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Dünger selber machen: Brennnesseljauche herstellen!

Brennnesseljauche herstellen mit Gesteinsmehl

Heute zeige ich dir, wie du ganz einfach und schnell Brennnesseljauche ansetzen kannst, um ein nahrhaftes Futter für deine Gemüselieblinge oder ein Mittel gegen fiese Schädlinge herzustellen. Deine Pflanzen werden dir mit einem gesunden Wachstum und – besonders wichtig – mit einer fetten Ernte danken. Versprochen! ;)

Was Brennnesseljauche alles kann!

Talent #1: Brennnesseljauche ist ein toller natürlicher Dünger, den du selber machen kannst und der alles enthält, was sich das Gemüseherz wünscht. Weil die enthaltenen Nährstoffe sofort verfügbar sind, wächst und gedeiht das Gemüse in deinen Beeten prächtig, wenn du es regelmäßig mit Brennnesseljauche düngst.

Talent #2: Brennnesseljauche gibt kleinen Gemüse-Trödelnasen einen sanft-nachdrücklichen Schubs. So aktiviert, erwachen sie aus ihrem (Dämmer-)Schlaf und laufen zu Höchstleistungen auf. Wachstumsstörungen sind dann Schnee von gestern!

Talent #3: Wenn es dir einmal wortwörtlich die Petersilie (und andere Pflanzen) verhagelt haben sollte, hilft Brennnesseljauche den Pflanzen dabei, über Wetterschäden hinwegzukommen und gesund weiterzuwachsen. Auch Platzregen oder anhaltende Trockenheit meistern deine Pflanzen mit einem regelmäßigen ordentlichen Schluck Brennnesseljauche im Gießwasser viel besser.

Zum Thema “Trockenheit meistern” kannst du übrigens hier weiterlesen: Mit diesen Tricks musst du kaum noch gießen!

Talent #4: Sollten deine Gemüse einen Schädlingsüberfall zu verkraften haben, kannst du ihnen im Kampf beistehen und mit Brennnesseljauche gegen Blattläuse und Co vorgehen. So schlägst du diese Plagegeister schnell in die Flucht und rettest deine armen Lieblinge!

Brennnesseln für Brennnesseljauche

Was genau ist da eigentlich drin in dem Brennnesselsud?

Die wertvollen Inhaltsstoffe von Brennnesseljauche sind vor allem Stickstoff, Kalium und Kieselsäure. Außerdem enthält sie noch Pflanzenhormone, Vitamine und wachstumsfördernde Enzyme.

Hört sich wie ein Wellness- und Beautyprodukt an? Ist es auch! ;)

Wenn du eine Brennnesseljauche ansetzt, erhältst du ein wunderbares Kraftpaket für deine Pflanzen, das sie düngt und kräftigt. Da kann einer super Ernte eigentlich nichts mehr im Weg stehen!

Du möchtest das Beste aus deinem Garten herauszuholen? Dann lad dir gerne meinen fix und fertigen Gemüsegarten-Beispielplan herunter, da habe ich schon alle wichtigen Dinge berücksichtigt und du musst keine Fruchtfolgen mehr ausknoblen – was schnell mal zu rauchenden Köpfen führen kann. ;)

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    Nichts wie her mit diesem Wundermittel – Die ultimative Anleitung zum Brennnesseljauche herstellen!

    Für deine Brennnesseljauche brauchst du:

    • Gefäß (nicht aus Metall) mit Deckel  
    • Handschuhe
    • Brennnesseln
    • Gartenschere
    • Regenwasser (Leitungswasser geht auch)
    • Urgesteinsmehl
    • Stock zum Umrühren

    Zunächst erntest du (mit festen Handschuhen!) Brennnesseln, die noch nicht blühen oder Samen tragen. In jungen Pflanzen steckt nämlich die meiste Kraft und sie können sich in deinen Beeten nicht ungewollt vermehren.

    Psst, kleiner Tipp: Die Pflanzen sollten am besten nicht direkt an einer stark befahrenen Straße stehen.

    Dann schneidest du die Brennnesseln mit einer Gartenschere klein, gibst sie in den Eimer und gießt mit Wasser im Verhältnis 1:10 auf. Jetzt rührst du mit dem Stock alles gut um und deckst dein Gefäß mit dem Deckel oder einem Untersetzer ab. So können keine Insekten hineinfallen und Regen verdünnt dir nicht deinen Ansatz.

    Stelle den Eimer am besten weit entfernt von Haus und Nachbarn in die Sonne – so beginnt dein Brennnesselsud schnell zu gären und verschont empfindliche Riechorgane mit seinem strengen Geruch. Mit 1-2 Handvoll Urgesteinsmehl pro 10 Liter Jauche bist du dem Mief aber eine Nasenlänge voraus und bindest die schlimmsten Ausdünstungen. ;)

    Einmal täglich rührst du jetzt alles gut um, damit genügend Sauerstoff an deinen Brennnesselsud gelangt und die Gärung zügig vorangeht.

    Brennnesseln

    Aller guten Dinge sind drei: Diese Möglichkeiten bietet Brennnesseljauche

    Möglichkeit #1: Junge Brennnesseljauche gegen Blattläuse einsetzen

    Junge Brennnesseljauche ist ungefähr vier bis sieben Tage alt und blubbert und schäumt noch kräftig beim Umrühren. Wenn du deine Gemüse gegen Schädlinge verteidigen möchtest, verdünnst du die Jauche in diesem Stadium 1:50 und sprühst sie an einem bedeckten Tag oder abends auf die Blätter deiner befallenen Schützlinge.

    Möglichkeit #2: Jungpflanzen mit junger Brennnesseljauche einen guten Start geben

    Wenn aus deinen Jungpflanzen Teenager geworden sind, die du ins wilde Leben entlassen und in deine Beete pflanzen möchtest, kannst du sie nach dem Austopfen in junge Brennnesseljauche tauchen. Das stärkt Wurzeln und Abwehrkräfte und erleichtert deinem Gemüse das Anwachsen und heimisch werden im neuen Boden.

    Deine Jungpflanzen sind noch nicht so kräftig, wie du sie dir wünscht? Dann schau mal hier vorbei: So ziehst du kräftige Jungpflanzen vor!

    Mit Brennnesseljauche düngen

    Möglichkeit #3: Pflanzen mit fertiger Brennnesseljauche düngen und kräftigen

    Nach 10 bis 20 Tagen ist dein Brennnesseldünger fertig. Du erkennst das daran, dass es beim Umrühren nicht mehr schäumt und die Flüssigkeit eine dunkelbraune Farbe angenommen hat.

    Jetzt siebst du alles ab. Die übrig gebliebenen groben Bestandteile der Brennnesseln kommen auf deinen Kompost und tun da noch ein gutes Werk. Ausgereifte Brennnesseljauche ist ein Konzentrat, das du unbedingt verdünnen musst, weil es sonst viel zu scharf für deine Pflanzen wäre. Deshalb gibst du im Verhältnis 1:20 Wasser dazu und achtest darauf, weder Blätter noch Stängel mit dem Gießwasser zu beregnen.

    Deine Gemüse schwächeln ein wenig und wollen nicht richtig wachsen? Auch dafür eignet sich Brennnesseljauche hervorragend! Alle ein oder zwei Wochen gießt du sie 1:20 verdünnt und verhilfst ihnen so zu ungeahnter Stärke und Pracht. :)

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    Wie oft soll ich mit Brennnesseljauche düngen?

    Starkzehrer düngst du alle drei bis vier Wochen, Schwachzehrer nur zur Kräftigung oder bei Schädlingsbefall. Am besten setzt du immer wieder neue Brennnesseljauche an, damit du während der Gartensaison jederzeit welche zur Verfügung hast.

    Wie lange ist Brennnesseljauche haltbar?

    Wenn du deine Jauche dunkel, kühl und abgedeckt aufbewahrst, ist sie ziemlich lange haltbar. Falls du Schimmel auf der Oberfläche entdeckst, entsorgst du die Brennnesseljauche komplett auf dem Kompost.

    Je länger du sie lagerst, gehen allerdings immer mehr Nährstoffe verloren und die Düngekraft nimmt im Laufe der Zeit ab. Deshalb schenkst du übrig gebliebene Brennnesseljauche im Herbst, wenn die Dünge-Saison zu Ende geht, am besten deinem Kompost oder du schüttest sie verdünnt auf abgeerntete Beete. Im nächsten Jahr kannst du dann wieder neuen Brennnesselsud ansetzen.

    Du siehst, natürlichen Dünger selber zu machen ist gar nicht schwer und hat soo viele Vorteile. Also nichts wie los, Brennnesseln ernten und verjauchen! Deine Gemüse werden es dir danken!

    Falls du noch mehr darüber lesen möchtest, wie du erfolgreich Gemüse anbaust, schau gern auch hier vorbei:

    Gemüseanbau für Dummies: In 9 Schritten zur dicken Ernte!

    Wie mein Garten fast von selbst unkrautfrei bleibt

    Tomaten richtig düngen: Meine geheime Düngermixtur ;)

    Welche Tricks hast du auf Lager, um den Geruch von Brennnesseljauche zu binden? Ich freue mich von dir zu hören! :)

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    15 Kommentare

    1. Beta Pfeiffer sagt

      Hallo Marie
      Vielen Dank für deinen super tollen Blog.
      Irgendwo in einem Youtube Video hast du mal die Anwendung von Brennnesselsud, also nicht Brennnesseljauche gezeigt. Der Ansatz war ja derselbe, wie lange stehen lassen und ohne zu verdünnen und wie und wozu wird der Sud angewendet?
      Liebe Grüße Beta

    2. Chris sagt

      Hallöchen,

      vielen Dank für den Artikel. Müssen die Brennnesseln frisch sein oder gehen auch getrocknete? Ich habe welche geerntet, habe sie aber noch nicht verarbeitet und nun sind sie getrocknet :D.

      Gruß

      Chris

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Hey Chris,

        du kannst auch getrocknete Brennnesseln verwenden! :)

        Viel Spaß und beste Grüße,
        Jacky von Wurzelwerk

    3. Birgit Eh sagt

      Hallöchen Marie,ich finde deine Seite ganz toll und interessant.Zum Thema Jauche würde mich mal interessieren,ob jemand Erfahrung mit Beifußjauche hat.Der wächst bei uns wie doll und ich dachte,vielleicht könnte er sich auf dem Wege mal nützlich machen.
      Liebe Grüße
      Birgit

    4. Nicola sagt

      Meine Brennesseljauche steht auch schon im Garten und arbeitet vor sich hin.. noch schäumt es. Kann es irgendeinen Nachteil haben, wenn man sie dann schon verwendet und nicht wartet bis sie ganz fertig ist?
      Und wenn ich sie mal ganz schnell brauche, wie lange muss sie mindestens stehen bevor ich meinen Pflanzen damit was gutes tun kann, indem ich sie damit gieße?

      Danke für den super Blog und die schönen Videos!
      Ganz liebe Grüße und danke schon mal im Voraus für die Antworten 😊

    5. Annemarie sagt

      Hallo Marie,
      zunächst mal danke für die tollen Artikel, die sind wirklich sehr hilfreich ;)
      Ich habe in meinem Garten selber auch schon oft Brennesseljauche eingesetzt und bin von dem Zeug ziemlich begeistert.
      Jetzt zu meiner Frage: ich versuche gerade für mein Studium zum Thema Pflanzenjauchen zu recherchieren, finde aber wenig bis gar keine Quellen zu dem Thema. Kann es sein, dass das Thema einfach kaum erforscht ist, oder gibt es dazu Studien usw, die ich nur nicht gefunden habe? Weißt Du da was?

    6. Flurina sagt

      Liebe Marie
      Ich habe schon seit einigen Jahren einen kleinen Familien – /Schrebergarten. Ich stelle auch jedes Jahr Brennesseljauche her, doch irgendwie ist der Boden weiterhin recht mager oder zu lehmig. Ich möchte sehr gerne Kompostbeete anlegen muss aber noch suchen woher ich soviel Kompost für nicht zu viel Geld herholen kann. In unserem Gartenareal wird im Herbst immer Champost, also sterilisiertes Champignonsubstrat angeboten. Kennst du dich damit aus? Ich könnte mir vorstellen, dass darin Pestizide versteckt sein könnten und der Gedanke, dass es sterilisiert wurde, lässt mich auch nicht gerade an ein reiches Bodenleben denken… Würdest du sowas für die Kompostbeete verwenden?

    7. Kerstin Schnauder sagt

      Kann ich die Jauche auch für meine blühenden Balkonpflanzen verwenden?

      • Marie sagt

        Die Jauche riecht nach dem Ausbringen manchmal ein bisschen streng, was du aber durch das Gesteinsmehl ganz gut binden kannst. Davon abgesehen kannst du sie auch wunderbar für Balkonpflanzen und Blumen verwenden. :)

    8. Chris Sroka sagt

      Hallo Marie.
      Ich folge dir schon eine gewisse Zeit.
      Was du veröffentlichst ist sehr hilfreich, da ich Frischling bin was die Selbstversorgung angeht.
      Jetzt hab ich ein Problem und weiß mir nicht weiter zu helfen, meine ganze Anzucht wächst zu schnell und geht ein.
      Ich weiß nicht was ich verkehrt mache.
      Vielleicht kannst du mir helfen.

      Lg.

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Hallo Chris,

        das klingt ja nicht so schön. Kannst du deine Pflanzen kühler stellen, so zwischen 16 bis 18°C? Dann wachsen sie nicht zu schnell. Vielleicht kannst du ein paar Kandidaten auch schon abhärten und nach draußen pflanzen? Da kommt es natürlich drauf an, was du alles vorgezogen hast!

        Viele Grüße,
        Jacky von Wurzelwerk

    9. Malte sagt

      Moin, ich hab gerade nach dem Jäten im Erdbeerbeet Jauche aus Hahnenfuß und Ampher angesetzt, das riecht in richtung Erdöl und ist schwarz. Könnte das schädlich sein für das Gemüse, oder das Gemüse sogar ungeniessbar machen? Immerhinn hat der Ampher viel Oxalsäure und der Hahnenfuß ist ja auch eine Giftpflanze.

    10. Ulrike Schwaderer sagt

      Hallo Marie,
      vielen Dank für deine tollen Videos, zur Jauche habe ich die Frage, ob du jeweils die Pflanzen extra ansetzt oder auch mischt. Brennnessel mit Beinwell und Schachtelhalm?
      Gerne hätte ich auch einen Tipp für ein gutes Gewächshaus.
      Kannst du einen Hersteller empfehlen?
      Ganz liebe Grüße aus Ulm
      von Ulrike

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Hallo Ulrike,

        ich mache beides, Brennnesseln und Beinwell verjauche ich auch gerne zusammen. Den Ackerschachtelhalm setze ich gerne extra an, weil ich diese Jauche generell als Stärkungsmittel verwende und nicht explizit als Dünger. Du kannst aber prinzipiell auch alles zusammenmischen. Kommt drauf an, was du mit der Jauche vor hast!

        Marie hat ihr Gewächshaus bei Gewächshausplaza gekauft und war dort sehr zufrieden (unbeauftragte Werbung). ;)

        Viele Grüße,
        Jacky von Wurzelwerk

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