Garten
Kommentare 23

Der komplette Kiwi-Guide: Kiwis pflanzen, anbauen und ernten

Kiwi pflanzen, anbauen und ernten

Du möchtest Kiwis aus deinem eigenen Garten essen? Dann bist du hier genau richtig! Hier erfährst du nämlich alles, was du wissen musst, damit deine Kiwis sich in deinem Garten rundum wohlfühlen und du schon bald deine ersten eigenen Kiwis ernten kannst.

Und, pssst, ich habe einen Gutschein für dich, mit dem du bei deinem Kiwi-Kauf ordentlich sparen kannst! :)

Die kleine Schwester der großen Kiwi: Die Kiwibeere

Der allseits bekannten, großen Kiwi ist es bei uns zu kalt. Wenn die Pflanze im Winter Frost abbekommt, trägt sie in der nächsten Saison keine Früchte. Zum Glück ist die Kiwi-Familie, die ursprünglich aus Asien stammt, mit über 40 Arten aber viel größer, als die zwei Sorten, die wir aus dem Supermarkt kennen.

Kiwi pflanzen, anbauen und ernten
Merke dir diesen Artikel auf Pinterest!

In Chemnitz lebt der Kiwi-Liebhaber Werner Merkel, der sich als Sammler und Züchter, seit über 35 Jahren mit Kiwis beschäftigt. Sein Ziel war es, eine Kiwi mit tollem Aroma zu züchten, die auch in raueren Gegenden gut wächst. Mit den Kiwibeeren-Sorten „Romeo“ und „Julia“ hat Herr Merkel sein Ziel erreicht und sich einen Namen in der Kiwi-Szene gemacht.

Mittlerweile gilt er als der Kiwi-Experte in Europa. Das Wissen und die Erfahrungen rund um die Kiwibeere teilt Herr Merkel sehr gerne und berät Interessierte, zusammen mit seinem Team, immer kostenlos. Hier findet ihr den Blog von Werner Merkel.

Sein Enkel Richard Hamann hat die Kiwibeeren-Begeisterung von seinem Opa übernommen und seit 2012 auf professionelle Beine gestellt. Sie haben einen Online-Shop aufgebaut, mit der größten Kiwibeeren Auswahl in Europa. Die Kiwibeeren werden online an Pflanzenliebhaber, aber auch offline an Großkunden verkauft, welche Plantagen erstellen und die Kiwibeeren vermarkten. Im Hintergrund züchtet der Familienbetrieb schon an der nächsten Generation, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen soll.

Kiwi pflanzen, anbauen und ernten
Kiwibeere “Fresh Jumbo” (Foto: kiwiri.de)

„Kiwibeeren sind kein Hobby mehr, sondern unser Leben. Und jedes Mal, wenn die Erntezeit losgeht, weiß ich wieder warum – weil der Geschmack einfach bombastisch ist. Und jeder, der erstmal eine richtig reife „Fresh Jumbo“ aus dem Garten probiert hat, wird “süchtig” danach. Versprochen!“, sagt Richard Hamann.

Kiwibeeren sind sehr robust

Die Kiwibeere gedeiht auch in unseren Breitengraden sehr gut, denn sie verträgt Temperaturen bis -30°C. Als schlingender Kletterstrauch braucht die Mini-Kiwi einen Standort, wo sie gut ranken kann. Sie ist deswegen auch toll zur Begrünung von Hauswänden, Pergolen oder Rosenbögen geeignet.

Diese kleinen, rund 10g schweren Powerbeeren strotzen vor Vitaminen und können mit Schale ganz und gar verspeist werden. Aber auch als Fruchtaufstrich eignen sich die kleinen Früchte der Beerenkiwi. Sie sind dabei aromatischer als die großen Kiwis, die wir aus dem Supermarkt kennen.

Wie viele Exemplare soll ich pflanzen?

Bei den meisten Kiwibeeren kommt man nicht drum herum, sich mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze anzuschaffen. Zwei Pflanzen sollen es also mindestens sein.

Eine männliche Befruchtersorte kann bis zu sechs (auch verschiedene) weibliche Pflanzen befruchten und sollte nicht mehr als 20 m von der weiblichen Pflanze entfernt stehen. Eine weibliche Kiwi-Pflanze kann locker mehr als 10 kg Ertrag abwerfen.

Die besten Minikiwi-Sorten

Eine männliche Befruchtersorte kann sehr schön mit bis zu sechs weiblichen Kiwipflanzen kombiniert werden. Die roten Sorten sind in der Regel etwas eher reif als die grünen Mini-Kiwis. Laut Richard sind die roten Sorten „Scarlet September“ oder „Hardy Red“, zusammen mit der frühreifen, grünen „Geneva“ und den spätreifenden, grünen Sorten „Fresh Jumbo“ oder „Super Jumbo“ eine kluge Auswahl.

„Unsere geschmacklich Besten sind „Fresh Jumbo“, „Julia“ und „Chang Bai“. Für den Balkon ist die Sorte „Fit-Berry Jassai“ gut geeignet, weil sie etwas schwächer im Wuchs ist.“ Richard Hamann

Dein Kiwi-Gutscheincode :)

Richard und Werner waren so großzügig, den Gutscheincode „Wurzelwerk“ für euch einzurichten, mit dem ihr 15 % Rabatt auf eure Bestellung bekommt. Den Code könnt ihr direkt im Warenkorb eingeben.

Dankeschön dafür und auch danke für die vielen Infos, die wir von euch bekommen haben!

Hier geht’s zum Kiwi-Shop!

Kiwi pflanzen, anbauen und ernten
Kiwibeere “Fit-Berry Jassai” (Foto: kiwiri.de)

Gute Mischkulturpartner für Kiwis

Als Untersaat bieten sich Kleesorten an z.B. Inkarnatklee. Aber auch eine Unterpflanzung mit Erdbeeren oder Salaten ist möglich. Die Kiwibeere gehört zu den Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) und ist mit keiner bekannten Obst- oder Gemüseart im Garten verwandt.

Soll ich Kiwis säen oder pflanzen?

Am besten kaufst du dir Pflanzen oder organisierst dir Stecklinge. Der Pflanzabstand zwischen den Kiwis beträgt etwa zwei Meter. Bis deine Kiwibeeren das erste Mal Früchte ansetzen, können bis zu vier Jahre vergehen.

Wann pflanzt man Kiwis?

Die beste Pflanzzeit für Kiwibeeren ist im Frühling nach den Eisheiligen oder jetzt im Herbst, bevor es so richtig kalt wird.

Kiwi-Beete vorbereiten

Kiwibeeren sind Waldbegleitpflanzen und mögen humosen, leicht sauren Boden. Du kannst daher Laubwalderde und Kompost auf deinem Kiwi-Beet ausbringen.

Idealer Standort für deine Kiwis

Die Kiwibeere bevorzugt einen durchlässigen, gleichmäßig feuchten und nährstoffreichen Boden und einen sonnigen Standort. Weil die Kiwibeere ein Flachwurzler ist, sollte der Wurzelbereich allerdings nicht in der prallen Sonne stehen. Dann trocknet der Boden nämlich zu schnell aus und die Wurzeln können von zu viel Hitze Schaden nehmen. Deswegen sind sehr heiße Südlagen am besten zu vermeiden.

Kiwibeeren können auch in großen Kübeln angebaut werden, auch hier solltest du darauf achten, dass der Wurzelbereich deiner Kiwi nicht zu sonnig steht.

Wenn du Ideen für Rankgerüste brauchst, schau mal in diesem Artikel vorbei:

7 wunderschöne Rankhilfen, die du selber bauen kannst!

Kiwibeeren anbauen: Die Pflege

Den Wurzelbereich deiner Kiwibeere kannst du sehr gut durch eine Mulchauflage vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Weil die Kiwibeere einen leicht sauren Boden bevorzugt kann auch gerne etwas Tannengrün zum Mulchen benutzt werden.

Wenn es über längere Zeit trocken ist, solltest du deine Kiwibeere gießen.

Um richtig viele Mini-Kiwis zu ernten, solltest du deine Pflanze regelmäßig zurückschneiden. Einmal im Jahr freut sich deine Kiwibeere auch über eine Kompostgabe, eine zusätzliche Düngung ist nicht unbedingt erforderlich.

Kiwi pflanzen, anbauen und ernten
Kiwibeere “Cherry Bomb” (Foto: kiwiri.de)

Kiwibeeren richtig erziehen ;)

Wenn du deine Kiwi wild wachsen lässt, wird der Ertrag geringer ausfallen, als wenn du deine Kiwi an einem Spalier erziehst. Ein einfaches Spalier kannst du mit 3 bis 4 waagerechten Drahtgespannen (der unterste in etwa 60 cm Höhe, darüber in 40 cm Abständen) und 2 senkrechten Endpfählen bauen.

Um deine Kiwi an einem Spalier zu erziehen, suche dir zunächst einen starken Haupttrieb, den du senkrecht an deinem Spalier befestigst. Im nächsten Jahr werden dann die kräftigsten Seitentriebe ausgewählt und seitwärts an den Drahtgespannen entlang geleitet.  Darunter entfernst du alle Seitentriebe, die an dem Haupttrieb wachsen. Außerdem solltest du darauf achten, dass sich der Haupttrieb nicht kräuselt, sondern gerade nach oben wächst (ansonsten wird der Saftfluss behindert).

An diesen mehrjährigen Leittrieben bilden sich weitere Seitentriebe aus, an deren Knospen sich später die Fruchtstände entwickeln. Der Fruchtholzschnitt kann wie beim Wein erfolgen.

Beschneiden kannst du die Kiwibeere im Sommer und im Winter. Das Frühjahr ist für einen Schnitt nicht so gut geeignet, weil die Kiwibeere dann gut im Saft steht und nach einem Schnitt stark blutet.

Wann ernte ich Kiwibeeren?

Je nach Sorte sind die Kiwibeeren ab August bis Oktober reif. Du solltest deine Mini-Kiwis spätestens vor den ersten Nachtfrösten ernten, sonst besteht die Gefahr von Frostschäden.

Die fiesesten Kiwi-Krankheiten und Schädlinge

Die Kiwibeere ist ziemlich widerstandsfähig und leidet kaum unter Krankheiten. In den letzten Jahren hat sich jedoch die Kirschessigfliege ausgebreitet, die auch die Kiwibeeren schädigen kann. Werner Merkel gibt den Tipp, bei einem Befall von der Kirschessigfliege die unreifen Früchte zu ernten und in einem kühlen Lager nachreifen zu lassen.

Und, wann sollen deine ersten Kiwi-Pflanzen einziehen? Hast du noch mehr Tipps rund um den Anbau von eigenen Kiwis? Dann ab damit in die Kommentare! So können wir alle vom Wissen der Anderen profitieren. :)

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links.

Kategorie: Garten

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

23 Kommentare

  1. Mascha sagt

    Liebe Marie,
    ich traue meinen Augen kaum o.O
    Du bringst gerade einen Artikel zur Kiwibeere, als ich recherchiere, wie und wo und mit wem sie gerne wächst. Super, vielen Dank dafür, das erspart mir einiges an Sucherei :)
    Dankedankedanke
    Mascha

  2. Bianca sagt

    Hi Marie
    Vielen Dank für die Vorstellung und den Gutschein. Habe schon länger überlegt eine Kiwibeere zu kaufen. Nun sind 2 Pflanzen bestellt und ich freue mich wie Bolle 😅
    Liebe Grüße

  3. Michaela sagt

    Hallo Marie
    Lieben Dank für diesen sehr interessanten Artikel. Ich bin jetzt aber etwas irritiert…ich hab im Frühjar eine Kiwipflanze gekauft. Und zwar eine Actinidia deliciosa ‘Jenny’.
    Ich kopiere deren Beschreibung mal hier rein: “Diese winterharte Kiwi der sorte “Jenny” ist eine Züchtung, in der die besten Eigenschaften vieler Kiwisorten vereint wurden. Sie ist frosthart und selbstfruchtend. Sie trägt also männliche und weibliche Blüten und bestäubt sich so zur Blütezeit selbst. Durch ihr starkes Wachstum, wächst sie an Kletterhilfen schnell zu einer prächtigen Pflanze heran. Das Besonder an dieser Kiwisorte ist, das sie schon mit 2-3 Jahren Früchte trägt, wärend andere Sorten erst nach 7 Jahren die ersten Blütenansätze ausbilden.
    Die grün-gelben, typischen Kiwifrüchte reifen im Spätsommer heran und sind 5-6cm groß. Sie haben einen guten, süßen, aromatischen Geschmack und gegenüber anderen im Handel erhältichen Früchten einen noch höheren Vitamin-C-Gehalt. Die Früchte sollten noch form ersten Frost geerntet werden. Sie sind sehr schmackhaft und schmecken frisch gepflügt einfach köstlich.”

    Hab ich mich da übers Ohr hauen lassen?
    LG, Michaela

    • Marie sagt

      Hey Michaela,
      es gibt auch selbstbefruchtende Kiwis, allerdings funktioniert das oft nur so semi-zuverlässig. Soweit ich weiß tragen die großen Kiwis keine Früchte, wenn sie im Winter Frost abbekommen haben. Ich drück dir die Daumen, dass es trotzdem klappt! :)
      Alles Liebe,
      Marie

  4. Michaela sagt

    Oh, ich hab grad gesehen, Kiwiri hat die “Jenny” auch im Angebot… dann steigen ja meine Chancen ;-) Trotzdem danke für den Gutschein – grad eingelöst :-D

  5. Susanne sagt

    Hallo Michaela und Marie
    ich hatte in meinem früheren Garten eine selbsbefruchtende Kiwi mit grossen Früchten( weiss leider die Sorte nicht mehr), die jeweils gut Früchte getragen hat aber auch vom Wachstum her kaum zu bändigen war – das war in einem eher milderen Klima (Rheintal-Bodensee Gegend auf ca 450 m üM) wo es aber im Winter schon auch Fröste geben kann bis ca -5 Grad, tiefer eher selten und nur kurz. Die Kiwi wuchs an einer süd-west ausgerichteten Wand.
    Beste Grüsse aus der Schweiz
    Susanne

  6. Andrea Gericke sagt

    Das mit dem Gutschein ist ja klasse, vielen Dank! Ich hab schon eine selbstfruchtbare Kiwi, die aber noch nicht geblüht hat. Jetzt kommt noch ein Pärchen dazu, dann wird die Pergola hoffentlich ein Kiwi-Urwald😁.
    Viele Grüße
    Andrea

  7. Hallo Marie, wie komme ich an den Gutschein? Habe versucht Kiwipflanzen zu bestellen, das mit dem Gutschein funktioniert leider nicht.
    Liebe Grüße von Maria

    • Marie sagt

      Hey Maria,
      du kannst den Gutschein im Warenkorb einlösen, da findest du einen grünen Button. :)
      Viele Grüße zurück!
      Marie

  8. Hallo Marie,
    danke für den Artikel und den Gutschein. Ich habe gerade das Ernte Trio bestellt. Mit einer roten, einer grünen und einer Befruchtersorte. Da spart man nochmal 5€ gegenüber dem Einzelkauf. Ich habe schon eine Issai, die aber noch nicht geblüht hat. Da sollte der Befruchter ja auch funktionieren.
    Ich würde die neuen gerne an einen Sichtschutzzaun pflanzen und über Drähte ranken lassen. Hier hätten sie allerdings nur morgens und abends direkte Sonne. Den Rest des Tages scheint die Sonne dann auf die Rückseite des Zauns. Meinst du, das reicht aus für eine gute Ernte?

    Viele Grüße
    Tina

    • Marie sagt

      Hey Tina,
      hmmm, ich würde sagen, wenn die Kiwis über den Zaun drüberranken und die restliche Zeit des Tages auf der anderen Seite Sonne tanken können, sollte es funktionieren. Ansonsten würde ich nach einem anderen Ort Ausschau halten.
      Viel Spaß! :)
      Marie

  9. Kirsten sagt

    Zack, schon der Versuchung erlegen! 😁
    Und das, wo ich gerade froh war, alle Neuzugänge dieses Jahres in der Erde zu haben!
    Aber das nehme ich gerne in Kauf – ich freue mich schon auf die erste Ernte!
    Danke für die Anregung und den Gutschein!

  10. Verena Höld sagt

    Ach Marie, du bist so herzerfrischend süß!
    Und hast mal wieder fundiert, einfach und praktisch
    zusammengefasst was ich wissen wollte! Danke!
    Mein Strahlengriffel lebt hier im Garten sehr jämmerlich
    an einem ganz falschen Platz. (hat er deutlich mitgeteilt!)
    Jetzt wird er endlich ein paar ertragreiche Freunde bekommen!
    Danke für deine Motivation! (Sonst hätte das noch ewig gedauert!)
    Rena

  11. Kessye sagt

    Hallo Marie,
    Auch ich spiele schon seit zwei Jahren mit dem Gedanken, mir Kiwis anzuschaffen. Nun ist meine eine Sichtschutzwand unrettbar verwittert und bietet eine gute Möglichkeit, dort Kiwis hinzusetzen. Nun hatten wir hier allerdings schon die ersten Fröste bis -5°C, die aber meines Wissens noch nicht in den Boden gegangen sind. Meinst du, ich kann die Kiwis trotzdem noch setzen?
    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.