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Was ist eigentlich Permakultur? So ganz konkret?

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Permakultur ist irgendwie ein schwammiger Begriff, mit dem ich lange Zeit nicht viel anfangen konnte. Ich meine, Permakultur ist doch naturnaher Anbau mit Mischkultur und Mulchbeeten, Lebensräume für Nützlinge schaffen schaffen und sowas. Aber ist das nicht, was jeder naturverbundene Gärtner tut? Sind wir alle Permakulturisten? Klar hört man immer mal hier und da etwas von Permakultur, aber was bedeutet das konkret? Ihr seht schon: Ich hatte was die Permakultur angeht einigen Klärungsbedarf. Also habe ich mir einen Stapel Bücher aus der Uni-Bibliothek geholt, um die Frage zu klären:

Was ist Permakultur? So ganz konkret.

Das habe ich herausgefunden:

 

  • Permakultur bedeutet, von der Natur zu lernen und ihre Strukturen und Muster in die eigene Planung einfließen zu lassen.
  • Die Permakultur betrachtet das Große Ganze, das Zusammenwirken von unterschiedlichen Elementen. Jedes Element erfüllt mehrere Aufgaben und jede wichtige Aufgabe wird von mehreren Elementen erfüllt. Die einzelnen Elemente untereinander vernetzt und bilden ein stabiles System.
  • Permakultur bezieht sich gar nicht ausschließlich auf den Garten. Permakultur-Grundsätze lassen sich auf alle Lebensbereiche übertragen.
  • In der Permakultur möchte man verschiedene, unterschiedlich intensiv bewirtschaftete Zonen einrichten. Am intensivsten sind diejenigen Zonen bewirtschaftet, die nah am Haus liegen.
  • Eine hohe Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Design-Elementen macht ein Permekultur-System stabil. Ein Permakultursystem soll stabil sein, damit es auf externe Veränderungen wie Trockenheit, Kälte oder Schädlinge reagieren kann.
  • Energie wird in einem Permakulursystem eingefangen und möglichst effizient genutzt. Dazu errichtet man beispielsweise Teiche, Steinmauern oder Sonnenfallen. Aber auch das Anlegen von möglichst kurzen Arbeitswegen bedeutet, Energie zu sparen.
  • Permakultur kommt von „permanent agriculture“, sie ist also permanent und soll langfristig möglichst ohne menschliches Eingreifen funktionieren.
  • Das Erschaffen von Kreisläufen spielt in der Permakultur eine große Rolle. Das können Kompostsysteme sein, Hügelbeete, nachhaltiger Bodenaufbau oder beispielsweise Aquaponicsysteme. Viele Permakulturisten lassen ihre Pflanzen zur Blüte kommen, sodass sie sich selbst aussäen. So wird immer weniger menschliches Eingreifen nötig.
  • In der Permakultur versucht man, das zu nutzen was da ist und Material und Energie möglichst regional zu beziehen.
  • Wasser wird an der höchsten Stelle des Grundstücks aufgefangen und gespeichert. Auf seinem Weg über das Grundstück passiert das Wasser möglichst viele Zwischenstationen, sodass es effizient genutzt wird. Dafür legen Permakulturisten zum Beispiel Swales und Teiche an. Wasser wird auch oft als Wärmespeicher genutzt.
  • In der Permakultur geht es darum, herkömmliche Denkmuster zu überwinden und nach positiven und kreativen Lösungen zu suchen.
  • Kein Permakultursystem ist wie das andere: Es ist immer an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepasst und versucht, sie sich möglichst zunutze zu machen.

Das sind einige konkrete Ansätze, die ich mitgenommen habe. Permakultur ist ein ganzheitliches Konzept zwischen Mensch und Natur, heißt es. Und dass dabei Nachhaltigkeit und Miteinander im Fokus stehen, nicht Profitgier und Konkurrenz. Hört sich eigentlich ziemlich gut an, oder?

Wie kann man Permakultur-Prinzipien ganz konkret im Garten / auf dem Balkon und darüber hinaus umsetzen? Wie kann man ein Permakultur-System anlegen? Ich begebe mich auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was Permakultur / Permaculture eigentlich ist und wie man sie in die Praxis umsetzt. Konkrete Ideen zu Hochbeet, Hügelbeet, Waldgarten, Sonnenfalle und Co. #Permakultur #Selbstversorger #Gemüsegarten #Permaculture #Selbstversorgung

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Sind wir Permakulturisten?

Ist das, was wir machen, jetzt Permakultur oder nicht? Diese Frage zu beantworten, ist mir auch nach meiner Recherche nicht besonders leicht gefallen. Klar, wir denken und arbeiten in Kreisläufen, wir schützen unseren Boden und bauen ihn auf. Wir erschaffen Lebensräume für Nützlinge und versuchen, mit der Natur zu arbeiten statt gegen sie. Die unterschiedlichen Elemente in unserer Selbstversorgung übernehmen verschiedene Funktionen. Unsere Ziegen zum Beispiel geben nicht nur Milch und halten den Rasen kurz und das Gestrüpp in Schach. Sie liefern uns auch wertvollen Dünger und wir setzen sie gezielt gegen unsere Wühlmaus-Plage ein. Wir haben einen Waldgarten mit vielen Obst- und Nussbäumen und Beerensträuchern. Bevor wir hergezogen sind, hat sich ganze elf Jahre lang niemand mehr darum gekümmert und die Bäume tragen immer noch sensationell. (Zumindest hätten sie das, wenn die Spätfröste dieses Jahr nicht die meisten Blüten erwischt hätte… Letztes Jahr jedenfalls konnten wir uns vor Früchten nicht retten. 🙂 ) Wenn das nicht permanent ist!

Was-Ist-Permakultur-Ziege

Aber wir werden unsere Grundstücke nicht mit Baggern ummodellieren und auch keinen Teich anlegen. Die Grundstücke gehören uns nämlich nicht, wir können also keine großen Veränderungen vornehmen. Davon abgesehen glaube ich gar nicht, dass es nötig ist, das Gelände zu verändern. Mit Wasser haben wir dank unserer Mulch-Methode nämlich keine Probleme.

Unsere Arbeitswege sind alles andere als optimiert. Unsere Grundstücke liegen zwar alle in Laufnähe zum Haus, aber ausgerechnet der Gemüsegarten ist am weitesten entfernt. Und auch wenn ich versuche, dass sich möglichst viel Gemüse selbst aussät, klappt das bisher nur bei wenigen Arten zuverlässig. Unser Garten ist also noch weit davon entfernt, ein permanentes System zu sein. Im Frühling ist also eine Menge Arbeit nötig, damit das wächst, was wachsen soll.

Ich finde die Ansätze, von denen ich in den Permakultur-Büchern gelesen habe, sehr spannend und bin inspiriert, mehr davon umzusetzen.

Hier sind ein paar konkrete Permakutur-Elemente, die ich übernehmen will:

  • Baumscheiben mit Heilkräutern und anderen Mischkultur-Partnern bepflanzen.
  • Ein Hügelbeet wollte ich auch immer schonmal bauen. Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit dafür. 🙂
  • Pflanzen stapeln, um auf derselben Fläche mehr ernten zu können. Zum Beispiel Wein an einem Baum hochranken zu lassen, daneben Beerensträucher und davor niedrigere Pflanzen wie Salat anbauen.
  • Hühner! Ich will unbedingt wieder Hühner haben. Und die sollen dann gleich mehrere Funktionen übernehmen: Eier legen, Mist produzieren, beim Kompostieren und bei der Gartenarbeit helfen, Schnecken fressen, die Wühlmäuse vertreiben, im Winter das Gewächshaus heizen… Mal schauen, was uns sonst noch so einfällt. Diese Hühner werden jedenfalls viel zu tun haben.
  • Und ein Walipini will ich irgendwann auch haben. Das wird aber vermutlich noch ein bisschen auf sich warten lassen.

Was-ist-Permakultur-Möhren-SaatgutPermakultur-Buchtipps

Falls du dich auch für die Permakultur interessierst und wie ich noch ganz am Anfang stehst, habe ich hier ein paar Buchtipps. Zwei der Bücher, die ich mir ausgeliehen habe, haben mir nämlich besonders gut gefallen:

Was-ist-Permakultur-Buch-Empfehlung

Permakultur von Christoph Bachmann

In Permakultur ist ziemlich gut erklärt, was Permakultur eigentlich genau ist. An diesem Buch fand ich toll, dass es so konkret ist. Es steckt voller praxisbezogener Ideen, wie man die Permakultur für sich umsetzen kann. Leider sind pro Projekt oft nur 2 Seiten veranschlagt, sodass die einzelnen Tipps nicht besonders in die Tiefe gehen. Aber du bekommst hier einen guten Überblick und jede Menge Inspiration. Im zweiten Teil stellen sich verschiedene Permakultur-Höfe vor, was ich super spannend fand. Diese Portraits haben mir nochmal klar gemacht, dass Permakultur ganz unterschiedlich aussehen kann. Falls du also nach Inspiration und konkreten Ideen suchst: Hier ist der Link zum Buch.

Permakultur konkret von Bill Mollison

Wenn du dich schon länger mit Permakultur beschäftigst, kennst du dieses Buch vielleicht. Bill Mollison gillt ja als „Vater“ der Permakultur. Permakultur konkret ist zwar nicht so schön bebildert wie das andere Buch, es geht aber viel mehr in die Tiefe. Im ersten Teil erklärt Bill Mollison sein Permakultur-Konzept sehr anschaulich und der zweite Teil richtet sich an Designer, die ein Permakultur-System für ihre Kunden entwickeln möchten. Ich habe hier ganz viele Denkanstöße und Ideen mitgenommen. Permakultur konkret findest du hier.

Ich schätze, Permakultur ist für jeden etwas anderes. Was bedeutet Permakultur für dich? Hast du Permakultur-Prinzipien in dein Leben übernommen oder bist du vielleicht schon ein richtiger Profi? Irgendwelche Buchtipps? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

Selbstversorgung Für Anfänger

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Kategorie: Garten

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

3 Kommentare

  1. Pingback: 25 Selbstversorger-Fähigkeiten, die du lernen kannst, wenn du noch in der Stadt wohnst - Wurzelwerk

  2. Ich habe ein paar Bücher über Permakultur, wollte letzten Frühling einen Kurs besuchen, der leider ausfiel,wegen zu wenig Beteiligung :(, aber eigentlich lass ich mich ganz gerne von allem was mir gefällt inspirieren (immer diese Mann(s)-langen Sätze 😉 ).
    Ob das dann permakulturell ist oder nicht, ist mir auch eigentlich voll wurscht, hauptsache es fühlt sich gut an. Ich bin eher der intuitive-Typ :D.

    Liebe Grüße
    Helena

    • Marie sagt

      Oh, einen Permakultur-Kurs würde ich auch super gerne machen. 🙂 Ich seh das genauso. Man muss nicht allem was man tut einen Stempel aufdrücken können.

      Liebe Grüße zurück!
      Marie

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