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Gemüse haltbar machen Anleitung

Die genialste Art, Gemüse haltbar zu machen

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der die Gemüsegärten explodieren und man mehr erntet, als man essen kann oder mag. Da wäre es doch schön, auch im Winter noch etwas davon zu haben und einen Teil des Gemüses haltbar zu machen. Genau deswegen möchte ich dir jetzt eine geniale Konservierungsmethode vorstellen, die heutzutage kaum noch jemand beherrscht: das Fermentieren.

Beim Fermentieren macht man sich kleine Bakterien zunutze, die natürlicherweise auf dem Gemüse vorkommen: die Milchsäurebakterien. Mit ihrer Hilfe kann man das Gemüse mindestens sechs Monate aufbewahren, teilweise sogar bis zu zwei Jahre.

Früher war die Fermentation die gängigste Art, um Gemüse haltbar zu machen, und das völlig zurecht. Fermentieren ist super einfach, wenn man den Dreh einmal raushat, kommt ohne teures Zubehör und Schnickschnack aus und funktioniert sogar ganz ohne Strom oder elektrische Kühlung.

Und das Beste:

Bei allen anderen Konservierungsmethoden gehen Inhaltsstoffe und Vitamine verloren. Ob das jetzt Einkochen ist, Einfrieren, Dörren, Einlegen oder Einlagern. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe aber nicht nur erhalten, das Gemüse enthält nach dem Fermentieren sogar noch mehr Vitamine.

Dazu kommt, dass die Milchsäurebakterien richtige kleine Verdauungs-Booster sind. Wenn du deine Fermente roh isst, nimmst du massenhaft Probiotika zu dir. Sozusagen selbstgemachtes Superfood. ;)

Mit Aufkommen der Konservenindustrie ist die Fermentation leider immer weiter in Vergessenheit geraten. Heutzutage kennen die meisten Menschen Fermente nur noch von Sauerkraut und Salzgurken.

Was viele nicht wissen:

Man kann auch so gut wie jedes andere Gemüse fermentieren. Zucchini, Möhren, Tomaten, Kürbis – ALLES! Da gibt es jenseits von Sauerkraut und Salzgurken ein ganzes Geschmacks-Universum, von dem die meisten Menschen keinen blassen Schimmer mehr haben.

Ich bin absolut dafür, dass wir die Kunst des Fermentierens neu aufblühen lassen und uns diese Fähigkeiten wieder aneignen. Deswegen kommt hier eine Hommage an die wohl genialste Art, Gemüse haltbar zu machen.

Die genialste Art, Gemüse haltbar zu machen: Bei dieser Methode bleiben die Inhaltsstoffe erhalten, du brauchst kein teures Zubehr kaufen und das Gemüse ist am Ende sogar noch gesunder als vorher. Neugierig? Wäre ich an deiner Stelle auch. ;) Klick auf den Pin, um zum Artikel zu kommen. #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Haltbarmachen

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Gemüse haltbar machen: 11 Gründe, warum Fermentieren absolut klasse ist!

1. Der Geschmack

Du kannst das Gemüse zusammen mit allen Kräutern und Gewürzen fermentieren, die dir in den Sinn kommen. Fermentierte Möhren mit Ingwer sind zum Beispiel wahnsinnig gut. Oder selbstgemachter Kimchi, mmmh! Beim Fermentieren kannst du so gut wie nichts falsch machen – ich fand selbst meine wagemutigsten Experimente immer saulecker.

2. Auch im Winter regional essen

Regional ist erste Wahl, oder? ;) Als wir noch keinen eigenen Garten hatten, habe ich im Sommer massenhaft regionales Gemüse auf dem Markt gekauft und es zuhause haltbar gemacht. So hatten wir auch im Winter noch regionale Tomaten im Vorratsschrank. Weil das Gemüse in der Hauptsaison günstiger ist, haben wir nebenbei auch noch eine ganze Menge Geld gespart.

Am besten finde ich aber, dass ich dadurch so wahnsinnig viel übers Haltbarmachen gelernt habe und mir die verschiedensten Methoden aneignen konnte. Selbst wenn du (noch) keinen eigenen Garten hast: Lass dich davon nicht aufhalten und probier es einfach mit gekauftem Gemüse.

3. Fermentierte Gemüse sind vorverdaut

Die Milchsäurebakterien machen sich während des Fermentationsprozesses über dein Gemüse her und verdauen es für dich vor. Was sich erstmal irgendwie ekelig anhört, ist eigentlich eine tolle Sache. Dadurch ist das Gemüse nämlich viel besser bekömmlich und kann sehr gut vom Darm verwertet werden.

4. Das Gemüse bleibt knackig

Du kannst die Konsistenz des Gemüses ziemlich gut über die Größe der Gemüsestücke, die du fermentierst, steuern. Je größer die Stücke, desto fester bleibt das Gemüse. Wenn du also möchtest, dass das Gemüse schön knackig bleibt, fermentierst du einfach möglichst große Stücke und falls du es eher weich magst, zerkleinerst du es vorher.

5. Noch mehr Vitamine!

Wie ich schon erzählt habe, bleiben die Vitamine beim Fermentieren nicht nur erhalten, sie vermehren sich auch noch. Die Milchsäurebakterien produzieren nämlich Vitamine, um untereinander zu kommunizieren. Biofilm Quorum Sensing nennt sich das. Abgefahren, oder?

Kein Wunder, dass schon die alten Seefahrer immer ein paar Fässer Sauerkraut an Bord hatten. Der hohe Vitamingehalt hat sie vor der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut geschützt.

6. Noch mehr Mineralstoffe!

Nicht nur die Vitamine, auch die Mineralstoffe sind ein großer Pluspunkt. Sauerkraut enthält super viel Calcium, Magnesium und Kalium und auch Spurenelemente wie Eisen oder Zink.

7. Kein Extra-Zubehör, kein Schnickschnack

Um zu fermentieren, musst du dir keinen teuren Gärtopf und sonstiges Zubehör anschaffen. Das Tomatensauceglas von gestern Abend tut’s genauso. Und statt mit einem Krauthobel kannst du deine Kohlköpfe auch auf einer normalen Küchenreibe reiben – oder sie mit einem Messer in schmale Streifen schneiden.

Zum Fermentieren brauchst du keinen teuren Schnickschnack. Du kannst gleich loslegen mit dem, was du zuhause hast.

8. Eine Zutatenliste, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient

Die Zutatenliste beim Fermentieren ist unglaublich kurz. Gemüse und Salz – und je nach Geschmack noch ein paar Gewürze. Einfacher geht’s nicht.

9. Das gibt es nirgends zu kaufen

Diese Geschmacksvielfalt gibt es in keinem Supermarkt und die gesundheitlichen Pluspunkte erst recht nicht. Das Sauerkraut, das du im Laden bekommst, wird nach dem Fermentieren abgekocht. All die tollen Bakterien sind also längst tot und der Gesundheitsaspekt fällt fast vollständig weg. Da hilft nur eins: Selbermachen. :)

10. Die Haltbarkeit

Korrekt fermentiertes Gemüse wird nicht schlecht, nur saurer. Irgendwann ist es dann so sauer, dass man es nicht mehr essen will, aber bis dahin können unter Umständen zwei Jahre vergehen. Nach sechs Monaten sind die meisten Gemüse noch sehr, sehr lecker, selbst nach acht oder zehn Monaten noch. Fermentieren ist also eine tolle Möglichkeit, sich den ganzen Winter hindurch mit Gemüse zu versorgen, bis der Garten im Frühsommer wieder genug abwirft.

11. Einfach und sicher

Solange man ein paar Grundregeln beachtet, ist Fermentieren wahnsinnig sicher. Und es ist so simpel! Wenn du es einmal drauf hast, kannst du JEDES Gemüse haltbar machen, das dir unter die Finger kommt, und brauchst dafür noch nicht mal ein Rezept. Du kannst deiner Kreativität beim Fermentieren absolut freien Lauf lassen. Solange du dich an die Grundregeln hältst, kann nichts schiefgehen.

Falls du jetzt ganz scharf auf’s Fermentieren bist und wissen willst, wie zum Henker das denn jetzt eigentlich funktioniert:

Hier findest du eine Schritt für Schritt-Anleitung zum Fermentieren.

Wenn du schon ein bisschen Erfahrung mit dem Fermentieren gesammelt hast und dir eine grobe Übersicht ausreicht, kannst du dich gerne für meine Fermentieren-Checkliste eintragen. Zusätzlich zur Checkliste bekommst du dann noch viele weitere Tipps zum Haltbarmachen von Obst und Gemüse per Email zugeschickt.

Trag dich einfach hier ein:

Hast du dich schonmal ans Fermentieren herangewagt? Was hast du fermentiert und wie hat es geschmeckt? Und falls du noch nie fermentiert hast: Konnte ich dich überzeugen, das mal auszuprobieren? Was ist deine Lieblingsmethode, um Gemüse haltbar zu machen?

Marmelade einkochen Rezept

Marmelade einkochen: Rezept mit vier einfachen Schritten

Marmelade einkochen ist super einfach und selbst gemachte Marmelade schmeckt IMMER viel besser als gekaufte. Egal, ob du die Himbeer-Schwemme aus dem Garten oder eine Steige Erdbeeren vom Wochenmarkt einkochen willst – der grundliegende Prozess ist bei allen Marmeladesorten gleich. Deswegen kommt hier ein Grundrezept für alle, die dieses Jahr ihre eigene Marmelade einkochen wollen.

Marmelade einkochen: Mit diesem einen Rezept kannst du hunderte Marmeladensorten einmachen. Klick auf den Pin, um zur Schritt für Schritt-Anleitung zu kommen! #Einkochen #Wurzelwerk #Marmelade

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Marmelade einkochen Basis-Rezept

1. Früchte sortieren und waschen

Zum Einkochen darf man nur frische, unbeschädigte Früchte verwenden. Deswegen als erstes angedetschte, gärende oder schimmelnde Früchte aussortieren. Kleine braune Stellen kann man einfach abschneiden, ansonsten solltest du aber sichergehen, dass das Obst in einem guten Zustand ist.

Danach die Früchte waschen und weiter geht’s.

2. Gläser auskochen

Hygiene ist das A und O beim Einkochen. Deswegen müssen alle Utensilien, die mit der Marmelade in Berührung kommen, gut gespült und anschließend abgekocht werden. Das sind zum Beispiel die Gläser, Deckel und Einkochringe oder die Schöpfkelle und der Trichter, mit der man die Marmelade in die Gläser füllt.

Ich fülle die Gläser mit kochendem Wasser und koche Deckel und Ringe fünf Minuten lang mit einem Schuss Essig im Kochwasser auf dem Herd aus. Meiner Erfahrung nach reicht es, wenn man die Kelle und den Trichter nur kurz mit kochendem Wasser übergießt. Nach fünf Minuten kann man das heiße Wasser wieder aus den Gläsern ausgießen.

3. Marmelade kochen

Dann wird die Marmelade gekocht, und zwar am besten leckere Marmelade. ;) Ich befolge beim Marmelade-Einkochen selten Rezepte, sondern probiere rum, bis sie schmeckt. Das Verhältnis von Früchten zu Gelierzucker sollte zwischen 1:1 und 2:1 liegen. Bei einem geringeren Zuckergehalt wird die Marmelade relativ schnell schlecht und muss nach dem Einfüllen in die Gläser deswegen nochmal für 30 Minuten im Wasserbad eingekocht werden.

Natürlich kannst du auch mit Gewürzen experimentieren, Chili zum Beispiel, Vanille oder Zimt. Und je nachdem, welche Konsistenz du am liebsten magst, kannst du die Marmelade auch pürieren.

4. Heiß abfüllen

Wenn du mit Geschmack und Konsistenz zufrieden bist, füllst du die Marmelade kochend heiß in die Gläser ein. Dabei muss die Marmelade wirklich brodelnd heiß sein, damit sich später auch ein Vakuum im Glas bildet. Nach dem Einfüllen musst du das Glas sofort verschließen. Bei Einkochgläsern kommen jetzt auch die Klammern dran, die den Deckel fixieren, für Schraubgläser brauchst du natürlich keine Klammern.

Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du die Gläser jetzt für zehn Minuten im Wasserbad einkochen. Normalerweise ist das aber nicht nötig. Marmelade ist ja eine der Einkoch-Ausnahmen, die sich auch halten, wenn man sie „nur“ heiß in saubere Gläser einfüllt. Bei mir hat das heiße Einfüllen für Marmelade bisher immer gereicht und es ist nie ein Glas schlecht geworden, dieser Schritt ist also absolut optional.

Anschließend die Gläser auf einem Tuch abkühlen lassen. Bei Schraubgläsern sollten in den nächsten Stunden alle Deckel „ploppen“ und in der Mitte nach unten gewölbt sein.

Sobald die Gläser abgekühlt sind, kannst du die Klammern abnehmen, das Vakuum hält die Deckel jetzt verschlossen. Wenn die Deckel fest auf den Einkochgläsern sitzen, war das Einmachen erfolgreich. Falls sich kein Vakuum gebildet hat, kannst du die Marmelade in den ersten Tagen trotzdem noch bedenkenlos essen – einfach in den Kühlschrank damit.

Soo, das war es schon, mein Marmelade-Einkochen-Rezept. So schwer ist das gar nicht. :) Wenn du neben Marmelade auch andere Lebensmittel einkochen willst, findest du hier eine Anleitung:

Einkochen für Anfänger – Die Schritt für Schritt-Anleitung

Wenn du magst, lad dir doch meine Einkoch-Checkliste herunter, da sind alle Schritte nochmal übersichtlich aufgelistet, sodass deiner selbstgemachten Marmelade nichts mehr im Weg steht. :)

Du kannst dich hier für die Checkliste und noch mehr Einkochtipps eintragen:

Hast du schonmal Marmelade eingekocht? Irgendwelche Tipps, die in meinem Rezept noch fehlen? Dann ab damit in die Kommentare!

Selbstversorgung im Winter

11 Tipps für die Selbstversorgung im Winter

Selbstversorgung im Winter – geht das überhaupt?! Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt. Sich den Sommer über mit frischem Obst und Gemüse aus dem Garten zu versorgen, ist gar nicht so schwer. Aber im Winter – was wächst da überhaupt? Wie funktioniert das mit der Selbstversorgung im Winter? Ist das nicht wahnsinnig einseitig?

Nö, eigentlich nicht.

Es gibt viele Wege, sich auch im Winter aus dem Garten und der Natur selbst zu versorgen. Und damit du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie das genau geht, will ich dir heute gerne einige davon vorstellen.

Damit das auch klappt mit der Selbstversorgung im Winter, ist jetzt nämlich die beste Zeit, um das anzugehen. Und zwar zum Beispiel so:

Selbstversorgung im Winter - geht das überhaupt? Na klar! Hier sind 11 Ideen für Garten und Vorratskammer, damit du dich auch im Winter selbstversorgen kannst. Inklusive Checkliste mit Methoden zum Haltbarmachen und Gemüse, das man auch im Winter ernten kann. Klick auf den Pin um zum Artikel zu kommen! #Selbstversorger #Wurzelwerk #Gemüsegarten

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Gemüse und Kräuter im Winter ernten

Es gibt eine ganze Reihe von Gemüsepflanzen, die man auch im Winter ernten kann. Rosenkohl zum Beispiel, Grünkohl, Haferwurz, Pastinaken, Asiasalate, Schwarzwurzeln, Winterlauch, Steckrüben, Wirsing, Postelein, Winterportulak, Feldsalat und noch viele mehr.

Mit ein wenig Schutz durch Folien oder eine dicke Schicht Stroh kann man im Winter auch Rote Bete und Möhren ernten. Ich verspreche dir, dass du noch nie süßere Möhren gegessen hast, als die, die bei Frost draußen gestanden haben. Mjam!

Klar reicht die Winterernte nicht an die Fülle heran, die wir im Sommer in unserem Garten ernten. Dafür weiß ich es richtig zu schätzen, wenn es wieder frische Tomaten gibt, eben weil es so lange keine gab. Diese Vorfreude verleiht Lebensmitteln wieder den Wert, den sie verdienen. :)

Übrigens: Wenn du Wintergemüse ernten willst, wird es langsam Zeit, dass die Pflanzen in die Erde kommen. Spätestens im Juli müssen die meisten Wintergemüse im Beet stehen, damit sie im Winter dann erntebereit sind.

Wildkräuter und Pilze im Winter

Kräuter kann man im Winter auch auf der Fensterbank ziehen. Und dann sind da ja noch die ganzen Wildkräuter, die man auch im Winter ernten kann: Ehrenpreis, Gänseblümchen, Taubnessel, Gundermann und auch Früchte wie Schlehen oder Hagebutten.

Es gibt sogar einige Pilze, die man auch im Winter findet – oder gerade dann! Den Austernseitling zum Beispiel, der Frostschneckling oder das Judasohr.

Selbstversorgung im Winter mit Milch, Eiern und Fleisch?

Was Eier und Milch angeht, herrscht bei uns zurzeit der totale Überfluss. Im Winter wird das aber weniger. Wenn die Tage kürzer werden, legen die Hennen weniger Eier und treten ihre wohlverdiente Winterpause an.

Deswegen mache ich einige Eier jetzt, in der großen Schwemme, haltbar, indem ich sie in eine Löschkalk-Lösung einlege. Das ist eine sehr alte und wirksame Methode, mit der man Eier acht Monate und länger haltbar machen kann. Wie das genau geht, erfährst du in diesem Video (leider nur auf Englisch).

Und auch unsere Milchziege wird im Winter weniger Milch geben, falls überhaupt. Eine Möglichkeit, um Milch zu konservieren, wäre, Hartkäse zu machen. Aber dafür reicht die Milch von einer Ziege nicht aus, also gibt’s für uns diesen Winter wahrscheinlich keine Ziegenmilch. Immerhin hatte besagte Ziege seit fünf Jahren kein Lamm mehr und es grenzt an ein Wunder, dass sie immer noch 1 ½ Liter Milch am Tag gibt. Wenn sie diesen Winter ausnahmsweise einmal eine Pause einlegen will, ist das absolut in Ordnung. :)

Falls du Ziegen hast, die dieses Jahr frisch gelammt haben, kannst du auch versuchen, sie mehrere Jahre „durchzumelken“, ohne sie wieder decken zu lassen. Bei Kühen wäre das undenkbar, aber Ziegen kann man mindestens zwei Jahre am Stück melken, ohne dass die Milchmenge drastisch abnimmt. Eine tolle Möglichkeit für alle, denen auch immer das Herz blutet, wenn sie ihre Bocklämmer nicht verkauft bekommen und schlachten müssen.

Und für alle, die Fleisch essen:

Die Selbstversorgung mit Fleisch ist im Winter relativ unproblematisch. Kaninchen und Geflügel zum Beispiel kann man „nach Bedarf“ schlachten. Das Fleisch von größeren Tieren wie Schweinen oder Ziegen kann man durch Räuchern, Pökeln, Trocknen, Einfrieren oder Einkochen haltbar machen, um es über einen längeren Zeitraum essen zu können.

Selbstversorgung im Winter

Selbstversorger-Wintervorrat

Der Großteil des „Winterfutters“ kommt bei uns aus der Vorratskammer. Den ganzen Sommer über mache ich all die leckeren Obst- und Gemüsearten haltbar, die es im Winter nicht gibt. Eine prall gefüllte Vorratskammer ist ein absolutes Muss für die Selbstversorgung im Winter. Es gibt verschiedene Methoden, Obst, Gemüse und auch Fleisch haltbar zu machen:

Einkochen

Ich lieeebe Einkochen! Ich warne dich, einzukochen macht süchtig. ;) Das Einkochen ist für uns eine der wichtigsten Haltbarmachmethoden. Man kann so gut wie jedes Obst und Gemüse und sogar Fleisch einkochen und es so jahrelang haltbar machen.

Der einzige Nachteil: Durch das Erhitzen geht ein Teil der Inhaltsstoffe flöten. Deswegen ergänzt sich das Einkochen so gut mit dem Fermentieren, darauf komme ich gleich nochmal zurück.

Für’s Einkochen braucht man nur wenig Zubehör, was das Ganze unglaublich kostengünstig macht. Und wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet, ist das Einkochen eine sehr sichere und einfache Haltbarmachmethode.

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Einkochen für Anfänger – Die Schritt für Schritt-Anleitung

Neun Einkoch-Mythen, die du kennen solltest

In Essig, Alkohol, Salz oder Öl einlegen

Eine weitere Möglichkeit ist das Einlegen in Essig, Alkohol, Salz oder Öl. Die haben allesamt Eigenschaften, die man nutzen kann, um Lebensmittel haltbar zu machen. Essig, Alkohol und Salz schaffen ein Klima, in dem sich Fäulnisbakterien nicht wohlfühlen. Und mit Öl entzieht man den Mikroorganismen durch Luftabschluss ihre Lebensgrundlage.

Das Konservieren in Öl ist eine uralte Form, Lebensmittel haltbar zu machen, und wird vor allem in südlichen Ländern, in denen viel Öl hergestellt wird, angewandt. Ich lege nur sehr selten in Öl ein, weil ich es nicht so recht einsehe, tausende Kalorien Öl zu kaufen, um dann 50 Kalorien Gemüse einzulegen. Verstehst du, was ich meine?

Das gilt auch für das Einlegen in Alkohol, Essig und Salz. Es gibt wunderbare Konservierungsmethoden, die ohne diese „Zusätze“ auskommen. Deswegen ist mein Fazit dazu: Für ausgewählte Delikatessen (Himbeeressig, Ziegenkäse in Öl etc.) ist das Einlegen toll. Aber um größere Mengen haltbar zu machen, eher nicht.

Einfrieren

Einfrieren ist eine sehr praktische und schnelle Art, um Lebensmittel zu konservieren. In meinen Augen bringt das Einfrieren aber viel zu viele Nachteile mit sich:

Beim Einfrieren muss ständig Energie zugeführt werden. Einfrieren ist weder umweltfreundlich, noch billig, nicht nur wegen der Stromkosten. Auch die Anschaffungskosten für eine Tiefkühltruhe übersteigen die Kosten, die bei anderen Konservierungsmethoden anfallen, bei Weitem.

Außerdem ist das Einfrieren eine sehr unnatürliche Haltbarmachmethode. Bei pflanzengerechten Konservierungsmethoden macht man Lebensmittel durch eine Stoffwechselruhe haltbar. Einfrieren bedeutet aber den Zelltod. Nach dem Auftauen beginnen dann ziemlich schnell Zerfallsprozesse. Nicht gerade lecker…

Dazu kommt die Abhängigkeit vom Stromnetz. Ein Stromausfall von wenigen Stunden kann schon ausreichen, und dein gesamter Vorrat verdirbt. Einmal auf- oder auch nur angetaute Lebensmittel darf man nämlich nicht nochmal einfrieren. Ansonsten kann es sogar zu Vergiftungserscheinungen kommen. Es gibt definitiv bessere Haltbarmach-Methoden…

Dörren

Dörren ist toll, vor allem, wenn man die Energie der Sonne nutzen kann, um Obst und Gemüse haltbar zu machen. Durch Dörren kannst du zum Beispiel Tomaten, Apfelringe oder Rosinen trocknen. Wenn wir im Garten einen Frühlingszwiebel-Überschuss haben, schneide ich auch die gerne in Scheibchen und trockne sie. Im Winter kann man sie dann einfach mit heißem Wasser überbrühen und zum Kochen verwenden. Das Gleiche mache ich zum Beispiel mit überschüssigem Spinat oder den Blättern von Knollensellerie. Instant-Gemüse sozusagen.

Allerdings ist Dörren ziemlich anspruchsvoll. Blattgemüse und Kräuter sind schnell knochentrocken und halten sich monatelang. Aber alles, was etwas größer ist, zum Beispiel Rote Bete-Scheiben, Tomaten und sowas schimmelt ziemlich schnell. Man muss beim Dörren und auch bei der Lagerung von gedörrten Lebensmitteln einiges beachten, und das macht die Sache nicht so anfängerfreundlich.

Naturbelassen lagern

Einige Lebensmittel, zum Beispiel Nüsse, Saaten, Knoblauch, Kürbis, Zwiebeln, Lagerobst, Trockenbohnen oder -erbsen müssen gar nicht haltbar gemacht werden – man kann sie einfach aufbewahren, wie sie sind. Pssst… Falls du nicht weißt, was du anbauen sollst. Das sind Top-Kandidaten für die Selbstversorgung im Winter. ;)

Aber auch Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Sellerie usw. kann man naturbelassen aufbewahren, und zwar in Sand eingemietet in einem kühlen Keller oder draußen in einer Erdmiete. Oder man lässt sie mit einem Kälteschutz im Beet stehen, wie oben beschrieben. Und Kopfkohl kann man einfach mitsamt der Wurzel kopfüber im Keller aufhängen.

Fermentieren

Das Fermentieren ist eine der besten Haltbarmach-Methoden für Gemüse überhaupt, wenn nicht die beste. Heutzutage kennen die meisten Menschen die Fermentation nur von Sauerkraut. Man kann aber auch so gut wie jedes andere Gemüse auf diese Weise haltbar machen.

Selbstversorgung im Winter mit fermentiertem Gemüse

Man nennt das Ganze auch Milchsäuregärung, beim Fermentieren macht man sich nämlich fleißige kleine Helfer, die Milchsäurebakterien, zunutze. Die verwandeln Kohlenhydrate in Milchsäure und verbrauchen den Sauerstoff, sodass andere Mikroorganismen keine Chance haben, sich im Gemüse breitzumachen und es zu zersetzen. Das ist eine wahnsinnig einfache und wirksame Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen.

Fermentiertes Gemüse lässt sich ohne Probleme bis in den Frühling lagern, oft sogar noch viel länger, ganz ohne Kühlung. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine und Enzyme größtenteils erhalten, ein großes Plus für die Selbstversorgung im Winter. Durch die Milchsäuregärung wird das Gemüse sogar noch veredelt. Fermentiertes Gemüse ist nämlich sehr gesund, sozusagen selbstgemachtes Superfood.

Falls du noch nie fermentiert hast, bin ich stark dafür, dass du das mal ausprobierst. Hier ist eine Anleitung:

Gemüse fermentieren

Hol dir die Checkliste für deinen Wintervorrat!

Und damit du jetzt richtig loslegen kannst, habe ich eine Wintervorrat-Checkliste erstellt. Da sind alle Schritte aufgeführt, mit denen du deine Vorratskammer dieses Jahr bis unter die Decke füllen kannst. ;) Du findest in der Checkliste auch eine praktische Auflistung, welche Lebensmittel du am besten mit welcher Methode haltbar machst.

Trag dich hier ein, dann schicke ich dir die Checkliste und weitere nützliche Tipps rund um die Vorratskammer per Mail zu:

Wie machst du das mit der Selbstversorgung im Winter? Es gibt bestimmt noch viele Tipps, die ich nicht aufgezählt habe. Lass mir doch einen Kommentar da!

Gemüsegarten für Anfänger: Gießkanne

Gemüsegarten für Anfänger: 9 Gemüse, die jeder hinkriegt

Gemüsegarten-Anfänger aufgepasst: Diese neun Gemüsearten sind so gut wie gelingsicher und wachsen – mit einer Ausnahme – allesamt auch wunderbar im Topf. Wenn du gerade erst mit dem Gärtnern anfängst, hebst du dir die anspruchsvollen Kandidaten der Gemüsewelt wie Kohl oder Auberginen besser für später auf und fängst stattdessen mit einfacheren Gemüsearten an.

Und zwar zum Beispiel mit diesen:

Gemüsegarten-Anfänger aufgepasst: Hier sind neun Ideen für Gemüsepflanzen, die jeder hinkriegt. Für einen produktiven Garten, auch ohne grünen Daumen und jahrelange Garten-Erfahrung. :) #Gemüsegarten #Gartenideen #Wurzelwerk #Selbstversorgung

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Radieschen

Radieschen wachsen super schnell. Man kann sie (je nach Sorte) schon drei bis vier Wochen nach der Aussaat ernten. Wenn man mit Kindern zusammen gärtnert, ist das besonders toll, weil man schnell erste Erfolge feiern kann.

Radieschen wachsen gerne im Halbschatten, ansonsten sind sie ziemlich anspruchslos. Man kann sie gut zwischen anderen, langsamer wachsenden Gemüsearten aussäen. Bevor die den Platz wirklich brauchen, sind die Radieschen nämlich schon geerntet. Ausgesät wird von März bis September.

Topinambur

Kennst du Topinambur, diese knubbeligen, wahnsinnig teuren Knollen, die es manchmal in Feinkostgeschäften und Bioläden gibt? Topinambur schmeckt wie eine Mischung aus Kohlrabi, Artischocke und Kartoffel und soll sehr gesund sein.

Das Beste:

Topinambur anzubauen ist absolut unkompliziert. Topinambur wächst wie Unkraut, selbst unter schlechten Bedingungen, und ist dabei mit seinen gelben Blüten auch richtig hübsch. Wir haben mal eine Sichtschutzhecke aus Topinambur angelegt und konnten das ganze Jahr über laufend Knollen ernten, auch im Winter.

Wenn man Topinambur wieder loswerden will, hat man allerdings ein Problem. Aus jedem noch so kleinen Wurzelstück entwickelt sich wieder eine Pflanze und die Wurzeln alle auszugraben ist so gut wie unmöglich. Deswegen ist es sinnvoll, wenn man am Beetrand entlang eine Rhizomsperre eingräbt, um ihn in Zaum zu halten. Oder man baut ihn in großen Kübeln an, das funktioniert auch wunderbar.

Salat

Salat ist ein Lichtkeimer, wenn du ihn aussäst, darfst du die Samen also nicht mit Erde bedecken. Das bedeutet auch, dass die Samen schneller austrocknen als solche, die man zum Beispiel mit drei Zentimetern Erde bedeckt, also pass auf, dass sie es immer schön feucht haben.

Ansonsten ist Salat aber unkompliziert.

Statt den ganzen Kopf zu ernten, kannst du die Blätter ca. vier Zentimeter über dem Boden abschneiden, dann wächst er schnell wieder nach und du musst nicht so oft neuen Salat pflanzen oder säen.

Falls du ein Problem mit Schnecken hast, solltest du den Salat vor ihnen schützen, zum Beispiel mit Schneckenkragen oder einem Schneckenzaun. Im Sommer kann Salat außerdem schießen (blühen) und wird dann bitter. Deswegen ist es gut, Salat in einem schattigeren Beet anzubauen, da passiert das nämlich nicht so schnell.

Zucchini

Zucchini ist das einzige Gemüse in meiner Liste, das ich nicht im Topf anbauen würde. Eine Zucchinipflanze braucht im Beet eine Fläche von einem Quadratmeter, also vieeel Platz. Da müsste schon ein ordentlicher Kübel her, wenn man seiner Zucchinipflanze auf dem Balkon gerecht werden wollte…

Von einer einzigen Pflanze kann man fast den Zucchinibedarf einer kleinen Familie decken. Zucchinis brauchen einen relativ gut gedüngten Boden und vertragen auch frischen Mist.

Am besten ziehst du Ende April eine Zucchinipflanze im Haus vor, pflanzt sie Mitte Mai nach draußen und säst dann Mitte Juni nochmal eine Pflanze direkt ins Beet. Zucchinis sind nämlich anfällig für Mehltau und wenn deine erste Pflanze davon befallen wird, ist die zweite noch vital genug, um weiter viele Zucchinis zu produzieren.

Mangold

Mangold hat mir im Garten noch nie Probleme bereitet. Mangold ist eine super einfache Gemüseart und die bunten Sorten mit ihren pinkfarbenen, gelben, roten, weißen und orangefarbenen Stielen sind ein richtiger Hingucker. :) Mangold kann man schon acht bis zehn Wochen nach der Aussaat ernten und wenn man das Herz intakt lässt, wächst er wie Salat immer wieder nach.

Die Stiele kann man fermentieren und so für den Winter haltbar machen. In den ersten Wintermonaten kann man aber meistens noch frischen Mangold im Garten ernten, er ist nämlich einigermaßen frosthart.

Rote Bete

Ein weiteres super unkompliziertes Gemüse ist Rote Bete. Schmeckt nicht jedem, aber falls du Rote Bete magst, solltest du unbedingt welche anbauen. :)

Beim Ernten das Laub vorsichtig abdrehen, damit sie nicht „verblutet“. Die Blätter kann man übrigens als Spinat essen, sie schmecken wie Mangold, nur kräftiger. Je nachdem, wie kalt es in deiner Gegend im Winter wird, kannst du versuchen, die Pflanzen den Winter über im Beet stehen zu lassen und sie nach Bedarf zu ernten. Dann solltest du sie aber mit einer wärmenden Strohschicht abdecken.

Für den Winterverbrauch kann man Rote Bete ansonsten auch in Sand einschlagen und im kühlen Keller lagern. Ich mache sie auch haltbar, indem ich sie in Essig einkoche oder fermentiere, weil Rote Bete so lange kochen muss, bis sie gar ist. Die eingekochte und fermentiere Bete ist dann sozusagen unser „Selbstversorger-Fast Food“ für wenn’s mal schnell gehen muss.

Knoblauch

Wenn du Knoblauch anbauen möchtest, steckst du einfach im Herbst oder Frühjahr die Zehen in die Erde und hältst das Beet einigermaßen unkrautfrei, zum Beispiel mit einer Mulchschicht aus Hackschnitzeln. Viel mehr gibt es gar nicht zu tun und falsch machen kann man da so gut wie gar nichts.

(Pssst, die spitze Seite schaut beim Zehen-Stecken immer nach oben!)

Eventuell kannst du den Knoblauch zwischendurch mal düngen, vor allem, falls im Frühsommer sie Blattspitzen braun werden. Es ist übrigens besser, den Knoblauch im Oktober zu stecken als im Frühling, weil er dann mehr Zeit hat, um dicke Knollen zu bilden.

Knoblauch und Erdbeeren kann man super als Mischkultur anbauen. Die Erdbeerpflanzen beschatten den Boden und halten ihn unkrautfrei und der Knoblauch kann zwischen ihnen nach oben wachsen und schützt sie vor Pilzkrankheiten.

Gemüsegarten für Anfänger: Mischkultur

Zwiebeln

Zwiebeln als Steckzwiebeln anzubauen, ist fast genauso unkompliziert wie eben beim Knoblauch. Einfach ein Netz Steckzwiebeln kaufen und in die Erde stecken. Sobald die Zwiebeln 10 cm hoch sind, kannst du den Boden mit Hackschnitzeln bedecken und so das Unkraut unterdrücken.

Man kann Zwiebeln auch aussäen, aber Steckzwiebeln sind unkomplizierter und haben einen Wachstumsvorsprung von mehreren Wochen. Der einzige Nachteil: Aus Steckzwiebeln gezogene Zwiebeln lassen sich nicht so gut lagern wie die gesäten.

Zwiebeln baut man am besten direkt neben Möhren oder Pastinaken an, dann halten sie sich gegenseitig die Möhren- bzw. Zwiebelfliege vom Hals.

Kräuter

Die allermeisten mehrjährigen Kräuter sind absolut unkompliziert. Einmal gepflanzt, brauchen sie kaum Pflege, und mit frischen Kräutern aus dem Garten zu kochen, ist einfach saulecker. Man braucht nur ein kleines Kräuterbeet oder ein paar Töpfe auf dem Balkon, um sich komplett mit Geschmacksstoffen zu versorgen.

Einige mediterrane Kräuter brauchen bei Minusgraden einen Kälteschutz. Unser Rosmarin wird dann immer dick in Vlies eingemümmelt, damit er es bis ins nächste Jahr schafft. Wenn ich nur eine Fensterbank zum Gärtnern zur Verfügung hätte, würde ich sie definitiv für Kräuter nutzen.

Stehst du noch ganz am Anfang?

Wenn du noch keinen Gemüsegarten hast, findest du hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du schnell und einfach neue Beete anlegst:

Gemüsegarten anlegen ohne Umgraben

Und hier ist eine konkrete Anleitung, mit der du einen Anbauplan für deinen Garten erstellen kannst:

Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

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Einkochgläser

9 Einkoch-Mythen, die du kennen solltest

Einkochen, einmachen, einwecken, wie auch immer man es nennen mag – ich bin süchtig danach, Essen in Gläser zu stopfen und die dann in meinen Vorratsschränken aufzureihen. So ein voll gefüllter Vorratsschrank hat schon etwas unglaublich Ästhetisches, oder? Sommer in Gläsern… :)

Das Einkochen ist eine tolle Möglichkeit, Obst und Gemüse aus dem Garten haltbarzumachen. Manchmal höre oder lese ich aber Sachen über`s Einkochen, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Es kursieren ein paar ziemlich hartnäckige Gerüchte zum Thema Einkochen, die schlichtweg falsch und teilweise sogar gefährlich sind.

Deswegen kommt hier die Abrechnung. ;) Hier sind neun Einkoch-Mythen, die du kennen solltest:

Einkochen, einmachen, einwecken... Wie auch immer man es nennen mag: Es gibt einiges zu beachten. Hier sind 9 hartnäckige Einkoch-Mythen, die du auf jeden Fall kennen solltest. Und eine Anleitung mit Rezept, wie es richtig geht. :) So kannst du Obst, Gemüse und Fleisch selbst einkochen und dir deinen Selbstverosorger-Vorrat für den Winter anlegen. #Einkochen #Selbstversorgung #Wurzelwerk #Selbstversorger

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1. Einkochen im Backofen ist sicher

Nein, leider nicht. Im Backofen lässt sich die Temperatur nie so genau steuern wie im Einkochtopf. Die Hitze im Backofen ist außerdem trocken und dringt damit nur langsam in die Gläser ein. Deswegen kann man nicht sagen, ob das Innere des Glases auch wirklich lang genug die Temperatur gehabt hat, die zum sicheren Einkochen nötig ist.

Einkochgläser sind nicht für trockene Hitze gemacht, die Gummis werden spröde und die Gläser bekommen schnell eine hässliche Patina. Ich habe auch schon mit dem Einkochen im Backofen herumexperimentiert und, ja, das kann funktionieren. Aber sicheres Einkochen sieht anders aus. Es gibt keinen Grund, die eigene Gesundheit zu riskieren, wenn es andere sichere und einfache Methoden gibt. Vom Backofen lass lieber die Finger.

2. Alles, was man im Laden als Konserve kaufen kann, kann man auch zuhause einkochen

Stimmt nicht. Es gibt Lebensmittel, die unter Bedingungen konserviert werden müssen, die man zuhause gar nicht erfüllen kann. Nudelsuppe zum Beispiel oder pürierten Gemüse-Babybrei. Es sind zwar nur wenige Ausnahmen, aber es gibt durchaus Sachen, die man nicht selbst einkochen kann.

3. Im Glas ist ein Vakuum, also ist alles sicher eingekocht

Beim Einkochen dehnt sich die Luft im Glas aus und strömt nach draußen. Der Deckel funktioniert dabei wie ein Ventil und lässt beim Abkühlen keine Luft von außen zurück ins Glas. So entsteht ein Vakuum und der Deckel sitzt fest auf dem Glas.

Zum sicheren Einkochen muss der Glasinhalt aber auch sterilisiert werden. Als ich das erste Mal Gemüse eingekocht habe, kannte ich „einkochen“ nur von meiner Großmutter, die heiße Marmelade in Gläser gefüllt und sie schnell verschlossen hatte. Dass das überhaupt kein Einkochen ist, wusste ich nicht.

Also habe ich meine Möhren genauso behandelt wie meine Großmutter früher die Marmelade. Und natürlich hat sich auch ein Vakuum gebildet. Aber das Ganze war nicht sterilisiert und nach drei Tagen sind die Deckel wieder aufgeploppt, weil die Möhren angefangen haben zu gären.

Erst später habe ich dann erfahren, dass man alles, was nicht sehr viel Zucker oder Säure enthält, im Glas kochen muss, um es haltbarzumachen. Das Vakuum alleine sagt noch nichts darüber aus, ob etwas sicher eingekocht ist oder nicht. Man muss es auch gescheit sterilisieren und die Einkochzeiten dabei genau einhalten.

4. Gläser müssen nach dem Einfüllen auf den Kopf gestellt werden

Dieser Tipp stammt aus einer Zeit, in der die Hygienebedingungen in der Küche noch eher dürftig waren. Das heiße Einkochgut sollte im umgedrehtem Glas den Deckel sterilisieren und Keime abtöten. Durch das Umdrehen schließen die Gläser manchmal aber nicht richtig bzw. baut sich manchmal kein starkes Vakuum auf. Deswegen ist es viel sinnvoller, die Deckel vor dem Einmachen abzukochen, dann sind sie nämlich schon steril.

Ich koche meine Deckel mindestens fünf Minuten lang und gebe dabei einen Schuss Apfelessig ins Kochwasser. Im Grunde ist das vorherige Abkochen nocht nicht mal wirklich nötig, wenn man richtig einkocht und nicht nur heiß einfüllt, weil das gesamte Glas beim Einkochen durcherhitzt und sterilisiert wird. Ich mache es trotzdem, um sicher zu gehen. Aber umdrehen muss man seine Gläser nicht, das ist wirklich veraltet.

5. Die Gummiringe schmiert man am besten mit Paraffin ein

Es geht das Gerücht um, dass die Deckel besser schließen, wenn man die Gummiringe mit Paraffin einschmiert. Mach das nicht! Das ist nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich. Das Paraffin kann nämlich verhindern, dass sich in den Gläsern ein Vakuum bildet, und das gesamte Einkochgut ist verloren. Die Ringe müssen weder gefettet noch sonst wie behandelt werden. Du kannst sie einfach so verwenden, wie sie sind.

Einkochen einmachen Anleitung

6. Die Klammern darf man nicht abnehmen

Das sehe ich sooo oft: Einkochgläser, die mit Klammern im Schrank stehen.

Alle Gläser, die keinen Schraubdeckel haben, zum Beispiel die Weck-Gläser, verschließt man beim Einkochen mit Klammern. Die halten die Deckel fest auf den Gläsern, lassen die heiße Luft aber nach außen entweichen.

Beim Abkühlen bildet sich dann der Unterdruck und der Deckel hält auch ohne Klammern. Die Deckel sitzen dann wirklich fest, man kann die Gläser am Deckel packen und hochheben. Außer der Inhalt des Glases verdirbt. Dann bilden sich Fäulnisgase, die das Vakuum aufheben.

Deswegen ist ein fest sitzender Deckel der beste Indikator dafür, ob der Inhalt des Glases genießbar ist oder nicht.

Wenn man die Klammern an den Gläsern lässt, fällt dieser Indikator aber weg. Dann kann sich der Deckel nicht lösen und man merkt nicht, dass der Inhalt schlecht geworden ist. Solche Gläser können sogar explodieren.

Also: Sobald das Glas abgekühlt ist, die Klammern abmachen!

7. Bügelgläser sind Einkochgläser

Aus dem gleichen Grund sollte man auch keine Bügelgläser zum Einkochen verwenden. Der Bügel funktioniert wie eine Klammer und drückt den Deckel permanent auf das Glas. Beim Öffnen kann man dann nicht sicher sagen, ob das Eingekochte noch gut ist.

Wenn man die grundlegenden Einkoch-Regeln beachtet, verdirbt zwar nur sehr selten etwas. Trotzdem schmeckt das Essen gleich viel besser, wenn man sicher sagen kann, dass es nicht verfault ist.

Stattdessen kann man in Bügelgläsern aber wunderbar Lebensmittel wie Trockenbohnen oder Getreide aufbewahren. Das sieht auch noch richtig hübsch aus!

8. Man braucht viel Equipment, um einzukochen

Einkochtopf, Einkochautomat, Einsätze, Thermometer, Einkochgläser mit Ringen und Klammern, Stäbchen, Glasheber… Man kann einen ordentlichen Batzen Geld für Einkoch-Zubehör ausgeben, aber man muss nicht.

Ich wage sogar zu behaupten, dass du alles, was du zum Einkochen benötigst, schon im Haus hast. Mit Ausnahme vielleicht von einem Glasheber, die Dinger sind wirklich praktisch, wenn man sich nicht die Finger verbrennen will. Und ein Thermometer braucht man zum Einkochen auch auf jeden Fall.

Aber alles Andere lässt sich wunderbar zweckentfremden.

Statt Einmach-Gläsern kannst du die gebrauchten Twist-Off-Gläser aus dem Supermarkt verwenden, zum Beispiel alte Senf- oder Marmeladengläser. Die sind zwar nicht ganz so stabil wie „richtige“ Einkochgläser und es heißt immer, dass sie beim Einkochen kaputtgehen können. Mir ist das aber noch nie passiert. Wenn du gerade erst mit dem Einmachen anfängst und nicht so viel Geld ausgeben willst, ist es das Risiko denke ich wert.

Einkochen einmachen Schraubgläser

Und statt einen Einkochtopf oder Automaten zu kaufen, kannst du auch jeden anderen großen Topf verwenden und den Deckel schräg auf das Thermometer legen. Das ist zwar etwas improvisiert, aber es funktioniert. Und gerade, wenn du gerade erst mit dem Einkochen anfängst, kannst du so erstmal schauen, ob dir das alles überhaupt Spaß macht, bevor du Geld für etwas ausgibst, was letztendlich nur in der Ecke verstaubt.

9. Einkochen ist gefährlich

Trotz allem ist Einkochen einfach und macht unglaublich viel Spaß. Das Einkochen ist sogar eine der sichersten Haltbarmach-Methoden. Sollte doch mal ein Glas verderben (was so gut wie nie passiert), erkennt man das vorher am abgelösten Deckel und würde es gar nicht erst essen. Man muss sich halt an die Regeln halten und seine rebellische Ader, zumindest was das Einmachen betrifft, ein wenig zügeln. Dann ist Einkochen ein ganz wunderbares Hobby und eine tolle Möglichkeit, auch im Winter noch etwas von der eigenen Ernte zu haben. :)

Anleitung zum Einkochen

Übrigens: Falls du eine Anleitung zum sicheren Einkochen suchst: Hier ist eine. Ich will schließlich nicht nur herummosern, was man beim Einmachen alles falsch machen kann, sondern dir vor allem dabei helfen, es richtig zu machen. Lass dich nicht abschrecken, das ist ganz einfach! :)

Hol dir die kostenlose Einkoch-Checkliste!

Damit deinem Einkoch-Erfolg nichts mehr im Weg steht, habe ich eine Checkliste erstellt, in der alle Schritte übersichtlich aufgelistet sind. Ich weiß, dass all die Informationen einen erstmal ganz schön erschlagen können, aber so schwer ist das alles gar nicht. Einfach die Checkliste durchgehen, da habe ich alles Wichtige für dich zusammengefasst. Wenn du dir die Checkliste herunterlädst, bekommst du außerdem regelmäßig wertvolle Tipps rund um die Selbstversorgung und verschiedene andere Haltbarmach-Methoden.

Trag dich hier ein und ich schicke dir die Checkliste per Email zu:

Hast du schonmal eingekocht? Fallen dir noch mehr typische Fehler ein oder hast du Ergänzungen zu dem, was ich geschrieben habe? Was möchtest du dieses Jahr alles einkochen? Schreib mir gerne einen Kommentar!

Bücher Ziegen halten Ziegenhaltung

Vier tolle Bücher über Ziegenhaltung

Kein Blogartikel oder Ziegenforum kann ein gutes Buch über Ziegenhaltung ersetzen. Wenn du überlegst, Ziegen zu halten, gibt es nur einen großen Fehler, den du machen kannst: Nicht zu wissen, was auf dich zukommt. Ziegen sind schließlich nicht ganz unkompliziert. ;)

Aber auch später ist es gut, ein Nachschlagewerk zu haben, auf das man sich verlassen kann. Wenn eine Ziege krank wird zum Beispiel, oder falls Fragen aufkommen, zu denen man die Meinung von einem wirklichen Experten hören will. (Und nicht von einer komischen Ziegentussi aus dem Internet.)

Ich gebe es zu, ich bin ein richtiger Nerd, was Ziegenbücher angeht. Ich habe so ziemlich jedes deutschsprachige Ziegenbuch gelesen. Viele Bücher sind sich sehr ähnlich, aber es gibt ein paar, die ich besonders toll bzw. wichtig finde. Sozusagen die Crème de la crème der Ziegenbücher, und die mag ich gerne vorstellen:

Ziegenhaltung: Diese vier Bücher sollte jeder Ziegenhalter kennen. Vom Ziegenstall über Gehege, Weide und Krankheiten - Ziegen halten ist nicht ganz unkompliziert. Mit diesen vier Büchern kannst du dich aber bestens auf deine gehörnten Freunde vorbereiten. #Ziegen #Wurzelwerk #Selbstversorger

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Ziegen artgerecht und natürlich halten

Ziegenhaltung Buch Ziegen halten

Ein Buch, das ich dir wirklich empfehle, ist Ziegen artgerecht und natürlich halten von Nina Brörkens. Es deckt alles ab, was man wissen muss, um Ziegen gerecht zu werden: das Wesen der Ziege, die unterschiedlichen Rassen, alles für eine artgerechte Haltung, Zucht, Ziegenkrankheiten und die Ziegenprodukte Milch, Fleisch und Felle. Dabei ist alles so nett geschrieben, dass das Lesen richtig Spaß macht.

Manche Ziegenbücher sind unnötig kompliziert und man kann nicht einmal ablesen, wie viel Heu man seiner Ziege geben soll, ohne einen Taschenrechner zu bemühen. Dieses Buch ist ganz anders. Alles ist klar und verständlich ausgedrückt und voller Tipps, die man sofort umsetzen kann.

Wenn du ein allgemeines Buch zum Thema Ziegenhaltung suchst, bist du mit Ziegen artgerecht und natürlich halten super gut aufgestellt.

Ziegen – treue Freunde mit Köpfchen

Ziegenhaltung Buch Ziegen halten

Mein absolutes Lieblingsbuch ist aber ein anderes. Nämlich Ziegen – Treue Freunde mit Köpfchen von Ann-Marie Hagenkötter.

Es richtet sich – anders als Ziegen artgerecht und natürlich halten – nicht primär an Leute, die ihre Ziegen essen oder melken wollen, sondern an Ziegenliebhaber. Nicht dass sich das ausschließen würde, aber um Milch und Fleisch geht es in Ziegen – Treue Freunde mit Köpfchen überhaupt nicht. Es geht um den liebe- und respektvollen Umgang mit Ziegen, um Beschäftigungsmöglichkeiten, Packziegen und Ziegenerziehung.

Sprich alles, was einen Ziegenherz wie meins höher schlagen lässt. Hach, das Buch ist so toll! :)

Diese Themen werden in keinem anderen Buch, das ich kenne, angesprochen. Deswegen ist es eine super Ergänzung für jede Ziegenliebhaber-Bibliothek.

Farbatlas Ziegenkrankheiten

Ziegen halten Buch Ziegenhaltung

Ich hatte in meiner Ziegen-Karriere schon über 20 Tierärzte und nur einer von ihnen hat sich wirklich mit Ziegen ausgekannt. Die meisten Tierärzte sind auf Hunde, Katzen und Meerschweinchen, manchmal vielleicht auch Pferde oder Schweine spezialisiert, aber von Ziegenkrankheiten haben sie oft wenig Ahnung.

Ich bin es schon gewohnt, dass ich meine Diagnosen selbst stellen und selber recherchieren muss, wie man am besten vorgeht.

Deswegen finde ich den Farbatlas Schaf- und Ziegenkrankheiten so klasse. Der Farbatlas ist nach Krankheitssymptomen gegliedert, sodass man anhand dieser auf die Krankheit schließen kann. Durch die Einteilung nach Symptomen kann man auch als Laie ziemlich gut herausfinden, was einer Ziege fehlt, und das macht das Buch so toll. Bei anderen Bücher über Ziegenkrankheiten braucht man gefühlt ein Tiermedizinstudium, um sich zurechtzufinden, aber in diesem Buch findet man sich sehr intuitiv zurecht.

Der Farbatlas hat schon mehreren meiner Ziegen das Leben gerettet. In meinen Augen ist dieses Buch ein absolutes Must-Have für jeden, der Ziegen hält.

Ziegen und Schafe natürlich heilen

Ziegen natürlich heilen Buch Ziegenhaltung

Ich behandele meine Ziegen wann immer es geht mit natürlichen und ganzheitlichen Heilmitteln. Deswegen nützen mir die (konventionellen) Behandlungsvorschläge, die der Farbatlas gibt, oft nicht viel. Zur Diagnose ist der Farbatlas super, aber um zu wissen, wie es danach weitergeht, benutze ich ein anderes Buch, und zwar Schafe und Ziegen natürlich heilen.

Wenn du Ziegenkrankheiten auf natürliche und ganzheitliche Weise heilen möchtest, kommst du um dieses Buch nicht herum. Es ist ein Schatz an Erfahrungen und Tipps, die einem in Notsituationen weiterhelfen. Natürlich ersetzt dieses Buch keinen Tierarzt und wenn es hart auf hart kommt, bekommen meine Ziegen auch chemische Medikamente. Aber wenn es sich vermeiden lässt, kann man auch mit natürlichen Mitteln viel ausrichten.

Leider wissen sich die meisten Tierärzte nicht anders als mit der Chemiekeule zu helfen. Wenn du wie ich nach Alternativen dazu suchst, musst du dich vermutlich also wieder selbst schlau machen, und da ist es gut, ein Buch wie Ziegen und Schafe natürlich heilen zur Hand zu haben.

Nebenbei was Gutes tun!

Wie du vielleicht weißt, verlinke ich meine Buch-Empfehlungen (wann immer es geht) zu Buch7, einer tollen Alternative zu Online-Giganten wie Amazon. Buch7 spendet 75 % des Gewinns an soziale, kulturelle und ökologische Projekte, ziemlich toll, oder? Neben der Spende kannst du so auch meinen Blog unterstützen und ermöglichst es mir, noch viele weitere Ziegen-Artikel zu schreiben.

Zwei der Bücher habe ich leider nur bei Amazon gefunden, aber soweit ich weiß, kann man die auch in jeder lokalen Buchhandlung bestellen.

Ziegen glücklich machen

Nein, das ist kein weiterer Buchtipp, sondern eine Einladung, dich in meinen kostenlosen Mini-Kurs „Ziegen glücklich machen“ einzutragen. Über fünf Tage bekommst du täglich Tipps, wie du deinen Ziegen etwas Gutes tun kannst.

Wenn du Lust hast, trag dich hier kostenlos ein:

Hast du noch mehr Tipps zu Ziegenbüchern, die du absolut klasse findest? Oder kennst du eines der Bücher, die ich vorgestellt habe? Dann verrat mir doch, was du davon hältst! Und falls du eine Frage zu einem der Bücher hast, schreib sie gerne in die Kommentare.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich einen kleinen Betrag für jedes Buch bekomme, das über diese Links verkauft wird. Natürlich zahlst du deswegen keinen Cent extra, es ist aber eine Möglichkeit, wie du diesen Blog unterstützen kannst. Danke dafür!

43 Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen, die auch im Schatten wachsen

In einem schattigen Gemüsegarten ist man, was die Wahl der Pflanzen angeht, erstmal eingeschränkt. Die beliebtesten Gemüsepflanzen – Tomaten, Gurken, Zucchini – sind allesamt auf die volle Sonnendröhnung angewiesen.

Es gibt aber einige Kandidaten, denen Schatten nichts ausmacht, im Gegenteil! Viele Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen wachsen in einem schattigen Beet sogar besser als in der prallen Sonne. Wenn du einen schattigen Garten hast, kannst du – mit der richtigen Pflanzenwahl – also trotzdem eine Menge Kräuter, Obst und Gemüse anbauen.

Und damit du weiß, welche, kommt hier eine Liste mit 43 Pflanzen, die auch im Schatten wachsen:

Gemüse anbauen kann man auch im Schatten: Diese 43 Pflanzen werfen auch im Schatten eine dicke Ernte ab. Und Tipps zu allem, was man im Schattengarten beachten muss, gibt's auch noch. :) #Gemüsegarten #Wurzelwerk

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Kräuter für Schattenbeete

Die klassischen mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Co. wachsen im Schatten zwar nicht gut – dafür gibt es aber eine ganze Reihe anderer Kräuter, mit denen du dir ein hübsches Kräuterbeet zusammenstellen kannst:

  • Schnittlauch (Halbschatten)
  • Oregano (Halbschatten)
  • Pimpinelle (Halbschatten)
  • Dill (Halbschatten)
  • Minze (Halbschatten)
  • Petersilie (Halbschatten)
  • Sauerampfer (Halbschatten)
  • Bärlauch (Halbschatten)
  • Kerbel (Halbschatten)
  • Weinraute (Schatten)
  • Waldmeister (Schatten)
  • Zitronenmelisse (Schatten)
  • Brunnenkresse (Schatten)

Obst, das auch im Schatten wächst

Als erstes wären da die verschiedenen Waldbeeren. Weil ihr natürlicher Standort schattig ist, gedeihen sie auch an einem schattigen Flecken im Garten wunderbar:

  • Walderdbeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Johannisbeeren
  • Heidelbeeren
  • Stachelbeeren

Auch Rhabarber (der ja eigentlich ein Gemüse ist) kommt ohne viel Sonne aus.

Wenn du Obstbäume pflanzen möchtest, sind Schattenmorellen die beste Wahl – das erkennt man ja schon am Namen. Und im Sommer gibt’s dann Schwarzwälder Kirschtorte mit Sauerkirschen aus dem eigenen Garten. :)

Übrigens: Wenn du mehr selbst anbauen möchtest, hol dir doch meinen kostenlosen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten. Dort erfährst du zum Beispiel, wie du einen Selbstversorgergarten anlegst, wie groß er sein sollte und wie du dich auch mit Eiern, Milch oder Fleisch selbstversorgst.

Mittlerweile haben sich den Anfänger-Guide schon mehr als 3500 Leute heruntergeladen und ich habe tolles Feedback bekommen. Ich bin mir sicher, dass der Guide dir auf deinem Weg auch weiterhelfen kann.

Trag dich hier ein, dann bekommst du Selbstversorgung starten kostenlos per Mail zugeschickt:

Gemüse, das im Schatten wächst

Fruchtgemüse wie Tomaten oder Paprika wird man ihm Schatten zwar weniger anbauen, es gibt aber einige Gemüsearten, die im Halbschatten sogar besser wachsen als in der prallen Sonne. Salat zum Beispiel ist im Sommer für ein wenig Schatten sehr dankbar und neigt dann auch weniger zum Schießen. Kohlköpfe werden im Schatten größer und Blumenkohl schmeckt besser, wenn er im Schatten wächst.

Die Liste für Gemüse, das auch im Halbschatten wächst, ist ziemlich lang:

  • Weißkohl
  • Mangold
  • Rote Bete
  • Kohlrabi
  • Radieschen
  • Salat
  • Feldsalat
  • Spinat
  • Buschbohnen
  • Rübstiel
  • Grünkohl
  • Asia-Salate
  • Broccoli
  • Blumenkohl
  • Ruccola
  • Erbsen
  • Lauch
  • Zwiebeln
  • Möhren
  • Pastinaken
  • Rettich
  • Rosenkohl
  • Knoblauch

Gemüse, das auch im Schatten gedeiht

Falls du in deinem Garten nur wenig Sonne hast, kann das also auch von Vorteil sein. Nur im Vollschatten würde ich kein Gemüse anbauen, höchstens Pilze oder vielleicht ein bisschen Feldsalat.

Gemüse, das im Schatten wächst, sollte man etwas weiter säen oder pflanzen, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig beschatten. Außerdem wachsen Pflanzen, die wenig Licht und Wärme bekommen, langsamer – sie benötigen also auch weniger Wasser und Dünger. Wenn du das beachtest, sollte deinem Schattengarten nichts mehr im Weg stehen. :-)

Falls du eine Anleitung brauchst, wie du Beete schnell und einfach anlegen kannst, schau mal hier vorbei. Ansonsten wünsche ich dir ganz viel Spaß mit deinem diesjährigen Garten!

Hast du schonmal Gemüse im Schatten angebaut? Vielleicht hast du ja noch mehr Tipps für Pflanzen, die Schatten gut vertragen. Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!

Hühner halten für Anfänger: Hühner im Garten

Hühner halten für Anfänger – Passen Hühner zu deinem Alltag?

Bevor wir unsere ersten Hühner gekauft haben, haben wir lange überlegt, ob sie die richtigen Tiere für uns sind. Besonders mein Freund war skeptisch. Jeden Morgen die Stalltür öffnen! Und abends müssten wir pünktlich bei Sonnenuntergang wieder zuhause sein, um sie zu schließen. Wir waren uns nicht sicher, ob die Einschränkungen und Verpflichtungen, die die Hühnerhaltung mit sich bringt, es wert wären.

Wenn du diesen Artikel liest, geht es dir vermutlich genauso. Vielleicht spielst du mit dem Gedanken, Hühner zu halten, bist dir aber unsicher, ob sie zu dir und deinem Alltag passen.

Wir haben uns nach langem Hin und Her dazu entschieden, es einfach zu probieren. Und siehe da: Mein anfangs so skeptischer Freund ist noch viel begeisterter von ihnen als ich. Für uns war es definitiv die richtige Entscheidung. Aber das muss nicht für jeden so sein. Hühner zu halten ist zwar super einfach, aber es verändert definitiv den eigenen Lebensrhythmus.

Und damit du einschätzen kannst, was auf dich zukommt, ist hier ein Erfahrungsbericht mit allem, was man tagtäglich erledigen und beachten muss, wenn man Hühner hält:

Hühner halten für Anfänger: Passen Hühner zu dir und deinem Alltag? Wie viel Arbeit macht es, Hühner im Garten zu halten? Wie kriegt man Hühnerhaltung und Vollzeitjob unter einen Hut? Antworten gibt's in diesem Artikel. #Hühner #Wurzelwerk

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Hühner sind lecker

Das finden leider auch eine Menge anderer Tiere: Hunde, Füchse, Marder, Waschbären, Habichte… So ziemlich jedes Tier da draußen hat es auf deine Hühner abgesehen und wird vor allem nachts versuchen, an sie heranzukommen. Womit wir wieder bei der Sache mit der Hühnerklappe wären. Um die Hühner vor Raubtieren zu beschützen, muss man sie nämlich nachts in einen sicheren Stall sperren.

Und wehe, wenn man das vergisst.

Dann ist es gut möglich, dass man am nächsten Morgen ein regelrechtes Blutbad vorfindet. Wenn beispielsweise ein Marder in den Hühnerstall eindringt, hört er erst auf zu töten, wenn er auch das letzte Huhn erwischt hat.

Die Hühnerklappe muss also wirklich jeden Abend pünktlich bei Anbruch der Dunkelheit geschlossen werden. Nur ganz wenige Rassen, zum Beispiel Buschhühner, kommen ohne Stall aus. Sie können gut fliegen und verbringen die Nacht hoch oben in den Kronen der Bäume, wo sie vor den meisten Räubern geschützt sind. Alle „normalen“ Hühner sind aber absolut abhängig davon, dass wir sie vor Raubtieren beschützen, und das bedeutet: morgens und abends Klappe öffnen bzw. schließen.

Das war für uns, wie gesagt, der größte Minuspunkt. Seit wir Hühner haben, sehe ich das aber anders:

Morgen- und Abendroutine

Der Morgen ist die schönste Zeit des Tages. Es hat etwas Friedliches, nach dem Aufstehen für ein paar Minuten in den Garten zu gehen. Es ist ein sehr schöner Start in den Tag, wenn man hört, wie die Hühner voller Vorfreude gackern, sobald sie einen kommen hören. Und zu beobachten, wie sie aufgeregt über die Wiese stürmen und sich auf den Komposthaufen stürzen. Oder abends leise mit ihnen zu reden, wenn sie schon alle auf ihren Stangen sitzen. Sie antworten dann mit einem zarten, fast liebevollen Gurren.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich der größte Minuspunkt zum größten Pluspunkt entwickeln würde, aber wir haben uns schnell an die täglichen Arbeiten gewöhnt. Und es macht viel mehr Spaß als erwartet. Wir haben schnell gemerkt, dass unsere Sorgen unnötig waren. Wir haben nämlich einen kleinen Sohn, der pünktlich um 18 Uhr hundemüde ins Bett fällt. Was bedeutet, dass ohnehin mindestens einer von uns bei Anbruch der Dunkelheit zuhause ist, selbst im Winter.

Von daher war es für uns letztendlich gar keine große Einschränkung, als die Hühner eingezogen sind.

Was, wenn ich erst spät abends heimkomme?

Aber vielleicht ist das bei dir anders. Wenn du erst spät am Abend nachhause kommst und trotzdem unbedingt Hühner halten willst, gibt es aber ein paar Möglichkeiten. Bestimmt hast du schonmal von automatischen Hühnerklappen gehört. So eine Hühnerklappe öffnet und schließt den Stall entweder zu einer bestimmten Uhrzeit oder sie orientiert sich an der auf- und untergehenden Sonne.

Was eine automatische Hühnerklappe allerdings nicht kann, ist, nachzuzählen, ob auch wirklich alle Hühner im Stall sind. Manchmal kann es vorkommen, dass einzelne Hühner noch draußen unterwegs sind, wenn die Türe zugeht, und dann ausgesperrt werden.

Deswegen würde ich mich auf eine automatische Hühnerklappe nur in Kombination mit einem Elektrozaun verlassen. Diese elektrischen Geflügelnetze halten Raubtiere ziemlich effektiv davon ab, in die Hühnerweide einzudringen. Ich habe schon ein paar Mal vergessen, die Stalltür zu schließen (Asche auf mein Haupt!), aber bisher ist nie etwas passiert, obwohl hier einige Füchse, Marder und Waschbären unterwegs sind. Das schreibe ich definitiv dem Elektrozaun zu.

Wenn es also ein Huhn nicht in den Stall geschafft haben sollte, ist es immer noch relativ sicher, solange du einen Elektrozaun benutzt, auf dem ordentlich Saft ist. Trotzdem solltest du jeden Abend nach den Hühnern schauen, in den Stall leuchten und sicherheitshalber nachzählen, ob die Truppe vollständig ist. Wenn ein Fuchs wirklich will, kommt er nämlich locker über einen Elektrozaun.

Ein Geflügelnetz ist zwar eine gute Sicherheitsmaßnahme, aber längst kein Freifahrtschein, die Hühner zu vernachlässigen.

Hühner halten für Anfänger: Elektrozaun Geflügelnetz

Nachmittags die Eier einsammeln?

Am besten wäre es sogar, wenn du deinen Hühnern zusätzlich zur Morgen- und Abendroutine auch mittags oder nachmittags einen Besuch abstattest. Hühner legen ihre Eier meistens morgens bzw. am Vormittag. Das bedeutet, dass man beim Öffnen der Klappe oft noch keine Eier im Nest findet. Es ist aber gut, die Eier rasch nachdem sie gelegt wurden, einzusammeln. Dann können die Hühner sie nicht kaputt machen oder auf die Idee kommen, sie zu fressen. Wenn die Hühner einmal auf den Geschmack kommen, ist es nämlich sehr schwer, ihnen das Eierfressen wieder abzugewöhnen.

Normalerweise lassen die Hühner ihre Eier aber in Ruhe und es ist nicht tragisch, wenn man sie erst abends aus dem Nest holt. Ich versuche trotzdem, nachmittags noch einmal nach den Hühnern zu schauen, vor allem, um sie zu füttern.

Unsere Hühner suchen sich nämlich eine gute Portion ihres Futters selbst. Damit sie einen größeren Anreiz dazu haben, bekommen sie morgens nur eine kleine Portion Futter, den Rest gibt’s erst am Nachmittag. Nur an Tagen, an denen ich nachmittags unterwegs bin, bekommen sie morgens die ganze Portion.

Futter und Wasser

Das Füttern an sich ist unkompliziert. Unsere Hühner ernähren sich zu einem großen Teil von unserem Biomüll und dem, was sie auf dem Kompost und im Garten finden. Wusstest du, dass Gras bis zu 20 % der Hühnerernährung ausmachen kann?

Wir sammeln den Tag über Küchenabfälle und Essensreste in einer Schüssel in der Küche. So gut wie alles, was nicht zu salzig, fettig oder süß ist, können die Hühner fressen. Wenn ich abends die Klappe zumache, stelle ich ihnen diese Schüssel in den Stall. Dann haben sie morgens, wenn sie noch eingesperrt sind, schon etwas zu fressen. Das normale Körnerfutter bekommen sie wie gesagt erst nachmittags.

Wasser kann man in eine automatische Tränke füllen. Wenn man die etwas erhöht auf einen Stein stellt, bleibt das Wasser tagelang sauber. Generell gilt aber, dass man es wechseln sollte, sobald man es selbst nicht mehr trinken würde.

Hühner halten für Anfänger im Garten: Huhn und Tränke aus Metall

Wöchentliche Aufgaben

Hygiene ist super wichtig, wenn man Hühner hält. In einem schmutzigen Stall werden die Eier dreckig und die Hühner krank. Für uns reicht es, einmal in der Woche auszumisten, und das dauert keine fünf Minuten. Wir haben aber auch nur einen kleinen Stall mit sechs Hennen.

Außerdem muss man den Stall und die Hühner regelmäßig auf Milben untersuchen. Ungefähr einmal die Woche schaue ich auch, ob Nager oder Raubtiere sich am Stall oder am Zaun zu schaffen gemacht haben. Und dann versetze ich noch jede Woche den Elektrozaun, damit die Hühner frisches Gras bekommen.

Alle wöchentlichen Arbeiten dauern zusammen ungefähr eine halbe Stunde.

Fazit

Insgesamt brauchen die Hühner nicht mehr als eine halbe Stunde Zuwendung am Tag – in der Regel sogar deutlich weniger. Ich verbringe trotzdem viel mehr Zeit bei ihnen, einfach, weil sie so unglaublich komisch und süß sind. Wenn du dich dazu entscheidest, Hühner zu halten, wirst du sicher auch eine Menge Spaß mit ihnen haben.

Und die Eier! Von klein und weiß über mittelgroß und cremefarben oder schokobraun und riesengroß ist alles dabei. Und die schmecken ungelogen viel besser als gekaufte!

Selbst wenn du erst spät nachhause kommst: Hühnerhaltung und Vollzeitjob sind zwar keine ideale Kombination, aber vereinbaren lässt sich das auf jeden Fall.

Wenn du viel verreist, brauchst du nette Nachbarn, die sich in der Zeit um die Hühner kümmern. Es ist aber nicht schwer, Hühnersitter zu finden, schließlich bezahlen die Hühner sie während deines Urlaubs mit frischen Eiern.

An deiner Stelle würde ich es (gut vorbereitet) einfach ausprobieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du es später bereust. :)

Wie sehen deine Hühnerpläne denn aus? Hast du schon irgendwelche Rassen ins Auge gefasst? Wie viele Hühner sollen es werden? Lass mir gerne einen Kommentar da und erzähl mal, was du so vorhast!

Buch für Selbstversorger: Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten

Möglichkeiten zur Selbstversorgung – das komplette Basiswissen

Als wir unseren ersten Garten angelegt haben, hatten wir keine Ahnung von dem, was wir taten. Wir haben herumprobiert – viele Fehler gemacht (nicht, dass wir jetzt keine mehr machen würden, aber es werden mit der Zeit weniger ;) ) – und manchmal kam es mir so vor, als würde nichts so funktionieren, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Und ich bekomme jeden Tag Emails von Menschen, denen es genauso geht. Da steckt man all die Arbeit (und Liebe!) in einen Garten und am Ende wächst nichts.

Wahnsinnig frustrierend, oder? Ich weiß genau, wie das ist…

Aber das muss gar nicht sein. Seitdem wir strukturierter und mit mehr Plan an die Sache herangehen, funktioniert es nämlich erstaunlich gut. Der Garten macht kaum noch Arbeit und platzt im Sommer regelmäßig aus allen Nähten. Das Wissen dafür haben wir uns nach und nach aus verschiedenen Büchern und Blogs zusammengeklaubt und mir ist mittlerweile klar, dass Knowhow der Schlüssel zum Erfolg ist.

Ich fand es aber gar nicht so einfach, gute und anfängerfreundliche Informationen zum Thema Gemüsegarten und Selbstversorgung zu finden. Klar, im Internet findet man so ziemlich alles. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es schwierig ist, wenn man Informationen befolgt, die man aus so vielen unterschiedlichen Quellen zusammengesammelt hat. Erstens widersprechen sie sich häufig und zweitens ist mindestens die Hälfte davon ist absoluter Müll.

Gestern habe ich mir zum Beispiel ein PDF zum Thema Bodenverbesserung von einem sehr erfolgreichen englischsprachigen Blog heruntergeladen. Und was steht drin? Dass man keinen Kompost ausbringen soll, weil der Boden sonst austrocknen würde. Bitte was?!

Ich fand es jedenfalls sehr schwer, gute Informationen zu finden, und hätte mir einen Leitfaden gewünscht, dem ich vertrauen und folgen kann.

Warum ich überhaupt davon anfange?

Weil ich genau diesen Leitfaden gefunden habe. Ich habe das Buch gefunden, das ich mir in unseren Selbstversorger-Anfängen immer gewünscht habe, und das will ich unbedingt mit euch teilen. Dieses Buch hätte mir gerade in der Anfangszeit so weitergeholfen!

Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten

Die Rede ist von Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten von Andrea Heistinger und der Arche Noah. Michael vom Experiment Selbstversorgung hat mir vor ein paar Monaten davon vorgeschwärmt, und wenn er auf seinem Blog ein Buch empfiehlt, ist es allermeistens verdammt gut. Ich hatte vorher schon einige Bücher von Andrea Heistinger gelesen und war jedes Mal begeistert. Mir war sofort klar, dass ich das Buch einfach haben musste. ;)

Als es dann angekommen ist, hatte ich eigentlich überhaupt keine Zeit, es zu lesen. In der Uni standen Klausuren an und dann waren da noch ein paar andere Projekte, die unbedingt erledigt werden wollten.

Eigentlich…

Aber ich konnte nicht anders. In einem mehrstündigen Marathon habe ich die Hälfte des Buches in mich aufgesogen – und das will was heißen, das Buch umfasst nämlich an die 500 Seiten.

Michael hat nicht übertrieben, es ist wirklich sehr gut. Mit Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten hat Andrea Heistinger ein Buch geschrieben, das ich wahrscheinlich noch in zwanzig Jahren aus dem Regal ziehen werde, um Sachen nachzuschlagen oder einfach ein bisschen zu schmökern.

Selbstversorger = Einsiedler!?

Das Buch beginnt mit einem theoretischen Teil, der sich mit der alten bäuerlichen Landwirtschaft genauso befasst wie mit der modernen Selbstversorgung. Super spannend! Vor allem, weil Andrea Heistinger mit dem Klischee aufräumt, Selbstversorgung würde bedeuten, dass man sich als Einsiedler irgendwohin zurückzieht, wo man vom Rest der Gesellschaft abgeschottet versauert.

Ein guter Teil des Buches dreht sich nämlich um gemeinschaftliche Möglichkeiten der Selbstversorgung, sei es in einer CSA (solidarischen Landwirtschaft), auf einem Selbsterntefeld oder einem Gemeinschaftsgarten. Selbstversorgung geht nur mit einem eigenen großen Garten? Von wegen! Im Kapitel „Gemeinsam anbauen“ findet man viele Ideen, wie man auch ohne Garten und mitten in der Stadt mehr Ernährungssouveränität erlangen kann.

Gemüsegarten-Grundlagen

In dem Buch steht einfach alles, was man wissen muss, wenn man Obst und Gemüse anbauen will. Vom Anlegen eines Gartens über die Pflege bis zur Ernte, Verarbeitung und Lagerung ist alles ausführlich und gut verständlich erklärt. In den Pflanzenportraits zu den einzelnen Gemüsearten habe ich einige Tipps gefunden, die ich noch gar nicht kannte und dieses Jahr unbedingt ausprobieren will.

Besonders gut finde ich die Tabellen, mit denen man den eigenen Flächenbedarf berechnen kann oder aus denen man ablesen kann, von welchen Gemüsearten man wie viel anbauen sollte. Sehr praktisch, wenn man gerade über seinem Anbauplan grübelt. ;)

Abgerundet wird das Buch von einem Kapitel über Hühner- und Bienenhaltung und einem Kalender mit Aussaat- und Ernteterminen und den Arbeiten, die im jeweiligen Monat anfallen.

Das fand ich blöd!

Mich hat ein wenig stutzig gemacht, dass die Autorin selbst (zumindest zurzeit) gar keine Selbstversorgung betreibt. Ich weiß zwar, dass Andrea Heistinger sich mit Gemüse super gut auskennt. Und offensichtlich ist sie trotzdem in der Lage, eins der besten Selbstversorgerbücher zu schreiben, die mir bisher unter die Finger gekommen sind. Aber das war ein Punkt, der mir etwas unauthentisch vorgekommen ist.

Außerdem sollte man wissen, dass es in allererster Linie ein Gartenbuch ist. Ich weiß, das macht der Titel ziemlich deutlich, aber ich will es trotzdem nochmal erwähnen. Hühner- und Bienenhaltung werden zwar angerissen, aber die Kapitel sind sehr kurz und geben höchstens einen groben Überblick. Andere Aspekte der Selbstversorgung wie die Erzeugung von Milch oder Fleisch werden in dem Buch nicht behandelt.

Aber als Gartenbuch ist es einfach super. Ein Nachschlagewerk mit geballten Infos zum Thema Selbstversorgung. Eine Selbstversorger-Bibel, in der alles drinsteht, was man wissen muss, wenn man sich mit Obst und Gemüse selbstversorgen will, praxisorientiert und fundiert. Wenn ich mir nur ein Buch zum Thema Gemüsegarten anlegen würde, wäre es definitiv dieses.

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Falls du noch Fragen zu dem Buch hast, schreib mir gerne einen Kommentar! Oder kennst du das Buch schon? Dann würde ich mich freuen, zu hören, wie du es findest. Und falls du noch mehr Tipps für richtig gute Gartenbücher hast, immer her damit! Ich bin unersättlich. ;)

Fruchtfolge Gemüsegarten Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer

Fruchtfolge planen im Gemüsegarten – Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer

Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge ist die Voraussetzung für einen gesunden Boden und einen ertragreichen Gemüsegarten. Wenn in einem Beet Jahr für Jahr die gleichen Gemüsepflanzen stehen, wird der Boden sehr einseitig beansprucht und ausgelaugt.

Auch Krankheiten und Schädlinge können dann zum Problem werden. Die sind nämlich meistens auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Wenn immer wieder genau diese Pflanze im Beet steht, tischt man ihnen geradezu ein Buffet auf, an dem sie sich ungehindert bedienen können.

Fruchtfolge planen im Gemüsegarten: Hier kommt eine Liste zu Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern und eine Anleitung, wie du die Fruchtfolge für deinen Garten planen kannst. #Garten #Wurzelwerk.Net

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Fruchtfolge planen

Deswegen ist es so wichtig, dass man das Ganze auflockert – und da kommt die Fruchtfolge ins Spiel. Man baut also nicht jedes Jahr die gleichen Pflanzen auf derselben Stelle an, sondern wechselt unterschiedliche Gemüsearten miteinander ab.

Am einfachsten geht das, wenn man die Gemüsepflanzen ihrem Nährstoffbedarf entsprechend in verschiedene Gruppen einteilt: Starkzehrer (mit hohem Nährstoffbedarf), Mittelzehrer (mit mittlerem Nährstoffbedarf) und Schwachzehrer (die weniger Nährstoffe brauchen).

Man teilt den Garten also in verschiedene Bereiche ein: einen für die Stark-, einen für die Mittel- und einen für die Schwachzehrer. Das Beet für die Starkzehrer bekommt eine gute Portion Kompost und Dünger. Im darauffolgenden Jahr baut man dort dann Mittelzehrer an. Im Boden sind dann immer noch Nährstoffe enthalten, die die Mittelzehrer nutzen können. Und im dritten Jahr dürfen sich die Schwachzehrer um die Reste prügeln. ;)

Im vierten Jahr kann man dann wieder Kompost ausbringen und Starkzehrer anbauen und das Ganze fängt von vorne an. Oder man sät stattdessen eine Gründüngung aus, darauf kommen wir gleich nochmal zu sprechen.

So rotieren die verschiedenen Pflanzengruppen Jahr für Jahr durch, der Boden wird nicht zu einseitig beansprucht und Krankheiten und Schädlinge können sich nicht so leicht ausbreiten. Damit du deine Fruchtfolge planen kannst, kommt hier eine Liste mit der Einteilung nach Stark-, Mittel- und Schwachzehrern:

Starkzehrer

  • Artischocken
  • Auberginen
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Kürbis
  • Lauch
  • Mais
  • Melonen
  • Sellerie
  • Tomaten
  • Zucchini

Mittelzehrer

  • Erdbeeren
  • Endivie
  • Fenchel
  • Karotten
  • Knoblauch
  • Kohlrabi
  • Paprika
  • Pastinake
  • Radieschen
  • Rote Bete
  • Salat
  • Spinat
  • Stangenbohne
  • Wurzelpetersilie
  • Zwiebeln

Schwachzehrer

  • Buschbohnen
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Kräuter
  • Radieschen
  • Sonnenblumen

Gründüngung

Wenn du auf einem Beet erst Stark-, dann Mittel- und dann Schwachzehrer angebaut hast, könntest du als nächstes eine Gründüngung aussäen. Mit Gründüngungspflanzen kann man den Boden verbessern. Erbsen, Wicken und Lupinen können zum Beispiel Stickstoff aus der Luft aufnehmen und ihn im Boden fixieren. Andere Gründüngungspflanzen lockern den Boden auf oder wirken bestimmten Krankheiten oder Schädlingen entgegen.

Typische Gründüngungspflanzen sind:

  • Buchweizen
  • Erbsen
  • Lupine
  • Ölrettich
  • Phacelia
  • Gelbsenf
  • Wicke

Gründüngungspflanzen werden übrigens nicht geerntet, sondern abgeschnitten und als Mulch liegengelassen. Man kann sie auch oberflächlich einarbeiten. Hauptsache, die Pflanze wird nicht abtransportiert, sondern kommt dem Boden zugute.

Fruchtfolge im Gemüsegarten: So teilst du dein Gemüse nach Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern ein. Brauchst du eine Anleitung, wie du deine Fruchtfolge planen kannst? Einfach auf den Pin klicken. :) #Garten #Wurzelwerk.Net

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Anbauplan erstellen

Fruchtfolge, Mischkultur, Vor-, Haupt- und Nachkultur… Wenn man einen Anbauplan erstellen will, muss man so viel beachten! Kein Wunder, dass dabei viele Gärtnerköpfe anfangen zu rauchen. Ich erinnere mich noch gut, wie überfordert ich am Anfang war und dass ich überhaupt nicht wusste, wo ich bei der Gartenplanung anfangen sollte.

Aber keine Sorge! So schlimm, wie es aussieht, ist das gar nicht. Wenn du Hilfe beim Anbauplan-Erstellen brauchst, verlinke ich dir hier eine Anleitung, die du Schritt für Schritt durchgehen kannst – und am Ende ist der Anbauplan fertig.

Selbstversorgung starten

Du willst Obst und Gemüse anbauen und vielleicht ein paar Tiere zur Selbstversorgung halten? Dann lade dir gerne meinen kostenlosen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten herunter. Dort erfährst du, wie viel Obst, Gemüse, Eier etc. deine Familie überhaupt verbraucht und wie du Schritt für Schritt mehr davon selbst erzeugen kannst.

Trag dich hier ein, dann bekommst du Selbstversorgung starten kostenlos per Email zugeschickt:

Was sind deine Gartenpläne für 2018? Steht der Anbauplan? Und hast du noch mehr Tipps rund um die Fruchtfolge? Ab damit in die Kommentare!