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Alte Apfelsorten: Ein Kulturgut zum Wiederentdecken

Bist du auf der Suche nach alten Apfelsorten für deinen Garten? Oder hast du gar einen alten Apfelbaum draußen stehen und willst endlich wissen, wie die Sorte heißt? Dann lade ich dich hiermit ein in die Welt der Obstkundigen und Pomologen! Wir schauen uns die besten alten Apfelsorten an und ich berichte dir, was ein Pomologe alles draufhat! Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis
Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!
Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten
Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“
# Reifeklasse
# Nutzungsform
Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“
Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

Warum du unbedingt alte Apfelsorten pflanzen solltest!

Moderne Apfelsorten findest du zuhauf im Supermarkt. Doch wenn du schon einmal in den Genuss von einer der vielfältigen alten Sorten gekommen bist, ist die Sortenentscheidung für den eigenen Apfelbaum im Garten eigentlich schon gefallen: Denn an den Geschmack kommen die süßen aber vergleichsweise faden Supermarktäpfel einfach nicht heran.

In alten Apfelsorten steckt ein vergessenes Potential, das darauf wartet, von dir entdeckt zu werden! Nicht nur der Geschmack überzeugt. Pflanzt du eine alte Apfelsorte, wächst ein Stück Kulturgeschichte ganz jung und robust aus deinem Gartenboden.

Erhaltung eines Kulturguts und von Biodiversität: Alte Apfelsorten waren einmal das Beste vom Besten. Doch wenn sie keiner mehr anbaut und wir sie nicht essen, sterben sie irgendwann aus. Und damit gehen die Eigenschaften dieser tollen Sorte unwiderruflich verloren. Zum Glück reicht in der Regel ein einziger Baum aus, um eine alte Apfelsorte zu bewahren. Doch am sichersten erhält sich eine Sorte, wenn viele Bäume über das ganze Land verteilt wachsen – vielleicht ja auch bald in deinem Garten!

Vielfalt an Geschmack, Nutzungen, Formen und Farben: Kommst du einmal in den Genuss der Vielfalt, besteht große Suchtgefahr. Deine Sinnesorgane bekommen nicht genug von süß säuerlichen Äpfeln wie dem „Berlepsch Apfel“ oder dem nussigen Aroma einer „Goldparmäne“. Du beißt in den Apfel und die Geschmacksknospen in deinem Mund explodieren förmlich. Möchtest du Äpfel lange lagern, brauchst du unbedingt einen „Onatrio“. Dieser Apfel hält sich im Keller sogar bis Mai und kommt nicht aus Neuseeland.

Robuste Sorte für die Bedingungen in deinem Garten: Auch hier ist die Vielfalt groß. Es gibt robuste Kerlchen wie den „Boskoop“, der Wind und Wetter mit Leichtigkeit trotzt. Und dann findest du auch ein paar Prinzessinnen und Prinzen unter den Apfelbaum Sorten – zum Beispiel den „Cox Orange“. Der braucht einen fruchtbaren, lockeren Boden an einem schönen Sonnenplätzchen. Du kannst dir ganz einfach eine Sorte aussuchen, die zu deinem Garten und deinen Wünsche passt.

Begibst du dich einmal auf die Suche, ist die Sortenauswahl bombastisch. Seit Jahrhunderten züchten Menschen Apfelbäume. Dementsprechend gibt es super viele Apfelbaum Sorten. Die Vielfalt entstand häufig in Klostergärten, Gutshöfen oder Baumschulen. Die ein oder andere Sorte ist aber auch aus einem Apfelgriebsch als Zufallssämling gewachsen. Daher erwartet dich im Fundus der alten Apfelsorten eine große Auswahl. Bist du kurz davor, einen Apfelbaum in die Erde zu bringen, schau dir gerne noch meine wichtigsten Tipps zum Pflanzen eines Apfelbaums an.

Damit es dir ein bisschen leichter fällt, zu entscheiden, welche alte Apfelsorte zu dir und deinem Garten passt, habe ich dir in diesem Artikel meine 13 liebsten alten Apfelsorten mit all ihren Eigenschaften in einer Tabelle zusammengefasst.

Du bist schon stolzer Besitzer oder stolze Besitzerin eines alten Apfelbäumchens? Dann kannst du auch gleich zum untersten Kapitel weiterscrollen.

Möchtest du in deinem Obstgarten auch gleich noch ein paar Gemüsebeete anlegen? Dann lass dich gerne von meinem Pflanzplan inspirieren!

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    Die 13 leckersten alten Apfelsorten für deinen Garten

    Fragst du dich, warum ich dir genau 13 alte Apfelsorten für deinen Garten empfehle? Ich bin ganz ehrlich, ich habe es einfach nicht geschafft, mich auf zehn Stück festzulegen. ;) Bei der Auswahl der besten alten Apfelsorten war mir eine Eigenschaft allerdings besonders wichtig – sie alle eignen sich sehr gut für Hausgärten!

    SorteAlterGeschmackVerwendungPflückreifeLagerdauerWuchs
    Alkmene Herbstapfel1930süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
    Berlepsch Winterapfel1880süßsäuerich., aromatisch, sehr saftigTafelapfel, SüßmostMitte Okt.Dez.-Märzmittelstark, robust 
    Boskoop WInterapfel1856säuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Okt.Dez.-Märzsehr stark, robust 
    Dülmener Rosenapfel Herbstapfel1870süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelMitte Sept.Sept.-Nov.mittelstark, robust 
    Gewürzluiken Winterapfel1885süßsäuerlich, aromatischTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte Okt.Nov.-Märzstark, wärmeliebend 
    Goldparmäne Winterapfel1510süßsäuerlich, nussaromatischTafelapfelEnde Sept.-Anfang Okt.Okt.-Jan.mittelstark 
    Gravensteiner Sommer-/ Herbstapfel1669süßsäuerlich, sehr aromatisch, sehr saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Aug.-Anf. Sept.Aug.-Okt.sehr stark, robust 
    Holsteiner Cox Herbstapfel1918süß, edel-aromatisch, saftigTafelapfelMitte Okt.Okt.-Jan.stark, robust 
    Ontario Winterapfel1820säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.- Anf. Nov.Jan.-Maimittelstark, robust 
    Prinz Albrecht v. Preußen Herbstapfel1865süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelMitte-Ende Sept.Sept.-Nov.schwach, robust 
    Weißer Klarapfel Sommerapfel1852süßsäuerlich, aromatischWirtschaftsapfel, TafelapfelEnde Juli-Mitte Aug.Juli-Aug.mittelstark 
    Winter
    glockenapfel Winterapfel
    o.J.säuerlich, saftigTafelapfel, WirtschaftsapfelEnde Okt.Jan.-Aprilmittelstark, robust 
    Zuccalmaglio Renette Winterapfel1878süßsäuerlich, aromatisch, saftigTafelapfelEnde Okt.Nov.-Feb.schwach 

    Wenn der Baum viel Platz hat, um sich zu entfalten, empfehle ich dir eine starkwachsende Sorte wie „Boskoop“ oder „Gravensteiner“. Ist dein Garten eher klein und verwinkelt, nimmst du besser einen schwachwachsenden Baum wie den „Prinz Albrecht von Preußen“ oder die „Zuccalmaglio Renette“. Sonst platzt dir dein Garten noch aus allen Nähten ­– ähm Äpfeln. ;)

    Hast du gar eine Streuobstwiese, kannst du dir richtige Hochstämme holen und die Bäume richtig groß und alt werden lassen. Deine Enkelkinder freuen sich in ein paar Jahrzehnten bestimmt über die leckeren Äpfel!

    Psst: Eins ist für alle Apfelbäumen gleich – Sie wollen regelmäßig mit der Schere in Form gebracht werden, um dir zuverlässig und über Jahre hinweg eine üppige Ernte liefern zu können. In diesem Artikel findest du eine Schnittanleitung für deine Apfelbäume.

    Alte Apfelsorten für Kinder erhalten

    Süß oder sauer: Vom „Berlepsch Apfel“ bis zum „Ontario Apfel“

    Apfel ist nicht gleich Apfel! Gerade wenn du dich mit Obst selbstversorgen möchtest, besitzen die verschiedenen alten Apfelsorten ganz unterschiedliche Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten. Bevor du dir blindlings Sorten für deinen Garten im Baummarktcenter kaufst, überlege dir am besten gründlich, was du von deinem Apfel genau erwartest. Mit diesen Wünschen kannst du dich wunderbar in einer Baumschule für alte Apfelsorten beraten lassen. Damit du rausfindest, was für eine Apfelsorte du möchtest, liste ich dir die wichtigsten Eigenschaften nochmal auf:

    #Reifeklassen

    Angelehnt an die Jahreszeit, in der die alten Apfelsorten genussreif sind, unterteilen sich die Sorten in Reifeklassen. Ein Sommerapfel schmeckt im Dezember beispielsweise nicht mehr besonders gut –­ wahrscheinlich ist er als Fallobst längst von den Regenwürmern vertilgt. Dagegen fängt der Winterapfel im Lager Richtung Weihnachten erst richtig an, abzureifen. Was ganz besonderes sind die knallroten Weihnachtsäpfel. Diese dienten früher zum Schmücken von Tannenbaum und Adventskranz: Die dunkelroten Früchte sehen einfach wunderschön aus.

    Sommerapfel: Ein Sommerapfel bringt die ersten frischen Äpfel bereits im Juli oder August – ein leckerer erster Apfelsnack der neuen Saison. Sobald sie reif sind, solltest du zuschlagen. Denn nach dem Sommer ist es auch mit diesen Äpfeln vorbei. Der bekannteste Sommerkandidat unter den alten Apfelsorten ist der „Weiße Klarapfel“.

    Herbstapfel: Zum Glück löst der Herbstapfel die Ernte aus dem goldenen August ab. Denn jetzt beginnt der wahre Gaumenschmaus, ein Apfel schmeckt besser als der andere. Hier haben die alten Apfelsorten viel zu bieten! Süße Apfelsorten wie den „Holsteiner Cox“ kannst du gleich verputzen. Eher säuerliche Äpfel wie der „Prinz Albrecht von Preußen“ machen sich gut im Apfelmus oder als Apfelringe.

    Für eine gewisse Zeit kannst du Herbstäpfel an einem kühlen Ort aufheben. Lange durchhalten tun sie im unverarbeiteten Zustand jedoch nicht.

    Alte Apfelsorten
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    Winterapfel: Die richtigen Lageräpfel sind die Winteräpfel. Manche von ihnen, wie der „Berlepsch Apfel“, entwickeln ihr volles Aroma sogar erst nach 4 Wochen Lagerung. Ach wäre das schön, wenn ich nur vom Rumliegen immer besser werden würde! ;)

    Für die richtigen Selbstversorger-Nerds ist der „Ontario“ der Apfelschatz der alten Apfelsorten. Sogar bis in den Frühsommer hinein hält sich der Apfel in einem guten Lagerkeller oder Erdkeller.

    Weihnachtsapfel: Unsere roten Christbaumkugeln waren ursprünglich mal alte Apfelsorten wie die „Rote Sternrenette“ oder der „Purpurroter Causinot“. Oh wie das duftet – und dazu brutzelt ein leckerer Bratapfel im Backofen. Das können rote Glaskugeln definitiv nicht! Ganz besonders macht sich am Weihnachtsbaum auch ein rotfleischiger Apfel, also ein Apfel mit rotem Fruchtfleisch. Ein Sortenbeispiel ist die alte russische Apfelsorte „Roter Mond“.

    #Nutzungsformen

    Holst du dir einen Apfelbaum, überlegst du vorher, wofür du die Äpfel verwenden möchtest. Magst du einfach nur im Herbst in einen Apfel reinbeißen oder willst du Kuchen backen und leckeren eigenen Apfelsaft herstellen? Zum Glück gibt es Kandidaten unter den alten Apfelsorten, die beides können, falls du einen Allrounder möchtest. ;) Fängst du gerade erst mit Einkochen und Co an, hol dir gerne meine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

    Dein eigenes Apfelmus einkochen ist ganz einfach

    Tafelapfel: Die Tafeläpfel sind die klassischen Leckerbissen – die Äpfel sind süß oder süß-säuerliche und ein wahrer Gaumenschmauß. In diesem Zusammenhang kommt das Wort „Tafel“ übrigens vom „fürstlich gedecktem Tisch“. Die aromatischen Köstlichkeiten freuen sich darauf, fürstlich von dir verspeist zu werden. Eine sehr alte Apfelsorte ist die „Goldparmäne“. Schon zu Zeiten Luthers kam sie in die Obstschale – unglaublich wie alt sie schon ist und uns immer noch erfreut unter den alten Apfelsorten.

    Wirtschaftsapfel: Kochst du gerne selbst Apfelmus und backst leckeren Apfelkuchen, brauchst du säuerliche Äpfel wie den „Gravensteiner“ oder einen „Boskoop“. Die süßen Apfelsorten allein bringen nämlich nicht das richtige Aroma. Das gleiche gilt für selbstgedörrte Apfelchips und eigenen Apfelsaft.

    Äpfel zum Verarbeiten heißen auch Wirtschaftsäpfel. Alte Apfelsorten können oft beides – lecker schmecken und verarbeitet werden! Verarbeitest du gerne auch anderes Obst, habe ich hier leckere Rezepte für Birnen und Pflaumen für dich.

    Mostapfel: Für die Saftherstellung gibt es die eigene Kategorie der Mostäpfel. Aber auch Wirtschaftsäpfel lassen sich zu einem guten Saft verarbeiten. Ein sortenreiner Saft aus der „Goldparmäne“ oder dem „Berlepsch“ sind was ganz Besonderes. Bei einer Mischung aus allerlei süßen Apfelsorten und säuerlichen Äpfeln machst du auf jeden Fall alles richtig. Eine Mischung alter Apfelsorten ist was ganz Feines!

    Gesund, Gesünder – „Wellant Apfel“

    Der „Wellant Apfel“ ist eigentlich gar keine alte Apfelsorte, sondern ein junger Hüpfer. So sieht er allerdings nicht aus, deswegen zählen ihn viele zu den alten Apfelsorten. Eine wichtige Eigenschaft hat er mit vielen alten Apfelsorten gemeinsam – Apfelallergiker*innen vertragen ihn viel besser als Supermarktäpfel. Viele moderne Sorten lösen bei einigen Menschen unangenehmes Kribbeln und Atemnot aus. Aber – oh Wunder, alte Sorten vertragen sie sehr gut. Psst, ich verrate dir, woran das liegt: Viele der alten Apfelsorten sind voller super gesunder Polyphenole – die, die freie Radikale fangen und noch vieles mehr.

    Einer dieser Phenole ist „Quercetin“. Es wirkt antioxidativ und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten vor. Auch im Rennen um andere gesunde Inhaltsstoffe gewinnen alte Apfelsorten wie „Berlepsch“ und Co. Der gute „Freiherr von Berlepsch“ enthält beispielsweise sehr viel Vitamin C als die typischen Supermarktsorten. Saure Äpfel wie „Boskoop“, „Gravensteiner“ und „Ontario“ bringen zusätzlich ganz viel Pektin in deinen Darm. Eine gute Nebenwirkung des Pektins ist, dass es Cholesterinwerte und Bluthochdruck senkt. So ist der „Ontario“ auch als Apfel für Diabetiker bekannt.

    An dem Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away!” muss wohl was dran sein. ;)

    Alter Apfelbaum im eigenen Garten

    Alte Apfelsorten bestimmen – die Welt der Pomologen

    Nein, der Pomologe ist kein merkwürdiger Facharzt, sondern ein Obstkundler. Dieser schöne Name kommt von „Pomona“, der römischen Göttin der Gartenfrüchte. Die Welt der Apfelkundigen ist wahrlich märchenhaft. Vielleicht liegt das an den vielen alten Sortennamen oder an den naturverbundenen raritätensammelnden Menschen. Pomologen haben einiges drauf in puncto alte Apfelsorten. Mit nur ein paar Früchten eines Baumes können sie an Form, Farbe und Musterung die alten Apfelsorten bestimmen. Diese Apfelexperten triffst du im Pomologenverein oder auf einem Apfelfest.

    Möchtest du alte Apfelsorten bestimmen lassen, nimmst du einfach drei bis fünf Äpfel deines Baumes mit und evtl. noch einen kleinen Zweig mit einem Blättchen dran. Zeigst du dein Hab und Gut den Apfelexperten, können sie dir in wenigen Minuten sagen, ob du einen alten Klassiker, gar etwas Unbekanntes oder eine verschollene Sorte in deinem Garten stehen hast. Die Bewahrung deiner alten Apfelsorte ist gerettet.

    Neben dem Bestimmen von alten Apfelsorten legen Pomologen Sortengärten und Streubobstwiesen mit verschiedensten Apfelbaum Sorten an. Und der ein oder andere von ihnen geht auf die Suche nach verschollenen Obstsorten. Vielleicht wächst ja eine in deinem Garten!? ;)

    Möchtest du dich selbst auf die Suche nach deiner alten Apfelsorte begeben, findest du in den Obstsortendatenbanken Beschreibungen und Bildchen vieler alter Apfelsorten aufgelistet. Allein sich die vielen alten Zeichnungen der alten Apfelsorten anzuschauen, lohnt sich schon! ;)

    Und bist du überzeugt? Alte Apfelsorten sind einfach toll! Die besten unter ihnen sind robust, einfach nur lecker und zu allem bereit. Pflanzt du ein Bäumchen wie den „Berlepsch“ oder „Ontario“ in deinen Garten, bleibt ein wichtiges Kulturgut lebendig und für die Zukunft erhalten.

    Und nicht nur das, vernascht du eine alte Apfelsorte, tust du gleichzeitig etwas für deine Gesundheit. Die Polyphenole aus den Äpfeln freuen sich schon darauf, freie Radikale in deinem Körper zu fangen. Bist du ein richtiger Einkochsuchtie und Selbstversorger-Nerd, brauchst du unbedingt einen Apfelbaum in deinem Garten! Hast du schon einen und willst du wissen, wie dieser leckere Apfel heißt, begibst du dich am besten auf die Suche nach Pomologen. Mit einem Blick erkennen sie, welches Schätzchen du in deiner Hand hältst.

    Interessierst du dich auch für anderes Obst? Dann schau dir gerne diese Seiten an:

    Johannisbeeren richtig schneiden: rote, weiße, schwarze!

    Der komplette Kiwi-Guide: Kiwis pflanzen, anbauen und ernten

    Der komplette Erdbeer-Guide: Erdbeeren pflanzen, anbauen und ernten

    Und jetzt bist du dran! Welche alte Apfelsorten sind dir schon begegnet? Hast du gar eine alte Lieblingssorte? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

    16 Kommentare

    1. Liebe Marie,
      2019 habe ich einen Garten mit 4 Apfelbäumen darin übernommen. Leider habe ich keine Ahnung, was es für Äpfel sind. Dieses Jahr konnte ich auch das erste Mal so richtig ernten. Ja, die Bäume haben getragen, aber …..
      1. sehr spärlich
      2. sehr wurmstichig
      3. sehr klein
      Ich wollte noch nicht aufgeben, aber auch keine Spritzmittel verwenden.
      Darum habe ich angefangen, die Bäume mit Leimringen zu versehen und sämtliche Gespinstmottennester zu entfernen, die sich gebildet haben. Und ich habe viel über Baumschnitt gelesen und diesen angewendet.
      Im 2. Jahr dann wieder erstmal Leimringe anbringen und Gespinstmottennester entfernen und Baumschnitt. Die Nester waren dann auch schon deutlich weniger. Und ich bin vorsichtig mit der Drahtbürste beigegangen und habe den dichten Moospelz entfernt.
      Ja, dieses Jahr war ein „Apfeljahr“. Aber meine Äpfel waren dieses Jahr auch mehr als faustdick. Allerdings hatten die Äpfel von 2 Bäumen auch die Stippigkeit.
      Geschmacklich aber phantastisch.
      Nun wüsste ich nur zu gern um welche Sorten es sich handelt. Ich selbst werde aus den Internetbeschreibungen nicht schlau. Da könnte dieser sein, vielleicht auch jener oder doch ein anderer.
      Wer könnte mir da weiterhelfen.
      Liebe Grüße
      Mo

      • Franzi von Wurzelwerk sagt

        Hallo Mo,
        versuch es doch mal mit regionalen Streuobstinitiativen oder Pomologenvereinen. ;)

        Viel Spaß mit deinem Garten und den Bäumen!
        Liebe Grüße
        Franzi von Wurzelwerk

    2. Hartmut sagt

      Es gibt noch zwei alte Apfelsorten. Beide waren eine zeitlang nicht mehr zu bekommen, jetzt aber, durch die Renaissance der alten Kulturgüter, bekommt man sie wieder (zumindest im Internet bei ausgesuchten Baumschulen).
      Die eine ist „Jakob Label“, ein Sommerapfel, sehr lecker, süß-säuerlich (eher süß), der vor allem Kindern schmeckt.
      Der andere „Geheimrat Breuhahn“. Herbstapfel, bei kühler, dunkler Lagerung bis März/April lagerfähig. Sehr lecker, außerdem allergikerfreundlich. Beide passen als Halbstamm auch auf kleine Grundstücke (3-4 m hoch, Kronendurchmesser 4 m). Benötigen wie alle Äpfel einen Befruchter. Also zwei Bäume pflanzen, oder es ist schon einer vorhanden, oder in der Nachbarschaft steht ein Apfelbaum. Wobei ich mich darauf nie verlassen würde, nicht dass der auf einmal weg ist.

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Hej Hartmut,
        vielen Dank für deine tollen Sortentipps. Die zwei hören sich ganz nach Äpfelschätzen an :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Beate sagt

      @Birgit Benz,

      Hier in der Schweiz ist die Stiftung Pro Specie Rara sehr aktiv bei der Erhaltung alter Obst und Gemüsesorten. Auf ihrer Webseite findest du ein Sortenverzeichnis. Bei manchen Sorten findest du über „kommerzielles Angebot “ Baumschulen, die diesen Baum liefern können. Ob der Versand nach Deutschland möglich ist, müsstest du eben erfragen.
      Viele Grüsse Beate

    4. Merry sagt

      Mein Zufallsfund: die Rote Sternreinette! – essen bevor sie mürbe wird, und natürlich ungeschält, dann hat sie eine sehr feine Säure und Aroma. (Wird sie länger gelagert ist sie immer noch gut zum Backen.)
      Nachteil: Leider braucht sie einen Fremdbestäuber.

    5. Danke für die gut ausgewählte Sortenliste! Ja, der Ontario halt sich sehr lange, in meiner Kindheit gabs die letzten Äpfel aus dem Keller als bereits die ersten Kirschen reif waren. Eine tolle alte Sorte ist auch die „Berner Rose“, unter der violettroten Schale zart rosa angehauchtes Fruchtfleisch mit unvergleichlichen Aroma, himbeerähnlich, ein Genuss… :-)

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Gabriela,
        mmmh danke fürs Teilen :) Die Berner Rose hört sich toll an, danke für den Tipp!
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    6. Melanie sagt

      Hallo Marie
      da gäbe es noch den Uttwiler Spätlauber aus der Schweiz , der ja momentan in einigen Anti-Falten Seren auftaucht als Anti-Aging Wunder. Allerdings habe ich keine Ahnung wie der geschmacklich ist und was der sonst für Eigenschaften hat. Aber es wäre ja witzig, wenn man etwas für die Gesundheit und gleichzeitig noch etwas für die Schönheit pflanzen könnte :-)

    7. Liebe Marie, liebes Team,
      wir möchten in unserem Obstgarten ein paar alte Sorten pflanzen, ich bin aber unsicher, welche ich nehmen soll. Tatsächlich bin ich (vielleicht peinlich 😊) ein totaler Gala Apfel Fan, weil ich den von der Konsistenz her liebe. Ich mag das knackige. Welche alten Sorten sind denn von der Konsistenz ähnlich knackig?
      Danke und ganz liebe Grüße.
      (PS: Dein Kurs reizt mich sehr, bin aber ein bisschen unsicher, ich fange jedes Jahr mit viel Elan an und dann vergesse ich den Garten neben allem anderen ein bisschen und das Ernten fällt dann meist bescheiden aus 🥴. Na, mal sehen.)

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Evi,
        ein Apfel, der so richtig saftig, aber auch etwas säuerlich ist, ist der Gravensteiner, den ich sehr gern mag :)
        Wir würden uns riesig freuen, wenn du dieses Jahr im Kurs dabei bist! :) Und es gar nicht schlimm, wenn du nicht alles gleich umsetzen kannst – du hast ja unbegrenzten Zugriff auf den Kurs und kannst dich auch nach und nach verschiedenen Gartenecken oder Gemüsen widmen, so dass du im ersten Jahr nicht gleich alles auf einmal umsetzen musst :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    8. Bernd sagt

      Hej Marie… Danke für diese sehr guten Apfelinfos!
      Da hast Du ein sehr gutes Werk zum Erhalt dieses alten Kulturgutes geleistet. Den roten Berlepsch, der dem normalen Berlepsch inhaltlich angeblich in nichts nachstehen soll, konnte ich bereits pflanzen.
      Kannst Du einen Tipp geben wo man den Roten Mond kaufen könnte?

    9. Anna sagt

      Ich suche schon lange eine Apfelsorte aus meiner Kindheit aber leider ist der Baum nicht mehr da. Der Baum war nicht so groß aber breit und hatte schöne rote Äpfel nicht so groß die einen leichten süßlichen Erdbeergeschmack hatten, deshalb nannten wir ihn immer Erdbeerapfel, mehr weiß ich nicht mehr wie er wirklich heißt, die Zeit war in den 1940er Jahren. Vielleicht kann mir einer helfen oder einen evtl.Rat geben.
      Vielen Dank!

    10. Birgit Benz sagt

      Wir möchten gerade auf unser Baumstück 2 alte Sorten Apfelbäume pflanzen, uns fehlt aber eine Bezugsquelle. Das gestaltet sich sehr mühsam. Hat jemand eine Idee? 74172 Neckarsulm

    11. Susanne sagt

      Super Information, danke, dass du das unter die Leute bringst!
      Wie viele nicht wissen, sind die alten Sorten tatsächlich viel gesünder. Neue Sorten sind oft nur auf „Süße“ gezüchtet, enthalten viel Zucker und kaum Vitamine/andere gesunde Stoffe und sind damit sogar eher ungesund.
      Der beliebte Pink Lady zum Beispiel ist so eine Neuzüchtung (die agressiv vermarktet wird), außerdem noch stark anfällig für Schädlinge und Krankheiten und muss viel bespritzt werden.
      Toll, dass du dich für die alten Sorten einsetzt!

    12. Caro sagt

      Hallo Marie,
      vielen Dank für die tolle Auflistung!
      Das hilft einem durch den Dschungel. Leider muss ich noch auf meine Apfelbäume warten und erst mit Säulenobst zurecht kommen.
      Aber irgendwann, und dann habe ich mir schon einige aus deiner Liste ausgesucht.
      Vielen Dank!

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