Selbstversorgung
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Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Selbstversorger-Leben Huhn

Heute nehme ich dich mal mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit unser “Selbstversorger-Leben” wirklich macht. Viel Spaß beim Lesen!

Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine. Heute nehme ich dich mit und zeige dir, wie unsere Selbstversorgung genau aussieht, welche Aufgaben täglich anstehen und wie viel Arbeit das Ganze macht. Viel Spaß beim Lesen! #Wurzelwerk #Selbstversorger #Selbstversorgung

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Selbstversorger-Leben: Meine tägliche Routine

Morgens bei den Hühnern

Morgens lasse ich als erstes die Hühner aus dem Stall, meistens sogar vor dem Frühstück. Nachts muss der Stall gut verriegelt werden, damit Füchse, Marder und Co. sich nicht an den Hühnern gütlich tun. Und wenn die Sonne aufgeht, dürfen die Hühner dann wieder raus.

Es ist sehr friedlich, so früh am Morgen draußen zu sein. An schönen Tagen ist der Garten in goldenes Licht getaucht, es ist noch kühl und das Gras feucht vom Tau. Die Hühner sehen mich immer schon von Weitem und fangen aufgeregt an zu gackern, weil sie es kaum abwarten können, endlich wieder raus zu kommen.

Wenn ich die Stalltür öffne, flattern sie nach draußen, drehen eine Runde um den Stall und hüpfen dann wieder rein, um sich in die Nestboxen zu begeben. Es ist, als hätten sie keine Ruhe, ihre Eier zu legen, bevor sie nicht wenigstens einmal kurz draußen waren.

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Selbstversorger-Leben

Abends melken

Ich melke eine von unseren Ziegen, Curry heißt die Gute. Eigentlich gehört sie einer Freundin, aber die ist für ein halbes Jahr auf der Alp, deswegen können wir dieses Jahr die ganze Milch selbst behalten, hehe.

Curry ist ein Goldstück. Sie ist sehr geduldig, kein bisschen zickig, und schleckt mich beim Melken ab als wäre ich ihr Lamm. Dabei hat Curry seit fünf Jahren kein Lamm mehr gehabt. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt noch Milch gibt. Bis vor Kurzem waren es 1 ½ Liter am Tag, mittlerweile ist die Milchmenge auf ungefähr 800 ml gesunken, weil es wegen der Trockenheit kein Frischfutter mehr gibt und die Ziegen nur noch Heu bekommen.

Ich melke Curry nur einmal am Tag, das ist mehr als genug Arbeit. Solange man einen regelmäßigen Melk-Rhythmus einhält, gewöhnen sich Ziegen daran und produzieren einfach ein bisschen weniger Milch als wenn man zweimal täglich melkt.

Studien haben ergeben, dass man täglich ungefähr 20 % mehr Milch bekommt, wenn man Ziegen morgens und abends melkt. Was auch bedeutet, dass man beim einmaligen Melken 80 % der Milchmenge hat – bei der Hälfte der Arbeit.

Ehrlich gesagt muss ich mich jeden Tag dazu überwinden, rauszugehen, wenn das Melken ansteht. Diese ganze Milch-Geschichte macht schon viel Arbeit. Aber sobald ich draußen bin, kann ich nicht mehr verstehen, warum ich das Melken vor mir hergeschoben habe.

Curry wartet meistens schon auf mich oder kommt angelaufen, sobald ich sie rufe. Ich muss ihr kein Bestechungsfutter geben, damit sie stillsteht. Manchmal binde ich sie an, aber meistens geht es auch ohne. Wir haben keinen Melkstand, nichtmal einen Melkeimer. Ich setze mich einfach neben sie auf den Boden und melke in alte Passata-Flaschen.

Selbstversorger-Leben Melken

Melken ist relativ anstrengend. Nach zwei Wochen Sommerurlaub müssen sich meine Hände erstmal wieder daran gewöhnen. Es gibt nur eine Methode, wie man von Hand melken sollte, das ist das sogenannte Faustmelken. Hört sich brutal an, oder? Man muss sich beim Melken aber trauen, richtig zuzupacken. Das war anfangs mein Problem:

Ich wollte Curry auf keinen Fall wehtun und war sehr vorsichtig. Aber um Milch aus der Zitze herauszubekommen, muss man den Kanal zum Euter zwischen Daumen und Zeigefinger fest abklemmen. Ich habe dann schnell gemerkt, dass es Curry nichts ausmacht, wenn ich richtig zupacke. Und wenn man sich anschaut, wie ungestüm Lämmer beim Trinken manchmal sind, setzt das alles in eine neue Relation.

Nach dem Melken bekommt Curry ein Leckerli als Belohnung. Und dann gibt’s im Moment auch das Heu, mit dem wir aufgrund der Trockenheit zufüttern müssen.

Das ist schon erschreckend… Die Heuernte dieses Jahr ist grottig – aber weil es so wenig Gras gibt, müssen die meisten Tierhalter jetzt schon zufüttern – im Sommer! Ich habe schon von einigen Landwirten gehört, die bereits Tiere notgeschlachtet haben, weil sie nicht wissen, wie sie sie über den Winter bringen sollen.

Käse und Joghurt machen

Anschließend filtere ich die Milch durch ein Passiertuch und erhitze sie. Ich weiß, ich weiß, Rohmilch ist total gesund, aber irgendwie ist es mir lieber, auf „Nummer sicher“ zu gehen und die Milch zu pasteurisieren, bevor wir sie trinken oder weiterverarbeiten.

Ich sammele immer drei Tage lang Milch, dann habe ich genug zusammen, um Käse zu machen. Die Milch von einer Ziege reicht nicht, um Hartkäse zu machen, aber wir haben immer eigenen Ziegenfrischkäse im Kühlschrank, Ziegenjoghurt und Ziegenfeta von Curry. Meine Mozzarella-mach-Künste sind auch hart in Arbeit, aber bisher ist der mir immer etwas zu weich geworden.

Wenn ich eine neue Käsesorte ausprobiere, nimmt das gerne mal den gesamten restlichen Abend in Anspruch. Aber sobald ich den Dreh dann raushabe und das Ganze zur Routine wird, geht es ohne großen Aufwand ganz nebenbei.

Käsemachen besteht im Wesentlichen daraus, die Milch auf bestimmte Temperaturen zu erhitzen oder abkühlen zu lassen und dann den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um Bakterienkulturen, Salz oder Lab zuzugeben.

Später muss man die Käsemasse dann in Würfel schneiden, in ein Passiertuch geben und Aufhängen oder im Fall von Feta in Förmchen pressen.

Joghurt zu machen, ist einfach. Man erhitzt die Milch auf ungefähr 42 °C, gibt sie in ein Glas und rührt dann zwei Esslöffel fertigen Joghurt vom letzten Mal unter. Glas zu – und je nach Temperatur ist der Joghurt nach einem oder zwei Tagen fertig. Es gibt spezielle Joghurt-Mach-Maschinen, die die Gläser warmhalten, aber ich habe noch nie eine benutzt und der Joghurt wird auch so wunderbar.

Brot backen

Jeden zweiten Abend setzen wir ein neues Sauerteigbrot an. Dafür haben wir einen Starter vom letzten Brot im Kühlschrank aufgehoben, den wir jetzt mit einer kleinen Portion Mehl und Wasser vermengen. Deckel drauf, stehen lassen – insgesamt eine Arbeit von zwei Minuten.

Am nächsten Tag geben wir dann den Rest des Mehls dazu, nehmen wieder einen Vorteig für das nächste Brot ab, lassen den Teig gehen und backen dann abends das Brot. Es gibt also jeden Tag etwas zu tun, wenn man sein Brot komplett selbst backt – immer abwechselnd einen Tag den Teig ansetzen und einen Tag Brot backen.

Abends bei den Hühnern

Hühner halten Selbstversorger-Leben

Wenn die Sonne untergeht, ist es Zeit, die Hühner zu füttern und den Stall zuzumachen. Ich füttere die Hühner am liebsten abends, weil ich sie so gut in den Stall locken kann. So haben sie morgens außerdem auch noch etwas von ihrem Futter übrig und müssen nicht Hunger leiden, wenn ich mal etwas länger schlafe.

Den Großteil ihres Futters fressen sie aber abends. Dann können sie mit vollem Bauch zufrieden schlafen gehen und sind am nächsten Tag motivierter, selbst auf Futtersuche zu gehen, wenn sie sich nicht gleich morgens schon den Ranzen vollschlagen.

Die Hühner bekommen unsere Essensreste, solange die nicht zu fettig, salzig oder süß sind, und zusätzlich eine fertige Futtermischung. Ab und zu gibt es auch mal einen Kopf von den Sonnenblumen, die wir für die Hühner anbauen.

Gießen

Wir haben keinen Wasseranschluss im Garten und unser Garten ist auch nicht direkt am Haus. Deswegen verzichte ich komplett auf das Gießen, soweit es geht. Durch die dicke Mulchschicht ist das normalerweise kein Problem, aber dieser Sommer war so extrem trocken, dass wir weniger ernten als wir gerne würden.

Aber es geht nicht anders. Ich schleppe zwar jeden Abend einen Kanister mit Wasser in den Garten, aber das brauche ich für die Stellen, an denen ich frisch ausgesät oder gepflanzt habe. Alle anderen Pflanzen müssen ohne Gießen auskommen.

Normalerweise gießt man besser morgens, weil man dann weniger Probleme mit Schnecken hat, aber unsere Hühner haben die Schneckenpopulation gut im Griff und morgens ist meistens nicht genug Zeit.

Selbstversrger-Leben Garten

Abends gehe ich oft auch nochmal zu den Tomaten und entferne Geiztriebe und Blätter, die Anzeichen von Krautfäule zeigen. Meistens verbringe ich abends viel mehr Zeit im Garten als eigentlich geplant war. Nicht, weil ich so unglaublich viel tun würde (meistens mache ich fast gar nichts), sondern weil es so still und friedlich ist. Es tut gut, vor dem Schlafengehen nochmal an der frischen Luft zu sein und der Sonne beim Untergehen zuzuschauen.

Starthilfe in die Selbstversorgung

Hach, war das jetzt zu kitschig? Selbstversorgung macht viel Arbeit, aber es ist eine ungemein erfüllende Arbeit. Wenn du auch mehr selbst anbauen oder ein paar Tiere zur Selbstversorgung halten möchtest, würde ich dich gerne auf deinem Weg unterstützen. Ich schreibe nicht nur diesen Blog, sondern auch einen (ungefähr) wöchentlichen Newsletter mit Tipps zu allem, was im Selbstversorger-Jahr so ansteht.

Alle neuen Newsletter-Abonnenten bekommen außerdem meinen Anfänger-Guide „Selbstversorgung starten“ kostenlos als PDF zugeschickt, als kleines Willkommensgeschenk sozusagen. Mit dem Guide will ich dich bei deinen ersten Schritten in Richtung Selbstversorgung an die Hand nehmen – egal ob es um’s Beete-Anlegen geht oder darum, welche Tiere sich zur Selbstversorgung am besten eignen.

Trag dich gerne hier ein:

Jetzt bin ich aber neugierig. Wie sieht denn deine tägliche „Selbstversorger-Routine“ aus? Hast du Fragen? Lass gerne einen Kommentar da!

Kategorie: Selbstversorgung

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

2 Kommentare

  1. Der Tagesablauf meiner Frau ist dem Deinen sehr ähnlich! Wir stellen uns öfter die Frage was wir den weglassen können um weniger Arbeit zu haben?

    Die Ziegen – auf keinen Fall, an die hat man sich ja schon so gewöhnt und wo würde dieser hervorragende Joghurt und in Öl eingelegte Käse entstehen?

    Die Hühner – bist denn verrückt, sollen wir auf unsere Naturbruthühner verzichten und die super gelben Eier nicht mehr haben wollen? Nein auf keinen Fall die bleiben!

    Den Gemüsegarten verkleinern – geht nicht denn man isst ja sowieso zu wenig Gemüse! Das Ziel 60% der benötigten Kalorien aus eigenem Gemüse abzudecken ist eine Herausforderung! Nein nicht weniger sondern mehr Hochbeete….

    Es bleibt wie es ist – weil es gut ist wie es ist…..

    Viele Grüße Hans

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