Garten, Gemüse-Anleitungen
Kommentare 7

Kartoffeln ernten: Wann kann die tolle Knolle aus der Erde?

Hast du auch schon richtig Kohl- äh Kartoffeldampf auf deine Blauen Schweden, Granolas und Rosa Tannenzapfen, weißt aber nicht, wann der richtige Zeitpunkt für die Kartoffelernte gekommen ist? Keine Sorge, ich erkläre dir hier, woran du erkennst, dass du deine Kartoffeln ernten kannst und wie du auch schon besonders früh in den Genuss der ersten zarten Frühkartoffeln kommst. Also los geht’s!

Die Vielfalt der Erntezeitpunkte von Kartoffeln

Es sorgt meistens für reichlich Verwirrung, den richtigen Zeitpunkt zum Kartoffeln ernten abzupassen. Denn es gibt Frühkartoffeln, mittelfrühe Kartoffeln, späte Kartoffeln und sehr späte Kartoffeln.

Frühe Sorten brauchen meistens nur 90 bis 110 Tage, bis du sie aus dem Boden ziehen kannst. Sehr späte Kartoffeln hingegen fühlen sich bis 170 Tage pudelwohl in deinen Beeten. Und dann gibt es noch Sorten, deren Reifedauern irgendwo dazwischen liegen.

Pin Kartoffeln ernten
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Du siehst, eine Universalempfehlung für den richtigen Zeitpunkt zum Kartoffeln ernten gibt es nicht. Es kommt immer darauf an, welche Sorte du eingepflanzt hast. Aber auch die Witterung und der Anbauzeitpunkt wirken sich darauf aus, wann deine Kartoffeln erntereif sind. Wenn du deine Frühkartoffeln schon Anfang April gelegt und sie in kalten Nächsten in ein Vlies eingekuschelt hast, kannst du schon im Juli mit der ersten Kartoffelernte rechnen. Ich finde, diese frühen Leckerbissen schmecken immer nach warmen, satten Frühsommertagen und sind einfach super super lecker!

Kleiner Tipp: Ich koche die jungen, frisch geernteten Kartoffeln sehr gerne mit Dill und esse einfach einen knackigen Salat dazu. Ein richtiger Gaumenschmaus, findest du nicht auch?

Späte Kartoffeln wollen im Unterschied zu den Frühkartoffeln gerne bis in den September oder sogar Oktober im Beet bleiben. Wichtig ist dabei, dass du die späten Kartoffeln vor dem ersten Frost erntest. Merk dir also immer gut, welche Sorte du eingepflanzt hast. ;)

Wenn Knollen aus dem Boden wollen

Du kannst den optimalen Erntezeitpunkt also ungefähr an der Zeit abschätzen, die seit dem Einpflanzen vergangen ist. Es gibt aber auch noch weitere Zeichen, die dir zeigen, dass du deine Kartoffeln aus dem Boden holen kannst.

Oft fällt der Erntezeitpunkt ungefähr damit zusammen, dass das Kraut, also die Blätter, absterben. Du kannst Lagerkartoffeln dann noch ein bis zwei Wochen in der Erde lassen, damit die Schale nachhärtet und sich die Kartoffeln noch besser lagern lassen. Ein hundertprozentig sicherer Indikator ist das Absterben der Blätter aber nicht. In manchen Gegenden passiert das nämlich, besonders bei den frühen Sorten, fast nie.

Die Blätter deiner Kartoffeln werden bräunlich und es bahnt sich schon die gefürchtete Kraut- und Knollenfäule ihren Weg in deine Pflanzen? Jetzt solltest du wirklich zusehen, dass du die Kartoffeln aus der Erde bekommst, auch wenn die Knollen noch nicht riesig sind. Es ist so ärgerlich, wenn die Fäule in die Knolle geht. Übrigens: Weiter unten widme ich dieser fiesen Fäule auch noch einen ganzen Absatz.

Wenn du nicht ganz sicher bist, ob deine Kartoffeln schon erntereif sind, kannst du vorsichtig mit der Hand nach ein paar großen Knollen buddeln und testen, ob du die Schale der Kartoffeln mit dem Daumen abreiben kannst. Wenn du sie nicht mehr abreiben kannst, ist der lang ersehnte Zeitpunkt gekommen und du kannst sie aus dem Boden holen. Eine gut ausgereifte Schale ist vor allem bei den späten Sorten wichtig, die du längere Zeit lagern möchtest.

Kartoffeln sind geerntet und liegen auf dem dunklen Boden.

Kartoffeln in mehreren Schritten ernten

Wenn ich es nicht mehr abwarten kann, die Kartoffeln zu ernten und das Laub noch schön grün und nicht angefault ist, ernte ich die frühen Kartoffelsorten auch gerne in mehreren Schritten. Dafür buddle ich – nachdem die Kartoffeln geblüht haben – vorsichtig die größten Knollen aus und knappe sie von der Pflanze ab, ohne die Wurzeln zu verletzen.

Auf diese Weise haben die kleineren Knollen wieder mehr Platz zum Wachsen und ich eine erste – besonders frühe – Kartoffelernte. Du kannst deine Pflanzen zweimal nach dieser Art beernten, bis in der dritten Runde dann die ganze Pflanze aus dem Boden kommt.

Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan

Wenn du Lust hast, noch mehr über den Anbau von Gemüse, Mischkultur und Co zu erfahren, dann hole dir doch meinen kostenlosen Gemüsegarten-Pflanzplan! Der Plan ist so ausgelegt, dass du das ganze Jahr über frisches Gartengemüse erntest und die Beete zu jedem Zeitpunkt optimal genutzt sind.

Hier kannst du dich für die Gartentipps und den Pflanzplan eintragen:

Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

    Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

    Kartoffeln ernten: Worauf kommt es an?

    Normalerweise ist die Kartoffelernte der Moment, an dem das Beet komplett auf den Kopf gestellt wird. Das ist aber davon abhängig, wie du deine Kartoffeln angebaut hast.

    Hast du die Kartöffelchen einfach im Boden gepflanzt, lockerst du den Boden am besten vorsichtig mit einer Grabegabel. Dann kannst du die Kartoffeln leicht von Hand ausgraben. Ich liebe es, mit meinen Händen in der krümeligen Erde nach den leckeren Knollen zu graben. Vergiss dabei nicht, die Mutterknolle auszusortieren. Die ist nicht mehr genießbar und kann deine gesamte Ernte faulen lassen, wenn du sie zusammen mit den neuen Kartoffeln einlagerst.

    Wenn du deine Kartoffeln in einem Kartoffelturm angebaut hast, musst du nur die Umrandung entfernen, das Heu oder Stroh zur Seite ziehen und schon purzeln die Kartoffeln hinaus. Wachsen deine Kartoffeln in Tonnen oder großen Kübeln, entferne die Mulchschicht und grabe vorsichtig mit der Hand die Knollen aus.

    Wenn du die Kartoffeln mit meiner No Dig-Methode angebaut hast, stiftest du mit der Ernte bedeutend weniger Chaos im Kartoffelbeet.

    Geerntete Kartoffeln in den Händen.

    Du schiebst, wenn du die Kartoffeln ernten willst, zunächst den Mulch zur Seite, denn Mulch und Kompost solltest du möglichst nicht vermischen. Dann lockerst du dein Beet leicht mit einer Grabegabel auf. Sei aber vorsichtig, damit du die Kartoffeln nicht anpiekst! Nun solltest du die Kartoffelpflanzen vorsichtig aus dem Boden ziehen können, mitsamt den neuen Knollen.

    Kartoffeln pflanzen ohne das Beet umzugraben? Häh? Falls du dich fragst, wie das gehen soll, schau doch mal in diesem Artikel vorbei:

    Kartoffeln pflanzen ohne Umgraben: So funktioniert´s!

    Direkt nachdem du deine Kartoffeln geerntet hast (und dafür muss es unbedingt trocken sein) kannst du sie ein bis zwei Stunden an einem schattigen Plätzchen an der frischen Luft liegen lassen, damit die Schale weiter aushärten kann. Das macht sie besser lagerfähig. Aber Vorsicht: Bereits nach wenigen Stunden im Sonnenlicht fangen Kartoffeln an, das giftige Solanin zu bilden. Also denke daran, sie rechtzeitig in den Keller zu bringen.

    Vor allem die frühen Kartoffeln kannst du gleich nach der Ernte in die Küche verfrachten. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen bei dem Gedanken an gekochte Dillkartoffeln, Kartoffelbrei oder Sesamkartoffeln aus dem Ofen… :)

    Manche Sorten brauchen aber ein bisschen mehr Zeit, um ihr Aroma zu entfalten, und verändern durch Lagerung ihre Konsistenz, sodass sie beim Kochen nicht so zerfallen. Schau am besten mal in die Sortenbeschreibung deiner Kartoffeln.

    Die ewige Geschichte der Krautfäule und der ollen Knollen

    Ich habe sie ja oben schon erwähnt: die fiese Kraut- und Knollenfäule. Ganz besonders in nassen Sommern geht der Pilz, der dir Krankheit verursacht, schnell in die Pflanzen und sie haben kaum Zeit, große Knollen auszubilden. 

    Du erkennst eine Infektion daran, dass die Blätter der Kartöffelchen zunächst braun werden und dann auf der Blattunterseite von einem silbrig weißen Pilzrasen glasiert werden. Das ist leider leider ein ziemlich sicheres Todesurteil für die Blätter. Sie sterben frühzeitig ab. Doch damit nicht genug: Die Krankheit breitet sich auch weiter auf die Knollen aus.

    Du kannst das zumindest ein wenig aufhalten, wenn du die Stiele der Blätter abbrichst, sobald sich der Pilz an ihnen gütlich tut. Entsorge die Blätter unbedingt in der Biotonne, nicht auf dem Kompost, damit sich die Fäule nicht weiter ausbreitet.

    Kartoffellaub mit Krautfäule.

    Grundsätzlich kannst du einem Befall etwas vorbeugen, wenn du darauf achtest, die Kartoffeln von Anfang an luftig und nicht zu dicht zu pflanzen, sodass die Luft gut zirkulieren kann und Blätter schnell abtrocknen. Pflanze Kartoffeln nicht nach oder direkt neben Tomaten, weil die auch sehr anfällig für diese fiese Pilzinfektion sind. Wenn du das Immunsystem deiner Kartoffelpflanzen boosten willst, kannst du sie regelmäßig mit einem Tee aus Ackerschachtelhalm besprühen.

    Und ganz generell sind frühere Sorten weniger gefährdet als spätere, von der Kraut- und Knollenfäule überfallen zu werden.

    Kein Frieden zwischen Erdäpfeln und Äpfeln

    Kartoffeln lieben es, dunkel, luftig und bei niedriger Temperatur von 3-4 °C zu lagern. Denn je nach Sorte fangen manche Kartoffeln an, bei Temperaturen über 4°C auszutreiben. Gerade in warmen Wintern bilden sie schnell Keime. Du möchtest ja aber das Keimen bis Ende Februar verhindern, um die volle Triebkraft der Knollen zu erhalten.

    Das optimale Lagermilieu für Kartoffeln bieten daher dunkle Keller mit gestampfter Erde. Du kannst sie am besten in Holzkisten, in Leinensäcken oder lose auf Lattenroste gebettet lagern.

    Kartoffeln aus eigener Ernte im Lager.

    Wenn du keinen Keller zur Verfügung hast, musst du deine geernteten Kartoffeln mindestens dunkel lagern, denn die Knollen werden grün, wenn sie im Licht liegen, und bilden das giftige Solanin.

    Außerdem sollten Kartoffeln eingelagerten Äpfeln auf keinen Fall zu nahe kommen. Das liegt daran, dass Äpfel Ethylen absondern, das die Kartoffeln schneller verderben lässt. Wenn du darauf Rücksicht nimmst, solltest du keine Schwierigkeiten haben, die eigene Kartoffelernte zu lagern und sie so fast das ganze Jahr über zur Verfügung zu haben.

    Kleiner Tipp: Behalte dir genügend schöne Kartoffeln aus deiner Ernte als Pflanzkartoffeln fürs nächste Jahr zurück – besonders von deiner Lieblingssorte!

    Ich habe Kartoffel! Das bedeutet auf Französisch, dass man fit und energiegeladen ist. Ein ziemlich tolles und passendes Bild, finde ich. Du bist auch so ein großer Kartoffel-Fan wie ich und kannst gar nicht genug bekommen von den tollen Knollen? Dann stöbere doch einfach noch ein bisschen weiter auf dem Blog:

    Warum Kartoffeln in der Selbstversorgung so wichtig sind

    Grüne Kartoffeln nicht wegschmeißen: Mach das stattdessen!

    Kartoffeln im Winter pflanzen für eine super frühe Ernte!

    Na, hast du noch mehr Tricks für die Kartoffelernte in petto? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

    Kategorie: Garten, Gemüse-Anleitungen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    7 Kommentare

    1. Xenia Zimmermann sagt

      Hallo Marie,
      Hast Du als große Kartoffelfan schon Mal Kartoffeln aus Samen gezogen? Mich würde Deine Erfahrung in der Hinsicht interessieren. (Wie waren die Erträge, wie sahen/ schmeckten die Knollen, waren sie widerstandsfähiger? usw.)
      Viele Grüße
      Eva-Marie

    2. Sandra Wastl sagt

      Hi. Leider haben meine Kartoffelpflanzen, wegen dem vielen Regen in letzter Zeit, teilweise die Krautfäule bekommen. Ich habe heute bei einigen Pflanzen das Kraut abgeschnitten und entsorgt. Aber was mach ich jetzt mit den Kartoffeln? Soll ich sie noch einige Zeit in der Erde lassen? Wie lange kann ich sie noch drin lassen ohne das es ihnen schadet? Momentan kann man die Haut noch mit dem Finger abreiben.
      Liebe Grüße Sandra

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hallo Sandra,
        hui ja dieses Jahr ist ein richtiges Krautfäule-Jahr. Gut, dass du das Kraut abgeschnitten hast, bevor die Fäule in die Knollen wandern konnte. Die Kartoffeln kannst du noch bis zu zwei Wochen in der Erde lassen. Dann solltest du sie ausbuddeln.
        Lass dir von der Fäule nicht die Gartenfreude vermiesen.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Almut sagt

      Hallo Marie,

      In einem Video sieht man, wir Du eingelagerte Kartoffeln nach einem Jahr aus der Erde holst…unter einem Deckel. Ist das eine Erdmiete? Hast Du eine Video dazu? Liegen sie dort im Sand?

      Ueber eine Antwort wuerde ich mich sehr freuen…

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hallo Almut,
        ja genau, Kartoffeln kannst du prima in einer Erdmiete (zum Beispiel aus einer alten Waschmaschinentrommel) lagern. Die Kartoffeln und anderen Wurzelgemüse und Kohlköpfe liegen dort in Sand (unten) und Stroh (oben).
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.