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Kresse – Dein würziger Vitaminbooster für das ganze Jahr

Du denkst bei Kresse nur an die würzige Deko auf einer Brotplatte? Dann lass dich von dem grünen Allrounder überzeugen! Hier kommen viele gute Gründe für die Kresse und drei Methoden, wie du das pikante Superfood erfolgreich bei dir zuhause anbaust.

Warum Kresse anbauen eine gute Idee ist
Kresse anpflanzen: Drei verschiedene Methoden
Kresse ist immer gleich Kresse? Weit gefehlt!
Für die Kreativen: Kressekunst

Warum Kresse anbauen eine gute Idee ist

Wer kennt sie nicht, die Kresseschalen auf dem Fensterbrett? Und wecken die bei dir nicht auch tolle Erinnerungen? Ich habe mich als Kind mega über dieses rasant wachsende Kraut gefreut und auch heute ist es noch da, das Interesse an der Kresse. ;)

Kresse überzeugt mit ihrem herrlich pikanten Geschmack als wahres Würzwunder. Auf Brot, im Salat, als Würzbeigabe im Spinat oder Mangold, in der berühmten Frankfurter Grünen Soße, als Pesto und sogar im Smoothie macht sie eine gute Figur.

Du fragst dich, ob Kresse gesund ist? Aber Hallo! Kressekeimlinge kommen zwar winzig daher, sind aber riesig in ihren wertvollen Inhaltsstoffen. Sie liefern uns neben Eisen auch jede Menge Proteine. Und mit Folsäure, Calcium, Vitamin A und C können sie auch dienen.

Schon gewusst? Kresse gilt dank ihrer inneren Werte sogar als Heilkraut – ihr werden viele positive Effekte auf unseren Körper zugeschrieben. Zum Beispiel ist sie entzündungshemmend, hat einen aktivierenden Effekt und wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Ziemlich stark, oder?

Brot mit Kresse

Kresse anpflanzen: Drei verschiedene Methoden

Umso cooler, dass du Kresse das ganze Jahr über anbauen kannst! 

Hier findest du alle drei Methoden auf einen Blick, mit denen du die grüne Wunderwaffe mit den dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auf den Teller bringst. Denn nicht nur in der Kresse, sondern auch in der Kürze liegt die Würze! ;)

So wächst deine Kresse…

…auf der Fensterbank…auf dem Balkon…im Garten
– Kresse säen, wann
immer du willst
-du benötigst eine Unterlage, Küchenpapier, Kresse Samen
und Wasser
– bei zu viel Feuchtigkeit
kann Schimmel auftreten;
bei starker Trockenheit keimen die Samen nicht
– geerntet wird, wenn sich
die ersten Blätter entfalten
– das ganze Jahr über möglich
-wächst im Winter
langsamer
– kann in jedem Stadium geerntet werden
– als Babyleaf ertrag-
reicher und etwas milder im Geschmack
– immer schön feucht halten
– ebenfalls annähernd
das ganze Jahr über möglich
– leicht geschützt sogar winterhart
– Gartenkresse bei lockeren, feuchten Böden
– Pfefferkraut bei sandigen Böden
– lange Anbaupause der Kreuzblütler beachten

Dein persönlicher Vitaminbooster auf der Fensterbank

Kein Garten, kein Balkon, kein Equipment? Kein Problem! Die gute Nachricht: Du kannst das ganze Jahr über Kresse auf der Fensterbank ziehen. Dafür benötigst du lediglich Kressesamen, eine geeignete Unterlage und etwas Küchenpapier.

So geht´s: 

Das Papier kommt leicht angefeuchtet auf die Unterlage, die Samen einlagig auf das Papier. Anschließend gibt’s noch eine Erfrischungsdusche in Form von feinem Sprühnebel. Halte das Küchenpapier in den nächsten Tagen immer schön feucht.

Aber Vorsicht: Bei patschnassen Füßen neigt Kresse zu Schimmelbildung. Lass deiner Kresse also keine Badewanne ein, sondern verwöhne sie nur mit „Feuchttüchern“.

Und schwuppsdiwupps keimen deine Samen nach 2-4 Tagen.

Sobald sich die ersten zarten Blätter entfalten, kannst du dich schon über das köstliche Grün hermachen. Zur Ernte verpasst du deiner Kresse einfach einen Kurzhaarschnitt und säst am besten direkt wieder neu aus, damit der Nachschub gesichert ist.

Pssst: Wenn du einen Terrakotta-Untersetzer benutzt, kannst du dir das Küchenpapier sparen. Dank der wasserspeichernden Eigenschaft des Terrakotta wird deine Kresse auch so prima keimen und du kannst sie im Ganzen – also mit Wurzel – genießen. Im Handel gibt es auch spezielle Kresseigel, die genau dafür gemacht sind. Super niedlich und mega einfach. :)

Kressestar auf Balkonien gesichtet

Du hast einen Balkon und möchtest hier das pikante Kraut nicht missen? Prima!

Bei milderen Temperaturen kannst du auch auf dem Balkon Kresse anbauen, das funktioniert im Prinzip genau wie drinnen auf der Fensterbank.

Allerdings wird Kresse noch einmal ganz anders nutzbar, wenn sie ihre winzigen Wurzel-Füße in köstliche Erde stecken darf. Küchenpapier stellt den zarten Pflänzchen nämlich überhaupt keine Nährstoffe zur Verfügung und sie kommen über das Keimlingsstadium niemals hinaus – was für leckere Microgreens auch gar nicht nötig ist. Aber manchmal darf es auch mal mehr sein, oder?

Wenn du deiner Kresse auf dem Balkon leckere Erde zu futtern gibst, entwickelt sie sich plötzlich zur richtigen Pflanze und wird dir eine üppige Ernte bescheren. Die größeren Kresseblätter schmecken nicht ganz so würzig-scharf wie die Keimlinge und eignen sich prima als Babyleaf-Salat. Wenn du die Blätter 2-3 cm über der Erde abschneidest, kannst du deinen Ertrag sogar vervielfachen. Die Kresse wird dann nämlich immer wieder neu austreiben!

Streue hierfür einfach die Samen in einen Balkonkasten mit leicht feuchter Erde und verpass der Kresse to be auch hier eine Dusche.

Achtung: Ein zu harter Wasserstrahl kann die feinen Samen verschlämmen. Sie lieben aber das Licht! Sei also sanft mit dem Nass von oben, damit die Saat nicht untergeht. ;) 

Du wirst sehen: Nicht lange, und die ersten Keimlinge krabbeln aus dem Boden. Der besonders ungeduldige Gartennachwuchs hat hier richtig viel Spaß dran. Dass die Kresse so schnell keimt, hat schon viele Kinder begeistert.

Auf dem Balkon ist es meist ein bisschen wärmer als im Garten, weil die Hauswände Wärme speichern und langsam wieder abgeben. Daher kannst du dich das ganze Jahr lang über die grünen Leckerbissen hermachen. Möglicherweise wächst sie in den dunkelsten und kältesten Wintermonaten etwas langsamer, aber gerade im Winter lohnt sich das Warten auf den super gesunden Immunbooster ganz besonders!

großblättrige Kresse

Im Garten Kresse pflanzen

Stell dir mal vor, du hättest statt Gras Kresse als Rasen: Wie das duften würde! :D Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf und den Garten im Zaun! Da würde ja keiner mehr hinterher kommen mit Ernten…

Kresse kannst du natürlich trotzdem problemlos bei dir im Garten anbauen.

Sie ist ein Lichtkeimer und entwickelt sich von Anfang an blitzschnell. Als Standort mag sie lockere, unkrautfreie Beete und eine angenehm feuchte Umgebung.

Mit einem halbschattigen Plätzchen kommt das würzige Kraut bestens zurecht. Sogar im frühen November kannst du noch im Frühbeetkasten Kresse säen. Sie sollte dann bald noch anfangen zu keimen, aber richtig groß wird sie über die Wintermonate wahrscheinlich nicht mehr. Dafür kannst du das Superfood ganz früh im neuen Jahr als Babyleaf ernten. Cool, oder?

Für die Ernte gehst du genauso vor wie auch auf dem Balkon: Ein paar Zentimeter über dem Boden abschneiden und auf die nächste Runde warten. Wenn du deinen Beetplatz allerdings schon einer anderen Folgekultur versprochen hast, kannst du auch die ganzen Pflänzchen ratzeputz abernten.

Obacht! Bevor du nun als absoluter Kressefan mit deinen Samentütchen durch den Garten springst und in jeder Lücke das Superfood direkt aussäst, solltest du eines wissen: Kresse hat einen (winzigen) Wehrmutstropfen…

Sie gehört –  wie ganz viele Gemüsepflanzen – zur Familie der Kreuzblütler. Um dir keine Krankheiten oder Schädlinge in deinen Garten zu holen, solltest du nur alle sechs Jahre ein Mitglied dieser Pflanzenfamilie in ein und demselben Beet anbauen. Ich würde dir gerade bei den Kreuzblütlern wirklich dazu raten, die Fruchtfolge und die dazugehörigen Anbaupausen zu beachten – sonst fängst du dir womöglich so miese Zeitgenossen wie die Kohlhernie ein. Die ist nämlich mindestens so eklig, wie ihr Name klingt!

Alternativ dazu kannst du die Kresse natürlich auch in ein eigenes Kräuterbeet mit vielen aromatischen Kollegen stecken. Keinen Plan von Kräutern? Dann lad dir meinen Kräuterplan doch ganz einfach hier herunter und du siehst auf einen Blick, welches Kraut wie wachsen mag.

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    Kresse ist immer gleich Kresse? Weit gefehlt!

    Okay, ich gebe es zu, ich war ein bisschen ungenau! Denn ich rede von der Kresse, als gäb’s nur eine. Um genau zu sein ging es bis hierhin nur um die Gartenkresse, auch Lepidium sativum genannt. Mit ihr bist du bestens bedient, wenn du Lust auf einen scharfen Frischekick hast.

    Aber die Kresse hat noch einige Verwandte, die es wert sind, genauer unter die Lupe genommen zu werden.

    Allen voran das Pfefferkraut: Dem hört man die Verwandschaft vielleicht nicht unmittelbar am Namen an, aber es will an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden!

    Pfefferkraut hat einen ganz ähnlichen Geschmack wie Kresse und steht total auf sandige Böden. Außerdem braucht es nicht gaaanz so viel Wasser und trotzt dem Winter ziemlich gut. Wenn du also in deinem Garten mit Wüstenboden kämpfst, wäre Pfefferkraut für dich eine tolle Alternative zur Gartenkresse.

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    Um nun die Namensverwirrung komplett zu machen, stelle ich dir noch drei Krautkollegen vor, die zwar die Kresse im Namen haben, aber nicht direkt verwandt sind mit ihr.

    Der erste Namensvetter, die Winterkresse (auch Barbarakraut genannt) ist vollkommen winterhart. Oft (über-) sieht man sie beim Spazierengehen am Wegesrand. Auch sie liebt eher feuchtere Böden, ist sonst aber sehr anspruchslos. Damit sie für den Winter noch richtig Kraft sammeln kann, säst du sie am besten schon im August.

    Das Kind äääh die Kresse ist in den Brunnen gefallen? Die Brunnenkresse wird es dir danken. Sie wächst nämlich am liebsten am Gewässer und steht so richtig auf eine stete Frischwasserzufuhr.

    Auch diese Kandidatin ist mit unserer Gartenkresse nur geschmacklich verwandt. Brunnenkresse ist anspruchsvoll und eher etwas für Fortgeschrittene, aber wenn sie sich einmal wohlfühlt, ist sie mehrjährig und ertragreich.

    Und natürlich darf die  Kapuzinerkresse nicht unerwähnt bleiben! Sie gefällt mir besonders gut, denn ihre Blüten sind gleichzeitig Augen- und Gaumenschmaus. Sie bildet eine ganz eigene Pflanzenfamilie und hat, genau wie die Gartenkresse, ein paar nützliche Superkräfte. ;)

    Na, bekommst du gerade ganz viele kräutrige Ideen, die du bei dir im Garten umsetzten magst? Falls dir für die große Kresse(wahl)verwandtschaft bald der Platz ausgeht, dann zeige ich dir hier, wie du ein nigelnagelneues Kräuterbeet anlegst:

    Für die Kreativen: Kressekunst

    Kressekunst ist dir kein Begriff? Kein Problem! Kunst ist, was du draus machst. ;)

    Ob Kind oder Kind geblieben: Es macht allen Spaß, mit den schnellwüchsigen Kressesamen kleine Kunstwerke zu erschaffen. Du hast doch bestimmt zu Ostern schonmal in Eierschalen wachsende Kresse gesehen, oder? 

    Total hübsch!

    Und die gute Nachricht: Hier sind der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt! Schnapp dir eine Schere und schnippel deine Lieblingsmotive aus Küchenpapier. Sprüh dein Motiv auf einer geeigneten Unterlage mit Wasser ein und streue dann mit etwas Fingerspitzengefühl die Kressesamen drauf. Schon in ein paar Tagen wächst da ein Kunstwerk!

    Kleiner Tipp: Alternativ dazu kannst du die Kresse Samen mithilfe eines Plätzchenausstechers in die gewünschte Form streuen. So kannst du dir die Schnippelei sparen und hast ruckzuck die lustigsten Dinge bei dir wachsen. Ein bisschen verrückt und super lecker! :)

    Kressekunst

    Konnte ich dich von dem pikanten Würzwunder überzeugen? Kresse kannst du zu jeder Jahreszeit und mit jeder Ausstattung unkompliziert und schnell ziehen. Sie ist vielseitig einsetzbar und super gesund. Mein Fazit? Sie ist der perfekte Allrounder! Also, nichts wie ran an die Saattütchen! :)

    Falls du noch mehr Würze in deine Beete bringen magst, dann hol dir hier alle Kräuterinfos, die das Herz begehrt. Und: Denk dran, deinen Kräuterplan mitzunehmen! :)

    Kräuter pflanzen: Der perfekte Standort mit dem 3-Zonen-Beet!

    Welche Kräuter zusammen pflanzen? 18 tolle Kräuterpaare!

    Kräuterhochbeet: Lieblingskräuter ganz einfach anbauen und ernten!

    Wie magst du Kresse am liebsten? Schreib gerne in den Kommentaren von deinen krassesten Kressemomenten. ;)

    1 Kommentare

    1. Kresse ist schon etwas sehr Feines! Ich mache am liebsten daraus immer eine cremige Kressesuppe!

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