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Kartoffeln vorkeimen: Das Geheimnis einer üppigen Ernte!

DAS Geheimnis einer guten Kartoffelernte ist, die Kartoffeln vorkeimen zu lassen. Allerdings solltest du dazu nicht einfach keimende Knollen aus dem Keller nehmen, sondern schön kurze, kräftige Triebe an deine Pflanzkartoffeln zaubern. Ich verrate dir, wie du das ganz einfach hinbekommst und mit diesem Trick eine super Kartoffelernte einfährst.

Inhaltsverzeichnis
Warum du Kartoffeln vorkeimen solltest
Kartoffeln vorkeimen – aber richtig
Wie viele Kartoffeln vorkeimen?
Kartoffeln vorkeimen: Schritt für Schritt
Pflanzkartoffeln kaufen oder selber ziehen?
Saatkartoffeln: Was ist der Unterschied?

Warum du Kartoffeln vorkeimen solltest

Kartoffeln sind ziemliche Frostbeulen, denen es schnell mal zu kalt wird. Sie wollen deshalb erst relativ spät im Frühjahr ins Beet. Und leider kommt dann oft schon bald die Kraut- und Braunfäule um die Ecke, die deinen Kartoffelpflanzen auf die Pelle rückt. Oder die Kartoffelkäfer sind bereits geschlüpft und machen sich über die Kartoffeln her.

Der Trick, um trotzdem eine gute Ernte einzufahren, ist deshalb, die Kartoffeln vorkeimen zu lassen. So haben sie einen Wachstumsvorsprung und können die Zeit im Beet ausnutzen, um schön dicke Knollen zu bilden.

Beim Vorkeimen bilden die Knollen nämlich kleine Triebe, die ruckzuck zu wachsen anfangen, sobald sie ins Beet kommen – am besten natürlich in Kompostbeete. Mit diesem Blitzstart kann die Pflanze so richtig loslegen, bevor die fiesen Krankheiten und Schädlinge unsere schöne Ernte bedrohen. Mulchst du die Kartoffeln zusätzlich, geht es deinen Pflanzen so richtig gut.

Ein weiterer Vorteil vom Kartoffeln vorkeimen ist, dass deine Kartoffeln schneller loswachsen, und so einen satten Vorsprung vor Unkräutern haben. Die müssen dann sehen, wo sie bleiben. ;)

Also: Kompostbeete + Kartoffeln vorkeimen + Mulch ist deine perfekte Strategie für eine pralle Kartoffelernte.

Wenn du noch nicht weißt, welche Kartoffelsorten du als nächstes anbauen möchtest, dann schau doch mal, was bei meinem Kartoffel-Geschmacktest herausgekommen ist und welche Sorten ich dir empfehlen kann.

Kleiner Tipp: Übrigens ist die Knolle, wenn sie im Boden eingegraben ist, vor leichten Minusgeraden geschützt. Nur wenn die Pflänzchen aus der Erde schauen und es nochmal Nachtfröste gibt, ist das kritisch. Falls also Minusgrade angesagt sind, solltest du deine Kleinen mit Stroh oder einem dicken Vlies abdecken – dann war das Kartoffeln vorkeimen nicht umsonst. Weitere wichtige Tipps rund um das Kartoffeln pflanzen findest du hier.

Vorgekeimte Kartoffeln

Kartoffeln vorkeimen – aber richtig

Wir kennen es alle: Aus den Kartoffeln im Vorratsschrank kommen helle Keimtriebe. Wenn die Kartoffeln es zu warm haben, passiert es schnell, dass sie austreiben. Diese langen, dünnen Triebe sind aber eher zart und brechen sehr schnell, weswegen du sie nur bedingt zum Auspflanzen nehmen kannst. Aus ihnen wachsen zwar auch Kartoffeln – nur halt nicht so gut.

Um zu vermeiden, dass deine Kartoffeln wahllos vor sich hin keimen, gibt es aber auch den ein oder anderen Trick, mit dem du das vermeiden kannst. 

Mit Plan Kartoffeln vorkeimen hat das Ziel, kleine, kräftige Triebe mit einer grünvioletten Farbe an den Knollen wachsen zu lassen. Diese kleinen Triebe von ca. 1-2 cm brechen nicht so schnell ab und haben die ganze Power der Knolle in sich vereint, um kräftig los zu wachsen.

Wie viele Kartoffeln vorkeimen?

Bevor es mit dem Kartoffeln vorkeimen losgeht, solltest du dir überlegen, wie viele Kartoffeln du in deinen Beeten setzen willst, damit du dann die passende Menge vorgekeimte Kartoffeln parat hast.

Fürs kleine Kartoffelbeet:

Auf kleineren Flächen ist das ganz einfach: Überlege dir, wie viele Reihen Kartoffeln du in deinem Beet anpflanzen möchtest. Kartoffeln werden in der Regel mit einem Reihenabstand von 60 cm und einem Pflanzabstand von 30 cm angebaut. Das kannst du aber natürlich auch anders machen.

Wenn du im selben Abstand pflanzt wie ich, dann schaust du nun zuerst, wie viele Kartoffelreihen bei einem Reihenabstand von 60 cm in dein Beet passen. Ich fange die erste Reihe immer mit einem halben Reihenabstand Platz zum Beetrand an.

Dann misst du noch, wie lang deine Kartoffelreihen werden. Deine Beetlänge teilst du dann durch 30 cm und schaust mal, wie viele Kartoffelpflanzen du in einer Reihe unterkriegst.

Und? Wie viele sind’s? Die Zahl musst du jetzt nur noch mit der Anzahl deiner Reihen multiplizieren, und schon weißt du genau, wie viele Pflanzkartoffeln du brauchst. Keim aber ruhig ein paar mehr vor, denn vielleicht bildet die ein oder andere Kartoffel keine schönen Keimspitzen.

Kartoffelernte per Hand

Fürs große Kartoffelbeet:

Du willst eine größere Fläche Kartoffeln anbauen und möchtest deine Pflanzkartoffeln nur ungern zählen, weil es so viele sind? Dafür gibt’s auch einen Trick. Um ein bisschen Mathematik kommst du dann aber nicht drum herum… Aber keine Sorge, so kompliziert ist es nicht! Lediglich drei Faktoren solltest du dir vorher überlegen: das Gewicht deiner Knollen und den Pflanz- sowie Reihenabstand.

Wenn du diese Zahlen hast, kannst du sie einfach in die folgende Formel einsetzen, um die Anzahl zum Kartoffeln vorkeimen für 1 m2 auszurechnen:

(Knollen/Reihe) x (Reihe/m2) x (kg/Knolle)

Die Knollen/Reihe berechnest du einfach mit 1 m pro Reihe geteilt durch Pflanzabstand pro Knolle in m.

Die Reihen/m2 ergibt sich aus 1 m2 geteilt durch Reihenabstand in m.

Wenn du also deine Kartoffeln mit einem Pflanzabstand von 30 cm und einem Reihenabstand von 60 cm anbauen möchtest und deine Knollen 100 g wiegen, brauchst du folgende Menge Knollen pro Quadratmeter:

(1/0,3) x (1/0,6) x 0,1 kg = 0,55 kg

Wiegen deine Knollen 50 g und du möchtest sie mit einem Abstand von 25 cm pflanzen, bekommst du ein ganz anderes Ergebnis:

(1/0,25) x (1/0,6) x 0,05 kg = 0,33 kg

Also wieg mal schnell deine Knollen und trag die Zahlen einfach in die Formel ein. Dann weißt du, ob du genug Kartoffeln für deine neue Gartensaison eingeplant hast. :)

Gut zu wissen: Wenn deine Kartoffeln alle unterschiedlich groß sind, rechnest du einfach mit 5-6 Knollen pro m2

Kartoffeln vorkeimen: Schritt für Schritt

Sobald im Februar die ersten Frühlingsgefühle hochkommen, kannst du deine Kartoffel-Vorzucht planen. Denn 4-8 Wochen vor dem eigentlichen Pflanztermin solltest du deine Knollen dem Licht aussetzen und treiben lassen. Am wohlsten fühlen sich die Kartoffeln in einem hellen Raum bei einer Temperatur von 12-15 Grad.

Du weißt nicht, wann du deine Kartoffeln pflanzen sollst? Dann lade dir doch meinen Aussaatkalender herunter. Darin habe ich ganz viele Saat- und Pflanztermine meiner Lieblingsgemüse notiert – und da darf die Kartoffel natürlich nicht fehlen. Um zu wissen, wann du mit dem Vorkeimen beginnst, rechnest du einfach 4-8 Wochen vom Pflanztermin zurück. Das ist ja auch ein ziemlich großes Zeitfenster – da kann also eigentlich nichts schief gehen. ;)

Hol dir deinen Aussaatkalender!

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    Die richtigen Profis kitzeln mit einem kurzen Wärmestoß von 17-20 Grad zu Beginn des Kartoffeln Vorkeimens einmal alles aus der Knolle heraus. Zusätzlich härten sie die keimenden Knollen kurz vor dem Auspflanzen bei 5-10 Grad nochmal ab. Diesen Aufwand musst du aber nicht unbedingt betreiben – die Kartoffeln wachsen auch so wunderbar.

    Aber wie funktioniert denn nun das eigentliche Kartoffeln vorkeimen?
     
     Also… Die Knollen legst du dazu in eine kleine Kiste. Alternativ dazu organisierst du dir Eierkartons und ersetzt die Eier durch deine Pflanzkartoffeln. Wichtig ist, dass du die Kartoffeln nicht stapelst, sodass sie schön viel Licht abbekommen. Dann stellst du die Kiste oder die Eierkartons an einen hellen Ort mit 12-15 Grad Celsius. Wenn du Eierkartons verwendest, sollten die natürlich offenbleiben.

    Und jetzt heißt es: Warten. Das ist oft die schwierigste Disziplin als Gärtner*in, findest du nicht? Wachsen in den nächsten Wochen viele kleine grüne Triebe aus deinen Knollen, hast du beim Kartoffeln vorkeimen alles richtig gemacht. :)

    Junge Kartoffelpflanze wächst

    Die Paprika, eine Schwester der Kartoffel aus der Familie der Nachtschattengewächse, mag es übrigens auch sehr gerne, wenn sie im Februar vorgezogen wird. Hier findest du meinen kompletten Guide zum Paprika anbauen. 

    Pflanzkartoffeln kaufen oder selber ziehen?

    Warum soll ich eigentlich spezielle Pflanzkartoffeln kaufen, wenn ich selber ganz viele Kartoffeln habe? Gute Frage! Oft ist das tatsächlich gar nicht nötig. Sehen deine Knollen gesund aus, kannst du sie im nächsten Jahr zum Kartoffeln vorkeimen verwenden. Achte dabei auf ausreichende Größe: Eine optimale Pflanzkartoffel wiegt zwischen 50 und 100 Gramm.

    Tauchen jedoch Krankheiten auf, kaufst du dir besser neue Pflanzkartoffeln. Sonst riskierst du einen Totalausfall im Kartoffelbeet. 

    Hast du schwarze Punkte auf deinen Kartoffeln, haben sie sehr wahrscheinlich die Wurzeltöterkrankheit (Rhizoctoniasolani). Und faulen viele deiner Kartoffeln im Lager, musst du mit Braunfäule oder bakterieller Welke rechnen. In diesen Fällen ist es immer besser, dir neues Pflanzgut zum Kartoffeln vorkeimen zu kaufen. Auch deformierte Knollen solltest du nicht wieder pflanzen. Ja, dazu zählen auch herzförmige… Aber die dürfen herzlich gerne auf deinem Teller landen. ;)

    Auch Pflanzkartoffeln, die du kaufen kannst, stammen übrigens ausschließlich von Betrieben, deren Pflanzbestand (so heißt das bewachsene Feld bei Landwirt*innen) auf Krankheiten kontrolliert wurde.

    Was du beim Kauf von Gemüse-Saatgut beachten solltest, erzähle ich dir in diesem Artikel. Auch bei Kartoffeln lohnt es sich, deine Lieblingssorte mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

    Saatkartoffeln – der Unterschied

    Du hast schon von Saatkartoffeln und Pflanzkartoffeln gehört, und findest den Unterschied nicht? Lass dich nicht verwirren – den Unterschied gibt es nämlich gar nicht. Beide Begriffe meinen die Knollen, die wir in die Erde legen.

    Ich finde den Begriff „Saatkartoffeln“ aber sehr irreführend, denn Kartoffeln werden ja nicht gesät, sondern gepflanzt. Wir bringen ja keine Samen, sondern Teile der Wurzel der Kartoffelpflanze aus. 

    Jede der Knollen, die du erntest, ist somit genetisch identisch mit der Mutterknolle. Ja genau, deine Pflanzknolle ist eine Mutterknolle, die ganz viele Tochterknollen bildet. Kein Scherz, der Kartoffelanbau ist sehr matriarchalisch organisiert. Von einer Vaterknolle habe ich noch nie gehört. Linda, Laura, Annabelle… ich habe mich schon oft gefragt, ob dass der Grund ist, warum Kartoffelsorten vor allem weibliche Namen haben. ;)

    Fun Fact: Wenn du die Samen einer Kartoffelpflanze aussäst, wächst daraus auch etwas – und zwar sehr wahrscheinlich eine neue Kartoffelsorte. Hier kommt ein unbekannter Vater mit ins Spiel. Im Kartoffelsamen haben sich nämlich zwei Pflanzen gekreuzt (Mutter- und Vaterpflanze). Im ersten Jahr sind die Knollen an den gesäten, jungen Pflanzen allerdings winzig klein. 

    Kartoffeln aus Samen zu ziehen wäre also nicht nur sehr ungewöhnlich, sondern es würde auch wahnsinnig lange dauern, bis du die ersten Knollen ernten kannst. Da bleiben wir lieber beim Kartoffel-vorkeimen und haben dann schon bald einen vollen Erntekorb. ;)

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    Fassen wir nochmal zusammen: Kartoffeln vorkeimen ist nicht schwer, kann dir aber eine üppige Kartoffelernte bescheren. Klingt doch gut, oder?

    Damit du nicht zu viele Kartoffeln vorkeimst, rechnest du dir die Menge aus, die du brauchst. Deine Pflanzkartoffeln legst du dann ab Ende Februar/Anfang März an einen hellen, kühlen Ort in deinem Haus – am besten einlagig in einer Kiste oder einem Eierkarton. Jetzt heißt es warten und die Kartoffeln vorkeimen lassen.

    Sind deine Kartoffeltriebe klein, kräftig und von einer dunkelgrünen bis violetten Farbe, hast du beim Kartoffeln vorkeimen alles richtig gemacht – ab in die Erde damit! Und schauen deine Kartoffeln richtig gesund aus, kannst du im nächsten Jahr dein eigenes Pflanzgut verwenden – vorausgesetzt natürlich, du lagerst sie gut während des Winters.

    Fängst du gerade mit dem Gärtnern an? Dann vergiss deinen Pflanzplan nicht – und schau doch mal in diese Artikel, die könnten dich dann besonders interessieren:

    Kartoffeln ernten: Wann kann die tolle Knolle aus der Erde?

    Jungpflanzenanzucht: Gemüse selber im Haus vorziehen

    Gemüsegarten-Pflanzplan erstellen in 6 Schritten + Beispielplan

    Hast du schon mal Kartoffeln vorkeimen lassen? Schreib mir gerne von den Erfahrungen, die du beim Kartoffeltreiben gesammelt hast!

    10 Kommentare

    1. Weber, Gerlinde sagt

      Hallo Marie,

      wie warm sollte der Boden sein, wenn ich Kartoffeln auspflanzen nöchte?
      Vielen Dank für eine Antwort.

    2. Thiel sagt

      Ab wann ist den. Eine Kartoffel „sehr groß“ bzw. auch wie viele Triebe sollte sie mind. Eurer Meinung nach haben? LG

    3. Karinga sagt

      Liebe Marie, ich habe die Kartoffeln so behandelt, wie du beschrieben hast und nun werden sie grün. Ist das schlimm oder treiben sie dennoch gesund aus? Ich danke dir schon jetzt für deine fachfrauliche Antwort.

    4. Katharina Capodanno sagt

      Kann ich auch etwas“verschrumpflete“ Kartoffeln und mit hellen ca. 3-5 cm .langen Keimen aus dem Keller für Pflanzkartoffeln verwenden?

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Katharina,
        die Keime, die vorgekeimte Kartoffeln haben sollten, sind gedrungen-kräftig und grünlich-violett. Solche Triebe bilden sich, wenn du deine Knollen 4-8 Wochen vor dem eigentlichen Pflanztermin dem Licht aussetzt und treiben lässt. Am wohlsten fühlen sich die Kartoffeln in einem hellen Raum bei einer Temperatur von 12-15 Grad.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    5. Irmi sagt

      Hallo Marie, ich möchte heuer die Erdäpfel in Pflanz-Taschen anbauen. Welche Erde soll. ich dafür verwenden?
      Lg, irmi

    6. Eva Sauter- Hirschbeck sagt

      Hallo Marie,
      meine Mutter hat die Kartoffeln geviertelt, und sie dann angetrieben, d.d.keimen lassen. Wirkt sich das auf die Ergiebigkeit aus? Werdens dann weniger, weil es nur viertel ist?
      Leider ist meine Mama tot und ich kann Sie nicht mehr fragen….
      Vielen dank!

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Huhu Eva,

        wenn die Kartoffeln sehr groß sind, schneide ich sie auch gerne durch, um das Pflanzgut zu vermehren. Bis jetzt habe ich keine Ertragseinbußen bemerkt, habe die Ernte aber auch nicht akribisch abgewogen. ;)

        Viele Grüße
        Jacky von Wurzelwerk

    7. Eva Sauter sagt

      Hallo Marie,
      meine Mutter hat die Kartoffeln geviertelt, und sie dann angetrieben, d.d.keimen lassen. Wirkt sich das auf die Ergiebigkeit aus? Werdens dann weniger, weil es nur viertel ist?
      Leider ist meine Mama tot und ich kann Sie nicht mehr fragen….
      Vielen dank!

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