Wie du vielleicht weißt, bin ich ein großer Fan der Aussaattage von Maria Thun. Die Aussaattage sind ein Mondkalender für den Biogarten, der auch von Demeter-Gärtner*innen benutzt wird.
Klingt nach Hokuspokus? Ist es vielleicht auch. Ich kann nicht beweisen, dass es funktioniert, aber ich habe den starken Verdacht, dass es so ist.
Die Pflanzen, die wir nach dem Mondkalender aussäen, wachsen tatsächlich üppiger als wenn wir uns nicht an die Aussaattage halten. Vielleicht ist das Zufall oder Einbildung. Trotzdem, ich kann mir nicht helfen – ich glaube fest daran, dass es funktioniert.
Einige von euch wollten mehr über die Aussaattage wissen, also gibt es heute eine Anleitung zum Gärtnern mit dem Mond:

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Die Aussaattage
Maria Thun, die Pionierin des biologisch-dynamischen Pflanzenbaus schlechthin, hat vor 65 Jahren etwas festgestellt: Die Pflanzen in ihrem Garten wachsen besser, wenn sie bei der Aussaat, Pflanzung und auch bei den Gartenarbeiten die Konstellation der Planeten beachtet.
Man sollte also an den Tagen aussäen, an denen die kosmischen Kräfte das Pflanzenwachstum am besten unterstützen. Dafür werden alle Pflanzen in vier Kategorien eingeteilt:
- Wurzelgemüse (Möhren, Rote Bete, Radieschen, …)
- Fruchtgemüse (Gurken, Tomaten, Paprika, …)
- Blattgemüse (Spinat, Mangold, Salat, …)
- und Blüten (Blumen, Brokkoli oder auch Artischocken, von denen man ja die Knospe erntet).
Im Kalender steht dann, an welchen Tagen man welche „Gemüsekategorie“ am besten aussäen sollte. Es gibt tatsächlich Experimente, die zeigen, dass an Wurzeltagen gesäte Radieschen dickere Knollen bilden als wenn man sie beispielsweise an einem Blatttag sät. Die an Blatttagen gesäten Pflanzen haben stattdessen (Überraschung!) viel mehr Blattmasse und eben eine kleinere Knolle.

Die Sterne haben sogar Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Gemüses. Wenn du über den Winter Gemüse einlagern möchtest, hält es sich länger, wenn du es an einem der entsprechenden Tage erntest.
Aber wie?
Durch die unterschiedliche Anziehungskraft des Mondes in den verschiedenen Phasen wirken vier Elemente auf die Pflanzen:
- Wärme -> Frucht
- Erde -> Wurzel
- Licht -> Blüte
- Wasser -> Blatt
Jeder dieser Phasen sind jeweils drei Tierkreiszeichen zugeordnet. Wenn der Mond zum Beispiel in einem Wärmezeichen steht und ein anderer Planet ebenfalls, wirken Impulse auf die Pflanzen, die die Fruchtbildung unterstützen.
Aber warum das so ist? Keine Ahnung! Vielleicht weiß ja eine*r von euch mehr darüber, dann freue ich mich über einen Kommentar!
Die Aussaattage anwenden
Auf den ersten Blick sieht der Kalender ziemlich kompliziert aus. Als ich meinen ersten Maria Thun-Kalender gekauft habe, wusste ich damit erstmal wenig anzufangen. Zum Glück ist das Ganze aber viel einfacher, als es zunächst den Anschein macht.
Ich habe freundlicherweise die Erlaubnis, euch einen Blick in den Kalender von letztem Jahr zu gewähren, um zu erklären, wie man die Aussaattage verwendet. Hier ist also als kleines Beispiel die Seite für April:

Wenn man aussäen möchte, interessiert einen erstmal nur die rot markierte Spalte. Da steht nämlich, an welchen Tagen man welche Pflanzenkategorie (Wurzel-, Blatt- und Fruchtgemüse oder Blumen) aussät. Die gestrichelten Zeiten sollte man auslassen, weil das Pflanzenwachstum ansonsten negativ beeinflusst werden kann.
Der grüne Balken gibt die Pflanzzeit an, also die Zeit, in der man vorgezogene oder gekaufte Pflanzen auspflanzen sollte, damit sie besser anwachsen.
Die anderen Angaben sind eigentlich nur für Astronomie-Nerds interessant. Um Hand in Hand mit dem Universum zu gärtnern, reicht es, wenn man weiß, wann man was sät und pflanzt, und das lässt sich leicht ablesen.
Nebenbei was Gutes tun
Wenn du Lust hast, nach Maria Thun zu gärtnern und dir die Aussaattage für das nächste Gartenjahr kaufen möchtest, habe ich eine große Bitte an dich:
Es gibt einen Buchversand namens buch7, der einen Teil des Kaufpreises an soziale, kulturelle und ökologische Projekte spendet. Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, weißt du wahrscheinlich, wie toll ich buch7 finde und dass ich neuerdings ein buch 7-Partner bin, juhu! Das ist endlich mal eine gute Alternative zu Online-Giganten wie Amazon.
Deswegen:
Bestell deine Aussaattage doch stattdessen hier. :)
Dank euch sind schon einige Spenden zusammengekommen, saucool!!!

ca 2010 ist das gärtnern nach maria thuns erkenntnis bei mir eingezogen.
manches hat funktioniert, manches nicht. mit der zeit ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst einfach leichter tue, wenn ich einen termin im kalender fixiert habe um mich ranzuhalten mit der aussaat. und was ich für mich daraus gelernt habe, ist einfach für die aussaat den aufsteigenden mond zu nutzen und in dieser zeit genau dann wann es für mich passt und weniger auf druck :)
es sollte niemand verzweifeln und das anbauen lassen weil man sich nicht sicher ist an welchen tag brokkoli zuzuordnen ist oder der tag versäumt wurde.
es kommt nichts raus wenn man nur wissen sammelt und garnichtnicht ins tun kommt – so ists mir mit stricken/häkeln gegangen mit perfektion und wunschvorstellung ;)
gerade beim gärtnern zeigt die beobachtung und selbsterfahrund spaß und bringt gesundheit. keine frage, spürte ich selbst manchen ausfall jahresbedingter weltuntergang :D
Hallo Susanne! Danke dir fürs Teilen deiner Erfahrung! ? Ich finde deinen Blick aufs Gärtnern und Aussäen toll: feste Kalender-Termine als Anker, der aufsteigende Mond als Orientierung – aber ohne Druck. Genau das ist der Punkt: lieber ins Tun kommen und beobachten, statt an „perfekten“ Tagen oder Zuordnungen zu verzweifeln. Und ja, diese kleinen „Weltuntergangs“-Momente kennen wir alle ??
Viele Freude und Erfolg weiterhin und ein schönes Gartenjahr
Kristina vom Wurzelwerk-Team