Wenn du Hühner hast, schwimmst du zurzeit vermutlich in Eiern. Sobald die Tage länger werden, geben die Hennen nämlich wieder richtig Gas und legen was das Zeug hält, sodass man oft gar nicht mehr weiß wohin mit den ganzen Eiern.
Deswegen zeige ich dir in diesem Artikel, wie du überschüssige Eier mit einer super einfachen, fast in Vergessenheit geratenen alten Methode haltbar machen kannst. Dann kannst du nämlich im Winter, wenn die Hennen ihre Legepause machen, immer noch eigene Eier essen.
Eier, die du nach dieser Methode haltbar machst, kannst du ohne Kühlung acht Monate und länger aufbewahren. Unglaublich, oder?
Ich bin so begeistert von dieser Methode, dass ich schon super lange vorhabe, einen Artikel darüber zu schreiben. Und hier ist er jetzt endlich. Viel Spaß! :)
Winterpause? Dafür gibt’s doch künstliche Beleuchtung!
Einige von euch werden jetzt vermutlich sagen, dass ihre Hennen gar keine Winterpause machen, weil sie eine künstliche Beleuchtung im Stall haben. Wenn man das Licht im Stall abends brennen lässt, simuliert das nämlich längere Tage und die Hühner legen auch im Winter fleißig Eier.
Das ist jetzt natürlich Ansichtssache, aber ich finde, dass die Hennen sich die Winterpause verdient haben, und möchte sie nicht durch zusätzliche Beleuchtung „pushen“. Und für alle, die das genauso handhaben, ist es so praktisch, im Frühling Eier für den Winter haltbar zu machen. Und zwar so:
Zubehör und Zutaten
Du brauchst…
- Einen Eimer oder Topf mit Deckel (lichtundurchlässig)
- Löschkalk
- Wasser
- und natürlich frische Eier
So machst du deine Eier haltbar
Wenn du Hühner hältst, kennst du das bestimmt: Gerade bei Regenwetter sind oft auch verdreckte Eier in der Legebox – die solltest du nicht zum Haltbarmachen verwenden, sondern frisch essen. Ich nehme zum Haltbarmachen nur saubere Eier, die ich am selben Tag aus dem Nest geholt habe.

Du füllst jetzt einfach einen Liter Wasser in deinen Topf oder Eimer und verrührst zwei Esslöffel Löschkalk darin, bis er sich aufgelöst hat und das Wasser milchig trüb ist. Dann schichtest du die Eier mit der Spitze nach unten in deinen Topf oder Eimer.
Am Anfang hast du vermutlich noch zu wenig Eier, um sie so dicht in den Topf zu füllen, dass sie nicht umkippen, aber in den nächsten Wochen füllst du immer wieder frische Eier in den Topf, sodass du sie bald gut aufstapeln kannst.
Es ist wichtig, dass die Spitze nach unten zeigt, weil die Luftblase im Ei ansonsten aufsteigen und die Eihaut ablösen könnte, sodass Keime in das Eiinnere eindringen könnten. Das gilt übrigens auch für Eier, die du frisch lagerst: Die Spitze sollte immer nach unten zeigen.
Die Eier sollten im Topf immer von Flüssigkeit bedeckt sein. Wenn sich dein Topf im Laufe der nächsten Wochen mit frischen Eiern füllt, musst du eventuell nochmal mehr Löschkalk-Lösung ansetzen, die du dann nachfüllst.
So lagerst du die Eier
Deckel drauf und ab damit in den Küchenschrank. ;) Du brauchst keine Kühlung, um deine Eier nach dieser Methode haltbar zu machen. Solange die Eier vor Licht geschützt sind, halten sie acht Monate und länger. Ich habe schon 1 ½ Jahre alte Eier gegessen, die noch einwandfrei waren.
Als kleinen Vergleich habe ich ein Ei, das ich vor einem Jahr eingelegt habe, mit einem frischen Ei vergleichen. Beide Eier sind von derselben Henne, links siehst du das haltbar gemachte Ei und rechts das frische:

Der einzige Unterschied, den ich feststellen konnte, ist, dass das Eiweiß des haltbar gemachten Eis flüssiger ist.
Wenn ich im Winter Eier brauche, nehme ich sie einfach aus dem Eimer, wasche sie einmal kurz ab und verwende sie genau wie frische Eier.
Was ist Löschkalk überhaupt?
Vereinfacht ausgedrückt besteht Löschkalk aus Muschelschalen oder Kalkstein, die verbrannt und anschließend gelöscht werden, das ist also ein ganz natürliches Produkt. Es ist wichtig, dass du wirklich Löschkalk verwendest, nicht etwa ungelöschten Kalk oder gemahlenen Kalkstein.
Löschkalk ist super günstig. Ich habe vor ein paar Jahren ein kleines Eimerchen voll für ein paar Euro gekauft, das vermutlich noch viele, viele Jahre reichen wird.
Ich bin absolut begeistert davon, wie einfach es ist, Eier nach dieser Methode haltbar zu machen, und wie zuverlässig das Ganze funktioniert. Uns ist noch kein einziges Ei schlecht geworden, das wir auf diese Weise eingelegt haben.
Aaaber: Ganz egal, welche Lebensmittel du haltbar machst, verlass dich dabei immer auf deinen gesunden Menschenverstand und deine Sinnesorgane. ;)
Das Ganze funktioniert nicht mit gekauften Eiern
Gekaufte Eier kannst du mit dieser Methode nicht haltbar machen, weil sie oft vor dem Verkauf gewaschen wurden. Durch das Waschen wird die Schutzschicht, die das Ei natürlicherweise umgibt, zerstört, sodass die Eier nicht mehr lange haltbar sind.
Also immer nur Eier verwenden, bei denen du mit Sicherheit weißt, dass sie nicht gewaschen wurden.
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Ich bin auf einem Hof aufgewachsen mit ganz vielen Geschwister, deshalb war es sehr wichtig Eier so zu konservieren um über dem Winter zu kommen. Um Parasiten zu vermeiden, der Hühnerstall war aus Naturstein wurde er 2x im Jahr mit natürlichen Kalk ausgemalen und die Nester mit frischen Stroh, Beifuß und Wermut zum Teil auch auf die Sitzstangen aufgehangen, wieder hergerichtet. Die Nester natürlich öfter mit Stroh. Kann mich nie erinnern, daß unsere Hühner Läuse oder Milben hatten. Die vom Nachbarn schon, da juckte es schon bevor du im Stall hinein gegangen bist.
Hallo Marie,
ich lebe in Italien und alle italienischen Webseiten sagen, dass die Eier zum Einlegen in Kalk unbefruchtet sein müssen.
Weißt du dazu was?
Darf das Ganze eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten, weil sonst eine Brütung einsetzt?
Liebe Grüße und im voraus Danke für die Antwort,
Uschi
Hallo Uschi,
fast unmöglich, dass Eier bei Hühnerhaltung mit Hahn nicht befruchtet sind – das ist ganz normal. Solange die Temperatur unter 37 °C bleibt, passiert da nichts. Wenn du dich an die Infos im Blogbeitrag hältst, klappt das Einlegen in Kalk problemlos ?
Liebe Grüße
Kristina vom Wurzelwerk-Team
Hallo, würde man es denn mit riechen etc. merken, wenn die Eier schlecht wurden oder Keime eindringen konnten, weil sie spitze nicht nach unten gezeigt hat oder wäre dann eine Salmonellen Gefahr da? Vielen Dank schonmal :)
Hallo Jil,
wenn ein Ei schlecht geworden ist, merkt man das in der Regel ziemlich eindeutig: Es riecht unangenehm faulig beim Öffnen. Auch eine ungewöhnliche Färbung oder Konsistenz im Inneren kann ein Hinweis sein.
Wenn Eier falsch gelagert wurden (z. B. mit der Spitze nach oben), kann es passieren, dass Luft in das Ei eindringt und Keime leichter hineinkommen. Das erhöht zwar das Risiko, aber es bedeutet nicht automatisch, dass das Ei verdorben oder gefährlich ist. Solange das Ei gut riecht, unauffällig aussieht und durchgegart wird, ist das Risiko gering.
Viele Grüße
Sabrina von Wurzelwerk
Das klingt nicht schlecht.
Ich habe vor kurzem mal gesehn das die Amische Eier zu Haltbar keit in Öl Legen (Da Stand was von Mineralöl. Wo mit aber sichet nicht Erdöl gemeint ist. Sagt mir aber leider nix) und Eier in Holz(Kohle) Asche „eingegraben“ wurde. Wichtig bei der Asche wahr das es NUR Holz Asche wahr und nicht noch neben sachen mit verbrand wurden.
Hallo,
ich finde es halt ein bißchen problematisch, wiel dann die alten Eier unten liegen….und die will man ja eigentlich zuerst essen.
Hallo Isa,
ich kann deinen Gedanken gut nachvollziehen. In dem Fall kannst du aber natürlich auch einfach einen kleineren Topf nehmen, den du schneller mit Eiern füllen kannst, so dass der zeitliche Abstand zwischen den Eiern die du dazu legst nicht so groß ist.
Viele Grüße
Sabrina von Wurzelwerk
Hallo Marie,
der Löschkalk setzt sich unten ab. Die Eier liegen im klaren Wasser. Hält diese Lösung die Eier trotzdem frisch? ich möchte keine Eier schlecht werden lassen…
Viele Grüße
Sonja