen Materialien legen Schnecken auch schon mal gerne ihre Eier ab. Und einen Schnecken-Kindergarten brauchen wir nun wirklich nicht im Kartoffelbeet!

            #4: Die Kartoffelernte

            Normalerweise ist besonders die Kartoffelernte der Moment, in dem ich mein Beet verwüste. Aber mit dieser Methode hat es tatsächlich ganz ohne Chaos geklappt!

            Du schiebst dazu zunächst den Mulch zur Seite, denn Mulch und Kompost solltest du möglichst nicht vermischen. Dann lockerst du dein Beet leicht mit einer Grabegabel auf. Sei aber vorsichtig, damit du die Kartoffeln nicht anpiekst!

            Nun solltest du die Kartoffelpflanzen vorsichtig aus dem Boden ziehen können, mitsamt den neuen Knollen. Vergiss nicht, die Mutterknolle auszusortieren. Die ist nicht mehr genießbar und kann deine gesamte Ernte faulen lassen, wenn du sie zusammen mit den neuen Kartoffeln einlagerst.

            Jetzt musst du dich nur noch entscheiden, wie du deine Kartoffeln zubereiten willst. Ich bekomme immer schon richtige Glücksgefühle, wenn es die ersten selbstgeernteten Kartoffeln – einfach nur mit Butter und etwas Salz bestreut – gibt. Mmmhhhhh…

            Kleiner Tipp: Behalte dir genügend schöne Kartoffeln als Pflanzkartoffeln fürs nächste Jahr zurück – besonders von deiner Lieblingssorte!

            Und bis dahin? Wie wäre es mal wieder mit einer Runde Sackhüpfen? Auch so mancher Couchpotato soll dafür die Pantoffeln schon gegen Gummistiefel eingetauscht haben. Also, worauf wartest du noch? Ab in den Garten! :)

            Und während die Kartoffeln draußen fröhlich vor sich hin wachsen, kannst du hier weiterschmökern:

            Die besten Kartoffelsorten für deinen Garten!

            Süßkartoffeln pflanzen, anbauen & ernten: Der komplette Guide!

            Kartoffeln im Winter pflanzen für eine super frühe Ernte!

            Wie hast du bisher deine Kartoffeln angebaut? Probierst du dieses Jahr auch die No-Dig-Methode? Erzähl mir davon in den Kommentaren! :)

            Brennnesseljauche herstellen mit Gesteinsmehl

            Dünger selber machen: Brennnesseljauche herstellen!

            Heute zeige ich dir, wie du ganz einfach und schnell Brennnesseljauche ansetzen kannst, um ein nahrhaftes Futter für deine Gemüselieblinge oder ein Mittel gegen fiese Schädlinge herzustellen. Deine Pflanzen werden dir mit einem gesunden Wachstum und – besonders wichtig – mit einer fetten Ernte danken. Versprochen! ;)

            Was Brennnesseljauche alles kann!

            Talent #1: Brennnesseljauche ist ein toller natürlicher Dünger, den du selber machen kannst und der alles enthält, was sich das Gemüseherz wünscht. Weil die enthaltenen Nährstoffe sofort verfügbar sind, wächst und gedeiht das Gemüse in deinen Beeten prächtig, wenn du es regelmäßig mit Brennnesseljauche düngst.

            Talent #2: Brennnesseljauche gibt kleinen Gemüse-Trödelnasen einen sanft-nachdrücklichen Schubs. So aktiviert, erwachen sie aus ihrem (Dämmer-)Schlaf und laufen zu Höchstleistungen auf. Wachstumsstörungen sind dann Schnee von gestern!

            Talent #3: Wenn es dir einmal wortwörtlich die Petersilie (und andere Pflanzen) verhagelt haben sollte, hilft Brennnesseljauche den Pflanzen dabei, über Wetterschäden hinwegzukommen und gesund weiterzuwachsen. Auch Platzregen oder anhaltende Trockenheit meistern deine Pflanzen mit einem regelmäßigen ordentlichen Schluck Brennnesseljauche im Gießwasser viel besser.

            Zum Thema “Trockenheit meistern” kannst du übrigens hier weiterlesen: Mit diesen Tricks musst du kaum noch gießen!

            Talent #4: Sollten deine Gemüse einen Schädlingsüberfall zu verkraften haben, kannst du ihnen im Kampf beistehen und mit Brennnesseljauche gegen Blattläuse und Co vorgehen. So schlägst du diese Plagegeister schnell in die Flucht und rettest deine armen Lieblinge!

            Brennnesseln für Brennnesseljauche

            Was genau ist da eigentlich drin in dem Brennnesselsud?

            Die wertvollen Inhaltsstoffe von Brennnesseljauche sind vor allem Stickstoff, Kalium und Kieselsäure. Außerdem enthält sie noch Pflanzenhormone, Vitamine und wachstumsfördernde Enzyme.

            Hört sich wie ein Wellness- und Beautyprodukt an? Ist es auch! ;)

            Wenn du eine Brennnesseljauche ansetzt, erhältst du ein wunderbares Kraftpaket für deine Pflanzen, das sie düngt und kräftigt. Da kann einer super Ernte eigentlich nichts mehr im Weg stehen!

            Du möchtest das Beste aus deinem Garten herauszuholen? Dann lad dir gerne meinen fix und fertigen Gemüsegarten-Beispielplan herunter, da habe ich schon alle wichtigen Dinge berücksichtigt und du musst keine Fruchtfolgen mehr ausknoblen – was schnell mal zu rauchenden Köpfen führen kann. ;)

            Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

            Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

              Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

              Nichts wie her mit diesem Wundermittel – Die ultimative Anleitung zum Brennnesseljauche herstellen!

              Für deine Brennnesseljauche brauchst du:

              • Gefäß (nicht aus Metall) mit Deckel  
              • Handschuhe
              • Brennnesseln
              • Gartenschere
              • Regenwasser (Leitungswasser geht auch)
              • Urgesteinsmehl
              • Stock zum Umrühren

              Zunächst erntest du (mit festen Handschuhen!) Brennnesseln, die noch nicht blühen oder Samen tragen. In jungen Pflanzen steckt nämlich die meiste Kraft und sie können sich in deinen Beeten nicht ungewollt vermehren.

              Psst, kleiner Tipp: Die Pflanzen sollten am besten nicht direkt an einer stark befahrenen Straße stehen.

              Dann schneidest du die Brennnesseln mit einer Gartenschere klein, gibst sie in den Eimer und gießt mit Wasser im Verhältnis 1:10 auf. Jetzt rührst du mit dem Stock alles gut um und deckst dein Gefäß mit dem Deckel oder einem Untersetzer ab. So können keine Insekten hineinfallen und Regen verdünnt dir nicht deinen Ansatz.

              Stelle den Eimer am besten weit entfernt von Haus und Nachbarn in die Sonne – so beginnt dein Brennnesselsud schnell zu gären und verschont empfindliche Riechorgane mit seinem strengen Geruch. Mit 1-2 Handvoll Urgesteinsmehl pro 10 Liter Jauche bist du dem Mief aber eine Nasenlänge voraus und bindest die schlimmsten Ausdünstungen. ;)

              Einmal täglich rührst du jetzt alles gut um, damit genügend Sauerstoff an deinen Brennnesselsud gelangt und die Gärung zügig vorangeht.

              Brennnesseln

              Aller guten Dinge sind drei: Diese Möglichkeiten bietet Brennnesseljauche

              Möglichkeit #1: Junge Brennnesseljauche gegen Blattläuse einsetzen

              Junge Brennnesseljauche ist ungefähr vier bis sieben Tage alt und blubbert und schäumt noch kräftig beim Umrühren. Wenn du deine Gemüse gegen Schädlinge verteidigen möchtest, verdünnst du die Jauche in diesem Stadium 1:50 und sprühst sie an einem bedeckten Tag oder abends auf die Blätter deiner befallenen Schützlinge.

              Möglichkeit #2: Jungpflanzen mit junger Brennnesseljauche einen guten Start geben

              Wenn aus deinen Jungpflanzen Teenager geworden sind, die du ins wilde Leben entlassen und in deine Beete pflanzen möchtest, kannst du sie nach dem Austopfen in junge Brennnesseljauche tauchen. Das stärkt Wurzeln und Abwehrkräfte und erleichtert deinem Gemüse das Anwachsen und heimisch werden im neuen Boden.

              Deine Jungpflanzen sind noch nicht so kräftig, wie du sie dir wünscht? Dann schau mal hier vorbei: So ziehst du kräftige Jungpflanzen vor!

              Mit Brennnesseljauche düngen

              Möglichkeit #3: Pflanzen mit fertiger Brennnesseljauche düngen und kräftigen

              Nach 10 bis 20 Tagen ist dein Brennnesseldünger fertig. Du erkennst das daran, dass es beim Umrühren nicht mehr schäumt und die Flüssigkeit eine dunkelbraune Farbe angenommen hat.

              Jetzt siebst du alles ab. Die übrig gebliebenen groben Bestandteile der Brennnesseln kommen auf deinen Kompost und tun da noch ein gutes Werk. Ausgereifte Brennnesseljauche ist ein Konzentrat, das du unbedingt verdünnen musst, weil es sonst viel zu scharf für deine Pflanzen wäre. Deshalb gibst du im Verhältnis 1:20 Wasser dazu und achtest darauf, weder Blätter noch Stängel mit dem Gießwasser zu beregnen.

              Deine Gemüse schwächeln ein wenig und wollen nicht richtig wachsen? Auch dafür eignet sich Brennnesseljauche hervorragend! Alle ein oder zwei Wochen gießt du sie 1:20 verdünnt und verhilfst ihnen so zu ungeahnter Stärke und Pracht. :)

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              Wie oft soll ich mit Brennnesseljauche düngen?

              Starkzehrer düngst du alle drei bis vier Wochen, Schwachzehrer nur zur Kräftigung oder bei Schädlingsbefall. Am besten setzt du immer wieder neue Brennnesseljauche an, damit du während der Gartensaison jederzeit welche zur Verfügung hast.

              Wie lange ist Brennnesseljauche haltbar?

              Wenn du deine Jauche dunkel, kühl und abgedeckt aufbewahrst, ist sie ziemlich lange haltbar. Falls du Schimmel auf der Oberfläche entdeckst, entsorgst du die Brennnesseljauche komplett auf dem Kompost.

              Je länger du sie lagerst, gehen allerdings immer mehr Nährstoffe verloren und die Düngekraft nimmt im Laufe der Zeit ab. Deshalb schenkst du übrig gebliebene Brennnesseljauche im Herbst, wenn die Dünge-Saison zu Ende geht, am besten deinem Kompost oder du schüttest sie verdünnt auf abgeerntete Beete. Im nächsten Jahr kannst du dann wieder neuen Brennnesselsud ansetzen.

              Du siehst, natürlichen Dünger selber zu machen ist gar nicht schwer und hat soo viele Vorteile. Also nichts wie los, Brennnesseln ernten und verjauchen! Deine Gemüse werden es dir danken!

              Falls du noch mehr darüber lesen möchtest, wie du erfolgreich Gemüse anbaust, schau gern auch hier vorbei:

              Gemüseanbau für Dummies: In 9 Schritten zur dicken Ernte!

              Wie mein Garten fast von selbst unkrautfrei bleibt

              Tomaten richtig düngen: Meine geheime Düngermixtur ;)

              Welche Tricks hast du auf Lager, um den Geruch von Brennnesseljauche zu binden? Ich freue mich von dir zu hören! :)

              Topinambur Blüte

              Einmal pflanzen, für immer ernten: DAS Survival-Gemüse!

              Es gibt ein paar Pflanzen, die richtige Survival-Helden sind, und sich auch unter widrigsten Bedingungen wacker schlagen. Dir kommen Löwenzahn, Efeu oder Brennnesseln in den Sinn? Ich habe eigentlich eher an ein super leckeres Gemüse gedacht! ;)

              Um wen es sich handelt und wie du es selbst am besten anbaust, das verrate ich dir gleich. Aber ich erzähle dir nicht sofort, von wem die Rede ist… Vielleicht errätst du es ja?!
              Außerdem stelle ich dir eine ganze Gruppe von Pflanzen vor, die du als Selbstversorger*in lieben wirst, weil sie so richtig pflegeleicht sind.

              Vor sieben Jahren gepflanzt… Ein Besuch in unserem alten Garten

              Vor fünf Jahren bin ich mit meiner Familie aus dem Schwarzwald weggezogen. Dort hatte ich natürlich auch einen Gemüsegarten, den ich beim Umzug schweren Herzens zurücklassen musste. Vor Kurzem war ich mal wieder in der Gegend, und bei der Gelegenheit natürlich auch in meinem ehemaligen Garten zu Besuch. Und siehe da – ich habe eine alte Bekannte getroffen!

              Da wuchs sie immer noch – DIE Survival-Pflanze, die ich vor sage und schreibe sieben Jahren gepflanzt hatte! Und das, obwohl die neuen Gartenbesitzer sie regelmäßig abgemäht hatten und sie so einiges mitmachen musste. Sie hat sich einfach nicht kleinkriegen lassen!

              Ich habe mich natürlich mega gefreut – ein bisschen in der Erde gebuddelt – und konnte bei meinem Besuch gleich ein paar dicke Knollen ernten!

              Wusstest du, dass ich auch bei YouTube unterwegs bin? Hier ist die Video-Version dieses Artikels:

              Na, hast du erraten, von wem ich hier so schwärme? Noch ein kleiner Tipp: Die Pflanze blüht ganz zauberhaft in einem warmen sonnengelb und ist roh genauso lecker wie gekocht.

              Genau, es geht um Topinambur!

              Topinambur in den Händen

              Ein echter Überlebenskünstler!

              Topinambur ist eine richtig tolle Knolle! Ich finde sie total genial, weil du sie nur einmal pflanzen musst, und sie dann völlig glücklich und zufrieden vor sich hin wächst. Topinambur ist nämlich ein richtig robustes Kerlchen und, anders als die meisten Gemüsepflanzen, ein mehrjähriges Gewächs. Du kannst also immer und immer wieder ernten – über viele Jahre hinweg.

              Obwohl ich ein absoluter Fan von meinen Kompostbeeten und ausgeklügelten Gemüse-Fruchtfolgen bin, möchte ich hier einmal das riesige und häufig unterschätzte Potential von mehrjährigen Pflanzen erwähnen!

              Denn mehrjährige Pflanzen bilden mit der Zeit immer mehr Wurzeln, Stämme, Zweige und Blätter aus, und speichern Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Sie helfen also aktiv beim Klimaschutz mit! Außerdem ist es bei ihrem Anbau auch gar nicht nötig, den Boden zu stören, sodass dieser gesund und lebendig bleibt. Und dabei machen sie noch nicht mal viel Arbeit. Ziemlich cool, oder?!

              Dir fallen so auf die Schnelle gar keine essbaren mehrjährigen Pflanzen ein? Wie wäre es mit Walnussbäumen, Rhabarber, Beerensträuchern, Kräutern wie Salbei, Thymian und Rosmarin, Rauke, Spargel, Haselnusssträuchern, Holunder, Obstbäumen, Artischocken, manchen Kohlpflanzen und eben auch Topinambur?

              Fun Fact: Topinambur heißt auf Englisch übrigens „Jerusalem Artischocke“, obwohl er mit der Artischocke überhaupt nicht verwandt ist. Nur die Mehrjährigkeit teilen beide, außerdem schmeckt Topinambur ein bisschen nach Artischocke. ;)

              Artischocke nass

              Was lange währt, wird endlich gut!

              Die mehrjährigen Pflanzen brauchen zwar meist ein wenig, um sich zu etablieren und groß zu werden, aber sobald sie ausgewachsen sind, kannst du im Garten jedes Jahr aufs Neue ernten. Einen Haken haben sie allerdings – du brauchst etwas Geduld. Und natürlich ein bisschen Beständigkeit, denn gut Ding will Weile haben, wie man so sagt. ;)

              Deshalb hier ein kleiner Tipp, falls du gerade einen Garten neu anlegst: Überleg dir zuerst, welche Sträucher, Bäume und andere mehrjährige Pflanzen du gerne dort anpflanzen möchtest, und leg noch dieses Jahr damit los. Die schnellen Gemüse können auch ein wenig warten und kommen danach an die Reihe.

              Wie heißt es doch gleich? Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Und die zweitbeste Zeit ist… jetzt! Genau das gilt auch für all die anderen mehrjährigen Gewächse. Also, worauf wartest du noch? :)

              In der Permakultur ist es übrigens total gängig, dieses Potential zu nutzen. Mehrjährige Pflanzen findet man da schon richtig lange. Es gibt sogar ganze Waldgärten voller essbarer Pflanzen!

              Wenn du neugierig geworden bist, und mehr zu Permakultur wissen magst, dann erfährst du hier mehr dazu:

              So geht Permakultur: Schaff dir ein kleines Paradies!

              Topinambur eine richtig tolle Knolle

              Zurück zur Topinambur. Ich kann dir wirklich wärmstens empfehlen, ein Eckchen in deinem Garten für ihn zu reservieren. Es sollte allerdings gut überlegt sein, wo du die Pflanze ansiedelst. Denn wenn Topinambur es sich an einem Ort einmal so richtig gemütlich macht und ausbreitet, dann wirst du ihn so schnell nicht wieder los.

              Wenn dir genau das schon passiert ist, dann hilft eigentlich nur eins: Immer wieder abmähen, sobald die Pflanzen ein bisschen wachsen. So holst du nach und nach alle Energie aus den Wurzeln und powerst die Pflanze aus, bis sie irgendwann eingeht. Das kann allerdings dauern…

              Dazu musst du es aber gar nicht kommen lassen. Du hast du zwei Möglichkeiten, die hartnäckige Knolle in Schach zu halten: Entweder steckst du ihr mit Wurzelsperren einen eigenen Bereich ab, oder du baust sie gleich in Kübeln an. Beides funktioniert prima.

              Topinambur in Kübeln anbauen

              Ich baue Topinambur gerne in Mörtelkübeln an. Die sind groß genug und ziemlich robust. Allerdings musst du zunächst für einen Abfluss sorgen, denn logischerweise sind Mörtelkübel ziemlich undurchlässig. Dafür bohrst du ganz einfach ein paar Löcher in den Boden der Kübel.

              Topinambur Kübel Anbau

              Die Kübel füllst du anschließend mit Kompost und schon sind sie bereit für ihre neuen Bewohner! Die Topinambur-Knollen setzt du in einem Abstand von 40 cm innerhalb einer Reihe, und lässt 60 cm Platz zwischen zwei Reihen. Keine Sorge, wenn du erstmal nicht viele Knollen unterbringst, die vermehren sich ziemlich schnell alleine.

              Du schlägst gerade die Hände über dem Kopf zusammen, weil du völlig ratlos bist, wo du die Knollen herbekommen sollst? Entwarnung: Du brauchst gar nicht unbedingt spezielle Pflanzknollen. Die Gemüseknollen, die du zum Kochen kaufen kannst, tun es auch. Im Frühling kannst du aber auch manchmal kleine Topinambur-Knollen zum Einpflanzen in Gärtnereien bekommen. Nachfragen lohnt sich!

              Ich empfehle dir eine Pflanztiefe von etwa zehn Zentimetern. Das klappt bei mir immer richtig gut und die hohen Pflanzen wachsen schön stabil. Die beste Jahreszeit zum Pflanzen ist übrigens der Frühling oder der Herbst, da wachsen die Knollen besonders gut an.

              Topinambur einpflanzen

              Übrigens: Wenn du Lust hast, dein eigenes Gemüse anzubauen, aber nicht so recht weißt, wie und wo du anfangen sollst, komm gerne in meinen kostenlosen Gemüsegarten-Minikurs, das Gemüsegarten-Bootcamp. Das läuft komplett online über Video und macht super viel Spaß!

              Zum kostenlosen Gemüsegarten-Minikurs!

              Topinambur im Beet pflanzen

              Wenn du dich fürs Beet entscheidest, ist das definitiv die waghalsigere Variante. Du riskierst schließlich, dass sich dein Garten in ein gelbes Topinambur-Blütenmeer verwandelt. ;)

              Du kannst aber auch einfach eine Wurzelsperre rings um die Pflanzstelle verbuddeln. Die solltest du aber mindestens 40 cm tief eingraben, sonst schleichen sich die Wurzeln unten drunter durch.

              Vor dem Pflanzen lockerst du den Boden am besten mit einer Grabegabel auf und sammelst größere Steine ab. So haben die Wurzeln genug Platz um sich zu entfalten und schöne dicke Knollen zu produzieren.

              Es gibt übrigens noch jemanden, der total auf die Knollen abfährt: Wühlmäuse. Damit die dir deine Knollen nicht wegfuttern (und im ganzen Garten verteilen), kannst du auf einen alten Trick aus der Permakultur zurückgreifen. Pflanz deinen Topinambur im Hühnergehege, wenn du zufällig eines hast. Die Hühner sind nämlich richtig scharf auf Mäuse, und diese trauen sich dann nicht mehr so nahe heran. Und der Topinambur wächst in die Höhe und schützt deine Hühnerschar vor Raubvögeln.

              Eine echte Win-win-Situation! Außer natürlich für die Mäuse. Da guckt ihr schön blöd, ihr Wühlmäuse, was? :D

              Aber mal Spaß beiseite. Wühlmäuse können ja eine richtige Plage sein. Wenn du keine Hühner hast, aber Wühlmäuse deinen Garten bewohnen, dann bau deinen Topinambur am besten gleich in Kübeln an und du bist auf der sicheren Seite.

              Na, konnte ich dich von meinem persönlichen Gemüsehelden überzeugen? Du kannst ja auch erstmal ein leckeres Topinambur-Rezept auprobieren, um auf den Geschmack zu kommen. Ich empfehle dir eine sämige Topinambursuppe! Mmmhhhhh…

              Wenn du gleich mehr lesen möchtest, dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

              5 Raketen-Gemüse: Pflanzen und ruckzuck ernten!

              Das hilft wirklich gegen Wühlmäuse: tierfreundlich loswerden

              Der komplette Erdbeer-Guide: Erdbeeren pflanzen, anbauen und ernten

              Welche mehrjährigen Pflanzen wachsen in deinem Garten? Erzähl doch in einem Kommentar von deinen Erfahrungen damit!

              Basilikum getrocknet Ernte

              Basilikum ernten und trocknen: dein Sommerfeeling im Glas

              Riesige Körbe voll Basilikum zu ernten, ist für mich ein absolutes Muss im Sommer. Die aromatischen Blätter sind super vielfältig in der Küche: Sie lassen sich zu leckerstem Pesto verarbeiten, passen zu Tomate-Mozzarella und einige Sorten machen sich auch wunderbar im Tee – kurzum – Basilikum ist ein richtig geniales Kraut! 

              Und damit du auch möglichst lange etwas von deinen Basilikum-Pflanzen hast, kommen hier viele gute Tipps, wie du dein Basilikum am besten ernten und trocknen kannst. Also, legen wir los und konservieren den Sommer im Glas! :)

              Basilikum Ernten und Trocknen Pinterest
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              Basilikum ernten– Da ist für jeden etwas dabei!

              Basilikum gibt es in vielen großartigen Formen und Farben. Im Supermarkt findet man aber häufig nur eine Variante: Zu den Klassikern gehört die Sorte „Genovese“. Die Pflanzen bilden große, saftig grüne Blätter, die dem bekannten Pesto seinen Namen verleihen. ;)

              Aber Basilikum kann noch viel mehr! Vor allem, wenn du die Pflanzen selber aussäst, kannst du dein Basilikum-Repertoire unglaublich erweitern. Es gibt tolle Basilikum Sorten mit dem gewissen etwas – ob mit Zitronengeschmack oder Zimtaroma, Basilikum ist überraschend vielfältig und du kannst sie alle wunderbar trocknen und für den Winter konservieren.

              Zu meinen Favoriten gehört auch die indische Basilikum-Sorte „Tulsi“: die Blätter haben einen leicht pfeffrigen Geschmack, sind reich an Antioxidantien und daher super gesund! Im getrockneten Zustand lässt sich daraus auch im Winter ein ganz hervorragender Tee zubereiten, der dich topfit durch die Erkältungszeit bringt.

              Also, ran an die Basilikumsamen und aussäen! :)

              Damit du genau weißt, wie du deine grünen Freunde verwöhnen kannst, damit sie kräftig wachsen und viiiele Blätter schieben, schau gerne auch bei diesem Artikel vorbei:  

              Basilikum pflanzen – Schritt für Schritt mit Kräuterplan! 

              Basilikum richtig ernten – Tipps für eine dicke Ernte

              Na, hast du auch schon mal einen Topf Basilikum aus dem Supermarkt mitgenommen, in der Hoffnung, einen neuen dauerhaften Begleiter für die zahlreichen Pizzapartys im Sommer zu haben? Aber nach wenigen Wochen ließ er schon die Blättchen hängen – und bald darauf war es dann ganz aus mit der wunderbaren Pizza-Basilikum-Symbiose? 

              So muss das nicht sein. Mit der richtigen Erntetechnik kannst du den ganzen Sommer laufend frische Blätter ernten. Und Basilikum ernten ist auch gar nicht schwer, wenn du diese einfachen Tipps beachtest:

              Basilikum Ernten und trocknen Triebe schneiden

              Tipp 1:  Klotzen, nicht kleckern: Keine einzelnen Blätter abzupfen

              Basilikum mag es nicht, wenn du ihm immer wieder einzelne Blättchen von einem Trieb abzupfst. Dieser ständig bezupfte Trieb stirbt dann langsam ab und bildet keine Blätter mehr nach. Einer der Hauptgründe, warum gekaufte Basilikumpflanzen bei manch einem nicht alt werden. ;)

              Damit du eine schöne buschige Pflanze bekommst, solltest du stets ganze Triebe herausschneiden. Bewaffnet mit einer Schere oder einem scharfen Messer schneidest du die Triebe ein bis zwei Millimeter oberhalb einer Blattachsel ab. So kannst du auch immer wieder Verzweigungen initiieren, die deine Pflanze kräftiger und buschiger wachsen lässt. 

              Tipp 2: Kopf ab – die Triebspitzen entfernen 

              Der zweite Tipp ist, grundsätzlich alle Triebspitzen abzuschneiden – und zwar rigoros! ;) Das Basilikum soll nicht sofort in die Blüte gehen, das geht nämlich auf Kosten des Aromas.  Am besten kürzt du die Triebspitzen regelmäßig um etwa fünf Zentimeter ein, auch wenn du die Pflanzen gerade nicht beerntest.  Auf diese Weise hast du den Erntezeitraum der aromatischen Blätter wieder um einiges verlängert.

              Psst: Als Lippenblütler besticht Basilikum mit einer wunderschönen Blütenpracht, meistens in weiß-rosa. Wenn du bereit bist, auf die Ernte von einer deiner Pflanzen zu verzichten – dann lass sie blühen! Das freut vor allem die Bienen und Hummeln, die sich liebend gerne über die Blüten her machen!

              Tipp 3: Der beste Zeitpunkt, um Basilkum zu ernten

              Während der frühen Morgenstunden an einem warmen Sommertag befindet sich das Kräuteraroma auf dem höchsten Niveau. Also, Frühaufstehen lohnt sich, um super aromatisches Basilikum zu ernten (und dann zu trocknen). ;)

              Wenn du die ersten beiden Tipps beherzigst und dein Basilikum kontinuierlich schneidest, kannst du deine Pflanzen bis in den Herbst hinein beernten, erst dann wird es der kleinen Frostbeule zu kalt draußen. Bevor die Temperaturen unter 10°C fallen, solltest du deine Basilikum-Pflanzen am besten nochmal kräftig beernten und sie dann ins Haus holen, falls du dein Basilikum überwintern möchtest.

              Tipp 4: Saubere Basilikum-Blätter ernten: Die Abendliche Basilikum-Dusche 

              Hier kommt noch ein großartiger Tipp, der in der Küche viel Zeit einspart: Wenn du weißt, dass du dein Basilikum trocknen möchtest, brause es am Abend vor der Ernte mit einem sanften Wasserstrahl sorgfältig ab. Dann sind die Blätter am nächsten Tag sauber und trocken, sodass du sofort loslegen kannst.

              Basilikum_Ernten und trocknen_frisch gegossen

              Basilikum trocknen- die drei besten Methoden für zu Hause

              Weil Basilikum so lecker und vielfältig ist, freue ich mich besonders arg, wenn das aromatische Kraut auch noch im Herbst und Winter einen Weg in unseren Kochtopf (und natürlich in die Teetasse) findet. Damit du immer genug Vorrat von deinen Basilikum-Schätzen hast, kannst du es ganz einfach trocknen und in Gläsern lagern.
               
              Es gibt drei Möglichkeiten, um Basilikum zu Hause zu trocknen:

              • An der Luft,
              • im Backofen oder
              • im Dörrgerät.

              Jede Trocknungs-Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Deswegen lass uns die einzelnen Methoden genau unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, welche Methode für dich am besten geeignet ist.

              Methode 1: Basilikum an der Luft trocknen

              Die einfachste Methode ist es, dein Basilikum an der Luft zu trocknen. Und damit das auch gut klappt, solltest du den Ort zum Trocknen bewusst auswählen: Dieser sollte warm (aber nicht wärmer als 35°C), schattig, gut durchlüftet und dennoch windgeschützt sein. Bei manchen Häusern eignet sich der Dachboden gut, um Basilikum zu trocknen. Oder vielleicht stimmen die Bedingungen in deiner Gartenhütte mit Fenstern?

              Der Trocknungsvorgang sollte idealerweise nicht länger als 3-4 Tage dauern, weil du sonst Gefahr läufst, dass die Blättchen zu schimmeln beginnen. Dein Basilikum kannst du auf verschiedenen Wegen an der Luft trocknen.

              Du kannst z.B. ganze Zweige im Bündel oder als Kette an einer Schnur oder einem Faden aufhängen. Das ist definitiv der schnellste Weg und du brauchst nicht mehr als deine Basilikumzweige, eine Schnur und eine Möglichkeit zum Aufhängen.

              Kleiner Tipp: Gerade im Bündel trocknen die Zweige nicht ganz so gleichmäßig ab, weshalb ich das Trocknen „in Reih und Glied“ bevorzuge.

              Eine weitere Möglichkeit, das Basilikum an der Luft zu trocknen, ist mit Hilfe von einem oder gleich mehreren Trockenrahmen. Die kannst du auch super einfach selber bauen.

              Alles was du dafür brauchst ist: 

              • etwas Holz, für einen Rahmen oder auch einen alten Bilderrahmen (Mindestgröße 30cm x 30 cm),
              • einen feinmaschigen Draht oder ein Fliegengitter und
              • einen Handtacker oder Hammer und Nägel.

              Dann musst du das Gitter nur noch an deinem Rahmen befestigen und voilá: Schon ist dein Trockenrahmen fertig und wartet auf seinen Einsatz. :)

              Den oder die Rahmen kannst du entweder aufhängen, indem du an den vier Ecken gleich noch Schnüre festtackerst, oder du stapelst einfach mehrere Rahmen übereinander. So zauberst du dir in wenigen Schritten ein kleines Trockenregal, um noch mehr Basilikum (oder andere Kräuter aus deinem Garten) zu trocknen. Na, wie klingt das?!

              Wenn du dein Basilikum auf dem Trockenrahmen trocknen möchtest, lege die Blätter am besten im Ganzen auf das Gitter.

              Basilikum_ernten_getrocknet

              Basilikum an der Luft trocknen – Vorteile

              Der größte Vorteil dieser Methode ist, dass du nicht viel dafür brauchst. Vor allem keine zusätzliche Energie. Wenn du zu Hause einen geeigneten Raum hast, kannst du Basilikum trocknen ohne Ende. ;)

              Basilikum an der Luft trocknen – Nachteile

              Wenn du in einer Wohnung wohnst und partout keinen Ort findest, an dem die Bedingungen gut sind, ist die Methode nicht praktikabel.
              Und selbst auf einem super praktischen Dachboden musst du immer den Wetterbericht im Auge behalten. Manchmal reicht schon eine Regenwoche und damit eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit in deinem Trockenraum aus – und dein Basilikum beginnt zu schimmeln.

              Methode 2: In die Röhre gucken- Basilikum im Backofen trocknen

              Du kannst Basilikum auch im Backofen trocknen. Dabei ist es aber ganz wichtig, dass du die Temperatur nicht zu hoch einstellst, damit dir die Blätter nicht „verbrutzeln“. Am besten benutzt du bei dieser Methode ein Backofenthermometer, so hast du gut im Blick, wie warm es in deinem Backofen wirklich ist. Wenn die Temperaturen weit über 35°C liegen, verliert das Basilikum an Aroma und Geschmack. Und gerade das wollen wir ja erhalten. ;)

              Das Tolle an der Backofen-Methode ist, dass du die sie auch anwenden kannst, wenn der Backofen sowieso gerade läuft. Da du nicht viel Wärme brauchst, um deine zarten Basilikum Blättchen zu trocknen, reicht die Nachwärme vom Brot- oder Kuchenbacken nämlich vollkommen aus.

              Wenn du dein Basilikum im Backofen trocknen möchtest, legst du die Basilikumblätter einzeln und im Ganzen auf dein Backblech. Nachdem die Pizza aus dem Ofen ist, wartest du so lange, bis dein Backofenthermometer nur noch ca. 40°C anzeigt, dann kannst du das Blech hineinschieben. Nach einer halben Stunde öffnest du die Tür einen kleinen Spalt, damit der Wasserdampf entfliehen kann. Dann schließt du die Tür wieder und wartest weitere 12 Stunden.

              Falls du gerade kein Ofengericht geplant hast, aber dein Basilikum trotzdem im Backofen trocknen möchtest, heizt du deinen Ofen auf die niedrigste Temperatur vor und schaust ebenfalls auf dein Thermometer, bis die 35 bis 40°C erreicht sind. Blech rein und nach einer Vierteltunde kannst du deinen Backofen bereits ausschalten. Auch in diesem Fall solltest du den Wasserdampf rauszulassen, damit dein Basilikum auch wirklich gut abtrocknen kann.

              Basilikum im Ofen zu trocknen – Vorteile

              Einen Backofen hat eigentlich jede*r zu Hause. Das heißt, dass du keine Anschaffungskosten hast und wenn du die Nachwärme nutzt, hast du auch keinen zusätzlichen Energieverbrauch.

              Basilikum im Ofen zu trocknen – Nachteile

              Der größte Nachteil beim Basilikum trocknen im Backofen ist die Temperatur. Wenn die zu sehr nach oben klettert, verliert dein leckeres Basilikum schnell an Aroma und ist dann im getrockneten Zustand nicht mehr ganz so geschmacksintensiv.

              Methode 3: Basilikum trocknen im Dörrgerät

              Für die dritte Methode benötigst du ein Dörrgerät. „Was? Noch ein zusätzliches Küchengerät?“, denkst du jetzt?! Jep, aber warum und unter welchen Umständen es sich trotzdem lohnen kann, erfährst du jetzt. ;)

              Mit einem Dörrgerät erzielst du definitiv die besten Ergebnisse. Du kannst die ideale Temperatur einstellen, um so das aromatisch Geschmackserlebnis aus deinem Basilikum herauszuholen. Außerdem haben die meisten Dörrgeräte mehrere Gitterböden, auf die du deine Basilikum Blätter verteilen kannst.

              Wenn du das Gerät angeschmissen hast, kannst wenige Stunden später, dein getrocknetes Kraut, was darauf wartet handgerebelt luftdicht verpackt zu werden. ;)

              Basilikum im Dörrgerät trocknen – Vorteile

              Wenn du aber einen schönen Kräutergarten hast und viele deiner Kräuter schonend trocknen möchtest, um möglichst viel von ihrem tollen Aroma zu bewahren, dann ist ein Dörrgerät eine super Investition.

              Und ein toller Nebeneffekt ist: Du kannst darin nicht nur Basilikum und andere Kräuter trocknen, sondern auch Apfelringe oder Bananen- und Gemüsechips zaubern.
              Und denk nur an die Pilzsaison. ;)

              Basilikum im Dörrgerät trocknen – Nachteile

              Ein großer Nachteil ist, dass du ein weiteres Gerät brauchst. Im Rahmen eines möglichst nachhaltigen und ressourcenschonenden Lebens sollte schließlich jede Neuanschaffung gut überlegt sein.

              Außerdem verbraucht das Dörrgerät natürlich zusätzliche Energie, da du das Gerät nur zum dörren anschmeißt. Aber psst: Es gibt auch fancy Solardörrer, die ganz und gar mit Sonnenlicht betrieben werden. :)

              Welche Methode zum Basilikum trocknen eignet sich für wen?

              Wenn der warme und gut belüftete Dachboden vorhanden ist, spricht doch alles für die luftgetrocknete Variante. Es geht super einfach und kostet so gut wie nichts.
              Außer du möchtest ein paar Trockenrahmen oder ein Trockenregal zu bauen. Da sind deiner Fantasie aber keine Grenzen gesetzt und es lässt sich einiges umnutzen und upcyclen. :)
               
              Die Backofen Methode ist vor allem etwas für die Spontanen unter Euch. Ihr habt viel zu viel Basilikum geerntet, der nun doch nicht gegessen wird? Ab damit in den Backofen, der eh noch warm ist, und die Ernte ist gerettet.

              Das Dörrgerät ist für die Visionäre unter euch, die von einer ganzjährigen Kräuterselbstversorgung träumen. Basilikum, Pilze, Äpfel – Mit einem Dörrgerät erweitert ihr eure Haltbarmachtechniken um ein wahrhaftes Supertool.

              Basilikum_trocknen_Glas

              Getrocknetes Basilikum richtig lagern – für die volle Dröhnung Aroma

              Wenn du ganze Stängel getrocknet hast, rebelst du die Blätter zunächst vom Stängel ab und füllst sie in ein Glas um. Die Blätter bleiben am aromatischsten, wenn du sie als Ganzes Blatt lagerst und erst kurz vor der Verwendung zwischen den Fingern zerreibst – so bekommst du die volle Dröhnung Aroma ab! ;)

              Für die Lagerung benutze ich entweder braune Gläser, um das Sonnenlicht auszusperren, oder ich stelle Gläser aus Weißglas in ein dunkles Schränkchen. Das klappt beides ganz wunderbar. Eine weitere Möglichkeit ist, die Blätter einzuvakuumieren. Da ich aber – wenn möglich – auf den Einsatz von zusätzlichem Plastik im Haushalt verzichte, bleibe ich viel lieber bei der bewährten Lagerung im Glas.

              Du möchtest noch ein bisschen auf dem Blog weiterschmökern? Dann schau doch mal bei diesen Artikeln vorbei:

              Kräuter richtig pflanzen mit dem 3-Zonen-Plan

              Schritt für Schritt Basilikum pflanzen

              Kräuter-Stecklinge selber machen

              Hast du schon mal Basilikum mit einer dieser Methoden getrocknet? Berichte gerne von deinen Erfahrungen in den Kommentaren, so können wir alle voneinander lernen! :)