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Kompost anlegen: Wie du richtig guten Kompost machst!

Kompost anlegen

Schön, dass du hier bist! Das heißt nämlich, dass du einen Kompost anlegen möchtest und das ist eine sehr gute Entscheidung!  Es ist nämlich super wertvoll, einen richtig guten Kompost anzulegen und deine Küchen- und Gartenabfälle in schwarzes Gold zu verwandeln. Deine Pflanzen und dein Boden werden es dir danken! :)

Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, weißt du, dass Kompost in meinem Garten eine riesengroße Rolle spielt. Dank meiner Kompostbeete muss ich zum Beispiel kaum noch jäten – und weniger gießen, denn Kompost speichert Wasser im Boden. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für eine Arbeitserleichterung ist.

Wenn du mehr wissen willst: Weiter unten im Artikel habe ich dir meinen Minikurs zum Anlegen von Kompostbeeten verlinkt.

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Pssst… wenn du noch keinen Kompost-Behälter hast, dann schau dir gerne auch den Artikel über das Bauen eines Komposters an!

Materialien zum Kompost anlegen

Im Garten fällt jede Menge organisches Material an: Grasschnitt, Laub und Strauchwerk, Äste und Heckenschnitt, Reste von Gemüsepflanzen und Stauden…

Und dann kommt natürlich auch noch der Bioabfall aus der Küche dazu: Reste vom Gemüseputzen, Obstschalen, Kaffeesatz und Teebeutel, Eierschalen und Co.

Das darf auf den Kompost

Bei einer gut kontrollierten Rotte kannst du fast alle organischen Materialen auf den Kompost geben!

Immer wieder werde ich gefragt, ob man auch Zitronen- und Orangenschalen auf den Kompost geben darf. Und meine Antwortet lautet: Ja – das kannst du auf jeden Fall tun!

Gut durchmischt mit anderen organischen Materialien, kompostieren die Schalen sehr gut.

Das darf nicht auf den Kompost

Das Problem bei der „Haus-Kompostierung“ ist, dass die Komposthaufen meistens offen daliegen und sich auf Grund ihrer ungünstigen Oberfläche-Volumen-Verhältnisse nicht so stark erhitzen, wie es für eine Hygienisierung eigentlich nötig wäre. ;)

Um Beikrautsamen und Wurzelunkräuter unschädlich zu machen, braucht man Temperaturen von 50 bis zu 70 °C im Kompost. In den offenen Komposthaufen entwickeln sich diese Temperaturen aber höchstens in der Mitte des Komposthaufens, sodass du im schlechtesten Fall die Unkräuter oder auch Krankheitserreger mit dem Kompost direkt wieder auf deinen Beeten ausbringst.

Deswegen gebe ich kein Unkraut und keine kranken Pflanzenteile auf meinen Kompost.

Kleiner Tipp: Du kannst auch einen extra Kompost für Unkräuter und kranke Pflanzen anlegen, damit dein richtiger Kompost gesund und unkrautfrei bleibt. Der steht bei mir in der hintersten Gartenecke. Den fertigen Kompost bringe ich unter Büschen und Bäumen aus, aber eben nicht auf den Gemüsebeeten.

Katzenstreu oder Fäkalien von anderen fleischfressenden Tieren, sollte aus hygienischen Gründen generell nicht auf den Kompost im Garten gegeben werden. Außerdem verzichte ich darauf, gekochte Essensreste und Fleisch zu kompostieren. Die ziehen nämlich Ratten an. ;)

Wenn du in deinen Komposter ein Gitter einbaust, so dass er rattensicher ist, dann kannst du aber auch kleine Menge Essensreste auf deinen Kompost geben!

Kompost-Materialien zerkleinern

Wenn du die Materialien für deinen Kompost vorher zerkleinerst, dann vergrößert sich die Oberfläche dieser Materialien und kann von den Mikroorganismen im Kompost besser besiedelt werden.

Bei holzigen Materialien geht das natürlich am besten mit einem Häcksler, die Holzhäcksel eignen sich sehr gut als Strukturmaterial im Kompost. Aber auch mit der Gartenschere können zum Beispiel Kohl-Strünke gut zerkleinert werden.

Kompost anlegen: Das C/N-Verhältnis

Die oben genannten Materialien verkompostieren nicht alle gleich schnell. Braune Materialien, wie Laub oder Äste, enthalten viel mehr Kohlenstoff (C) und gleichzeitig weniger Stickstoff (N) als grüne Materialien, wie Grasschnitt.

Für eine optimale Rotte sollte das C/N-Verhältnis der gesamten Ausgangsmaterialien etwa zwischen 15/1 bis 25/1 liegen. Damit dein Kompost richtig gut wird, solltest du also immer mehr braune als grüne Materialien kompostieren.

Wenn du noch mehr über das C/N-Verhältnis von verschiedenen Ausgangsmaterialien wissen möchtest, dann schau doch mal in diesem Artikel vorbei!

Kompost anlegen

Kompost anlegen: Mischen oder Schichten?

Wegen den unterschiedlichen C/N-Verhältnissen der Ausgangsmaterialien macht es Sinn, wenn die grünen und braunen Materialen ausgiebig durchmischt werden, bevor der Kompost angelegt wird. Das klappt natürlich am besten, wenn gerade viele Materialien, wie Grasschnitt und Laub auf einmal zur Verfügung stehen.

Meistens ist es für uns Haus-Kompostierer aber relativ unpraktisch, immer alle Materialien zu sammeln, um sie dann zu vermischen. Es ist einfacher den Kompost nach und nach mit den Materialien aufzuschichten, die im Garten oder der Küche anfallen. Braune und grüne Materialien sollten sich dabei von Schicht zu Schicht abwechseln.

Um eine gute Belüftung zu erreichen mische ich Holzhäcksel als Strukturmaterial in den Kompost. Dafür eignen sich auch die Reste des letzten durchgesiebten Komposts sehr gut.

Wenn der Kompostbehälter voll ist, kannst du deinen Kompost das erste Mal umsetzen.

Kompostierung beschleunigen

Um die Kompostierungsprozesse zu beschleunigen, werden im Handel mehrere „Starter“ angeboten. Der günstigste und natürlichste Starter ist dein letzter Kompost oder einfach dein Boden. Dort wimmelt es nämlich nur so von fleißigen Mikroorganismen! ;)

Ich gebe regelmäßig eine Schippe Kompost oder Gartenerde als dünne Schicht auf meinen Komposthaufen. So wird dieser gleich mit den richtigen Organismen versorgt.

Kompost gießen

Wasser ist für die mikrobiologischen Prozesse in deinem Kompost essenziell und der Wassergehalt sollte zwischen 50 bis 60% liegen. Wenn es im Sommer über mehrere Wochen sehr heiß ist, dann ist nicht mehr ausreichen Feuchtigkeit in deinem Kompost vorhanden und die Kompostierungsprozesse stagnieren.

Um das zu vermeiden, bekommt mein Kompost regelmäßig eine Gießkanne voll Wasser ab.

Kleiner Tipp: Wenn du eine Hand voll Kompost in deiner Hand zusammenpresst und dabei ein Tröpfchen Wasser hinaustritt, ist der Wassergehalt in Ordnung.

Kompostierungsprozesse kontrollieren

Wenn du genauso ein Kompost-Nerd bist wie ich oder einfach Lust hast, dich intensiver mit dem Thema Kompostierung auseinanderzusetzen, ist es sehr interessant, die eigenen Kompostierungsprozesse zu kontrollieren, um sie dann optimieren zu können. ;)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu kontrollieren, wie die Prozesse im Kompost verlaufen.

Mit einem Kompost-Thermometer hast du die Temperaturen, die in deinem Kompost herrschen, immer im Blick. Für die Hygienisierung des Komposts sollte das gesamte Material mindestens eine Woche lang Temperaturen über 65 °C oder zwei Wochen über 55 °C aufweisen. Das ist mit offenen Kompostmieten aber gar nicht so leicht zu erreichen.

Diejenigen von euch, die meine Onlinekurse kennen, haben wahrscheinlich schon meine Mitarbeiterin Jacky kennengelernt, die viele Fragen in den Kursgruppen und per Email beantwortet. Jacky ist ein absoluter Boden-Nerd und misst sogar den CO2-Gehalt ihres Komposts, um zu entscheiden, wann sie ihn umsetzt. Es gilt: Wenn der CO2-Gehalt über 12 % liegt, ist nicht mehr genug Sauerstoff vorhanden und der Kompost sollte umgeschichtet werden. Aber eines vorweg: Einen frischen Kompost könntest du fast täglich umschichten. ;)

Kompost umsetzen

Wenn du deinen Komposthaufen regelmäßig umsetzt, dann ist das zwar etwas Arbeit, aber die lohnt sich! Denn je öfter du deinen Kompost umsetzt, desto schneller ist der Kompost fertig.

Du bringst beim Umsetzen nämlich wieder Sauerstoff in das Kompostsystem und der wird von den aeroben Organismen im Kompost dringend benötigt. Denn genauso wie wir, atmen diese Lebewesen und dabei entsteht CO2. Wenn dein Kompost stark mit CO2 angereichert ist, dann laufen die Kompostierungsprozesse viel langsamer ab.

Wenn dein Kompost zusammengesackt ist, ist auch für die faulen Gärtner unter euch ein guter Zeitpunkt zum Umsetzen gekommen. Denn das Randmaterial wird noch nicht so gut zersetzt sein und sollte beim zweiten Aufsetzen in die Mitte gepackt werden.

Aber keine Sorge: Auch wenn du deinen Kompost nicht umsetzt, wird er fertig, dann dauert es einfach etwas länger.

Kompost abdecken

Wenn du deinen Kompost mit Stroh oder Grasschnitt abdeckst, dann verhinderst du eine schnelle Austrocknung. Falls es wirklich mehrere Tage stark regnet, kann sich auch eine wasserundurchlässige Abdeckung lohnen, um anaerobe Fäulnisprozesse zu vermeiden.

Reifestadien von Kompost

Der Reifegrad ist abhängig vom Alter und dem Fortschritt der Zersetzungsprozesse in deinem Kompost. Ein sehr junger Kompost ist noch relativ unzersetzt und bietet eine stärkere Düngewirkung als sehr alter und reifer Kompost.

Aussäen solltest du aber nur in sehr reifen Kompost, der keine groben Stücke mehr enthält. Bei einem Kompost wird zwischen verschiedenen Verrottungsgraden unterschieden, die gleichzeitig Auswirkungen auf die Einsatzmöglichkeiten haben.

Kompost als Mulchmaterial

Der Kompost für das Mulchen darf noch sehr jung sein. Nach der Hitzephase des Komposts sollte dieser neutral riechen, obwohl immer noch gröbere Stückchen im Kompost zu erkennen sind. In dieser Form eignet sich Kompost zum Mulchen.

Kompost als Dünger

Die Miete hat die Hitzephase hinter sich und es sind nicht mehr viele gröbere Stückchen zu erkennen. Dieser Zustand ist bei guter Kompostpflege bzw. wöchentlichem Umsetzen nach etwa 8 bis 10 Wochen erreicht. Der Geruch des Komposts sollte schon an Walderde erinnern.

Kompost als Aussaaterde

Nach etwa 12 bis 20 Wochen sollte dein Kompost (bei guter Pflege) soweit sein, dass du direkt hinein säen kannst. Es gibt ein sehr hartnäckiges Gerücht, dass man in Kompost nichts säen kann. Das stimmt nicht, lass dich davon nicht verwirren.

Solange dein Kompost reif ist, kannst du jedes Gemüse direkt in Kompost säen. Das erkennt man am besten daran, dass der Kompost angenehm nach Walderde riecht und sich keine größeren, unzersetzten Stücke mehr im Kompost befinden.

Kompost anlegen

Kompostreife testen

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Kompost reif für die Aussaat ist, dann kannst du das ganz einfach testen. Dafür brauchst du nur einen Blumentopf, den du mit Kompost befüllst und einige Kresse-Samen hineinsäst.

Beobachte, ob die Samen gut aufgehen und die Pflänzchen grün und gesund weiterwachsen. Falls die Saat nicht aufgeht oder die Pflanzen sich braun oder gelb verfärben, dann ist dein Kompost noch nicht reif genug, um darin auszusäen!

Wir legen alle unsere Beete mit Kompost an und haben seitdem viel größere Erträge als vorher, kaum noch Unkraut und einen rundum pflegeleichten Garten. Ich habe einen Minikurs erstellt, in dem ich dir zeige, wie du Kompostbeete anlegst. Du kannst dich gerne hier eintragen:

Mach mit beim Beete anlegen-Minikurs!

Ich zeige dir, wie du einfach und schnell neue Gemüsebeete anlegst, die jahrelang nahezu unkrautfrei bleiben und schon im ersten Jahr super Erträge abwerfen.

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    Hast du schon mal einen Kompost angelegt? Wie oft setzt du deinen Kompost um? Ich freue mich über deinen Kommentar!

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    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    3 Kommentare

    1. Hallo Marie,
      wie siehst aus mit Walnussblätter und Magnolienblätter kompostieren?
      alles Liebe
      Uwe

    2. Kornelia Mallwitz sagt

      Hallo Marie
      Ich bin jetzt 61 und vierfache Oma. Ich habe mir endlich letztes Jahr den Traum vom eigenen Garten erfüllt indem ich in unserem Ort mit einer Freundin 600 qm Grabeland gepachtet habe. Grosser Garten. Die Hälfte haben wir zu einem Relax Garten gemacht. Er ist Ende Oktober endlich “fertig” geworden. In der anderen Hälfte wollen wir Obst und Gemüse anpflanzen und haben ohne viel Wissen aus Paletten ein grosses dreiteilige Kompost Gebiet gebaut. Keine Folie drin nur das Gestell. Und haben alles an Abfall vom ausgraben bis zum Rasenschnitt dahinein verfrachtet. Auch Abfälle aus der Küche nur roh, Eierschalen, Kaffeesatz und Obst Gemüseschalen. Zwischendurch haben wir so Schnellkomposter aus dem Laden darauf verteilt und ihn zwischendurch auch mal gegossen als kein Regen da war. Jetzt hoffen wir dass unser Kompost auch was wird. Wir wollen im nächsten Frühjahr den ersten Käfig in den zweiten umschichten dann werden wir sehen wie weit er uns gelungen ist. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht und werden es im nächsten Jahr besser machen, Dank deiner Tipps.
      Liebe Grüße
      Kornelia

    3. Beate sagt

      Hallo, wir haben mit 1200 qm einen so großen Garten, dass wir keine Chance haben, alles an Grüngut + Abfälle aus der Küche zu kompostieren. Deshalb hab ich vorletztes Jahr einfach in einer Ecke des Gartens einen wilden Haufen angelegt. Alles kommt drauf an Gartenabfall, Laub, Grasschnitt, Schnitt von Sträuchern und Pflanzenreste im Herbst. Letztes Jahr habe ich ihn das erste Mal umgeschichtet, eine S**arbeit, aber die Hälfte des Haufens hat nach dem Sieben 20 große Eimer Kompost gebracht. Und die Tierchen mögen das glaube ich auch ;-) Sicher nicht professionell, aber es funktioniert auch. Vorher haben sie den kostbaren Gartenabfall immer auf die Deponie gefahren.

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