Garten
Kommentare 6

Die 4 wirksamsten Tipps gegen Blattläuse – ohne Chemiekeule!

Blattläuse

Eine Blattlaus kommt selten allein. An einem Tag schlendere ich durch den Garten und alles sieht super aus. Ein paar Tage später bin ich wieder im Garten und die Ackerbohnen ducken sich schon fast von der Last der Blattläuse, die über sie hergefallen sind.

Das ist wirklich kein schönes Bild, und ich bin früher immer dezent in Panik geraten, wenn ich einen neuen, explosionsartigen Blattlausbefall bemerkt habe.

Heute weiß ich, dass Blattläuse wichtige Rollen im Ökosystem einnehmen und in einem diversen Garten nach und nach von anderen Tieren verspeist werden. Sie stehen nämlich auf dem Speisezettel von Blaumeise, Ohrenkneifer, Marienkäfer und Co. 

So richten sie gar nicht so viel Schaden an, wie man zunächst vermuten mag. Und man hat einen Grund mehr, um seinen Garten nicht nur als Nutzgarten zu führen, sondern in einen Wohlfühlort für sämtliche Lebewesen zu verwandeln. :)

Bevor du überlegst, wie du die Blattläuse in deinem Garten am besten bekämpfst, lohnt es sich, sich näher mit diesen kleinen Kerlchen zu beschäftigen.

Deswegen gebe ich dir in diesem Artikel exemplarisch eine kurze Einführung in den Alltag und das Liebesleben der schwarzen Bohnenlaus – dann kannst du nämlich viel besser entscheiden, wann die Blattläuse in deinem Garten wirklich ein Problem darstellen und wann du sie geflissentlich ignorieren darfst.

Weiter unten im Artikel findest du längerfristige und direkte Maßnahmen gegen den Blattlausbefall, falls mal keine Nützlinge in Sicht sind oder es dir ganz einfach zu viele Blattläuse werden. ;)

Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

Wie sich Blattläuse in deinem Garten ausbreiten

Die Eier der schwarzen Bohnenlaus (Aphis fabae) überwintern auf Sträuchern von Schneeball, Kratzdiestel und Pfaffenhütchen. Im Frühling schlüpfen dort die Stammmütter aus ihren Eiern und es werden mehrere Generationen unbeflügelter und später auch beflügelter Blattläuse geboren. Im Mai fliegen dann die beflügelten Blattläuse zu ihren Sommerwirten.

Im Fall der Schwarzen Bohnenlaus sind die Sommerwirte unter anderem Ackerbohnen, grüne Bohnen, Kartoffeln und Rote Bete. Auf den Sommerwirten vermehren sich die Blattläuse ungeschlechtlich weiter. Bei der sogenannten Jungfernzeugung müssen die Blattläuse keine Zeit für die Partnersuche aufwenden. Und wenn das Nahrungsangebot groß ist, geht die Vermehrung wahnsinnig schnell!

Obwohl die meisten Blattläuse im Sommer unbeflügelt sind, werden auch immer wieder geflügelte Blattläuse geboren. Nämlich dann, wenn sich die Bedingungen für die Blattläuse verschlechtern.

Das kann zum Beispiel eintreten, wenn eine Horde Marienkäfer in den Garten einzieht und über die Blattläuse herfällt. Die nächste beflügelte Blattlausgeneration kann dann einfach vor den Marienkäfern flüchten.

Eigentlich ziemlich genial, oder?

Im Herbst wandern die Blattläuse wieder auf ihre Winterwirte, wo sie ihre Eier ablegen. So beginnt der Zyklus von vorne.

Wann schädigen Blattläuse deine Pflanzen?

Alle Blattläuse ernähren sich vom Pflanzensaft. Mit einem Stechrüssel ausgestattet, piksen sie in das Pflanzengewebe und saugen den Pflanzensaft heraus. Einige Blattlausarten geben dabei ein Drüsensekret ab, was zu Verwucherungen und Verfärbungen der Pflanze führen kann.

Die Blattläuse nehmen aus dem Pflanzensaft hauptsächlich die Aminosäuren auf, die Kohlenhydrate brauchen sie nicht und scheiden sie deswegen als sogenannten Honigtau wieder aus. Eine klebrige Masse, mit der ihr vielleicht schon mal Bekanntschaft geschlossen habt, wenn ihr euer Auto oder Fahrrad unter einer Linde geparkt habt.

Dieser süße Honigtau lockt andere Organismen an. Besonders Pilze mögen diese kohlenhydratreichen Ausscheidungen sehr gerne. Häufig siedeln sich sogenannte Rußpilze an, wodurch die Photosynthese Leistung der Pflanze verschlechtert wird.

Aber auch Bienen, Schlupfwespen und Florfliegen ernähren sich von dem Honigtau der Blattläuse! Blattläuse fördern also auch die Nützlinge in deinem Garten.

Nicht so erfreulich ist, dass die Blattläuse an den Pflanzensaft-Zapfstellen Viren übertragen können. Die Schwarze Bohnenlaus ist zum Beispiel potenzieller Überträger von mehr als 30 Viren!

Ameisen halten sich Blattläuse als Honigkühe

Wusstest ihr, dass Ameisen und Blattläuse gerne in Symbiose leben? Die Ameise beschützt die Blattlaus vor Fraßfeinden und im Gegenzug bekommt die Ameise Honigtau. Dafür trommelt sie gezielt auf den Hinterleib der Blattlaus, die dann quasi Honigtau auf Bestellung rausgibt.

Diese Blattläuse-Ameisen Beziehung klingt erstmal ziemlich harmonisch. Aber wenn die Blattlaus Anstalten macht, die aktuelle Wirtspflanze zu verlassen, können die Ameisen auch ganz schön rabiat sein.

Forscher haben nämlich herausgefunden, dass sie der Blattlaus dann gerne mal die Flügel abbeißen, um sie an der Umsiedlung zu hindern! (Klingt eher nach Sklavenhaltung als nach Symbiose, oder..?)

Langfristige und akute Maßnahmen gegen Blattläuse

1. Fressfeinde von Blattläusen in deinen Garten locken!

Um die Blattläuse langfristig und nachhaltig zu bekämpfen, lohnt es sich, die natürlichen Feinde der Blattläuse zu fördern. Und die Liste der Feinde ist lang: Schlupfwespen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Gallmücken, Florfliegen, Raubwanzen, Spinnen, Käfer, Ohrenkneifer und sogar Vögel ernähren sich von Blattläusen oder nutzen sie als Wirte für ihre Nachzucht.

Um den Einzug von Nützlingen in deinen Garten anzuregen, kannst du Flächen mit ausdauernden Stauden anlegen. Aber auch Hecken und Wildflächen sind gut dafür geeignet, um die Nützlingspopulation in deinem Garten zu fördern.

Kleiner Tipp: Ganz leicht herzustellen sind auch Insekten-Nisthölzer mit Bohrgängen. Einfach ein altes, trockenes Holzstück nehmen und Löcher mit einem Durchmesser von 3 bis 8 mm reinbohren. Die Löcher sollten nicht ganz durch das Holz durchgehen, also an einer Seite geschlossen sein. Dann noch die scharfen Kanten abschmirgeln und an einem sonnigen Plätzchen aufstellen, fertig ist das Insektenhotel!

2. Die richtigen Beetnachbarn halten Blattläuse in Schach!

Aber auch die richtigen Beetpartner können helfen, deine Blattlausplage einzudämmen.

Duftkräuter wie Bohnenkraut, Thymian, Lavendel und Oregano werden von Blattläusen gemieden. Bei der Ackerbohne lohnt es sich, diese sehr früh oder sogar im Herbst auszusäen. So kann sich die Jungpflanze kräftig entwickeln, solange sich die Blattläuse noch auf den Winterwirten aufhalten.

Ich baue außerdem Kapuzinerkresse als Blattlaus-Magnet an. Viele Blattläuse lieeeben Kapuzinerkresse und lassen andere Pflanzen links liegen, solange sie sich an der Kapuzinerkresse gütlich tun können. ;)

Ich bin ein riesengroßer Fan davon, Gemüse, die sich gegenseitig Schädlinge und Krankheiten fernhalten, nebeneinander zu pflanzen. Das ist einfach die natürlichste und einfachste Art, deine Pflanzen zu schützen.

Also lad dir gerne meinen Mischkultur-Pflanzplan herunter, den du 1:1 auf deinen Garten übertragen kannst:

3. Blattläuse bekämpfen mit Schmierseifen-Lösung

Wenn sich die Blattläuse schon explosionsartig auf deinen Pflanzen vermehrt haben und keine natürlichen Feinde in Sicht sind, dann sollten natürlich ein paar direkte Maßnahmen her!

Ich habe gut Erfolge mit einer Schmierseifen-Lösung gemacht. Dafür nimmst du 1 Liter Wasser und löst darin 25 g Schmierseife auf. Die Lösung sprühst du direkt auf die Blattlauskolonie. Diese Prozedur wiederholst du nach ein paar Tagen.

4. Anti-Blattlaus-Pflanzenbrühen

Eine andere Möglichkeit ist das Ansetzen von Pflanzenbrühen und Kaltwasserauszügen. Hier haben sich insbesondere Brennnessel, Farnkraut, Rainfarn, Rhabarber und Wermut bewährt.

Für einen Kaltwasserauszug aus Brennnesseln nimmst du 1 Liter Wasser und etwa 100 g frische Brennnesselblätter und Stängel. Diese weichst du 24 Stunden im Wasser ein und siebst sie danach ab. Der Auszug wird unverdünnt auf die Pflanzen gesprüht. Das kannst du wöchentlich wiederholen.

Eine Rhabarberbrühe stellst du aus 1 Liter Wasser und 200 g kleingeschnittenen Rhabarberblättern her.  Diese Suspension lässt du 30 Minuten köcheln und siebst die Blätter dann ab. Die Brühe wird unverdünnt auf die befallene Pflanze gesprüht und soll besonders gegen schwarze Blattläuse wirken. Auch diese Prozedur wiederholst du ein paarmal.

Was sind deine besten Tipps gegen Blattläuse? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Kategorie: Garten

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

6 Kommentare

  1. Sandra Zorn sagt

    Hallo Marie
    Hab jedes Jahr auf meinen Obstbäumen haufenweise Läuse ,hast du einen Tip für mich?
    LG u. Danke

  2. Dieter sagt

    Liebe Marie,
    danke für die vielen Tipps. Wenn es dir (euch) hilft, hätte ich noch einen, den ich aber noch nicht getestet habe. Mit Kohlweißlingenen hat seeeeehr gut funktioniert. Ich habe einfach eine Lösung mit Speisesalz angerührt. Die Menge an Salz im Wasser mußt du selber herausfinden. Wenn es nun schönes, trockenes Wetter ist, sprühe ich diese Salzlake auf die Läuse und Pflanze und die Brühe verkrustet leicht. Dies hält ein paar Tage an und schadet der Pflanze nicht. Die Läuse bzw. die Kohlweißlinge verdursten und werden dann von anderen Tieren gefressen. Wenn es regnet, spühlt es die Pflanze wieder frei und das Salz ist weg. Dies wende ich nur an, wenn die “”Schädlinge”” überhand nehmen.
    Liebe Grüße Dieter

  3. Nicole sagt

    Ich habe dieses Jahr das erste mal Neemöl/Niemöl ausprobiert und bin begeistert. Man kann das reine Öl kaufen und es selbst anmischen oder schon als fertiges Sprüh-Produkt kaufen. Bei mir bedurfte es nicht mal der Wiederholung nach einigen Tagen. Da waren bereits alle Blattläuse weg. Bei wenigen Populationen bringe ich gezielt Marienkäfer und Ohrenkneifer an der Ort des Geschehens. Lg Nicole

  4. Brigitte Sterl sagt

    hallo marie!
    ich rücke den blattläusen mit einer brühe aus ca. 10 -15 stummeln von filterzigaretten, der filter muss dabei sein, in einem liter kaltem wasser 24 stunden ziehen lassen. abseihen und mit einer gartenspritze über die läuse sprühen. einen kleinen tropfen spüli als haftmittel dazu.zweimal angewendet im abstand von 2-3 tagen mit dem wasserschlauch dann abduschen und weg waren sie.ich habe das bei rosen und hibiskus angewendet.
    lg brigitte

  5. @Brigitte
    Zigarettenstummel sind wohl giftiger Sondermüll. Es heißt, dass er Giftstoffe in konzentrierter Form entält – auch das Nervengift Nikotin. Deshalb funktioniert das mit den Blattläusen.

    Wenn Zigarettenstummel weggeworfen werden, waschen sich die Inhaltsstoffe im Laufe der Zeit aus und gelangen in den Boden – von dort in den Wasserkreislauf. Das ist für die Umwelt schädlich. Bei deiner Methode hast du das Auswaschen schon erledigt und die Stoffe gelangen vermutlich noch schneller in den Boden.

    Wenn das für die Umwelt schädlich ist, meine ich, dass das mit deiner Methode auch für den Gartenboden schädlich ist. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Nützlinge gleich mit massakriert werden.

    Wir hatten dieses Jahr sehr viele Läuse am Wermut. Anfangs haben wir ab und zu die Läuse mit dem Wasserschlauch abgespritzt, aber nicht oft. Denn dann waren die Larven der Marienkäfer auch weg. Irgendwann sind die Marienkäferlarven immer mehr geworden und haben eine Menge Läuse vertilgt – konnte man richtig zuschauen. Eines schönen Tage – wir hatten uns überhaupt nicht mehr um die Läuse gekümmert – war die Läuseplage zu Ende.

    Grüße, Sonja

  6. Johanna sagt

    „Knoblauchtee“ erkalten lassen und dann auf befallene Pflanzen sprühen. Hat bei mir bei ein, zwei Anwendungen schon Erfolg gezeigt :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.