Gemüse-Anleitungen
Kommentare 6

Tomaten im Topf pflanzen: die 11 wichtigsten Schritte!

Tomaten im Topf

Um eigene Tomaten zu ernten, brauchst du weder Garten noch Gewächshaus. Du kannst Tomaten nämlich auch wunderbar im Topf pflanzen und anbauen!

Und jetzt geht es looos! Die Eisheiligen sind überstanden und deine Tomaten dürfen endlich nach draußen umziehen.

Aber egal, ob du deine Tomaten im Blumentopf oder Kübel anbauen willst: Beim Pflanzen und Pflegen von Balkontomaten gibt es einiges zu beachten. Deswegen zeige ich dir in diesem Artikel 11 wichtige Schritte, die du kennen solltest, bevor du deine Topf-Tomaten pflanzt!

Merke dir diesen Artikel auf Pinterest!

#1: Der richtige Topf muss her!

Tipp 1 ist, dass deine Tomaten einen richtig großen Topf brauchen! Das ist der häufigste Fehler, den ich sehe, wenn Leute Tomaten im Topf pflanzen. Wenn der Topf zu klein ist, haben deine Tomaten gar keine Chance, groß und kräftig zu werden und viele Tomaten zu produzieren.

Ein ordentlich großer Topf mit mindestens 20 Liter Fassungsvermögen bildet also die Grundlage, die ihr für eine gute Tomatenernte braucht.

Außerdem sollte der Topf mindestens ein Loch im Boden aufweisen, durch das überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

#2: Tomaten sind hungrig!

Deine Tomaten haben einen großen Nährstoffbedarf, deswegen ist mein Tipp, sie direkt in reifem Kompost anzubauen. Den Kompost kannst du bestenfalls im Garten selber herstellen, aber fertige Tomatenerde tut es natürlich auch.

Spannend für die HühnerhalterInnen unter euch: Ich verwende am allerliebsten verrotteten Hühnermist-Kompost. Der ist vollgepackt mit Phosphor und Stickstoff und die Tomaten fühlen sich darin besonders wohl. 

Mit dem Kompost oder der Tomatenerde fülle ich die untere Hälfte meines Topfes, gebe ein bis zwei Hände Sand dazu und vermische das Ganze gut. Das mache ich, damit das Wasser besser ablaufen kann und die Tomaten keine nassen Füße bekommen – nasse Füße mögen Tomaten nämlich so gar nicht. ;)

#3: Nur eine Tomatenpflanze pro Topf pflanzen!

Den kleinen Tomatenpflanzen traut man am Anfang oft gar nicht zu, dass die mal richtig groß und kräftig werden und dann steckt man schnell mal zwei oder sogar drei in einen Topf. Das führt aber dazu, dass die Tomaten sich untereinander Konkurrenz machen und so nicht ihr ganzes Potential ausschöpfen können. 

Also: Eine Tomate pro Topf reicht völlig aus. Deine Ernte wird dann größer sein, als wenn du es etwas zu gut meinst und gleich zwei oder drei Tomaten in einen Topf pflanzt.

Wenn du deine Tomaten in einem Maurerkübel anbauen willst, dann kannst du ruhig zwei oder drei Tomaten zusammen einpflanzen, aber bei einem Topf immer nur eine – das ist ganz wichtig. 

#4: Die geheime Tomaten-Düngermixtur ;)

Ich habe euch schon mal in meinem Artikel über den Anbau von Freilandtomaten und Gewächshaustomaten, von meiner geheimen Düngermixtur erzählt. 

Die gibt meinen Tomaten die richtige Starthilfe. Die Zutaten: Hornspäne, Magnesiumsulfat und Urgesteinsmehl zu gleichen Teilen.

Die drei Bestandteile gut vermischen und dann pro Tomatenpflanzen drei Esslöffel mit dem bereits eingefüllten Kompost im Topf vermengen. So sind die Tomaten fürs Erste mit allem was sie brauchen versorgt. Und wie du sie im Laufe des Sommers düngen kannst, zeige ich dir weiter unten.

Übrigens: Wenn du lieber Videos schaust als Texte zu lesen kommst du hier zur Youtube-Variante dieses Artikels:

#5: Tomaten tief einpflanzen 

Tomaten werden immer ein bisschen tiefer gepflanzt als sie in ihrem Anzuchttopf stehen. So können sie mehr Wurzeln ausbilden und stehen noch fester. Der Trick dabei ist, dass die unteren Blätter nicht den Boden berühren dürfen, denn sonst gibt es schnell Probleme mit der Krautfäule. Um das zu vermeiden, werden die unteren Blätter einfach abgeknipst.

Für die Tomaten im Topf habe ich mich für die Sorte “Zuckertraube“ entschieden. Das ist eine Cocktailtomate, die sich super für den Tomatenanbau auf dem Balkon oder der Terrasse eignet.

Wenn du noch auf der Suche nach ein paar richtig leckeren und ertragreichen Tomatensorten bist, habe ich dir in diesem Artikel meine 5 liebsten Sorten zusammengefasst. 

#6: Tomaten brauchen eine Rankhilfe

Deine Tomaten brauchen irgendeine Art von Stütze, damit sie gut in die Höhe wachsen kann, ohne dass sie instabil wird und der Haupttrieb abbricht. Das kann ein spezieller Tomatenstab sein, du kannst aber auch einfach einen Stock benutzen. Wichtig ist, dass der Stab oder Stock lang genug ist, damit deine Tomate die ganze Saison daran hochwachsen kann. 

1,70 m bis 2 m ist eine gute Länge für einen Tomatenstab. Den Stab versenkst du dann tief in deinem Topf, damit er einen guten Stand hat und die Pflanze stützen kann. 

Die Tomatenpflanze kannst du im Laufe des Sommers in regelmäßigen Abständen am Stab hochbinden. Ich mache dafür immer eine lockere Schlaufe um den Stiel der Pflanze. 

Tipp: Die Schlaufe sollte unterhalb eines Blattpaares sitzen. So kommt der Tomate beim Wachsen kein Strick in die Quere. 

#7: Der beste Ort für deine Topf-Tomaten

Deine Tomaten brauchen einen absolut sonnigen Platz. Mindestens fünf Stunden direktes Sonnenlicht sollten deine Tomatenpflanzen am Tag abbekommen. Sieben Stunden wären noch besser.

#8: Topf-geeignete Tomatensorten anbauen

Tomaten im Topf Sorten

Für den Tomatenanbau in Topf oder Kübel sind nicht alle Sorten geeignet. Vor allem großfrüchtige Tomaten wie Fleischtomaten sind eher ungeeignet, da die Früchte im Topf oft nicht zuverlässig ausreifen.

Für den Tomatenanbau auf dem Balkon oder der Terrasse sind deswegen eher kleinfrüchtige Sorten wie Cocktail- oder Cherrytomaten geeignet.

#9: Tomaten im Topf sind durstig!

Wer eine gute Tomatenernte einfahren möchte, sollte unbedingt auf eine gute Wasserversorgung achten. Gleichbleibende Feuchtigkeit ist Tomaten sehr wichtig, und gerade im Topf verdunstet das Gießwasser sehr schnell. 

Wir gießen unsere Topf- Tomaten jeden Tag, spätestens aber alle drei Tage. Wichtig ist, dass die Erde nie komplett austrocknet.

Hol dir den Gemüsegarten-Beispielplan!

Trag dich hier ein und ich versorge dich rund ums Jahr mit meinen besten Gartentipps per Email. Und den Gemüsegarten-Pflanzplan gibt’s als Willkommensgeschenk obendrauf!

    Mit dem Absenden bestätigst du meine Datenschutzbestimmungen und erteilst mir die Erlaubnis, dir Emails mit Tipps und Angeboten zum Thema Selbstversorgung zu schicken. Du kannst dich natürlich jederzeit wieder austragen.

    #10: Tomaten im Topf mulchen?! Oh jaaa!

    Ihr wisst ja, dass ich ein großer Fan vom Mulchen bin, und gerade im Topf, wo das Wasser schnell verdunstet, ist es super wichtig, die oberste Erdschicht mit einer Lage aus organischem Material abzudecken. Das macht einen enormen Unterschied, wenn es darum geht, dass der Topf schön feucht bleibt. 

    Wir benutzen dafür Rasenschnitt oder Holzhackschnitzel. Du kannst aber auch Stroh verwenden. Die organische Schicht kann dann locker 10 bis 15 Zentimeter dick sein, da kann man ruhig großzügig sein.

    #11: Tomaten im Topf düngen

    Um die Tomaten unter der Saison zu düngen, verwende ich entweder einen biologischen Tomatendünger, da gibt es ja tolle Dünger, die genau auf Tomaten abgestimmt sind, oder Brennnesseljauche – die kann man auch wunderbar selber herstellen. 

    Jaaa, die stinkt ein bisschen, aber deine Tomaten freuen sich wie Bolle. ;)

    Mit Tomatendünger oder der Brennnesseljauche kannst du deine Tomaten im Laufe des Sommers etwa alle drei Wochen düngen. Du kannst die beiden auch mal abwechseln, dann sind deine Tomaten auf jeden Fall mit allem versorgt, was sie für ein glückliches Tomatenleben brauchen. 

    Du bist schon gespannt, wie es mit der Tomatenpflege weitergeht? Dann schau gerne hier vorbei:

    Tomaten ausgeizen und pflegen – Schritt für Schritt mit Bildern!

    Hast du noch einen Geheimtipp, wie man Tomaten besonders gut im Topf oder Kübel pflanzen und anbauen kann? Dann schreib es gerne in die Kommentare!

    Kategorie: Gemüse-Anleitungen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    6 Kommentare

    1. Brigitte Schütze sagt

      Wenn ich Tomaten pflanze, gebe ich immer eine eine gute Hand voll kleingeschnittene Brennnesseln ins Pflanzloch. Das scheint ihnen sehr gut zu bekommen.

    2. Tina sagt

      Hallo, Marie, auch ich brenne darauf meine 28 selbst gezogenen Tomatensorten endlich auspflanzen zu können. Ich habe mich aber diesmal, was schon lange mein Wunsch war, zeitmäßig aber nicht zu machen war, nach den Aussaattagen von Maria Thun gerichtet.
      Und dann muß ich leider noch bis Mittwoch (Fruchttag) warten.
      Meine Erfahrung bis jetzt ist, dass die Tomaten, obwohl ich zur gleichen Zeit angefangen habe wie sonst, riesig und kräftig geworden sind.
      Ich mußte sogar Gitter aus den 3 (kleinen) Gewächshäusern herausnehmen , damit ich die Pflanzen unterbringen konnte.
      Das ist in 18 Jahren noch nie vorgekommen.
      Du hast ja auch schon von dieser Methode geschrieben, wie sind deine Erfahrungen?

    3. Wolfram Schneider sagt

      Tomatendünger
      – Als Dünger im Pflanzloch bewährt sich bei mir eine Mischung aus 5 Teilen Pferdemist + 1 Teil Taubenmist (kann auch Hühnermist oder Guano sein).
      – Brennnesseljauche ist prima (= organischer Stickstoff); noch besser ist die Jauche, wenn sie außer Brennnesseln auch Beinwell (= organisches Kalium) enthält.
      – Der starke Jauchengeruch verschwindet, wenn man 1 Hv Gesteinsmehl und 1 Tasse EM a (= aktivierte Effektive Mikroorganismen) hinzugibt und unterrührt.

    4. Milena sagt

      Liebe Marie, Liebe Mitarbeiter von Wurzelwerk,

      ich finde deinen Blog sehr gelungen und freue mich immer auf neue Artikel. Da ich schon seit über zehn Jahren gärtnere und das auch inzwischen recht erfolgreich, versuche ich gerade deine Methoden mit meinen abzugleichen, damit ich meinen Garten effizienter gestalten kann. Du hast so viele schlaue Ideen gesammelt und mich so auch endlich vom Mulchen überzeugt. Ich hoffe, dass mir das in Zukunft viel Zeit beim Unkraut jäten und Gießen spart. Den Kommentar schreibe ich in der Hoffnung, dass sich dein Buch, das du schreibst, sich auch an Fortgeschrittene wendet. Ich bin gespannt, wann du es veröffentlichst.

      Alles Liebe aus Mittelhessen und weiterhin viel Erfolg!

    5. Ingrid Zimmermann sagt

      Hallo, ich habe mal eine Frage jetzt ist der Herbst da und ich habe mich das 1. mal an Tomaten im Topf versucht ich habe schon viele leckere Tomaten ernten können, doch nun wird es naß und kalt und es hängen noch einige Tomaten dran was kann ich tun? Soll ich sie abernten und hoffen das sie nachreifen oder soll ich den Topf in Haus holen? Kann ich irgendwie die restlichen Tomaten noch retten?

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.