Garten, Selbstversorgung
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7 ultimative Tipps zum Kartoffeln lagern

Kartoffeln lassen sich nach der Ernte super lagern! Wenn du also gerade glückselig und stolz auf deinen geernteten Kartoffelberg schaust und diese Menge unmöglich auf einmal verputzen kannst, habe ich ein paar coole Tipps für dich zum Kartoffeln einlagern parat – dann kannst du auch im Frühjahr noch deine tollen Knollen aus eigenem Anbau schlemmen.

Kann ich alle Sorten von Kartoffeln lagern?

Frühkartoffeln, also Kartoffeln, die eine Kulturdauer von 90 bis 120 Tagen haben und bereits ab Juni erntebereit sind, eignen sich nicht zum Lagern. Sie haben eine zu dünne Schale und sollten innerhalb von zwei Wochen verspeist sein.

Die gemütlicheren Lagerkartoffeln brauchen dagegen 120 bis 170 Tage bis zur Ernte. Sie bilden eine robuste feste Schale aus und haben auch nichts gegen einen längeren Aufenthalt in einem Vier-Sterne-Kartoffellager einzuwenden.

Wusstest du, dass die vielen Kartoffelsorten nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern auch ganz unterschiedlich schmecken?

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Tipp #1: Raus mit den Kartoffeln: Den richtigen Erntezeitpunkt zum Kartoffeln lagern abpassen

Bis zum Herbst kannst du deine Kartoffel-Schätzchen einfach im Beet „lagern“, nach Bedarf aus der Erde buddeln und sofort in den Kochtopf werfen. 

Sobald aber erste Fröste angesagt sind, musst du deine Kartoffeln vollständig ernten. Sie sind nämlich ziemliche Frostbeulen und mögen Minusgrade überhaupt nicht gerne, im schlimmsten Fall, fangen sie an zu faulen. Außerdem verändert sich die Konsistenz und der Geschmack der Kartoffeln nach einer Frosteinwirkung – und das wollen wir vermeiden!

Damit deine Kartoffeln gut lagerfähig sind, darfst du sie aber auch nicht zu früh ernten: Das Laub sollte komplett abgestorben sein und die Schale so fest, dass du sie mit dem Daumen nicht mehr abreiben kannst. Erst dann sind deine Kartoffeln vollständig ausgereift. Am besten gräbst du erstmal eine Probekartoffel aus und machst den „Schalenreibetest“, um ganz sicher zu gehen.

In meinem Artikel zur Kartoffelernte findest du noch mehr Tipps dazu, wie du bei der Ernte alles richtig machst!

Tipp #2: Noch nicht ganz trocken hinter den Ohren: Kartoffeln (zwischen)lagern,um sie abtrocknen zu lassen

Ein trockener Tag ist ideal, um deine Kartoffeln aus der Erde ans Tageslicht zu holen. Unmittelbar nach der Ernte solltest du sie aber nicht gleich einlagern, weil sie noch zu feucht dafür sind und schnell schimmeln würden.

Am besten legst du sie deshalb an einem regengeschützten und luftigen Ort ohne direktes Sonnenlicht nebeneinander und gönnst ihnen zwei Wochen Wellness, damit sie gut abtrocknen können. Erde, die noch an ihnen klebt, lässt du einfach dran, denn sie schützt vor Fäulnis. Die Schale wird in dieser Zeit trocken und noch fester – so kannst du für einen langen Zeitraum deine Kartoffeln aufbewahren.

Wenn dir beim Kartoffelauslegen beschädigte Exemplare unterkommen, sortierst du sie aus und verputzt sie möglichst bald. Diese Kandidaten sind nämlich die ersten Kartoffeln, die schlecht werden. 

Immer nur Kartoffeln essen ist dir zu langweilig? Dann bau doch auch mal Süßkartoffeln in deinem Garten an!

Lagern von erdigen Kartoffeln

Tipp #3: Im Dunkeln ist gut munkeln: Kartoffeln lagern so dunkel wie möglich

Deine Kartoffeln sind jetzt perfekt abgetrocknet und tragen ein schickes Erdhemd? Dann nichts wie ab ins Kartoffellager mit ihnen! Sie halten sich am besten an einem möglichst dunklen Ort, der trocken und gut belüftet ist.

Wenn deine Kartoffeln nämlich zu viel Licht abkriegen, bilden sie grüne Stellen aus, die das für den Menschen giftige Solanin enthalten. Grüne Stellen an deinen Kartoffeln musst du deshalb großzügig wegschneiden. Oder du verwendest die grünen Kartoffeln als Saatkartoffeln für das nächste Jahr!

Licht sorgt außerdem dafür, dass die Kartoffeln ihren Winterschlaf für beendet halten und zu keimen beginnen. Deshalb musst du ihnen unbedingt eine Schlafmaske verpassen. ;)

Für die Kartoffel-Aufbewahrungs-Schlafmaske eignen sich eine Kartoffelkiste aus Holz, ein Kartoffeltopf aus Stahlblech oder Keramik, ein Jutesack, ein Weidenkorb oder eine Papiertüte. Wenn du keinen richtig dunklen Ort hast, kannst du dir mit einer Abdeckung aus Jute, Pappe oder Papier helfen. Wichtig ist nur, dass deine Kartoffeln nicht abgeschlossen von der Luft lagern

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    Tipp #4: IceIce Baby: Lagertemperatur beachten beim Kartoffeln lagern

    Kartoffeln haben eine natürliche Keimhemmung, die sich aber ungefähr neun Wochen nach der Ernte abgebaut hat. Das heißt für dich, dass du deinen Kartoffeln spätestens ab diesem Zeitpunkt vorgaukeln musst, dass es zu kalt und zu dunkel ist, um keck Keime herauszuschieben!

    Neben möglichst vollständiger Dunkelheit brauchst du deshalb auch eine Lagertemperatur zwischen vier und acht Grad Celsius. Kälter sollte es nicht sein, weil die Kartoffeln dann ihre Stärke in Zucker umwandeln und die Knollen einen unangenehmen fad-süßlichen Geschmack bekommen. Ein kalter aber unbedingt frostfreier und trockener Keller wäre ideal. Wenn du keinen solchen Kartoffelkeller hast, kannst du deine Kartoffeln auch auf der Terrasse oder dem Balkon in einer mit Stroh gefüllten und abgedeckten Holzkiste lagern.

    Kartoffeln im Kühlschrank aufzubewahren ist leider keine gute Idee! Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt nämlich dafür, dass die Kartoffeln schnell zu faulen und zu schimmeln beginnen.

    Tipp #5: Kartoffeln nicht zusammen mit Äpfeln lagern

    Äpfel, aber auch Pflaumen, Birnen und Zwiebeln verströmen das Reifegas Ethylen. Es sorgt dafür, dass andere Früchte schneller reifen oder zu keimen beginnen. Deshalb solltest du Kartoffeln möglichst immer in einem eigenen Raum lagern. So sind sie dem Ethylen nicht ausgesetzt und halten sich länger.

    Aus deinen eingelagerten Äpfeln kannst du übrigens ganz einfach super leckeren Apfelsaft machen, denn kannst du dann auch neben deinen Kartoffeln lagern. ;)

    Gekeimte Kartoffel

    Tipp #6: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Kartoffellager regelmäßig checken

    Wenn du alle Tipps beachtet hast und nun stolz auf dein wundervolles Kartoffellager blickst, gibt es noch eine wichtige Sache, die du beherzigen solltest: Schau deine Schätzchen einmal pro Woche sorgfältig durch, damit du faulige oder schimmelige Exemplare möglichst schnell entdeckst und wegnehmen kannst. Die stecken nämlich die anderen ruckzuck an und lassen dann die ganze Ernte verderben.

    Solltest du dabei auch gekeimte Kartoffeln entdecken, nimmst du sie ebenfalls heraus und isst sie möglichst schnell auf. Solange die Keime unter fünf Zentimeter lang sind, kannst du sie einfach abdrehen und die gekeimten Kartoffeln unbesorgt essen.

    Sind die Keime schon länger, haben die Kartoffeln zu viel Solanin eingelagert und schmecken bitter. Kartoffelkeime selber sind generell nicht zum Essen geeignet, die packst du besser auf den Kompost.

    Wenn deine Kartoffeln im Frühjahr runzelig geworden sind, kannst du sie ebenfalls noch essen, solange sie sich nicht sehr weich anfühlen.

    Tipp #7: Blick über den Tellerrand: Wie kann ich sonst noch Kartoffeln aufbewahren?

    Wenn du keinerlei Möglichkeiten hast, deine Kartoffeln im Haus oder auf dem Balkon aufzubewahren, kannst du sie auch in einer Erdmiete lagern. Dazu gräbst du ein Loch, legst es zum Schutz vor Wühlmäusen mit einem feinen Maschendraht aus und isolierst es dick mit Stroh. Darin überwintern deine Kartoffeln problemlos bis zum Frühjahr, wenn du alles gut abdeckst. Auch hier musst du regelmäßig überprüfen, ob einzelne Kartoffeln schlecht geworden sind.

    Du kannst die Kartoffeln auch gründlich mit einer Gemüsebürste abschrubben und sie ganz oder in Würfel geschnitten kochen und einfrieren. Rohe Kartoffeln einfrieren solltest du nicht: Sie werden matschig, weil ihre Zellstruktur durch die Kälte kaputt geht.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, die Kartoffeln in Scheiben zu schneiden und zu trocknen. Bevor du sie verwendest, lässt du sie dann im Wasser wieder aufquellen.

    Deine Vorratskammer ist schon prall gefüllt mit deiner Ernte? So bewahrst du den Überblick über deine Ernteschätze!

    Kartoffeln lassen sich wunderbar für mehrere Monate lagern, wenn du ihnen die passende Umgebung schaffst. Du hast also jede Menge Zeit, sie nach und nach zu genießen oder für deine Lieben die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. ;)

    Jetzt, wo du weißt wie einfach es ist, Kartoffeln zu lagern, möchtest du zum Kartoffel-Selbstversorger werden und ganz viele davon selber anbauen?

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    Welche Erfahrungen hast du mit dem Kartoffeln lagern? Ich freue mich, von dir zu hören!

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    Kategorie: Garten, Selbstversorgung

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    6 Kommentare

    1. Claudia sagt

      Hallo Marie,
      könntest Du mir erklären wie ich eine Erdmiete anlege.

      Vielen Dank und liebe Grüße

      Claudia

    2. Claudia sagt

      Hallo Marie,
      vielen lieben Dank für Deine super tollen Tipps.
      Da ich keinen kalten Keller habe, habe ich mir jetzt Waschmaschinentrommeln gekauft um meine Kartoffeln in einer Erdmiete zu lagern.
      Soll ich diese mit Stroh oder lieber mit Sand füllen?

      Für eine kurze Antwort wäre ich Dir sehr dankbar.

      Alles liebe, freu mich schon auf Deine nächsten Tipps und Videos

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hallo Claudia,
        am besten füllst du den unteren Teil der Erdmiete mit Sand für das Wurzelgemüse und packst oben noch eine Schicht Stroh in die Miete, z.B. für Kohlköpfe.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Angelika Zeitler sagt

      Hallo Marie, immer wieder lerne ich von Dir etwas Neues. Ich habe mich gewundert warum meine Kartoffeln trotz Abdunklung dauernd vergammen. Ich habe sie zusammen mit Zwiebeln in einer Kiste aufbewahrt. Danke, das probiere ich doch gleich aus! Grüße aus Nbg von Angelika

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hallo Angelika,
        hoffentlich klappt es dieses Mal besser!
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    4. liebe marie
      zwei fragen: habt ihr ein neues zu hause gefunden eigentlich? habe gesehen dass es da probleme gab im 2020 und nix neues entdeckt beim stöbern. hast du nun deine 2,5 hektaren mit schönem holzzaun und kannst nun eine quasi deutsche version von der “ferme du bec hèlouin” aufbauen mit kühe hühnern und so weiter. das wäre schön, das würde ich dir gönnen.
      und
      ewiger kohl wird empfohlen unter mehrjährigem, tönt interessant……wie ist das denn mit der kohlhernie wenn der da 10 jahre steht? zieht man sich da nicht sowas an, weil das ist ja so ne sache mit dem kohl fruchtfolge , kohlmarkierungen im boden und der kohlhernie?

      lieber gruss
      eric

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