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Bokashi: Der Super-Kompost aus dem Eimer

Bokashi – was das wohl wieder ist? Klingt nach einem Spielzeug á la „Tamagotchi“ oder einem Fermentationsrezept aus Japan, findest du nicht? Du wirst es nicht glauben, irgendwie trifft beides zu! Tatsächlich musst du dich um einen Bokashi – wie um ein Tamagotchi – sorgsam kümmern, und mit dem Stichwort „Fermentation“ hast du genau ins Schwarze getroffen! Was Bokashi nun genau ist, wie du es herstellst und wofür du es einsetzt, dazu kommen wir gleich…

Inhaltsverzeichnis
Was ist Bokashi?
Übersicht: Kompost versus Bokashi
Bokashi Eimer kaufen oder selbst bauen?
DIY: Bokashi-Eimer
Bokashieren: Schritt für Schritt
Hop oder Top – was darf in den Bokashi rein?
Bokashi Ferment, EM und andere Zusätze
Bokashi clever im Garten einsetzen

Was ist Bokashi?

Ein Bokashi ist eine Art „Kompost aus der Dose“. Dadurch, dass du diesen Kompost in einem luftdichten Behälter anlegst, laufen aber andere Prozesse ab als bei einer herkömmlichen Kompostierung: der Kompost fermentiert. Aufregend! Im Grunde das gleiche Prinzip wie bei Sauerkraut, nur dass du keine Kohlköpfe fermentierst, sondern deinen Bioabfall.

Nur Deckel drauf reicht aber nicht: Damit sich auch die richtigen Bakterien vermehren, braucht ein Bokashi Starthilfe. Die meisten Gärtner*innen verwenden dazu sogenannte effektive Mikroorganismen – kurz auch EM genannt. Mit ihnen machen sie ihren Kompost ganz vorzüglich sauer. ;)

Was das Ganze soll? Na, fermentierter Kompost hat eine Menge Vorteile:

  • Geringe Nährstoffverluste: Ähnlich wie beim Sauerkraut konserviert der niedrige pH-Wert das organische Material – inklusive der meisten Nährstoffe. Die stehen dann später deinen Pflanzen wieder zur Verfügung.
  • Wenig CO2-Freisetzung: Die fermentierenden Mikroorganismen arbeiten ohne Sauerstoff, wodurch weniger klimarelevante Gase entstehen als bei einer gewöhnlichen Kompostierung.
  • Regenwürmer lieben das mikrobiell vorverdaute Futter – und wir lieben Regenwürmer ;)
  • Balkontauglich: Einen Bokashi kannst du auch dort anlegen, wo ein Komposthaufen keinen Platz hat: Auch auf kleinstem Raum machst du einfach den Deckel drauf, und Geruch und Dreck sind weg!
  • Rattensicher: Verschließt du die Behälter gut, kommt kein Nager an deine Bioabfälle mehr ran.
  • Kompostierung von Essensresten: Milchsäurebakterien sind salztolerant, weswegen du sogar Lebensmittelreste in deinem Bokashi kompostieren kannst.
  • Ähnlich wie Terra-Preta: Mischst du vor dem Verwenden Pflanzenkohle und Gesteinsmehl unter, produzierst du ein Substrat, das Terra-Preta, der Super-Erde schlechthin, nahekommt.

Deine Gemüsepflanzen werden sich über diesen Super-Kompost bestimmt so richtig freuen! Hast du deine Fruchtfolge nach Starkzehrern, Mittelzehrern und Schwachzehrern sortiert? Dann ab in die Starkzehrerbeete mit dem Bokashi-Kompost! Tomaten, Kürbisse, Kohlgewächse und Co werden dir für diese Extraportion Nährstoffe danken.

Bist du dir noch unsicher, wie du deine Beete bepflanzen sollst, um eine funktionierende Fruchtfolge zu schaffen? Dann hol dir doch Inspiration dazu aus meinem Pflanzplan! Trag einfach deine Emailadresse in das Formular ein, dann kannst du ihn dir als PDF ganz einfach herunterladen.

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    Ganz neu ist das Grundprinzip hinter Bokashi allerdings nicht. Menschen benutzen Mikroorganismen schon seit tausenden von Jahren, um Lebensmittel zu fermentieren, verdaulicher zu machen und zu konservieren.

    Das Prinzip „Fermentation“ auch für die Kompostierung zu nutzen, finde ich super spannend. Denn wenn fermentierte Lebensmittel so gesund für uns sind, warum soll fermentierter Kompost nicht auch den gleichen Effekt auf unsere Pflanzen haben?!

    Das heißt aber nicht, dass ich keine herkömmlichen Komposthaufen mehr anlege. Aber zusätzlich noch ein, zwei Bokashi-Eimer zu „füttern“, finde ich super. So wird mein Kompost diverser, und Diversität ist schließlich das A und O für einen gesunden Garten.

    Inwiefern sich Kompost und Bokashi unterscheiden, siehst du in hier:

    KompostBokashi
    DauerVier bis sechs Monate, manchmal auch längerFermentieren: vier Wochen
    Vererden: vier-sechs Wochen
    ArbeitsschritteAufschichten, Umsetzen für die HeißrotteFermentieren im Eimer, Vererden
    SauerstoffJa, bitte!Nein, danke!
    MikroorganismenAbbauphase: verschiedenartige Mikroorganismen
    Heißrottephase: wärmeliebende Pilze und Bakterien, Strahlenpilze 
    Umbauphase: verschiedenartige Mikroorganismen, Hutpilze
    Reifephase: verschiedenartige Mikroorganismen, Bodentiere
    Fermentation: Milchsäurebakterien, Hefepilze, Photosynthese-bakterien
    Vererdung: Bodentiere, verschiedenartige Mikroorganismen
    MaterialHauskompost: Mischung aus Küchenabfällen und GrünschnittKüchenabfälle, zerkleinertes Grüngut
    VerlusteAusgasung von CO2 und StickstoffverlusteGering, Flüssigkeit mit Nährstoffen direkt verwendbar
    Unterdrückung von Krankheiten und UnkrautsamenDurch hohe TemperaturDurch sauren pH-Wert

    Bokashi-Eimer kaufen oder selbst bauen?

    Um einen Bokashi anzulegen, brauchst du immer ein verschließbares Gefäß. Sonst kannst du nicht die Bedingungen herstellen, unter denen sich die erwünschten Bakterien wohlfühlen – denn erst in einem sauerstoffarmen Milieu gehen die Milchsäurebakterien so richtig ab. Ein spezieller Bokashi-Eimer eignet sich dafür am besten.

    Bokashi-Eimer haben einen doppelten Boden und einen Auslasshahn, um den Bokashi-Saft, der bei der Fermentation entsteht, abzuzapfen. Mittlerweile kannst du viele verschiedene Bokashi-Eimer von unterschiedlichen Herstellern kaufen. Wenn du dir so einen anschaffen möchtest, dann überlege vorher gut, wie viel Gemüse du so „verputzt“.

    Bist du ein echter Gemüse-Junkie und produzierst eine ordentliche Menge Küchenabfälle, dann füllt sich dein Bokashi-Eimer sehr schnell. Entweder kaufst du dir dann gleich drei oder vier Eimer, oder du suchst nach zwei großen Bokashi-Eimern. Oder ein Teil deines Biomülls kommt einfach weiterhin auf den Komposthaufen im Garten. :)

    Bokashi
    Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

    DIY: Bokashi-Eimer

    Du kannst deinen Bokashi-Eimer aber natürlich auch selbst bauen. Bist du dabei? Dann los!

    Für deinen selbst gemachten Bokashi-Eimer brauchst du:

    • zwei gleichgroße, ineinander steckbare Plastikeimer mit luftdichtem Deckel (5-20l)
    • einen Auslasshahn, z. B. von einer Bag-in-Box Apfelsaftpackung
    • eine UK-Metallsäge
    • eine Nagelschere
    • einen dicken Nagel
    • einen Hammer
    • Kleber
    • Eventuell etwas Silikon
    • (Gaffa Tape)

    So geht’s:

    Schritt 1: Zunächst nimmst du dir einen der Eimer und machst Löcher in den Boden. Durch die Löcher kann später der Bokashi-Saft vom oberen in den unteren Eimer sickern. Um Löcher in den Eimer zu bekommen, nimmst du einfach einen Nagel und stichst oder hämmerst ihn vorsichtig durch das Plastik oder du schraubst mit einem Akkuschrauber Löcher hinein.

    Schritt 2: Jetzt kannst du deinen Auslasshahn vorbereiten. Ich nehme dafür den Hahn einer alten Bag-in-Box Apfelsaftpackung. Du kannst aber auch einen Auslasshahn aus dem Baumarkt kaufen. Damit die Eimer später auch ineinanderpassen, sägst du den Teil des Hahns, welcher sich im Inneren des Eimers befinden soll, auf 5 mm ab. Bei einem Auslasshahn aus dem Baumarkt musst du das nicht machen. Dieser wird mit einer Kontermutter festgeschraubt.

    Schritt 3: Nun wollen wir den Hahn anbringen. Dafür misst du zunächst die Größe des Lochs für den Auslasshahn ab – das Mittelstück des Hahns sollte genau hindurchpassen. Das Loch schneidest du in den zweiten Eimer, weit unten an die Wand. Bei einem dünnwandigen Eimer kannst du das einfach mit einer Nagelschere machen.

    Schritt 4: Hast du den Hahn gekürzt, probierst du jetzt aus, ob beide Eimer trotzdem noch ineinanderpassen. Das sollte unbedingt möglich sein. Steckst du die beiden Eimer ineinander, und der innere Eimer liegt auf dem Hahn auf, schließen die Eimer oben nämlich nicht mehr gut ab. In dem Fall solltest du den Auslasshahn um die Länge, die der innere Eimer noch an Platz braucht, kürzen.

    Schritt 5: Passt der Hahn in den Eimer, klebst du ihn einfach fest. Für diesen Schritt sollten die beiden Eimer natürlich nicht ineinanderstecken. Damit der Hahn gut anliegt während der Kleber trocknet, spannst du einfach eine dicke Schnur ganz fest um den Auslasshahn und dem Eimer. Und jetzt heißt es warten… Wenn der Kleber nicht halten sollte, dichtest du den Hahn zusätzlich mit Silikon ab.

    Schritt 6: Den Eimer mit den Löchern im Boden steckst du jetzt in den Eimer mit Hahn hinein. Wenn die beiden Eimer oben nicht gut abschließen, solltest du den Übergang mit Gaffa Tape zusammenkleben. Stecken sie gut ineinander, brauchst du das nicht.

    Schritt 7: Jetzt noch den Deckel drauf und dein Bokashi-Eimer ist fertig!

    Bokashieren: Schritt für Schritt

    Der Bokashi-Eimer ist gebaut oder besorgt? Prima, dann geht’s jetzt ans Eingemachte. Lass uns loslegen mit Bokashieren! :)

    Dabei gelten die Grundregeln der Fermentation: Zwischen den Stücken, die fermentiert werden, sollte möglichst wenig Luft sein. Kleine Lücken füllen sich während der Fermentation mit Gärsaft.

    1. Befüllen des Bokashi-Eimers

    Her mit den Küchenabfällen! Je feiner deine Reste sind, umso weniger Luftlücken gibt es im Eimer. Den Küchenabfall zu zerkleinern, macht natürlich mehr Arbeit, aber es lohnt sich. Kartoffelschalen brauchst du nicht extra kleinschneiden, aber einen dicken Kohlstrunk solltest du schon in kleine Stücke schneiden.

    Küchenabfälle

    Hop oder Top – was darf in den Bokashi rein?

    YES! Das mag dein Bokashi: Gemüse, Obst, Kaffeesatz, Brot, Tee, Rasenschnitt, Eierschalen, kleine Mengen Essensreste und Milchprodukte, kleine Mengen Fleischabfälle, Blumen, Tiermist von Pflanzenfressern, krautige Pflanzenreste, Pflanzenkohle, Gesteinsmehl

    NOPE! Das mag dein Bokashi so gar nicht: Knochen, große harte Kerne, stark verschimmeltes Brot oder Gemüse und Obst, große Mengen Fett, Holziges, Katzenstreu, menschliche Ausscheidungen, Kot von fleischfressenden Tieren

    2. Beimpfen mit (effektiven) Mikroorganismen

    Jetzt besprühst du den Inhalt im Eimer mit deiner ultimativen Gärflüssigkeit. Dafür brauchst du Effektive Mikroorganismen, die du fertig kaufen kannst, und in eine Sprühflasche füllst. Anschließend streust du noch Gesteinsmehl und Pflanzenkohle auf dein Bokashi-Substrat.

    3. Nicht meckern, sondern beschweren

    Wenn du einen Eimer mit doppeltem Boden verwendest, legst du eine Plastiktüte oder einen zugeschnittenen Plastikdeckel auf die Bioabfälle. Auf diesem Plastikdeckel platzierst du etwas Schweres – beispielsweise einen Ziegelstein. Der drückt alles richtig schön zusammen. Mit diesem Trick kommt kaum noch Luft an dein fermentiertes Allerlei.

    4. Fermentationsphase

    Nun kannst du nach und nach Küchenabfälle nachfüllen, bis dein Eimer voll ist. Dann heißt es warten. Du stellst den Eimer jetzt einfach für vier Wochen verschlossen an einen Ort, wo er dich nicht stört – und lässt die Mikroorganismen arbeiten! ;)

    5. Last but not least: Die Vererdung

    Ist alles gut sauer vergoren, kannst du dein Bokashi vererden. In diesem Prozess wird das fermentierte – sozusagen „vorverdaute“ – Material vollständig abgebaut. Dabei spielen jetzt nicht mehr die Milchsäurebakterien, sondern alle möglichen Bodentierchen und Mikroorganismen die Hauptrolle.

    Fermentierter Bokashi wird vererdet

    Für die Vererdung hast du mehrere Möglichkeiten zur Auswahl – je nachdem, wo und wie du gärtnerst. :)

    Obacht! Erst die Vererdung vervollständigt die Kompostierung. Bis dein Bokashi-Ferment fertig abgebaut ist, kann es für Mäuse und Ratten attraktiv sein. Wenn du in deinem Garten mit diesen Schlingeln zu kämpfen hast, dann solltest du deinen Bokashi unbedingt in einer Tonne vererden (siehe unten).

    Option 1 – im Pflanzkübel: Hierfür mischst du den Bokashi-Kompost mit Erde in einem Pflanzkübel. Nach vier Wochen pflanzt du Tomaten oder andere Starkzehrer in die Mischung. Für Tomaten gibst du eine Hand voll Gesteinsmehl zur Calciumversorgung hinzu. Für die Wartezeit vor der Pflanzung deckst du deine Kübel am besten ab. So kommen keine Tiere an das Substrat heran.

    Option 2 – im Beet: Ist dein Bokashi während der Gartensaison fertig, kannst du ihn direkt ins Beet geben. Dafür ziehst du zwischen den Pflanzreihen Gräben und und gräbst deinen Bokashi-Kompost dort ein. Insbesondere Starkzehrer wie Zucchini, Tomaten und Kürbisse futtern die Extraportion gut weg. Achte nur darauf, dass Jungpflanzen nicht direkt mit dem vergorenem Bokashi in Kontakt kommen. Das mögen viele der Kleinen nämlich nicht so gerne!

    Pflanzen in einem Gewächshaus

    Option 3 – auf dem Kompost: Du kannst mit deinem Bokashi auch deinem Komposthaufen etwas richtig Gutes tun! Du wirst sehen, die Regenwürmer stürzen sich nur so auf die leckeren Reste! Allerdings lockst du damit schnell wilde Tiere in deinen Garten.

    Option 4 – in der Tonne: Hast du Probleme mit Ratten oder Mäusen, vererdest du dein Bokashi am besten in einer Tonne oder einem Maurerkübel, damit sich die Nagetiere nicht über ihn hermachen. In der Tonne mischst du einen Teil Bokashi mit zwei Teilen Erde. Eine Schippe Gartenkompost darf ruhig auch noch obendrauf. Das Ganze schließt du dann und lässt es so lange stehen, bis eine homogene Masse daraus geworden ist.

    Bokashi Ferment, EM und andere Zusätze

    Das Herzstück des Bokashi ist die Fermentation. Damit dieser Prozess startet, musst du deine Küchenabfälle im Bokashi-Eimer mit effektiven Mikroorganismen (EM) impfen. Die solltest du dir unbedingt besorgen, bevor du mit bokashieren loslegst.

    Grundsätzlich kannst du Fermente eigentlich auch ohne Zusätze herstellen. Vielleicht machst du ja schon dein eigenes Sauerkraut oder Kimchi und hast da noch nie EM eingesetzt. Das ist in der Küche auch nicht nötig.

    Beim Bokashi wird es aber komplizierter. Meistens ist das Material gröber und es ist kaum machbar, es wie Sauerkraut zusammen zu stampfen. Auch dadurch, dass du den Eimer zum Nachfüllen immer wieder öffnest, kommt regelmäßig Sauerstoff an das Ferment, was unerwünschte Bakterien anlocken kann.

    Die „guten“ Bakterienkulturen (aka EM) gleich zum Bioabfall dazu zu geben, ergibt also durchaus Sinn – denn damit lenkst du den Fermentationsprozess und überlässt nichts dem Zufall. Wenn sich nämlich die falschen Bakterien breit machen, werden deine Küchenabfälle vergammeln, statt zu fermentieren.

    Bokashi

    Ob du alles richtig gemacht hast, merkst du am Geruch und am Aussehen. Dein Bokashi sollte nach vier Wochen richtig fruchtig und säuerlich duften. Deine Gemüsereste dürfen nicht schimmeln und nicht faulig riechen. Ein weißer Belag ist aber nicht schlimm. Das sind nur Hefepilze, die vom restlichen Sauerstoff im Eimer leben.

    Im Grunde kannst du zum Fermentieren jede milchsauervergorene Flüssigkeit nehmen, die nicht erhitzt wurde, also noch aktiv ist. Neben EMs sind das unter anderem Brottrunk oder Sauerkrautsaft (Achtung, hier gibt es verschiedene – nur manche sind nicht erhitzt und eignen sich).

    Wichtig ist, dass das Ferment, welches du zum Impfen nimmst, einen pH-Wert um drei hat. Im Vergleich zu diesen Fermenten haben die EMs noch ein Add-On – sie enthalten nämlich einige Arten von Nichtschwefelpurpurbakterien (das sind Photosynthesebakterien). Diese kleinen Knilche können wie Pflanzen Photosynthese betreiben und zusätzlich Stickstoff aus der Luft binden. Ganz schön cool, oder? 

    Zusätzlich kannst du Gesteinsmehl (ca. ein Gramm Gesteinsmehl pro zehn Liter Bokashi) und Pflanzenkohle (Ein Liter Pflanzenkohle pro zehn Liter Bokashi) hinzufügen. Mit dieser Mischung stellst du sogar dein eigenes Terra Preta her! Beide Zusätze binden außerdem den Geruch etwas, sodass deine Nachbarn nicht mehr die Nase über den silageartigen, gärigen Geruch rümpfen.

    Bokashi clever im Garten einsetzen

    Mit Bokashi kannst du deine (hungrigen) Pflanzen so richtig verwöhnen! Damit dir die kostbaren Nährstoffe am Ende nicht doch noch verloren gehen, ist es ganz wichtig, dass du dein vererdetes Bokashi nicht einfach wochenlang ohne Bepflanzung Wind und Wetter aussetzt. Pflanzen sind nämlich die besten Nährstoff-Catcher! 

    Hast du einmal keine Gemüsekulturen am Start, nimmst du einfach eine Gründüngung. Mit Bokashi und Gründünger gönnst du deinem Boden gleich zwei Wellness-Kuren auf einmal – die folgenden Gemüse werden es dir danken!

    Den Bokashi-Saft kannst du verdünnt (1:100 mit Wasser gemischt) ebenfalls zum Düngen verwenden. Es gibt nur ein paar empfindliche Pflanzen, wie Basilikum und Petersilie, die Bokashi nicht so gerne mögen.

    Abzapfen des Bokashi-Saft aus einem Bokashi-Eimer

    Mit Bokashi boosterst du dein Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit in deinem Garten. Du wirst sehen – dein Boden wird immer krümeliger, fruchtbarer und belebter werden! Halte die Augen offen, und beobachte mal, wie sich dein Boden mit der Zeit verändert…

    Naa, habe ich dich angefixt? Eigenen Bokashi herzustellen ist wirklich nicht schwer. Du brauchst dafür nur einen guten Bokashi-Eimer, eine Menge Bioabfall und (effektive) Mikroorganismen.

    Gerade wenn du Probleme mit Ratten im Garten oder zu wenig Platz für einen Komposthaufen hast, ist das Herstellen von Bokashi-Kompost in einem verschlossenen Behälter eine super Lösung, um deine Küchenabfälle zu verwerten und in wunderbaren Dünger zu verwandeln.

    Das Basteln des Bokashi-Eimers ist voll dein Ding? Dann habe ich hier noch ein paar DIY-Anleitungen für den Garten…

    Hochbeet aus Holz selber bauen: Einfache Bauanleitung

    Kompost bauen: Einfach, schnell und stabil!

    Hochbeet bauen für Dummies: Bauanleitung in 5 Schritten

    Und hast du Lust bekommen, deinen eigenen Bokashi anzulegen? Erzähl mir gerne in den Kommentaren, wie es klappt und halte mich auf dem Laufenden!

    Kategorie: Fermentieren, Garten, Selbstversorgung

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    18 Kommentare

    1. Tomicke sagt

      Da mein Kollege vor kurzem mit dem Thema Bokashi um die Ecke kam, hab ich mal im Internet gesucht, was es damit auf sich hat. Sei mir nicht böse aber das leset sich für mich so, als ob das nur etwas für gelangweilte Großstädter ist, die zuviel Geld haben. Wenn ich schon sehen was diese Eimer kosten -pure Abzocke. Erst bei Dir habe ich gelesen , dass man auch andere vergorene Flüssigkeit oder den entstandenen Saft nehmen kann, um neuen Bokashi anzusetzen. Auf den anderen Seiten die ich gefunden habe stand fast überall, dass man auch die EMs (nicht gerade günstig) kaufen muß.
      Ich mache es so, wie schon Leute mit Garten vor Jahrzehnten – ich gebe Küchenabfälle und Grünzeug aus dem Garten auf einen Komposthaufen -und gut ist…
      Es ist nicht so, dass ich von der Fraktion bin, die alles neue ablehnt. Aber einen wirklichen Vorteil von Bokashi kann ich ehrlich gesagt nicht erkennen, falls man Platz für den Kompost hat. Dafür entstehen aber Kosten, die ich beim Kompost nicht habe.

    2. Gfy sagt

      Habe ich das richtig verstenden, dass ich Unkräuter im Bokashi verarbeiten kann, weil der pH-Wert die Samen nicht mehr keimfähig macht?
      Wäre cool, wenn ich diese Biomasse nicht merh wegwerfen müsste…

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu,
        genau, auch Unkräuter wie Giersch und Löwenzahn kannst du nutzen, um Bokashi herzustellen. Sie samen nicht mehr aus, da der niedrige PH-Wert des Bokashi das verhindert.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Chris Kircher sagt

      Liebe Marie, liebes Wurzelwerkteam,

      habt ihr Erfahrung mit Rasenbokashi? Ich würde sehr gerne wissen, ob ich bedenkenlos auch Löwenzahnsamen mitfermentieren kann, oder ob der Samen nach der Fermentierung noch keimfähig ist.

      Danke für eine Antwort!!

    4. Ursula sagt

      Liebe Marie! Danke für den tollen Artikel. Ich habe letztes Jahr meine Bokashi-Produktion auf dem Balkon gestartet und im Herbst den fertigen Bokashi in einem Maurerkübel mit Erde und Kompost gemischt. Leider war die Enttäuschung groß, als ich vor einigen Tagen mal nachsehen wollte was aus der Erde geworden war: der Kübel stand voller Bokashi-Flüssigkeit, obwohl ich sie vor dem Vererden immer sorgfältig abgelassen hatte. Hat jemand schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht oder habe ich etwas verkehrt gemacht? Vielleicht war es zu kalt draußen?

      Viele Grüße Ursula

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Huhu Ursula,

        wenn der Bokashi noch sehr feucht ist, kann es schon sein, dass noch etwas Flüssigkeit austritt. Ich würde einfach ein paar kleine Löcher in den Boden des Kübels bohren, damit überschüssige Flüssigkeit austreten kann und gleichzeitig Bodenlebewesen Zugang zu deinem Bokashikompost haben. Wenn du das nicht möchtest, lass den Bokashi länger im Eimer, bis sich keine Flüssigkeit mehr bilder. :)

        Viele Grüße
        Jacky von Wurzelwerk

    5. Korina sagt

      Hallo liebes Team von Wurzelwerk!

      Ich schleiche schon eine Weile um das Thema Bokashi und jetzt möchte ich endlich damit anfangen. Nur eine Frage noch: muss der Bokashisaft zwischendurch immer wieder abgelassen werden oder nur am Ende des Fermentierprozesses?

      Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß bei eurer wunderbaren Arbeit!

      Korina

      • Jacky von Wurzelwerk sagt

        Hallo Korina,

        der Bokashi Saft muss immer mal wieder abgelassen werden. Ich mache es etwa zweimal in der Woche. Es kommt ein bisschen darauf an, wie feucht die organischen Resten sind, die du in deinen Bokashi Eimer füllst und wie groß der verbaute Tank ist, der im Eimer den Saft auffängt. ;)

        Aber da bekommst du ganz schnell ein Gefühl für!

        Viele Grüße
        Jacky von Wurzelwerk

    6. Hallo Marie, kann ich den abgelassenen Bokashisaft anstelle gekaufter EMs als Fermentiermittel verwenden?

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Anke,
        ich habe das selber noch nicht gemacht, aber du kannst den Bokashisaft auch gut als Starter verwenden, wenn du einen neuen Bokashi ansetzt :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    7. Beate sagt

      Liebe Marie,
      Ich mache schon das 2. Jahr Bokashi, konnte aber bisher noch nicht feststellen, dass mein Garten dadurch geboostert wird. Viele Pflanzen sind letztes Jahr verkümmert, nun das mag an verschiedenen Sachen gelegen haben.
      Was ich beim Bokashieren schwierig finde: Den guten weiblichen Hefepilz von Schimmel unterscheiden. Ich glaube, mein Bokashi war schon schimmelig und ich habe ihn trotzdem vergraben. Ist das schlimm? Und was mache ich mit schimmeligem Bokashi, in die Tonne?

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Beate,
        hm, eigentlich wirkt das Prinzip der Effektiven Mikroorganismen schimmelvorbeugend. Befinden sich effektive Mikroorganismen, die ja Hefen und somit einzellige Pilze enthalten, auf einer Fläche oder im Bokashi, haben andere Pilze nicht die Möglichkeit Fuß zu fassen. Vielleicht liegt das Problem doch an anderer Stelle? Das lässt sich aus der Ferne aber auch nicht gut beurteilen. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass die Ernte in diesem Jahr besser wird!
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    8. Ingrid sagt

      Liebe Marie,
      ich habe 2 Fragen zur Bokashi-Kompostierung. Vielleicht hast du damit schon Erfahrungen gemacht.
      1) Ich habe oft Reste von Heu und Stroh, die unser Kaninchen übrig lässt und getrocknete Kräuterbündel, wenn es dann schon wieder frische Kräuter gibt.
      Kann das trockene „Zeug“ auch mit rein?
      2) Ich trinke im Winter viel Tee, der gegen Bakterien, Pilze, Viren hilft (z.B. Cystus, Artemisia). Darf das Kraut mit dazu oder ist das auch für die guten Mikroorganismen schädlich?

    9. Sandra sagt

      Hallo Marie, ich probiere schon eine ganze Weile mit Bokashi herum. Aber entweder bin ich besonders empfindlich oder ich mache etwas falsch, aber es riecht nie fruchtig oder wie Sauerkraut sondern eher wie „Kotze“. Ist das normal? Eigentlich mache ich alles genau so wie im Artikel beschrieben. Ich habe schon daran gedacht, den Bokashi in den Keller zu stellen. Da habe ich zur Zeit 13 bis 15 Grad. Würde das temperaturtechnisch den reichen? Bei mir in der Küche ist der Geruch nämlich nicht so prickelnd und meine Familie streikt so langsam. Viele Grüße! Sandra

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Sandra,
        hm, so sollte der Bokashi eigentlich nicht riechen. Hast du genug Flüssigkeit hinzugegeben? Manchmal ist auch das Problem, dass der Saft nicht abgelassen wurde – dann gelingt der Bokashi nicht. Meistens riecht der Bokashi bei Herbst- oder Wintertemperaturen eher weniger, temperaturtechnisch sollte das also passen.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    10. Hallo Marie,
      mit dem Bokashi hab ich dieses Jahr auch angefangen und bin sehr begeistert. Da ich nur einen Balkongarten hab (und daher nicht viel Platz), bin ich super froh über die Kompostiermöglichkeit. Ich werfe kaum noch Biomüll weg und Flüssigdünger gibts gleich mit dazu.
      Habe dich neulich auf Youtube entdeckt und bin sehr begeistert von Wurzelwerk.
      Liebe Grüße aus Oldenburg!

    11. Stephan Göldi sagt

      Ich probier mal, mit einem meiner Bokashi Eimer Brennnesseljauche herzustellen: Ich fülle ihn mit Brennesseln, dann bis oben mit Wasser und warte 2 Wochen. Die Jauche entnehme ich dann ganz bequem am Zapfhahn :-)

    12. Hallo Marie,
      deinen Artikel finde ich ausgesprochen informativ. Du hast mich wirklich angefixt. Ich glaube, ich muss das doch mal ausprobieren. Drumherum schleiche ich schon länger.
      Viele Grüße
      Claudia

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