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So funktioniert Mulchen! Schritt für Schritt zum Mulchbeet

Mulchen

Muchen ist wirklich der Shit, wenn es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Gemüse anzubauen. Beim Mulchen schaust du dir einfach ab, wie die Natur „gärtnert“. Da gibt es keine brachliegenden Flächen, alles ist bewachsen oder mit Laub und anderen organischen Materialien bedeckt. Oder hast du in der Natur schon mal einen nackten Boden gesehen? ;)

Während der Baum sich mit seinen Blättern selber mulcht, wenden wir diese hervorragende Technik in unserem Gemüsegarten an und sparen damit viel Arbeit und Zeit!

Es wird also höchste Zeit für einen Artikel übers Mulchen, findet ihr nicht?

Ich habe die letzten Jahre viel im Gemüsegarten rumexperimentiert. Manche Beete habe ich dick mit Mulch bedeckt und andere nicht. Eins habe ich dabei ganz sicher festgestellt: die Beete mit der Mulchschicht musste ich kaum gießen und auch von Unkräutern blieben sie weitestgehend verschont. :)

Mulchen
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Wie funktioniert Mulchen?

Mulchen ist das Abdecken des Bodens mit (meist) organischem Material. Dadurch kann das Wasser im Boden nicht so schnell verdunsten und der Boden bleibt länger feucht. Im Sommer bedeutet das für uns Gärtner*innen eine immense Arbeitsersparnis!

Außerdem wird die Planschwirkung der Regentropfen abgemildert. Ein offener Boden neigt bei starken Regengüssen zum Verschlämmen, dann werden die Bodenporen verschlossen und das Wasser kann nicht mehr so gut in den Boden infiltrieren. Auch der Gasaustausch zwischen Boden und Atmosphäre wird gehemmt. Im verschlämmten Zustand ist der Boden sehr anfällig für Erosionen. Und das gilt es zu vermeiden, denn Boden wächst ja bekanntlich nicht so gut nach. ;)

Eine organische Bodenabdeckung schützt den Boden vor Temperaturschwankungen. Davon profitieren auch die Bodenlebewesen. Die werden einerseits durch den Mulch geschützt und andererseits stellt der Mulch für sie eine gute Nahrungsquelle dar. Regenwürmer ziehen sich den Mulch zum Beispiel in ihre Gänge, wobei der Mulch und der Boden auf ganz natürliche Weise durchmischt werden. Die Aktivitäten von Regenwürmern, Mikroorganismen und Co unterstützen den Aufbau einer krümeligen Bodenstruktur und unsere Gemüsepflanzen können viel besser wurzeln.

Und das ist noch nicht alles: Wenn sich die ganzen kleinen Bodentierchen und Mikroorganismen am Mulch gütlich tun, werden auch wertvolle Nährstoffe für die Gemüsepflanzen freigesetzt. Außerdem keimen durch die Mulchschicht viel weniger Unkräuter, was natürlich super praktisch ist!

Welche Materialien eignen sich zum Mulchen?

In der Praxis werden die unterschiedlichsten Materialien zum Mulchen benutzt: Stroh, Heu, Holzhackschnitzel, Rindenmulch, Pappe, Erntereste, Silage, Grasschnitt oder Rasenschnitt und auch Folien oder Gewebestoffe aus Plastik. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile, auf einige gehe ich weiter unten im Artikel nochmal ausführlicher ein. ;)

Mulchen

Generell kannst du dir aber merken, dass grünes, frisches Material schnell zersetzt wird und reich an Stickstoff ist. Wohingegen braunes, holziges oder strohiges Material langsamer abgebaut wird und die Pilze und Bakterien dem Boden für die Zersetzung sogar noch Stickstoff entziehen. Die braunen Materialien enthalten nämlich wesentlich mehr Kohlenstoff und weniger Stickstoff.

Auch beim Mulchen spielt also das Verhältnis von kohlenstoffhaltigen (C) zu stickstoffhaltigen (N) Ausgangsmaterialien eine große Rolle. Du solltest beim Mulchen ein C:N-Verhältnis von 15 bis 20:1 anstreben. Deswegen mischst du braune Materialien zum Mulchen am besten immer mit grünen Materialien (zum Beispiel Holzhackschnitzel + Grasschnitt), sonst droht deinen Pflanzen ein Stickstoffmangel.

Tipp: Auch ein Guss mit Brennnesseljauche bringt Stickstoff in das Mulchmaterial!

Mulch selbst herstellen

Im Garten fallen viele organische Materialien an, die du super gut zum Mulchen verwenden kannst. Grasschnitt beim Mähen oder Holzhackschnitzel und Laub beim Beschneiden der Bäume und Sträucher im Garten. Wenn du ein Beet frei hast, kannst du auch gezielt Gründüngerpflanzen wie Klee anbauen, um diese später zum Mulchen zu benutzen.

Dabei ist wichtig, dass du die Pflanzen während der Blüte schneidest, denn später besteht die Gefahr, dass sich schon Samen gebildet haben, die du dann durch das Mulchen in deine Gemüsebeete einträgst.

Mulch kaufen

Wenn in deinem Garten nicht genug Material zum Mulchen anfällt, kannst du natürlich auch Mulch kaufen. Stroh und Heu findest du auf dem nächsten Bauernhof. Holzhackschnitzel gibt es häufig sehr günstig bei Baumpflegebetrieben.

Mulchen gegen Unkraut

Wir haben so gut wie gar kein Unkraut im Garten. Das erreichen wir durch eine Kombination von Mulchen und meiner liebsten Beet-Anlege-Technik.

Eine dicke Mulchdecke unterdrückt auf unseren Beeten die Samenunkräuter, sodass ich kaum Unkraut zupfen muss. Wurzelunkräuter wie Quecke oder Winde sind da aber etwas hartnäckiger und können die Mulchschicht leicht mal durchstoßen. Wenn du meine Beet-Anlege-Technik mit der Mulch-Technik kombinierst, wirst du aber sehr gute Ergebnisse erzielen und viel weniger jäten müssen.

Falls du meine Beet-Anlege-Technik noch nicht kennst: Ich habe einen kostenlosen Mini-Videokurs erstellt, in dem ich dir Schritt für Schritt zeige, wie du die unkrautfreien Kompostbeete anlegst.

Trag dich gerne hier ein:

Mach mit beim Beete anlegen-Minikurs!

Ich zeige dir, wie du einfach und schnell neue Gemüsebeete anlegst, die jahrelang nahezu unkrautfrei bleiben und schon im ersten Jahr super Erträge abwerfen.

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    Gemüsebeete mulchen

    Du kannst alle Gemüsearten, Beerensträucher und Obstbäume mulchen. Auch die Zwiebeln, bei denen viele vom Mulchen abraten, bekommen von mir eine ordentliche Portion Mulch ab.

    Am liebsten mulche ich meine Gemüsebeete mit einer Mischung aus Holzhackschnitzeln und Grasschnitt. Für die Starkzehrer gibt es noch eine Portion Mist von unseren Hühnern dazu!

    Der beste Zeitpunkt zum Mulchen

    Vor der Aussaat wird der Mulch zum Beetrand gezogen und erst wieder auf der Beetfläche ausgebracht, wenn die Gemüsepflanzen einige cm groß sind. Wenn du deine Pflanzen direkt einpflanzen möchtest, dann kannst du den Mulch auch einfach nur punktuell beiseite ziehen und ansonsten auf dem Beet liegen lassen. Weil die Mulchschicht von den Bodenlebewesen zersetzt wird, kann mehrmals im Jahr frischer Mulch ausgebracht werden.

    Wie viel Mulchmaterial ausbringen?

    Die Mulchschicht auf deinen Beeten sollte mindestens 10 cm dick sein. Durch eine dünnere Mulchauflage wachsen Unkräuter nämlich einfach durch und der Boden ist nicht gut genug bedeckt, um auch in Trockenperioden noch feucht zu bleiben. Gemüsearten wie Kopfkohl mulche ich sogar bis zu 40 cm dick.

    Mulchen

    Mulchen mit Grasschnitt

    In den meisten Gärten fällt viel Grasschnitt an und es mag verlocken, diesen Grasschnitt direkt in großen Mengen auf den Beeten auszubringen. Wenn du allerdings zu viel Grasschnitt auf einmal ausbringst, fängt dieser häufig an zu klumpen und zu schimmeln. Deswegen sollte deine Mulchschicht aus reinem Rasenschnitt maximal 5 cm dick sein und am besten lässt du den frischen Rasenschnitt vor dem Ausbringen etwas antrocknen. Das C:N-Verhältnis von Grasschnitt liegt etwa bei 10:1.

    Mulchen mit Stroh, Laub oder Holzhackschnitzeln

    Wenn du deine Beete mit diesen Materialien Mulchen willst, dann bedenke das weite C:N-Verhältnis. Laub und Stroh haben nämlich C:N-Verhältnisse von 50 bis über 100:1. Und Holzhackschnitzel können sogar noch höher liegen. Damit es nicht zu einer Unterversorgung von Stickstoff für deine Pflanzen kommt, solltest du unbedingt stickstoffhaltige Materialien einmischen.

    Kleiner Tipp: Die kantigen Holzhackschnitzel werden bei mir von den Schnecken gemieden, während Stroh sie eher anzieht (;

    Mulchen mit Rindenmulch

    Dieses Material ist ein Nebenprodukt aus der Fortwirtschaft und besteht meistens aus gehäckselter Rinde von Fichten, Kiefern und Douglasien. Der Nachteil von Mulchen mit Rindenmulch ist, dass diese Nadelgewächse viele Gerbstoffe enthalten. Die können zwar nützlich für die Unterdrückung von Unkraut sein, aber auch bei den recht zarten Gemüsepflanzen können dadurch Wachstumsstörungen auftreten. Deswegen würde ich Rindenmulch für das Staudenbeet oder für Wege nutzen, aber nicht für das Gemüsebeet. Da auch Rindenmulch ein weites C:N-Verhältnis besitzt, nicht vergessen Stickstoff zuzuführen.

    Mulchen mit Silage

    Silage ist durch Milchsäurebakterien haltbar gemachter Grasschnitt. Im Frühjahr, wenn die Gartensaison losgeht, herrscht häufig ein Mangel an grünen Mulchmaterialien. Da liegt der Vorteil von Silage auf der Hand, diese ist nämlich, einmal siliert, jederzeit einsatzbereit. Natürlich bedeutet die Herstellung von Silage auch einen Mehraufwand an Arbeit, aber manchmal ist es die ja auch Wert (;

    Bei der Ausbringung von Silage als Mulch muss man allerdings miteinplanen, dass sie am Anfang etwas Ammoniak ausgast. Dadurch können Gasschäden an der Pflanze entstehen, die man verhindert, wenn man die Silage etwa 2 Wochen vor der Pflanzung auf dem Beet ausbringt. Das C:N-Verhältnis von Silage liegt etwa bei 15:1.

    Mulchen mit Folie oder Bändchengewebe

    Diese Mulchmaterialien sind ziemlich effektiv darin Unkräuter zu unterdrücken, sogar Wurzelunkräuter haben es bei dem dicken Bändchengewebe schwer. Die schwarze Farbe der Folie kann insbesondere wärme liebenden Pflanzen, wie Melonen oder Auberginen zugutekommen.

    Allerdings bestehen die meisten Folien aus Plastik und es fällt jede Menge Müll (und auch Mikroplastik) an, wenn diese kaputt gehen. Deinen Bodenlebewesen machst du mit der Plastikfolie auch nicht die größte Freude. Es gibt mittlerweile zwar auch biologisch abbaubare Folien, aber diese müssen jedes Jahr wieder neu gekauft werden.

    Bändchengewebe sind robuster und können mehrere Jahre benutzt werden. Ich bin jedoch kein allzu großer Freund von Mulchen mit Plastik im Gemüsebeet und setze lieber auf natürliche Materialien.

    Wenn dich das Thema „Mulchen“ interessiert, dann schau doch gerne auch bei diesem Artikel vorbei:

    Die 7 größten Fehler beim Mulchen von Gemüsebeeten

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

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