Selbstversorgung
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Unser Selbstversorger-Jahr: Tops und Flops in 2019

Selbstversorger Erfahrungen

Was für ein Jahr! Ich möchte dir in diesem Artikel zeigen, was in unserem Selbstversorger-Jahr so richtig gut geklappt hat und was absolut schief gegangen ist. ;)

Also begleite mich gerne bei meinem Jahresrückblick, in dem ich dir berichte, wie 2019 so für uns gelaufen ist!

Wie du wahrscheinlich schon weißt, versuchen wir, möglichst viel von dem, was wir essen, selbst zu erzeugen. Wir haben einen großen Gemüsegarten und kaufen quasi gar kein Gemüse mehr zu.

In unserem Garten stehen viele Obstbäume und Beerensträucher für die Obst-Selbstversorgung. Ab und an kaufen wir natürlich noch Südfrüchte zu, denn auch wir haben manchmal Lust auf Bananen, aber wir versuchen eben, möglichst viel selbst zu machen.

Dazu gehört auch, dass wir unser Essen komplett selbst kochen, Fertiggerichte und sowas gibt es bei uns überhaupt nicht. Außerdem halten wir Hühner für Eier und ich habe Ziegen, die ich melke. Aus der frischen Ziegenmilch mache ich meinen Käse selber, also Frischkäse, Feta, Camembert, Eis, Butter und auch Joghurt.

Selbstversorger Erfahrungen

Getreide oder Ölfrüchte bauen wir nicht an, das wäre uns zu aufwendig. Denn wir betreiben die Selbstversorgung vor allem, weil es uns einfach Spaß und Freude macht – und irgendwo hört das Ganze dann auf. Ich habe einfach keine Lust, große Mengen Getreide zu dreschen. ;)

Es ist super, super schön, mit der ganzen Familie an der frischen Luft zu sein und im Garten herumzuwerkeln. Am liebsten baue ich alte Sorten an, die wirklich noch nach was schmecken. Außerdem ist es so gut, zu wissen, dass die Tiere, die einen ernähren, möglichst frei und glücklich sind – und wie kann man das besser gewährleisten, als wenn man sie einfach selber hält? :)

Auf diesem Wege weiß ich, dass das Essen, das auf unserem Tisch landet, einfach richtig, richtig gut ist!

Pssst! Wenn du lieber Videos schaust als zu lesen, ist hier die YouTube-Variante:

Aaaargh… Der Umzug!

Wir sind vor ziemlich genau einem Jahr hierher umgezogen und jeder, der einen großen Garten hat und Tiere zur Selbstversorgung hält, der weiß, dass es ganz schön viel Arbeit ist, alles neu aufzubauen. Den Küchengarten am Haus haben wir erst im Frühling angelegt.

Dann mussten wir ein Gewächshaus bauen, neue Weiden für die Tiere suchen, uns um Ställe kümmern und so weiter…! Das war schon ein ganzer Brocken Arbeit, und es ist gleichzeitig auch so schade, das alte Zuhause zurückzulassen, wenn man sich dort richtig etwas aufgebaut hat.

Auch in unserem neuen Zuhause wissen wir, dass wir nicht so lange bleiben werden. Wahrscheinlich höchstens noch fünf Jahre. Und, jipp, es ist schade, wenn man keinen Ort hat, wo man dann dauerhaft bleiben kann. Ich freue mich schon sooo sehr, wenn ich irgendwann mal irgendwo ankomme, wo es sich dann auch richtig lohnt Bäume zu pflanzen, feste Zäune zu bauen – und es sich richtig schön zu machen. (:

Das war also unsere erste Herausforderung: der Umzug! Aber wenn ich so zurückblicke, hat doch alles verhältnismäßig gut geklappt.

Der neue Küchengarten

Wir konnten den alten Garten zum Glück behalten, das ist jetzt unser Acker, davon habe ich euch ja schon mal erzählt. Und das ist eigentlich das Wichtigste, denn wenn du so viel Arbeit und Zeit (und Liebe!) in ein Stück Land steckst, dann ist es sehr hart, das wieder herzugeben. Nun können wir den Garten einfach weiter nutzen und davon profitieren, dass wir da einen super fruchtbaren Garten angelegt haben und noch dazu richtig viel Platz haben.

Selbstversorgung Erfahrungen

Hier im Küchengarten hat sich eigentlich alles ziemlich schnell eingegroovt. Wenn man im Garten erstmal ein gewisses Erfahrungs-Level erreicht hat, dann funktioniert das Anlegen eines Gartens und auch der Gemüseanbau gleich so viel besser! Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wir zu Beginn unserer Selbstversorgerambitionen noch viel mehr Probleme hatten, weil ich einfach noch nicht wusste, wie ich was am besten anbaue.

Aber mit der Zeit kommt die Erfahrung, und deswegen war das jetzt auch kein Problem hier im Garten. Obwohl es das erste Jahr war, in dem wir hier gegärtnert haben, konnten wir wirklich gute Erträge zu erzielen. Das war auf jeden Fall ein großer Pluspunkt!

Ich bin allerdings ein bisschen unzufrieden damit, wie ich das Gewächshaus genutzt habe. Es ist ein bisschen schade, dass da jetzt so wenig wächst. Aber nächstes Jahr wird das bestimmt schon viel besser. Es war einfach viel los und dann sind die Aussaaten und vor allem das Gießen ein bisschen hinten runtergefallen, aber das kriegen wir alles noch hin. ;)

Ein Hoch auf meine Kursteilnehmer! ♥

Die Sache, die dieses Jahr mit am schönsten war, liegt absolut an euch! Das war nämlich der “Gemüsegarten starten” Onlinekurs. Das hat mir so, so, so viel Spaß gemacht! Zum einen die Videos für euch zu drehen, sie mit euch durchzugehen und euch in Gartenfragen zu helfen. Vor allem aber zu sehen, was ihr in eurem Garten alles geschafft habt!

Ihr könnt sowas von stolz darauf sein! Es ist mein allergrößtes Ziel, mehr Menschen zu zeigen, wie sie ihr eigenes Essen anbauen, und wie sie mit der Natur arbeiten, statt gegen die Natur!

Und es ist sooo großartig, zu sehen, wie ihr diese Anleitung bei euch umgesetzt habt, dass ihr es einfach angepackt habt, dass ihr so, so viel geschafft habt! Ihr könnt gar nicht ahnen, wie glücklich mich das macht!

Ich kann es kaum abwarten, dass es nächsten Frühling weitergeht und ich neue Teilnehmer in den Kurs aufnehme. Wir haben für den Kurs auch noch ganz viele neue Videos gedreht. Also wenn du in “Gemüsegarten starten” mit dabei bist, dann schau auf jeden Fall jetzt nochmal rein, denn wir haben zwei komplett neue Module erstellt und ganz viele neue Videos, Workbooks und Anleitungen hinzugefügt.

Die Ziegen-Rassellbande

Ich habe jetzt schon seit über 13 Jahren Ziegen – und kein Jahr war bisher so schlimm wie dieses. 2019 ist ziegen-technisch leider ein absoluter Flop gewesen!

Wir hatten nämlich dieses Jahr fünf Lämmer und alle waren Flaschenlämmer. :/  Noch dazu ist meine allerliebste Milchziege Curry dieses Jahr verstorben.

Curry war super, super lieb und süß! Leider hat sie Gebärmutterkrebs bekommen, als sie trächtig war und wir wussten nicht, ob die drei Lämmer in ihrem Bauch es schaffen werden, überhaupt auf die Welt zu kommen, geschweige denn, ob Curry das Ganze überlebt.

Einige Tage vor der Geburt ist Curry nicht mehr aufgestanden. Bei der Geburt mussten wir nachhelfen und die Lämmer rausholen, und die Kleinen waren zum Glück alle wohlauf. Aber Curry ist ein paar Wochen später gestorben. Das war so dramatisch!

Currys Zicklein “Chili” :)

Dann hatte ich noch eine andere trächtige Ziege namens Anna, die ist super alt, also eine richtige kleine süße Oma. (; Sie sie sollte eigentlich gar nicht gedeckt werden, aber es ist dann leider doch passiert.

Sie hat in der Trächtigkeit immer weiter abgebaut und ich war mir überhaupt nicht sicher, wie die Geburt laufen wird. Sie hat dann zwar die Lämmer ohne Probleme auf die Welt gebracht, sie aber nicht angenommen. Das heißt, wir hatten noch zwei Lämmer, nämlich Bo und seine Schwester Elli, die auch mit der Flasche aufgezogen werden mussten, und das war hart!

Ich wünsche mir immer, dass die Tiere bei ihren Müttern bleiben können, dass sie auf natürliche Weise aufgezogen werden können, aber in dem Fall ging das nicht anders. Der kleine Bo ist total lieb, aber seiner Schwester hat man es super arg angemerkt, dass sie von Menschen aufgezogen wurde, weil die ganz schnell aggressiv wurde und gar keinen Respekt mehr vor Menschen hatte.

Zum Glück konnte ich einen Ziegen-Tauschhandel organisieren, wobei Elli in eine große Herde gekommen ist, wo sie gar nicht so viel Menschenkontakt hat. Dafür habe ich eine tolle Milchziege bekommen, das war wirklich ein guter „Deal“!

Darf ich vorstellen: Rosi! :)

Der Neuzugang heißt Rosi, die habe ich jetzt seit dem Spätsommer. Es war ganz schön schwer, Rosi einzumelken, aber seitdem läuft alles super und sie gibt uns ganz viel tolle Milch. Ich bin ganz, ganz dankbar dafür, dass sich mit Rosi alles so gut “eingegrooved” hat – gerade auch, weil ich im Frühling schon mal eine andere Milchziege gekauft habe, mit der es überhaupt nicht funktioniert hat. Die war einfach viel zu scheu – und ich will keine Ziege zum Melken zwingen, wenn sie partout nicht will.

Außerdem war die andere Ziege super Ausbruch-freudig. Unsere Weide liegt an einem Campingplatz, den die Ziegen ständig geplündert haben! Ich hatte da richtig Probleme, auch mit den Besitzern, weil die das überhaupt nicht lustig fanden, was ich absolut verstehen kann.

Ich habe schon die höchsten Zäune, auf denen immer Strom drauf ist! Aber seitdem die Ziegen herausgefunden haben, dass sie vom Campingplatz Brötchen aus den Zelten klauen können, war es um sie geschehen und die waren ständig unterwegs. ;)

Ziegen sind eben einfach unmöglich.

Deswegen konnte ich diese neue Ziege leider nicht behalten. Das war schon ein ganz schöner Flop, aber dafür haben wir jetzt Rosi – und Elli ist in guten Händen. So hat sich nochmal alles zum Guten gewendet.

Rosi ist auf jeden Fall eine würdige Nachfolgerin für Curry, die ist so lieb und so süß!

Aber alles in allem war es bei den Ziegen eben etwas durchwachsen dieses Jahr und es sind sehr viele Tränen geflossen. Ich hänge so sehr an den Ziegen, ich liebe jeder einzelne so arg und wenn der dann irgendwas passiert ist das richtig schlimm.

Ein Hoch auf meine Vorratshaltung ;)

Was dieses Jahr richtig gut geklappt hat, ist unsere Vorratskammer Situation. Wir haben super viel haltbar gemacht! Ich mache mir dafür jedes Jahr einen Plan, weil wir eben auch im Winter ganz viel aus dem eigenen Garten essen wollen, und da habe ich mittlerweile ziemlich gut raus, wie viel wir von was essen. Die Vorratsschränke sind voll, der Winter kann kommen. :)

Selbstversorgung Erfahrungen

Das Küken-Drama

Nach einigen Niederlagen beim Ausbrüten von Küken hatten wir dann doch noch Erfolg! Aus den Eiern sind zwei super süße Küken geschlüpft, die wir für nächsten Frühling ausgebrütet haben. Das ist eine ganz tolle schwedische Rasse, die grüne Eier legt, mit dem Namen “Schwedische Isbar”.

Selbstversorgung Erfahrungen

Die Süßis stehen bei uns im Kinderzimmer und werden immer viel bekuschelt und betüdelt. Das war dann letztendlich doch noch ein großer Erfolg, auch wenn wir sehr arge Probleme hatten, weil ich einen neuen Inkubator ausprobiert habe.

Der Inkubator hat zwar die richtige Temperatur angezeigt, aber viele der Küken hatten Missbildungen, die eindeutig darauf zurückzuführen sind, dass es beim Brüten zu warm war. Wir haben versucht, die beine zu schienen, aber drei von fünf Küken sind leider gestorben / musste ich leider erlösen. Das war echt sehr, sehr, sehr schade und ich bin so froh, dass die beiden jetzt so wohl auf sind!

In a nutshell :)

Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit unserem Jahr. Es war sehr, sehr schön! Wir hatten richtig viel Spaß bei fast allen Sachen, die wir gemacht haben, und auch wenn wir Rückschläge hatten, fand ich es generell betrachtet ein wirklich gutes Jahr!

Es ist halt nicht immer leicht, Selbstversorger zu sein! Gerade wenn man Tiere hält, dann passiert immer wieder „Mist“. Du musst dich mit dem Tod auseinandersetzen, mit kranken Tieren umgehen, und es passieren garantiert Dinge, die du nicht vorhersehen kannst. Das gehört wohl einfach mit dazu!

Dieses Jahr haben wir nicht so viele neue Sachen ausprobiert, weil wir mittlerweile an einem „Level der Selbstversorgung“ angekommen sind, wie wir es eigentlich gerne haben. Viel mehr wollen wir gar nicht machen.

Aber ich kann mir vorstellen, nächstes Jahr mit Kaninchen anzufangen – und iiiiirgendwann hätte ich auch gerne Schweine, aber das ist noch wirklich ein Traum. Für Schweine haben wir einfach noch nicht die Infrastruktur oder die Flächen, das kommt irgendwann in der Zukunft. (:

Ich wünsche euch ein ganz schönes Silvesterfeier-Fest und freue mich darauf, mit euch die nächste Gartensaison zu meistern!

Was waren deine schönsten Momente in diesem Jahr? Und hast du schon wilde Selbstversorger-Pläne für nächstes Jahr geschmiedet? Ich freue mich über einen Kommentar! (:

Kategorie: Selbstversorgung

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

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