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So gelingt die Jungpflanzenanzucht

Die Tage werden wieder länger und die Frühlingssonne weckt mit Sicherheit den einen oder anderen grünen Daumen aus dem Winterschlaf. Noch ist es draußen kalt, doch der Startschuss für die neue Gartensaison ist bereits gefallen, denn es ist höchste Zeit, mit dem Vorziehen zu beginnen.

Unsere Jungpflanzen-Station

Wir ziehen unsere Jungpflanzen in einem Regal vor, das im Wohnzimmer unter einem Dachfenster steht. Dadurch bekommen die Pflänzchen in der obersten Etage genug Licht und wir brauchen ein Pflanzenlicht weniger. Weil die Tage aber noch so kurz sind, stehen da nur Pflanzen wie Salat, deren Lichtbedarf nicht ganz so hoch ist.

Die unteren Etagen beleuchten wir inspiriert vom Gartengemüsekiosk mit LED-Grow-Panels. Die verwenden wir dieses Jahr zum ersten Mal und sind bisher sehr zufrieden. Unsere Jungpflanzen sind durchweg kräftig und gesund und kein bisschen vergeilt, wie uns das mit diversen Fensterbank-Vorzuchten früher manchmal passiert ist. Allerdings sind die Panels qualitativ nicht besonders hochwertig. Die Stecker haben Wackelkontakte und ich habe gelesen, dass die Leistung mit den Jahren stark abnimmt. Sollte das stimmen, würde ich sie mir nicht noch einmal kaufen, das ist einfach zu viel Müll, ansonsten bin ich aber sehr zufrieden.

Erde und Töpfe

Für die Aussaat mischen wir gut gereiften und gesiebten Kompost 1:1 mit Sand. Ich weiß, dass es eine Menge komplizierter Rezepte zum Herstellen von eigener Anzuchterde gibt, aber bei uns funktioniert das wunderbar uns bereitet uns keinerlei Probleme. Später werden bei uns alle Pflanzen in reinen Kompost pikiert.

Am liebsten verwenden wir natürlich recycelte Töpfe. Hier bieten sich Margarine-Packungen, Tetra Paks und all der Kram an, der sowieso anfällt. Weil wir aber versuchen, unseren Müll immer weiter zu reduzieren, standen wir dieses Jahr zum ersten Mal vor dem Problem, nicht genug solcher Förmchen zu haben. Glücklicherweise habe ich dann noch ein paar gebrauchte Blumentöpfe abgreifen können, als die Beete am Dorfplatz neu bepflanzt wurden. Gebrauchte Töpfe aber immer gründlich reinigen, um auszuschließen, dass die Jungpflanzen Krankheitserregern aussetzt sind, die man sich über die Töpfe einschleppen kann.

Ansonsten verwenden wir normale Anzuchtplatten, die sich problemlos mehrere Jahre verwenden lassen. (Auch hier gründlich waschen!)

Aussaat

Was den Aussaat-Zeitpunkt angeht, sollte man sich an die Angaben halten, die auf den Saatgut-Päckchen stehen. Auch wenn es verlockend ist, der Sommersehnsucht nachzugehen, indem man im Januar Tomaten aussät, ist das letztendlich nicht sinnvoll, weil die Pflanzen, wenn sie im Mai endlich nach draußen kommen, viel zu groß und längst nicht so kräftig sind wie im März gesäte Pflänzchen.

Auch die Aussaattiefe ist oft mit angegeben, ansonsten kann man die einfach im Internet nachschauen. Ich habe mir eine sehr praktische Tabelle mit Aussaattiefe und optimalen Keimtemperaturen von vielen Gemüse-Arten ausgedruckt und in mein Selbstversorger-Buch geklebt.

Tomaten, Physalis, Paprika und andere wärmeliebende Pflanzen brauchen zum Keimen etwas höhere Temperaturen als andere Pflanzen. Wir stülpen deshalb transparente Plastiktüten über die Töpfchen, bis die Pflanzen gekeimt sind. Darunter haben sie es hübsch warm und die Erde bleibt lange feucht.

Es ist sehr ratsam, die Schalen bei der Aussaat zu beschriften. Ich bin anfangs immer fest davon überzeugt, dass ich mir merken kann, was da jetzt genau wächst, aber irgendwann verliert man doch den Überblick und dann zahlt es sich aus, wenn man ans Beschriften gedacht hat.

Wässern

Gewässert werden die Pflanzen am besten von unten, also indem man Wasser in die Unterlage füllt, und das auch nicht zu oft. Nachdem die Pflanzen aufgegangen sind, lassen wir die Töpfchen fast austrocknen, bevor wir sie wieder wässern, weil so die Wurzelbildung angeregt wird.

Pikieren

Nachdem die Samen in der gemeinsamen Aussaatschale aufgegangen sind und die ersten „richtigen“ Blätter nach den Keimblättern gebildet haben, sollten sie in einzelne Töpfe umgesetzt werden. Ansonsten konkurrieren sie mit ihren Geschwistern um Licht, Nährstoffe und Platz und entwickeln sich nur schwächlich. Nur bei Pflanzen mit großen Samen oder solchen, die das Umsetzen nicht vertragen, wie etwa Kürbis oder Zucchini, werden sofort in einzelne Töpfchen gesät.

Wie oben erwähnt, setzen wir die Pflanzen beim Pikieren gleich in reinen Kompost. Viele Gärtner verwenden hier eine nährstoffarme Pflanzerde, um die Wurzelbildung der Pflanzen zu fördern, aber wir haben so gute Erfahrungen mit dem Kompost gemacht, dass wir keinen Grund sehen, irgendwas zu ändern.

Zum Pikieren werden die einzelnen Pflanzen mit einem Holzstab o.ä. vorsichtig aus der Erde gehoben und an den Blättern in den neuen Topf gesetzt und eingepflanzt. Dabei die Wurzeln so mit dem Holstab nach unten drücken, dass sie gut mit Erde bedeckt sind. Tomaten und Paprika werden dabei gerne tiefer bis zu den untersten Blättern eingesetzt, weil sie so mehr Wurzeln bilden und stabiler stehen. Angießen nicht vergessen.

Abhärten

Etwa eine Woche vor dem Rauspflanzen ziehen unsere Jungpflanzen tagsüber nach draußen, damit sie sich an Wind und Wetter gewöhnen. Nachts bleiben sie zunächst im Haus, aber die letzten drei Nächte, bevor sie ins Beet gepflanzt werden, dürfen sie sich an einer geschützten Stelle an den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht gewöhnen.

Im Beet angekommen, schützen wir unsere Jungpflanzen gerne mit übergestülpten Marmeladegläsern vor Schnecken und kalten Temperaturen. In so einem Mini-Gewächshaus sind die Pflanzen bestens geschützt und wachsen sehr gut an.

 Was sind eure Tipps zur Jungpflanzenanzucht? Was habt ihr bereits gesät?

 

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Kategorie: Garten

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Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines dreijährigen Sohnes und auf dem Weg in ein möglichst autarkes Leben. Auf diesem Blog dreht sich alles um die Themen Selbstversorgung, Nachhaltigkeit und Minimalismus.

7 Kommentare

  1. Super Blogpost, danke für die Wertvollen Tipps 🙂
    Dieses Jahr haben wir zum ersten mal auch etwas am Balkon gepflanzt 🙂

    Liebe Grüße,
    Fabian

    • Marie sagt

      Dankeschön! Dann wünsche ich euch viel Erfolg mit Euren Balkonpflanzen. 🙂

      Liebe Grüße zurück!

  2. Der Tipp mit den Marmeladegläsern als Mini-Gewächshaus ist Gold wert! Danke. 🙂 Schade, dass ich deinen alten Blog nicht gekannt hab – Da hätte ich sicher ganz viel Freude beim Lesen gehabt, ABER ich freu mich auf neue Artikel.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Marie sagt

      Danke!

      Ich bin auch ganz froh, dass ich Deinen Blog gefunden habe und stöbere gerade schon wieder herum.

      Viele liebe Grüße,
      Marie

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