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Richtig pikieren: Wann, wie, welche Pflanzen?

Wenn du gerade erst anfängst, deine Jungpflanzen selber vorzuziehen, dann steht dir bei dem Wort „Pikieren“ wahrscheinlich ein großes Fragezeichen in den Augen. Keine Sorge, dass ging mir mal ganz genauso! 

Dabei bedeutet “Pikieren” nur, dass dicht stehende Sämlinge aus einer gemeinsamen Anzuchtschale, in ihre eigenen kleinen Töpfchen verpflanzt werden.

Das Pikieren deiner Pflanzen ist super wichtig, damit sie sich zu kräftigen, gesunden Jungpflanzen entwickeln können, ohne ständig mit dicht gedrängten Nachbarn um Licht, Nährstoffe und Platz konkurrieren zu müssen.

Pikieren ist nicht schwer, es braucht nur ein bisschen Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand. Wie du deine Pflanzen am besten pikierst, welche überhaupt pikiert werden wollen und welche du lieber in Ruhe lassen solltest, das erzähle ich dir in diesem Artikel.

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Welche Pflanzen pikieren und welche nicht?

Bevor ich dir gleich eine detaillierte Anleitung zum Pikieren gebe, schauen wir uns am besten erst einmal an, welche Gemüsepflanzen überhaupt pikiert werden.

Als erstes fallen die Gemüse weg, die du besser direkt in dein Gemüsebeet säst. Ich versuche so viele Gemüse wie möglich direkt auszusäen, weil das viel weniger Arbeit macht und die Pflanzen schon früher ein tiefes Wurzelwerk ausbilden können, was in trockenen Zeiten ein großer Vorteil ist

 Diese Kandidaten säe ich direkt ins Beet: 

Kleiner Tipp: Bei Spinat oder Feldsalat mache ich manchmal eine Ausnahme und ziehe sie im Gewächshaus vor, wenn im Spätsommer noch alle Beete im Freiland belegt sind.

Dann gibt es Gemüse, die du am besten direkt in einzelne Töpfchen aussäst, weil sie eine empfindliche Wurzel haben und überhaupt nicht gerne umgepflanzt werden. Dazu gehören:

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Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

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    Nun kommen wir aber endlich zu den Gemüsepflanzen, die richtig gerne umgepflanzt werden und dadurch sogar noch im Wachstum zulegen. Dazu zählen zum Beispiel:

    • Tomaten,
    • Aubergine,
    • Paprika,
    • Chili,
    • Physalis,
    • die meisten Kohlsorten,
    • Kopfsalat

    Pflanzen Pikieren – der richtige Zeitpunkt

    Da wachsen sie nun, Tomate, Aubergine, Blumenkohl und Kohlrabi. Alle haben es sich in ihren Anzuchtschälchen auf der Fensterbank bequem gemacht und wachsen in schnellem Tempo dem Licht entgegen.

    Doch langsam wird es etwas eng in der Kinderstube. Die Keimblätter sind bereits schön ausgebildet, was für dich das Startsignal ist, dass es bald mit dem Pikieren losgehen kann.

    Generell gilt, je früher du pikierst desto besser. So verhinderst du, dass deine Sämlinge dünn und lang werden und sich in das Gegenteil von kräftigen Jungpflanzen entwickeln.

    Zu früh solltest du aber auch nicht mit dem Pikierstab um die Ecke kommen, schließlich ist das Umpflanzen ein großer Eingriff in das Leben der Pflanze.
     
     Bestenfalls hat die junge Pflanze ihre Keimblätter sowie die ersten Laubblätter ausgebildet. Das kann je nach Kultur unterschiedlich lange dauern, also hab am besten immer ein wachsames Auge auf deine Sämlinge.

    Du bist Gemüsegarten-Anfänger und hast Lust richtig viel dazuzulernen? Dann komm doch in mein kostenloses Gemüsegarten-Bootcamp, dort findest du jede Menge Tipps, um ohne viel Aufwand eine richtig dicke Gemüseernte einzufahren. Obendrauf gibt es noch eine tolle Gemeinschaft von Gärtnern, die sich alle ganz toll miteinander austauschen.

    Zum Bootcamp bitte einmal hier entlang. :)

    Pflanzen pikierenSchritt für Schritt am Beispiel der Tomate

    Um dir jeden Schritt beim Pikieren genau zeigen zu können, habe ich mir als Beispiel die Tomate ausgesucht. Tomaten werden bei uns nämlich immer pikiert, weil sie dann viiiel kräftiger wachsen. :)

    Tomaten-Pflanzen pikieren – Schritt 1: Die Vorbereitungen

    Bevor es mit dem Pikieren deiner Pflanzen richtig losgehen kann, solltest du dir zunächst alle wichtigen Utensilien zusammensuchen. Dazu gehören:

    • Pflanztöpfe
    • Reifer, fein gesiebter Kompost oder (torffreie) Gemüseerde
    • Pikierstab (Bleistift, Stöckchen oder Zahnstocher funktionieren auch)
    • Flaschenbrause, Ballbrause oder Zerstäuber
    • Wasser

    Die Töpfe, in die deine Pflanzen umziehen sollen, befüllst du am besten schon mit Erde, damit der Umzug gleich easy peasy von statten geht.

    Wenn du nun alles vor dir liegen hast, kann das Pikieren deiner Pflanzen losgehen. Das heißt, ab jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt. ;)

    Tomaten-Pflanzen pikieren – Schritt 2: Der Umzug

    Fasse deinen Sämling vorsichtig an seinen Blättern an und steche mit dem Pikierstab seitlich der Pflanze in die Erde.

    Versuche tief in die Erde zu stechen, ohne dabei die Hauptwurzel zu beschädigen. Danach drückst du den Stab mit einer leichten Hebelbewegung nach oben, um die Pflanze samt Wurzel, vorsichtig aus der Anzuchtschale ziehen zu können. 

    Wenn die Hauptwurzel sehr lang ist, kannst du sie mit dem Fingernagel oder einer Schere um circa ein Drittel einkürzen. So wird das Wurzelwachstum noch ein bisschen stärker angeregt.

    Dein Pflänzchen darf jetzt in seine neue Wohnung umziehen. Dafür drückst du mit deinem Pikierstab (oder einem Stöckchen) ein Loch in die Mitte deiner vorbereiteten Töpfe. In dieses Loch setzt du den Sämling hinein.

    Je nach Kultur ist es ganz unterschiedlich, wie tief deine Gemüsepflanzen eingepflanzt werden. Tomaten, Paprika und Auberginen zum Beispiel kannst du ruhig bis zu den Keimblättern in die Erde pflanzen. Fenchel, Salat oder Kohlrabi mögen es hingegen nicht so gerne, wenn ihnen die Erde bis zum Hals steht. ;)

    Tomaten-Pflanzen pikieren – Schritt 2: Die Eingewöhnung

    Hat jedes Pflänzchen sein eigenes kleines Erdreich bekommen, kannst du jetzt noch vorsichtig die Erde um den Sämling andrücken und die Pflanze angießen. Dafür benutzt du am besten keine Gießkanne, denn der Wasserschwall würde deine zarten Pflänzchen sofort umhauen. Stattdessen kannst du eine Flaschenbrause oder einen Zerstäuber verwenden.

    Tipp: Manchmal ist es gar nicht so leicht alle jungen Pflanzen auseinanderzuhalten, deswegen würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, kleine Markierungen oder Pflanzschilder an deinen Töpfchen anzubringen.

    Der Stärkere gewinnt…

    Auch wenn es hart ist, wahrscheinlich hast du viel mehr Gemüse ausgesät als du eigentlich Platz hast. Deswegen gilt es beim Pikieren, nur die stärksten Sämlinge rauszusuchen und umzupflanzen, schließlich möchtest du ja besonders gesunde und vitale Jungpflanzen heranziehen.

    Wenn es dir wir mir geht und dein Herz für Pflanzen riesig ist, dann kannst du schauen, ob deine noch passablen Jungpflanzen bei Nachbarn oder Freunden unterkommen können.

    Tomaten-Pflanzen pikieren Schritt 3: Die Pflege

    Die Erde von frisch pikierten Pflanzen darf nicht komplett austrocknen, das kann nämlich schnell den Todesstoß für deine jungen Pflänzchen bedeuten. Auch in die pralle Sonne solltest du deine frisch pikierten Pflanzen nicht stellen. Ideal ist ein heller Standort, der vor Wind, Regen und der prallen Sonne geschützt ist.

    In den ersten Tagen besprühe ich meine frisch pikierten Pflanzen gerne vorsichtig mit einem Zerstäuber, weil eine hohe Luftfeuchtigkeit ideal ist, bis die Wurzeln im neuen Topf angewachsen sind und die Pflanzen wieder auf festen Füßen stehen.

    Es ist übrigens ganz normal, dass die Pflanzen ein paar Tage benötigen, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Sobald sie ihre Wurzeln schön ausgestreckt haben, werden sie weiterwachsen und viele neue Blätter ausbilden. :)

    Falls du Lust hast, noch mehr über die Anzucht von Gemüsepflanzen zu lesen, dann sind diese Artikel bestimmt auch was für dich:

    Super vitale Tomaten vorziehen: Tomaten-Anzucht im Haus

    Die 7 häufigsten Fehler beim Gemüse-Anziehen – und wie du sie vermeidest!

    Jungpflanzenanzucht: Drei Gemüsearten, die du nicht im Haus vorziehen solltest

    Hast du noch weitere Tipps, wie man Pflanzen besonders erfolgreich pikieren kann? Dann schreib sie gerne in die Kommentare. :)

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    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    3 Kommentare

    1. Miry sagt

      Hallo,
      Wir sind noch relative Newbies, da wir erst seit diesem Jahr einen Garten haben. Wir haben das Glück Erde/ Mist vom Bauern nutzen zu dürfen um unsere Hochbeete zu füllen, bisher finden die Pflanzen das ganz toll. Jetzt wäre meine Frage, ob man dann dennoch eine Schicht Kompost obenauftragen soll und ob man dennoch zusätzlich düngen soll oder ob das dann vielleicht zu viel ist? Wir wären dir sehr dankbar für einen Tipp! Danke und Liebe Grüße

    2. Hallo liebe Marie,
      könntest du noch einen Beitrag über das pikieren von Gurken/Zucchini und Kohlrabi/Salat etc. machen? Interessant wäre hier gerade wie tief diese Gemüse gepflanzt werden müssen.
      Habe den Fehler gemacht Zucchini und Gurken nicht einzeln zu säen und musste diese pikieren. Sind die Pflanzen noch zu retten? Sie sind mir trotz viel Licht am Ostfenster geschossen und haben einen langen Stil.
      Was für mich und meine Freundin auch noch interessant wäre, wäre wenn du bei den Themen wie Aussaatkalender auf Regionen wie bei uns im Schwarzwald eingehen könntest. Wir haben oft nochmal im März/April Schneefall und tun uns etwas schwer deine Empfehlungen/Vorschläge umzusetzen 🙈
      Das wäre wirklich cool.

      Lieben Dank und sonnige Grüße aus St. Georgen im Schwarzwald
      Jule

    3. Kümritz sagt

      Hallo Marie,
      ich bin begeistert, wie locker und leicht Du über das Gärtnern plaudern kannst.
      Trotz Familie und Job findest Du noch Zeit.
      Inzwischen habe ich mir Deinen Aussaatkalender heruntergeladen.
      Vielen Dank, hat mir sehr geholfen!
      Ich habe ihn noch etwas verändert, da wir Kohlrabi gerne essen.
      Meine Anbaufläche erstreckt sich auf ca. 50 m2.
      Ich habe aber leider einen Garten in der prallen Sonne und im letzten Jahr in den Kartoffeln viele Drahtwürmer ernährt.
      Was habe ich falsch gemacht? Ich mulchte mit Gras, düngte im Herbst mit Schafmist und ließ die Kartoffeln wahrscheinlich auch zu lange in der Erde, da der steinharte trockenen Boden eine Ernte nicht zuließ.
      Da ich selbstgeerntete Kartoffeln liebe, baue ich diese zum größten Teil an.
      Ein Fehler war sicher auch, dass ich im zweijährigen Wechsel die gleiche Anbaustelle benutzte.
      Ich kämpfe mit meinen schweren Lehmboden, dass ich mir das Umgraben spare.
      Inzwischen versorge ich ihn mit Bokashi, doch das dauert.
      Seit 2 Jahren bin ich Rentnerin und mein Glück ist ein Gemüsegarten zu besitzen und zu gärtnern.
      Vielleicht hast Du für mich einen Rat.
      Liebe Grüße von Vroni aus Weimar

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