Nach der Aussaat und Aufzucht der Jungpflanezen wartet im Mai der nächste Meilenstein auf deine Tomaten: Der Umzug nach draußen. Damit der gelingt, solltest du deine Tomaten abhärten – wie das geht, schauen wir uns heute an!
Inhaltsverzeichnis
Warum du Tomaten abhärten solltest
Tomaten abhärten: So gehst du Schritt für Schritt vor
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Tomaten zu pflanzen?
Der beste Standort für Tomaten
Was ist der richtige Pflanzabstand für Tomaten?
Wie pflanzt du Tomaten richtig?
Welche Rankhilfe ist für Tomaten die richtige?
Tomatenhaken: Kleiner Helfer, großer Effekt
Häufige Fehler beim Tomaten abhärten
Wenn deine Pflanzen schon recht groß sind und im Haus auf ihren Auszug warten, ist es wichtig, nichts zu überstürzen. Besser ist es, sie Schritt für Schritt an die Welt da draußen zu gewöhnen. Du härtest deine Tomaten ab und bereitest sie auf all das vor, was sie im Freiland erwartet.
Denn auch wenn Tomaten später echte Sonnenkinder sind, kennen sie aus ihrer Jugend meistens nur das gemütliche (und eher langweilige) Leben im Anzuchtregal. Wind, direkte Sonne, kühle Nächte und Temperaturschwankungen können deine Jungpflanzen ganz schön aus der Fassung bringen.
Wie du deine Tomaten gut auf die neue Umgebung vorbereitest und was beim Pflanzen später wichtig ist, schauen wir uns jetzt ganz in Ruhe an.
Warum du Tomaten abhärten solltest
Tomaten sind kleine Frostbeulen mit großem Wärmehunger. Auch wenn sie später am liebsten den ganzen Tag in der Sonne baden, müssen sie sich daran erstmal gewöhnen – sonst droht ein fieser Sonnenbrand!
Wenn du deine Tomaten direkt aus dem Haus in die pralle Sonne setzt, mutest du ihnen ziemlich viel auf einmal zu. Die Blätter sind empfindlich, der Wind ist ungewohnt und auch die Nächte können noch frisch sein. Das Ergebnis: Stress und Wachstumsstockungen. Das kannst du deinen jungen Tomaten wirklich ersparen.
Tomaten abhärten bedeutet nichts anderes, als sie langsam an die Bedingungen draußen heranzuführen. Schritt für Schritt, Tag für Tag. So bauen die Pflanzen Widerstandskraft auf und kommen viel besser mit dem Umzug klar.

Tomaten abhärten: So gehst du Schritt für Schritt vor
Am besten beginnst du ungefähr eine Woche vor dem geplanten Auspflanzen mit dem Abhärten. Dafür stellst du deine Tomatenpflanzen anfangs nur für kurze Zeit nach draußen – am liebsten an einen geschützten, hellen Platz ohne knallige Mittagssonne.
In den nächsten Tagen dürfen sie dann Schritt für Schritt länger draußen bleiben und sich nach und nach an Sonne, Wind und schwankende Temperaturen gewöhnen. Wenn das Wetter mitspielt, können sie schon bald den ganzen Tag im Freien verbringen – nachts wollen sie aber wieder ins Haus.
Nach etwa einer Woche sind die Pflanzen in der Regel gut vorbereitet und bereit für ihren endgültigen Platz im Beet, Gewächshaus oder Topf. Wichtig ist dabei vor allem, dass du es nicht überstürzt angehst. Deine Tomaten sollen sich langsam an die neuen Bedingungen gewöhnen.
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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Tomaten abzuhärten und zu pflanzen?
Der richtige Pflanzzeitpunkt hängt vor allem davon ab, wo deine Tomaten später wachsen sollen. Wenn du ein Gewächshaus hast, kannst du meist schon ab Mitte April pflanzen, weil die Bedingungen dort geschützter sind und kalte Nächte besser abgefedert werden.
Sollen deine Tomaten dagegen im Freiland, auf dem Balkon oder im Tomatenhaus wachsen, wartest du besser bis nach den Eisheiligen Mitte Mai. Dann ist die Frostgefahr in der Regel vorbei und deine Tomaten sicher. :)
Und was ist der beste Standort für Tomaten?
Tomaten lieben es warm, sonnig und möglichst regensicher. Am wohlsten fühlen sie sich an einem Platz, an dem sie den ganzen Tag Licht bekommen und gleichzeitig vor Regen geschützt sind. Das ist besonders wichtig, weil Tomaten recht anfällig für Braunfäule sind.
Diese Krankheit hat vor allem dann leichtes Spiel, wenn die Blätter über längere Zeit feucht bleiben. Ein regengeschützter Standort ist deshalb oft wichtiger, als man zuerst denkt. Besonders gut wachsen Tomaten im Gewächshaus, im Tomatenhäuschen, an einer geschützten Hauswand, unter einem Dachvorsprung oder auf einer überdachten Terrasse.
Neben dem Standort spielt auch der Boden eine große Rolle. Tomaten mögen humusreiche, tiefgründige und lockere Erde, die Wasser gut ableitet und trotzdem genügend Nährstoffe speichert. Staunässe vertragen sie überhaupt nicht, aber auch ein ausgelaugter, knochentrockener Boden macht sie nicht gerade glücklich.

Was ist der richtige Pflanzabstand für Tomaten?
Mit einem weiten Pflanzabstand von 50 x 60 cm gehst du sicher, dass genug Luft zwischen deinen Tomatenpflanzen zirkulieren kann. Das ist super wichtig, um der Braunfäule vorzubeugen.
Wie pflanze ich Tomaten richtig?
Sobald deine Tomaten gut abgehärtet sind und auch der Pflanzzeitpunkt passt, dürfen sie endlich an ihren endgültigen Platz ziehen. Heb dafür ein schön großzügiges Pflanzloch aus, denn Tomaten mögen es gar nicht, eingequetscht zu werden.
Ins Pflanzloch kannst du direkt eine Handvoll Hornspäne oder Schafwollpellets geben, damit deine Pflanzen von Anfang an gut versorgt sind. Beim Einsetzen darfst du Tomaten ruhig etwas tiefer pflanzen, als sie vorher im Topf standen. Das ist sogar richtig clever, weil sie am unteren Stängel zusätzliche Wurzeln bilden und dadurch kräftiger und standfester werden.
Alle Blätter, die später den Boden berühren würden, solltest du vorher entfernen, damit Krankheiten es schwerer haben. Danach drückst du die Erde rund um die Pflanze vorsichtig an und gönnst jeder Tomate eine ordentliche Portion Wasser. Wenn du im Gewächshaus oder Tomatenhaus pflanzt, achtest du außerdem darauf, dass die Pflanzen nicht direkt an Folie oder Glas stehen, denn dauerhafter Kontakt mit feuchten Flächen begünstigt Pilzkrankheiten.

Die richtige Rankhilfe für Tomaten
Die meisten Tomaten brauchen beim Wachsen eine gute Stütze, damit sie gesund nach oben wachsen und unter dem Gewicht ihrer Triebe und Früchte nicht irgendwann umkippen oder abknicken.
Nur Buschtomaten und viele Wildtomaten kommen oft auch ohne Rankhilfe ganz gut zurecht. Im Gewächshaus haben sich Schnüre besonders bewährt. Sie werden an der Decke befestigt und reichen bis zum Boden, sodass du deiner Tomate beim Pflanzen eine lockere Schlinge um den unteren Bereich geben kannst. Während sie wächst, hängst du sie dann nach und nach immer wieder in die Schnur.
Auf dem Balkon, im Topf oder im Tomatenhäuschen funktionieren dagegen Bambusstäbe, Metallstangen oder Tomatenspiralen sehr gut. Wichtig ist bei jeder Variante vor allem, dass die Rankhilfe stabil genug ist und auch wirklich lang genug ausfällt. Mindestens 1,80 Meter sollten es schon sein – sonst steht deine Tomate schneller oben an, als dir lieb ist.
Tomatenhaken: Kleiner Helfer, großer Effekt
Wie wär’s mit einem Trick, der dir eine noch größere Tomatenernte einbringt? Probier’s mal mit Tomatenhaken! Die handlichen Bügel aus Metall sind wahre Wunderhelfer! Sie halten die Schnur, in der deine Tomate hängt, und erlauben es dir, der Pflanze nach und nach mehr Platz zum wachsen zu geben indem du sie Stück für Stück absenkst. So wird auch ein niedriges Gewächshaus nicht zu klein und die Tomaten wachsen dir nicht über den Kopf.
Beim Auspflanzen bringst du einfach über jeder Tomate einen Haken an und schwupps – schon bist du ready für deine Traumernte!

Häufige Fehler beim Tomaten abhärten
Beim Tomaten abhärten sind es oft gar nicht die großen Patzer, die Probleme machen, sondern eher die kleinen Ungeduldsmomente zwischendurch. Schnell denkt man: Ach, das Wetter ist doch heute schön, die können jetzt bestimmt direkt den ganzen Tag raus. Genau da wird’s für viele Tomaten aber schwierig.
Junge Pflanzen müssen sich erst an direkte Sonne gewöhnen, sonst reagieren die Blätter schnell mit Verbrennungen. Auch kühle Nächte oder starke Temperaturschwankungen können ihnen ganz schön zusetzen, wenn sie zu früh zu lange draußen bleiben. Dazu kommt noch der Wind, der oft unterschätzt wird. Was für uns nur nach einem harmlosen Frühlingslüftchen aussieht, kann für ungehärtete Tomaten schon ziemlich stressig sein.
Am häufigsten scheitert das Abhärten deshalb nicht am Wetter, sondern an der Ungeduld. Dabei dauert es nur ein paar Tage, die sich wirklich lohnen. Wenn du deine Tomaten Schritt für Schritt an draußen gewöhnst, starten sie deutlich kräftiger und entspannter in die Saison.
So, jetzt bist du bereit, deine Tomatenpflanzen optimal auf den Umzug ins Gewächshaus, oder ins Freiland vorzubereiten und einer dicken Tomatenernte steht nichts mehr im Weg! :)
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Dieser Artikel enthält Werbung für den Wurzelwerk-Onlineshop.

Liebes Wurzelwerk-Team,
meine beiden Kinder und ich gärtnern in einem großen Hochbeet und auf dem Balkon. Mein 5-jähriger hat einen kleinen grünen Daumen und sät leidenschaftlich gerne alle möglichen Pflänzchen aus. Mitte Mai hat er halbe Tomätchen in kleine Töpfe gesteckt und hat mittlerweile tatsächlich Pflänzchen. Werden die noch was oder sind die leider schon zu spät dran? Vereinzeln durfte ich sie zumindest und die kräftigsten durfte er bis jetzt behalten. Ich fürchte aber er wäre sehr enttäuscht wenn er sich den Sommer über darum kümmert und keine Ernte bekommt.
Außerdem suchen wir ganz verzweifelt nach samenfesten bio Zierkohl-Samen. Weder Dreschflegel, noch Bingenheimer hat welche…hier wäre ich sehr dankbar über einen Tipp. Oder noch besser: nehmt es irgendwann in euren Shop mit auf.
Liebe Grüße vom Bodensee
Claudia und die zwei Gartenzwerge (5 Jahre und 20 Monate)
Hey liebe Claudia, hey liebe Gartenzwerge,
wir freuen uns riesig über dein Feedback und wie wunderbar ist es denn bitte, dass dein Großer schon im Gartenfieber ist. Die spät gesähten Tomaten werden ganz bestimmt noch blühen! Da würde ich mir keine Sorgen machen ;) Er wird auf jeden Fall Tomaten ernten können! Am besten du suchst im Internet nach einer samenfesten Zierkohlsorte – da solltest du fündig werden.
Liebe Grüße an den Bodensee sendet
Katja von Wurzelwerk
Liebe Marie,
danke für die tollen Tipps, du machst das sooo toll. Du schreibst ja, dass man Tomaten ab Mitte April ins Gewächshaus auspflanzen kann, aber momentan sind es nachts 3 Grad. Ist das nicht vielleicht zu kalt für die Pflanzen, bzw. gibt es keine Mindest-Innentemperatur?
Lieben Dank schon mal für Deine Antwort und liebe Grüße,
Ivy
Huhu :)
Es kommt immer ganz auf das Wetter an und es ist wichtig, die Temperaturen gut im Blick zu halten! ;)
Ich würde sagen, dass es zumindest nicht regelmäßig unter 10°C kalt werden sollte im Gewächshaus. Wenn mal eine Nacht etwas kühler ist, stecken die Pflanzen das schon noch gut weg.
Ganz viel Spaß und Erfolg dir!
Liebe Grüße
Franzi von Wurzelwerk
Hallo Marie, danke für deine wertvollen Videos und Artikel, die mich in meinen Gemüsegarten-Anfängen sehr unterstützen! Welche Art von Schnur verwendet ihr zum Hochbinden der Tomaten? Ich dachte an ein Hanfseil mit 4 mm oder ist das zu grob?
Liebe Grüße
Lisa
Ich habe Tomatenpflanzen gezogen und nach dem Pikieren in Komposterde gesetzt. Inwischen sind sie an der Blattunterseite und an den Stängeln lila. Ich hatte glesen, dass es an der Phosphor Aufnahme liegt. An der Temperatur liegt es nicht., sie stehen bei 16 Grad. Ich habe sie auch mit Vinasse + Phosphor gedüngt, aber es tut sich nichts. Was kann ich tun??
Ich würde gerne Gemüsepflanzen auf meinem Balkon kultivieren. Danke für den Tipp, dass ich meine Pflanzen abhärten sollte, bevor ich sie draußen Wind und Sonne aussetze. Ich werde darauf achten, dies bereits eine Woche früher zu beginnen, indem ich sie täglich nur für ein paar Stunden auf den Balkon stelle.
Im Gewächshaus nimmst du dafür am besten Schnüre, die du an der Decke befestigst und die bis zum Boden reichen. Beim Pflanzen befestigst du jeweils eine Schnur mit einer lockeren Schlinge am Wurzelhals jeder Pflanze. Die Pflanzen wickelst du dann regelmäßig um die Schnur, um ihr Halt zu geben.
Hallo Marie,
vielen Dank für deine tollen Tipps! Mit Hilfe deines Tomaten-Masterplans möchte ich in diesem Jahr mehr Erfolg bei der Tomatenzucht haben als letztes Jahr. Ich fange gerade erst mit dem Gärtnern an!
Ich habe sogar ein Gewächshaus und möchte die Tomaten an der Schnur hochwachsen lassen. Dazu schreibst du: „Beim Pflanzen befestigst du jeweils eine Schnur mit einer lockeren Schlinge am Wurzelhals jeder Pflanze.“ Ich kann mir das nicht so richtig vorstellen und will die Pflanze ja auch nicht beschädigen, da du ja auch gesagt hast, dass die Stiele von Tomaten sehr empfindlich sind. Kannst du zur Befestigung der Tomaten unten vielleicht ein kurzes Video einstellen? Die Befestigung oben ist mir natürlich klar.
Vielen lieben Dank und herzliche Grüße vom
Gartengreenhorn Andrea
Hallo Marie, deine Videos sind wirklich gut ich lerne immer etwas neues dazu.
Vielleicht kannst du mir helfen. In einen Video hast du eine Mischung aus drei Komponente in das Pflanzloch gegeben. ( ich dachte das wäre bei den Tomaten einpflanzen gewesen) Leider finde ich den Beitrag nicht und würde dich bitten mir nochmal zu sagen was du da zusammen mischst und als Grundlage für die Setzlinge nimmst. Vielen, vielen Dank! Liebe Grüße Diana
Hey Diana,ich verwende 1/3 Hornspäne, 1/3 Magnesiumsulfat und 1/3 Gesteinsmehl und gebe davon 2 EL pro Tomatenpflanze ins Pflanzloch. :)
Hi Marie
Ganz herzlichen Dank für deinen informativen blog? es ist sehr wertvoll von denErfahrungen und dem Wissen anderer GärtnerInnen profitieren zu dürfen. Letzten Herbst habe ich mit den jüngsten Kindern unserer Schule mit den Vorbereitungen eines Schulgartens begonnen. Den Vorfrühling haben wir genutzt, um im Klassenzimmer zu säen, zu pikieren und Kartoffellichtkeimlinge zu ziehen. Jetzt kommt die Zeit in welcher wir terra preta in den Boden einarbeiten und anhand der Pflanzenfreundschaften den Pflanzplan erstellen. Mit Begeisterung sind alle dabei und wir lernen laufend dazu…….
Herzlichst
Susanne