Garten
Kommentare 5

Ratten im Garten? 7 wirksame Tipps, um Ratten zu vertreiben!

Wanderratte

Auch wenn du grundsätzlich für eine große Artenvielfalt bist – Ratten im Garten möchtest du bestimmt trotzdem nicht haben! Falls du aber doch eine oder mehrere davon bei dir entdeckst, brauchst du nicht gleich in Panik zu verfallen. Ich verrate dir in diesem Artikel sieben Tipps, mit denen du Ratten vertreiben kannst. Dann bist du sie ruckzuck wieder los!

Merk dir diesen Artikel auf Pinterest!

Wie leben Ratten im Garten?

Ratten sind bei uns Menschen nicht gerade Sympathieträger. Sie übertragen Krankheiten, vermehren sich unkontrolliert in Windeseile, nagen alles an und fressen, was ihnen vor die Schnauze kommt.

Andererseits gelten Ratten aber auch als schlau. So meiden sie vergiftetes Futter, sobald ein Artgenosse daran gestorben ist. Fallen, in die eine von ihnen gegangen ist, lassen sie ab diesem Zeitpunkt einfach links liegen. Sie können sich Düfte und Tonfolgen merken und sogar lernen, mit einer einfachen Fernsteuerung umzugehen.

Und Ratten sind sehr soziale Tiere. Sie leben in Rudeln, achten aufeinander und helfen sich gegenseitig. Sie spielen gern und sind empathisch.

Welche Ratten leben bei mir im Garten? Drei verschiedene Rattenarten

#1 Die Hausratte

Die Hausratte hat ein braun-schwarzes Fell, eine spitze Schnauze und große Ohren und Augen. Ihr Schwanz ist länger als ihr Rumpf und schwebt beim Laufen immer über dem Erdboden, so dass sie keine Schleifspuren hinterlässt. Die Hausratte lebt am liebsten hoch oben – in Bäumen oder Dachspeichern. Sie frisst vor allem Pflanzen und nur in der Not auch Fleisch. Ihr Kot ist schwarz und bananenförmig.

Die Hausratte stammt aus den Tropen und kam im Mittelalter mit dem Schiff nach Europa. Sie ist nachtaktiv und lebt in Rudeln, die aus 20 bis 60 Tieren bestehen.

Hausratten können sich das ganze Jahr über fortpflanzen und bekommen durchschnittlich fünf Jungen pro Wurf. Nach fünf Monaten sind sie geschlechtsreif.

In einigen Bundesländern steht die Hausratte auf der Roten Liste – weltweit ist sie aber nicht vom Aussterben bedroht.

#2 Die Wanderratte

Die Wanderratte stammt aus dem Nordosten Asiens und hat sich seit dem 18. Jahrhundert weitflächig auf der ganzen Erde ausgebreitet. Sie besitzt ein grau-braunes bis dunkelbraun-rötliches Fell, eine stumpfe Schnauze, kleine Augen und Ohren und einen dicken Schwanz, der nicht länger ist als ihr Rumpf. Beim Laufen schleift er über den Boden – deshalb siehst du neben Pfotenabdrücken auch Schleifspuren. Wanderratten sind Allesfresser, sie mögen sowohl Pflanzen als auch Fleisch. Ihr Kot ist braun oder grau, sieht von der Form her aus wie überdimensionale Reiskörner und ist ein bis zwei Zentimeter lang.

Lebensräume der Wanderratte sind die Kanalisation oder auch Erdhöhlen. Wenn sich die Bedingungen in ihrer Umgebung verschlechtern, macht sie sich auf die Suche nach einem neuen Ort, wo sie für sich und ihr Rudel ausreichend Nahrung findet.

Wanderratten können sich das ganze Jahr über fortpflanzen mit durchschnittlich acht Jungen pro Wurf. Nach drei Monaten sind sie geschlechtsreif. 

Hol dir deinen Aussaatkalender!

Hast du immer alle Aussaattermine im Kopf? Nein? Keine Sorge, ich definitiv auch nicht! Deswegen lade dir doch einfach den kostenlosen Aussaatkalender 2021 herunter! Hier findest du jeden Monat die besten Aussaatzeitpunkte für deine Gemüsepflanzen, ohne dass du dir selber darüber den Kopf zerbrechen musst.

Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

Trag dich ein für den kostenlosen Aussaatkalender:

Hol dir deinen Aussaatkalender!

    ​Mit dem Absenden bestätigst du die Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Tipps und Angebote zum Thema Selbstversorgung zu schicken.

    Gefahren durch Ratten im Garten

    Ratten können durch Bisse, Kot und Urin oder Parasiten, die in ihrem Fell leben, verschiedene gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehören Salmonellen, Tollwut, Tuberkulose, Hepatitis, Leptospirose, SARS, Hantaviren und die Pest. 

    Wenn du ihre Hinterlassenschaften entsorgen möchtest, solltest du deshalb unbedingt Handschuhe und am besten auch eine Maske tragen.

    Weil sie alles in ihrer Umgebung benagen, was sich ihnen bietet, verursachen sie nicht nur Fraßschäden an deinem Obst und Gemüse, sondern beschädigen auch Elektrokabel und Abwasserleitungen, Holz, Karton und Kunststoff.

    Alles, was mit ihrem Urin oder Kot in Berührung kommt, ist nicht nur möglicherweise infektiös, sondern riecht auch sehr unangenehm.

    Fraßspuren Ratte

    Wie erkenne ich, dass Ratten im Garten leben?

    Ratten sind vor allem nachtaktive und scheue Tiere, die sich kaum blicken lassen und im Zweifelsfall flüchten. Du bekommst sie daher selten zu Gesicht.

    Daran erkennst du, dass die Nager es sich in deinem Garten gemütlich gemacht haben:

    • Du findest zwei parallele Fraßrillen an Abfällen, Obst, Gemüse, jungen Trieben, Holz oder Kunststoff
    • Es gibt plötzlich kleine Trampelpfade in deinem Garten, auf denen Kot und Reste von Obst, Gemüse oder sonstiger Nahrung liegen
    • Pfotenspuren, die du siehst, haben vier und fünf Zehenabdrücke. Außerdem erkennst du eine Schleifspur, die vom Schwanz stammt. Wanderratten ziehen ihn hinterher und heben ihn beim Laufen nicht an. 
    • Kot liegt verstreut herum.
    • Es gibt Löcher im Rasen oder im Boden ohne Haufen, die einen Durchmesser von ungefähr acht Zentimetern haben und senkrecht nach unten führen. 
    • Es riecht streng nach Ammoniak – das können entweder Ratten-Hinterlassenschaften sein oder auch eine tote Ratte.
    Rattenloch

    Gibt es eine Meldepflicht, wenn ich Ratten im Garten habe?

    Jetzt wird es etwas amtlich: Ratten gelten nach §2 des Infektionsschutzgesetzes als gefährliche Gesundheitsschädlinge, die meldepflichtig sind.

    Wenn du Ratten im Garten hast, musst du das als Eigentümer dem örtlichen Ordnungsamt melden. Wenn du Mieter bist, meldest du es deinem Vermieter. Die Behörde entscheidet dann, was zu tun ist. Kosten, die entstehen beim Ratten bekämpfen, übernimmt der Eigentümer.

    Wie vermeide ich, dass Ratten in meinen Garten kommen?

    Wenn die Nager sich bei dir häuslich niedergelassen haben, kann das einen ganzen Rattenschwanz an Ärger nach sich ziehen. ;) Deshalb lässt du es am besten gar nicht erst soweit kommen und vermeidest alles, was diese Tiere anlockt.

    So bietest du Ratten kein verlockendes Umfeld:

    • Mülltonnen und Müllsäcke nicht überquellen lassen und immer geschlossen halten.
    • Essensreste nicht über die Toilette oder den Ausguss entsorgen.
    • Kein gekochtes Essen, Knochen oder Fleisch auf den Kompost geben.
    • Den Kompost häufig umsetzen. 
    • Igelfutter, Vogelfutter und Katzenfutter nicht offen herumstehen lassen.
    • Im Winter Kellerfenster, Schuppen- und Garagentüren geschlossen halten.
    • Gartenhäuschen und Garagen regelmäßig aufräumen.
    • Gerümpelecken vermeiden.
    • Lichtschächte mit einem engmaschigen Abdeckgitter schützen.

    Dein Kompost ist bisher eher ein wilder Haufen? Dann lies gern hier alle meine Tipps dazu, wie du richtig guten Kompost ganz einfach selber machen kannst!

    Ratten vertreiben: 7 wirksame Tipps!

    Alles Vorbeugen hat nicht geholfen und du hast Ratten in deinem Garten entdeckt? Jetzt kommt es darauf an, ob es sich um vereinzelte Tiere handelt, die auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen sind, oder ob sich bereits ein ganzes Rudel häuslich bei dir niedergelassen hat.

    Falls es sich nur um „Erkundungsratten“ handelt, kannst du mit ein paar Hausmitteln versuchen, deinen Garten zur rattenunfreundlichen Zone zu machen.

    Tipp #1: Katzenstreu

    Benutzte Katzenstreu verströmt einen Geruch, der Ratten abschreckt. Schließlich sind die Stubentiger natürliche Feinde der Ratten! Wenn du keine eigene Katze hast, bitte doch in der Nachbarschaft um ein Eimerchen davon – das bekommst du ganz sicher gern überreicht. ;) Dann verteilst du die Katzenstreu an den Orten, wo du Ratten gesehen hast.

    Tipp #2: Terpentin oder Essigessenz

    Auch beim nächsten Tipp dreht sich alles um strenge Gerüche. Du tränkst Lappen mit Terpentin oder Essigessenz und legst sie wie die Katzenstreu an den entsprechenden Stellen aus. Ratten haben super empfindliche Nasen und fühlen sich von strengen Gerüchen abgestoßen.

    Tipp #3: Chilipulver

    Chilipulver finden Ratten alles andere als rattenscharf! Ausgestreutes Chilipulver, dass die Tiere über die Fellpflege in ihre Schnauze bekommen, brennt stark. Sie meiden dann den Ort, an dem sie dieses unangenehme Erlebnis hatten.

    Nach einem kräftigen Regenschauer musst du die Prozedur aber wiederholen.

    Falls du die Chilipflanzen (nicht nur zum Ratten-Bekämpfen) selber anbauen möchtest, lies gerne meine Anleitung dazu:

    Some like it hot – Chili säen, pflanzen, ernten!

    Tipp #4: Ultraschallgeräte

    Ultraschallgeräte erzeugen für Menschen unhörbare hohe Töne, die für Ratten unangenehm sind. Sie helfen übrigens auch gegen Wühlmäuse!

    Ratte in Falle im Garten

    Tipp #5: Fallen

    All das hilft aber nichts, wenn du bereits ein Rattennest in deinem Garten hast. In diesem Fall haben sich die Tiere häuslich niedergelassen und wollen ihr Zuhause nur ungern aufgeben. Darum musst du jetzt stärkere Geschütze auffahren.

    Um die Zahl der Ratten zu dezimieren, kannst du Fallen aufstellen, in die du ihr Lieblingsessen legst. Das können zum Beispiel Käse, Erdnussbutter, Haselnusscreme oder Wurst sein.

    Lebendfallen: Falls du eine Lebendfalle verwendest, musst du mindestens alle sechs Stunden kontrollieren, ob du schon einen Gefangenen hast. Ratten verdursten nämlich schnell und das ist ein unnötig grausamer und qualvoller Tod. Wenn du die Ratte dann an einer entfernten Stelle freilässt, denk daran, dabei unbedingt Handschuhe zu tragen! Rattenbisse sind äußerst schmerzhaft und können Krankheiten übertragen.

    Schlagfallen: Auch Schlagfallen solltest du regelmäßig kontrollieren und die tote Ratte nur mit Handschuhen entsorgen.

    Weil Ratten ziemlich schlau sind, warnen sie sich untereinander, wenn ein Rudelmitglied in die Falle gegangen ist. Deshalb solltest du nach jedem Fangerfolg die Falle woanders aufstellen und einen anderen Köder verwenden.

    Tipp #6: Giftköder

    Im Handel kannst du Festköder mit Gift kaufen, die du auslegst. Das ist aber nicht ganz ungefährlich, weil auch andere Tiere diese Köder fressen und sterben könnten – einschließlich deiner Haustiere!

    Vergiftete Getreidekörner schüttet man in den unterirdischen Rattenbau.

    Tipp #7: professionelle Schädlingsbekämpfung

    Wenn du mit der Rattenplage nicht alleine fertig wirst, ist es eine gute Idee, sich professionelle Hilfe zu holen – auch wenn das Geld kostet. Der Kammerjäger macht dem Spuk schnell ein Ende! Und dann gestaltest du deinen Garten so um, dass er für Ratten keine begehrte Wohnlage mehr ist.

    Ratten sind zwar Schädlinge, die wir nicht im Garten oder im Haus haben wollen, aber auch sie fallen unter das Tierschutzgesetz. Du darfst ihnen keine unnötigen Schmerzen oder Qualen zufügen – das solltest du immer im Hinterkopf behalten beim Ratten-Bekämpfen.

    Du hast auch noch andere ungebetene Gäste in deinem Garten? Hier kannst du nachlesen, was du gegen sie unternehmen kannst:

    DIY-Schneckenring: Die Geheimwaffe gegen Schnecken!

    3 Wege, den Kohlweißling schmetterlingsfreundlich zu bekämpfen

    Weiße Fliege natürlich bekämpfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Hast du auch schon mal Ratten im Garten gehabt? Wie bist du sie losgeworden? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    5 Kommentare

    1. Markus sagt

      Hallo,
      Also ein bekannter von uns hängt immer Säckchen mit Fell, dass er aus seinem Hund raus gebürstet hat auf um den Marder zu vertreiben. Scheint ganz gut zu funktionieren.
      LG Markus

    2. Anna Persy sagt

      Hallo, in meinem Garten sind unglaublich viele Kellerasseln, die an den Pflanzen großen Schaden anrichten. Wurzeln wie auch Blätter sind zerfressen… Ich weiß, dass sie eigentlich Nützlinge sind, aber bei mir scheinen sie überhand genommen zu haben.
      Hast du einen Tipp für mich!?
      Herzliche Grüße, Anna

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hallo Anna,
        ich würde dir empfehlen, etwas Urgesteinsmehl und Salbeiblätter auf dem Boden zu verteilen. Hoffentlich lassen sie dann ganz bald deine Gemüse in Ruhe.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Sandra sagt

      Hallo Silke,
      der Mader steht unter Naturschutz. Bitte am besten den Jäger der für dein Gebiet zuständig ist um Hilfe. Er kann ihn mit einer Lebendfalle einfangen und an geeigneter Stelle wieder frei lassen.
      Es sollen auch Hundehaare helfen.
      LG Sandra

    4. Silke sagt

      Bei uns im Garten ist immer wieder der Marder Zugang und macht alles mögliche kaputt. Wie kann man den vertreiben? Ein Marderschreck Gerät mit hohem Ton haben wir schon.
      LG Silke

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.