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3 Wege, den Kohlweißling schmetterlingsfreundlich zu bekämpfen

Kohlweißling

In deinem Garten blüht es in allen Farben? Die Bienen summen und die Luft ist voll von tanzenden Schmetterlingen? Hach, was ein Paradies! Aber Moment mal – ist das etwa ein Kohlweißling?!
 
Der Anblick des cremefarbenen Falters sollte deine Alarmglocken läuten lassen – denn deine Kohlgewächse stehen so weit oben auf der Liste seiner Leibgerichte, dass er ihnen sogar seinen Namen verdankt.
 
In diesem Artikel verrate ich dir, wie du mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen ein Schmetterlingsparadies schaffen UND eine satte Ernte einfahren kannst. :)

Der Kohlweißling – ein häufiger Gast im Gemüsebeet

Ein unschuldiger Schmetterling als Schädling? Der Kohlweißling ist der wohl meist verfluchte und am liebsten gesehene Gartenbesucher zugleich.
 
Der Anblick des Kohlweißlings ist erhaben. Er tanzt spielerisch über deinem Gemüse in der Luft, dreht Pirouetten und versprüht sommerliche Leichtigkeit. Doch der Schein trügt. Er täuscht so sehr gekonnt über seine Schattenseite hinweg. Im Kohlweißling steckt nämlich auch eine Raupe Nimmersatt, die deine Kohlgewächse in Rekordgeschwindigkeit verschlingt, wenn du nicht hinschaust!

Genau genommen haben wir es hier gleich mit zwei Arten zu tun. Es gibt sowohl den Kleinen Kohlweißling als auch den Großen Kohlweißling. Beide Schmetterlinge sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Weißliche Flügel mit schwarzem Punkt und dunklen Flügelspitzen. Der eine ein bisschen gelblicher als der andere. Der Klassiker unter den Schmetterlingen halt.

Eigentlich ist der Kohlweißling als Schmetterling selber überhaupt kein Problem. Viel problematischer sind die gefräßigen Schmetterlingskinder: die Raupen. In diesem Stadium erkennst du den Unterschied zwischen Großem und Kleinem Kohlweißling deutlich.

Kohlweißling

Die Raupen des Kohlweißlings entlarven

Der Nachwuchs des Großen Kohlweißlings schlüpft als kleine gelbe Babyraupe mit schwarzem Kopf aus dem Ei. Sie wächst jedoch im Affenzahn (bis zu vier Zentimeter!) und verwandelt sich schnell in einen Raupen-Teenager im flotten gelb-schwarzen Leopardenkleid. Vielleicht hast du so einen schon mal in deinem Kohl entdeckt?

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dir der Nachwuchs des Kleinen Kohlweißlings schon mal über den Weg gelaufen… ähm gekrochen. Dieses Schmetterlingskind tarnt sich in einem zarten Kohlgrün und hat sich so perfekt an seine Umgebung angepasst. Mit ihren maximal zwei Zentimetern ist es gar nicht so leicht, die Übeltäter zu entdecken. 

So erkennst du Schäden durch den Kohlweißling

Die Raupen haben es auf so ziemlich alle Arten von Kreuzblütlern und Fuchsschwanzgewächsen abgesehen: Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Palmkohl, Mangold, Spinat… Die Liste der Opfer ist lang.

Es sind vor allem die grünen Raupen des Kleinen Kohlweißlings, die eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Im Handumdrehen stehen nur noch traurige Pflanzengerippe im Kohlbeet, die Blätter sind komplett abgefressen.
 
Schmetterlinge im Bauch? Das kann mit den Raupen des Kohlweißlings im schlimmsten Fall tatsächlich passieren. Denn sie arbeiten sich bis ins innerste deiner Kohlköpfe vor und riskieren so, versehentlich auf deinem Teller zu landen. Das will ja nun wirklich niemand!

Und als ob die Fraßlöcher nicht genug wären – die Raupen hinterlassen auch ziemlich eindeutige kleine dunkelgrüne Kügelchen. Du kannst dir sicherlich denken, um was es sich dabei handelt. Immerhin kann diese Sch…weinerei ein Indiz dafür sein, mit wem du es hier zu tun hast. ;)

Kohlweißling Schaden

Kohlweißlingen wirksam vorbeugen

Man kann ihm jedoch kaum böse sein. Der Kohlweißling hat einfach einen exquisiten Geschmack, einen Sinn für gesunde Lebensmittel und ernährt sich eben genauso gerne wie wir von vitaminreichem Superfood.

Um dem Kohlweißling ein Schnippchen zu schlagen, heißt es: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

So denkt nämlich auch der Kohlweißling. Die Schmetterlinge suchen sich den Platz zum Eierlegen sehr vorausschauend aus. Der perfekte Kindergarten sollte dem Nachwuchs ein All-you-can-eat Büffet bieten, sodass die Raupen sich satt fressen und unbeschwert heranwachsen können. Und diesen Ort findet der Kohlweißling in unserem Kohlbeet.

Dort legen sie ihre gelben Eier in Gelegen auf den Blättern ab. Wenn du einen Kohlweißling von einer deiner Kohlpflanzen wegfliegen siehst, dann schau doch mal genau hin. Vielleicht entdeckst du ja kleine gelbe Schmetterlingseier auf oder unter einem Blatt. In dem Fall sammelst du sie am besten sofort ab.

Damit die Eier gar nicht erst dort landen, musst du schneller sein als der Kohlweißling. Ohne deinen Kohl mit einem Kulturschutznetz zu schützen, hast du da kaum eine Chance. Das Netz sollte am besten von Anfang an schützend über deinen Kohlpflanzen liegen, denn auch wenn deine Kohlzöglinge noch zarte Pflänzchen sind, findet der Kohlweißling sie trotzdem schon seehr attraktiv.

Ein feinmaschiges Netz verhindert, dass der Kohlweißling mit deinen Pflanzen auf Tuchfühlung gehen kann. Der Falter wird sein Glück dann anderswo versuchen und deine Pflanzen können ungestört wachsen und landen irgendwann auf deinem Teller, statt die Mäuler der Raupen zu stopfen.

Es ist jedoch ein ständiges Duell: Schaffst du es, die Netze so zu befestigen, dass der Kohlweißling auch kein Loch zum Durchschlüpfen mehr findet, oder gewinnt der Kohlweißling?
 
Auch mit Netz solltest du unbedingt regelmäßig kontrollieren, dass sich keine Raupen oder Schmetterlinge darunter gemogelt haben.

Kulturnetz

Weitere Trümpfe, die du gegen den Kohlweißling ausspielen kannst

Um deine Chancen auf raupenfreie Pflanzen zu erhöhen, kannst du Knollensellerie mit ins Kohlbeet pflanzen. Der Geruch von Sellerie verwirrt Kohlweißlinge und schreckt sie ab. Einen ähnlichen Effekt haben Tomaten, Thymian, Pfefferminze und Salbei. Tomaten passen als Mischkulturpartner aber nicht so gut zum Kohl mit ins Beet: Sie wachsen zu hoch für das Netz.

Falls du mehr über gute Beetnachbarschaften wissen willst, dann schau mal hier vorbei: 28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkulturpartner.

Und wenn du einen fertigen Mischkultur-Anbauplan suchst, kannst du ihn dir hier gerne kostenlos herunterladen:

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    Wie alle sogenannten Schädlinge haben auch Kohlweißlinge einen ökologischen Nutzen: Die Raupen sind nämlich ein wichtiges Futter für Vögel und Schlupfwespen. Diese Eigenschaft kannst du dir zu Nutze machen. Dafür lockst du diese natürlichen Fraßfeinde der Raupen in deinen Garten. Ein bisschen hinterhältig, aber völlig in Ordnung. 

    Schlupfwespen freuen sich über schicke Insektenhotels und „wilde Ecken“ im Garten, in denen Totholz das ganze Jahr über liegen bleiben darf. Vögel kannst du mit einem passenden Futterangebot und gemütlichen Nistkästen willkommen heißen. Und schon hast du Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling!

    Nützlinge zu fördern, ist übrigens nicht nur clever, sondern auch ein fester Bestandteil von Permakulturgärten. Wenn dich das schon immer interessiert hat, dann erfährst du hier wie Permakultur funktioniert: Mehr Permakultur für deinen Garten! 9 konkrete Ideen & Methoden

    Die Kohlweißlings Raupen sind schon im Beet – was tun?

    Du hast verloren … der Kohlweißling war dieses Mal wohl schneller! Aber keine Sorge, das ist gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört.

    Du kannst den Schaden nämlich noch begrenzen, indem du die Eier und Raupen regelmäßig absammelst. Schau aber wirklich ganz genau hin. Die Raupen des Kohlweißlings sind gut getarnt und verstecken sich oft an den Blattunterseiten.

    Wenn du sie nicht an deine Hühner verfütterst, kannst du die Plagegeister auch umsiedeln. Dafür eignet sich zum Beispiel Kapuzinerkresse, die du vielleicht eher entbehren kannst als dein Gemüse. Dort fressen sich die Raupen dann dick und rund, verpuppen sich, und verwandeln sich irgendwann in wunderschöne Schmetterlinge.

    Eine Möglichkeit, die Raupen wieder loszuwerden, ist der Einsatz von Schlupfwespen, die du im Fachhandel bekommst und in deinem Kohlbeet in die Freiheit entlässt. Sie werden sich über die Kohlweißlingsraupen hermachen. 

    Eine Alternative dazu ist das Bakterium Bacillusthuringiensis, das du ebenfalls im Fachhandel bekommst. Es ist ein biologisches Spritzmittel, das für den Ökolandbau zugelassen ist. Die Bakterien töten die Raupen, haben aber keine schädliche Wirkung für Menschen und Pflanzen.

    Lass es aber am besten erst gar nicht so weit kommen. Der Einsatz von Kulturschutznetzen, cleveren Mischkulturen und ein gezieltes Fördern der natürlichen Gegenspieler des Kohlweißlings ist nicht nur schmetterlingsfreundlicher, sondern erspart dir auch jede Menge Zeit und Mühe.

    Wenn es dir genau so geht wie dem Kohlweißling und Blumenkohl, Brokkoli und Co deine absoluten Lieblingsgemüse sind, dann solltest du unbedingt hier weiterlesen:

    Blumenkohl pflanzen – der komplette Anbau-Guide

    Brokkoli pflanzen und ernten – die ultimative Anleitung!

    Rotkohl pflanzen – Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Ernte

    Hast du den Kleinen oder Großen Kohlweißling schon in deinem Garten entdeckt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    5 Kommentare

    1. Alexandra Schäfer sagt

      Hallo liebes Wurzelwerk-Team,
      vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ob ihr ihn jetzt geschrieben habt, weil ich vor einiger Zeit per Mail um diese Info gebeten habe, oder einfach zufällig…. die Tipps und Infos sind Gold wert. Im letzten Gartenjahr konnte ich tatsächlich nicht einen einzigen Kohlrabi, Wirsing oder Brokkoli ernten. Alles ratzekahl gefressen. Wahnsinn was für einen Schaden diese so schönen Schmetterlinge anrichten.
      Daher nochmalS DANKE!
      Macht weiter so. Euer inspirierender Blog ist mir zum ständigen Begleiter geworden.
      Herzliche Grüße aus Nordhessen
      alex

    2. Andreas sagt

      Hallo Marie,

      welches Netz verwendest du denn?

      Ich hatte den Link schon mal unter einem deiner Videos gesehen finde aber nicht das richtige ;-)

      Danke!

      Alles Liebe
      Andreas

    3. Susanne sagt

      Hallo Marie,
      danke für den interessanten Beitrag! Welche Netzbreite verwendest Du denn in Deinem Garten? Bzw. wie breit sind Deine Beete und wie hoch sind die Bögen? Rot- und Weißkohl können ja durchaus richtig ausladend werden, so dass ich unsicher bin, wie hoch die Netze über der erde stehen müssen (davon hängt ja dann die benötigte Breite ab).

      Herzliche Grüße
      Susanne

    4. Helene Schieder sagt

      Hallo Marie,
      Ich hab eine Dahlien rausgeholt und finde lauter große dicke Raupen in der Erde.
      Sind die nützlich oder soll ich diese an die Vögel verfüttern. Richtig eklig.
      Danke für deine Antwort
      Grüße von Helen.

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