Du möchtest gerne einkochen, hast aber kein Einkoch-Equipment im Haus? Kein Problem! In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit einem normalen Kochtopf und haushaltsüblichem Zubehör ganz einfach selbst einkochst.
Um im Wasserbad einzukochen, brauchst du nämlich gar kein spezielles Zubehör. Wenn du gerade erst mit dem Einkochen anfängst, kannst du durchaus improvisieren und trotzdem super Ergebnisse erzielen. :)

Schraubgläser oder Einkochgläser?
Das ist im Prinzip egal – beide Glas-Sorten eignen sich gut, um im Wasserbad einzukochen. Wenn du in Schraubgläsern einkochst, solltest du aber nur Deckel verwenden, die du „ploppen“ kannst.
Der kleine „Plopp-Kreis“ in der Deckelmitte – Gibt es dafür eigentlich einen Fachbegriff? – zeigt dir nämlich an, ob im Glasinhalt ein Vakuum herrscht – oder ob vielleicht etwas schlecht geworden ist.
Wenn du in Einkochgläsern* einkochst, brauchst du neben dem Deckel außerdem passende Gummiringe* und Klammern*, mit denen du das Glas verschließt.

Hygiene ist beim Einkochen super wichtig, das gesamte Zubehör also erstmal gründlich spülen.
Wenn die Einkochzeit, die in deinem Rezept angegeben ist, 10 Minuten oder weniger beträgt, musst du die Gläser außerdem mit heißem Wasser sterilisieren.
Die Deckel und Ringe solltest du (unabhängig von der Einkochzeit) immer fünf Minuten lang in Essigwasser auskochen.
Einkochen im Topf
Such dir einfach einen Kochtopf, in den alle Gläser passen, die du einmachen möchtest. Du kannst die Gläser auch stapeln – solange der Topf so hoch ist, dass die obersten Gläser zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt sind, ist das gar kein Problem.
Auf den Boden des Topfes legst du ein Geschirrtuch, damit die Gläser beim Einkochen nicht umfallen oder zerspringen.

Egal, welches Rezept du befolgst:
Das Wasser im Topf sollte immer die gleiche Temperatur haben wie der Inhalt deiner Gläser. Wenn du zum Beispiel rohe Kirschen einkochen möchtest, stellst du die vollen Gläser in kühles Wasser und erhitzt das Wasser erst, wenn die Gläser schon im Topf stehen.
Falls du einen warmen Kompott in die Gläser gefüllt hast, sollte das Wasser im Topf schon vorgewärmt sein, bevor du die Gläser hineinstellst.
Dann stellst du die Gläser auf das Geschirrtuch, das du auf den Topfboden gelegt hast und stellst ein Fleisch- oder Küchenthermometer am Rand in den Topf. Darauf kannst du ablesen, wie hoch die Temperatur im Topfinnern ist.

Je nach Rezept musst du beim Einmachen nämlich eine bestimmte Einkochzeit und -temperatur einhalten. Die Einkochzeit zählt ab dem Moment, an dem die Einkochtemperatur, die im Rezept angegeben ist, erreicht ist.
Am besten stellst du dir dann einen Timer, damit die Gläser nicht länger als nötig im Wasserbad bleiben – sonst gehen unnötig viele Nährstoffe verloren und das Ganze ist womöglich zerkocht.
Sobald die Einkochzeit vorbei ist, nimmst du den Topf von der Herdplatte und lässt ihn abkühlen. Wenn du einen Glasheber hast, kannst du die Gläser auch schon vorher aus dem heißen Wasser heben – das ist ziemlich praktisch – aber du kannst genauso gut warten, bis das Wasser so weit abgekühlt ist, dass du dir beim Herausholen nicht mehr die Finger verbrennst.
Die Gläser stellst du auf ein Geschirrtuch, bis sie komplett abgekühlt sind. Wenn du Einkochgläser* verwendest, solltest du die Klammern* abnehmen, bevor du die Gläser im Schrank verstaust.

Hol dir die Sicher-Einkochen-Checkliste!
Ich habe eine Checkliste erstellt, in der alle Schritte nochmal ordentlich gegliedert aufgeführt sind – nicht nur für’s Einkochen im Topf, sondern auch für alle anderen Einkoch-Methoden.
Trag dich gerne hier ein und ich schicke dir die Checkliste per Mail zu:
Die richtige Einkoch-Methode für die jeweiligen Lebensmittel!
Aber denk dran: Das Einkochen im Wasserbad (also im Einkochtopf oder einem normalen Kochtopf) ist nur für säurehaltige Lebensmittel geeignet – also vor allem für Obst.
Wenn du Fleisch oder Gemüse einkochen möchtest, musst du die Druck-Einkochmethode verwenden, um wirklich alle Bakterien und Sporen abzutöten. Mehr Infos findest du hier:
Botulismus vermeiden : So geht sicher einkochen!
Bist du dabei in der „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge?
Ich veranstalte im Sommer immer meine “Mach deine Ernte haltbar“- Challenge mit allen Leuten, die in meinem Newsletter eingetragen sind. Da motivieren wir uns gegenseitig, tauschen uns aus oder schicken uns Fotos. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen.
Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich gerne für die Challenge anmelden:
Ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist! :)
*Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Hallo Marie, in deinem Kurs wird nicht erwähnt, ob man auch im Dampfgarer einkochen kann.
Würde mich sehr interessieren, habe gerade gesehen, dass mehrere das schon gefragt haben
Hast du damit auch Erfahrung?
Im Dampfgarer passen deutlich mehr Gläser
Liebe Grüße
Kerstin
Hallo liebe Kerstin,
das Einkochen im Dampfgarer ist grundsätzlich möglich – allerdings nur für säurehaltige Lebensmittel (wie Obst oder Tomatensoße mit zusätzlicher Säure). Für alles, was einen niedrigen pH-Wert hat (also z. B. Gemüse, Fleisch oder fertige Gerichte), reicht die Temperatur im Dampfgarer leider nicht aus, um Keime wie Clostridium botulinum sicher abzutöten. Dafür brauchst du einen Druckeinkochtopf.
Viele Grüße
Sabrina von Wurzelwerk