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Weiße Fliege natürlich bekämpfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Weiße Fliege

Bestimmt kennst du auch eine Gespenstergeschichte, in der eine weiße Frau ruhelos umherspukt und Unglück verbreitet. Eine ganz reale weiße Erscheinung, die im Gemüsegarten eine Menge Murks veranstaltet, ist die Weiße Fliege.

Obwohl es eine sehr kleine Weiße Fliege ist, kann sie deinem Gemüse ganz schön zusetzen und deine Ernte gefährden, wenn du nichts gegen sie unternimmst.

In diesem Artikel zeige ich dir deswegen, wie du mit ganz einfachen Methoden und Hausmitteln dein Gemüse vor diesem hartnäckigen Schädling rettest und so dem Spuk schnell ein Ende bereitest – und zwar BEVOR ein Unglück geschieht. ;)

Weiße Fliege
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Sind das Weiße Fliegen in meinen Beeten?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir sie uns mal ganz genau an:

Die Weiße Fliege ist zwei bis drei Millimeter groß und hat weiße, mit Wachsstaub bedeckte Flügel. Die Spannweite ihrer Flügel beträgt ungefähr fünf Millimeter.

An der Unterseite der Blätter entdeckst du bei einem Weiße-Fliege-Befall ovale Eier. Die sind ungefähr 0,2 Millimeter groß und erst gelb-grün und später dunkel gefärbt.

Sobald ihr Gefahr droht, stößt sie sich mit ihren kräftigen Hinterbeinen ab und flüchtet. Wenn du also auffliegende weiße Punkte in deinem Gemüsebeet bemerkst, kannst du sicher sein, dass du viele ungebetene Gäste auf deinen Pflanzen hast.

Die Weiße Fliege ist nicht besonders wählerisch – auf ihrem Speiseplan stehen eigentlich alle Pflanzen, bevorzugt aber Kohl, Gurken, Tomaten und Bohnen.

Diese kleinen Plagegeister gehören übrigens zu den Mottenschildläusen und damit zu den Pflanzenläusen. Wenn du in deinem Garten auch mit anderen Blattläusen zu kämpfen hast, schau gerne mal hier vorbei:

Die 4 wirksamsten Tipps gegen Blattläuse – ohne Chemiekeule!

Weiße Fliege

Wie schadet die Weiße Fliege deinem Gemüse?

Die Larven der Weißen Fliege saugen Pflanzensaft aus den Blättern, wobei sie auch richtig fiese Viren übertragen können.

Auf der Blattoberseite entstehen dadurch weiß-gelbe Sprenkel. Auf der Blattunterseite findest du eine Wachsschicht und mittendrin die kleine Übeltäterin – mit vielen, vielen Eiern um sich herum.

Blätter und Stiele der befallenen Pflanze sind außerdem mit einer süßen, pappigen Schicht, dem Honigtau, verklebt. Die Larven der Weißen Fliege können nämlich den im Pflanzensaft enthaltenen Zucker nicht verwerten und scheiden ihn wieder aus. Dadurch entsteht dieser klebrige Belag auf den Blättern, den die sogenannten Rußtaupilze richtig lecker finden.  

Bei so einem reichhaltigen Buffet siedeln sich die Rußtaupilze liebend gerne an– und schon hat dein Gemüse mit dem nächsten Widersacher zu kämpfen.

Die Blätter vergilben und fallen ab, die Pflanze leidet unter Wachstumsstörungen und Früchte haben Missbildungen – da blutet einem das Gärtnerherz, oder?

Weiße Fliege

Vorbeugen ist besser als heilen

Damit du erst gar nicht durch Weiße-Fliege-Wolken in deinen Beeten laufen musst, habe ich ein paar Tipps für dich, wie du diesen Schädling von deinem leckeren Gemüse fernhalten kannst:

  • Engmaschige Gemüseschutznetze sorgen dafür, dass die Weiße Fliege keine Eier an den Blättern ablegen kann. Du solltest aber trotzdem regelmäßig kontrollieren, ob sich nicht doch ein paar hartnäckige Exemplare unter das Netz geschummelt haben und sich dort in aller Ruhe vermehren!
  • Hecken, Trockenmauern und Insektenhotels sind außerdem nicht nur super schöne Gestaltungselemente im Garten, sondern bieten den natürlichen Feinden der Weißen Fliege auch ein tolles Zuhause. Da ziehen die gerne ein und lassen sich in deinem Garten nieder.
     Marienkäfer, Schlupfwespen und Spinnen haben die Weiße Fliege zum Fressen gern und du bietest ihnen ein reichliches Nahrungsangebot – eine Win-Win-Situation! ;)
  • Die Weiße Fliege liebt hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 23 Grad Celsius, sowie windstille und geschützte Orte. Diese Beschreibung kommt dir bekannt vor? Richtig, das sind genau die Bedingungen, die in deinem Gewächshaus herrschen.
     Wenn du die Weiße Fliege nicht in dein Gewächshaus einladen, sondern sie loswerden möchtest, solltest du deshalb regelmäßig für Durchzug sorgen und sehr heiße Temperaturen durch Beschattung und Lüften vermeiden.
  • Außerdem ist die Weiße Fliege ein Sensibelchen, was Gerüche betrifft: Den Duft einiger Pflanzen kann sie nicht ausstehen und bleibt weg. Deshalb kannst du die Weiße Fliege durch die richtigen Beetpartner elegant davon abhalten, sich über dein leckeres Gemüse herzumachen.
  • Oder du legst einfach die ausgegeizten Triebe deiner Tomatenpflanzen zwischen dein Gemüse. Damit verjagst du nicht nur die Weiße Fliege, sondern mulchst auch gleich noch dein Beet. Genial, oder? ;)

In meinem Artikel 28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner zeige ich dir, wie du mit den passenden Beetpartnern Schädlingen das Leben schwer machst und eine fette Ernte einfährst!

Und wenn du einen fertigen Mischkultur-Anbauplan suchst, kannst du ihn dir hier gerne kostenlos herunterladen:

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    Weiße Fliege mit Hausmitteln bekämpfen

    Wenn du jetzt aber schon eine Schädlingsarmada in deinen Beeten hast, mach dir keine Sorgen: Es gibt einige Hausmittel gegen die Weiße Fliege, die dafür sorgen, dass du sie ganz schnell wieder loswirst:

    • Pflanzen mit festen Blättern kannst du mit einem harten Wasserstrahl abspritzen, weiche Blätter wischst du mit einem feuchten Tuch ab. Die Weiße Fliege und ihre Larven sitzen vor allem an der Blattunterseite – darum musst du sorgfältig arbeiten.
    • Du kannst aber auch Pflanzenteile, an denen sich Eier, Larven und Fliegen befinden, einfach abschneiden und in der Biotonne entsorgen. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es auch unbefallene Teile an deiner Pflanze gibt. ;)
    • Oder du verwendest selbstgemachte Spritzbrühen, damit gehst du den Schädlingen so richtig an den Kragen. Dafür hackst du zum Beispiel zwei Zehen Knoblauch und übergießt diese mit heißem Wasser. Wenn alles gut abgekühlt ist, seihst du die Brühe ab und füllst sie in eine Sprühflasche.
    • Auch eine Schmierseifenlösung aus einem Liter Wasser und 25 g Schmierseife hilft gegen die Weiße Fliege. Wenn du das Wasser erhitzt, löst sich die Seife besser auf. Dann musst du aber alles gut abkühlen lassen, bevor du dich ins Getümmel stürzt ;)
    • Du kannst dein Gemüse auch mit verdünntem Neemöl spritzen. Neemöl wird aus den Samen des Neembaums gewonnen. Es tötet Larven und Puppen und die ausgewachsenen Tiere hören auf, deine Pflanzen auszusaugen. Wenn es geregnet hat, musst du die Behandlung wiederholen, denn das Wasser wäscht das Neemöl von den Pflanzen ab. Die richtige Verdünnung ist jeweils auf der Packung angegeben.

    Bei allen Spritzungen solltest du nicht nur die Blattoberseiten, sondern unbedingt auch die Blattunterseiten gründlich ansprühen. Dort sitzen die Weiße Fliege und ihre Nachkommen nämlich am liebsten! 

    Ein bedeckter Tag oder die Abendstunden sind die besten Gelegenheiten fürs Spritzen. Die Sonne würde dir sonst die Blätter verbrennen.

    Im Gewächshaus wirst du die Weiße Fliege am besten los, wenn du Schlupfwespen kaufst und dort frei lässt. Die wissen dann schon, was zu tun ist! ;)

    Ein kleiner Trost zum Schluss: Auch wenn du die Weiße Fliege in deinem Gemüse hast, kannst du es noch immer essen. Eier und Larven wäschst du einfach gründlich ab. Sollte sich aber der Rußtaupilz schon breit gemacht haben, musst du dein Gemüse leider in der Biotonne entsorgen.

    Was tust du, um dem Weiße Fliege-Spuk ein Ende zu bereiten? Ich freu mich auf deine Tipps!

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

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