Haltbarmachen
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Die genialste Art, Gemüse haltbar zu machen

Gemüse haltbar machen Anleitung

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der die Gemüsegärten explodieren und man mehr erntet, als man essen kann oder mag. Da wäre es doch schön, auch im Winter noch etwas davon zu haben und einen Teil des Gemüses haltbar zu machen. Genau deswegen möchte ich dir jetzt eine geniale Konservierungsmethode vorstellen, die heutzutage kaum noch jemand beherrscht: das Fermentieren.

Beim Fermentieren macht man sich kleine Bakterien zunutze, die natürlicherweise auf dem Gemüse vorkommen: die Milchsäurebakterien. Mit ihrer Hilfe kann man das Gemüse mindestens sechs Monate aufbewahren, teilweise sogar bis zu zwei Jahre.

Früher war die Fermentation die gängigste Art, um Gemüse haltbar zu machen, und das völlig zurecht. Fermentieren ist super einfach, wenn man den Dreh einmal raushat, kommt ohne teures Zubehör und Schnickschnack aus und funktioniert sogar ganz ohne Strom oder elektrische Kühlung.

Und das Beste:

Bei allen anderen Konservierungsmethoden gehen Inhaltsstoffe und Vitamine verloren. Ob das jetzt Einkochen ist, Einfrieren, Dörren, Einlegen oder Einlagern. Beim Fermentieren bleiben die Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe aber nicht nur erhalten, das Gemüse enthält nach dem Fermentieren sogar noch mehr Vitamine.

Dazu kommt, dass die Milchsäurebakterien richtige kleine Verdauungs-Booster sind. Wenn du deine Fermente roh isst, nimmst du massenhaft Probiotika zu dir. Sozusagen selbstgemachtes Superfood. ;)

Mit Aufkommen der Konservenindustrie ist die Fermentation leider immer weiter in Vergessenheit geraten. Heutzutage kennen die meisten Menschen Fermente nur noch von Sauerkraut und Salzgurken.

Was viele nicht wissen:

Man kann auch so gut wie jedes andere Gemüse fermentieren. Zucchini, Möhren, Tomaten, Kürbis – ALLES! Da gibt es jenseits von Sauerkraut und Salzgurken ein ganzes Geschmacks-Universum, von dem die meisten Menschen keinen blassen Schimmer mehr haben.

Ich bin absolut dafür, dass wir die Kunst des Fermentierens neu aufblühen lassen und uns diese Fähigkeiten wieder aneignen. Deswegen kommt hier eine Hommage an die wohl genialste Art, Gemüse haltbar zu machen.

Die genialste Art, Gemüse haltbar zu machen: Bei dieser Methode bleiben die Inhaltsstoffe erhalten, du brauchst kein teures Zubehr kaufen und das Gemüse ist am Ende sogar noch gesunder als vorher. Neugierig? Wäre ich an deiner Stelle auch. ;) Klick auf den Pin, um zum Artikel zu kommen. #Wurzelwerk #Gemüsegarten #Haltbarmachen

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Gemüse haltbar machen: 11 Gründe, warum Fermentieren absolut klasse ist!

1. Der Geschmack

Du kannst das Gemüse zusammen mit allen Kräutern und Gewürzen fermentieren, die dir in den Sinn kommen. Fermentierte Möhren mit Ingwer sind zum Beispiel wahnsinnig gut. Oder selbstgemachter Kimchi, mmmh! Beim Fermentieren kannst du so gut wie nichts falsch machen – ich fand selbst meine wagemutigsten Experimente immer saulecker.

2. Auch im Winter regional essen

Regional ist erste Wahl, oder? ;) Als wir noch keinen eigenen Garten hatten, habe ich im Sommer massenhaft regionales Gemüse auf dem Markt gekauft und es zuhause haltbar gemacht. So hatten wir auch im Winter noch regionale Tomaten im Vorratsschrank. Weil das Gemüse in der Hauptsaison günstiger ist, haben wir nebenbei auch noch eine ganze Menge Geld gespart.

Am besten finde ich aber, dass ich dadurch so wahnsinnig viel übers Haltbarmachen gelernt habe und mir die verschiedensten Methoden aneignen konnte. Selbst wenn du (noch) keinen eigenen Garten hast: Lass dich davon nicht aufhalten und probier es einfach mit gekauftem Gemüse.

3. Fermentierte Gemüse sind vorverdaut

Die Milchsäurebakterien machen sich während des Fermentationsprozesses über dein Gemüse her und verdauen es für dich vor. Was sich erstmal irgendwie ekelig anhört, ist eigentlich eine tolle Sache. Dadurch ist das Gemüse nämlich viel besser bekömmlich und kann sehr gut vom Darm verwertet werden.

4. Das Gemüse bleibt knackig

Du kannst die Konsistenz des Gemüses ziemlich gut über die Größe der Gemüsestücke, die du fermentierst, steuern. Je größer die Stücke, desto fester bleibt das Gemüse. Wenn du also möchtest, dass das Gemüse schön knackig bleibt, fermentierst du einfach möglichst große Stücke und falls du es eher weich magst, zerkleinerst du es vorher.

5. Noch mehr Vitamine!

Wie ich schon erzählt habe, bleiben die Vitamine beim Fermentieren nicht nur erhalten, sie vermehren sich auch noch. Die Milchsäurebakterien produzieren nämlich Vitamine, um untereinander zu kommunizieren. Biofilm Quorum Sensing nennt sich das. Abgefahren, oder?

Kein Wunder, dass schon die alten Seefahrer immer ein paar Fässer Sauerkraut an Bord hatten. Der hohe Vitamingehalt hat sie vor der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut geschützt.

6. Noch mehr Mineralstoffe!

Nicht nur die Vitamine, auch die Mineralstoffe sind ein großer Pluspunkt. Sauerkraut enthält super viel Calcium, Magnesium und Kalium und auch Spurenelemente wie Eisen oder Zink.

7. Kein Extra-Zubehör, kein Schnickschnack

Um zu fermentieren, musst du dir keinen teuren Gärtopf und sonstiges Zubehör anschaffen. Das Tomatensauceglas von gestern Abend tut’s genauso. Und statt mit einem Krauthobel kannst du deine Kohlköpfe auch auf einer normalen Küchenreibe reiben – oder sie mit einem Messer in schmale Streifen schneiden.

Zum Fermentieren brauchst du keinen teuren Schnickschnack. Du kannst gleich loslegen mit dem, was du zuhause hast.

8. Eine Zutatenliste, die ihren Namen eigentlich gar nicht verdient

Die Zutatenliste beim Fermentieren ist unglaublich kurz. Gemüse und Salz – und je nach Geschmack noch ein paar Gewürze. Einfacher geht’s nicht.

9. Das gibt es nirgends zu kaufen

Diese Geschmacksvielfalt gibt es in keinem Supermarkt und die gesundheitlichen Pluspunkte erst recht nicht. Das Sauerkraut, das du im Laden bekommst, wird nach dem Fermentieren abgekocht. All die tollen Bakterien sind also längst tot und der Gesundheitsaspekt fällt fast vollständig weg. Da hilft nur eins: Selbermachen. :)

10. Die Haltbarkeit

Korrekt fermentiertes Gemüse wird nicht schlecht, nur saurer. Irgendwann ist es dann so sauer, dass man es nicht mehr essen will, aber bis dahin können unter Umständen zwei Jahre vergehen. Nach sechs Monaten sind die meisten Gemüse noch sehr, sehr lecker, selbst nach acht oder zehn Monaten noch. Fermentieren ist also eine tolle Möglichkeit, sich den ganzen Winter hindurch mit Gemüse zu versorgen, bis der Garten im Frühsommer wieder genug abwirft.

11. Einfach und sicher

Solange man ein paar Grundregeln beachtet, ist Fermentieren wahnsinnig sicher. Und es ist so simpel! Wenn du es einmal drauf hast, kannst du JEDES Gemüse haltbar machen, das dir unter die Finger kommt, und brauchst dafür noch nicht mal ein Rezept. Du kannst deiner Kreativität beim Fermentieren absolut freien Lauf lassen. Solange du dich an die Grundregeln hältst, kann nichts schiefgehen.

Falls du jetzt ganz scharf auf’s Fermentieren bist und wissen willst, wie zum Henker das denn jetzt eigentlich funktioniert:

Hier findest du eine Schritt für Schritt-Anleitung zum Fermentieren.

Wenn du schon ein bisschen Erfahrung mit dem Fermentieren gesammelt hast und dir eine grobe Übersicht ausreicht, kannst du dich gerne für meine Fermentieren-Checkliste eintragen. Zusätzlich zur Checkliste bekommst du dann noch viele weitere Tipps zum Haltbarmachen von Obst und Gemüse per Email zugeschickt.

Trag dich einfach hier ein:

Hast du dich schonmal ans Fermentieren herangewagt? Was hast du fermentiert und wie hat es geschmeckt? Und falls du noch nie fermentiert hast: Konnte ich dich überzeugen, das mal auszuprobieren? Was ist deine Lieblingsmethode, um Gemüse haltbar zu machen?

Kategorie: Haltbarmachen

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

14 Kommentare

  1. Juliane sagt

    Liebe Marie,

    ich stehe noch ganz am Anfang meiner Fermentierkarriere und bin dir daher sehr dankbar, dass du so gute Inhalte zur Verfügung stellst und immer auch motivierst, einfach loszulegen. Man merkt, dass du Spaß am Thema hast und mit Leidenschaft dabei bist. Nachdem mein erstes Experiment dann doch daneben ging, hab ich jetzt richtig Lust bekommen, es noch einmal zu versuchen. Mein Erstling war ein Ferment aus geraspelter Möhre, Kohl und Ingwer. Das Gemisch sprudelte nach einem Tag so heftig, dass jedes Druckablassen eine mittelschwere Überschwemmung zur Folge hatte. In diesem Sinne: auf ein Neues.

    • Marie sagt

      Hallo Juliane,

      danke, das freut mich. Das solltest du auf jeden Fall nochmal probieren, Überschwemmungen sind beim Fermentieren nämlich ganz normal. ;) Das nächste Mal einfach das Glas nicht so voll befüllen, maximal zu zwei Dritteln.

      Viel Spaß!
      Marie

  2. cornelia sagt

    Sallü Marie
    habe mir gerade die Checkliste zum fermentieren geholt. leider kam da die Checkliste zum einkochen… sorry aber das ist nicht dasselbe.

    • Marie sagt

      Halli Cornelia,

      das ist seltsam, ich habe gerade nochmal nachgeschaut, wenn man sich einträgt wird die Fermentieren-Checkliste verschickt.

      Viele Grüße!
      Marie

      NACHTRAG: Aaaah, Mist, ich hab den Fehler gefunden. Danke für’s Bescheidsagen. Jetzt geht’s wieder. Tur mir leid…

  3. Liebe Marie, danke für den Tipp! Von selbst wäre ich nicht auf die Idee gekommen, es auch mit Zucchetti zu versuchen. Werde ich aber demnächst wagen, sie wachsen im Garten nämlich richtig gut! Wie haben sie dir am besten geschmeckt, in Stäben geschnitten? Und hast du einen Geheimtipp für ein Gewürz, das gut dazu passt? Liebe Grüsse, Tina

    • Marie sagt

      Ja, probier das mal aus! :) Ich schneide sie meistens in große Würfel. Dill passt gut.
      Viel Spaß!

  4. Katharina sagt

    Hi Marie,
    Danke für die vielen Tips und Tricks! Eine Frage zum Gemüse, Bio, frisch aus dem Garten – wäschst du das vorher gründlich, vielleicht sogar heiß? Ich frage mich, ob die guten Bakterien das überleben oder ob ich lieber ein bißl Erde in Kauf nehmen soll.
    Danke und liebe Grüße, Katharina

    • Marie sagt

      Hallo Katharina,
      ich versuche, das Gemüse möglichst nicht zu waschen. Wenn es dreckig ist, kann man es auch trocken abbürsten. Falls das nicht hilft, ist es aber nicht dramatisch, wenn man es doch wäscht, dann aber besser mit kühlem Wasser.
      Viele Grüße zurück!
      Marie

  5. Anna Porges sagt

    Hallo Marie!
    Ich habe gerade die Zucchiniernte zum Fermentieren eingefüllt……Bin schon gespannt ob’s klappt. Danke für die Anleitung!
    Du schreibst auch, dass du selnstgemachte Limonade fermentieren….Wie funktioniert das? Lg Anna

    • Marie sagt

      Hallo Anna,
      dann drücke ich dir fest die Daumen, dass es klappt! :)
      Im Limonade-Fermentieren ist mein Freund ein richtiger Profi, ich frage ihn mal, ob er Lust hat, einen Artikel darüber zu schreiben.
      Viele Grüße!
      Marie

  6. Nina sagt

    Hallo Marie, kann man das fermentierte “Endprodukt” dann nur roh essen? Wenn ich nun größere Stücke Zucchini/Karotten fermentieren, kann ich diese dann zu einer Gemüsepfanne verarbeiten? Das verstehe ich noch nicht so ganz…
    Danke für die Anleitug und lG Nina

    • Marie sagt

      Hey Nina,
      du kannst das fermentierte Gemüse immer auch roh essen, dann ist es besonders gesund, weil die ganzen Milchsäurebakterien noch leben. Aber man kann es immer auch kochen, egal, wie groß die Stücke sind. Die meisten wollen sich ja nicht nur von Rohkost ernähren. :)
      Viele Grüße zurück!
      Marie

  7. Anna Porges sagt

    Hallo! Da ich keinen Keller zum Einlagern habe, habe ich mich gefragt ob man wohl Kartoffeln auch fermentieren kann??? Hast du da einen Tipp für mich? Danke!!

    • Marie sagt

      Hey!
      Kartoffeln zu fermentieren ist nicht so ohne, durch den hohen Stärkegehalt. Ich würde eher dazu tendieren, die einzukochen.
      Viele Grüße! Marie

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