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Some like it hot – Chili säen, pflanzen und ernten!

Es gibt unendlich viele Sorten von Chili-Pflanzen – da ist wirklich für jeden Geschmack was dabei, auch wenn du kein Fan der Red Hot Chili Peppers bist! ;) Außerdem machen Chilis im Beet auch richtig was her: Die Früchte der Sorte „Lila Luzi“ wechseln zum Beispiel bis zur Reife mehrmals die Farbe.

Na, angefixt? ;) Wenn du rechtzeitig loslegst und ein paar grundsätzliche Dinge beachtest, ist der Chili-Anbau völlig unkompliziert. Also los, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Chili, Paprika oder Peperoni?
Die besten Chilisorten
Chili säen – so geht’s!
Chili Pflanzen richtig pflegen
Ernte, Verwertung und Haltbarmachen

Was ist der Unterschied zwischen Paprika-Pflanzen, Peperoni-Pflanzen und Chili-Pflanzen?

Paprika, Peperoni und Chili sind wie Geschwister: Sie gehören zur selben Familie, sind aber völlig verschieden, was Geschmack und Schärfe betrifft. 

Die Paprika ist die gutmütige große Schwester. Sie peppt mit ihrem mild-würzigen Geschmack Gemüsegerichte und Fleischeintöpfe auf, drängt sich aber niemals in den Vordergrund.

Die Peperoni ist das Sandwichkind und liegt in Größe und Schärfe zwischen Paprika und Chili. Sie kann sowohl mild als auch scharf und geschmacklich durchaus dominant sein.

Für die Chili gilt: klein aber oho! Schon in geringen Mengen erzeugt sie eine unglaubliche Schärfe und lässt Nase und Tränen ungehemmt fließen. Das liegt aber nicht daran, dass Chilis einem die Laune verderben, sondern daran, dass die Kleinste im Bunde viel mehr Capsaicin enthält als ihre großen Geschwister.

Capsaicin ist ein Wirkstoff, der den Geschmacksnerven in deinem Mund vorgaukelt, dass das Essen zu heiß ist – deshalb brennt auch alles, was mit ihm in Berührung kommt super arg!

Chilis der Sorte Lila Luzi

Wer die Wahl hat, hat die Qual – Welche Chilisorten soll ich anpflanzen?

Es gibt viele tausend Chili-Sorten. Welche Chili du anbauen möchtest, kannst du frei nach Schärfe, Farbe und Größe wählen. Für Chili gibt es eine Schärfeskala von eins bis zehn, die Schärfe-Einheit heißt „Scoville“. Du kannst die Skala in drei Stufen einteilen:

  • Stufe 1-3 oder 1000-1500 Scoville gelten als mäßig scharf. Hierzu gehört zum Beispiel die Sorte „Jaranda“ (Capsicumannuum). Sie hat rote längliche Früchte.
  • Stufe 4-6 oder 5000 -15.000 Scoville ist schon deutlich scharf. Die Sorte „Peruvian Purple“ (Capsicumbaccatum) mit lila-schwarzen Früchten und einem rauchigen Geschmack ist eine sehr leckere Vertreterin dieser Stufe. Auch „De Cayenne“ mag ich richtig gern.
  • Stufe 7-10+ oder 15.000 bis zu einer Million Scoville ist extrem scharf. „Habanero Orange“ (Capsicum chinense) ist mit 10 sehr scharf. Als die allerschärfsten Chilisorten gelten „Carolina Reaper“ und „Bhut Jolokia“ mit 10+.

Richtig tolle Sorten sind die bunte Sorte ‚Lila Luzi‘, die gelbe, zitronige Sorte ‚Lemon Drop‚, die mittelscharfe Sorte ‚De Cayenne‘ und der ‚Milde Spiral‘. Zugegebermaßen ist letztere Sorte eine Peperoni, aber eine unheimlich leckere!

Dir tränen schon beim Lesen die Augen und du möchtest lieber Paprika anbauen? Dann bitte einmal hier entlang. ;) 

Chili Samen im Tütchen

Jetzt geht´s aber los: Chili säen

Die Chili Anzucht braucht vor allem eins: Geduld. Viel Geduld. Die Samen lassen sich gerne bis zu vier Wochen und länger Zeit, bevor sie einen kleinen grünen Keimling aus der Erde strecken. Super neugierig sind Chili also eher nicht. ;) Darum ist schon Mitte januar bis Mitte März die optimale Zeit, um sie zu säen. Chilis säst du ungefähr 1 cm tief in die Töpfchen.

Die Anzuchttöpfchen sollten nach der Aussaat möglichst gleichmäßig warm und leicht feucht bei etwa 25° C stehen. Zum Gießen frisch ausgesäter Gemüsepflänzchen eignet sich eine Ballbrause super. Wenn du sie mit einer Haube abdeckst, sorgst du für ein optimal feucht-warmes Klima. Du musst in deiner Kinderstube aber regelmäßig lüften, damit sich kein Schimmel bildet! Und sobald du die ersten Keimlinge entdeckst, nimmst du die Haube komplett ab. 

Wenn du das erste richtige Blattpaar nach den Keimblättern entdeckst, ist es Zeit, dass deine Chili-Pflanzen aus dem beengten Apartment in eine größere Wohnung umziehen: du kannst deine Chili-Pflanzen jetzt also pikieren. Setze deine Pflänzchen in den neuen Töpfen bis zu den Keimblättern in die Erde, damit sie möglichst viele Wurzeln ausbilden können. Dann stellst du sie etwas kühler, aber möglichst hell auf.

Wenn du zum ersten Mal Jungpflanzen im Haus vorziehen möchtest, schau gerne mal bei diesem Artikel vorbei, dort habe ich all meine Tipps zur Jungpflanzenanzucht zusammengefasst. 

Peperoni Früchte an der Pflanze

Dein Gemüse-Aussaatkalender zum Herunterladen

Hast du immer alle Aussaattermine im Kopf? Nein? Keine Sorge, ich definitiv auch nicht! Deswegen lade dir doch einfach den Aussaatkalender herunter! Hier findest du jeden Monat die besten Aussaatzeitpunkte für deine Gemüsepflanzen, ohne dass du dir selber darüber den Kopf zerbrechen musst.

Einfach runterladen und lossäen. Der Kalender verrät dir übrigens nicht nur die Aussaattermine für die Voranzucht, er zeigt dir auch, wann du welche Samen direkt ins Freiland aussäen kannst und wann der perfekte Pflanztermin für deine Jungpflanzen ist!

Und damit es nicht nur ein Aussaatkalender, sondern DEIN Aussaatkalender ist, hast du unten noch ganz viel Platz für eigene Gedanken, Beobachtungen und Ideen!

Trag dich ein für den Aussaatkalender:

Ab ins Grüne! – Chili ins Beet oder in Kübel pflanzen

Nach den Eisheiligen ist es dann endlich soweit: Deine Chili sind bereit, sich Wind und Sonne um die Blätter streichen zu lassen. Damit sie in der neuen ungewohnten Umgebung keinen Sonnenbrand bekommen, härtest du sie aber zuerst vorsichtig ab. Das heißt, du stellst sie erst ein paar Stunden nur in den Schatten und gewöhnst sie über mehrere Tage nach und nach an die Sonne und das raue Leben da draußen.

Wenn du das geschafft hast, steht ihrer Freilassung nichts mehr im Wege! Chili-Pflanzen lieben einen warmen windgeschützten Platz. Das kann ein Gewächshaus sein oder die Südseite an einer Mauer im Garten. 

Chili Jungpflanze

In Obhut nehmen: Die Pflege von Chili Pflanzen

Bei der Auspflanzung gönnst du deinen Chili noch eine Handvoll Langzeitdünger oder eine Gabe Kompost (wenn du in Kompostbeeten gärtnerst, brauchst du keinen zusätzlichen Kompost in das Pflanzloch geben). Als Starkzehrer sind sie ständig hungrig und freuen sich alle drei Wochen über eine Düngung mit Brennnesseljauche.

Hast du schonmal Jauche selber hergestellt? Brennnesseljauche ist ein super Dünger, den du ganz einfach selber machen kannst! 

Damit deine Chili-Pflanzen gut anwachsen und sich zu prächtigen Exemplaren mit vielen Früchten entwickeln, ist aber nicht nur eine regelmäßige Düngung wichtig, sondern auch eine gleichmäßige Wasserversorgung. Wenn die Erde nämlich während Blüte oder Fruchtansatz austrocknet, sind Chili schnell beleidigt und werfen Blüten und Früchte ab.

Chili Pflanzen richtig gießen

Am besten verwendest du Regenwasser und gießt deine Chili ausschließlich von unten, ohne die Blätter zu beregnen.

Zu nass darf die Erde aber auch nicht sein, weil die Wurzeln sonst schnell zu faulen beginnen.

Damit du nicht ständig gießen musst, bedeckst du dein Beet oder deinen Kübel am besten mit einer dicken Mulchschicht, sobald deine Pflänzchen zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch sind.

Knospen von Chili Pflanzen

Chilisorten, die besonders hoch hinaus wachsen, spendierst du eine Stütze und bindest sie daran fest. Das kann entweder ein Bambusstab sein oder auch ein Spiralstab, wie du ihn für Tomaten verwendest.

Wenn sich deine Schützlinge gut eingelebt haben und bereits schöne Früchte tragen, kannst du während der Reifezeit ab und zu die Wasserversorgung aussetzen und so eine künstliche Dürreperiode schaffen. Dadurch erhöht sich der Capsaicin Gehalt in den Chilischoten und sie werden besonders scharf. Natürlich sollen deine Pflanzen nicht vertrocknen, aber die Blätter dürfen schon schlaff hängen, bevor du zur Gießkanne greifst.

Schädlinge an Chili Pflanzen vermeiden

Nicht nur du, auch Blattläuse lieben Chili-Pflanzen! Wenn sich die kleinen Plagegeister eingenistet haben, kannst du sie mit einem scharfen Wasserstrahl herunterspritzen und die Blätter mit einer Schmierseifenlösung besprühen.

Auch gegen Erdflöhe, weiße Fliege und Kohlweißlinge gibt es sanfte chemiefreie Abwehrmaßnahmen!

Chili, die geerntet wird

Lohn der Arbeit: Chili ernten

Chili solltest du nur ernten, wenn sie vollständig ausgereift und nicht mehr grün hinter den Ohren sind. ;) Bei bunten Chilischoten erkennst du das ganz einfach daran, dass sie sich vollständig in ihre farbige Schale geworfen haben und prächtig rot, orange, lila oder gelb leuchten. Aber wie ist das bei ihren grünen Artgenossen?

Hier hilft der „Press-Test“: Wenn die Schoten sich prall anfühlen, aber ein wenig nachgeben, sind sie erntebereit. Früchte, die sich anfühlen wie ein fester Block, sind noch unreif und dürfen weiter an der Mutterpflanze hängen bleiben.

Um die Chili Pflanze nicht zu verletzen, schneidest du die Schoten mit einer Schere* ab.

Abgeschnittene Chilischoten reifen nicht nach. Wenn die Temperaturen unter 10 °C zu fallen drohen und du immer noch viele unreife Früchte an deiner Pflanze hängen hast, holst du deine Chili am besten ins Haus. Aber achte darauf, dass die Außen- und die Innentemperatur am Umzugstag möglichst gleich sind. Starke Temperaturschwankungen nimmt die scharfe Lady nämlich übel und wirft dann gerne empört ihre Blätter ab.

Chili, Tomaten und Paprika Pflanzen im Topf

Chili überwintern – geht das?

Du kannst deine Chili-Pflanze problemlos überwintern! Wenn du sie ins Beet gepflanzt hast, gräbst du sie im Herbst vorsichtig mit viel Erde drumherum aus und setzt sie in einen Topf, der zehn bis zwanzig Liter Volumen hat. Chili-Pflanzen, die bereits in Töpfen stehen, holst du einfach herein.

Jetzt kürzt du alle Äste um zehn Zentimeter und stellst die Chili kühl und hell auf. Das Fensterbrett im Schlafzimmer oder ein ungeheizter, frostfreier heller Raum sind ideal dafür.

Wenn du keinen solchen Ort hast, kannst du die Pflanzen auch bei Raumtemperatur überwintern. Dann solltest du gelegentlich die Blätter mit etwas Wasser besprühen, damit sie nicht vertrocknen. 

Es kann passieren, dass die Chili – trotz deiner Mühen – nach und nach alle Blätter abwirft im Winter. Lass dich von diesem Striptease nicht verunsichern! Im Frühjahr treibt sie neue Blätter aus und alles ist wieder in Ordnung.

Wenn du keine Lust hast auf diese Art Dauerherbst, kannst du deine Chili für die Überwinterung auch rigoroser zurückschneiden: Du entfernst alle Blätter und Zweige, bis du nur noch ein Chili-Ypsilon vor dir hast, also vom Stamm abgehend je einen Ast nach links und nach rechts. Auf diese Weise musst du nicht ständig Blätter aufsammeln und hast auch keine Probleme mit Schädlingen. Voraussetzung für diesen Radikalschlag ist allerdings ein heller Standort, der nicht mehr als zehn Grad hat.

Während der kalten Jahreszeit braucht deine Chili keinerlei Dünger und nur sehr wenig Wasser. Sie hält ihren verdienten Winterschlaf und möchte möglichst ungestört bleiben.

Im Februar klingelt dann aber der Wecker!

Jetzt verpasst du deiner Chili bei Bedarf einen luftigen  Frühjahrsschnitt und entfernst alle trockenen Zweige und Blätter. Außerdem gießt du wieder regelmäßig. 

Ab März oder April topfst du deine Chili-Pflanze dann in frische Erde um und verwöhnst sie mit einem Langzeitdünger. Wenn sie gut abgehärtet ist, kannst du sie wieder nach draußen stellen – natürlich erst, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Nach ungefähr drei Jahren wird deine Chili aber erschöpft sein und immer weniger Früchte tragen. Dann ist es an der Zeit, eine neue Generation heranzuziehen! Aus den geernteten Chilischoten suchst du dafür die Schönsten aus und nimmst die Samen heraus. Die lässt du einige Wochen trocknen und bewahrst sie dann in einer Papiertüte auf. So bist du bestens gerüstet, um im nächsten Jahr Chili zu säen!

Du musst aber nicht bis zum nächsten Frühjahr warten, um deine Hände endlich wieder in krümelige Erde strecken zu können: Auch im Winter kannst du draußen viele leckere Gemüse anbauen!

getrocknete Ernte

Der Scharfmacher: Chilischoten trocknen

Alles hat super funktioniert und jetzt sitzt du vor einem Ernteberg mit Chilischoten? Dann wird es Zeit, sie zu trocknen! Dafür kannst du einen festen Faden und eine Nadel nehmen und damit durch die grünen Chili-Hüte stechen. So aufgereiht hängst du die Chili-Kette auf und hast gleich noch ein tolles Deko-Element im Raum! Sie sind fertig getrocknet, wenn sie sich mit den Fingern leicht zerbröseln lassen.

Chili kannst du auch im Dörrautomat oder im Backofen bei 40° C trocknen. Die Backofentür sollte dabei immer ein Stück geöffnet bleiben, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Die rascheldürren Schoten kannst du jetzt in einem Glas aufbewahren und nach Bedarf über dein Essen bröseln. Oder du gibst einen Teil in eine Mühle, um feines Chilipulver zum Würzen zur Verfügung zu haben. Damit darin alles schön locker und trocken bleibt, packst du einige Reiskörner dazu.

Achtung: Am besten verarbeitest du deine Chilischoten nur mit Einweghandschuhen! Wenn du nämlich mit bloßen Händen tätig bist und dir dann ins Auge fasst, ist das eine Erfahrung der ausgesprochen schmerzhaften Art! Und glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche… ;)

Chilis anbauen - merk dir den Artikel
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Chili-Pflanzen sind eine tolle Ergänzung für den Gemüseanbau. Denn was wären Chili con Carne oder Currys ohne eine ordentliche Portion Chili? Darum nix wie los, Chili anbauen!

Nur Chili pflanzen reicht dir nicht? Hier findest du Schritt-für-Schritt Anleitungen für andere leckere Gemüse:

Tomaten anbauen

Kräftige Gurken vorziehen

Zwiebeln anbauen

Kennst du noch andere Hacks beim Chili pflanzen? Lass mir gern einen Kommentar da!

*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Winterportulak mit Blüten

Postelein, dein Held im Winterbeet

Postelein – auch Winterportulak genannt – ist DER Held für kalte Wintertage! Der drollige Name sagt dir gar nichts? Dann hast du noch eine kleine Salat-Offenbarung vor dir! Postelein ist nämlich deine Chance für eine dicke Ernte bei knackigen Minusgraden. Hier erfährst du, wie du das leckere Grün in deine Beete bekommst und dir den zarten, nussigen Salatgenuss sicherst. Auch gerade dann, wenn der Frost an die Fenster klopft.

Inhaltsverzeichnis
Winterportulak und seine Superkräfte
Das richtige Plätzchen für Postelein
Winterportulak aussäen
So pflegst du deinen Winterportulak
Winterportulak richtig ernten
Auch Winterhelden haben mal Probleme
Rezepte für deinen Postelein

Winterportulak und seine Superkräfte

Winterportulak ist – wie der Name schon sagt – ein wahrer Kälteheld. Mit Sommerportulak hat er, außer dem Namen, allerdings so gar nichts gemeinsam. Der ist mit Winterportulak noch nicht einmal verwandt! Sommerportulak kann mit Kälte auch so gar nichts anfangen und sein Geschmack ist mehr so… naja.

Winterportulak dagegen steht auch bei knackigen Minusgraden noch salopp im Beet. Der Winterheld kommt ursprünglich aus Alaska, da wissen wir doch, was wir erwarten können. ;) Sein Geschmack ist wunderbar nussig, zart und frisch: Eine echte Delikatesse!

Durch seinen unaufdringlichen Geschmack kannst du Postelein für Smoothies, Salate oder als Alternative zu Spinat verwenden. Ein echter Alleskönner. Mir ist daher völlig schleierhaft, warum es Winterportulak so super selten zu kaufen gibt. Er ist doch einfach der ideale Wintersalat für unser Klima!

Aber es ist ja auch schön, etwas ernten zu können, was es eben nicht im Laden gibt. Wenn die Gemüserarität dann auch noch so mild, zart und pflegeleicht daherkommt wie dieser knackige Kälteheld, dann gerne mehr davon!

Dein Postelein versorgt dich über den Winter mit einer ordentlichen Portion Eisen und Vitamin C. Eine echte Besonderheit ist, dass Winterportulak auch Omega-3-Fettsäuren enthält. Im Vergleich zum Spinat brauchst du dir beim Winterportulak auch keine Gedanken über den Nitratgehalt machen. Du kannst also ohne Bedenken schlemmen! 

Damit du dein Erntekörbchen füllen kannst, muss natürlich rechtzeitig ausgesät sein. Damit dir ab sofort keine Aussaat mehr durch die Lappen geht, habe ich als kleinen Reminder einen Aussaatkalender für dich erstellt. Einfach deine E-Mail-Adresse eintragen und schon kommt der Aussaatkalender von ganz allein zu dir!

Das richtige Plätzchen für Postelein

Dein Winterportulak ist völlig zufrieden mit einem Plätzchen im Halbschatten, auch Schatten macht ihm nichts aus. Er ist insgesamt ein unproblematischer Typ und damit super für Gartenneulinge geeignet!

Besonders praktisch für die Fruchtfolge: Postelein ist ein Quellkrautgewächs. Diese Pflanzenfamilie kommt unter den Gemüsen sonst eigentlich nicht vor. Das gibt dir absolute Flexibilität: Du kannst ihn überall hinpflanzen, wo im Beet gerade ein Platz frei wird, ohne dir groß Gedanken über die Fruchtfolge machen zu müssen.

Du hältst Ausschau nach guten Beetnachbarn für deinen Winterportulak? Da kann ich dir Pflücksalate, Rettich und Rucola empfehlen.

Einmal gekeimt, macht Winterportulak nicht nur dich glücklich! Ganz nebenbei ist er auch noch ein Gründünger, der deinen Boden so richtig verwöhnt. Er hört einfach nicht auf, großartig zu sein! :) Keine Ahnung, warum es bei uns nicht ganze Felder voller Postelein gibt.

Sobald die Temperatur unter 4 Grad sinkt, stellt Winterportulak sein Wachstum ein. Wenn du etwas später im Jahr dran bist, kann es sein, dass du erst im Frühling so richtig ernten kannst. Denn wenn die Temperaturen das Thermometer wieder hochklettern, beginnt auch dein Winterportulak wieder zu wachsen.

Eine super Idee ist es, deinen Winterhelden einfach im Gewächshaus einzuquartieren! Hier hat er ein milderes Klima und du hast gleich eine Gründüngung fürs Gewächshaus organisiert. Deine Tomaten werden sich im Mai sicherlich über den Winterbesuch freuen. ;)

Winterportulak aussäen

Du stehst schon mit dem Samentütchen an der Tür? Hier ist eine Übersicht für den Schnellstart:

VoranzuchtDirektsaat
AussaatAugust – OktoberAugust – Oktober
Saattiefe0,5 cm0,5 cm
AuspflanzenSeptember – Oktober
PflanzabstandBei Büscheln 10 cm5 cm
Reihenabstand15 cm15 cm

Der beste Zeitraum zum Säen von Postelein ist im September. Ein Winterheld verlangt gebührend kalte Temperaturen – Winterportulak braucht nämlich schonmal unter 12 Grad, um überhaupt zu keimen. 

Ideal ist also die Zeit im Jahr, in denen es die meiste Zeit des Tages zwischen 4 und 12°C kalt ist. Tagsüber darf es ruhig auch etwas wärmer werden, das kurbelt das Wachstum an.

Junger Postelein

Der direkte Weg

Die Samen vom Winterportulak sind so fein, dass sie ziemlich schwer zu dosieren sind. Die Aussaat wird sehr leicht viel zu dicht, und dann stehen sich die Pflanzen gegenseitig im Weg herum. Als kleinen Trick kannst du das Saatgut für die Direktsaat mit Sand mischen.

Die Erde lockerst du oberflächlich mit einer Harke oder Gartenkralle auf, damit du ein feinkrümeliges Beet hast. Dann ziehst du die Rillen für deine Saat und streust das Saatgut aus. Samen von Winterportulak bedeckst du anschließend nur leicht mit Erde, etwa einen halben Zentimeter dick. Es reicht also, wenn du die Rillen vorsichtig wieder zuharkst.

Wenn es gleich mehrere Reihen sein sollen, dann ist ein Reihenabstand von 15 cm perfekt.

Ist alles ausgesät und abgedeckt, drückst du die Ansaat nun leicht an. So sind die Samen schön dicht von Erde umschlossen und werden nicht wegschwemmt. Nun nur noch mit der Brause angießen*, feucht halten und warten, bis das frische Grün los sprießt. Yay! :)

Postelein vorziehen

Wenn im Beet gerade noch kein Platz ist, kannst du Winterportulak auch einfach vorziehen. Am besten sind dafür größere Quickpots geeignet, in die du pro Abteil 5-8 Samen legst. Es wachsen dann regelrechte Büschel von Winterportulak, die du später im 15 cm Abstand auspflanzen kannst.

Damit der Winterheld all seine Superkräfte walten lassen kann, braucht er Schulterschluss, sobald er ausgewachsen ist. Du hast dann einen Salatteppich, der kein Unkraut mehr durchlässt! Wenn du, so wie ich, mit Kompostbeeten arbeitest, solltest du aber mit Unkraut sowieso kaum noch Probleme haben. ;)

Beim Auspflanzen ist es superschlau, den Winterportulak etwas höher zu setzen. So wächst er schön luftig und liegt später nicht auf dem Boden auf. Dieser Trick schützt ihn vor Pilzkrankheiten. Innerhalb der Reihe ist ein Abstand von 5 cm perfekt!

So pflegst du deinen Winterportulak

Winterportulak ist ein eher asketischer Held, der keine besondere Düngung braucht. Wie der Feldsalat ist er ein Gründünger und bereitet deinen Boden über den Winter ganz nebenbei auch noch auf das neue Jahr vor!

Willst du deinem Winterportulak ein bisschen unter die Arme fassen? Kuschel ihn doch mit einer Mulchschicht ein, die ihn vor Trockenheit schützt. Die zweite Wohltat für deinen Winterportulak ist das Vereinzeln. Damit sorgst du dafür, dass die Pflanzen schön abtrocknen können und Pilzkrankheiten keine Chance haben. 

Im Frühling beginnt Winterportulak zu blühen. Er bekommt dann hübsche kleine weiße Blüten in der Mitte seiner Blätter. Wenn du nicht möchtest, dass er sich selbst aussät, musst du ihn jetzt zurückschneiden. Die blühenden Blätter kannst du einfach mitessen. Praktisch, oder?

blühender Winterportulak, auch Postelein genannt

Winterportulak richtig ernten

Wenn nicht gerade wochenlang unter 4 Grad sind, kannst du etwa 6 Wochen nach der Aussaat deinen ersten Winterportulak ernten.

Dabei haben wir es nicht nur auf die Blätter abgesehen, der ganze Held ist essbar! Also schneidest du am besten einige Zentimeter über dem Boden. Der Winterportulak wächst nach und du kannst immer wieder ernten.

Wenn es wirklich frostig wird, hat dein Winterportulak die Superkraft, eigenes Frostschutzmittel zu produzieren. So platzen seine Zellen nicht und nach dem Frost ist er wieder frisch und knackig!

Störe deinen Winterportulak während dieses Manövers auf keinen Fall. Wenn du ihn jetzt berührst oder gar erntest, wird er braun und matschig – das sollten wir dem Superhelden ersparen.

Als Wintergärtner*in bist du aber clever und hast du den Wetterbericht deshalb immer im Blick. Wenn eine längere Frostperiode angesagt ist, huschst du in den Garten und versorgst dich mit einem Vorrat. Bestaunen darfst du den wunderschön beraureiften Helden natürlich ausgiebig. ;)

Dein Vorrat hält, feucht in ein Tuch oder einer Tüte gepackt, ungefähr eine Woche durch. Winterportulak schmeckt wunderbar entweder pur, ganz frisch aufs Butterbrot oder im Salat. Sind die Blätter nicht mehr so zart, kannst du ihn genau wie Spinat kurz kochen. Mit diesem Winterportulak-Spinat kannst du zum Beispiel deine Nudeln krönen, yams!

Du willst noch mehr Helden im Beet, die dich durch das Jahr bringen? Dann komm unbedingt in meinen Gemüsegarten starten Kurs. Dort zeige ich dir jede Menge tolle Anbautechniken, mit denen du im Handumdrehen deine Traumernte verwirklichst. Komm doch mit dazu, dann machen wir zusammen dein Ernteglück perfekt! :)

Winterportulak mit roten Blättern

Auch Winterhelden haben mal Probleme

Im Freiland können deinem Winterportulak extremer Wind und Frosttrocknis Probleme bereiten. Frosttrocknis bedeutet, dass die Pflanzen, die auch im Winter Wasser verbrauchen, aus dem gefrorenen Boden keines mehr aufnehmen können. Dadurch geraten sie ganz schön ins Schwitzen und leiden unter dem Trockenstress.

Du kannst den Winterportulak mit einem Vlies vor der Wintersonne und übermäßigem Wind schützen. So transpiriert er nicht zu sehr und verliert weniger Wasser. Hast du ihn im Gewächshaus oder im Kasten, schattierst du den an sehr sonnigen Tagen einfach.

Sobald der Bodenfrost vorbei ist, solltest du bei Bedarf ein bisschen wässern, damit dein Winterheld seine Reserven auffüllen kann. Die gute Nachricht: Sind deine Beete dick gemulcht, gibt es wahrscheinlich keine Probleme mit Trockenheit im Winter.

Wenn es dem Postelein wirklich mal zu kalt und trocken geworden ist, dann werden die Blätter rötlich und verhärten.

Rezepte für deinen Postelein

Yay, es ist geschafft! Dein Winterportulak sprießt zu einem wunderschönen grünen Teppich! Aber du weißt nicht so recht, was du damit machen sollst? Das ist ein schönes Problem, für das ich auf jeden Fall ein oder zwei Lösungen habe. :) Hier kommen meine zwei allerliebsten Rezepte mit Winterportulak.

Winterportulak Salat mit gebratenen Mairübchen

Ganz klassisch starten wir mit einem Winterportulak-Salat. Ich liiiebe geröstete Kerne und Nüsse zur zarten Postelein-Salatbasis. Herzhafte Mairüben runden das ganze ab.

Das brauchst du:

  • 50 g Winterportulak
  •  2  Mairüben (insgesamt etwa 150 g)
  •  3 EL Kerne oder gehackte Nüsse deiner Wahl
  •  1 Teelöffel Sojasauce
  •  4-5 Stängel Petersilie
  •  Salz, Pfeffer
  •  Olivenöl

So wird’s gemacht:

  1. Zuerst bereite ich den Winterportulak vor, indem ich ihn wasche und vorsichtig trocken tupfe.
  2. Die Kerne (bei mir eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen und Cashewkernen) röste ich in einer Pfanne ohne Öl. Wenn sie Farbe bekommen und zu duften beginnen, sind sie genau richtig. Dann löschst du sie mit der Sojasauce ab. Das macht sie herrlich herzhaft!
  3. Die Mairüben wäschst du gründlich und schneidest sie in etwa 5 mm dicke Scheiben. Brate sie in Öl von beiden Seiten an, bis sie knusprig braun sind. Dafür kannst du die Herdplatte ruhig etwas hochdrehen, damit sie innen nicht matschig sind, bevor sie außen knusprig werden. ;)
  4. Die Petersilie fein hacken und die Rüben mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Den Winterportulak auf die Teller verteilen und mit Salz und Olivenöl versorgen. Jetzt können die Rübchen darauf. Zuletzt vollendest du alles mit den gerösteten Nüssen und der gehackten Petersilie.
Grüner Smoothie mit Postelein

Winterhelden-Smoothie mit Postelein

Alles Salat? Ganz ehrlich, zum Frühstück will ich noch keinen Salat essen, aber Winterportulak würde ich schon nehmen… Winterhelden wie der Winterportulak können natürlich auch fancy. Hier kommt er als leckerer Smoothie: für ein schnelles Frühstück oder zum Mitnehmen für unterwegs.

Das brauchst du:

  • 1 Apfel
  •  1 Birne
  •  Eine Hand voll Winterportulak
  •  2 EL Cashewkerne oder Sonnenblumenkerne
  •  30 g Haferflocken
  •  1 Spritzer Zitrone
  •  150 ml Wasser

Und so wird’s gemacht:

  1. Winterportulak, Apfel und Birne bekommen erstmal eine Dusche! Viertele die Birne und den Apfel und entferne das Kerngehäuse.
  2. Ab mit Birnen, Äpfeln und Winterportulak in den Standmixer. Nun kannst du deine zwei Esslöffel Lieblingskerne oder -nüsse dazu geben. Die Haferflocken kommen auch dazu, mit einen Schuss Zitronensaft.
  3. Es ist so weit, volle Kraft voraus: Mixen! Mixe ruhig eine Minute auf höchster Stufe.
  4. Das Wasser gebe ich jetzt nach und nach dazu, bis die Konsistenz so ist, wie ich mir das vorstelle. Wir wollen ja weder dicken Brei, noch Winterportulak-Wasser ;)
  5. Mehr Süße? Wirf noch eine Dattel rein! Cremiger? Noch ein paar Haferflocken! Nach dem Abschmecken pürierst du noch einmal und schon ist dein fancy Winterhelden-Smoothie startklar!
  6. Du hast keinen Standmixer? Wenn du die Kerne über Nacht einweichst, kannst du es mit einem Stabmixer wagen. Dem solltest du aber zwischendrin immer mal ein Päuschen gönnen, damit er dir nicht zu heiß wird!
Winterportulak aka Postelein
Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Naaaa? Konnte ich dich überzeugen und du probierst Winterportulak dieses Jahr mal aus? Einen Superhelden wie ihn brauchen wir eigentlich alle im Beet, oder? Schnapp dir den Aussaatkalender, dann ist es schnell gar nicht mehr so eine verrückte Idee, auch im Winter Salat zu ernten!

Du willst eine noch größere Winterernte? Schnupper doch mal hier rein, da habe ich noch jede Menge Tipps, was im Winter so alles geht:

Wintergemüse anbauen: rund um´s Jahr ernten!

30 Gemüse, die du im Winter ernten kannst!

So erntest du den ganzen Winter über frischen Salat!

Hast du schon Helden wie den Winterportulak angebaut? Erzähl doch mal in den Kommentaren!

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Selbstversorger-garten-größe

3 m²? 300 m²? Bestimme deine perfekte Gartengröße!

Warum es sich lohnt, die richtige Gartengröße zu bestimmen? Ganz einfach: Dein Gemüsegarten soll dir Freude, eine Auszeit und eine leckere Ernte bringen. Ist er zu klein, wirst du wenig ernten und viele Ideen nicht umsetzen können. Ist er zu groß, werden dir Unkraut und Arbeit über den Kopf wachsen. Und dann macht Gärtnern plötzlich nicht mehr glücklich, sondern stresst. Und das wollen wir auf keinen Fall. :)

Damit du von Anfang an gut startest, findest du hier eine einfache Entscheidungshilfe – und ein Quiz, mit dem du deine passende Fläche ganz leicht Gartengröße bestimmen kannst. Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis
Gemüse anbauen für Einsteiger
Dein Gemüsegarten Pflanzplan
Selbstversorgung aus dem Garten – Wie groß muss die Beetfläche sein?
Die richtige Garten-Größe für DEINE Selbstversorgung
Deine Entscheidungshilfe: Das Gartengröße-Quiz!

Um die passende Gartengröße für dich und deinen Gemüsegarten zu finden, musst du erst einmal herausfinden was du mitbringst – und wo du hinwillst. Und genau das machen wir jetzt!

Gartengröße bestimmen: Gemüse anbauen für Einsteiger

Bevor du Quadratmeter zählst, kannst du dich zuerst fragen was du mit deinem Garten erreichen willst? Willst du einen kleinen Naschgarten, in dem du dein Lieblingsgemüse anbaust und dir ab und zu etwas Leckeres auf den Teller holst? Oder willst du mehr, und dich vielleicht sogar (teilweise) selbst versorgen?

Wenn du gerade startest, fährt oft ein kleiner Garten die bessere Ernte pro Fläche ein. Warum? Du siehst alles und hast einen viiiiel besseren Überblick. So entdeckst du freie Lücken im Beet schneller, kümmerst dich intensiver um deine Pflanzen und erwischst Schädlinge oder Krankheiten, bevor sie dir das Beet zerlegen. Genau deshalb lohnt es sich, beim Gartengröße bestimmen nicht automatisch groß zu denken, sondern erstmal passend für dich und deine Bedürfnisse.

Gartengröße bestimmen - Hochbeete anlegen

Dein fertiger Gemüsegarten-Pflanzplan

Apropos freie Lücken im Beet – damit jedes Gemüse im Beet auch an der optimalen Stelle landet, gibt’s eine kleine Gartenhilfe für dich: Unseren 0 € Gemüsegarten-Beispielplan, den du dir ganz einfach downloaden kannst.

Darin erfährst du, was in welchem Monat was gepflanzt oder gesät wird – und wie du die Gemüsepflanzen im Beet kombinierst. Das ist super praktisch, wenn du ohne viel Planung direkt loslegen magst und trotzdem mit System gärtnern willst.

Den Gemüsegarten-Pflanzplan kannst du 1:1 auf deine Beete übertragen, ganz ohne Kopfzerbrechen über passende Mischkulturpartner, Vor-, Nach- und Zwischenkulturen oder was wann gesät oder gepflanzt werden muss.

Der Plan ist so konzipiert, dass du das ganze Jahr über kontinuierlich erntest und jeden Monat sofort losgärtnern kannst.

Trag dich hier ein und schon flattert der Pflanzplan in dein E-Mail Postfach:

Selbstversorgung aus dem Garten – Wie groß muss die Beetfläche sein?

Wenn du über den Sommer (oder sogar das ganze Jahr) viel Gemüse aus dem Garten holen willst, brauchst du mehr Beetfläche. Aber: Du musst die Fläche auch gut gewuppt bekommen, sonst nimmt sie dir die Freude. Und das wollen wir auf keinen Fall!

Viele starten zum Beispiel mit 8 m² Beetfläche und ernten davon schon richtig viel. Wenn du zusätzlich mit gestaffelter Aussaat arbeitest, holst du noch mehr raus: Du säst nach, sobald eine Kultur abgeerntet ist, und nutzt deine Fläche die ganze Saison über.

Wenn du danach wachsen willst, fühlen sich für viele 30–40 m² nach einem richtig guten nächsten Schritt an: Du hast Platz zum Ausprobieren, ohne dass du dich ständig gehetzt fühlst. Und wenn du irgendwann richtig in die Selbstversorgung einsteigen willst, kannst du die Fläche weiter erweitern – Schritt für Schritt, so wie es zu deinem Leben passt.

Als grober Richtwert: Für eine weitgehende Gemüse-Selbstversorgung kannst du etwa 60 m² Beetfläche pro Person einplanen. Wenn du sehr viel Gemüse isst, viel einlagerst und haltbar machst, oder zusätzlich Kulturen für Verarbeitung und Vorrat anbaust, brauchst du eher mehr. Beim Gartengröße bestimmen zählen also nicht nur Quadratmeter, sondern auch dein Appetit und deine Ziele. :)

Übrigens: Falls du lieber Videos schaust, statt Texte zu lesen, geht’s hier zur Video-Version dieses Artikels:

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Die richtige Gartengröße bestimmen für DEINE Selbstversorgung

Wenn du deine Gartengröße bestimmen willst, geh einmal diese Fragen durch:

  • Wie viel Zeit kannst und willst du wirklich pro Woche investieren?
  • Willst du es pflegeleicht oder liebst du es, viel zu experimentieren?
  • Geht’s bei dir um Naschen, oder Teil-Selbstversorgung?
  • Für wie viele Menschen soll dein Garten mit ernten?
  • Willst du viel haltbar machen (einkochen, fermentieren, lagern)?

Und bitte merk dir: Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Wenn du einen Teil deiner Versorgung aus dem Garten holst, ist das schon richtig stark.

Selbstversorgung und Gartengröße bestimmen

Deine Entscheidungshilfe: Das Gartengröße-Quiz!

Du willst nicht lange rechnen, sondern endlich wissen, welche Fläche zu dir passt? Dann nutz das Gartengröße-Quiz.

Du beantwortest ein paar kurze Fragen – und am Ende bekommst du eine klare Empfehlung, wie groß deine Beetfläche sein sollte. So kannst du deine Gartengröße bestimmen, ohne dich zu verzetteln. Und danach startest du viel entspannter, weil du weißt, was du dir vornimmst.

Ja, ich will sofort wissen, welche Gartengröße für mich ideal ist! :)

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Wie viel Arbeit ein Garten macht, hängt auch sehr stark davon ab, wie pflegeleicht du ihn gestaltest. Also schau auf jeden Fall bei diesen Artikeln vorbei:

Fruchtfolge – dein Guide zum perfekten Gartenplan!

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt zum Gartenparadies

Aussaat & Pflanzen im Januar

Naa, was ist deine perfekte Gartengröße? Und hast du vor die Größe in den nächsten Jahren zu verändern? Erzähl gerne mal von deinen Plänen! :)

Dieser Beitrag gehört zur Wurzelwerk GmbH und enthält Werbung für unsere eigenen Produkte und Partnerprodukte.

Wildbienenhotel: Insektenhotel

Wildbienenhotel bauen: So lockst du die Nützlinge in deinen Garten!

Ein Wildbienenhotel ist eine super Sache, um Wildbienen in den Garten zu locken. Sie sorgen neben den Honigbienen für die Bestäubung von Obst und Gemüse und helfen dir, eine dicke Ernte einzufahren. Darum lass uns für deinen Garten ein Wildbienenhotel bauen – ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Was sind Wildbienen und warum sind sie so wichtig?
Wildbienenhotel Basics
Gute Materialien für ein Wildbienenhotel
Schlechte Materialien für ein Wildbienenhotel
Der richtige Standort
Wildbienenhotel Pflege

Was sind Wildbienen und warum sind sie so wichtig?

Honigbienen kennt jedes Kind – aber was genau sind eigentlich Wildbienen? Ganz einfach: Wildbienen heißen alle anderen Bienenarten, die ganz ohne menschliche Fürsorge in deinem Garten herumfliegen. ;)

Wildbienen helfen neben den Honigbienen kräftig mit bei der Bestäubung von Obst und Gemüse und sorgen für eine prächtige Ernte. Es gibt ganz unterschiedliche Arten: Die meisten sind überzeugte Singles, manche schließen sich zu kleinen Gruppen zusammen und die Kuckucksbienen schieben ihren Nachwuchs einfach anderen Wildbienen unter.

Bestimmt hast du auch schon vom „Bienensterben“ gehört. Damit ist nicht nur die Honigbiene gemeint, auch Wildbienen sind vom Aussterben bedroht. Viele Arten haben sich nämlich auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert und verhungern einfach, wenn sie die nicht in der Natur finden können. Darum ist es nicht nur wichtig, mindestens ein Wildbienenhotel im Garten aufzustellen, sondern auch, möglichst viele verschiedene Pflanzen anzubauen. Je breiter das Nahrungsangebot ist, desto wohler fühlen sich die wilden geflügelten Gäste in deinem Garten nämlich. :)

Aber nicht alle Pflanzen mögen sich! Wie bei den Menschen gibt es (Beet-)Nachbarn, mit denen sie gut oder eher schlechter zurechtkommen.

Damit die Harmonie in deinen Beeten gesichert ist, lad dir doch meine Mischkulturtabelle herunter! Da siehst du auf einen Blick, wer gern mit wem im Beet steht. So kannst du auch auf kleinen Flächen viele verschiedene Pflanzen anbauen und ein richtig tolles, leckeres Büffet für die Wildbienen schaffen.

Lad dir die Mischkulturtabelle hier herunter:

Du hast noch kaum Erfahrung im Gemüseanbau? Kein Problem, in diesem Video zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du auch als Anfänger erfolgreich eigenes Gemüse ernten kannst. Schau gerne mal vorbei:

Wildbienenhotel Basics

Eigentlich ist das Wort „Wildbienenhotel“ etwas irreführend: Die Wildbienen brauchen ihre Unterkunft nämlich nicht nur für ein paar Nächte, sondern bis zu einem Jahr lang. Sie fahren  sozusagen gleich mit dem Möbelwagen vor und richten es ihrem Nachwuchs so richtig kuschelig dauerhaft ein.

Da es in vielen Gärten aber super aufgeräumt und kahl zugeht, finden die kleinen Tierchen immer weniger hohle Stängel oder abgestorbene Äste. Deshalb ist eine „Insekten Nisthilfe“, wie ein Wildbienenhotel eigentlich besser heißen sollte, ein willkommener Ort für alle Wildbienenarten, die weder im Boden leben, noch die Nachwuchspflege einfach anderen Bienenarten aufzwingen.

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Dabei ist allerdings längst nicht jedes gut gemeinte Bienen Hotel auch wirklich hilfreich. Ich sehe leider immer wieder dieselben Fehler:

Bettenburgen

Mit einem Wildbienenhotel ist es wie mit dem Massentourismus: Riesige Hotelbauten bieten zwar viel Platz, sind aber keine attraktive Unterkunft.

Ein großes Bienen Hotel zieht schnell hungrige Vögel und Spinnen an und bietet auch Parasiten eine wunderbare Bleibe. Außerdem konkurrieren viele Wildbienen um das Büffet, äh Nahrungsangebot. Es ist deshalb viel sinnvoller, kleine Wildbienenhäuser an verschiedenen Stellen im Garten aufzubauen. So findet jede Wildbiene den für sie passenden Ort und hat nicht so viele Konkurrenten, wenn es um Pollen und Nektar geht. 

Zugluft

Wildbienen lieben längliche hohle Wohnröhren. Wenn sie aber auf beiden Seiten offen sind, zieht es darin wie Hechtsuppe! Würdest du in einem Raum leben wollen, wo Fenster und Türen ständig offenstehen? Eben. ;) Darum brauchst du beim Wildbienenhotel Selbstbau unbedingt eine Rückwand. Das kann entweder eine Holzwand sein, die sich eng an die Öffnungen anschließt, oder der Boden einer Konservendose, in die du ein Bündel hohler Stängel packst.

Kein Abstand zum Boden

Ein Wildbienenhotel darf niemals direkt auf dem Boden stehen. Wildbienen wohnen nicht gern in unmittelbarer Nähe zu Feuchtigkeit, Schimmel und Frost und würden ihren Nachwuchs niemals so einer Absteige anvertrauen. 50 Zentimeter Bodenfreiheit sind das absolute Minimum, damit Wildbienen dein Hotel überhaupt in Betracht ziehen.

WG mit anderen Insektenarten

Wenn du dir ein Hotel aussuchst, möchtest du dann darin gemeinsam mit Kühen und Raubvögeln leben? Nein? Genauso ist es bei einem Wildbienenhotel! Es macht keinen Sinn, darin Räume für Ohrenschlüpfer, Schmetterlinge und Florfliegen einzurichten, weil sie völlig andere Ansprüche an Lage und Ausstattung haben und deshalb die angebotene Unterkunft nicht einmal finden würden.

Ein Wildbienenhotel bauen ist nur sinnvoll, wenn du alle diese Fehler vermeidest. Dann bist du aber auf einem guten Weg, Gastgeber des Jahres zu werden!

Wildbienenhotel: Insektenhotel bauen

Gute Materialien für ein Wildbienenhotel

Nachdem wir jetzt die wichtigsten Grundsätze geklärt haben, ist der nächste Punkt die geeignete Einrichtung für dein Wildbienenhotel. Keine Angst, du musst keinen Innenarchitekten engagieren, das schaffst du ganz alleine! ;)

Ausgehöhlte Markstängel von Holunder oder Brombeeren, Schilfstängel, glatt geschliffene, sauber ausgehöhlte Bambusröhren ohne Fransen – das sind die Wohnträume unserer Wildbienen! Du kannst auch Bohrlöcher zwischen drei bis sechs Millimetern Durchmesser in unterarmdickes Totholz oder gut abgelagertes Holz von Laubbäumen bohren. Holz von Nadelbäumen ist als Wildbienen Nisthilfe leider nicht geeignet, weil es zu viel Harz enthält.

Aber Achtung: Niemals in die Stirnseite bohren, weil sich bei Feuchtigkeit die waagrechten Holzfasern in das Bohrloch spreizen und die Wildbienen tödlich verletzen können. Deshalb entfernst du die Rinde vom Holz und bohrst senkrecht zur Holzfaser Löcher, die acht bis zwanzig Zentimeter tief sind. Am besten lässt du zwischen den einzelnen Apartments mindestens zwei Zentimeter Platz. So entstehen weniger leicht Risse und ein wenig Privatsphäre schadet schließlich auch nicht. ;)

Psst, kleiner Trick: Wenn du an deinem Bohrer die gewünschte Länge abmisst und an der entsprechenden Stelle ein Klebeband drumrum wickelst, weißt du immer ganz genau, bis wohin du bohren musst!

Sobald du fertig bist, klopfst du alle Löcher sorgfältig aus und schmirgelst die Holzvorderseite sorgfältig mit feinem Sandpapier ab. Das Innere der Löcher schleifst du mit zusammengerolltem Sandpapier glatt. 

Jetzt kannst du mit den fertigen Elementen dein Wildbienenhotel geschmackvoll einrichten! Am besten schützt du die Vorderseite noch mit etwas Hasendraht, den du in ungefähr zwei Zentimeter Abstand zu den Brutröhren befestigst. So können Vögel sich die Stängel nicht als Nistmaterial mopsen. Ein Dach mit etwas Überstand schützt vor Sonne, Regen und Schnee.

Schlechte Materialien für ein Wildbienenhotel

Bestimmt hast du im Baumarkt oder Supermarkt schon oft ein Wildbienenhotel zum Kauf angeboten gesehen. 90 Prozent dieser Angebote erfreuen zwar das Auge von uns Menschen, eine Wildbiene aber würde diese Bauwerke als Unterkunftsmöglichkeit gar nicht erkennen und deshalb vorbeifliegen, statt einzuziehen.

Kiefernzapfen, leere Schneckenhäuser, Sägespäne, Stroh, Lochziegel und Röhren, die nicht hohl sind, lassen Wildbienen unbeachtet links liegen. Auch fransige, raue, ungeschliffene Röhrchen sowie (Nadel-)Holz mit Bohrlöchern in der Stirnseite sind keine Insekten Nisthilfe.

Manche der angebotenen Wildbienenhotels locken mit Röhrchen aus Plastik, um den Nistvorgang zu beobachten. Dieses Material ist aber völlig ungeeignet, weil kein Luftaustausch stattfinden kann und die Bewohner darin im Hochsommer verkochen würden. Deshalb machst du dich am besten selber ans Werk, eine perfekt passende 5-Sterne-Wildbienen Nisthilfe für die nützlichen Insekten zu schaffen. :)

Wildbienenhotel: Wildbiene

Der richtige Standort

Du hast wie ein Weltmeister gebohrt, geschliffen, geputzt und alle Wildbienenhotel Basics beachtet? Herzlichen Glückwunsch, dann fehlt jetzt nur noch der richtige Standort! Schau dich doch mal in deinem Garten oder auf deinem Balkon um, wo du ein geschütztes sonniges Plätzchen findest. Die ideale Ausrichtung ist nach Südosten.

Dein Wildbienenhotel bringst du fest an einem Baum, einem Pfahl oder einer Wand an, damit es nicht im Wind schaukelt. Wildbienen empfinden das sonst als ungemütlichen und gefährlichen Ort und ziehen nicht ein.

Außerdem gehört ein üppiges Büffet aus verschiedenen Pflanzenblüten unbedingt zur all-inclusive Buchung dazu! 30 Meter zur nächsten Pollen- und Nektarquelle sind ideal. Mehr als 300 Meter sollten es auf keinen Fall sein, damit alle Wildbienenarten sie auch erreichen können.

Du möchtest dich so richtig ins Gärtnerleben stürzen und nicht nur ein tolles Büffet für die Wildbienen, sondern auch für dich und deine Lieben schaffen? Dann komm doch in meinen „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs! Da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe dein Obst und Gemüse selber anbaust und eine schöne Ernte einfährst. Die Wildbienen helfen dir sicher super gerne bei der Bestäubung! ;)

Wenn du den Standort deines Wildbienenhotels nachträglich ändern möchtest, kannst du das nur im Winter tun. Dann ist die Brut ordentlich eingenistet und die Wildbienen überwintern dort an ihrem geschützten Platz und machen keine Ausflüge mehr. Wenn du es früher verstellst, finden deine Gäste ihre Zimmer nicht mehr, können ihre Brut nicht fertig einkuscheln und alles ist verloren. Und das wäre doch jammerschade!

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Wildbienenhotel Pflege

Wenn du ein attraktives Bienen Hotel geschaffen hast, werden bald die ersten Gäste einziehen. Du erkennst das daran, dass die Bohrlöcher plötzlich ausgefüllt sind. Dann heißt es „Bitte nicht stören“!

Es genügt, ab und zu nach dem Rechten zu schauen und eine kleine Checkliste abzuhaken:

  • viele Löcher sind versiegelt? – Dein Wildbienenhotel ist ein gefragtes Haus!
  • die Nestverschlüsse sind im Winter intakt? – Eine Renovierung ist noch in weiter Ferne.
  • Vögel machen sich am Wildbienenhotel nicht zu schaffen? – Die Security funktioniert bestens!
  • alles ist pilz- und schimmelfrei? – Die Hygieneauflagen sind vollständig erfüllt!

Du hast überall grüne Haken? Super, dein Hotel läuft prächtig! Nach drei oder vier Jahren allerdings wird es Zeit für eine gründliche Renovierung. Dann haben die Wildbienen ihre Zimmer nämlich bereits mehrfach genutzt und können den entstandenen Abfall nicht mehr selbständig entsorgen. Entweder machst du jetzt eine Kernsanierung und tauschst die Röhren und Holzklötze aus. Oder du engagierst dich im Housekeeping und reinigst die Niströhren mit einem Schraubenzieher oder einer schmalen Rundfeile.

Ein Wildbienenhotel Selbstbau ist schnell und ohne großen Aufwand erledigt. Wenn du dabei einige grundlegende Dinge beachtest, schaffst du einen wunderbaren Rückzugsort für diese vom Aussterben bedrohten wichtigen Insekten und trägst so zum Artenschutz bei. Und mit meiner Mischkulturtabelle findest du ganz fix die passenden Beetnachbarn für dein Wildbienen Büffet. Hast du sie dir schon heruntergeladen? ;)

Also nichts wie los, schnapp dir einen Bohrer und passendes Material und werde zum erfolgreichen Hotelier! :)

Du möchtest möglichst alles selber machen, statt fertige Produkte zu kaufen? Dann kannst du in diesen Artikeln noch mehr Inspirationen finden:

3 Ideen, um Anzuchttöpfe selber zu machen – Pflanzenanzucht ohne Plastikmüll!

Tee selber machen: Gesund und lecker!

Holundersaft selber machen – So gelingt‘s!

Hast du schon mal ein Wildbienenhotel gebaut? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen! :)

Wintergemüse: Geerntetes Gemüse im Schnee

Wintergemüse anbauen: So klappt’s mit der Winterernte!

Wintergemüse ist genau das Richtige für dich, wenn du im Herbst nur schweren Herzens deine Beete räumst und es im Frühjahr gar nicht erwarten kannst, dass das Gartenjahr endlich wieder anfängt. Denn die gute Nachricht ist: Mit Wintergemüse kannst du rund um´s Jahr gärtnern! :)

Inhaltsverzeichnis
Fünf Gründe für Wintergemüse
Welche Gemüse wachsen im Winter?
Wintergemüse anbauen – so klappt‘s!
 #1: Basics im Wintergarten
 #2: Wintergemüse unter Dach und Fach
 #3: Das richtige Timing für Wintergemüse
 #4: Die Fruchtfolge im Wintergarten
 Wintergemüse oder kein Wintergemüse?

Fünf Gründe für Wintergemüse

Gärtnern geht nur im Sommer? Da lachen ja die Hühner! Ich habe die letzten Jahre immer mehr Wintergemüse angebaut, die ich inzwischen weder im Garten noch auf dem Teller missen möchte. Deinen Gemüsegarten rund ums Jahr zu nutzen, lege ich dir deshalb unbedingt ans Herz! Hier kommen fünf Gründe, warum ich Wintergärtnern toll finde:

1. Nutze deine Beete und werde Winter-Selbstversorger!

Es funktioniert: Auch im Winter kannst du richtig viele Gemüsearten anbauen! Natürlich wachsen sie nicht alle in den frostigen Monaten: Aubergine, Zucchini und Co verabschieden sich spätestens im Oktober, weil es ihnen dann zu ungemütlich wird. Danach stehen allzu viele Gemüsebeete leer, bis im Frühjahr neue Jungpflanzen einziehen.

Das muss aber nicht sein! Denn es gibt so viele Wintergemüse, die der Kälte trotzen und es dir auch im Winter ermöglichen, dein eigenes Gemüse zu ernten. Ich finde es toll, meine Beete so noch besser nutzen zu können und auch im Winter richtig viel aus ihnen herauszuholen – im wahrsten Sinne des Wortes! Und wer sich – wie ich – größtenteils selbst versorgen will, der kommt um Wintergemüse nicht herum. :)

Wintergemüse: Buntes Ofengemüse aus dem Garten

2. Wintergemüse ist bunt und abwechslungsreich!

Du denkst bei Wintergemüse an Kopfkohl und Pastinaken und stellst dir das eher langweilig vor? Dann sei gespannt auf die bunte Vielfalt, die du auch im Winter ernten kannst. Du wirst sehen, da geht einiges!

Denn außer Weiß-, Rot- und Rosenkohl gibt es auch frisches Blattgemüse wie MangoldGrünkohl, Lauch und Spinat; knackige Wintersalate wie Feldsalat, Postelein und Radicchio – und natürlich die ganze Palette an Wurzelgemüse: Möhren, Pastinake und Co.

Hier findest du einen Überblick über die Gemüse, die du auch im Winter ernten kannst:

WintergemüseFamilieFür wen geeignet?
FeldsalatBaldriangewächsAlle
MöhreDoldenblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
PastinakeDoldenblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
MangoldFuchsschwanzgewächsAlle
SpinatFuchsschwanzgewächsAlle
Rote BeteFuchsschwanzgewächsAlle mit ersten Gartenerfahrungen
SchwarzwurzelKorbblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
TopinamburKorbblütlerAlle
EndivieKorbblütlerAlle
AsiasalatKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
GrünkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
PalmkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
Kopfkohl (Rot-, Weißkohl)KreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
RosenkohlKreuzblütlerAlle mit ersten Gartenerfahrungen
SteckrübeKreuzblütlerAlle
WirsingKreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
BlumenkohlKreuzblütlerEher Fortgeschrittene Gärtner*innen
PosteleinQuellkrautgewächseAlle
LauchZwiebelgewächseAlle mit ersten Gartenerfahrungen
WinterheckenzwiebelZwiebelgewächseAlle mit ersten Gartenerfahrungen

3. Frische, Geschmack und Immunbooster zum Selberernten!

Wintergemüse anzubauen, liefert dir gleich mehrere Vorteile: Du weißt ganz genau, wo das Gemüse auf deinem Teller herkommt und kannst immer ernten, was du gerade brauchst. Das frisch geerntete Gemüse strotzt nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen. Und gerade im Winter können wir die ein oder andere Vitaminbombe gut gebrauchen, oder? Deshalb ist mein Motto: Aus der Erde direkt auf den Teller!

Es gibt da allerdings auch Ausnahmen: Zu Sauerkraut verarbeiteter Kopfkohl wird erst durch die Fermentation ein regelrechter Immunbooster. Rohes Sauerkraut steckt voller Vitamin C, Mineralstoffe und Milchsäurebakterien und ist dadurch super gesund. Ich mache jedes Jahr mein eigenes Sauerkraut, und schlemme dann den ganzen Winter lang aus dem Gärtopf. Mmmmhhh…! :)

Frisches Wintergemüse schmeckt oft super intensiv und süß, ist dir das schon mal aufgefallen? Die kalten Temperaturen sorgen nämlich dafür, dass viele Gemüse aufhören, Zucker in Stärke umzuwandeln. Und wenn der Zucker als solcher in den Pflanzen eingelagert wird, schmecken die einfach süßer! Vielleicht hast du das schonmal bei Möhren oder Pastinaken beobachtet?

4. Entdecke neue Gemüsewelten! ;)

Wer weiß, vielleicht kommst du im Wintergarten ja auch auf den Geschmack von eher unbekannteren Gemüsearten, die es im Supermarkt einfach nicht gibt. Hast du schonmal Schwarzwurz, Flowersprouts oder Topinambur probiert? Ich wette, mindestens eines dieser Gemüse ist neu für dich! Wie wär’s damit, das dieses Jahr einfach selbst anzubauen?!

5. Dein Boden wird’s dir danken!

Wachsen auch im Winter Gemüsepflanzen in deinen Beeten, muss dein Boden nicht blank und leer überwintern. Denn das ist etwas, was ihm gar nicht gefällt! Du tust deinem Boden und all den Bodentierchen einen riesigen Gefallen, wenn du dafür sorgst, dass die Oberfläche immer bedeckt ist.

Und die beste Lösung dafür sind… Pflanzen! Warum dann nicht gleich Wintergemüse? Das macht schließlich nicht nur den Boden, sondern auch dich glücklich!

Wenn du dich im Winter aber lieber auf das Sofa verkrümelst und deinen Garten bis zum Frühling gerne in Ruhe lässt, kannst du auch mit einer Gründüngung oder einer dicken Mulchschicht dafür sorgen, dass es deinem Boden an nichts fehlt und er gesund über den Winter kommt.

Wintergemüse: Hochbeet mit Minitunnel

Wintergemüse anbauen – so klappt‘s!

Egal ob im Sommer oder im Winter – die Basics beim Gemüseanbau sind immer dieselben: Es geht darum, deinen Schützlingen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten, damit sie gesund bleiben, kräftig werden und leckeres Gemüse produzieren. Aber da die Ausgangssituation im Winter eine ganz andere ist als im Sommer, solltest du beim Anbau von Wintergemüse ein paar Dinge beachten:

#1: Basics im Wintergarten

Der Sommer mit seinen langen Tagen, warmen Nächten und Sonnenschein satt bietet den meisten Pflanzen ideale Bedingungen für das Wachstum. Denn für ihren Stoffwechsel brauchen sie vor allem eines: Licht! Das ist im Winter eher Mangelware. Die Pflanzen betreiben daher viel weniger Photosynthese und wachsen nur noch sehr langsam.

Da der ganze Stoffwechsel dann sozusagen auf Sparflamme läuft, brauchen deine grünen Freunde auch weniger Wasser und Nährstoffe. Ums Gießen und Düngen musst du dir bei deinem Wintergemüse also eher keine Gedanken machen. Im Gegenteil: Im Winter ist manchmal sogar zu viel Wasser da, und das Wintergemüse schaut mit dauernassen Wurzeln wie ein begossener Pudel aus den Beeten. 

#2: Wintergemüse unter Dach und Fach

Es gibt einige Gemüse, die für den Winter zwar geeignet sind – aber denen es im Freiland so ganz ungeschützt doch zu kalt wird. Diese Kandidaten kannst du mit verschiedenen Methoden ziemlich simpel vor Regen, Schnee und Frost schützen, und sie so auch im Winter anbauen.

Vom Gemüsevlies über Treibhaushauben und Frühbeetkasten bis hin zum Gewächshaus gibt es für jedes Wintergemüse eine passende Anbaumethode. Aber keine Sorge, eine ganze Reihe an Gemüse lässt sich auch im Winter ohne größeres Equipment im Freiland anbauen.

Für den Einstieg ist ein gutes Wintervlies perfekt: Du kannst es bei ganz vielen Gemüsearten einsetzen! Es puffert kalte Temperaturen ab, schützt dein Gemüse gerade in frostigen Nächten und wirkt wahre Wunder!

Wintervlies für den Gemüsegarten im Winter

Informier dich vor deinem ersten Winterabenteuer im Gemüsegarten am besten gut, welches Gemüse welche Temperaturen noch toleriert und ab wann es dann doch zu ungemütlich wird.

#3: Das richtige Timing für Wintergemüse

Eigentlich müsste es nicht „Wintergärtnern“, sondern „Winterernten“ heißen. Denn all die Gemüse, mit denen du in den kalten Monaten deinen Erntekorb füllst, säst, pflanzt und pflegst du schon ab dem Frühsommer. Ja – Wintergärtnern fängt schon im Sommer an!

Denn sobald die Tage kürzer und kälter werden, wachsen auch die Wintergemüse nur noch langsam. Sie benötigen den Sommer, um groß und robust genug zu werden, damit sie später dem Frost trotzen können. Die meisten Wintergemüse sind auch eher gemächlich unterwegs und brauchen viiiiel Vorlauf, um aus ihren Kinderschuhen hinauszuwachsen. Lauch und Blumenkohl sind typische Beispiele für solche Schnarchnasen. ;)

Was du im Winter ernten möchtest, solltest du dir daher bereits im Frühjahr überlegen und rechtzeitig mit der Anzucht und Pflanzung beginnen. Wenn es für eine Aussaat schon zu spät ist, schau doch mal, ob du noch Jungpflanzen der Wintergemüse deiner Wahl bei dir in der Nähe bekommst. So kannst du auch etwas später im Jahr noch ins Wintergemüsegame einsteigen. ;)

Um all die Aussaattermine für deine Gemüseernte nicht zu verpassen, gibt’s hier einen fix und fertigen Aussaatkalender für dich: Einfach herunterladen und du hast alle wichtigen Aussaaten und Pflanzungen immer auf einen Blick parat!

#4: Die Fruchtfolge im Wintergarten

Für die Planung deiner Wintergemüse solltest du die Fruchtfolge im Gemüsegarten genauso beachten wie für die Sommergemüse auch. Denn sonst schaffst du geradezu Oasen für Krankheiten und Schädlinge, wo sie ideal überwintern können.

Das ist immer eine kleine Herausforderung, denn ganz viele wunderbare Leckereien aus dem Wintergarten gehören zu ein und derselben Pflanzenfamilie: den Kreuzblütlern. Blumenkohl, Rüben, Rosenkohl, Rucola, Brokkoli, Rettich, Grünkohl und viele weitere sind so eng miteinander verwandt, dass sie von denselben Schadtierchen und Krankheiten heimgesucht werden.

Um zu vermeiden, dass sich die in deinen Beeten einnisten, solltest du nach dem Anbau von Kreuzblütlern immer sechs Jahre warten, bis du im selben Beet wieder Mitglieder dieser Pflanzenfamilie anbaust. Es ist daher super hilfreich, wenn du mehrere Beete hast, wo deine Lieblingsgemüse Jahr für Jahr das Beet wechseln können.

Wintergemüse: Kohl im Winterbeet

Wintergemüse oder kein Wintergemüse?

Surprise: Nicht jede Gemüsepflanze, die im Winter aus der Erde schaut, ist ein Wintergemüse! Es gibt da nämlich auch noch die überwinternden Gemüse. Das sind die Kandidaten, die du zwar schon im Spätsommer oder Herbst pflanzt, aber erst im folgenden Jahr erntest.

Ein typisches Beispiel für überwinternde Gemüse sind Dicke Bohnen. Sie werden im Spätsommer gesät, machen ihren ersten Wachstumsschub im Herbst, und verharren dann als junge, aber frostharte Pflanzen über den Winter im Boden. So haben sie einen ordentlichen Wachstumsvorsprung gegenüber den Bohnen, die erst im Frühjahr gesät werden und können bei den ersten Sonnenstrahlen und Plusgraden bereits munter weiterwachsen.

Auch Knoblauch erntest du in der Regel erst im Folgejahr, nachdem du im Sommer die Zehen in die Erde gesteckt hast. Im Winter gibt’s da leider noch nichts zu holen, da ist Geduld angesagt. ;)

Merk dir diesen Artikel auf deiner Garten-Pinnwand!

Na, konnte ich dich mit meiner Begeisterung für Wintergemüse anstecken? Es ist wirklich ein grandioses Gefühl, auch im Winter noch Gemüse aus dem eigenen Garten ernten zu können. Was glaubst du, wie die Verwandtschaft staunt, wenn du ihnen an Weihnachten selbst geernteten Rosenkohl servierst? Darum nichts wie los: Schnapp dir deinen Gartenplan und schreib auf, welche Wintergemüse du in den kalten Monaten genießen willst!

Wenn du noch ein bisschen weiterschmökern magst zum leckeren Wintergemüse, lies gerne hier weiter:

Rosenkohl pflanzen: Der komplette Guide vom Anbau bis zur Ernte!

Der komplette Grünkohl-Guide: Pflanzen, Anbauen & Ernten

 Rucola anbauen – die komplette Anleitung!

Hast du schon mal Wintergemüse angebaut? Schreib mir in den Kommentaren gerne von deinen Erfahrungen!

Kompost anlegen in 5 Schritten: So machst du richtig guten Kompost!

Kompost anlegen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Garten, um einen perfekten Nährstoffkreislauf zu schaffen: Deine Pflanzen bekommen mit Kompost Dünger und werden nach der Ernte selber zu Kompost, der dann wiederum der nächsten Pflanzengeneration nutzt. Deshalb solltest du in deinem Garten unbedingt ein Fleckchen für Kompost reservieren – das spart nicht nur Geld, sondern ist auch richtig nachhaltig!

Inhaltsverzeichnis
In aller Kürze: Kompost anlegen
Kompostsysteme & der richtige Standort
Anleitung zum Kompost anlegen
Nach dem Kompost anlegen: Die Pflege
Verwendung von Kompost
Kompost anlegen auf dem Balkon
Probleme beim Kompost anlegen

In aller Kürze: Kompost anlegen

Du möchtest nicht lange fackeln, sondern am liebsten sofort mit dem Kompost anlegen beginnen? Dann schau doch mal in meine Tabelle, da habe ich dir sämtliche Schritte kurz und knackig zusammengefasst!

Kompost anlegen: Die ArbeitsschritteGewusst wieTipps und Tricks
# 1: passenden Standort finden und Kompostbehälter aufstellengut erreichbar, windgeschützt, beschattetunbedingt direkt auf dem Erdboden anlegen
# 2: passendes Material zerkleinern und in den Komposter füllenGartenabfälle, angewelkter Grasschnitt, Küchenabfälle, Stroh, Kleintiermistkeine Essensreste, Fleisch oder Milchprodukte, keine Teile von kranken Pflanzen oder Unkräutern
# 3: Kompost in Schwung bringen und richtig pflegen10 % fertigen Kompost oder Gartenerde untermischen, EM dazugebenKompost Starter aus 10 l Wasser, 1 Würfel Hefe und 1 kg Zucker mischen und über den Komposthaufen gießen
# 4: Kompost umsetzennach 3 bis 6 Wochen, so gelangen die äußeren Schichten nach innenwenn du deinen Kompost nicht umsetzt, dauert es nur länger bis er fertig ist. ;)
# 5: Kompost verwendenMulch, Dünger, AussaaterdeKompost je nach Reifestadium entsprechend verwenden

Du siehst: Das Kompost anlegen ist nicht besonders kompliziert. Und wenn dein Kompost fertig ist und du das schwarze Gold vor dir liegen hast, kannst du es als wunderbar nährstoffreiche Erde in deinen Beeten verwenden. Besonders Starkzehrer wie Tomaten freuen sich ganz besonders über Komposterde.

Apropos Tomaten: Isst du die auch so gerne wie ich und kannst gar nicht genug von den runden Dingern bekommen? Dann lad dir doch meinen Tomatenguide herunter! Da zeige ich dir, wie du ganz einfach und mit ein paar kleinen Kniffen zu einer üppigen Tomatenernte kommst.

Hier kannst du ihn herunterladen:

Kompostsysteme & der richtige Standort

Jetzt geht es in die konkrete Planungsphase: Denn ja, auch zum Kompost anlegen braucht es ein paar Überlegungen vorab: Du willst schließlich den perfekten Platz zum Komposthaufen anlegen finden, und musst dich für das passsende Komposter Modell entscheiden.

Der richtige Komposter Standort

Da, wo du deinen Komposthaufen anlegen möchtest, musst du unbedingt ganz unkompliziert mit einer Schubkarre hinkommen. Außerdem sollte der Platz windgeschützt liegen und Schatten haben und es wäre vielleicht auch nicht verkehrt, wenn du deinen Kompost ein bisschen verstecken könntest? Denn so riiiiichtig dekorativ ist er ja nicht! ;)

Bäume und Sträucher eignen sich prima als Sicht- und Sonnenschutz in Kompostnähe. Wenn da, wo du den Komposthaufen planst, noch nichts wächst, kannst du auch einfach neu pflanzen.

Psst: Wie wäre es mit Beerensträuchern? Die bringen dir nicht nur Schatten, sondern auch eine leckere Ernte! ;)

Kompost anlegen: Himbeeren als Sichtschutz

Ohne Beschattung würde dein Kompost während eines heißen Sommers schnell austrocknen und anschließend stellen die Bodenorganismen beleidigt ihre Arbeit ein. Es dauert dann viiel länger, bis dein Kompost endlich fertig ist.

Die Bodenorganismen, die für die Umwandlung von organischen Abfällen in nährstoffreiche Erde verantwortlich sind, solltest du auch sonst bei Laune halten: Sie möchten ihre Arbeit gerne immer am selben Ort verrichten und nicht umziehen müssen. Wenn der Komposthaufen seinen festen Platz hat, arbeiten sie effizienter und zügiger.

Mehr Informationen zu Bodenorganismen und wie du dein Bodenleben fördern kannst, findest du in diesem Video:

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Mehr Informationen

Außerdem solltest du direkt auf dem Erdboden den Kompost anlegen und zwar auf einem Untergrund, der wasserdurchlässig ist. So kann sich keine Staunässe bilden.

Kompostsysteme

Du hast einen schönen Kompostplatz gefunden? Prima, dann musst du nur noch den passenden Kompost Kasten finden! Es gibt verschiedene Kompostsysteme:

  • Holzkomposter bestehen meistens aus einfachen Holzbrettern und haben keine Abdeckung. Dadurch wird die Rotte nicht so heiß wie in einem verschlossenen Komposter und Gerüche können sich ungehindert ausbreiten. Du verwendest aber ein natürliches und nachhaltiges Material.
  • Du kannst auch im Schnellkomposter oder Thermokomposter Kompost anlegen. Das sind verschlossene Kunststoffbehälter. Wenn sie eine Entladeklappe haben, kannst du den fertigen Kompost ganz bequem herausnehmen. Sie sollten aber mindestens 200 Liter fassen, damit die Verrottung schnell und effektiv abläuft. Wenn du dich für einen Schnellkomposter entscheidest, achte auf einen Kunststoff, der UV-stabil und wetterfest ist.
  • Offene Komposthaufen sollten mindestens 1,20m breit, 80cm hoch und mehrere Meter lang sein. Beim Kompost schichten lässt du die Seiten schräg abfallen. Offene Haufen eignen sich vor allem für sehr große Gärten, in denen viel Material anfällt.

Anleitung zum Kompost anlegen

Zum Kompost anlegen brauchst du – ganz genau: Kompostgut! ;) In Küche und Garten fallen viele organische Abfälle an.

Braune Materialien wie Stroh, Hackschnitzel, Laub oder Äste enthalten viel Kohlenstoff (C).

„Grüne“ Materialien wie Reste vom Gemüseschnibbeln, Grünschnitt, Brennnesseln, Kaffeesatz, Mist, Jauche und Grasschnitt enthalten viel Stickstoff (N).

Für eine optimale Rotte sollte das C/N-Verhältnis des Kompostguts etwa zwischen 15:1 bis 25:1 liegen. Einfacher gesagt: Kompost richtig anlegen bedeutet, immer mehr braune als grüne Materialien auf den Haufen zu geben. Wenn es möglich ist, füllst du braune und grüne Kompost Schichten außerdem immer abwechselnd ein.

Wenn du deine organischen Abfälle möglichst klein schneidest, können die Bodenorganismen besser arbeiten. Dafür eignet sich ein Häcksler hervorragend, aber auch eine einfache Gartenschere leistet schon gute Dienste!

Zu klein muss es aber gar nicht werden. Ein bisschen Luft darf ruhig durch deinen Kompost zirkulieren. Ansonsten können die Materialien anfangen zu schimmeln.

Kompost anlegen: Äste zum Kompostieren

Was darf in den Kompost?

Von Garten- und Küchenabfällen über Stroh, Mist, Federn, Pappe, Tee- oder Kaffeesatz: Die allermeisten organischen Rohstoffe sind auf dem Komposthaufen gut aufgehoben.

Auch Schalen von Eiern und Biozitrusfrüchten kannst du ganz problemlos kompostieren, wenn du sie in kleinen Stücken dazugibst und gut mit dem übrigen Kompost vermischst.

Die Verrottung von Laub, Rinden und Holz dauert länger, deshalb solltest du für diese Materialien besser einen eigenen Kompost anlegen.

Was darf nicht in den Kompost?

Gekochte Essensreste, Fleisch, Milchprodukte und Gebäck können Ratten anziehen und haben daher auf dem Komposthaufen nichts verloren.

Abgesehen davon gibt es auch anderes kritisches Kompostgut:

  • Unkraut gehört nicht auf den Kompost: Bei der normalen „Haus-Kompostierung“ liegen die Komposthaufen meistens offen da und erhitzen sich deshalb nicht so stark, wie es nötig wäre, um Samen und Wurzelunkräuter unschädlich zu machen. Mit der Komposterde aus diesem Kompost würdest du Unkräutern den roten Teppich ausrollen und es wieder in deine Beete eintragen.
  • Teile von kranken Pflanzen dürfen aus demselben Grund nicht auf dem Komposthaufen landen. Für Unkräuter und kranke Pflanzen würde ich deshalb einen getrennten Kompost anlegen, dessen Erde ich nur unter Büschen und Bäumen, aber nicht auf meinen Beeten ausbringe.
  • Grasschnitt kann zwar grundsätzlich auf den Kompost, aber nur in dünnen Schichten. Außerdem sollte er bereits leicht angewelkt sein, damit sich nicht so leicht faulige Schichten bilden.
  • Hobelspäne und Sägemehl solltest du nur in kleinen Mengen kompostieren, damit die Drahtwürmer deine Beete nicht zu ihrem neuen Lieblingsaufenthaltsort erklären.

Kompost in Schwung bringen

Du kannst es kaum abwarten, bis nach dem Kompost anlegen aus deinen Gemüseabschnitten und Gartenabfällen wunderbare neue Erde entstanden ist? Dann habe ich hier ein paar Tricks für dich, wie du deinen Kompost auf Trab bringst:

  • Damit die Bodenorganismen so richtig durchstarten können, mischst du ungefähr zehn Prozent tonhaltige Gartenerde oder fertigen Kompost unter die Abfälle.
  • Du kannst Effektive Mikroorganismen (EM) nutzen, die du mit Wasser vermischst und auf deinen Kompost gießt. Mit ihrer Hilfe kompostieren deine Abfälle nicht nur wesentlich schneller, EM-Kompost ist auch nährstoffreicher und fault nicht so schnell wie herkömmlicher Kompost.
  • Alternativ dazu kannst du dir einen Kompost Starter aus 10 l Wasser, 1 Würfel Hefe und 1 kg Zucker mischen und über den Komposthaufen gießen. Diese Aufbaunahrung lieben die Bodenorganismen!

In meinem „Gemüsegarten starten“-Onlinekurs zeige ich dir übrigens nicht nur noch mehr Tipps und Tricks zum Kompost anlegen, sondern du lernst auch, wie du dich ohne viel Mühe ein Stück weit selbst versorgen kannst. Supermarkt war gestern – wir bauen unser Obst und Gemüse jetzt selber an! :)

Kompost anlegen: 1x1 des Kompostierens
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Wann ist der Kompost fertig und wann bringe ich ihn aus?

Wann dein Kompost fertig ist, hängt von verschiedenen Dingen ab: Je nachdem wie fleißig du beim Kompost umsetzen bist, welches organische Material in deinem Komposter verrotten soll und welche Jahreszeit gerade ist, dauert das Kompostieren einige Wochen oder viele Monate.

Dein Kompost ist fertig, wenn er nach Waldboden riecht und keine großen Stücke mehr zu sehen sind. Einzelne unverrottete Teile kannst du mit einem Kompostsieb heraussieben und zurück auf den Haufen werfen.

Die beste Zeit, um Kompost auszubringen, ist das Frühjahr. Dann packst du eine 1 bis 2 cm dicke Schicht auf deine Beete und arbeitest sie leicht ein. Fertigen Kompost, den du nicht gleich verwendest, lagerst du abgedeckt, damit der Regen keine Nährstoffe auswäscht.

Im Sommer ist der Kompost ein wunderbarer Dünger für starkzehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kohl.

Apropos Tomaten: Hast du dir schon dir meinen Tomatenguide heruntergeladen? ;)

Wenn du Kompost im Herbst ausbringen möchtest, solltest du das nur tun, solange der Boden noch warm ist und ihn mit einer Mulchdecke schützen.

Nach dem Kompost anlegen: Die Pflege

Auch wenn dich dein Komposthaufen bei der Arbeit eigentlich nicht braucht, gibt es paar Faktoren, die für eine zügige Verrottung wichtig sind und auf die du achten solltest.

  • Temperatur
    In einem geschlossenen Komposter erreichst du höhere Temperaturen als in einem offenen Komposter, das heißt, die Verrottung geht entweder schneller oder dauert etwas länger, je nachdem.
  • Feuchtigkeit
    Zu wenig Feuchtigkeit lässt die Bodenorganismen vertrocknen und verzögert die Verrottung. Ist der Kompost zu nass, kommt nicht mehr genug Luft ins Innere und er fault. Woher also wissen, wie viel Wasser gut ist? Mein Tipp: Wenn sich das Innere des Komposthaufens wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt, ist alles genau richtig!
  • Sauerstoff
    Beim Kompost anlegen solltest du darauf achten, dass Schichten aus Grasschnitt oder Tonerde nicht zu dick geraten. Sonst gerät nämlich kein Sauerstoff mehr ins Innere des Haufens und die für die Kompostierung wichtigen Bakterien sterben.
Kompost anlegen: Gemüseabfälle und Eierschalen

Verwendung von Kompost

Wenn schon ein wenig Zeit seit dem Kompost anlegen vergangen ist, gibt es mehrere Kompost-Reifestadien, die du jeweils auf unterschiedliche Weise verwenden kannst.

  • Reifestadium 1: Mulch
    Die Temperatur des Komposts ist deutlich abgefallen, er riecht neutral, aber es sind noch gröbere Stückchen zu erkennen. Dieser Kompost eignet sich perfekt zum Mulchen.
  • Reifestadium 2: Kompost Dünger
    Die Temperatur des Komposts ist deutlich abgefallen und es sind nicht mehr viele gröbere Stückchen zu erkennen. Der Geruch erinnert an Walderde. Jetzt kannst du ein paar Schaufeln Kompost als Kopfdüngung für Starkzehrer wie Tomaten und Gurken verwenden.
  • Reifestadium 3: Aussaaterde
    Der Kompost riecht angenehm nach Walderde und es sind keine größeren Stücke mehr zu sehen. In diese Erde kannst du probemlos säen und pflanzen.

Kompost anlegen auf dem Balkon

Du gärtnerst auf dem Balkon und hast keinen Platz für Kompost? Kein Problem! In diesem Fall kannst du deine Gemüseabfälle wunderbar in einer Wurmkiste kompostieren. Die ist nicht nur geruchsneutral, sondern auch super effektiv.

Wurmkisten kannst du entweder selber bauen oder fertig kaufen. Die zukünftigen Bewohner (Rote Mistwürmer) gibt es online.

Eine andere Möglichkeit ist ein Bokashi Eimer , in dem du deine Gemüseabfälle fermentierst und in nährstoffreiche Erde verwandelst.

Probleme beim Kompost anlegen

Nicht immer läuft beim Kompost anlegen alles problemlos. Deshalb habe ich dir hier die häufigsten Probleme zusammengetragen – natürlich mitsamt passenden Lösungen:

Problem #1: Mein Kompost stinkt!
Wenn dein Komposthaufen stinkt, fault er, statt zu verrotten.

► In diesem Fall öffnest du den Haufen und kontrollierst, ob der Boden darunter wasserdurchlässig ist. Dann ist Kompost umschichten angesagt! Dabei mischst du trockenes Material unter. Falls dein Komposter eine Abdeckung hat: Ist sie dicht?

Problem #2: Mein Kompost schimmelt!
Schimmel ist ein Zeichen dafür, dass der Kompost zu trocken ist.

► Komposthaufen umsetzen und etwas reifen Kompost untermischen. Das aktiviert ihn neu. Dann gönnst du dem Kompost ein paar Kannen Wasser. In der folgenden Zeit kontrollierst du deinen Kompost regelmäßig auf ausreichende Feuchtigkeit und gießt ihn, falls er zu trocken ist.

Problem #3: Mein Kompost wird einfach nicht fertig!

► Wenn dir alles viiiel zu langsam geht, kannst du alle drei bis vier Wochen deinen Kompost umsetzen. Dadurch kommt Sauerstoff hinein und aktiviert die Bodenorganismen, die dann so richtig Vollgas geben können. ;)

Du wirst sehen, mit den richtigen Tipps und Tricks ist das Kompost anlegen gar nicht schwer. Dein Gemüse wird in dem „schwarzen Gold“ ganz bestimmt prächtig wachsen und dir eine dicke Ernte bescheren. Darum nichts wie los, such gleich mal nach einem schönen Platz für deinen zukünftigen Komposter! :)

Außer Kompost anlegen interessieren dich noch ganz viele andere Gartenthemen? Dann lies gerne hier weiter:

Gemüsegarten für Anfänger: Crashkurs in 11 Schritten

Mehr Permakultur für deinen Garten! 9 konkrete Ideen & Methoden

Wie mein Garten fast von selbst unkrautfrei bleibt

Was hast du für Tipps zum Kompost anlegen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

Gemüsegarten planen – Schritt für Schritt zum Gartenparadies

Einen Gemüsegarten planen – das ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einer üppigen eigenen Ernte. Denn so viel Freude ein eigener Gemüsegarten auch macht: Er entsteht nicht von allein. Erst ein durchdachter Plan sorgt dafür, dass dein Garten dich übers ganze Jahr hinweg mit frischem Gemüse versorgt und dich jeden Tag mit Freude und Stolz erfüllt.

Also schnapp dir Stift und Papier – jetzt ist genau der richtige Moment, deinen Gemüsegarten zu planen und den Grundstein für dein ganz persönliches Gartenglück zu legen.

Inhaltsverzeichnis
1. Schritt: Träume und Inspiration
2. Schritt: Den richtigen Standort finden
3. Schritt: Welches Gemüse steht hoch im Kurs?
4. Schritt: Gemüse-Mengenlehre
5. Schritt: Gemüse-Partnerbörse
6. Schritt: Die passende Fruchtfolge
7. Schritt: Gestaffelte Aussaat & Pflanzung
8. Schritt : Vom Plan zum Beet

Gemüsegarten planen Schritt 1: Träume und Inspiration

Bei allem Kopfrauchen ist die Gartenplanung am Anfang des Jahres auch eine total schöne Zeit: Die Saatgutkataloge flattern ins Haus und du kannst es dir gemütlich machen und träumen, wie dein Garten in der nächsten Saison aussehen soll und was du vielleicht anders machen möchtest als im letzten Jahr.

Möchtest du neue Beete anlegen? Ganz neue Gemüsesorten aussäen? Wie wäre es mit einem Wildblumenbeet? Oder vielleicht einem Rankgitter für Bohnen und Kürbisse? Erträum dir deinen absoluten Wunschgarten – der Fantasie sind in diesem Schritt erstmal keine Grenzen gesetzt!

Pssst: Falls du schon genau weißt, wie dein Garten im Lauf des Jahres aussehen soll, du aber noch so gar keinen Plan hast, wie du dort hin kommst, ist hier schonmal ein kleiner Tipp: Probier den »Gemüsegarten starten«-Onlinekurs aus! Im Kurs wirst du von der Planung bis zur Umsetzung deines neuen Gemüsegartens an die Hand genommen und du bekommst super viel Inspiration und Tipps mit auf den Weg in dein Gartenabenteuer.

In diesem Artikel bekommst du schon mal einen Einblick wie du deinen Traum-Gemüsegarten planen und anlegen kannst. Los geht’s!

Beim Gemüsegarten planen ist es hilfreich, den Boden zu kennen. Regenwürmer sind dabei ein toller Indikator!

Schritt 2: Den richtigen Standort finden

First things first: dein Gemüsegarten braucht ein passendes Zuhause. Denn auch die Lage entscheidet darüber, ob deine Pflanzen kräftig wachsen oder schwierigere Ausgangsbedingungen haben. Wichtig sind vor allem viel Licht, ein guter Boden und etwas Windschutz.

Bestenfalls ist der Weg zum Garten nicht zu weit, denn je leichter du an deine Beete kommst, desto öfter wirst du dort ernten und dich um deine Gemüse-Schützlinge kümmern. Ideal für das Wachstum deiner Pflanzen ist außerdem ein sonniger Platz mit mindestens sechs Stunden Licht pro Tag.

Schau auch gerne mal auf Youtube rein, außer dem Video zum 3 Stunden-Selbstversorger Garten findest du hier ebenfalls jede Menge Tipps und Tricks :):

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Mehr Informationen

Kurz und Knapp – diese fünf Kriterien helfen bei der Standortwahl:

  • Nähe zum Haus: Der kürzeste Weg zum Abendessen ist der beste. Wer Kräuter und Salat direkt neben der Küche anbaut, greift häufiger zu frischem Grün und kocht automatisch gesünder.
  • Viel Sonne: Die meisten Gemüsesorten lieben Sonne! Täglich mindestens sechs Stunden Licht sind ideal. Vor allem Tomaten, Zucchini und Gurken sind ausgesprochene Sonnenanbeter. Für halbschattige Plätze bieten sich Mangold, Spinat und Kräuter an.
  • Guter Boden: Dunkel, locker und krümelig lieben wir unsere Erde! Wenn sie beim Drücken leicht zerfällt, ist alles bestens. Keine Sorge, du musst kein Spezialwissen in der Bodenkunde haben, um einschätzen zu können, ob dein Boden fruchtbar ist. Regenwürmer sind zum Beispiel ein toller Indikator für einen fruchtbaren Boden. Im 3-Phasen Gartensystem spielt Kompost eine große Rolle! Mit diesem lässt sich auch müder Boden in fruchtbare Erde verwandeln.
  • Windschutz: Dein Gemüse liebt Sonne, aber keinen Sturm. Eine Hecke oder Beerensträucher rund ums Beet bremsen den Wind und schaffen ein geschütztes Mikroklima. Außerdem gibt’s im Sommer gleich noch eine Portion Himbeeren obendrauf. Hmmm, lecker!
  • Ebene Fläche: Wer nicht am Hang wohnt, hat’s leichter. Auf flachem Boden lässt sich bequemer gärtnern und das Wasser läuft gleichmäßig ab. Falls du dein Grundstück doch etwas hügeliger ist helfen Terrassenbeete, die hübsch aussehen und praktisch sind.
ein mit Mischkultur geplanter Gemüsegarten

Gemüsegarten planen Schritt 3: Welches Gemüse steht hoch im Kurs?

Sind wir ehrlich – die Vielfalt an Gemüse ist verführerisch. Auberginen, Süßkartoffeln, Zuckerhut, Pastinaken, Rote Bete… Wer da nicht aufpasst, hat schnell mehr Sorten auf der Liste als Platz im Beet.

Darum gilt beim Gemüsegarten planen: lieber Lieblingsgemüse als Zuviel-des-Guten. Fang mit dem an, was du regelmäßig isst und wirklich liebst. Wenn auf dem Speiseplan oft Nudeln mit Tomatensoße oder Pizza stehen, sollten Tomaten ganz oben auf deiner Liste stehen.

Liebst du Eintöpfe? Dann gehören Karotten, Sellerie und Lauch unbedingt in deinen Garten. Ein Tipp um die Entscheidung etwas zu vereinfachen: Schreib mit deiner Familie oder Mitbewohner*innen eine Top-3-Liste der Lieblingsgemüse. So bekommst du schnell ein Gefühl, was auf keinen Fall fehlen darf – und was nur „nice to have“ ist.

Schritt 4: Gemüse-Mengenlehre

Einer der häufigsten Anfängerfehler ist, zu viel oder zu wenig anzubauen. Die richtige Menge zu planen ist knifflig, aber nicht unmöglich. Dabei helfen dir zwei einfache Methoden, um ein Gefühl dafür zu entwickeln:

1. Rückblick auf die Ernte
Wenn du schon ein Gartenjahr hinter dir hast, weißt du wahrscheinlich, was gut funktioniert hat und was nicht. Hattest du zu viele Zucchini, aber nie genug Möhren? Dann weißt du jetzt, wie du die Beete im nächsten Jahr anpassen kannst.

2. Kassenzettel-Methode
Gerade für Einsteiger ist der Blick in den Einkauf hilfreich. Wenn du jede Woche ein Kilo Möhren kaufst, lohnt es sich, sie selbst anzubauen. So kannst du überschlagen, wie viel du brauchst, um deinen Haushalt zu versorgen.

Als Faustregel gilt: Alles, was regelmäßig auf dem Teller landet, bekommt auch im Beet den meisten Platz.

Und dann ist da noch Platz für kleine Gartenabenteuer. Für alles, was dich neugierig macht und deinem Garten ein bisschen Überraschung schenkt. Vielleicht hast du schon lange Lust, etwas Neues auszuprobieren – eine ungewöhnliche Sorte, ein besonderes Gemüse oder einfach etwas, das du bisher nur im Laden gesehen hast.

Die Mexikanische Minigurke, Palmkohl oder violette Möhren bringen Farbe, Vielfalt und gute Laune ins Beet. Nicht jedes Experiment wird auf Anhieb gelingen, doch genau das macht das Gärtnern so spannend: Du lernst mit jeder Saison etwas dazu, entdeckst neue Lieblingspflanzen und findest vielleicht sogar Schätze, die du nie mehr missen möchtest.

Ein sorgfältig geplanter Gemüsegarten wirft eine dicke Ernte ab.

Gemüsegarten planen Schritt 5: Gemüse-Partnerbörse

Jetzt wird es strategisch. Aber keine Sorge, du musst keine Garten-Managerin werden, um dein Gemüse klug zu kombinieren. Beim Gemüsegarten planen geht es nicht nur darum, was wächst, sondern auch, wer nebeneinander wächst. Manche Pflanzen sind perfekte Partner, andere eher schwierige Nachbarn. Wenn du deinen eigenen Gemüsegarten anlegst kannst du dir deine Gemüsenachbarn selbst aussuchen. Cool, oder? :)

Gute Nachbarn:

  • Möhren und Zwiebeln: Möhren und Zwiebeln sind echte Beetfreunde. Die Zwiebeln vertreiben mit ihrem starken Geruch die Möhrenfliege, während der Duft der Möhren wiederum die Zwiebelfliege fernhält. So schützen sie sich gegenseitig ganz natürlich vor Schädlingen.
  • Kohlrabi und Bohnen: Kohlrabi und Bohnen ergänzen sich im Beet wunderbar. Die Bohnen binden mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden, den der Kohlrabi für sein Wachstum gut gebrauchen kann. Da Bohnen tief und Kohlrabi flach wurzeln, nehmen sie sich weder Platz noch Nährstoffe weg.
  • Erdbeeren und Knoblauch: Sie sind ein eingespieltes Team im Beet. Der Knoblauch hält mit seinem intensiven Duft Schädlinge wie Milben, Schnecken und Pilzkrankheiten von den Erdbeeren fern, während die Erdbeeren den Boden locker und gleichmäßig beschattet halten.

Schlechte Nachbarn:

  • Kartoffeln und Tomaten: Sie gehören zur gleichen Pflanzenfamilie und sind deshalb anfällig für dieselben Krankheiten, vor allem für die Kraut- und Braunfäule. Wenn sie nebeneinander stehen, können sich Pilzsporen leicht von einer Pflanze auf die andere übertragen und beide Kulturen befallen. Damit sich die Krankheit nicht ausbreitet, sollten Kartoffeln und Tomaten im Garten möglichst weit voneinander entfernt wachsen.
  • Zwiebeln und Bohnen: Diese Beiden passen im Beet nicht gut zusammen. Die ätherischen Öle der Zwiebeln behindern bei den Bohnen die Bildung der Knöllchenbakterien, die für die Stickstoffbindung im Boden wichtig sind. Dadurch wachsen die Bohnen schwächer, und auch die Zwiebeln entwickeln sich weniger gut. Besser ist es, sie in getrennten Beeten anzubauen.

Eine durchdachte Mischkultur ist die einfachste Form des Pflanzenschutzes. Sie fördert die Bodengesundheit und spart Platz. Eine Übersicht dazu findest du hier. Lies dort unbedingt weiter, wenn dich das Prinzip der Mischkultur interessiert.

Damit du gleich munter los kombinieren kannst, kommt hier etwas für dich: Eine Mischkulturtabelle, die du mit ins Gewächshaus, oder den Garten nehmen kannst. Trag einfach deine Email-Adresse.ein und schon landet sie in deinem Posteingang:


Schritt 6: Die passende Fruchtfolge

Außer der Mischkultur gibt es noch ein weiteres, wahrscheinlich sogar wichtigeres Prinzip bei der Beetplanung: Die Fruchtfolge. Mit einer Fruchtfolge gärtnern, bedeutet, die Gemüsepflanzen durch die Beete rotieren zu lassen. Damit hältst du Krankheiten und Schädlinge in Schach. Außerdem nutzt du die Nährstoffe im Boden so perfekt aus. Ein echter Gamechanger für gesundes Gemüse und eine reiche Ernte!

Besonders effektiv ist eine Fruchtfolge, wenn du die Gemüse in Pflanzenfamilien einteilst und so gruppiert durch die Beete rotieren lässt. Um ein Gefühl für die Rotation zu bekommen, kannst du dein Gemüse aber auch erstmal nach ihrem Appetit in Gruppen einteilen.

Das sieht dann so aus:

  1. Starkzehrer wie Kohl, Kürbis, Tomaten oder Sellerie beanspruchen viele Nährstoffe … sie belegen das Beet im ersten Jahr.
  2. Mittelzehrer wie Möhren, Spinat oder Rote Bete folgen dann im zweiten Jahr.
  3. Schwachzehrer wie Erbsen, Salate und Kräuter schließen den Zyklus im dritten Jahr ab.

Danach beginnt die Rotation von vorn – die Starkzehrer darfst du dann gern mit einer Extraportion Dünger verwöhnen.

Ernte im eigenen Gemüsegarten

Gemüsegarten planen Schritt 7: Gestaffelte Aussaat & Pflanzung

Damit dein Erntekorb nicht im Frühsommer überquillt und danach gähnend leer ist, hilft eine gestaffelte Aussaat. Säe oder pflanze lieber in Etappen, statt alles auf einmal. Wenn du zum Beispiel alle paar Wochen eine kleine Menge Salat aussäst, kannst du den ganzen Sommer über ernten.

Dasselbe funktioniert wunderbar mit Radieschen, Spinat oder Möhren. Auch eine kluge Folgepflanzung bringt viel Ertrag: Nach frühen Radieschen kann Spinat wachsen, danach Mangold. So bleibt dein Beet das ganze Jahr über produktiv.

Und das Beste daran: Mit einer geschickten Staffelung kannst du sogar im Winter noch frisches Gemüse ernten. Dein Wintergarten beginnt nämlich schon im Sommer, denn wenn du rechtzeitig aussäst, wachsen Feldsalat, Spinat oder Winterpostelein heran und warten geduldig auf die kalte Jahreszeit. So bleibt dein Beet nie leer, selbst wenn der Rest des Gartens ruht.

Schritt 8 : Vom Plan zum Beet

Wenn der Plan steht, beginnt der schönste Teil – die Umsetzung. Jetzt wird aus deiner Skizze auf Papier Schritt für Schritt ein richtiger Gemüsegarten. Breite Pappe aus, um das Unkraut zu unterdrücken, bring eine gute Schicht Kompost auf und baue deine Beetumrandung.

Achte darauf, dass deine Beete überall gut erreichbar sind und genügend Platz zum Arbeiten bleibt. Breite Beete nutzen die Fläche optimal, sollten aber so angelegt sein, dass du an das gesamte Beet bequem hinkommst, ohne hineintreten zu müssen.

Es lohnt sich außerdem, die Beete zu nummerieren oder einen kleinen Gartenplan anzulegen. So weißt du genau, welche Pflanzenfamilien wo gewachsen sind, und kannst deine Fruchtfolge in den nächsten Jahren mühelos einhalten.

Frische Gemüseernte in einer Holzkiste

Gemüsegarten planen Schritt 9: Gemüse ernten und verwerten

Der schönste Moment im Gartenjahr ist natürlich die Ernte. :) Nach Wochen des Pflegens und Wartens kannst du endlich dein eigenes Gemüse ernten. Achte dabei auf den richtigen Zeitpunkt: Lieber etwas früher als zu spät.

Salate sind zarter, Kohlrabi saftiger, und Erbsen schmecken süßer, wenn sie nicht zu alt werden. Riesige Zucchini sehen beeindruckend aus, sind aber oft holzig – also lieber ein. bisschen früher ernten. Mit jedem geernteten Gemüse wächst nicht nur dein Vorrat, sondern auch die Freude an deinem Garten.

Pssst, apropos Vorrat: Mit ein bisschen Übung wirst du immer größere Ernten einfahren können. Falls du ein paar Tipps und Tricks brauchst, wie du deine Ernteschwemme am besten haltbar machst, dann schau gerne im »Vorratskammer starten«-Onlinekurs vorbei. Dort erfährst du wie du dein Obst und Gemüse in leckere Vorräte verwandelst und deine Speisekammer füllst.

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Hast du Lust auf noch mehr Gemüsegarten-Lesestoff? Dann ist vielleicht auch einer dieser Artikel etwas für dich:

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Wenn du noch andere tolle Tipps zum Gemüsegarten Planen hast, dann schreib sie gerne in die Kommentare!

Dieser Beitrag gehört zur Wurzelwerk GmbH und enthält Werbung für unsere eigenen Produkte.

Quitten verarbeiten ohne Muskelkater: Die besten Tricks

Du möchtest dieses Jahr endlich auch Quitten verarbeiten? Im Winter leckere Schätze aus dem Vorratsschrank zu holen und in Sommerduft zu schwelgen, lässt das Selbstversorger-Herz höherschlagen! Doch Quitten können zum echten Härtefall werden, weil ihr Fruchtfleisch so fest ist. Deswegen teile ich heute mit dir, wie ich Quitten verarbeite – ganz ohne Muskelkater am Tag danach. Daraus werden dann super leckere Kostbarkeiten für deine Vorratskammer!

Ein Hoch auf die Quitte
Vor dem Quitten verarbeiten: Richtig ernten
So lagerst du einen Goldschatz
Quitten Verarbeiten, Tipps für den Härtefall
Rezepte zum Quitten verarbeiten
Quittengelee
Quittenbrot
Quittenchutney

Ein Hoch auf die Quitte

Pssst, ich habe einen Goldschatz in meiner Vorratskammer! Ja, wirklich, ganz hinten links. Den hole ich immer um Weihnachten herum raus, wenn ich die Sonne vermisse. Du nicht? Das ändern wir heute! Mein Goldschatz besteht nämlich aus Quitten und du kannst ihn selbst herstellen.

Quitten sind ein großartiges Obst, das ich dir wärmstens ans Herz legen kann. Ich liebe diese urigen goldgelben Herbstkugeln und den wunderbaren Duft beim Quitten Verarbeiten. Schon der Baum ist eine echte Zier, denn er blüht mit großen zartrosa Blüten, wenn Äpfel und Birnen schon längst verblüht sind.

Ein Riesenvorteil der Quitte: Sie ist unglaublich robust, pflegeleicht und einfach zu handhaben. Durch die späte Blüte musst du dir keine Gedanken über Frostschäden machen. Für Krankheiten ist der Baum kaum anfällig, Maden rennen sich an den harten Quitten den Kopf ein, er trägt zuverlässig und macht sein Ding, ohne viel Tamtam, so gefällt mir das!

Aber wenn es ums Quitten verarbeiten geht, interessieren uns natürlich vor allem die Früchtchen! Naja, zum Anbeißen sehen sie zwar aus, davon würde ich aber eher abraten, wenn dir deine Zähne lieb sind. Rohe Quitten sind wirklich bitter und hart und ihr Pelz ist auch nicht das, was ich mir auf der Zunge wünsche.

Quitten Verarbeiten beginnt deswegen immer mit dem Abreiben des Pelzes. Dieser Flaum enthält Bitterstoffe, die du lieber nicht für den Winter konservieren möchtest. Anschließend müssen sie gekocht, gedörrt oder gebacken werden – so wird’s dann richtig lecker!

Und nicht nur lecker kann die Quitte, sie bringt auch ordentlich Vitamin C und A, Zink, Eisen, Kalium und Folsäure mit. So wird das Quitten Verarbeiten zur echten Wintervorsorge, denn die Leckereien halten gesund und wirken der Wintermüdigkeit entgegen.

Psssst: Du kannst übrigens ganz viele mega leckere und gesunde Wintervorräte ganz einfach selber machen. Der absolute Superfood-Hack für Selbermacher? Fermentieren – und Kimchi, Sauerkraut und Einlegebohnen ganz einfach selbst in die Hand nehmen. Wie du an die ganze Sache herangehst, zeige ich dir Schritt für Schritt in meiner Fermentieren-Checkliste. Einfach deine Email-Adresse eintragen und schon flattert sie in dein Postfach!

Du hast noch keinen Quittenbaum?

Dann pflanz dir doch so ein Goldbäumchen in den Garten! Das robuste Bäumchen sollte in keinem Selbstversorger Garten fehlen! Hier findest du eine Anleitung zum Pflanzen von Obstbäumen, die du auch für Quittenbäume nutzen kannst.

Bevor es ans Pflanzen geht, musst du aber entscheiden, ob du eine Apfel- oder Birnenquitte haben möchtest. Die Früchte ähneln dann jeweils Birne oder Apfel in ihrer Form. Die Birnenquitten sind die weicheren, hier kann du also bereits mit der Sortenwahl Muskelkraft sparen. ;)

Bis dein Baum Früchte trägt, kannst du im Herbst mal in der Nachbarschaft herumschauen.  Die Chancen stehen nicht schlecht, dass du welche geschenkt kriegst. Die Bäume in den Gärten tragen oft so üppig, dass die meisten mit dem Quitten Verarbeiten gar nicht hinterherkommen. Dabei können Quitten sooo vielseitig eingesetzt werden! Ob herzhaft oder süß – sie bringen immer eine ganz besondere Note auf deinen Teller.

Lass und die letzten Stolpersteine beim Quitten verarbeiten jetzt aus dem Weg räumen. Dann steht deinem Goldschatz in der Vorratskammer nichts mehr im Wege!

Vor dem Quitten verarbeiten: Richtig ernten

Im Oktober ist es so weit und du kannst die Quitten ernten. Wichtig ist, dass du deine Goldernte vor dem ersten Frost in Sicherheit bringst. Sonst hast du schnell einen matschigen, eher braunen Schatz…

Zum Quitten Verarbeiten ist es wichtig, dass die Früchte wirklich reif sind. Das erkennst du an der herrlich goldenen Farbe, dem betörenden Duft und daran, dass du den Flaum leicht abstreifen kannst. Wenn du Marmelade und Gelee machen möchtest, solltest du sie genau dann ernten, wenn sie reif sind. Zu diesem Zeitpunkt ist der Pektingehalt nämlich am höchsten.

Vor dem Quitten verarbeiten müssen die Früchte gesammelt werden: Korb mit Quitten.

So lagerst du einen Goldschatz

Du hast nicht gleich nach dem Ernten Zeit zum Quitten verarbeiten? Kein Problem, dein Goldschatz ist lagerfähig! In diesem Fall erntest du an einem trockenen Tag, lässt den Pelz dran und bringst den Schatz an einen kühlen, dunklen, trockenen Ort. So hält die Ernte etwa vier Wochen durch, in denen du deine Quitten verarbeiten kannst. Dabei werden sie sogar noch aromatischer, yams!

Aufgepasst! Goldschätze sind manchmal ein bisschen eigen: Die Quitte verträgt die Anwesenheit von normalsterblichen Genossen, wie Äpfeln oder Kartoffeln nicht besonders gut. Ihre Hoheit lagert lieber allein, sonst verändert sie schonmal den Geschmack der anderen durch ihren intensiven Duft!

Quitten Verarbeiten, Tipps für den Härtefall

Erster Tipp: Beim Quitten Verarbeiten kannst du die Quitten auch mit der Brotschneidemaschine schneiden. So bekommst du sie in handliche Scheiben, die du dann kinderleicht würfeln und entkernen kannst.

Wenn du allerdings ein feines Mus herstellen willst, solltest du darauf lieber verzichten. Da gibt es nämlich noch eine extra Variante. Vielleicht hast du selbst schon festgestellt: Um das Kerngehäuse ringsherum sitzen harte kleine Steinchen, die du bestimmt nicht in deinem Mus haben möchtest. Gerade diese Schicht ist so richtig steinhart. Also kommen wir zu Tipp Nummer zwei beim Quitten Verarbeiten:

Viertel die Quitten so, dass du möglichst durch Blüte und Stielansatz schneidest. Jetzt kannst du ziemlich einfach Blüte und Stiel bei jedem Viertel entfernen. Diese Viertel-Stücken gibst du mitsamt Kerngehäuse in den Topf und kochst sie weich, das dauert etwa 30 Minuten.

Dann kannst du den steinigen Teil mit einer Gabel heraushebeln und hast „Quitten-Filet“ und weder Finger noch Nerven verloren. Klar, es dauert, die „Steingehäuse“ zu entfernen, aber mir ist diese meditative Arbeit viel lieber als das martialische Geächze mit dem Messer. :)

Mit diesen beiden Tipps bist du gerüstet für das eigentliche Quitten Verarbeiten. Was soll es sein? Quittengelee wie bei Oma? Quittenbrot zum Naschen? Oder vielleicht mal etwas verrücktes, wie Essig oder Chutney?

Rezepte zum Quitten verarbeiten

Als Selbstversorgerin ist es mir immer wichtig, möglichst die ganze Frucht zu verarbeiten. Dafür ist diese Kombi richtig klasse: Erst Quittengelee und aus den Resten dann Quittenbrot zaubern!

Du bist Einkochneuling? Dann schau doch noch kurz bei der Schritt für Schritt Anleitung zum Einkochen vorbei. Gerade die Basics rund um die Vorbereitung sind dabei super wichtig.

Selbstgemachtes Quittengelee

Quittengelee

Das brauchst du:

  • 2 kg Quitten
  • 40 ml Zitronensaft
  • Ca 1 ½ Liter Wasser
  • 500 g Gelierzucker 1:2
  • 1 Vanilleschote

Und so geht´s:

  1. Wie immer ist der erste Schritt beim Quitten Verarbeiten, den Pelz abzureiben und sie evtl. kurz abzuwaschen. Der Zitronensaft sollte startklar sein, denn er hat gleich einen Eileinsatz!
  2. Die Quitten verarbeiten, wie oben im Tipp beschrieben: in Viertel schneiden, Blüte und Stielansatz herausschneiden und mit Kerngehäuse in den Topf legen. Gib den Zitronensaft direkt dazu und gieße ihn mit Wasser auf, sodass die Quitten abgedeckt sind, damit sie nicht braun werden. Bei mir sind das 1 ½ Liter.
  3. Jetzt können deine Quitten gemütlich 30 Minuten vor sich hin köcheln, bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Wirf sicherheitshalber nach spätestens 20 Minuten mal einen Blick in den Topf.
  4. Um den Saft zu gewinnen, seihst du ihn vorsichtig durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb ab. Nicht drücken, einfach den Saft ablaufen lassen, sonst wird das Gelee trüb. Außerdem kannst du sonst später das Kerngehäuse nicht mehr aus den Vierteln entfernen.
  5. Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden, das Mark herauskratzen und zum Saft geben.
  6. Jetzt hast du den Saft, den du zu Gelee einkochen kannst! Wiege ab wieviel Saft es genau ist. Mit genauso viel Gelierzucker kochst du es im Topf auf und lässt dein Gelee etwa 4 Minütchen aufkochen. Rühren nicht vergessen!!!
  7. Mach am besten eine Gelierprobe und habe Hinterkopf, dass es im Glas auch nochmal fester wird. Wenn du zufrieden bist, füllst du das Gelee sofort so heiß wie möglich in deine sterilen Gläser ab. Fest verschließen und fertig ist das Quittengelee.

Alles was du jetzt im Sieb oder im Tuch hast, musst du auf keinen Fall wegwerfen, wir wollen ja die gesamten Quitten verarbeiten. Du kannst daraus nämlich super leckeres Quittenbrot machen, yams!

Quittenbtor selber machen

Quittenbrot

Das brauchst du:

  • Vorgekochte Quitten
  • Zucker entsprechend der Quittenmenge
  • Kokosflocken, gehackte Nüsse oder Zucker

Und so geht´s:

  1. Jetzt erlebst du, warum Quitten Verarbeiten Meditation ist! Das Kerngehäuse muss raus, und zwar mit dem steinigen Teil drumherum. Das geht nach dem Kochen mit einem Messer ganz einfach.
  2. Die entkernten Quittenviertel pürierst du einfach zu einem feinen Mus. Dieses Mus wiegst du ab und gibst die gleiche Menge Zucker dazu. Jetzt kommt wieder der meditative Entspannungs-Teil beim Quitten verarbeiten: Koche das Mus bei mittlerer Hitze 45-60 Minten ein und dabei immerzu rüüüüüüüühren, sonst brennt es dir an!
  3. Puh, Geschafft! Jetzt nur noch ein tiefes Blech oder eine große Backform einfetten und die Masse etwa 2 cm dick darauf streichen.
  4. Quitten Verarbeiten muss auch mal einfach sein, deswegen trocknet das Quittenbrot jetzt von ganz allein 3-4 Tage an einem warmen Plätzchen vor sich hin.
  5. Das fertige Quittenbrot schneidest du in Würfel und wälzt sie in Kokosflocken, Zucker oder gehackten Nüssen. So kleben sie nicht so leicht zusammen, aber ich lege trotzdem immer Backpapier zwischen die einzelnen Etagen. In einer luftdichten Dose ist es so super lange haltbar.

Schon gewusst? Dem Quittenbrot ganz ähnlich ist Fruchtleder. Die Süßigkeit kannst du aus Beeren, Pflaumen, Trauben und vielem anderen Obst ganz einfach selber herstellen. Yams!

Quitten verarbeiten, z.B. zu Chutney

Quittenchutney

Quitten Verarbeiten geht aber auch herzhaft! Probier doch mal mein Quitten Chutney, das bringt ordentlich Pepp auf den Teller.

Das brauchst du:

  • 1 kg Quitten
  • 200 g Rohrzucker
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stückchen Ingwer
  • 1 Messerspitze Sternanis
  • 1 Messerspitze Muskat
  • ½ TL Zimt
  • 180 ml heller Essig
  • Öl, Salz und Pfeffer

Und so geht´s:

  1. Quitten verarbeiten beginnt immer gleich: Zuerst den Flaum abreiben und kurz abwaschen. Die Quitten müssen in kleine Würfel geschnitten werden. Wenn du eine Brotschneidemaschine in der Nähe hast, dann ist das ihr Auftritt. Schneide dickere Quitten Scheiben, entferne das Kerngehäuse und würfle die Scheiben.
  2. Die Quittenwürfel vermengst du jetzt mit dem Zucker und etwas Salz und lässt das so etwas ziehen.
  3. Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch fein hacken. Zuerst die Zwiebeln in Öl in einer großen Pfanne braten, bis sie Farbe bekommen. Jetzt den Knoblauch dazu geben und auch noch kurz anrösten. Vorsicht: Knoblauch wird schnell (nach ungefähr 2 Minuten) bitter beim Anbraten.
  4. Zuletzt kommt nun alles in die Pfanne. Wenn deine Pfanne da überfordert ist, kannst du auch auf einen großen Topf umsteigen.
  5. Die Quitten mit dem Sud, allen Gewürzen und dem Essig in Topf oder Pfanne geben und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Dabei immer wieder rühren, damit es nicht unten ansetzt.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und wenn du glücklich damit bist, in sterile Gläschen abfüllen. Das kochend heiße Chutney so schnell wie möglich verschließen.

Jetzt bist du gut versorgt mit allen Tipps und Tricks zum Quitten verarbeiten. Einem leckeren Winter, steht also nichts mehr im Wege, yay! Vergiss nicht, dir deine Checkliste fürs Fermentieren zu holen, um dein Winterglück perfekt zu machen.

Wenn du jetzt so richtig im Vorratskammer-Fieber bist, dann komm doch in meinen Kurs „Obst und Gemüse haltbar machen“! Dort lernst du, wie du deine Ernte sicher und einfach haltbar machst und das ganze Jahr über genießen kannst. Ich würde mich freuen, wenn du mit dabei bist! :)

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So, jetzt aber ran ans Quitten Verarbeiten, mach dir deinen eigenen Vorratskammer-Goldschatz. Und wenn du das nächste Mal einen Eimer Quitten zum Verschenken herumstehen siehst, dann teile doch die Tipps für den Härtefall und mach damit die Welt ein bisschen goldener!

Noch mehr Vorratsglück gefällig? Dann schau doch mal hier vorbei:

7 clevere Tricks für eine gut sortierte Vorratskammer

Einkochen für Anfänger: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Leckeren Apfelsaft selber machen – auch ohne Entsafter!

Quitten verarbeiten – bist du schon dabei? Verrate in den Kommentaren gern dein Lieblingsrezept!

Gartenarbeit im Herbst: Daran solltest du denken!

Es gibt Gartenarbeit im Herbst, die du erledigen solltest, bevor die ersten Stürme über das Land fegen und die ersten frostigen Nächte Einzug halten. Jetzt ist die beste Zeit dafür, neue grüne Freunde in deinen Garten einziehen zu lassen, alles winterfest zu machen und deine mehrjährigen Pflanzen auf die nächste Saison vorzubereiten. Sieht aus, als würde es ein heißer Herbst? Da kannst du drauf wetten! :)

Los geht´s, ich zeige dir 9 Gartenaufgaben, die jetzt im Herbst anstehen:

Inhaltsverzeichnis
#1 Frostbeulen retten! Frostempfindliche Gemüse ernten
#2 Bei Puste bleiben! Der letzte Einkochmarathon
#3 Keine tränenreiche Angelegenheit! Zwiebeln stecken
#4 Simsalabim! Laubhaufen in Mulch verwandeln
#5 Freie Logis! Laubhaufen für die Igel-Überwinterung
#6 Frühbeetkasten aufbauen und Wintervlies ausbreiten!
#7 Aus der Reserve locken! Chicorée ernten und treiben
#8 Neue Freunde: Beerensträucher und Obstbäume pflanzen
#9 Ein Haufen toller Sachen! Kompost bearbeiten

#1 Frostbeulen retten! Frostempfindliche Gemüse ernten

Auch wenn du am liebsten deine Augen hartnäckig davor verschließen möchtest: Der Sommer ist vorbei und es wird schrittweise immer kälter. Und weil Gemüselieblinge wie Tomaten, Süßkartoffeln, Paprika und Auberginen Wollpullover strikt ablehnen, Kälte aber ungeheuer übelnehmen, besteht deine erste Gartenarbeit im Herbst darin, sie vor dem ersten Frost zu ernten oder mitsamt der Pflanze ins Haus zu holen. Am besten verfolgst du genau den Wetterbericht, damit du weißt, wann es gefährlich wird für deine grünen Sonnenanbeter. 

Ob du deine Früchte einfach erntest oder mit der ganzen Pflanze zusammen ins Haus holst, hängt davon ab, ob die Früchte nachreifen.

Tomaten nachreifen lassen als Gartenarbeit

Deine grünen Tomaten erntest du zum Beispiel einfach ab: Tomaten nachreifen lassen geht ganz entspannt im Haus. Wenn du nicht möchtest, dass alle auf einmal rot werden, lagerst du ein paar in der warmen Küche und den Rest an einem kühleren Ort. So reifen immer nur so viele nach, wie du verputzen kannst!

Auch Auberginen reifen nach. Sie sollten auf jeden Fall eine dunkelviolette Farbe haben, wenn du sie isst. Unreife Auberginen enthalten nämlich sehr viel Solanin und das ist giftig für den Menschen.

Süßkartoffeln schmecken auch schon, wenn sie noch nicht ganz ausgereift sind bei der Ernte. Du kannst sie dann nur nicht so lange lagern, sondern solltest sie möglichst bald aufessen. Aber es gibt wirklich Schlimmeres, oder? ;)

Paprika und Chili sind da schon etwas schwieriger: Wenn du sie grün erntest, reifen sie nicht nach. Deshalb wartest du bei dieser Gartenarbeit die warmen Mittagsstunden im Herbst ab, wenn die Temperatur draußen und drinnen ungefähr gleich ist und holst die ganze Pflanze ins Haus. Sollten deine Paprika oder Chili im Beet und nicht im Kübel zuhause gewesen sein, kannst du sie auch vorsichtig mit möglichst vielen Wurzeln ausgraben und in einen Topf setzen. Dann rettest du sie in dein kuscheliges Zuhause und stellst sie an einen möglichst hellen und sonnigen Ort. So reifen die empfindlichen Früchtchen in Ruhe ab, während es draußen schon so richtig ungemütlich ist.

Im Winter, wenn du und deine Beete bis auf die Wintergemüse ein wenig Gärtnerpause machen, kannst du dir in Ruhe überlegen, was nächstes Jahr auf deinen Beeten wachsen soll. Als kleine Planungshilfe kannst du dir dazu gern den Gemüsegarten-Beispielplan herunterladen! Da habe ich schon alles zu Anbaupausen, Mischkultur und Fruchtfolge berücksichtigt.

#2 Bei Puste bleiben! Der letzte Einkochmarathon

Bei der nächsten Gartenarbeit im Herbst geht es in die letzte Runde für dieses Jahr: Jetzt heißt es, noch einmal alle Kräfte mobilisieren und den Rest deines Erntesegens in Gläser packen! So hast du auch im tiefen Winter jederzeit die Möglichkeit, ein wenig Sommerfeeling zu tanken.

Gemüse wie Tomaten, Kohl, Sellerie und Rote Bete schmecken nicht nur super lecker, wenn du sie fermentierst sie sind auch richtig gesund! Oder du kochst sie im Druckkessel sicher ein und hast dann dein eigenes köstliches „Fastfood“ immer griffbereit.

Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch kannst du auch prima naturbelassen lagern, wenn sie gut abgetrocknet sind.

Wenn du lieber Videos schaust als Texte zu lesen, ist hier übrigens die YouTube-Variante dieses Artikels:

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#3 Keine tränenreiche Angelegenheit! Zwiebeln stecken

Mit dieser Gartenarbeit im Herbst legst du den Grundstein für eine dicke Ernte von Zwiebeln und Knoblauch im nächsten Jahr! Knollen, die den Winter über im Beet standen, sind größer und früher erntebereit als ihre Geschwister, die erst im Frühjahr in die Erde kommen.

Auch für Blumenzwiebeln ist jetzt die richtige Pflanzzeit. Wenn du Krokus, Narzisse, Tulpe und Co in den Boden bringst, blüht dir nächstes Jahr im Frühling aber mal so richtig was! ;)

#4 Simsalabim! Laubhaufen in Mulch verwandeln

Deine Bäume und Büsche werfen ihre Blätter in Massen ab? Super, dann kannst du in Kindheitserinnerungen schwelgen und mit den Füßen wunderbar im Laub rascheln! :)

Wenn du genug geraschelt hast, rechst du die Blätter zu einem Laubhaufen zusammen und transportierst sie zu deinen Beeten. 

Auf den Beeten verteilst du das Laub als wunderbar schützende und nährende Mulchschicht. So bist du die Blätter gut los und deine Beete tragen eine dicke Kuscheldecke. Der Boden friert nicht aus und im Frühjahr kannst du die Reste dann als Dünger leicht in den Boden einarbeiten.

Psst: Leider eignet sich nicht jedes Laub als Mulchschicht! Gerbsäurehaltige Blätter von Haselnuss, Kastanie und Eiche dürfen nicht mit ins Beet, weil sie den Boden sauer machen würden. Diese Blätter hebst du dir lieber auf für die nächste Gartenarbeit im Herbst!

#5 Freie Logis! Laubhaufen für die Igel-Überwinterung

Für Igel sind Laubhaufen eine tolle natürliche Unterkunft! Blätter, die du nicht für deine Beete brauchen kannst, rechst du deshalb am besten an einer ruhigen Stelle in deinem Garten zu einem großen Laubhaufen zusammen.

Wetten, dass über kurz oder lang ein Igel zum Überwintern auftaucht? Diese kleinen Flohtaxis sind super nützliche Helfer bei der Bekämpfung von Gemüse-Schädlingen. Darum ist es gut, wenn du welche im Garten hast – ganz abgesehen davon, dass es wirklich sehr sehr nette Zeitgenossen sind. :)

Generell ist Laub ein Tausendsassa – du kannst es nämlich auch noch für viele andere Gartenarbeiten im Herbst nutzen.

#6 Frühbeetkasten aufbauen und Wintervlies ausbreiten!

Ein Frühbeetkasten ist eine feine Sache: Er schützt deine Wintergemüse vor Frost, Wind und Niederschlägen. Während es draußen stürmt und schneit, stehen deine Wintergemüse gemütlich unter ihrem Deckel und können ganz in Ruhe weiterwachsen.

Wusstest du, dass ein Frühbeetkasten einen Temperaturunterschied von fünf Grad und mehr ausmacht? Darum ist es eine wichtige Gartenaufgabe im Herbst, den Frühbeetkasten herauszuholen und auf dein Beet zu setzen. Deine Gemüse werden es dir danken! :)

Im zeitigen Frühjahr ab März kannst du dann schon Spinat, Mangold und Frühlingszwiebeln unter der schützenden Haube anbauen.

Gemüse, die bereits im Beet stehen und noch keine Lust auf Frost haben, kuschelst du in ein Wintervlies ein. So überstehen sie vergnügt und munter kältere Phasen. Das hat auch den Vorteil, dass du sie erst dann vom Beet holen kannst, wenn das Wasser in deinem Kochtopf schon blubbert! ;)

Salate, Spinat, Feldsalat, Rucola, Rote Bete, Sellerie, Lauch und junge Kohlpflanzen freuen sich sehr über ein schützendes Vlies.

Gartenvlies zum Frostschutz

#7 Aus der Reserve locken! Chicorée ernten und treiben

Chicorée ist die Gartensaison über ein unkompliziertes Gemüse: Er wächst einfach so vor sich hin und stellt keine großen Ansprüche.

Erst jetzt im Herbst steht die nächste wichtige Arbeit im Garten an: du ziehst ihn nun vorsichtig aus der Erde heraus und schneidest die Blätter ungefähr vier Zentimeter über dem Ansatz ab. Die Wurzeln pflanzt du dann so in einen Topf, dass der Blattansatz noch herausschaut und stülpst einen Eimer darüber.

Dann stellst du ihn bei 12° bis 14° Grad in den Keller. Chicorée braucht es stockdunkel und mäßig feucht, um schöne bleiche Köpfe auszutreiben.

Nur Chicorée ist langweilig? Du kannst auch Kopfsalat in der kalten Jahreszeit anbauen! Da wartet also gleich noch eine Gartenarbeit im Herbst auf dich. ;)

#8 Neue Freunde: Beerensträucher und Obstbäume pflanzen

Der Herbst ist der perfekte Zeitpunkt für diese Gartenarbeit: Hole dir Beerensträucher und Obstbäume in den Garten! Da die Pflanzen dann nämlich keine Energie in Blätter und Früchte stecken müssen, können sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, viele schöne Wurzeln zu bilden und sich tief im Boden zu verankern. Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dir neue Freunde zu suchen, solltest du diese Jahreszeit dafür unbedingt nutzen.

Fruchtmumien, die an deinen Beerensträuchern oder Obstbäumen hängen, entfernst du spätestens jetzt im Herbst sorgfältig. Die Monilia-Fruchtfäule – ein Pilz – hat diese Früchte befallen und ist der Grund dafür, dass sie verschrumpelt und ausgetrocknet sind.

Wenn sie hängen bleiben dürfen, verschaffst du dem Pilz eine prima Überwinterungsmöglichkeit! Im nächsten Jahr kann er dann nämlich gleich ungebremst loslegen und sich auf deine neuen Früchte stürzen. Deshalb entsorgst du Fruchtmumien auch in der Biotonne und nicht auf dem Kompost.

Gartenarbeit im Herbst
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#9 Ein Haufen toller Sachen! Kompost bearbeiten

Kompost ist das Gold des Gärtners! Diese fruchtbare Erde lässt deine grünen Lieblinge wachsen und gedeihen und bietet auch für Bodentierchen und Mikroorganismen eine perfekte Lebensgrundlage. Im Herbst steht die Gartenarbeit an, dem Kompost ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken und ihn anzulegen oder zu pflegen.

So sorgst du dafür, dass alles, was im Lauf des Jahres an Grünzeug so angefallen ist, bald wieder zu fruchtbarer Erde wird. Wenn dein Kompost keinen Deckel hat, deckst du ihn ab, damit er nicht zu viel Regen abkriegt und fault.

Wenn im Herbst alle Gartenarbeit getan ist, kannst du dem Winter gelassen ins Auge blicken: Dein Garten ist jetzt optimal vorbereitet und bestens für den Neustart im Frühjahr gerüstet.

Also ab ins warme Wohnzimmer mit dir, um bei einer Tasse heißen Tee über den Pflanzplänen fürs nächste Jahr zu brüten! :) Mein Gemüsegarten-Beispielplan ist dir dabei bestimmt eine super Hilfe!

Wenn du nach weiteren Anregungen für deine Gemüsebeete suchst, schau gerne auch hier vorbei:

Die Milpa und ihre Geheimnisse: Mischkultur von Mais, Kürbis und Bohnen!

So erntest du rund ums Jahr eigenes Gemüse!

Einmal pflanzen, für immer ernten: DAS Survival-Gemüse!

Welche Gartenarbeit liegt dir im Herbst besonders am Herzen? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Röschen an der Pflanze

Rosenkohl pflanzen: Der komplette Guide vom Anbau bis zur Ernte!

In deinen Gemüsebeeten dürfen Rosenkohl Pflanzen nicht fehlen? Das sehe ich ganz genau so! Schließlich sind die grünen Röschen eines der zartesten und himmlischsten Kohlgemüse schlechthin – also nichts wie los, ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Rosenkohl pflanzen: Das richtige Timing
Neben wem soll ich Rosenkohl pflanzen?
Der perfekte Standort für deine Rosenkohl Pflanzen
Macht sich gerne breit: So viel Platz braucht Rosenkohl
Krankheiten und Schädlinge von Rosenkohl
Rosenkohl Pflanzen richtig pflegen
1. Mulch macht müde Pflanzen munter
2. Rosenkohl Pflanzen optimal düngen
3. Rosenkohl ernten: Wenn die Zeit reif ist

Rosenkohl pflanzen: Das richtige Timing

Gerade in der kalten Jahreszeit können wir das ein oder andere kulinarische Highlight aus dem eigenen Garten gut gebrauchen, oder?

Bei Rosenkohl sollte das aber von langer Hand geplant sein. Wer im Winter die grüne Köstlichkeit schlemmen will, muss im Frühjahr schon seinen Rosenkohl pflanzen. Unser liebstes Wintergemüse ist nämlich ein Spätzünder und lässt sich viiiiiel Zeit, um zu wachsen: Die Pflanze steht fast ein halbes Jahr in deinen Beeten, bis es mit der Ernte losgehen kann!

Wenn du aber jetzt vorausplanst und ein paar Dinge beachtest, steht einer reichen Rosenkohl Ernte in ein paar Monaten nichts mehr im Weg! Je nach Sorte kannst du den zarten Kohl von Oktober bis in den Februar hinein ernten. Na, wenn das keine Motivation ist, loszulegen?!

Die Basics zum Gemüseanbau habe ich ganz übersichtlich für dich zusammengefasst. Schau gerne mal rein! :) 

Mit der Anzucht von Rosenkohl im Haus solltest du schon im April oder Mai beginnen. Bei der Aussaat drückst du die Samen einen Zentimeter tief in die Erde. Danach solltest du die Töpfchen immer leicht feucht halten, damit die Rosenkohl Pflanzen zum Leben erwachen.

Zum Keimen solltest du deinen Rosenkohl Pflanzen einen Ort gönnen, an dem es um die 20 Grad warm ist. Haben sich die Keimblätter einmal aus der Erde geschoben, dürfen deine Zöglinge aber an einen kühleren, hellen Ort umziehen.

Nach ungefähr 5-6 Wochen, wenn die Pflänzchen aus den Kinderschuhen heraus sind, kannst du sie in die Beete entlassen. Vergiss nicht, sie vor dem Auspflanzen abzuhärten.

Toi toi toi, ihr Kleinen!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Jungpflanze

Neben wem soll ich Rosenkohl pflanzen?

Schon gewusst? Verschiedene Gemüse können sich in ihrem Wachstum gegenseitig beeinflussen. Manche Pflanzen harmonieren dabei ganz wunderbar, andere streiten sich um Wasser, Platz und Sonnenlicht. Wer schlau plant, erntet viel: Wenn du deine Pflanzen so kombinierst, dass sie sich in ihrem Platz- und Nährstoffbedarf optimal ergänzen, kannst du aus deinen Beeten richtig viel herausholen.

Auch Rosenkohl Pflanzen fühlen sich in ihrer Wahlfamilie am wohlsten. Die hochwachsende Pflanze verträgt sich prima mit den Gemüsearten, die eher niedrig bleiben – wie zum Beispiel Knollensellerie.

Außer mit Sellerie teilt sich das Festtagsgemüse sein Beet auch gern mit Spinat, Mangold oder Roter Bete. Auch mit Karotten verträgt sich Rosenkohl prima.

Du bist noch am Knobeln, wie du dein Gemüse verkuppeln willst? Dann lade dir doch fix meine Mischkulturtabelle herunter – da siehst du auf einen Blick, in welche Kategorie deine geplanten Beetpartnerschaften fallen: hot or not? ;)

Der perfekte Standort für Rosenkohl Pflanzen

Neben dem Traumpartner spielt aber natürlich auch das passende Zuhause für das Wohlbefinden deiner Rosenkohl Pflanzen eine entscheidende Rolle. Sie mögen einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Gerade Kompostbeete eignen sich perfekt, um die robusten Kohlgewächse für deine Winterernte anzubauen.

Um deine Zöglinge vor eisigem Wind und ungemütlichem Wetter zu bewahren, wählst du am besten einen geschützten Standort, an dem die Rosenkohl Pflanzen auch im dunklen Winter noch genügend Sonne abbekommen.

Kleiner Tipp: Wenn deine Beete mit ihrer langen Seite nach Süden zeigen, können deine Pflanzen die wertvollen Winter-Sonnenstrahlen maximal ausnutzen! ;)

Macht sich gerne breit: So viel Platz braucht Rosenkohl

Für deine Rosenkohl Pflanzen brauchst du eines auf jeden Fall: Ausreichend Platz in deinen Beeten! Denn wenn du bedenkst, dass zwischen deinen Pflanzen je 60 cm Abstand herrschen sollte, kannst du dir schnell ausrechnen, dass du für ein paar Pflanzen gleich ein ganzes Gemüsebeet reservieren musst.

Bei Rosenkohl ist es besonders wichtig, die Anbaupausen einzuhalten. Das gilt übrigens für alle Kohlgewächse, also auch für Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rotkohl und all die anderen Mitglieder der Kreuzblütler-Familie.

Nachdem eines dieser Gemüse im Beet war, solltest du dort in den nächsten fünf Jahren kein weiteres Kohlgewächs, also auch keinen Rosenkohl pflanzen. Diese Pflanzenfamilie ist nämlich besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Mit einer ausgeklügelten Fruchtfolge kannst du Ernteausfällen vorbeugen.

Rosenkohl pflanzen: Kohlweißling

Krankheiten und Schädlinge von Rosenkohl

Die Kreuzblütler sind eine geplagte Familie! Außer uns Menschen haben sie nämlich auch etliche Krabbeltiere zum Fressen gern. Die Kohlweißling-Raupen zum Beispiel futtern für ihr Leben gern Kohl. Und auch Erdflöhe laben sich an den Blättern von Rosenkohl – vor allem wenn die noch jung und zart sind.

Der langsame Rosenkohl schafft es einfach nicht, den Schädlingen davonzuwachsen – und lässt sich deshalb schnell von seinen Fraßfeinden überwältigen.

Deshalb tust du ihm (und dir!) einen riesigen Gefallen, wenn du deine Rosenkohl Pflanzen von Anfang an unter einem Kulturschutznetz anbaust. Dort kommen hungrige Tierchen gar nicht erst an die einladenden Blätter heran und müssen sich ihr Abendessen anderswo suchen.

Die Maschenweite von deinem Kulturschutznetz darf aber nicht größer sein als 0.8 x 0.8 mm, um auch die winzigen Erdflöhe erfolgreich auszusperren.

Achte darauf, dass das Netz ringsum gut abschließt – die gewieften Tierchen finden nämlich jede noch so kleine Lücke, wenn ihr Appetit groß genug ist!

An Krankheiten sorgt besonders die Kohlhernie für Angst und Schrecken im Gemüsebeet. Hat sie sich erst einmal bei dir im Garten breit gemacht, hilft wirklich nur ein mehrjähriger Anbaustopp aller Kohlgewächse, um sie wieder loszuwerden. Die Erreger überleben nämlich leider lange im Boden.

Die gute Nachricht? Mit einer vorausschauenden Fruchtfolge, in der du auf jedem Beet nur alle sechs Jahre Kohlgewächse anbaust, hältst du das Risiko wirklich gering. Deshalb – auch wenn Regeln nervig sind: Anbaupausen beim Rosenkohl pflanzen unbedingt beachten und konsequent einhalten! ;)

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Rosenkohl Pflanzen richtig pflegen

Rosenkohl hat eine lange Kulturdauer, bis du ihn endlich ernten kannst. Deshalb solltest du dich gut um den Gast in deinem Beet kümmern. Es wäre doch super ärgerlich, wenn dir deine Rosenkohl Pflanzen nach ein paar Monaten sterben – und damit auch die Hoffnung auf selbst geernteten Rosenkohl zum Weihnachtsfest! 

Mit ein paar einfachen Tricks und Kniffen sorgst du dafür, dass es deinen Rosenkohl Pflanzen rundum gut geht und sie dich mit einer reichen Ernte belohnen.

1. Mulch macht müde Pflanzen munter

Mulch ist genial – mit einer dicken Mulchschicht schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe!

Mulch hilft dir nämlich dabei, den Wasserhaushalt in deinen Beeten zu regulieren: Er federt Regentropfen ab, die auf das Beet prasseln. Das Wasser sickert langsam in die Mulchschicht ein, ohne die Erde auszuwaschen und die Rosenkohl Pflanzen können sich nach Lust und Laune daran bedienen.

Kommt die Sonne nach dem Schauer wieder heraus, bleibt das Wasser im Boden. Die Mulchschicht verhindert, dass das Regenwasser schnell verdunstet.

Die isolierende Schicht reguliert auch die Bodentemperatur: Im Winter schützt sie die Wurzeln deiner Rosenkohl Pflanzen vor Bodenfrost – ein dicker Pluspunkt!

Rosenkohl pflanzen: Rosenkohl Pflanze mit Schnee

Auch Beikräuter haben kaum eine Chance, durch eine dicke Mulchschicht zu kommen. Das Jäten kannst du dir also größtenteils sparen! Wie wäre es stattdessen mit Eistee, Buch und Hängematte? ;)

Je nachdem, womit du mulchst, versorgst du deinen Boden – und damit deine Rosenkohl Pflanzen – auch mit zusätzlichen Nährstoffen. Denn die Bodentierchen bauen das Mulchmaterial langsam ab und wandeln es in Humus um.

2. Rosenkohl Pflanzen optimal düngen

Es ist wichtig darauf zu achten, dass deine Schützlinge mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind und kein Ungleichgewicht entsteht. Womit wir schon beim nächsten Thema wären: Düngen!

Rosenkohl gehört appetittechnisch zu den Starkzehrern, hat also mächtig Kohldampf (hihi) und braucht ordentlich viel Futter. Am besten bedenkst du das schon beim Ausknobeln deiner Fruchtfolge, indem du stickstofffixierende Pflanzen als Vorkultur einplanst. Bei Rosenkohl könnte das zum Beispiel eine überwinternde Gründüngung wie Winterwicke sein.

Einen richtigen Kickstart bekommen deine hungrigen Freunde, wenn du ihnen beim Auspflanzen eine kleine Handvoll Hornspäne mit ins Pflanzloch gibst. Hornspäne geben nach und nach Nährstoffe ab und versorgen deinen Rosenkohl so über einen langen Zeitraum mit Futter.

Behalte deine Pflanzen gut im Auge! Verfärbungen – besonders gelbe Blätter – sind ein Hinweis auf einen Nährstoffmangel. Entdeckst du welche, dann kriegst du deine Rosenkohl Pflanzen mit Brennesseljauche schnell wieder auf die Beine.

Aber aufgepasst: Besonders ab dem Spätsommer solltest du lieber sparsam beim Düngen sein. Überdüngte Pflanzen können der Kälte im Winter nämlich nicht mehr so leicht trotzen und gehen bei Minusgraden schneller ein. Und gerade der Rosenkohl sollte auch noch im Tiefschnee wie eine Eins aus dem Beet hervorschauen! ;)

Kleiner Tipp: Wenn du mehrere Starkzehrer zusammen in ein Beet pflanzt, wirst du beim Düngen allen gleichermaßen gerecht. Einen Überblick über die besten Kombis gibt’s in meiner Mischkulturtabelle. Lad sie dir doch fix herunter!

Rosenkohl pflanzen: Winterernte

3. Rosenkohl ernten: Wenn die Zeit reif ist

Das Beste kommt zum Schluss! Deine Rosenkohl Pflanzen belohnen dich im Winter endlich für all deine Ausdauer, Pflege und Geduld.

Rosenkohl kannst du über einen langen Zeitraum hinweg beernten. Du wirst sehen, dass die Pflanze im Herbst anfängt, entlang des Stiels kleine Röschen zu bilden. Sobald die groß genug sind, kannst du sie ernten. Dafür schneidest du sie einfach mit einem scharfen Messer direkt von der Rosenkohl Pflanze ab.

Fun Fact: Die kalten Nächte machen den Kohl vielleicht nicht fett – aber dafür umso süßer! In der kalten Zeit werden viele Wintergemüse tatsächlich aromatischer.

Das liegt daran, dass die Pflanzen weiterhin Photosynthese betreiben und Zucker einlagern –natürlich viel weniger als im Sommer. Der Zucker wandelt sich aber im Winter nicht mehr zu Stärke um, sondern bleibt als Zucker bestehen – und macht das Gemüse süßer. Vielleicht hast du das auch schon mal bei Wintermöhren beobachtet?

Also: Auf geht’s ans Rosenkohl pflanzen! Oder wie wäre es mit anderem Wintergemüse?

Du wirst erstaunt sein, was da alles möglich ist! In meinem Gemüsegarten-starten-Onlinekurs erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du rund ums Jahr deinen Erntekorb füllst. Ich würde mich freuen, wenn du dieses Jahr dabei bist!

Falls du jetzt bereits von einer dicken Winterernte träumst, dann lies doch gleich hier weiter:

Ernte mich im Winter – frisches Gartengemüse rund ums Jahr!

So erntest du den ganzen Winter über frischen Salat!

30 Gemüse, die du im Winter ernten kannst (und jetzt säen musst!)

Steht bei dir das Rosenkohl Pflanzen demnächst an? Schreib mir gern, ob dieser Artikel hilfreich war und welche Fragen du rund um den Rosenkohl noch hast!

Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop