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Fruchtfolge planen im Gemüsegarten – Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer

Fruchtfolge Gemüsegarten Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer

Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge ist die Voraussetzung für einen gesunden Boden und einen ertragreichen Gemüsegarten. Wenn in einem Beet Jahr für Jahr die gleichen Gemüsepflanzen stehen, wird der Boden sehr einseitig beansprucht und ausgelaugt.

Auch Krankheiten und Schädlinge können dann zum Problem werden. Die sind nämlich meistens auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Wenn immer wieder genau diese Pflanze im Beet steht, tischt man ihnen geradezu ein Buffet auf, an dem sie sich ungehindert bedienen können.

Fruchtfolge planen im Gemüsegarten: Hier kommt eine Liste zu Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern und eine Anleitung, wie du die Fruchtfolge für deinen Garten planen kannst. #Garten #Wurzelwerk.Net

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Fruchtfolge planen

Deswegen ist es so wichtig, dass man das Ganze auflockert – und da kommt die Fruchtfolge ins Spiel. Man baut also nicht jedes Jahr die gleichen Pflanzen auf derselben Stelle an, sondern wechselt unterschiedliche Gemüsearten miteinander ab.

Am einfachsten geht das, wenn man die Gemüsepflanzen ihrem Nährstoffbedarf entsprechend in verschiedene Gruppen einteilt: Starkzehrer (mit hohem Nährstoffbedarf), Mittelzehrer (mit mittlerem Nährstoffbedarf) und Schwachzehrer (die weniger Nährstoffe brauchen).

Man teilt den Garten also in verschiedene Bereiche ein: einen für die Stark-, einen für die Mittel- und einen für die Schwachzehrer. Das Beet für die Starkzehrer bekommt eine gute Portion Kompost und Dünger. Im darauffolgenden Jahr baut man dort dann Mittelzehrer an. Im Boden sind dann immer noch Nährstoffe enthalten, die die Mittelzehrer nutzen können. Und im dritten Jahr dürfen sich die Schwachzehrer um die Reste prügeln. ;)

Im vierten Jahr kann man dann wieder Kompost ausbringen und Starkzehrer anbauen und das Ganze fängt von vorne an. Oder man sät stattdessen eine Gründüngung aus, darauf kommen wir gleich nochmal zu sprechen.

So rotieren die verschiedenen Pflanzengruppen Jahr für Jahr durch, der Boden wird nicht zu einseitig beansprucht und Krankheiten und Schädlinge können sich nicht so leicht ausbreiten. Damit du deine Fruchtfolge planen kannst, kommt hier eine Liste mit der Einteilung nach Stark-, Mittel- und Schwachzehrern:

Starkzehrer

  • Artischocken
  • Auberginen
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Kürbis
  • Lauch
  • Mais
  • Melonen
  • Sellerie
  • Tomaten
  • Zucchini

Mittelzehrer

  • Erdbeeren
  • Endivie
  • Fenchel
  • Karotten
  • Knoblauch
  • Kohlrabi
  • Paprika
  • Pastinake
  • Radieschen
  • Rote Bete
  • Salat
  • Spinat
  • Stangenbohne
  • Wurzelpetersilie
  • Zwiebeln

Schwachzehrer

  • Buschbohnen
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Kräuter
  • Radieschen
  • Sonnenblumen

Gründüngung

Wenn du auf einem Beet erst Stark-, dann Mittel- und dann Schwachzehrer angebaut hast, könntest du als nächstes eine Gründüngung aussäen. Mit Gründüngungspflanzen kann man den Boden verbessern. Erbsen, Wicken und Lupinen können zum Beispiel Stickstoff aus der Luft aufnehmen und ihn im Boden fixieren. Andere Gründüngungspflanzen lockern den Boden auf oder wirken bestimmten Krankheiten oder Schädlingen entgegen.

Typische Gründüngungspflanzen sind:

  • Buchweizen
  • Erbsen
  • Lupine
  • Ölrettich
  • Phacelia
  • Gelbsenf
  • Wicke

Gründüngungspflanzen werden übrigens nicht geerntet, sondern abgeschnitten und als Mulch liegengelassen. Man kann sie auch oberflächlich einarbeiten. Hauptsache, die Pflanze wird nicht abtransportiert, sondern kommt dem Boden zugute.

Fruchtfolge im Gemüsegarten: So teilst du dein Gemüse nach Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern ein. Brauchst du eine Anleitung, wie du deine Fruchtfolge planen kannst? Einfach auf den Pin klicken. :) #Garten #Wurzelwerk.Net

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Anbauplan erstellen

Fruchtfolge, Mischkultur, Vor-, Haupt- und Nachkultur… Wenn man einen Anbauplan erstellen will, muss man so viel beachten! Kein Wunder, dass dabei viele Gärtnerköpfe anfangen zu rauchen. Ich erinnere mich noch gut, wie überfordert ich am Anfang war und dass ich überhaupt nicht wusste, wo ich bei der Gartenplanung anfangen sollte.

Aber keine Sorge! So schlimm, wie es aussieht, ist das gar nicht. Wenn du Hilfe beim Anbauplan-Erstellen brauchst, verlinke ich dir hier eine Anleitung, die du Schritt für Schritt durchgehen kannst – und am Ende ist der Anbauplan fertig.

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Was sind deine Gartenpläne für 2018? Steht der Anbauplan? Und hast du noch mehr Tipps rund um die Fruchtfolge? Ab damit in die Kommentare!

Kategorie: Garten

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

8 Kommentare

  1. Conny sagt

    Hallo Marie, vor einiger Zeit hatte ich hier einen Kommentar dagelassen mit der Frage nach der “Wechselrichtung” der Beete…
    Mittlerweile habe ich schon gesät und gesteckt, aber fürs nächste Jahr interessiert es mich doch noch :-)!
    Könntest Du bitte nochmal nachkramen nach meinem Kommentar – er ist vielleicht in der Bearbeitung “stecken ” geblieben ;-) (wie leider meine Erbsen…)
    Grüße und Dank!
    Conny

    • Marie sagt

      Hey!
      Der Kommentar muss irgendwo auf der Strecke geblieben sein, das tut mir leid. Wahrscheinlich ist er im automatischem Spamfilter hängengeblieben… Worum ging es denn? Die Reihenfolge ist 1. Starkzehrer, 2. Mittelzehrer, 3. Schwachzehrer, 4. Gründüngung, dann den Boden mit ordentlich Kompost verwöhnen und wieder von vorne anfangen.
      Viele Grüße,
      Marie

  2. Conny sagt

    Hallo Marie,
    ich freu mich sehr, auf Deine Seite gestoßen zu sein – genau das, was ich gesucht habe und dann auch noch so nett geschrieben! !
    Allerdings bin ich immer noch verwirrt, was die Fruchtfolge angeht – vielleicht kannst Du mir bitte helfen? In Deinen Texten schreibst Du: im Folgejahr baut man Starkzehrer auf Gründüngungs- bzw. Schwachzehrerbeeten an / Mittel- auf Starkzehrer / Schwachzehrerbeeten auf Mittelschmerz – richtig??
    Auf der Übersichtsgrafik les ich es jedoch andersherum… müsste der Pfeil nicht eigentlich in die andere Richtung, also entgegen dem Uhrzeigersinn verlaufen?
    In meinem Buch “Praxis Biogarten” ist es allerdings so wie auf Deiner Grafik dargestellt – die andere Richtung ist für mich jedoch logischer. Wie ist es denn nun richtig? Viele grüne Grüße! Conny

    • Marie sagt

      Ah, ich hab den Kommentar noch im Spamordner gefunden. :) Genau, das hast du richtig verstanden. Auf der Grafik ist das eigentlich auch so eingezeichnet. Starkzehrer-Mittelzehrer-Schwachzehrer-Gründüngung.
      Viele Grüße zurück!
      Marie

  3. Nelli sagt

    Hallo, bin heute auf deine Berichte gestoßen und finde sie sehr sehr hilfreich! Ich werde versuchen vieles davon umzusetzen. Nun habe ich das „Problem“, dass ich im Gewächshaus (3×6) auf einer Seite Gurken (an der Wand) und Paprika (davor) habe. Auf der anderen seite Tomaten. Jetzt sehe ich, dass Tomaten und Gurken starkzehrer sind. Sie sollen aber weiterhin im Gewächshaus bleiben. Was soll ich tun? Jährlich Plätze tauschen? Jährlich düngen? Etwas bestimmtes dazwischen Pflanzen? Das wurmt mich jetzt schon ….. kannst du mir da Tipps geben? Liebe Grüße, Nelli

  4. Sandra sagt

    Hallo Marie, vielen Dank für deinen tollen Block! Du motiviert mich mit jedem Beitrag so sehr! Leider hab ich nur ein einziges Beet aber auch auf meinem Balkon baue ich Spinat und Feldsalat im Blumenkasten an… Du hast so viele tolle Ideen die ich am liebsten alle umsetzen würde. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Beitrag! Viele Grüße aus Sachsen

    • Marie sagt

      Dankeschön, das freut mich riesig!
      Vielleicht findest du ja eine Möglichkeit, irgendwann auch einen größeren Garten anzulegen. :)

  5. Pingback: Wie du einen Anbauplan für deinen Gemüsegarten erstellst - Wurzelwerk

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