Garten, Gemüse-Anleitungen
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Gurken richtig ausgeizen: Alles, was du wissen musst!

Bei Tomaten ist der Fall klar – geizt du regelmäßig aus, dann fährst du am Ende eine üppigere Ernte ein. Aber solltest du auch deine Gurken ausgeizen? Wann und wie du Gurken am besten ausgeizt und wann du dir die Arbeit sparen kannst, erfährst du in dieser Anleitung!

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Gurken ausgeizen oder wild wachsen lassen?

Bescheren dir ausgegeizte Gurken auch ein volleres Erntekörbchen und gesündere Pflanzen?

Tatsächlich scheiden sich die Geister, wenn darum geht, Gurken auszugeizen. Dass du dadurch eine bessere Gurkenernte herausholen kannst, wurde jedenfalls noch nicht belegt, es gibt aber noch viele andere gute Gründe, deine Gurken auszugeizen:

1. Gurken in Schach halten

Gerade, wenn dein Platzangebot begrenzt ist, kannst du durchs Ausgeizen verhindern, dass deine Gurken außer Rand und Band geraten und ihre Triebe überall hin wuchern. Deine ausgegeizten Gurken kannst du dann ganz leicht an Schnüren nach oben leiten und so pro Fläche mehr Gurken anbauen. Das ist gerade im Gewächshaus, wo es eigentlich nie genug Platz gibt, ein Grund für einen kleinen Freudentanz, oder? ;)

2. Energiekonzentration

Deine Gurkenpflanze soll so viel Energie wie möglich in die Früchte pumpen, damit du am Ende auch eine tolle Gurkenernte hast. Durch gezieltes Ausgeizen kannst du lenken, in welche Triebe die Pflanze Zucker, Kohlenhydrate und anderes Superfood aus der Fotosynthese leitet. Knipst du die Geiztriebe ab, kann die Pflanze ihre geballte Kraft in den Haupttrieb und die Fruchtansätze stecken!

3. Keine Macht den Krankheitserregern!

Pilze können sich wunderbar dort ausbreiten, wo es schön feucht ist. In Kombinationen mit warmen Gewächshaustemperaturen finden die Pilze ein wahres Paradies vor. Mach ihnen also einen Strich durch die Rechnung, indem du ausgeizt und so für mehr Platz zwischen dem Laub sorgst. So kann die Luft viel besser zirkulieren und die Blätter trocknen schneller ab. Unter diesen Bedingungen haben es die Pilze und andere Krankheitserreger viel schwerer, deine Gurken anzugreifen.

Freilandgurken vs. Gewächshausgurken

Anders als bei Tomaten werden unter den Gurken nur die Gewächshauskandidaten ausgegeizt. Baust du also Freilandgurken wie beispielsweise die typischen Essiggurken an, kannst du dich entspannt zurücklehnen und sie einfach wild wachsen lassen. Haben deine Freilandgurken ein gewisses Alter erreicht, lassen sich Haupttrieb und Seitentriebe bei den am Boden rankenden Pflanzen sowieso kaum noch unterscheiden. ;)

Bei Gewächshausgurken, wie den klassischen Salatgurken, lohnt sich es dafür umso mehr, störende Seitentriebe zu entfernen.

Sonderfall: Gurken an Rankhilfen ausgeizen

Einen kleinen Spezialfall bilden Freilandgurken, die nicht am Boden entlang wachsen, sondern nach oben ranken, zum Beispiel an einem Spalier. In diesem Fall ist es ebenfalls eine super Sache, wenn du die Gurken gezielt ausgeizt. Indem du die Seitentriebe einkürzt, verhinderst du zum Beispiel, dass durch schwere Früchte schwächere Seitentriebe einfach abbrechen. Die ersten 50 cm deiner Gurkenpflanze darfst du dabei auch ruhig ein bisschen großzügiger ausgeizen. So verhinderst du, dass später Blätter oder Früchte mit der feuchten Erde in Kontakt sind.

Was ist der Geiztrieb?

Bevor wir gleich Schritt für Schritt durchgehen, wie du deine Gurken ausgeizen kannst, wiederholen wir am besten nochmal kurz, was überhaupt ein Geiztrieb ist. Das ist ganz wichtig, damit du nicht aus Versehen die winzigen Fruchtansätze oder sogar den Hauptrieb abkappst. ;)

Geiztriebe bilden sich in den Blattachseln, also zwischen dem Stamm und dem Blattstiel. Den Haupttrieb, den du unbedingt behalten willst, erkennst du daran, dass er direkt aus dem Stiel oder Stamm der Gurke herauswächst.

Gurken Geiztrieb

Gurken ausgeizen – Schritt-für-Schritt

Gurken auszugeizen, ist gar nicht schwer, alles was du dazu brauchst sind deine Finger und für bereits sehr dicke Geiztriebe ein scharfes Messer.

Hast du deine Utensilien bereit, kann es auch schon losgehen: Als erstes nimmst du deine Gurkenpflanzen in Augenschein und schaust, wo sich der Haupttrieb in deinem Gurkendschungel befindet. Der Haupttrieb muss auf jeden Fall stehen bleiben, sonst war´s das mit deiner Gurkenernte. Wenn du veredelte Gurken anbaust, kannst du deine Gurken auch zweitriebig ziehen, dann hast du also nicht einen, sondern zwei gleichwertige Haupttriebe. 

In den Blattachseln des Haupttriebes wachsen die Seitentriebe, die wir im nächsten Schritt abknipsen wollen. Aber warte noch kurz, – bevor du gleich euphorisch loslegst, sollten wir noch eine kleine Unterteilung vornehmen! Zum Ausgeizen unterteilst du deine Gurkenpflanze am besten in drei Abschnitte: Unten, Mitte und die Spitze.

Den unteren Teil der Gurken ausgeizen

Nichts ist ärgerlicher als von nervigen Pilzkrankheiten die Gurkenernte vermiest zu bekommen, deswegen gilt genau wie bei den Tomaten: Am besten keinen Bodenkontakt. Schenke deinen Gurken Beinfreiheit, indem du alle Seitentriebe bis auf 50 cm ausgeizt. Auch wenn es weh tut, eventuell vorhandene Blütenansätze abzuknipsen, so verhinderst du, dass deine Gurken am Ende die nasse Erde berühren und so für Pilze und andere Krankheitserreger leichte Beute sind.

Kleiner Tipp: Am besten hast du generell ein Auge darauf, ob deine Gurkenpflanzen irgendwo mit der nassen Erde Kontakt haben. Das kannst du zum Beispiel während du gießt oder beim Ernten kurz überprüfen und falls du matschige Blätter oder Blüten entdeckst, kannst du sie direkt entfernen.

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    Die Gurken-Mitte ausgeizen

    Oberhalb der ersten 50 cm deiner Gurkenpflanze kannst du ein bisschen zurückhaltender ausgeizen. Wenn du einen Geiztrieb entdeckt hast, kannst du ein bis zwei Früchte am Geiztrieb stehen lassen und den Trieb erst dahinter abkappen. Dafür nimmst du den Geiztrieb zwischen Daumen und Zeigefinger und knipst ihn ab oder brichst ihn zur Seite weg. Ist der Geiztrieb schon dicker, dann greif lieber zu einem Messer, bevor du deine Gurkenpflanze verletzt.

    Als Faustregel kannst du dir merken: Je kleiner der Geiztrieb, desto einfacher kannst du ihn rausknipsen. Deswegen am besten schnell sein, dann geht das Ausgeizen kinderleicht und die Pflanze hat noch keine Unmengen an Energie in den Trieb reingesteckt.

    Die Spitze der Gurkenpflanze kappen?

    Bevor deine Gurkenpflanzen an deinem Gewächshausdach kleben, kappe besser die Spitze und leite die Pflanze an zwei Seitentrieben an deiner Rankhilfe horizontal weiter. Du kannst aber auch, wie bei Tomaten, den Hauptrieb wieder nach unten leiten. Hat deine Gurkenpflanze sehr viele Blüten, solltest du in diesem Zug gleich ein paar von ihnen entfernen. Damit erreichst du, dass die Pflanze nur so viele Gurken ausbildet, wie auch rechtzeitig reif werden können.

    Übrigens: Anders als bei Tomaten, die man gefühlt nur einen Tag aus den Augen lässt und schon haben sich zehn neue Geiztriebe gebildet, musst du bei den Gurken nur einmal ran! Einmal ausgegeizt, wachsen die Seitentriebe nicht mehr nach. Du kannst dich also nach getaner Arbeit in deiner Hängematte ausruhen. ;)

    Wann soll ich meine Gurken ausgeizen?

    Einen festen Termin zum Ausgeizen lässt sich im Kalender nicht festmachen. Klar ist aber, wenn deine Pflanze gut im Saft steht, wird sie fröhlich überall Seitentriebe produzieren. Am besten legst du also schon während der Jungpflanzenphase los. Sobald du störende Seitentriebe entdeckst, kannst du sie direkt abknipsen und so deine Pflanze bereits gut in Form bringen. :)

    Kräfte sammeln

    Nicht nur durchs Ausgeizen kannst du die Kräfte deiner Pflanze konzentrieren, sei auch bei der Ernte am besten immer auf zack. Sobald die Gurke groß genug ist, kannst du sie ernten, damit deine Gurkenpflanze ihre Energie direkt wieder in die nächste Gurke stecken kann.

    Gurken ausgeizen – Alles kann, nichts muss!

    Am Ende kannst du ganz frei entscheiden, ob du deine Gurken ausgeizt oder nicht. Auch wenn du dich dagegen entscheidest, werden deine Gurken bei liebevoller Pflege gut gedeihen und Früchte produzieren! Wenn du deine Gurken von ein paar Seitentrieben befreist, werden sie es dir jedoch auf keinen Fall verübeln. Vor allem deine Gewächshausgurken und die Gurken, die sich im Freiland an Rankhilfen empor schlängeln, werden sich eher darüber freuen. Und da sich der Aufwand in Grenzen hält, ist es sicher einen Versuch wert. ;)

    Wenn du jetzt direkt noch mehr übers Anbauen von Gurken erfahren willst, kann ich dir den Anbau-Guide für Gurken ans Herz legen: Gurken pflanzen, anbauen und ernten – die komplette Anleitung! 

    Und wenn du noch Inspiration für eine Rankhilfe brauchst, wirst du hier sicher fündig: 7 wunderschöne Rankhilfen, die du selber bauen kannst

    Hast du schon mal Gurken ausgegeizt? Was hast du damit für Erfahrungen gemacht? Ich freue mich von dir in den Kommentaren zu hören!

    Kategorie: Garten, Gemüse-Anleitungen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    2 Kommentare

    1. André sagt

      Hi, Marie, wollte Dir mal Deine Rapunzelputzphobie nehmen – wenn Du sie einen Zentimeter unter der Erde abknippst, hast Du ein Stielchen zum Festhalten. Du brauchst sie dann nur kopfunter mehrfach in ein Wassergefäß stauchen und am Ende die unschönen Blättchen entfernen (und wer will, den Wurzelstiel).
      Grüße, Danke für Deine Beuträge.

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