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Petersilie säen – so klappt die Anzucht garantiert!

Petersilie säen steht auf deiner To-Do-Liste? Ausgezeichnet! Ob deftige Hausmannskost, ein feines Süppchen oder das Rührei am Morgen – mit ein paar Blättern frischer Petersilie wird alles gut. Für echte Gourmets sollte das grüne Kraut daher im besten Fall stets griff- und schnittbereit am Küchenfenster oder im Gemüsebeet zu finden sein.

Inhaltsverzeichnis
Petersilie säen: Die Basics
Im Haus Petersilie säen
Im Freiland Petersilie säen
Wo die wilde Petersilie wächst…

„Wozu die Mühe“, fragst du dich? „Petersilienpflänzchen im Topf gibt es schließlich überall zu kaufen!“ Stimmt. Meistens sind die Kräuter to go aber nicht dafür gemacht, langfristig gesund und kräftig zu wachsen und zu gedeihen. Die Pflanztöpfchen sind oft viel zu dicht besiedelt und nur mit schnell verfügbaren Nährstoffen – Fast Food – vollgepackt. So sehen die Kräuter im Laden zwar super aus, zuhause machen sie dann aber bald schlapp.

Doch was dein Supermarkt kann, kannst du schon lange! Ziemlich wahrscheinlich sogar besser…

Petersilie säen: Die Basics

Petersilie säen und großziehen ist nicht schwer. Du brauchst weder viel Platz noch jahrelange Gartenerfahrung. Lediglich ein paar Basics solltest du beachten. Für das nötige Know-How sorgen wir jetzt.

Eine Sache vorab: Petersilie säen ist nichts für Kurzentschlossene. Ein bisschen Geduld solltest du schon mitbringen. Denn das Peterle ist eine ganz schöne Schnarchnase. Der Langschläfer lässt sich mitunter ordentlich Zeit, bis es sich aus seinem Be(e)tt erhebt.

Bist du bereit? Dann an dein Saatgut, fertig, los! :)

  • Keimtemperatur: Zum Keimen mag Petersilie es kuschelig warm. Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius werden alle Versuche, Petersilie zu säen, vergebliche Liebesmüh sein.
  • Hell oder Dunkel? Petersilie ist ein Dunkelkeimer. Die Samen sollten von einer ordentlichen Schicht Anzuchtkompost bedeckt sein, damit sie anfangen zu keimen.
  • Keimfähigkeit: Petersilie säen erfordert Geduld und ein wenig Nachsicht. Stell dich darauf ein, dass nicht alle Samen keimen werden. Säe lieber ein bisschen mehr aus, sodass du später die kräftigsten Pflänzchen auswählen kannst.
  • Keimdauer: Bis du die ersten grünen Spitzen der gesäten Petersilie entdeckst, können Wochen vergehen. Gib nicht auf – das ist ganz normal.
  • Obacht! Die Keimung ist immer eine kritische Angelegenheit. Achte unbedingt darauf, das Saatgut die ganze Zeit feucht zu halten. Trocknet es in dieser Phase einmal aus, passiert danach wahrscheinlich gar nichts mehr.

Petersilie kannst du entweder direkt im Beet säen oder aber auch drinnen vorziehen. Wie beides funktioniert, zeige ich dir gleich Schritt für Schritt. Ich mag die Anzucht im Haus, weil sie zu fast allen Jahreszeiten möglich ist. Schon im Februar kannst du in Anzuchttöpfchen drinnen Petersilie säen.

Im Freiland musst du warten, bis es so richtig warm ist, sonst keimt die Petersilie nicht. Sie ist eben eine kleine Frostbeule – das muss man einfach so sagen. Allerdings gilt das nur für die zarten Pflänzchen. Hat sich die Petersilie erst mal zu einem ordentlichen Petrosilius Zwackelmann entwickelt, wird auch bei Minusgraden nicht mehr herumgekaspert.

Heißt: Eine gesunde Petersilienpflanze kannst du meistens völlig problemlos überwintern und im Frühjahr wieder beernten. Petersilie säen im Freiland ist deshalb besonders von Juli bis August eine super Idee.

Kleiner Tipp zur Ernte: Eine Petersilienpflanze kannst du über lange Zeit beernten. Am besten schneidest du dabei die großen Blätter außen ab und lässt das Herz stehen. Achtung! Hat deine Petersilie geblüht, dann ist die Ernte passé. Denn dann bildet sie das giftige Apiol. Aus diesem Grund sind auch die Same der Petersilie absolut tabu im Essen.

Du willst nicht nur deine Kräuter, sondern auch dein Gemüse selbst vorziehen? Dann schau doch mal in meinen Aussaatkalender, da habe ich die wichtigsten Termine schon vorgemerkt, damit du keinen mehr vergisst.

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    Im Haus Petersilie säen

    Für die Vorzucht im Haus brauchst du:

    • deine Petersiliensamen (logisch);
    • eine Schale mit Untersetzer, damit das Gießwasser abfließen kann;
    • nährstoffarmen Anzuchtkompost;
    • wenn du hast: eine Ballbrause. Wenn nicht, tut’s auch eine zerstäubende Gießkanne.

    Los geht’s: Such dir am besten einen Ort, der mit Kompost vollgekrümelt werden darf. Ich lege dafür gerne einfach etwas Zeitungspapier auf meinen Küchentisch. Dann füllst du deine Anzuchtschale bis auf zwei Zentimeter unter dem Rand mit Kompost, und drückst ihn leicht fest. Anschließend kannst du ihn hier schon mal leicht befeuchten.

    Im nächsten Schritt kommt das eigentliche Petersilie säen. Dafür streuselst du die feinen Samen auf den Kompost. Du kannst dabei ruhig großzügig sein. Die Petersilie wird hier nur eine kurze Zeit bleiben und schon bald wieder ausziehen. Du brauchst also keine Sorge haben, dass es zu eng wird.

    Auf den Samen verteilst du dann nochmal eine Schicht Kompost und füllst die Schale bis knapp unter den Rand auf. Auch hier kannst du alles noch einmal ganz leicht festdrücken.

    Was nun kommt, ist super wichtig: Wasser marsch! Erst dadurch werden die Samen zum Leben erweckt. Du hast zwei Möglichkeiten: Bad oder Dusche.

    Für die „Variante Bad“ füllst du den Untersetzer mit Wasser – dann saugt sich der Kompost von unten so richtig voll. Hierbei siehst du nach einer Weile, wie sich die Oberfläche verfärbt. Das ist dann dein Zeichen, den Untersetzer zu leeren.

    Wenn du deine Petersilie mit einer Dusche verwöhnen möchtest, dann bietet sich eine Ballbrause an. Sie sprüht feine Tröpfchen auf den Kompost und sorgt so dafür, dass dieser nicht aufgeschwemmt wird. Alternativ dazu kannst du aber auch eine Gießkanne mit Aufsatz verwenden. Wichtig ist nur, dass das Wasser nicht in einem Schwall auf dem Kompost landet.

    Petersilie beim Pikieren

    Bist du soweit? Dann darf die Schale jetzt an einen Ort wandern, wo du nicht vergisst, regelmäßig zu gießen. Wie hell dieser Ort ist, spielt vorerst übrigens keine große Rolle. Nun heißt es abwarten und gießen. Prüfe am besten täglich, ob sich der Kompost noch leicht feucht anfühlt.

    Mit ein wenig Glück zeigt sich das erste Grün nach ein paar Wochen. Dann muss die Petersilie umziehen. Zunächst mitsamt Anzuchtschale. Sie sollte nun an einen hellen, nicht zu warmen Ort wandern, an dem sie möglichst viel (Sonnen)licht bekommt.

    Hier darf sie munter vor sich hinwachsen, bis sie die ersten echten Blätter ausbildet. Damit sind die ersten Blätter gemeint, die so richtig nach Petersilienblättern aussehen. Zunächst bilden sich nämlich zwei ovale Blätter, die sogenannten Keimblätter, die noch so überhaupt nicht nach Petersilie aussehen.

    Schon gewusst? Petersilie gehört zur Familie der Doldenblütler, wie auch Möhren, Pastinaken, Dill und Sellerie. Sie alle haben sehr ähnliche, fiedrige Blätter und sehr kleine Samen. Vielleicht ist dir das beim Dill oder Petersilie säen schon mal aufgefallen?

    Zurück zur Anzuchtschale: Diese ersten echten Blätter künden den zweiten Umzug an. Jetzt wird pikiert! Wie das geht, erzähle ich ganz ausführlich in diesem Artikel. Danach musst du dich allerdings noch einmal gedulden, bis die Petersilie an ihren endgültigen Platz draußen im Pflanzkübel oder ins Gemüsebeet wandern darf. Sie muss dafür erst einmal noch kräftig wachsen. Die Pflänzchen sollten dafür ungefähr 5-7 cm hoch sein und ordentlich viele Wurzeln gebildet haben.

    Wusstest du, dass es auch bei der Platzwahl im Gemüsebeet einiges zu beachten gibt? Das klären wir gleich, wenn es um die Aussaat direkt im Beet geht.

    Im Freiland Petersilie säen

    Petersilie direkt im Beet zu säen, scheint erstmal unkomplizierter. Allerdings kann es – besonders in heißen Sommern – schwierig sein, das Saatbeet kontinuierlich feucht zu halten.

    Aber lass uns vorne anfangen… Ganz wichtig ist es, dass Petersilie-säen im Freiland nur zu bestimmten Zeiten gut funktioniert. Es muss warm sein – auch nachts dürfen die Temperaturen nicht unter acht Grad sinken. Dafür bietet sich der Sommer bis in den späten August an. Danach wird es langsam knapp – denn kühle Nächte könnten den jungen Pflänzchen schwer zu schaffen machen. 

    Im Frühjahr würde ich mit einer Direktsaat bis nach den Eisheiligen im Mai warten.

    Eine Reihe Petersilie im Beet

    Dann brauchst du natürlich den richtigen Platz für deine Petersilie. Klar, sonnig sollte er sein. Oder im Halbschatten. Ganz wichtig sind aber auch die Vormieter und die Frage, in welchem Zustand sie das Beet hinterlassen haben. Hier kommen wir zum Stichwort Fruchtfolge.

    Denn die solltest du unbedingt beachten. Sonst riskierst du, dir lästige Krankheiten und Schädlinge im Garten einzufangen. Nicht nur der Petersilie kann das schaden, sondern auch allen anderen Familienmitgliedern. Also: Wer seine Möhren liebt, der wählt den Petersilienplatz mit Bedacht. Grundsätzlich gilt: Nur jedes vierte Jahr sollte ein Doldenblütler in ein und demselben Beet wachsen. Lass die Petersilie also durch deine Beete rotieren!

    Ist das richtige Beet erstmal ausgewählt, gilt es ein feinkrümeliges Saatbeet zu bereiten. Dazu harkst du das Beet vorsichtig mit einem Rechen, zerkleinerst Klumpen und entfernst größere Stücke. Ist dein Beet sehr kompakt, kannst du es mit einer Grabegabel auflockern.

    Im nächsten Schritt ziehst du eine Saatrinne. Die sollte schon so zwei Zentimeter tief sein. Wenn du mehrere Reihen nebeneinander aussäst, sollte der Abstand zwischen den Reihen ungefähr 25 cm betragen.

    Halt, stopp – noch nicht aussäen! Hier kommt nämlich ein kleiner Hack ins Spiel: Zuerst gießen! So schwemmst du die Samen nicht davon, wenn du mit der Gießkanne ankommst. Ist das erledigt, darfst du endlich deine Petersilie säen.

    Streu die Samen ruhig großzügig in die Saatrinne. Petersilie ist dafür bekannt, nicht besonders zuverlässig aufzugehen. Mit mehr Saatgut stehst du besser da. Und entfernen und ausdünnen kannst du die Keimlinge später schließlich jederzeit. Die Saatrinne verschließt du wieder mit deinem Rechen und gießt die Saat vorsichtig an. Dann legst du ein Brett auf die Saatrinnen – auf diese Weise trocknet der Boden nicht so schnell aus. Natürlich musst du regelmäßig kontrollieren, was unter dem Brett passiert, denn sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, kommt das Brett wieder weg.

    Wie bei der Aussaat im Haus heißt es auch hier: Abwarten und Tee trinken. Und natürlich gießen. An heißen, sonnigen Tagen kann das sogar zweimal am Tag nötig sein.

    Kleiner Tipp: Markier dir die Stelle, an der deine Reihe Petersilie beginnt. Wenn du weißt, wo die Petersilie wächst, kannst du sie viel einfacher von aufkommendem Unkraut unterscheiden. Das solltest du nämlich entfernen, um deiner Petersilie ein leichtes Spiel zu gewähren.

    Wo die wilde Petersilie wächst…

    Petersilie ist nicht gleich Petersilie. Du hast die Wahl zwischen glatter und krauser Petersilie, beide hören auf Petroselinum crispum. Ja, das ist wider Erwarten kein Zauberspruch aus dem Harry Potter-Universum, sondern der hochoffizielle Name dieses kräftig würzigen Küchenkrautes.

    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    Ob glatte oder krause Petersilie ist übrigens reine Geschmacksfrage. Ich finde beides lecker, und ein bisschen Abwechslung im Beet und auf dem Teller schadet nie. Hauptsache, es ist immer genug von den würzig-frischen Kräutern da, findest du nicht? Dann gibt es auch mal eine ordentliche grüne Soße, und nicht nur das dekorative Blättchen am Tellerrand.

    Überhaupt sollte im Freiluftsupermarkt hinter dem Haus am besten immer ganz viel frisches Gemüse zu finden sein! Du findest das auch, brauchst aber noch ein wenig Unterstützung im Gemüsebeet? Dann ist mein Gemüsegarten-starten Kurs genau das richtige für dich. Schau doch mal vorbei! :)

    A propos Petersilienvariationen – da dürfen wir eine nicht vergessen: Die wildere Variante, die Wurzelpetersilie. Die sieht wiederum der Pastinake zum Verwechseln ähnlich. Es gibt aber (außer reinbeißen und probieren) einen Trick, wie du beide voneinander unterscheidest: Bei Pastinaken ist der Blattansatz nach innen gewölbt, wie eingesunken. Petersilienwurzeln haben eher einen nach außen hervorstehenden Blattansatz. Halt beide mal nebeneinander, du wirst den Unterschied klar erkennen!

    Wenn das Petersilie-säen erledigt ist und die Pastinake dich jetzt schon davon träumen lässt, was du noch so alles in deinem Gemüsebeet anbauen könntest, dann vergiss nicht, dir deinen Aussaatkalender herunterzuladen. Und dann stöber doch mal hier weiter:

    Radieschen säen und ernten – so funktioniert es garantiert!

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    Rucola anbauen – die komplette Anleitung!

    Lass uns Petersilie säen! Bist du eher Team glatte Petersilie oder Team krause Petersilie?

    Kategorie: Garten, Gemüsegarten, Kräuter

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    5 Kommentare

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hej Katharina,
        zu den Kartoffeln findest du alle Infos im Kartoffel-Artikel. Auf Youtube findest du tolle Videos dazu, wie du Pflanzenkohle herstellst – die Anregung habe ich aber aufgenommen, so dass wir in Zukunft vielleicht auch eine Anleitung veröffentlichen :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    1. Jasmin Wemmer sagt

      Liebe Marie,
      ich habe im Herbst nach deinem Rat noch Dicke Bohnen ausgesät. Die sind auch prima aufgegangen. Aber jetzt haben sie Löcher und sehen nicht gut aus. Einige Pflanzen sind ganz kaputt.
      Was könnte das sein, ein Schädling im Winter? Und was könnte ich dagegen tun?
      LG Jasmin

    2. Ute Huser sagt

      Hallo Marie, ich wollte gerne dein Aussaatkalender
      Runter laden, aber es klappt nicht ansonsten lese ich viel von dir. Videos sind auch gut aber irgendwann doch anstrengend. Danke für alles, Gruß Ute

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Ute,
        ich habe dich nochmal eingetragen und die Bestätigungsmail an dich rausgeschickt. Hast du sie bekommen? Schau am besten auch im Spam-Ordner nach :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

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