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Tomaten richtig düngen – Wann, wie, mit welchen Düngern?

Tomaten sind eines der hungrigsten Gemüse im ganzen Gemüsegarten. Deswegen geht es heute um die Frage: Wie zum Teufel stille ich diesen Hunger und wie kann ich meine Tomaten düngen so, dass sie mit allem versorgt sind was sie brauchen?

Ich werde euch erzählen:

  • welche Nährstoffe Tomaten brauchen und warum,
  • wie du erkennst, ob du deine Tomaten düngen solltest
  • welche Dünger du wann verwenden kannst
  • und woran du erkennst, dass du es ein bisschen zu gut gemeint und deine Tomaten überdüngt hast.
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Auf diese 5 Nährstoffe sind Tomaten besonders heiß

Jedes Gemüse hat ja, was den Dünger angeht, einen eigenen Geschmack. Tomaten, die übrigens zu den Starkzehren gehören, stehen vor allem auf diese 5 Nährstoffe:

  • Stickstoff: der wichtigste Pflanzennährstoff für alle Starkzehrer. Stickstoff ist sozusagen der Kraftstoff, der für ordentlich Massenwachstum sorgt und eure Tomaten in die Höhe schießen lässt. Für eine dicke Tomatenernte solltest du deine Tomaten ausreichend mit Stickstoff düngen.
  • Phosphor: Phosphor ist vor allem wichtig, damit eure Pflanzen schön viele Wurzeln und Blüten bilden können, aus denen ja dann später die Früchte wachsen. 
  • Kalium: Kalium sorgt dafür, dass sich die Früchte gut bilden und ausreifen können und ist sozusagen der letzte Nährstoff im wichtigen Dreiergespann NPK. Stickstoff, Phosphor und Kalium bilden die Grundlage, die letzten beiden Elemente sollten aber auch nicht fehlen:
  • Schwefel und Magnesium: Diese beiden sind nicht so offensichtlich wie die ersten drei, spielen aber beim Tomatenanbau auch eine große Rolle. In meinem letzten Tomatenartikel zum Thema wie man Tomaten im Topf anbaut, habe ich euch ja bereits gezeigt, dass ich beim Pflanzen meiner Tomaten immer ein bisschen Magnesiumsulfat mit ins Pflanzloch gebe. Magnesiumsulfat enthält sowohl Schwefel als auch Magnesium und seit ich das benutze, geht es meinen Tomaten viel besser. 

Übrigens: Wenn du lieber Videos schaust als Artikel zu lesen, dann kommst du hier zur Youtube-Variante dieses Artikels.

Tomaten düngen: 3 unterschiedliche Arten der Düngung

Dass Tomaten Dünger brauchen, steht außer Frage. Aber wann und wie düngt man Tomaten richtig? Grundsätzlich kannst du zwischen drei unterschiedlichen Arten der Düngung unterscheiden:

Da gibt es zum einen die Grunddüngung. Die Grunddüngung erfolgt entweder vor der Pflanzung oder direkt bei der Pflanzung und gibt den Tomaten eine kleine Starthilfe. Ich benutze für die Grunddüngung immer meine geheime Düngermixtur, die zu gleichen Teilen aus Hornspänen, Gesteinsmehl und Magnesiumsulfat besteht.

tomaten düngen

Die Grunddüngung habt ihr ja wahrscheinlich schon durchgeführt, denn die Tomaten sind ja in der Regel jetzt schon alle in der Erde. Also geht es weiter mit der regelmäßigen Düngung.

Die regelmäßige Düngung übers Gießwasser ist eine super Methode, um den Tomaten schnell verfügbare Nährstoffe zu verabreichen, denn auch wenn die Hornspäne aus der Grunddüngung ein super Tomatendünger sind, so setzt sich dieser nur langsam um und kann nicht sofort von den Pflanzen verwertet werden.

Deswegen soltest du deine Tomaten ab der Pflanzung etwa alle vier Wochen über das Gießwasser düngen.

Dafür kannst du beispielsweise einen flüssigen Bio-Tomatendünger verwenden. Ein anderer toller Dünger, den man sogar selber machen kann, ist Brennnesseljauche. Wenn du in meinem Kurs Gemüsegarten-starten mit dabei bist, findest du in der 3. Phase die passende Anleitung. 

Ich würde aber nicht jedes Mal mit Brennnesseljauche düngen, benutzt zwischendurch auch ruhig mal wieder den Bio-Tomatendünger oder Vinasse.

Vinasse ist auch ein toller Tomatendünger, der aus Zuckerrüben hergestellt wird, und einen ordentlichen Stickstoffschub gibt. Das grenzt schon an die Wirkung von mineralischem Dünger, also echt ein super Zeug, aber passt auf, das klebt ordentlich. ;)

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Im kostenlosen Masterplan findest du – kompakt zusammengeschrieben – alle Infos, die du brauchst, um eine richtig dicke Ernte einzufahren. Von der Aussaat übers Pikieren bis zu den besten Sorten und meiner geheimen Düngermixtur. Hier ist alles drin, was du für tolle Tomaten wissen solltest. ;)

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    Und die letzte Art der Düngung ist die Notfalldüngung. Die braucht ihr, falls eure Tomaten irgendwelche Flecken oder verfärbte Blätter aufweisen oder ihr generell das Gefühl habt, dass irgendwas stimmt mit ihnen nicht stimmt. 

    In dieser Liste könnt ihr dann mal nachschauen was bei euren Tomaten los ist. Meistens handelt es sich ja um Krankheiten, Schädlinge oder Nährstoffmangel. Und falls es ein bestimmter Nährstoff ist, der fehlt, dann könnt ihr diesen speziell nachdüngen. 

    tomaten düngen

    Überdüngung oder Mangel – wie dünge ich Tomaten richtig?

    Eine genaue Mengenangabe für euren Tomatendünger kann ich euch nicht an die Hand geben, denn jeder Dünger ist anders dosiert. Deswegen immer auf die Packung schauen, da sollte genau erklärt sein, wie viel von eurem Dünger verwendet werden soll. 

    Trotzdem gibt es ein paar generelle Anzeichen, an denen du erkennen kannst, ob deine Tomaten über- oder unterversorgt sind.

    Sind die Blätter deiner Tomaten tief dunkelgrün oder fast schon schwarz, dann hast du es wahrscheinlich etwas zu gut gemeint und deine Pflanzen sind bereits überdüngt. ;)

    Ein typisches Mangelsymptom bei Tomaten (meistens mangelt es an Stickstoff) sind gelbe Blätter. Ihr erkennt den Stickstoffmangel auch daran, dass sich erst einmal die unteren Blätter verfärben. Denen entzieht die Pflanze den Stickstoff zuerst, um ihn in die neuen, oberen Blätter reinzupumpen. 

    Generell muss euch so ein Mangel aber keine Angst machen. Das kommt schnell einmal vor und kann mit den richtigen Nährstoffen ohne Probleme wieder behoben werden. 

    Hast du Lust auf noch mehr Tomaten – Lektüre? Dann kannst du gerne mal durch diese Artikel schmökern:

    Tomaten im Topf pflanzen: die 11 wichtigsten Schritte!

    Die 8 wirksamsten Mischkultur-Partner für Tomaten!

    Tomaten ausgeizen und pflegen – Schritt für Schritt mit Bildern

    Womit düngt ihr denn eure Tomaten am allerliebsten? Schreibt es gerne in die Kommentare, ich freue mich immer über neue Anregungen. 

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    Kategorie: Gemüse-Anleitungen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    64 Kommentare

    1. Waltraut Puchalla-Meyer sagt

      Ich habe die letzten Jahre immer Pferdemist 4 Wochen vor der Tomatenpflanzung ins Beet gebracht. In diesem Jahr habe ich Bokashi ausgebracht. Da es dieses Jahr sehr kalt und nass war, habe ich noch keinen Vergleich.
      Außerdem habe ich nach Maries Empfehlung Salat zu den Tomaten gepflanzt und werde nächste Woche noch Kohl dazupfalnzen.

    2. Josefa Prall sagt

      Hallo!
      Wo bekommt man Magnesiumsulfat? Ich habe es leider nirgends bekommen. Was gibt es außer den herkömmlichen Maßnahmen, noch für Mittel gegen Braunfäule?

      LG Josefa

    3. Hallo Marie,
      vielen Dank für den tollen Tomaten-Masterplan.
      Im Namen des gefürchteten Tomatenschädlings hat sich ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen: Es handelt sich um „Phytophthora infestans“, nicht „infestas“.
      Keep on growing
      Werner

    4. Irmgard Ernst sagt

      Ich habe ein Problem mit den lästigen Engerlingen, habe es schon mit Knoblauchzehen im Hochbeet probiert, hat nicht wirklich geholfen, hast du mir einen Rat für dieses Problem. Würde mich über eine Antwort freuen. Übrigens dein Block ist richtig Klasse. Liebe Gartengrüsse Irmgard

    5. Siegmar aus Görlitz sagt

      Halla Marie, du bist ja eine richtige „Tomaten-Königin“ habe voriges Jahr mit Anbau im überdachten , halb verglasten Gewächshaus Pflanzen ausgesetzt.

      Pflanzen gedeiten prächtig, viel Grün aber wenig Fruchtansatz.
      Neben an drei Gurken gesetzt. War das etwa der Grund ??
      Gruß und bleib weiterhin so ein Ratgeber.

      Siegmar aus Görlitz

    6. Thorben sagt

      Hallo Marie,
      Vielen Dank erst einmal für die vielen Gartentipps.
      Zur Vinasse hätte ich noch eine Frage, ich hab Mal geschaut und festgestellt das Vinasse ein NK-Dünger ist also Phosphor komplett fehlt. Gleichst du das noch irgendwie aus? Wenn ja womit?

    7. Ute sagt

      Hallo Marie, im Tomatenguide schreibst du was von LED Pflanzlichtern.
      Es gibt so viele, welche genau hast du für deine Tomaten?

      Lg. Ute

    8. Claudia sagt

      Ich habe gerade das Magnesiumsulfat gegoogelt und erhalte immer Bittersalz als Treffer. Ist das genau das was Sie damit meinen oder gibt es da Unterschiede?

      • Admin sagt

        Hallo Claudia,

        Bittersalz ist nur ein anderer Name für Magnesiumsulfat, das ist das gleich. :)

        Viele Grüße,
        Jacky
        >Gemüsegarten-Coach<

    9. Ernst seiler sagt

      Man kann auch über die Blätter verschiedene Tees Spritzen. Dies bewirkt eine leichte Düngung , und stärkt die Pflanzen (Mondstand)
      LG.Örni

    10. Hallo Marie,
      wie viel von Deiner Grunddüngung gibst Du an jede Pflanze? So ne Hand voll?
      Vinasse hab ich auch, nur noch keinen so richtig bequemen Weg der Ausbringung gefunden. Das Anrühren ist doch etwas lästig. Wie machst Du es?

      Tolle Webseite übrigens :)

      LG, Sylvi

    11. Anja sagt

      Hallo Marie, ich will immer ungern was dazukaufen. Dann ist der Sinn und Zweck des Eigenanbaus für mich im kleinen Reihenhausbeet futsch. Ich habe allerdings Kompost da. Wie ist der? Eigentlich machen die Tomaten einen ganz guten Eindruck, die meisten sind allerdings noch grün…. Danke und liebe Grüße, Anja

    12. Olga sagt

      Hallo Melanie,
      Auf meinem Bio Flüssigdünger von Gartenkrone aus dem Baumarkt steht hinten kleingedruckt drauf dass der „Ausgangsstoff 100% natürlicher Abfall (Vinasse)“ ist. Ist eine klebrige zähflüssige dunkle Masse, klingt als würde es passen?! Vielleicht schaust du mal ins Kleingedruckte.
      LG, Olga

    13. Wolfram sagt

      Meine Tomaten bekommen als Grunddüngung einen Mix aus 5 Teilen abgelagerten Pferdemist und 1 Teil Taubenmist (alt.: Hühnermist oder Guano). Mit Schafwolle habe ich ebenfalls beste Erfahrungen gemacht. Wenn verfügbar, dünge ich auch mit fermentierten Küchenabfällen.
      Während der Vegetationszeit füttere ich die Tomaten und andere Starkzehrer 1 x wöchentlich mit einem Mix 1:1 aus Brennessel- und Beinwelljauche, je 100 ml pro 10 Liter-Kanne. Alle 4 Wochen menge ich 50 ml Vinasse (aus Zuckerrüber, nicht aus Zuckerrohr!) bei.
      Das Wachstum wird gefördert durch Löwenzahnjauche.
      Zwischen die Tomate pflanze ich in die Mulchdecke aus Stroh niedrige Tagetes (Studentenblumen), Schnittlauch und/oder Salate. Johannisbeeren als Nachbarn tun den Tomaten auch gut.

    14. Sigrid sagt

      Hallo liebe grossen und kleinen Gärtner/inne, wir düngen unsere Tomaten mit Komposttee, Hornspänen und Kaffeesatz. Am Besten gedeihen die Tomaten im grossen Topf.
      LIEBE GRÜßE und allen viel Spaß beim Ernten.
      SIGRID

    15. Arndt sagt

      Hallo Imke,
      gegen Schnecken im Hochbeet helfen zwei Kupferbänder rund herum im abstand von 5mm übereinander und ein 12V Akku perfekt. Hab das seit Jahren in Kombination mit einer Solarzelle im Einsatz.
      Grüße,
      Arndt

    16. Charlie sagt

      Hallo Evamarili,
      ich glaube nicht, dass es das gleiche ist. Vinasse ist ein Folgeerzeugnis nach der Fermentierung von Melasse.

    17. Manu sagt

      Ich benutze „Düngme„ zum düngen. Was hältst du davon? Das sind Pellets für Langzeitdüngung. Man kann sie aber auch in Wasser auflösen und dann über das Gießwasser einbringen.

    18. Svetlana sagt

      Marie ich hab so viel von Dir gelernt! Ich wohne in Bulgarien . Weisst Du wie man dieses Vinasse selbst herstellen koente?
      Ich sammel auch Kaffereste in ein Eimar, in einen anderen Eierschalen, die ich kleinhacke und Asche vom Kamin , dann mische ich Alles und geb es als Duenger dazu.
      Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr mit Deinen Tipp wird?!

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Svetlana,
        ein prima Dünger, den du selbst herstellen kannst, ist eine Jauche aus Brennnesseln und/oder Beinwell. Die Jauche gibt deinen Gemüsen einen richtigen Boost. Achte darauf, dass du die Jauche im Verhältnis 1:20 mit Gießwasser verdünnst, bevor du sie ausbringst.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    19. Thomas Apelt sagt

      Hallo Gartenfreunde,
      bin sehr angetan von euren Beiträgen zum Thema Tomaten. Da wir in der Nähe von Köln sehr schlechte Gartenerde haben mache ich mir jedes Jahr die Mühe Komposterde herzustellen und das kostengünstig aus allen möglichen biologischen Abfällen. Und siehe da, jedes Jahr eine wunderschöne Ernte. Eine Düngung bekommen die Pflanzen bei mir erst wenn ich merke das sie Hunger haben. Das ist wie im normalen Leben. Was ich zum Schluss noch hinzufügen möchte ist der Standort, der wie ich finde ganz wichtig ist. Ich kultiviere meine Tomaten in 40 Liter Behälter immer zwei Pflanzen. Der Standort ist Südwest an der Hauswand wo sie vom Regen geschützt sind, durch unseren Balkon oben drüber. Ich hoffe das ich mit meinem Beitrag manch einen helfen konnte.

      Viele Grüße Thomas

    20. Beate Bencsik sagt

      Liebe Marie,
      kann ich Gesteinsmehl und Magnesiumsulfat jetzt noch nachdüngen? Hatte beim Pflanzen nur Hornspäne. Wenn ja, wie lange würdest du danach mit dem Tomatendünger warten?
      Danke für deine tollen Tipps!!
      LG
      Beate

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Beate,
        du kannst auch jetzt noch mit Gesteinsmehl und Magnesiumsulfat nachdüngen :) Beobachte deine Pflanzen danach gut, vielleicht brauchen sie den Tomatendünger dann gar nicht mehr. Deine Tomaten sind dann nämlich erstmal gut versorgt. Ich würde den Extradünger nur einsetzen, wenn deine Pflanzen dir zeigen, dass ihnen etwas fehlt.

        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

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