Garten, Permakultur
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Den Kohlweißling bekämpfen – ganz ohne Chemie!

Na, hast du einen Kohlweißling in deinen Gemüsebeeten entdeckt? Der Anblick des cremefarbenen Falters ist hübsch, sollte aber deine Alarmglocken läuten lassen – denn deine Kohlgewächse stehen so weit oben auf der Liste seiner Leibgerichte, dass er ihnen sogar seinen Namen verdankt.
 
Aber keine Panik: es gibt einfache Maßnahmen, mit denen du dein Gemüse vor dem Kohlweißling in Sicherheit bringen kannst.

Inhaltsverzeichnis
Kohlweißlingen wirksam vorbeugen
Tipp #1: Kulturschutznetze gegen den Kohlweißling verwenden
Tipp #2: Mischkultureffekte nutzen
Tipp #3: Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling suchen
Die Raupen des Kohlweißlings entlarven
Schäden durch den Kohlweißling erkennen
Die Raupen sind im Beet – was ist zu tun?

Kohlweißlingen wirksam vorbeugen

Ein unschuldiger Schmetterling als Schädling? Leider ja: Der Kohlweißling ist der wohl meist verfluchte und am liebsten gesehene Gartenbesucher zugleich. In ihm steckt nämlich auch eine Raupe Nimmersatt, die deine Kohlgewächse in Rekordgeschwindigkeit verschlingt, wenn du nicht aufpasst!

Man kann ihm aber kaum böse sein. Der Kohlweißling hat einfach einen exquisiten Geschmack, einen Sinn für gesunde Lebensmittel und ernährt sich eben genauso gerne von vitaminreichem Superfood wie wir.

Trotzdem möchten wir Rotkohl, Grünkohl und Co nicht unbedingt mit dem Falter teilen. Um dem Kohlweißling ein Schnippchen zu schlagen, lautet daher die Devise: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

So denkt nämlich auch der Kohlweißling. Die Schmetterlinge suchen sich den Platz zum Eierlegen sehr vorausschauend aus. Der perfekte Kindergarten sollte dem Nachwuchs ein All-you-can-eat Büffet bieten, sodass die Raupen sich satt fressen und unbeschwert heranwachsen können. Und diesen Ort findet der Kohlweißling in unserem Kohlbeet.

Dort legt der Kohlweißling seine gelben Eier in Gelegen auf den Blättern ab. Wenn du einen cremefarbenen Falter von einer deiner Kohlpflanzen wegfliegen siehst, dann schau doch mal genau hin. Vielleicht entdeckst du ja kleine gelbe Schmetterlingseier auf oder unter einem Blatt. In dem Fall sammelst du sie am besten sofort ab.

Tipp #1: Kulturschutznetze im Kampf gegen den Kohlweißling verwenden

Damit die Eier gar nicht erst dort landen, musst du schneller sein als der Kohlweißling. Ohne deinen Kohl mit einem Kulturschutznetz zu schützen, hast du da kaum eine Chance. Das Netz sollte am besten von klein auf über deinen Kohlpflanzen liegen. Denn auch wenn deine Kohlzöglinge noch zarte Pflänzchen sind, findet der Kohlweißling sie trotzdem schon seeehr attraktiv.

Kohl unter dem Kulturschutznetz: Sicher vor den Kohlweißlingsraupen.

Ein feinmaschiges Netz verhindert, dass der Kohlweißling mit deinen Pflanzen auf Tuchfühlung gehen kann. Der Falter wird sein Glück dann anderswo versuchen und deine Pflanzen können ungestört wachsen und landen irgendwann auf deinem Teller, statt die Mäuler der Raupen zu stopfen.

Es ist jedoch ein ständiges Duell: Schaffst du es, die Netze so zu befestigen, dass der Kohlweißling auch kein Loch zum Durchschlüpfen mehr findet, oder gewinnt der kleine Flattermann?

Auch mit Netz solltest du daher unbedingt regelmäßig kontrollieren, ob sich auch keine Raupen oder Schmetterlinge darunter gemogelt haben.

Tipp #2: Mischkultureffekte nutzen

Um deine Chancen auf raupenfreie Pflanzen zu erhöhen, kannst du Knollensellerie als Mischkulturpartner mit ins Kohlbeet pflanzen. Der Geruch von Sellerie verwirrt Kohlweißlinge nämlich und schreckt sie ab.

Einen ähnlichen Effekt haben Tomaten, Thymian, Pfefferminze und Salbei. Tomaten passen aber nicht so gut zum Kohl mit ins Beet: Sie wachsen einfach zu hoch für das Kulturschutznetz, das über deinen Kohlpflanzen ausgebreitet sein sollte.

Eine mit cleveren Mischkulturen gespickte Anbauplanung lohnt sich sooo sehr beim Management von Schädlingen wie dem Kohlweißling. Falls du noch ein bisschen Inspiration brauchst, wie so ein Anbauplan aussehen kann, dann habe ich hier etwas für dich: Meinen kostenlosen Beispiel-Pflanzplan zum Herunterladen, den ich für genau diesen Fall erstellt habe.

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    Tipp #3: Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling suchen

    Wie alle sogenannten Schädlinge haben Kohlweißlinge aber auch einen ökologischen Nutzen: Die Raupen sind nämlich ein wichtiges Futter für Vögel und Schlupfwespen. Diese Eigenschaft kannst du dir zu Nutze machen. Dafür lockst du die natürlichen Fraßfeinde der Raupen einfach in deinen Garten. Ein bisschen hinterhältig, aber völlig in Ordnung. 

    Wie das geht? Schlupfwespen freuen sich über schicke Insektenhotels und „wilde Ecken“ im Garten, in denen Totholz das ganze Jahr über liegen bleiben darf. Vögel kannst du mit einem passenden Futterangebot und gemütlichen Nistkästen willkommen heißen. Und schon hast du Verbündete im Kampf gegen den Kohlweißling!

    Nützlinge zu fördern, ist übrigens nicht nur clever, sondern auch ein fester Bestandteil von Permakulturgärten. Wenn dich das neugierig macht, dann gibt’s hier mehr zu dem Thema.

    Die Raupen des Kohlweißlings entlarven

    Woher weißt du eigentlich, dass du es mit dem Kohlweißling zu tun hast? Genau genommen haben wir es hier tatsächlich nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei Arten zu tun. Es gibt nämlich sowohl den Kleinen Kohlweißling als auch den Großen Kohlweißling.

    Beide Schmetterlinge sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Weißliche Flügel mit schwarzem Punkt und dunklen Flügelspitzen. Der Große Kohlweißling ist dabei ein bisschen gelblicher (und größer) als der Kleine Kohlweißling. Alles in allem ist er nicht besonders auffällig – halt der Klassiker unter den Schmetterlingen.

    Eigentlich ist der Kohlweißling als Schmetterling selber überhaupt kein Problem. Viel problematischer sind die gefräßigen Schmetterlingskinder: die Raupen. In diesem Stadium erkennst du den Unterschied zwischen dem Großen Kohlweißling und dem Kleinen Kohlweißling deutlich.

    Raupen des Großen Kohlweißling auf einem Kohlblatt.

    Der Nachwuchs des Großen Kohlweißlings schlüpft als kleine gelbe Babyraupe mit schwarzem Kopf aus dem Ei. Sie wächst jedoch im Affenzahn (bis zu vier Zentimeter!) und verwandelt sich schnell in einen Raupen-Teenager im flotten gelb-schwarzen Leopardenkleid. Vielleicht hast du so einen schon mal in deinem Kohl entdeckt?

    Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dir der Nachwuchs des Kleinen Kohlweißlings schon mal über den Weg gelaufen… ähm gekrochen. Dieses Schmetterlingskind tarnt sich in einem zarten Kohlgrün und hat sich so perfekt an seine Umgebung angepasst. Mit ihren maximal zwei Zentimetern ist es gar nicht so leicht, die Übeltäter zu entdecken. 

    Eier und Raupe des Kleinen Kohlweißling auf einem Kohlrabi Blatt.

    Schäden durch den Kohlweißling erkennen

    Kohlweißlings-Raupen haben es auf so ziemlich alle Arten von Kreuzblütlern und Fuchsschwanzgewächsen abgesehen: Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Grünkohl, Palmkohl, Mangold, Spinat… Die Liste der Opfer ist lang.

    Es sind vor allem die grünen Raupen des Kleinen Kohlweißlings, die eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Im Handumdrehen stehen nur noch traurige Pflanzengerippe im Kohlbeet, die Blätter sind komplett abgefressen.
     
    Schmetterlinge im Bauch? Das kann mit den Raupen des Kohlweißlings im schlimmsten Fall tatsächlich passieren. Denn sie arbeiten sich bis ins innerste deiner Kohlköpfe vor und riskieren so, versehentlich auf deinem Teller zu landen. Das will ja nun wirklich niemand!

    Und als ob die Fraßlöcher nicht genug wären – die Raupen hinterlassen auch ziemlich eindeutige kleine dunkelgrüne Kügelchen. Du kannst dir sicherlich denken, um was es sich dabei handelt. Immerhin kann diese Sch…weinerei ein Indiz dafür sein, mit wem du es hier zu tun hast. ;)

    Kohlweißling Schaden durch Fraß am Kohl

    Die Raupen sind im Beet – was ist zu tun?

    Du hast verloren … der Kohlweißling war dieses Mal wohl schneller! Aber keine Sorge, das ist gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört.

    Du kannst den Schaden nämlich noch begrenzen, indem du die Eier und Raupen regelmäßig absammelst. Schau aber wirklich ganz genau hin. Die Raupen des Kohlweißlings sind gut getarnt und verstecken sich oft an den Blattunterseiten.

    Wenn du sie nicht an deine Hühner verfütterst, kannst du die Plagegeister auch umsiedeln. Dafür eignet sich zum Beispiel Kapuzinerkresse, die du vielleicht eher entbehren kannst als dein Gemüse. Dort fressen sich die Raupen dann dick und rund, verpuppen sich, und verwandeln sich irgendwann in wunderschöne Schmetterlinge.

    Eine Möglichkeit, die Raupen wieder loszuwerden, ist der Einsatz von Schlupfwespen, die du im Fachhandel bekommst und in deinem Kohlbeet in die Freiheit entlässt. Sie werden sich über die Kohlweißlingsraupen hermachen. 

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    Eine Alternative dazu ist das Bakterium Bacillus thuringiensis, das du ebenfalls im Fachhandel bekommst. Es ist ein biologisches Spritzmittel, das für den Ökolandbau zugelassen ist. Die Bakterien töten die Raupen, haben aber keine schädliche Wirkung für Menschen und Pflanzen.

    Lass es aber am besten erst gar nicht so weit kommen. Der Einsatz von Kulturschutznetzen, cleveren Mischkulturen und ein gezieltes Fördern der natürlichen Gegenspieler des Kohlweißlings ist nicht nur schmetterlingsfreundlicher, sondern erspart dir auch jede Menge Zeit und Mühe.

    Wenn es dir genau so geht wie dem Kohlweißling und Blumenkohl, Brokkoli und Co deine absoluten Lieblingsgemüse sind, dann solltest du unbedingt hier weiterlesen:

    Blumenkohl pflanzen – der komplette Anbau-Guide

    Brokkoli pflanzen und ernten – die ultimative Anleitung!

    Rotkohl pflanzen – Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Ernte

    Hast du den Kleinen oder Großen Kohlweißling schon in deinem Garten entdeckt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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    Kategorie: Garten, Permakultur

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    9 Kommentare

    1. Eveline sagt

      Danke für diesen tollen Blog, für die Mühe und das Wissen, dass ihr hier uns weitergebt.

    2. Ursula sagt

      Liebe Marie
      Leider habe ich Kohlgemüse überall im Garten verteilt, so ist das Netz keine Hilfe ist, so bleibt mir nur absammeln oder das Bakterium
      Lg Ursula

    3. Daniel sagt

      Das verlinkte Netz ist ziemlich unbrauchbar, reißt leicht ein und wird extra von China verschifft, dauert 1. Monat.. nicht sehr ökologisch! Bitte anderes Netz verlinken. Lg

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Hallo Daniel,

        oh nein, dann hat sich das Produkt scheinbar verändert. Ich schaue da gleich mal nach, danke für den Hinweis!

        Viele Grüße,
        Jacky von Wurzelwerk

    4. Helene Schieder sagt

      Hallo Marie,
      Ich hab eine Dahlien rausgeholt und finde lauter große dicke Raupen in der Erde.
      Sind die nützlich oder soll ich diese an die Vögel verfüttern. Richtig eklig.
      Danke für deine Antwort
      Grüße von Helen.

    5. Susanne sagt

      Hallo Marie,
      danke für den interessanten Beitrag! Welche Netzbreite verwendest Du denn in Deinem Garten? Bzw. wie breit sind Deine Beete und wie hoch sind die Bögen? Rot- und Weißkohl können ja durchaus richtig ausladend werden, so dass ich unsicher bin, wie hoch die Netze über der erde stehen müssen (davon hängt ja dann die benötigte Breite ab).

      Herzliche Grüße
      Susanne

    6. Andreas sagt

      Hallo Marie,

      welches Netz verwendest du denn?

      Ich hatte den Link schon mal unter einem deiner Videos gesehen finde aber nicht das richtige ;-)

      Danke!

      Alles Liebe
      Andreas

    7. Alexandra Schäfer sagt

      Hallo liebes Wurzelwerk-Team,
      vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ob ihr ihn jetzt geschrieben habt, weil ich vor einiger Zeit per Mail um diese Info gebeten habe, oder einfach zufällig…. die Tipps und Infos sind Gold wert. Im letzten Gartenjahr konnte ich tatsächlich nicht einen einzigen Kohlrabi, Wirsing oder Brokkoli ernten. Alles ratzekahl gefressen. Wahnsinn was für einen Schaden diese so schönen Schmetterlinge anrichten.
      Daher nochmalS DANKE!
      Macht weiter so. Euer inspirierender Blog ist mir zum ständigen Begleiter geworden.
      Herzliche Grüße aus Nordhessen
      alex

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