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Bauerngarten anlegen

Bauerngarten anlegen, bepflanzen und gestalten in vier Schritten

Hach, so ein Bauerngarten ist doch einfach die schönste Form, Gemüse anzubauen, oder? Die meisten Gemüsegärten entstehen über die Jahre nach und nach und wirken eher zusammengestückelt als irgendeinem Gestaltungsprinzip folgend. Unser Garten ist da keine Ausnahme.

Ein Bauerngarten dagegen hat eine klare Struktur und wirkt wie von selbst ästhetisch, sogar dann, wenn es in den Beeten mal etwas chaotischer zugeht.

Wir ziehen demnächst um und da muss gefälligst ein neuer Garten her.
Und wenn man sich die ganze Arbeit mit dem Garten-Anlegen nun nochmal machen muss, kann man es auch gleich richtig hübsch werden. :)

Deswegen planen wir gerade unseren Bauerngarten.

Praktischerweise ist mein Vater Gartenbau-Meister und hat schon einige (traumhaft schöne!) Bauerngärten für seine Kunden angelegt. Da hab ich ihn natürlich mit Fragen gelöchert, um herauszufinden, wie man es anstellt, dass ein Bauerngarten so richtig schön wird. Und das will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Viel Spaß beim Lesen (und Bauerngarten-Anlegen natürlich)!

In vier Schritten zum Bauerngarten: Anlegen | Bepflanzen | Gestalten Ich zeige Dir, wie Du Deinen Garten in einen traditionellen Bauerngarten verwandelst und mit der richtigen Gartengestaltung den Beeten und Wegen Struktur gibst. So sieht auch ein (manchmal) chaotisches Gemüsebeet gar nicht mehr so schlimm aus :-) #wurzelwerk #gartengestaltung #gemüsebeet #bauerngarten

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Bauerngarten anlegen und bepflanzen

Wie ist ein Bauerngarten aufgebaut?

Bauerngärten sind rechteckig oder quadratisch und durch ein Wegekreuz geviertelt.
Auch wenn Bauerngärten auf den ersten Blick oft wild wirken, gibt diese Grundstruktur dem Garten Ordnung und ist der Grund, warum wir Bauerngärten so hübsch finden. :)

Wer es ganz romantisch will, kann in der Mitte des Wegekreuzes einen Brunnen, ein rundes Beet o.ä. anlegen. Was sich richtig gut macht: ein kräftiger Rhabarber in der Mitte, zusammen mit ein paar niedrigeren Blumen oder Kräutern.

Die vier Beete links und rechts des Weges sind in Bauerngärten klar eingefasst, meistens von einer kleinen Buchshecke. Buchspflanzen werden allerdings immer häufiger vom Buchsbaumzünsler befallen, deswegen ist es vermutlich klüger, stattdessen eine andere hübsche Beeteinfassung zu nehmen. Steine zum Beispiel, geflochtene Haselzäune oder Fichtenstämme.

In sehr großen Bauerngärten unterteilt man die einzelnen Viertel gerne in kleinere Beete, die auch jeweils mit Buchs, anderen Pflanzen oder einem kleinen Zaun eingefasst sind.

Wege anlegen im Bauerngarten

Damit die Wege nicht verunkrauten, werden wir sie mit Hackschnitzeln mulchen.

Das ist die natürlichste Methode, einen Weg anzulegen, ohne ihn zu versiegeln. Genauso gut könntest du Kies oder Steinplatten verwenden.

Am besten stichst du den Weg vorher ab und legst ihn mit einem Unkrautvlies aus. Bei einer dicken Mulchschicht geht es aber auch ohne Vlies.

Gartenzaun oder Mauer?

Bauerngarten selber anlegen

Bauerngärten sind oft von einem Zaun, einer Hecke oder einer kleinen Mauer eingefasst. Das hält nicht nur Wild- und Haustiere davon ab, im Garten zu randalieren, und bremst den Wind, sondern sieht auch sehr hübsch aus.

Mein Vater meint, dass er den Zaun oder die Mauer gerne als Leinwand sieht, die den Bauerngarten vom Rest des Grundstücks separiert und mit den Blumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen, die vor dem Zaun oder der Mauer wachsen, „bemalt“ wird.

Bauerngarten anlegen

Wenn du das Wegkreuz angelegt hast, sind die Beete dran.

Wir haben schon die verschiedensten Beet-Anlege-Techniken ausprobiert.

Mit Abstand am besten funktioniert eine Methode, die ganz ohne Umgraben auskommt. Das schont nicht nur den Boden und die ganzen kleinen Bodenlebewesen, sondern auch den Gärtnerrücken. ;)

Hier ist eine Anleitung: Gemüsegarten anlegen ohne Umgraben

Beete, die nach diesem Prinzip angelegt wurden, bleiben jahrelang nahezu unkrautfrei und man kann schon im ersten Jahr nach dem Anlegen sehr gute Erträge erzielen.

Bauerngarten-Pflanzplan erstellen

In einem klassischen Bauerngarten wächst ein wilder Mix aus Blumen (meistens Stauden), Gemüse, Heil- und Küchenkräutern und oft auch Beerensträuchern an der West- oder Nordseite des Gartens.

Zwei oder drei Reihen Himbeeren hintereinander gepflanzt ergeben eine blickdichte Hecke, die Winde bremst und obendrein eine leckere Ernte abwirft.

Typische Bauerngarten-Pflanzen sind zum Beispiel Pfingstrosen, Stockrosen oder Sonnenhut. Aber auch Akelei, Fingerhut und Kornblumen machen sich sehr gut.

Wenn du überlegst, welche Gemüsepflanzen du in deinem Bauerngarten anbauen könntest und über deinem Pflanzplan grübelst, schau mal hier vorbei:

Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

Gemüsegarten-Starthilfe

Wenn du lernen möchtest, wie du deine Familie mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten versorgst (und zwar ohne viel Aufwand), trag dich gerne für meinen kostenlosen Newsletter ein! Dann bekommst du regelmäßig Tipps zu allem, was im Gartenjahr so ansteht, und verschusselst garantiert keine wichtigen Gartenarbeiten mehr. :)

Und das Beste: Alle Newsletter-Abonnenten bekommen meinen Anfänger-Guide Selbstversorgung starten als Willkommensgeschenk obendrauf!

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Willst du auch einen Bauerngarten anlegen? Was sind deine Pläne für die Wege, den Zaun und die Bepflanzung? Hast du noch mehr Tipps und Ideen rund um das Thema Bauerngarten? Dann lass gerne einen Kommentar da!

Gemüsegarten für Anfänger

Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten

Hier kommt ein Crashkurs für alle Gemüsegarten-Anfänger da draußen. Ich finde es absolut fantastisch, dass du einen Gemüsegarten anlegen und dein Essen selbst anbauen möchtest.

Deswegen sind hier alle Infos, die du in deinem ersten Gartenjahr brauchst. Selbst wenn du keine Ahnung vom Gärtnern hast, wirst du eine gute Ernte einfahren, wenn du dich an die Punkte hältst, die ich in diesem Artikel aufliste.

Ich baue das komplette Obst und Gemüse, das meine Familie braucht, selbst an und habe schon hunderten Gärtnerinnen und Gärtnern geholfen, das gleiche zu tun. Das ist nämlich gar nicht so schwer und macht super viel Spaß. Und genau deswegen bist jetzt du dran! :)

Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten! Du möchtest einen Gemüsegarten anlegen? Dann kommt hier deine Starthilfe mit Tipps zum Gemüseanbau und Ideen, wie du deinen Gemüsegarten gestalten kannst. #Gemüsegarten #Garten #Wurzelwerk

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Gemüsegarten für Anfänger: 11 Schritte zur eigenen Ernte

1. Wo soll ich meinen Gemüsegarten anlegen?

Als erstes musst du dir natürlich überlegen, wo genau der Gemüsegarten denn überhaupt hinsoll. Nah am Haus sollte er natürlich sein, damit du vor dem Kochen nochmal schnell ein paar Kräuter oder einen Salat holen kannst. Außerdem freuen sich die meisten Gemüsepflanzen, wenn ihr Beet möglichst den ganzen Tag über in der Sonne liegt.

Bevor du deinen Standort endgültig festlegst, solltest du dir auch den Boden anschauen. Einen schlechten Boden kann man zwar aufbauen und verbessern, aber wenn beim Hausbau Schotter aufgeschüttet oder Flächen stark verdichtet wurden, solltest du dich besser nach einem anderen Flecken umschauen, auf dem du deinen Gemüsegarten anlegst.

Die Fläche sollte außerdem einigermaßen eben sein, ein leichter Südhang ist aber vollkommen in Ordnung.

2. Wie groß soll mein Gemüsegarten sein?

Wenn du wenig Zeit und Erfahrung im Gärtnern hast, sind zehn bis 20 m2 für das erste Jahr vollkommen ausreichend. Damit kannst du dich natürlich nicht komplett selbstversorgen, aber erste Erfahrungen sammeln, ohne dich gleich am Anfang zu überfordern.

Falls du dir mehr zutraust, nur zu! Ich denke, dass man als ambitionierter Gemüsegarten-Anfänger auch durchaus mit 30 – 50 m2 Beetfläche starten kann. :)

3. Gemüsegarten anlegen

Sobald du weißt, wie groß sein Gemüsegarten sein soll und wo er hinkommt, kannst du auch schon die Beete anlegen. Wir legen unsere Beete mit einer bestimmten Methode an, die ganz ohne Umgraben auskommt. Das schont den Boden und die Bodenlebewesen, auf die wir beim Gärtnern so angewiesen sind.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Beete jahrelang nahezu unkrautfrei bleiben und Wasser sehr gut speichern. Hier ist eine Anleitung, in der ich dir Schritt für Schritt zeige, wie wir unsere Beete anlegen.

Ich habe außerdem ein PDF für meine Newsletter-Abonnenten erstellt, in dem ich unsere Beet-anlege-Technik nochmal ganz detailliert zeige, zusammen mit vielen anderen Gartentipps. Wenn du möchtest, dass ich es dir zuschicke, kannst du dich für meinen Newsletter eintragen. Dann bekommst du außerdem (ungefähr wöchentlich) noch mehr Tipps rund um die Selbstversorgung aus dem Garten von mir.

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4. Was soll ich in meinem Gemüsegarten anbauen?

Das, was dir am besten schmeckt natürlich. :)

Bevor du dich aber als blutiger Gemüsegarten-Anfänger auf 30 verschiedene Gemüsepflanzen stürzt, hältst du dich besser an die Kandidaten, die möglichst pflegeleicht und anfängerfreundlich sind. Hier findest du eine Liste mit den Quasi-Selbstläufern unter den Gemüsepflanzen:

9 Gemüsepflanzen, die jeder hinkriegt

5. Einen Anbauplan erstellen

Du weißt jetzt, was in deinem Gemüsegarten wachsen soll. Dann ist der nächste Schritt, einen guten Anbauplan zu erstellen. Ich habe eine komplette Anleitung geschrieben, die du Schritt für Schritt durchgehen kannst – und am Ende hältst du deinen fertigen Gartenplan in den Händen. Das ist längst nicht so kompliziert, wie viele denken, versprochen.

Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst

6. Pflanzen aus Samen ziehen oder kaufen?

Dann stellt sich natürlich noch die Frage, ob du deine Gemüsepflanzen fertig kaufst oder selbst aus Samen ziehst. Beides hat Vor- und Nachteile:

Gekaufte Gemüsepflänzchen sind in der Regel von professionellen Gärtnern vorgezogen und kräftig und gesund. Sie sind aber auch um einiges teurer als Saatgut. Außerdem werden meistens nur wenige Sorten als Pflänzchen angeboten. Wenn du dein Gemüse aus Samen ziehst, hast du eine viel größere Auswahl an spannenden Sorten, die du in deinem Garten ausprobieren kannst.

Einige Gemüsearten wirst du immer aus Samen ziehen, weil es keinen Sinn ergeben würde, sie vorzuziehen. Möhren zum Beispiel (und auch die meisten anderen Wurzelgemüse) sät man immer direkt ins Beet. Bei Tomaten, Zucchini etc. kannst du dir aber überlegen, ob du deine Jungpflanzen selbst vorziehst oder das in den ersten Jahren lieber den Profis überlässt.

Gemüsegarten für Anfänger Tomaten

7. Gemüsegarten gestalten

Du findest, dass dein Gemüsegarten nicht nur produktiv, sondern auch hübsch sein soll? Dann verweise ich dich ohne viel Federlesen an diesen Artikel:

Gemüsegarten gestalten: 9 Ideen für einen hübschen Gemüsegarten

Gemüsegärten können super ästhetisch sein und wenn man ein paar Gestaltungsprinzipien kennt, kann man den eigenen Garten mit wenig Aufwand und Geld richtig „aufmotzen“. ;)

8. Gemüsegarten auf kleiner Fläche

Vor allem, wenn du einen kleinen Gemüsegarten hast, willst du natürlich das Beste aus deiner Fläche herausholen. Deswegen sind hier ein paar Tipps für einen produktiven Garten:

  • Kompost! Alle Pflanzen lieben Kompost. :)
  • Nutze vertikale Flächen, um deine Fläche zu vervielfältigen.
  • Lass deine Beete nie lange leer stehen.
  • Baue ertragreiche Gemüsearten und -sorten an.
  • Nutze deinen Gemüsegarten auch für Wintergemüse!

9. Arbeiten im Gemüsegarten

Nach der Aussaat oder dem Pflanzen, ist es wichtig, den Boden feucht zu halten, bis die Pflanzen gut angewachsen sind. Danach kannst du (je nach Gemüseart) auch ganz auf das Gießen verzichten. Allerdings nur, wenn du deinen Boden mulchst, also abdeckst. Dafür kannst du zum Beispiel Rasenschnitt nehmen, Stroh oder Laub.

Ich verwende am liebsten eine Mischung aus Rasenschnitt und Häckselgut und mulche meine Beete ziemlich dick. So konnten wir sogar in einem trockenen Jahr wie diesem ohne Gießen genug Gemüse ernten, um uns damit komplett selbst zu versorgen.

Ein weiterer Vorteil von Mulch ist, dass er Unkraut unterdrückt. Wenn du nicht mulchst, solltest du deine Beete regelmäßig jäten. Ein bisschen Unkraut ist nicht schlimm, aber sobald deine Gemüsepflanzen nicht mehr genug Raum haben, um groß und kräftig zu werden, solltest du eingreifen.

Außerdem solltest du dich bei jeder Gemüseart, die du anbaust, über den Düngerbedarf schlaumachen. Manche Gemüsearten kommen ganz ohne Düngen aus, bei anderen ist es sehr wichtig, sie zur richtigen Zeit mit genügend Nährstoffen zu versorgen, damit du dann auch ordentlich was ernten kannst.

Einige Dünger kannst du selbst herstellen, zum Beispiel Brennnesseljauche oder Mist, falls du Tiere hältst. Stattdessen kannst du auch fertige Dünger kaufen. Es gibt allerdings Fertigdünger, die sich „Bio“ nennen, aber die reine Chemiepampe sind. Deswegen solltest du auf der Packung immer nach einem echten Biosiegel suchen. Chemischen Dünger willst du nämlich nicht in deinem Garten haben, glaub mir…

10. Krankheiten und Schädlinge im Gemüsegarten

Vielen Krankheiten und Schädlingen kannst du vorbeugen, indem du dein Gemüse in Mischkultur anbaust. Das bedeutet, dass man verschiedene Gemüsearten nebeneinander pflanzt, die sich dann gegenseitig die Krankheiten und Schädlinge fernhalten. Hier ist eine Liste mit den wirksamsten Mischkultur-Pflanzgemeinschaften:

28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner

Falls du vorhast, Kohl anzubauen, solltest du dir außerdem ein paar feinmaschige Schutznetze anschaffen. Kohl hat verdammt viele Schädlinge und wenn du ihn nicht von vorneherein abdeckst, sind die Probleme so gut wie vorprogrammiert.

Ich habe mich anfangs dagegen gesträubt, Schutznetze zu kaufen, weil ich möglichst wenig Plastik verwenden wollte, aber sehr schnell gemerkt, dass es bei Kohl kaum eine andere Chance gibt. Und wenn man sich hochwertige Netze zulegt, kann man die auch fünf und mehr Jahre verwenden, bevor sie in den Müll wandern.

11. Ernten und Haltbarmachen

Tja, und wenn das alles geschafft ist, steht bestimmt schon bald die erste Ernte an. :)

Wir bauen immer genug Gemüse an, um einen Teil davon für den Winter haltbar zu machen. Es gibt zwar einige Gemüsearten, die man auch im Winter ernten kann. Aber, hey, selbstgemachtes Sauerkraut ist einfach unglaublich lecker und im Winter ein Glas selbstgemachte Tomatensauce aufzuwärmen manchmal auch sehr praktisch. Selbstversorger-Fast Food sozusagen. :)

Ich verwende vor allem zwei Techniken, um unser Obst und Gemüse haltbar zu machen und unseren gesamten Wintervorrat anzulegen: Einkochen und Fermentieren.

Was sind deine Pläne für dein erstes Gartenjahr? Hast du noch mehr Tipps für Gemüsegarten-Anfänger? Dann lass gerne einen Kommentar da!

Ziegenrassen Selbstversorger

Die 5 besten Ziegenrassen für Selbstversorger

Du möchtest Ziegen halten und überlegst, welche Ziegenrasse am besten zu dir passt? Je nachdem, ob du deine Ziegen melken möchtest, es dir vor allem um das Fleisch geht oder du einfach ein paar nette Haustiere suchst, eignen sich verschiedene Rassen unterschiedlich gut.

Ich halte seit über zwölf Jahren Ziegen und habe schon einige Rassen näher kennengelernt – und lieb gewonnen. Und genau deswegen möchte ich dir in diesem Artikel die (in meinen Augen) fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger vorstellen.

Die fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger: Du möchtest Ziegen halten, weißt aber nicht, welche Rasse? Dann kommt hier die Entscheidungshilfe mit Tipps zur Ziegenhaltung, Stall und Weide. #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung #Ziegen

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Die fünf besten Ziegenrassen für Selbstversorger

Pfauenziege – Zweinutzungs-Gebirgsschönheit

Ziegenrassen Pfauenziege

Pfauenziegen sind so ziemlich die schönsten Ziegen unter dem Himmel, zumindest finde ich das. Die Pfauenziege ist eine seltene und bedrohte Rasse. In Deutschland gibt es gerade mal 300 Stück. Wenn du dich dafür entscheidest, Pfauenziegen zu halten, kannst du also zum Erhalt dieser wunderbaren Rasse beitragen.

Die Pfauenziege ist eine Zweinutzungsrasse: Sie hat eine passable Milchleistung (470-500 kg/Jahr) und eignet sich gut zum Mästen, wobei der Schwerpunkt hier schon eher auf der Fleischleistung liegt.

Wenn dir eine sehr gute Milchleistung nicht sooo wichtig ist und du nach einer Rasse suchst, die auch bei einem bescheidenen Futterangebot noch gut Fleisch ansetzt, sind Pfauenziegen genau richtig.

Thüringer Waldziege – Hübsche Milchziege

Ziegenrassen Thüringer Walsziege

Thüringer Waldziegen sind etwas kleiner als Pfauenziegen und haben eine deutlich bessere Milchleistung (700-800 kg/Jahr). Diese Ziegenrasse ist ebenfalls vom Aussterben bedroht. Thüringer Waldziegen sind robust und an raues Klima angepasst.

Das Fleisch ist sehr lecker, die Lämmer werden aber nicht so schwer. Wenn du eine gute und widerstandsfähige Milchrasse suchst, sind die Thüringer genau das Richtige für dich.

Burenziege – Gemütliche Fleischrasse

Ziegenrassen Burenziege

Ich halte seit über zwölf Jahren Burenziegen, eine sehr ruhige große Fleischrasse. Was ich an der Rasse so toll finde, ist vor allem das freundliche, gemächliche Gemüt. Burenziegen sind tolle Kumpel. :)

Sie sind außerdem sehr fruchtbar. Meine Ziegen bekommen zuverlässig drei Lämmer im Jahr. Allerdings sind Burenziegen reine Fleischziegen. Die Milch reicht für die Lämmer gut aus, aber die Rasse ist absolut nicht auf eine große Milchleistung ausgelegt. Meine Burenziegen haben teilweise sieben und mehr Zitzen (statt zwei), sodass sich das Melken allein schon deswegen schwierig gestalten würde.

Ein großer Vorteil von Burenziegen: Sie stinken nicht nach Ziege, zumindest die Mädels nicht. Die Rasse ist allerdings nicht so robust und wetterfest. Wenn du nach einer besonders widerstandsfähigen Fleischrasse suchst, sind Pfauenziegen vermutlich die bessere Wahl.

Walliser Schwarzhalsziege – Milchziege für Vegetarier

Ziegenrassen Walliser Schwarzhalsziege

Walliser Schwarzhalsziegen haben ein sehr langes Fell, weshalb sie manchmal auch „Zottelgeiß“ genannt werden. Die vordere Hälfte ist schwarz, das Hinterteil weiß gefärbt. Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine Zweinutzungsrasse mit guter Milchleistung (ca. 600 kg/Jahr). Die Ziegen sind robust und widerstandsfähig und kommen auch mit einem kargen Futterangebot zurecht.

Milchziegen müssen regelmäßig Lämmer bekommen, damit sie weiter Milch geben. Und weil jedes zweite Lamm männlich ist, kommt man schnell an den Punkt, an dem man Böcke schlachten lassen muss, auch wenn man das vielleicht gar nicht möchte. Walliser Schwarzhalsziegen bekommen meistens nur ein Lamm, und selbst wenn dieses eine Lamm ein Bock ist, findet man dafür noch viel eher ein gutes Zuhause, als wenn eine Ziege gleich drei Lämmer auf einmal bekommt.

Wenn man die Walliser Schwarzhalsziegen dann noch zwei Jahre am Stück melkt, bevor sie das nächste Mal gedeckt werden, kann man auch ganz ohne Schlachten auskommen. Kleiner Tipp für alle, denen das auch immer so leid tut. :)

Wie wär’s mit Mischlingsziegen?

Ziegenrassen Mischlinge

Die robustesten Ziegen sind meiner Erfahrung nach Mischlinge. Auch wenn es toll ist, alte Rassen mit ihren Eigenschaften zu erhalten, solltest du ernsthaft darüber nachdenken, ob du stattdessen nicht besser einen Wald-und-Wiesen-Mix halten möchtest.

Man weiß dann zwar nicht, wie gut die Milch- oder Fleischleistung genau ist und kann Nachzuchten auch nicht so einfach verkaufen wie reinrassige Ziegen. Aber Mischlingsziegen sind oft viel unempfindlicher und weniger krankheitsanfällig als reinrassige Ziegen und die Anschaffungskosten sind auch nicht so hoch.

Zusammengefasst

Hier ist nochmal ein Überblick über die verschiedenen Ziegenrassen:

  • Pfauenziegen: mittlere Milchleistung, gute Fleischleistung
  • Thüringer Waldziegen: sehr gute Milchleistung, mittlere Fleischleistung
  • Burenziegen: keine Milch, sehr gute Fleischleistung
  • Walliser Schwarzhalsziege: gute Milchleistung, gute Fleischleistung, weniger Lämmer
  • oder robuste Mischlinge

Egal, für welche Ziegenrasse du dich entscheidest: Bevor deine ersten Ziegen bei dir einziehen, solltest du dich gut vorbereiten. Deswegen ist hier der Link zu einem Artikel, in dem ich dir zeige, wie ein guter Ziegenstall aussieht und welches Zubehör du brauchst:

Wie du dich auf deine ersten Ziegen vorbereitest

Ziegen glücklich machen

Ich habe einen kostenlosen 7 Tage-Email-Minikurs mit dem Titel Ziegen glücklich machen erstellt. Die Mails sind vollgepackt mit nützlichen Tipps, wie du deine Ziegen gesund und bei Laune halten kannst.

Hier kannst du dich kostenlos eintragen:

Naa, welche Rasse hast du dir herausgepickt? Welche Ziegenrasse findest du sonst noch gut? Lass mir gerne einen Kommentar da!

SelbstversorgungOhneGeldArtischocke

Q&A: Selbstversorgung trotz Vollzeitjob, jung Eltern sein, Geld verdienen mit Bloggen

Heute gibt es mal ein etwas anderes Format: Ich habe euch gebeten, mir Fragen zuzuschicken und will jetzt einige von ihnen beantworten. Egal, ob es darum geht, welche Tiere sich für Selbstversorger am besten eignen, wie man mit einem Blog Geld verdient oder warum zum Henker ich in so jungen Jahren schon ein Kind habe.

Jipp, es wird persönlich. Lasst uns loslegen!

Q&A: Selbstversorgung trotz Vollzeitjob, jung Eltern sein, Geld verdienen mit Bloggen: Heute beantworte ich eure Fragen. Viel Spaß! #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung

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René: „Zu wieviel Prozent versorgt ihr euch selbst?“

Wir bauen unser Obst und Gemüse zu fast 100 % selbst an. Es gibt jedes Jahr Gemüsearten, die besser oder schlechter wachsen, und wenn wir von irgendwas nicht genug ernten, kaufen wir das natürlich zu. Kartoffeln sind das einzige Gemüse, das wir regelmäßig zukaufen, was sich ab nächstem Jahr aber vermutlich ändern wird.

Wir haben unsere eigenen Eier und Ziegenmilch, aus der wir Käse und Joghurt machen. Im Winter machen die Hühner natürlicherweise eine Legepause. Man könnte sie mit einer Zusatzbelichtung dazu anregen, trotzdem zu legen. Aber wir gönnen ihnen die Pause, machen den Sommer über Eier haltbar und essen im Winter einfach weniger Eier als während der “Legesaison”.

Getreide und Ölfrüchte bauen wir nicht an und Schweinkram wie Schokolade kaufen wir auch ganz normal im Laden. Es fällt mir schwer, da genaue Prozentzahlen rauszuhauen, vor allem, weil es ja darauf ankommt, ob man sich dabei auf Kalorien/Gewicht usw. bezieht und wir das nie berechnet haben.

Andrea: „Welche Tiere soll ich zur Selbstversorgung halten, wenn ich gerade erst anfange?“

Hühner zu halten, ist sehr unkompliziert, und eine kleine Hühnerschar reicht aus, um deine Familie mit Eiern (und Fleisch) zu versorgen. Was viele nicht wissen, ist, dass es aber auch Entenrassen gibt, die fast genauso viele Eier legen wie Hühner. Enten sind bessere Schneckenjäger als Hühner, brauchen aber immer eine Bademöglichkeit.

Hühner halten für Anfänger: Hühner im Garten

Für Milch und Fleisch bieten sich natürlich Schafe oder Ziegen an. Ziegen sind allerdings Meister im Ausbrechen. Wenn du empfindliche Nachbarn oder einen tollen Rosengarten hast, bist du mit Schafen deswegen besser beraten.

Ziegen sind aber viel lustiger als Schafe, die haben richtig Charisma und Charakter. Ich habe viel mehr Spaß an meinen Ziegen als an den Schafen, sodass ich mittlerweile nur noch Ziegen halte.

Wenn du Fleisch isst, sind für dich vielleicht auch Kaninchen interessant. Das ist auf jeden Fall mein nächstes Projekt: Kaninchen im Freiland halten, um uns mit Fleisch zu versorgen. Kaninchen sind vor allem deswegen so toll, weil du sie komplett von Grünfutter ernähren kannst – das macht Kaninchenfleisch sehr umweltfreundlich.

Melanie: „Falls die Frage nicht indiskret ist: Wie alt bist du und wie kommt es, dass du schon ein Kind hast?“

Nein, die Frage ist überhaupt nicht indiskret. Um die ganze Geschichte zu erzählen, muss ich aber ein bisschen ausholen. Ich bin 24. Meinen Sohn habe ich mit 19 bekommen, sogar noch ein Jahr vor dem Abi.

Das war natürlich alles andere als geplant und als ich erfahren habe, dass ich schwanger war, war ich erstmal geschockt. Aber sowohl mir als auch meinem Freund war sofort klar, dass wir das Kind bekommen, und nachdem wir uns mit dem Gedanken erstmal angefreundet hatten, haben wir uns auch sehr gefreut.

Also haben wir uns eine Wohnung gesucht. Wir waren beide noch in der Schule und alles, was wir uns leisten konnten, war winzige Kellerwohnung. Aber das war unser Reich und wir auf einmal eine kleine Familie. :)

Ich weiß noch, dass ich große Angst hatte, in der Schule zu erzählen, dass ich schwanger war. Aber als ich dann damit rausgerückt bin, haben sowohl meine Mitschüler als auch die Lehrer so positiv reagiert.

Unter den Mädchen hat ziemlich bald ein Strickmarathon begonnen und ich habe Pullöverchen, Söckchen und Decken von Leuten geschenkt bekommen, die ich vorher noch nicht einmal gekannt hatte. In manchen Pausen musste ich regelrecht vor Mitschülern flüchten, die ganz scharf darauf waren, meinen Bauch anzumalen.

Und auch die Lehrer haben mich unterstützt, wo sie konnten. Ich durfte zum Beispiel mein Abi machen, ohne die Klasse zu wiederholen, obwohl ich lange Fehlzeiten haben würde.

Im Frühling sollte das Baby dann kommen – und zwar ausgerechnet während der schriftlichen Abi-Prüfungen meines Freundes, der im Jahrgang über mir war. Zum Glück hat der Kleine sich noch ein bisschen geduldet und ist erst ein paar Tage später auf die Welt gekommen.

Was für ein unglaublicher Moment es ist, wenn man auf einmal sein eigenes Kind im Arm hält! Natürlich mussten wir unsere eigenen Pläne erstmal zurückstellen und sehr schnell erwachsen werden. Aber mein Sohn ist das Beste, was mir je passiert ist, und ich kann nicht in Worte fassen, wir dankbar ich bin, ihn zu haben.

Nach einem halben Jahr bin ich dann wieder zur Schule gegangen. Mein Freund war mit seinem Abi fertig und hat mir bedingungslos den Rücken freigehalten. In der Mittagspause ist er mit dem Kleinen zum Stillen in die Schule gekommen – obwohl allein eine Fahrt 1 ½ Stunden gedauert hat, weil wir auf dem Land gewohnt haben und die Schule in der Stadt war.

Und ich habe trotz allem ein sehr gutes Abi gemacht, was ohne meinen Freund nie möglich gewesen wäre. Er ist der weltbeste Freund und Vater überhaupt!

Ulrike: „Garten, Käse machen, melken, Hühner, Brot backen, Kind, Studium, Blog, Kurse… Wie kriegst du das alles zeitlich überhaupt hin? Ich habe zwei Kinder und einen Vollzeitjob und würde mich über Tipps zu deinem Zeitmanagement sehr freuen.“

Ich weiß genau, was du meinst. Ich arbeite auch Vollzeit, studiere nebenbei und möchte so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringen. Für mich ist die Gartenarbeit und die Zeit bei den Tieren deswegen ein toller Ausgleich zu allem, was ich sonst mache.

Es tut so gut, an der frischen Luft zu sein, und es gibt kaum eine befriedigendere Arbeit als aus einer Handvoll Samen einen Garten zu ziehen. Und dann die Früchte dieser Arbeit zu ernten und in ein richtig gutes Abendessen zu verwandeln. Je mehr ich am Schreibtisch arbeite, desto mehr Zeit will ich auch draußen verbringen, weil es mir so viel Spaß macht.

Deine Kinder kannst du dabei wunderbar mit einbeziehen. Mein Sohn ist immer mit dabei, wenn wir im Garten werkeln. Er hilft mir beim Aussäen, verteilt Mulch mit seiner kleinen Schubkarre und mistet den Hühnerstall aus.

So kommt er an die frische Luft, ist in Bewegung und lernt von klein auf, wo Nahrungsmittel herkommen. Ich finde, dass du allein schon deswegen gärtnern oder Tiere halten solltest, weil du Kinder hast. :)

Und dann ist es natürlich gut, wenn du dir alles so einrichtest, dass du möglichst wenig Arbeit hast. In der Permakultur findest du dazu viele tolle Ideen. Vielleicht hilft dir auch dieser Artikel weiter:

Keine Zeit, kein Problem! 5 Tipps für einen pflegeleichten Gemüsegarten

Karin: „Wie groß ist die Fläche für eure Selbstversorgung?“

Wir haben ca. 3 Hektar Weidefläche für unsere Tiere, 400 m2 für Obstbäume und einen Gemüsegarten mit einer Beetfläche von 220 m2. Das reicht für 2 ½ Personen gut aus.

Allerdings ziehen wir in den nächsten Wochen vom Dorf in die Stadt, und dann wird sich das alles ändern. Der neue Gemüsegarten wird ungefähr die gleiche Fläche haben, aber wir wissen nicht, ob wir nochmal so große Weideflächen finden. Und haben gleichzeitig vor, unsere Ziegenherde signifikant zu vergrößern. Das wird spannend. ;)

Falls du nach einem kostenlosen Grundstück für deine Selbstversorgung suchst, schau mal hier vorbei.

Selbstversorgung-Ohne-Geld-Ziege

Fiona: „Ich will gerne einen Blog ‚aufbauen‘. Hast du Tipps, wie ich möglichst viele Menschen erreiche und hauptberuflich Bloggerin werden kann?“

Das Wichtigste beim Bloggen ist, dass du ernsthaft daran interessiert bist, anderen Menschen zu helfen. Viele Blogger behandeln ihre Webseite eher wie eine Art Tagebuch. Und auch wenn das sicher Spaß macht, erreicht man damit in der Regel nicht besonders viele Leute.

Fokussier dich stattdessen besser darauf, deinen Lesern weiterzuhelfen, ihre Probleme zu lösen und ihr Leben zu verbessern. Ich glaube, wenn du das im Hinterkopf hast, kann nicht viel schiefgehen.

Natürlich ist es gut, auch mal persönlich zu werden, zum Beispiel wie ich heute. Aber der Großteil deiner Artikel sollte darauf ausgelegt sein, deinen Lesern direkt weiterzuhelfen.

Dazu gehört auch, dir genau zu überlegen, ob und wie du mit deinem Blog Geld verdienen willst. Sobald du eine gewisse Reichweite hast, bekommst du fast täglich Angebote von Firmen, die wollen, dass du über ihre Produkte schreibst.

Ich finde es sehr wichtig, nur Angebote auszuwählen, bei denen du dir sicher bist, dass sie deinen Lesern weiterhelfen. Ich habe bisher so gut wie jede Kooperations-Anfrage abgelehnt, weil ich das immer im Hinterkopf habe und meine Blogleser für mich an erster Stelle stehen.

Das Gleiche gilt für Werbebanner. Mein Blog hat mittlerweile so viele Besucher, dass ich meinen Lebensunterhalt komplett über das Einblenden von Werbebannern bestreiten könnte. Aber ich finde Werbung derart nervig und unästhetisch, dass ich darauf lieber verzichte. Hier geht es darum, mehr selbst zu machen und dementsprechend auch weniger zu kaufen – da haben Werbebanner nichts verloren.

Damit meine ich nicht, dass es „unethisch“ ist, mit einem Blog Geld zu verdienen. Ganz im Gegenteil: Einen guten Blog zu betreiben, kann so zeitaufwändig und auch teuer sein, dass du einen Weg finden musst, Geld reinzubringen. Aber eben einen Weg, der sich gut für dich anfühlt.

Für mich sind das vor allem die Kurse, die ich gebe. Das ist etwas, wo ich voll und ganz dahinterstehe. Ich weiß, dass ich meinen Kursteilnehmern damit auf die schnellstmögliche Art beibringe, ihr Essen selbst anzubauen und für den Winter haltbar zu machen, und das fühlt sich ziemlich gut an.

Überleg dir immer, was deinen Werten entspricht und wie du deinen Lesern am besten weiterhelfen kannst. Ich bin überzeugt davon, dass dein Blog in dem Maße wachsen wird, in dem du Anderen hilfst, egal, ob über Selbstversorgung schreibst, Hundeerziehung oder Kuchenbacken.

Gemüsegarten

Die 7 häufigsten Fehler im Gemüsegarten – und Tipps, wie du es besser machst

Eins vorweg: Es gibt nichts Erfüllenderes als einen eigenen Gemüsegarten zu bewirtschaften. Aber ich will hier nichts schönreden. Wenn man versucht, sein eigenes Gemüse anzubauen, kann man einiges falsch machen und das ist bisweilen etwas frustrierend.

Die Fehler, die ich hier heute aufliste, habe ich in meinem ersten Gartenjahr allesamt gemacht und ich weiß, dass viele Gemüsegärtner*innen da draußen die gleichen Probleme haben.

Uuuh, da kann die Gartenlust leicht mal zu Gartenfrust werden, ich weiß.

Aber keine Sorge: Ich verrate dir, was wir gelernt haben, sodass dir das alles erspart bleibt. Und deswegen fangen wir am besten gleich an. Hier ist Gemüsegarten-Fehler Numero Uno:

Die 7 häufigsten Fehler im Gemüsegarten - und Tipps, wie du es besser machst! Das solltest du wirklich vermeiden, wenn du einen Gemüsegarten anlegen / gestalten und Gemüse anbauen willst. Der größte Fehler vorweg: Niema... #Garten #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Selbstversorgung

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7 häufige Fehler im Gemüsegarten – und Tipps, wie du es besser machst

1. Zu früh säen

Ich weiß, wie hart es ist, wenn man nach einem langen Winter dem Tag entgegenfiebert, an dem man endlich wieder rausgehen und mit den Händen in der Erde wühlen kann. Und wie verlockend, dann die Saatguttütchen hervorzukramen und mit dem Vorziehen anzufangen, auch wenn es eigentlich noch viel zu früh dafür ist. Aber so könnte man ja wenigstens drinnen schonmal ein bisschen loszugärtnern…

Den Fehler mache ich jedes Jahr auf’s Neue und ich weiß, dass es vielen von euch genauso geht.

Wenn du deine Freilandtomaten schon Anfang Februar säst, müssen sie aber viel zu lange im Haus überdauern. Und beim Auspflanzen sind sie dann längst nicht so kräftig wie wenn du dir noch sechs oder sogar acht Wochen Zeit gelassen hättest.

2. Nur im Frühling säen

Ein anderer Fehler, den viele in ihrem Gemüsegarten machen, ist es, nach dieser ersten Aussaat im Frühling nicht kontinuierlich weiter zu säen. Wenn du das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten willst, musst du deine Aussaaten staffeln. Das bedeutet zum Beispiel, dass man Salat mindestens alle vier Wochen nachsät, damit man auch immer welchen ernten kann.

3. Den Boden unterschätzen

Man vergisst oft, dass der unterirdische Teil einer Pflanze in der Regel genauso groß ist wie der sichtbare oberirdische Teil. Wenn du deinen Boden vernachlässigst, wird das nichts mit dem Biogarten.

Um kräftige, gesunde Gemüsepflanzen anzubauen, brauchst du einen lebendigen, gesunden Boden. Das heißt nicht, dass du auf einem schlechten Boden gar nicht erst anfangen sollst mit dem Gärtnern. Aber besonders in den ersten Jahren sollte das Aufbauen eines fruchtbaren Bodens immer an erster Stelle stehen.

4. Die Pflanzen unterschätzen

Wenn man ein kleines Weißkohlpflänzchen in der Hand hält, kann man sich schwer vorstellen, wie viel Platz es später einmal brauchen wird. Aber wenn man das nicht vor Augen hat und die Pflanzen zu eng setzt, können sie sich nicht gut entwickeln und werfen auch nicht so viel Ertrag ab.

Deswegen ist es sehr klug, vor dem Pflanzen die jeweiligen Pflanzabstände nachzuschlagen.

Die einzige Ausnahme: Blattgemüse wie Salat, Mangold oder Spinat. Die säen wir oft viel dichter aus als „vorgeschrieben“, sodass sie zu grünen Teppichen heranwachsen. So bilden sich zwar keine Salatköpfe aus, aber die Ernte ist immens.

5. Falsch düngen

Wusstest du, dass Tomaten erst wirklich Hunger auf Stickstoff haben, wenn sie ihre Früchte ausbilden? Egal, um welche Pflanze es geht: Zu viele Nährstoffe zur falschen Zeit können mehr schaden als nutzen. Gleichzeitig solltest du aber auch sichergehen, dass deine Gemüsepflanzen, wenn sie dann hungrig sind, auch das bekommen, was sie brauchen.

Gemüsegarten Tomaten Tipps

Bei Tomaten bedeutet das zum Beispiel, dass man sie neben einem schnell verfügbaren Dünger wie Rizinusschrot auch mit einem langsamer fließenden Dünger wie zum Beispiel Hornspänen düngen sollte. Jede Gemüseart hat so ihre Vorlieben und es lohnt sich, die zu kennen.

Übrigens:

In sehr heißen und trockenen Perioden ist weniger Dünger immer mehr. Dünger regt nämlich das Wachstum der Pflanze an – logisch. Und wenn eine Pflanze trotz Hitzeschock einen Wachstumsschub hinlegt, kann es sein, dass sie mehr Wasser verdunstet als sie verkraftet.

6. Nicht ernten

Das hört sich jetzt erstmal kontraintuitiv an. Wer ist so doof und vergisst, sein Gemüse zu ernten, wenn er doch all die Arbeit und Liebe in seinen Gemüsegarten gesteckt hat?

Aber wenn du selber einen Garten hast, weißt du vielleicht, was ich meine. Ich jedenfalls mache diesen Fehler immer wieder: Ich verpasse den richtigen Erntezeitpunkt.

Die meisten Gemüsearten schmecken am besten, wenn man sie jung erntet. Kiloschwere Zucchinikeulen sehen zwar imposant aus, schmecken aber eher mäßig. Salat wird bitter, wenn man zu lange mit dem Ernten wartet, und Bohnen zäh und holzig. Auch bei Knoblauch, Zwiebeln und Kürbis muss man das Erntefenster gut abpassen, damit sie möglichst lange lagerbar sind.

Also: besser auf dem Radar haben, was wann reif ist. Gemüse aus dem eigenen Garten kann sooo lecker sein. Aber wenn man es sich „reinquälen“ muss, obwohl es nicht schmeckt, macht das Ganze keinen Spaß.

7. Am falschen Ort gärtnern

Wenn du den Standort für deinen Gemüsegarten erst einmal festgelegt hast, lässt sich daran nicht mehr viel ändern. (Ohne die ganze Arbeit nochmal zu haben.) Deswegen ist es gut, wenn du dir vorher genau überlegst, wo du deinen Gemüsegarten anlegen willst.

Ein idealer Standort für einen Gemüsegarten ist:

  • nah am Haus
  • sonnig
  • hat einen guten Boden
  • eben oder liegt an einem leichten Südhang
  • und windgeschützt.

Vermutlich wirst du keinen Ort finden, der perfekt passt. Das ist nicht schlimm – das meiste kannst du hinterher noch ausgleichen. Es gibt zum Beispiel einige Gemüsepflanzen, die auch in einem schattigen Beet wachsen. Aber den besten Start ins Gärtnerleben hast du natürlich, wenn von vorneherein alles stimmt.

Hier kommt deine Gemüsegarten-Starthilfe!

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Kommt dir davon irgendwas bekannt vor? Hast du vielleicht noch mehr Punkte auf der Liste der größten Fehler im Gemüsegarten? Und Tipps, wie man es besser machen kann? Dann schreibe sie unten in die Kommentare!

Knoblauch pflanzen

Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern

Heute geht es um eine der genialsten Gemüsepflanzen überhaupt: Knoblauch! Ich liefere dir einen kompletten Anbau-Leitfaden, vom Pflanzen von Knoblauch über die Pflege bis zur Ernte.

Und, versprochen: Diese Ernte wird besonders groß ausfallen, wenn du dich an die Tipps hältst, die ich dir in diesem Artikel gebe.

Wir versorgen uns seit unserem allerersten Gartenjahr komplett mit Knoblauch selbst und haben unsere Anbautechniken seitdem immer weiter optimiert. Und in diesem Artikel zeige ich dir ganz genau, wie.

Denn, ganz ehrlich, Knoblauch kann man nie genug haben, oder? Waaah, ich liebe Knoblauch! Also, los geht’s:

Knoblauch pflanzen, anbauen, ernten und lagern: Hier ist die Anleitung für dicke Knollen - egal, ob du deinen Knoblauch im Garten oder im Topf auf dem Balkon pflanzen willst. #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Garten

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Knoblauch pflanzen – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt zwei Zeitpunkte, an denen du sinnvollerweise Knoblauch pflanzen kannst:

  1. Im Frühling Knoblauch pflanzen
    Du kannst deinen Knoblauch im Februar oder März stecken und noch im selben Jahr ernten. Dann werden die Knollen aber nicht so dick.
  2. Im Herbst Knoblauch pflanzen
    Deswegen ist es besser, den Knoblauch im Herbst zu pflanzen. Dann treiben die Zehen schon vor dem Winter aus, überwintern und haben im nächsten Jahr einen guten Vorsprung. Für uns hat es sich bewährt, den Knoblauch Anfang bis Mitte Oktober an einem Wurzeltag zu stecken.

Brutknöllchen oder Zehen stecken?

Am einfachsten ist es, Knoblauch direkt aus Zehen anzubauen. Wir heben immer die dicksten Knollen der letzten Ernte auf, um sie im Herbst zu stecken. Man kann Knoblauch aber auch aus Brutknöllchen anbauen. Brutknöllchen sind die kleinen Mini-Zehen, die sich aus Knoblauchblüten entwickeln.

Mir ist es meistens zu umständlich, die Knöllchen zu stecken, nicht zuletzt deswegen, weil sie in den Tagen nach dem Stecken gerne wieder aus der Erde „herausspringen“. Außerdem dauert es zwei Jahre, bis man richtig große Knollen ernten kann. Im ersten Jahr bilden sie nämlich nur eine kleine Knolle, einen sogenannten Rundling, die noch nicht in Zehen unterteilt ist.

Die Vorteile vom Vermehren aus Brutknöllchen:

Man muss keine Zehen zum Stecken „opfern“ und die Pflanzen sind weniger anfällig für Virosen, weil die an den Zehen anhaften und so auf die neue Pflanze übertragen werden können.

Knoblauch pflanzen – So steckt man die Zehen

Am gängigsten und einfachsten ist es, beim Knoblauchstecken die Knollen auseinanderzubrechen und die dicksten Zehen ungefähr 4-6 cm tief zu pflanzen. Brutknöllchen sollte man nur 1-2 cm tief setzen. Vorher bringe ich immer etwas Kompost aus und lockere den Boden mit der Grabegabel.

Wir pflanzen unseren Knoblauch gerne im ganzen Garten verteilt, weil er ein toller Mischkulturpartner für viele andere Gemüsepflanzen ist. Hier ist eine Liste mit den besten (und schlechtesten) Mischkulturpartnern für Knoblauch.

Ein Pflanzabstand von 15 x 25 cm wäre super. Wenn länger kein Regen angekündigt ist, hilft es, die Zehen nach dem Stecken anzugießen.

Welche Knoblauchsorte anbauen?

Wenn du Knoblauch zum Pflanzen suchst, solltest du ihn nicht im Supermarkt kaufen. Der Knoblauch, der dort verkauft wird, kommt nämlich oft aus China, Indien oder Ägypten und ist nicht auf unser Klima eingestellt.

Stattdessen schaust du besser in Hof- oder Bioläden nach regional angebautem Knoblauch und suchst dir zum Stecken die dicksten Knollen aus.

Vielleicht bekommst du ja auch ein paar Zehen von jemandem in deinem Freundeskreis, der Knoblauch in seinem Garten anbaut. Wir haben unseren ersten Steckknoblauch von meiner Schwiegermama bekommen und seitdem jedes Jahr weitervermehrt. Deswegen weiß ich auch gar nicht, welche Sorten wir anbauen.

Damit ich dir trotzdem einen handfesten Sortentipp mitgeben kann, habe ich einen professionellen Bio-Knoblauch-Anbauer nach seiner Lieblingssorte gefragt. „Vekan“ sei der leckerste Knoblauch, hat er gemeint. Auch wenn er etwas kleinere Knollen ausbildet als andere Sorten, macht der Geschmack das wieder wett.

Eine Sache ist noch gut zu wissen:

Hardneck- und Softneck-Knoblauch: Was ist der Unterschied?

Man unterscheidet Knoblauchsorten in zwei übergeordnete Gruppen: Softneck und Hardneck. Softneck-Knoblauch entwickelt keinen Blütenschaft, Hardneck-Knoblauch schon.

Softneck-Sorten schmecken meistens milder und lassen sich länger lagern. Der Knoblauch, den man im Supermarkt bekommt, gehört immer in die Softneck-Gruppe, weil er im Gegensatz zum Hardneck-Knoblauch maschinell angebaut werden kann.

Hardneck-Knoblauch muss nämlich von Hand richtig herum gesteckt werden, deswegen bekommt man solche Sorten nur von kleineren Höfen, die noch viel von Hand machen. Hardneck-Knoblauch schmeckt kräftiger, bildet oft etwas größere Zehen, ist robuster und besser an unser Klima angepasst.

Wir bauen Hardneck-Knoblauch an. Die schlechtere Lagerfähigkeit ist in meinen Augen kein Problem, weil wir ab Frühling ohnehin nur noch frischen Knoblauch essen. Hardneck-Knoblauch eignet sich nämlich besser zum „Jung-Ernten“, weil er im Gegensatz zu Softneck-Knoblauch einen Schaft ausbildet.

Knoblauch pflegen, düngen, gießen

Knoblauch mag kein Unkraut. Falls deine Beete sehr verunkrautet sind, solltest du also regelmäßig zwischen deinen Pflanzen hacken. Durch unsere Lieblings-Beet-Anlege-Technik haben wir zum Glück kaum Probleme mit Unkraut. Wir mulchen unseren Knoblauch außerdem mit Hackschnitzeln, was auch hilft, Unkraut zu unterdrücken und den Boden feucht und gesund hält.

Aber Vorsicht:

Knoblauch kann Pilzerkrankungen und virale Infekte bekommen, wenn man ihn zu dick mulcht, und dann faulen die Knollen. Bei uns hat sich für Knoblauch eine 3-5 cm dicke Mulchschicht bewährt.

Düngen ist bei Knoblauch nicht unbedingt notwendig, gerade wenn man vor dem Pflanzen Kompost ausgebracht hat. Der Knoblauch gedeiht aber besser, wenn man im Mai ein- bis zweimal Brennnesseljauche ausbringt.

Wenn unser Knoblauch Blütenschäfte ausbildet, brechen wir die aus, damit die Pflanzen ihre Kräfte stattdessen in die Knolle stecken. Die Knospen kann man frisch essen und zum Kochen verwenden. Sie haben einen milden Knoblauchgeschmack. Meistens erntet man aber zu viele Knospen auf einmal als man frisch verbrauchen kann. Deswegen sind hier ein paar tolle Tipps zum Haltbarmachen von Knoblauchknospen (leider nur auf Englisch).

Wir gießen unseren Knoblauch überhaupt nicht. Falls du doch gießt, solltest du spätestens dann damit aufhören, wenn die Blätter gelb werden. Wenn die Knollen zur Erntezeit länger feucht sind, können sie nämlich Pilzkrankheiten bekommen.

Knoblauch ernten

Du kannst Knoblauch ab dem späten Frühling frisch ernten und das gesamte Grün mit der kleinen Knolle zum Kochen verwenden. Er schmeckt dann nicht so kräftig wie die „fertigen“ Knollen, aber trotzdem super lecker.

Die Knollen erntet man, wenn die Hälfte bis 2/3 des Laubs gelb geworden sind, das ist ungefähr Mitte Juli. Die Knollen sollten dann noch fest geschlossen sein. Wenn man zu lange wartet, gehen die Knollen auf und sind dann nicht mehr so lagerfähig und anfälliger für Pilzkrankheiten.

Wir lockern das Beet um die Pflanzen herum mit einer Grabegabel, dann lassen sich die Knoblauchpflanzen leicht aus der Erde ziehen.

Am praktischsten ist es, die Knollen gleich auf dem Beet zu säubern. Dazu einfach das äußerste Blatt um die komplette Knolle herum ablösen, das ist meistens ohnehin sehr locker. Danach kleibt keine feuchte Erde mehr an dem Knoblauch und die Knolle ist sauber.

Dann hängst du deine Knoblauchpflanzen in kleinen Bündeln für mindestens zwei Wochen an einem luftigen überdachten Ort zum Trocknen auf. Das Trocknen ist ganz wichtig, damit der Knoblauch sich gut lagern lässt. Wir machen das unter dem Vordach von einem unserer Ziegenställe. Du findest bestimmt auch einen Ort, zum Beispiel einen überdachten Balkon, ein Carport o.ä.

Knoblauch lagern

Wenn deine Knoblauchpflanzen durch und durch trocken sind, kannst du sie zu Zöpfen flechten und in der Küche aufhängen. Wir schneiden stattdessen oft einfach das Laub ab und lagern die Knollen in großen Körben. Am längsten hält sich Knoblauch an einem trockenen, luftigen, eher kühlen und dunklen Ort. Gut lagefähige Sorten kannst du so bis zu acht Monate lang aufbewahren.

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Im Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, die du Jahr für Jahr mehr selbst anbaust und vielleicht auch ein paar Tiere zur Selbstversorgung hältst. Und obendrauf bekommst du regelmäßig Tipps und Motivation per Email zu allem, was im Gartenjahr so ansteht.

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Wenn du Fragen hast, lass mir gerne einen Kommentar da! Hast du noch Tipps zum Knoblauch-Pflanzen? Oder eine Sorte, die sich bei dir gut bewährt hat? Dann teile sie unten in den Kommentaren!

Sauerkraut selber machen: herstellen

Sauerkraut selber machen im Glas oder Steintopf

Sauerkraut selber zu machen, ist längst nicht so kompliziert wie viele denken. Es macht sogar richtig Spaß – und ich verspreche dir, dass dein selbst gemachtes Sauerkraut vieeel besser schmeckt als das aus der Plastiktüte im Supermarkt.

Selbst gemachtes Sauerkraut ist auch viel gesünder als gekauftes. Fermentiertes Gemüse ist lebendige Nahrung. Es enthält nämlich nicht nur eine Vielzahl von Vitaminen, sondern auch probiotische Bakterien – selbstgemachtes Superfood für den Darm und die ganze Verdauung. Das Sauerkraut, das es im Laden gibt, ist sterilisiert und all die gesunden Mikroorganismen sind damit schlichtweg tot.

Deswegen kommt hier ein super einfaches Rezept für alle, die gerne Sauerkraut selber machen wollen. Diese Anleitung kommt direkt aus meinem Video-Kurs „Obst und Gemüse haltbar machen“, mit dem ich schon hunderten Menschen geholfen habe, ihre Ernte in einen gesunden (und verdammt leckeren) Wintervorrat zu verwandeln. Heute mal kostenlos für alle. :)

Wenn du noch nie fermentiert hast, lies am besten erstmal meinen Artikel zu den Grundlagen beim Fermentieren, bevor du loslegst.

Sauerkraut selber machen

Sauerkraut selber machen: Hier ist eine Anleitung, mit der du gelingsicher und einfach Sauerkraut herstellen kannst, sowohl im Gärtopf / Steintopf als auch im Glas. #Haltbarmachen #Gesund #Wurzelwerk #Rezept

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Hier ist das Zubehör, das du brauchst, wenn du Sauerkraut selber machen willst:

  • einen Steintopf, Schraubgläser oder Einkochgläser,
  • Deckel für den Gärtopf oder die Gläser,
  • Gummiringe (falls du Einkochgläser verwendest),
  • eine Reibe oder einen Krauthobel,
  • einen Krautstampfer oder Kochlöffel
  • und die Gewichte, mit denen du das Sauerkraut beschweren wirst, zum Beispiel eine kleine Tasse oder Schale

Schritt 1: Zubehör abkochen

Sauberkeit ist beim Fermentieren super wichtig. Deswegen solltest du als allererstes alle Gegenstände, die mit dem Sauerkraut in Berührung kommen, spülen und mit kochend heißem Wasser sterilisieren.

Das gesamte Zubehör sollte mindestens fünf Minuten in heißem Wasser stehen. Ich fülle die Gefäße bis zum Rand mit heißem Wasser und begieße das restliche Zubehör in einen großen Topf mit heißem Wasser.

Sauerkraut selber machen Zubehör

Das Sterilisieren macht etwas Arbeit, bewahrt dich aber vor frustrierenden Rückschlägen und schimmeligem Sauerkraut.

Wichtig: Das Zubehör muss abkühlen, bevor du damit fermentierst. Schließlich willst du die Mikroorganismen, die beim Fermentieren so wichtig sind, ja nicht brutzeln. ;)

Schritt 2: Weißkohl verlesen

Die Kohlköpfe waschen und auf Faulstellen oder Verletzungen untersuchen. Zum Fermentieren nur einwandfreies Bio-Gemüse verwenden. Leg dir jetzt am besten ein bis drei große Weißkohl-Blätter beiseite, die brauchst du später, um den Kohl abzudecken.

3: Sauerkraut reiben und stampfen

Jetzt reibst du den restlichen Weißkohl entweder fein oder grob. Dann füllst du den geriebenen Kohl in eine große Schüssel und gibst einen bis zwei Esslöffel Salz pro Kilo Weißkohl dazu. Das Salz gut unter den Kohl mischen.

Wenn du Gewürze verwenden möchtest, kannst du sie jetzt einfach unter das Sauerkraut mischen – am leckersten finde ich Zwiebeln, Pfeffer, Lorbeer und Nelken.

Und dann stampf das Ganze, was das Zeug hält. Am einfachsten geht das mit einem großen Holzstampfer, du kannst das Gemüse aber auch mit sauberen Händen durchkneten oder mit einem Kochlöffel o.ä. stampfen.

Du hast genug geknetet, wenn so viel Zellsaft ausgetreten ist, dass das Gemüse im eigenen Saft steht.

Pssst, kleiner Tipp für alle, denen das zu anstrengend ist: Stattdessen kannst du auch eine 2%ige Salzlake ansetzen und dem Kohl beigeben. Das funktioniert auch und erfordert weniger Muskelarbeit. ;)

Schritt 4: Einfüllen

Jetzt füllst du das Gemüse in die sterilen Gefäße. Dabei gibst du immer schichtweise eine zehn Zentimeter dicke Schicht Kohl in dein Gefäß und stampfst ihn fest ein, um alle Lufteinschlüsse zu entfernen.

Gläser kannst du zu zwei Dritteln befüllen, bei Gärtöpfen lässt du ca. 15 cm Platz bis zum Rand. Wenn du deine Gefäße höher befüllst, können die Säfte beim Fermentieren überlaufen und eine ganz schöne Schweinerei verursachen. ;)

Schritt 5: Gewichte auflegen

Das Sauerkraut muss immer, immer, immer von Flüssigkeit bedeckt sein. Falls nicht, fängt es garantiert an zu schimmeln. Damit das Sauerkraut unter der Salzlake bleibt, musst du es also beschweren. Dafür deckst du es zunächst einmal ab – am besten mit den äußeren Blättern von einem Kohlkopf. Die Blätter verhindern, dass die Weißkohl-Schnipsel an die Oberfläche treiben.

Sauerkraut selber machen Gewicht Glas

Anschließend beschwerst du das Ganze – im Gärtopf mit den zugehörigen Gewichten und im Glas mit einem Eierbecher, einer kleinen Tasse o.ä. Du kannst sogar einen Stein nehmen, wenn du ihn gut wäschst und sterilisierst.

Wenn dein Sauerkraut (und auch die Kohlblätter) nicht vollständig von Flüssigkeit bedeckt sind, musst du eine 2%ige Salzlake ansetzen und etwas davon auf dein Sauerkraut geben.

Den Gärtopf oder die Gläser verschließen – alte Einkochgläser mit Gummis und Universalklammern (von der Seite über den Deckel ziehen) und neue Weckgläser mit Gummis und zwei Federklammern, eine links und eine rechts.

Bei Schraubgläsern den Deckel jetzt nur locker zudrehen, damit die Gase, die sich beim Fermentieren bilden, entweichen können. Wenn du im Gärtopf fermentierst, musst du außerdem die Wasserrinne auffüllen. Sie verhindert, dass Keime in den Topf eindringen.

Weil beim Fermentieren Säfte aufsteigen und überlaufen können, solltest du deine Gefäße (egal ob Glas oder Gärtopf) immer auf einer wasserfesten Unterlage lagern.

Schritt 6: Die warme Phase

Damit die Fermentierung richtig in Fahrt kommt, lagern man das Sauerkraut sieben bis zehn Tage bei Zimmertemperatur. Dein Sauerkraut wird vermutlich anfangen, zu schäumen und zu zischen – keine Panik, das ist ganz normal.

Schritt 7: Die Lagerung

Anschließend musst du dein Gemüse kühl und dunkel lagern. Zum Beispiel im Keller, in einem kühlen Treppenhaus oder einer frostfreien, aber kühlen Garage. Im Kühlschrank geht natürlich auch. Bei Schraubgläsern drehst du den Deckel, den wir vorher ja nur locker aufgelegt haben, jetzt fester zu.

Das Sauerkraut bleibt während der Lagerung weiter auf einer Unterlage stehen. Es kann nämlich immer noch Saft überlaufen.

Es ist wichtig, dass du regelmäßig überprüfst, ob dein Gemüse noch vollständig von Lake bedeckt ist und auch die Wasserrinnen deiner Gärtöpfe auffüllst, sobald Wasser verdunstet ist.

Sauerkraut selber machen Steintopf

Die Gewichte bleiben während der gesamten Lagerung auf dem Sauerkraut liegen, sodass es zu jedem Zeitpunkt unter die Lake gedrückt wird. Wenn du Gemüse aus einem größeren Gefäß entnimmst, verwende dafür einen sauberen Löffel und bedeck das Gemüse anschließend wieder mit Lake.

Puuh, das war ganz schön viel Information, was? Ich verspreche dir aber, dass es gar nicht so schwer ist, Sauerkraut selber zu machen. Hier ist nochmal ein kleiner Überblick über die einzelnen Schritte:

Sauerkraut selber machen – die Kurzfassung

  • Zubehör sterilisieren
  • Weißkohl sortieren
  • Weißkohl waschen und reiben
  • Den geriebenen Kohl salzen, würzen und stampfen bis Flüssigkeit austritt
  • In die Gefäße einfüllen und fest einstampfen
  • Mit Kohlblättern und Gewicht abdecken, sodass das gesamte Sauerkraut von Flüssigkeit bedeckt ist
  • Im Zweifel Salzlake nachfüllen
  • Sieben bis zehn Tage warm lagern
  • Anschließend bis zum Verzehr kühl lagern

Hol dir die kostenlose Checkliste!

Beim Fermentieren kann man einiges falsch machen. Ich weiß noch, wie frustriert ich anfangs war, als mir reihenweise Gläser geschimmelt sind und ich mir nicht erklären konnte, warum.

Tja, mittlerweile weiß ich, was ich falsch gemacht habe – und möchte dir gerne helfen, selbst erfolgreich Sauerkraut und anderes Gemüse zu fermentieren.

Deswegen trag dich gerne für meinen Newsletter ein, dann bekommst du regelmäßig Tipps zum Haltbarmachen und auch anderen Themen rund um die Selbstversorgung von mir.

Ich habe außerdem eine Checkliste erstellt, mit der du nicht nur Sauerkraut machen, sondern auch so gut wie jedes andere Gemüse fermentieren kannst. Diese Checkliste bekommen alle neuen Newsletterabonnenten kostenlos per Email zugeschickt, als kleines Willkommensgeschenk.

Die Checkliste kannst du dir herunterladen und ausdrucken/abspeichern, sodass du sie immer griffbereit hast, wenn es wieder daran geht, Gemüse in Gläser zu stopfen und sich am Brodeln und Blubbern zu erfreuen. ;)

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Hast du noch mehr Tipps rund um das Thema Sauerkraut selber machen? Oder sind dir vielleicht Fragen aufgekommen? Dann lass uns doch ein wenig in den Kommentaren schnacken. :)

Apfelessig selber machen

Apfelessig selber machen: Einfaches und gelingsicheres Rezept

Wusstest du, dass du Apfelessig ganz einfach selber machen kannst? Aus Abfällen?!
Heute möchte ich mein Lieblingsrezept mit dir teilen, das du auch dann hinkriegst, wenn du noch nie selber Essig gemacht hast, versprochen. ;)

Vielleicht bist du ja auch gerade dabei, Apfelmus einzukochen. Das kannst du wunderbar mit dem Apfelessig-Machen verbinden. Wenn du Apfelmus einkochst, fallen nämlich Kerngehäuse und Schalen an, die man noch wunderbar zum Essigmachen verwenden kann. Für mich gehört beides fest zusammen.

Deswegen hier nochmal mein Apfelmus-Rezept.

pfelessig selber machen: Hier ist ein einfaches und gelingsicheres Rezept, mit dem du Apfelessig selbst herstellen kannst. #Wurzelwerk #Selbermachen #Rezept

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Apfelessig selber machen

Jetzt aber zum Essig. Hier ist mein Rezept:

Du brauchst:

  • Ein steriles (ausgekochtes) Gefäß, z.B. einen Tonkrug, Einkochgläser, …
  • Apfelschalen und Kerngehäuse
  • 2 EL Zucker pro Kilo Apfelreste
  • Wasser
  • Ein Tuch, um das Gefäß abzudecken
  • Ein Sieb oder Passiertuch
  • Sterile (ausgekochte) Flaschen zum Abfüllen

Apfelessig herstellen

  1. Gefäß befüllen
    Nachdem du dein Gefäß ausgekocht hast, musst du es zuerst abkühlen lassen. Dann befüllst du es zu 4/5 mit den Apfelschalen und Kerngehäusen. Dabei ist es wichtig, dass du keine gammeligen Äpfel verwendest. An verdorbenen Stellen haben sich nämlich schon jede Menge Fäulnisbakterien vermehrt und die Gefahr, dass dein Essig kippt, wäre ziemlich hoch.
    Du kannst auch ganze Äpfel oder Apfelsaft verwenden, um Essig anzusetzen. Ganze Äpfel schneidest du einfach in kleine Stücke und gibst sie in dein Gefäß.
  2. Zucker dazugeben
    Der Zucker hilft dabei, die Gärung in Schwung zu bringen. So verläuft das Ganze deutlich schneller und sicherer. Du kannst den Zucker auch weglassen, aber mit funktioniert’s besser. Pro Kilo Apfelreste gibst du zwei EL Zucker in deine Gefäße.
  3. Wasser dazugeben
    Jetzt einfach mit Wasser auffüllen, sodass die Äpfel möglichst bedeckt sind. Damit dein Essig nicht zum Insektenpool wird, solltest du die Gefäße mit einem Tuch abdecken.
  4. Regelmäßig umrühren
    In den ersten Tagen werden die Schalen und Kerngehäuse noch an der Oberfläche treiben. Damit sie nicht schimmeln, ist es wichtig, dass du das Ganze ab und zu mit einem sauberen Löffel umrührst.

 

Apfelessig selber machen: Herstellen

Nach vier bis sechs Wochen ist der Essig dann fertig. Du erkennst das an dem typischen Geruch. Wenn du dir unsicher bist, probier einfach mal, ob er schon stark genug ist.
Jetzt solltest du das Ganze durch ein feines Sieb oder Passiertuch filtern und den fertigen Essig in sterile Flaschen abfüllen.

Die Essigmutter

Während der Essigsäuregärung bilden sich helle Schlieren im Essig, die später fest und glibberig werden. Das ist die sogenannte Essigmutter. Heb sie auf und gib etwas davon in dein Gefäß, wenn du deinen nächsten Apfelessig ansetzt. Dann geht’s nächstes Mal noch schneller.

Birnenessig und Co.

Dieses Rezept kannst du übrigens auch für andere Früchte verwenden und so deinen eigenen Birnenessig, Himbeeressig, Weinessig etc. machen. Eine tolle Möglichkeit, Reste zu verwerten und nebenbei ganz neue Geschmackswelten zu entdecken. :)

Selbstversorgung starten!

Wusstest du, dass ich nicht nur Blogartikel schreibe, sondern auch einen (wahnsinnig coolen) Newsletter? Mittlerweile hat sich so eine Gemeinschaft von über 7000 Leuten gebildet, die alle dafür brennen, ihr Essen selbst anzubauen und mehr selbstzumachen. Ich möchte dich gerne einladen, ein Teil dieser lustigen Truppe zu werden!

Du bekommst dann regelmäßig Tipps von mir zu allem, was im Selbstversorger-Jahr so ansteht. Und das Beste: Alle neuen Newsletterabonnenten bekommen meinen Anfänger-Guide “Selbstversorgung starten” als Willkommensgeschenk kostenlos per Email zugeschickt.

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Hast du schonmal Apfelessig selber gemacht? Irgendwelche Tipps oder Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

Selbstversorger-Leben Huhn

Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Heute nehme ich dich mal mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit unser “Selbstversorger-Leben” wirklich macht. Viel Spaß beim Lesen!

Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine. Heute nehme ich dich mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit das Ganze macht. Viel Spaß beim Lesen! #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung

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Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Morgens bei den Hühnern

Morgens lasse ich als erstes die Hühner aus dem Stall, meistens sogar vor dem Frühstück. Nachts muss der Stall gut verriegelt werden, damit Füchse, Marder und Co. sich nicht an den Hühnern gütlich tun. Und wenn die Sonne aufgeht, dürfen die Hühner dann wieder raus.

Es ist sehr friedlich, so früh am Morgen draußen zu sein. An schönen Tagen ist der Garten in goldenes Licht getaucht, es ist noch kühl und das Gras feucht vom Tau. Die Hühner sehen mich immer schon von Weitem und fangen aufgeregt an zu gackern, weil sie es kaum abwarten können, endlich wieder raus zu kommen.

Wenn ich die Stalltür öffne, flattern sie nach draußen, drehen eine Runde um den Stall und hüpfen dann wieder rein, um sich in die Nestboxen zu begeben. Es ist, als hätten sie keine Ruhe, ihre Eier zu legen, bevor sie nicht wenigstens einmal kurz draußen waren.

Wenn du auch Hühner halten möchtest, schau doch mal hier vorbei:

Passen Hühner zu deinem Alltag?

Selbstversorger-Leben

Abends melken

Ich melke eine von unseren Ziegen, Curry heißt die Gute. Eigentlich gehört sie einer Freundin, aber die ist für ein halbes Jahr auf der Alp, deswegen können wir dieses Jahr die ganze Milch selbst behalten, hehe.

Curry ist ein Goldstück. Sie ist sehr geduldig, kein bisschen zickig, und schleckt mich beim Melken ab als wäre ich ihr Lamm. Dabei hat Curry seit fünf Jahren kein Lamm mehr gehabt. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt noch Milch gibt. Bis vor Kurzem waren es 1 ½ Liter am Tag, mittlerweile ist die Milchmenge auf ungefähr 800 ml gesunken, weil es wegen der Trockenheit kein Frischfutter mehr gibt und die Ziegen nur noch Heu bekommen.

Ich melke Curry nur einmal am Tag, das ist mehr als genug Arbeit. Solange man einen regelmäßigen Melk-Rhythmus einhält, gewöhnen sich Ziegen daran und produzieren einfach ein bisschen weniger Milch als wenn man zweimal täglich melkt.

Studien haben ergeben, dass man täglich ungefähr 20 % mehr Milch bekommt, wenn man Ziegen morgens und abends melkt. Was auch bedeutet, dass man beim einmaligen Melken 80 % der Milchmenge hat – bei der Hälfte der Arbeit.

Ehrlich gesagt muss ich mich jeden Tag dazu überwinden, rauszugehen, wenn das Melken ansteht. Diese ganze Milch-Geschichte macht schon viel Arbeit. Aber sobald ich draußen bin, kann ich nicht mehr verstehen, warum ich das Melken vor mir hergeschoben habe.

Curry wartet meistens schon auf mich oder kommt angelaufen, sobald ich sie rufe. Ich muss ihr kein Bestechungsfutter geben, damit sie stillsteht. Manchmal binde ich sie an, aber meistens geht es auch ohne. Wir haben keinen Melkstand, nichtmal einen Melkeimer. Ich setze mich einfach neben sie auf den Boden und melke in alte Passata-Flaschen.

Selbstversorger-Leben Melken

Melken ist relativ anstrengend. Nach zwei Wochen Sommerurlaub müssen sich meine Hände erstmal wieder daran gewöhnen. Es gibt nur eine Methode, wie man von Hand melken sollte, das ist das sogenannte Faustmelken. Hört sich brutal an, oder? Man muss sich beim Melken aber trauen, richtig zuzupacken. Das war anfangs mein Problem:

Ich wollte Curry auf keinen Fall wehtun und war sehr vorsichtig. Aber um Milch aus der Zitze herauszubekommen, muss man den Kanal zum Euter zwischen Daumen und Zeigefinger fest abklemmen. Ich habe dann schnell gemerkt, dass es Curry nichts ausmacht, wenn ich richtig zupacke. Und wenn man sich anschaut, wie ungestüm Lämmer beim Trinken manchmal sind, setzt das alles in eine neue Relation.

Nach dem Melken bekommt Curry ein Leckerli als Belohnung. Und dann gibt’s im Moment auch das Heu, mit dem wir aufgrund der Trockenheit zufüttern müssen.

Das ist schon erschreckend… Die Heuernte dieses Jahr ist grottig – aber weil es so wenig Gras gibt, müssen die meisten Tierhalter jetzt schon zufüttern – im Sommer! Ich habe schon von einigen Landwirten gehört, die bereits Tiere notgeschlachtet haben, weil sie nicht wissen, wie sie sie über den Winter bringen sollen.

Käse und Joghurt machen

Anschließend filtere ich die Milch durch ein Passiertuch und erhitze sie. Ich weiß, ich weiß, Rohmilch ist total gesund, aber irgendwie ist es mir lieber, auf „Nummer sicher“ zu gehen und die Milch zu pasteurisieren, bevor wir sie trinken oder weiterverarbeiten.

Ich sammele immer drei Tage lang Milch, dann habe ich genug zusammen, um Käse zu machen. Die Milch von einer Ziege reicht nicht, um Hartkäse zu machen, aber wir haben immer eigenen Ziegenfrischkäse im Kühlschrank, Ziegenjoghurt und Ziegenfeta von Curry. Meine Mozzarella-mach-Künste sind auch hart in Arbeit, aber bisher ist der mir immer etwas zu weich geworden.

Wenn ich eine neue Käsesorte ausprobiere, nimmt das gerne mal den gesamten restlichen Abend in Anspruch. Aber sobald ich den Dreh dann raushabe und das Ganze zur Routine wird, geht es ohne großen Aufwand ganz nebenbei.

Käsemachen besteht im Wesentlichen daraus, die Milch auf bestimmte Temperaturen zu erhitzen oder abkühlen zu lassen und dann den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um Bakterienkulturen, Salz oder Lab zuzugeben.

Später muss man die Käsemasse dann in Würfel schneiden, in ein Passiertuch geben und Aufhängen oder im Fall von Feta in Förmchen pressen.

Joghurt zu machen, ist einfach. Man erhitzt die Milch auf ungefähr 42 °C, gibt sie in ein Glas und rührt dann zwei Esslöffel fertigen Joghurt vom letzten Mal unter. Glas zu – und je nach Temperatur ist der Joghurt nach einem oder zwei Tagen fertig. Es gibt spezielle Joghurt-Mach-Maschinen, die die Gläser warmhalten, aber ich habe noch nie eine benutzt und der Joghurt wird auch so wunderbar.

Brot backen

Jeden zweiten Abend setzen wir ein neues Sauerteigbrot an. Dafür haben wir einen Starter vom letzten Brot im Kühlschrank aufgehoben, den wir jetzt mit einer kleinen Portion Mehl und Wasser vermengen. Deckel drauf, stehen lassen – insgesamt eine Arbeit von zwei Minuten.

Am nächsten Tag geben wir dann den Rest des Mehls dazu, nehmen wieder einen Vorteig für das nächste Brot ab, lassen den Teig gehen und backen dann abends das Brot. Es gibt also jeden Tag etwas zu tun, wenn man sein Brot komplett selbst backt – immer abwechselnd einen Tag den Teig ansetzen und einen Tag Brot backen.

Abends bei den Hühnern

Hühner halten Selbstversorger-Leben

Wenn die Sonne untergeht, ist es Zeit, die Hühner zu füttern und den Stall zuzumachen. Ich füttere die Hühner am liebsten abends, weil ich sie so gut in den Stall locken kann. So haben sie morgens außerdem auch noch etwas von ihrem Futter übrig und müssen nicht Hunger leiden, wenn ich mal etwas länger schlafe.

Den Großteil ihres Futters fressen sie aber abends. Dann können sie mit vollem Bauch zufrieden schlafen gehen und sind am nächsten Tag motivierter, selbst auf Futtersuche zu gehen, wenn sie sich nicht gleich morgens schon den Ranzen vollschlagen.

Die Hühner bekommen unsere Essensreste, solange die nicht zu fettig, salzig oder süß sind, und zusätzlich eine fertige Futtermischung. Ab und zu gibt es auch mal einen Kopf von den Sonnenblumen, die wir für die Hühner anbauen.

Gießen

Wir haben keinen Wasseranschluss im Garten und unser Garten ist auch nicht direkt am Haus. Deswegen verzichte ich komplett auf das Gießen, soweit es geht. Durch die dicke Mulchschicht ist das normalerweise kein Problem, aber dieser Sommer war so extrem trocken, dass wir weniger ernten als wir gerne würden.

Aber es geht nicht anders. Ich schleppe zwar jeden Abend einen Kanister mit Wasser in den Garten, aber das brauche ich für die Stellen, an denen ich frisch ausgesät oder gepflanzt habe. Alle anderen Pflanzen müssen ohne Gießen auskommen.

Normalerweise gießt man besser morgens, weil man dann weniger Probleme mit Schnecken hat, aber unsere Hühner haben die Schneckenpopulation gut im Griff und morgens ist meistens nicht genug Zeit.

Selbstversrger-Leben Garten

Abends gehe ich oft auch nochmal zu den Tomaten und entferne Geiztriebe und Blätter, die Anzeichen von Krautfäule zeigen. Meistens verbringe ich abends viel mehr Zeit im Garten als eigentlich geplant war. Nicht, weil ich so unglaublich viel tun würde (meistens mache ich fast gar nichts), sondern weil es so still und friedlich ist. Es tut gut, vor dem Schlafengehen nochmal an der frischen Luft zu sein und der Sonne beim Untergehen zuzuschauen.

Starthilfe in die Selbstversorgung

Hach, war das jetzt zu kitschig? Selbstversorgung macht viel Arbeit, aber es ist eine ungemein erfüllende Arbeit. Wenn du auch mehr selbst anbauen oder ein paar Tiere zur Selbstversorgung halten möchtest, würde ich dich gerne auf deinem Weg unterstützen. Ich schreibe nicht nur diesen Blog, sondern auch einen (ungefähr) wöchentlichen Newsletter mit Tipps zu allem, was im Selbstversorger-Jahr so ansteht.

Alle neuen Newsletter-Abonnenten bekommen außerdem meinen Anfänger-Guide „Selbstversorgung starten“ kostenlos als PDF zugeschickt, als kleines Willkommensgeschenk sozusagen. Mit dem Guide will ich dich bei deinen ersten Schritten in Richtung Selbstversorgung an die Hand nehmen – egal ob es um’s Beete-Anlegen geht oder darum, welche Tiere sich zur Selbstversorgung am besten eignen.

Trag dich gerne hier ein:

Jetzt bin ich aber neugierig. Wie sieht denn deine tägliche „Selbstversorger-Routine“ aus? Hast du Fragen? Lass gerne einen Kommentar da!

Geschenke für Gärtner und Gärtnerinnen

11 nützliche Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner

Du suchst nach passenden Geschenkideen für eine leidenschaftliche Gärtnerin oder einen passionierten Gärtner? Dann bist du hier genau richtig! Ich habe für diesen Artikel neun Ideen für tolle, garteninspirierte Geschenke zum Selbermachen oder Kaufen in jeder Preisklasse zusammengetragen. Da ist bestimmt was dabei! :)

11 nützliche Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner

Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner: Egal, ob für Weihnachten, zum Einzug oder Geburtstag - hier sind 11 sinnvolle Geschenkideen für Garten-begeisterte Männern und Frauen, zum Basteln oder Selbermachen. #Geschenkideen #Weihnachten #Geburtstag

Merk dir diesen Pin auf deiner Gartenpinnwand!

Idee #1: Das Handbuch Wintergärtnerei

Geschenkideen Gärtner Buch

Dieses Buch ist der Hammer! Gemüse im Sommer anbauen kann jeder – aber wie sieht das im Winter aus? Das Handbuch Wintergärtnerei hat die Art, wie ich meinen Garten bewirtschafte, revolutioniert.

Ein ausgefallenes, sehr interessantes und vor allem super nützliches Geschenk für alle, die gerne im Gemüsegarten wurschteln. Absolute Empfehlung!

Kostenpunkt: 24,90 € | hier kaufen

Idee #2: Selbstgemachte Pflanzenschilder

Geschenkideen für Gärtner selbstgemachte Pflanzenschilder

Lässt du auch so viele Tassen und Teller fallen wie ich? Aus den Scherben kann man sehr hübsche Pflanzenschilder basteln, die man auch wunderbar verschenken kann. Hier geht’s zur Anleitung:

DIY-Pflanzenschilder selbermachen

Kostenpunkt: 0€

Geschenkidee #3: Setzholz

 

 

 

 

 

 

Ein Setzholz kann jeder Gärtner und jede Gärtnerin gebrauchen. Neben eher unattraktiven Setzhölzern aus Plastik, die schon nach ein paar Wochen zerkratzt sind, gibt es auch hochwertige Setzhölzer, die sehr hübsch aussehen und sich toll als Geschenk machen.

Kostenpunkt: 13,69 € | hier kaufen

Geschenkidee #4: Ein Gärtopf

Geschenkideen Gärtner Gärtopf

Als Gärtnerin oder Gärtner erntet man manchmal mehr, als man auf einmal essen kann oder will. Da ist es doch super schön, wenn man diese Überschüsse haltbar macht und im Winter auch noch etwas davon hat.

Deswegen mein Tipp: Verschenk doch einen Gärtopf. Darin lässt sich nicht nur Weißkohl in Sauerkraut verwandeln – mit einem Gärtopf kann man auch so gut wie jedes andere Gemüse für den Winter haltbar machen.

Für Anfänger empfehle ich kleinere Modelle, zum Beispiel meinen absoluten Lieblingstopf in einem hübschen Pastellblau:

Kostenpunkt: 23 € | hier kaufen

Idee #5: Eine sebstgemachte Richtschnur

Geschenkideen Gärtner Richtschnur basteln Geschenkideen Gärtner Richtschnur basteln

Eine Richtschnur hilft dabei, Gemüse in Reihen auszusäen und zu pflanzen. Und das Beste: So eine Richtschnur kannst du schnell und einfach selbst basteln und verschenken. Alles, was du brauchst, sind zwei etwa 30 cm lange Stöcke mit einem Durchmesser von ca. 3 cm und eine Schnur. Die Stöcke am jeweils unteren Ende anspitzen, oben eine Kerbe ins Holz schnitzen und die Enden der Schnur an den Kerben festbinden. Fertig!

Kostenpunkt: unter 1 €

Idee #6: Eine Papiertopf-Presse

Mit einer Papiertopf-Presse kann man Pflanztöpfe aus altem Zeitungspapier herstellen. So kann man auf Plastiktöpfchen komplett verzichten! Eine tolle Geschenkidee für umweltbewusste Gärtnerinnen und Gärtner.

Kostenpunkt: 12,49 € | hier kaufen

Idee #7: Eine Auszeit verschenken

Nach der harten Gartenarbeit muss man schon mal die Seele baumeln lassen. Und wo geht das besser, als in einer gemütlichen Hängematte? Diese Fairtrade-Hängematte kann man zwischen zwei Bäumen aufhängen – zusammen mit einem Glas kühler Limonade… Perfekt!

Kostenpunkt: 89,80 | hier kaufen

Idee #8: Ein verlässlicher Leitfaden durch die Gartensaison

Geschenkideen für Gärtner Buch

Eins meiner absolut liebsten Gartenbücher: Selbstversorgung aus Biogärten von Andera Heistinger und der Arche Noah. Dieses Buch enthält alles, was man als Biogärtner wissen muss – klar verständlich und spannend zu lesen.

Wenn du mehr wissen willst, kannst du dir hier meine ausführliche Rezension anschauen.

Das Buch ist relativ teuer, aber für das Geld bekommt man auch einiges geboten: 465 Seiten geballtes Gartenwissen und tolle Bilder verpackt in einem knapp 2 kg schweren Wälzer. ;)

Kostenpunkt: 40 € | hier kaufen

Idee # 9: Ein Sonnenglas

Ein Sonnenglas ist eine Glaslaterne, die tagsüber von der Sonne aufgeladen wird und nachts wunderschön leuchtet. Sonnengläser werden unter Fairtrade-Bedingungen in Afrika gefertigt – eine tolle Möglichkeit, nicht nur die beschenkte Person glücklich zu machen, sondern auch die Menschen zu unterstützen, die das Sonnenglas hergestellt haben.

Kostenpunkt: 29,99 € | hier kaufen

Idee #10: Eine Doppelgrabegabel

Geschenkideen Gärtner Werkzeug

Doppelgrabegabeln sind ziemlich teuer, ich weiß, aber ich kann gar nicht anders, als die Doppelgrabegabel hier mitaufzuführen. Diese Grabegabel ist das beste Werkzeug, das ich in meinem Garten je benutzt habe.

Gerade wenn man darauf verzichten möchte, seine Gartenbeete umzugraben, ist es super wichtig, den Boden tiefgründig zu lockern und zu belüften. Mit einer Doppelgrabegabel kann man auch größere Flächen sehr schnell bearbeiten und schont dabei nicht nur all die wunderbaren Bodenlebewesen, sondern auch den eigenen Rücken.

Ich bin so begeistert von meiner Doppelgrabegabel, dass ich demnächst unbedingt mal einen eigenen Artikel darüber schreiben muss.

Es gibt bisher leider nur wenige Anbieter von Doppelgrabegabeln und die sind öfters mal ausverkauft, aber zumindest zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Artikel schreibe, gibt es hier noch welche zu kaufen:

Kostenpunkt: 75 bis 150 € | hier kaufen

Geschenkidee #11: Mithilfe im Garten

Die schönsten Geschenke sind meiner Meinung nach gemeinsame Erlebnisse. Und im Garten gibt es immer was zu tun. Statt einem materiellen Geschenk kannst du also auch einfach deine tatkräftige Mithilfe beim Gartenhäuschenbauen, Beeteanlegen oder einfach nur beim Unkrautrupfen verschenken.

Kostenpunkt: 0 €

Hast du noch mehr Geschenkideen für Gärtnerinnen und Gärtner? Dann lass doch einen Kommentar da! Über was würdest du dich freuen und was verschenkst du an deine Gartenfreunde?

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