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Rhabarber ernten: Der komplette Guide

Du möchtest deinen Rhabarber ernten, weißt aber nicht, ab wann und wie lange die fruchtig-saueren Stängel erntebereit sind? Und wie war das noch mit der Oxalsäure, ist roher Rhabarber nicht sogar giftig?

In diesem Artikel findest du Antworten auf all deine Fragen rund um die Rhabarber Ernte, damit du ihn in Hülle und Fülle ernten und ganz sorgenlos genießen kannst. Los geht’s! :)

Inhaltsverzeichnis
Rhabarber-Saison: Wann und wie lange Rhabarber ernten?
Rhabarber putzen: Muss man Rhabarber schälen?
Rhabarber ernten und roh essen
So kannst du Rhabarber haltbar machen
Rhabarber einkochen
Rhabarber einfrieren
Für die nächste dicke Ernte: Rhabarber anbauen und pflegen

Rhabarber-Saison: Wann und wie lange Rhabarber ernten?

Wenn dein Rhabarber erst vor kurzem in deinen Garten eingezogen ist, braucht er etwas Zeit, um richtig anzukommen. Erst in der zweiten Saison nach der Pflanzung ist dein Rhabarber bereit, ein paar seiner Stangen abzugeben. Vorher braucht er all seine Energie, um richtig in Fahrt zu kommen. Wenn du dich in Geduld geübt hast und er soweit ist, solltest du deine Staude aber auch nicht vollständig abernten.

Hier gilt die Faustformel: Maximal ein Drittel der grünen Blätterpracht darf während der Ernteperiode entfernt werden, damit noch genügend Grün vorhanden ist, sodass die Rhabarber-Pflanze weiter Photosynthese betreiben kann.

Je nach der Region, in der du lebst, kannst du ab etwa Mitte Mai mit der Rhabarber-Ernte beginnen. Ob dein Rhabarber schon erntereif ist, verraten dir ebenfalls seine Blätter. Wenn die Blätter nicht mehr zerknüllt oder geriffelt aussehen, sondern schön glatt und vollständig entfaltet, dann ist die Zeit gekommen: Du kannst dein Erntekörbchen rausholen und Rhabarber ernten. :)

Das Messer solltest du aber unbedingt in der Hosentasche lassen, wenn du losziehst, um deinen Rhabarber zu ernten. Denn auch wenn die dicken Stangen dazu einladen, solltest du deinen Rhabarber nicht abschneiden. Die Schnittstelle, die dadurch entsteht, ist sonst eine super Eintrittsmöglichkeit für Bakterien und andere Krankheiten. Dreh die Rhabarber Stangen einfach so weit wie möglich am Ansatz heraus. Du brauchst dafür schon etwas Druck, achte aber gleichzeitig darauf, dass du keine Teile des Wurzelstocks mit abtrennst.

Rhabarber-Pflanze im Garten

Traditionell endet die Rhabarber-Ernte, wie auch die Spargel-Ernte, am 24. Juni, dem so genannten Johannis-Tag. Aber dieser Umstand hat nicht nur etwas mit Tradition zu tun:

Der Rhabarber muss jetzt Kraft sammeln, damit er dich im nächsten Jahr erneut mit leckeren Stangen beglücken kann und du ganz viel Rhabarber ernten kannst. Außerdem steigt der Oxalsäure-Gehalt in den Stängeln mit der Zeit an, was die Stangen ganz schön sauer macht.

Weil der Johanni Tag leider immer viel schneller da ist als gedacht, kommen hier noch zwei Extra-Tricks, wie du deine Rhabarber-Ernte früher beginnen kannst und so ein paar Bonusstangen rausholst.

Rhabarber früher ernten-Trick 1: Deck deine Rhabarber-Pflanze ab Januar mit einem Vlies ab, um es ihm schön kuschelig zu machen. Alternativ kannst du deinen Pflanzen auch einen Schal aus frischem Pferdemist umwickeln. Darunter ist es so schön warm, dass die Schlafmütze schon etwas früher aus dem Winterschlaf erwacht und du deinen Rhabarber früher ernten kannst.

Rhabarber früher ernten-Trick 2: Brich deine Rhabarber-Blüte immer direkt aus. Auch wenn sie so schön aussieht: Wenn dein Rhabarber blüht, kostet ihn das viel Energie. Brichst du die junge Rhabarber-Blüte direkt raus, investiert die Pflanze die überschüssige Energie viel sinnvoller, nämlich in die Bildung neuer, superleckerer Stangen. ;)

Falls du es doch mal verpasst hast, die Rhabarber-Blüte auszubrechen, ist das aber überhaupt nicht schlimm, denn Rhabarber-Blüten sind essbar. Ihr Geschmack ist süß-säuerlich und du kannst sie zum Beispiel marinieren und im Ofen backen. Ganz egal, ob süß oder herzhaft, Rhabarber-Blüten gehören definitiv zu den etwas in Vergessenheit geratenen Delikatessen aus dem Garten.

Rhabarber-Blüte

Rhabarber putzen: Muss man Rhabarber schälen?

Nein, es ist nicht zwingend notwendig, Rhabarber zu schälen. Ehrlich gesagt, bin ich dafür meistens auch ein bisschen zu faul. ;) Es gibt aber Fälle, in denen es durchaus Sinn macht, den Rhabarber zu schälen: Wenn die Stängel schon etwas älter sind, werden sie leicht holzig und faserig. Diese Fasern sind sehr zäh und nicht so lecker im Essen – praktischerweise schälen sich die faserigen Rhabarber-Stangen sowieso schon fast von alleine. ;)

Außerdem reichert sich in der Rinde von älteren Stängel Oxalsäure an, die du so einfach wegschälen kannst, um den Oxalsäure-Gehalt zu senken, aber dazu im nächsten Abschnitt mehr!

Rhabarber ernten und roh essen

Ich höre immer wieder, dass Rhabarber giftig sein soll und die Stangen auf keinen Fall roh gegessen werden dürfen. Das stimmt so aber zum Glück nicht ganz! Rhabarber enthält ­– wie andere Gemüse auch – Oxalsäure und die ist in großen Mengen giftig.

Die Oxalsäure ist aber vor allem in den Blättern und im äußeren Rand von älteren Rhabarber-Stangen enthalten. Je nachdem, welche Sorte du angebaut hast und wie weit die Rhabarber-Saison schon vorangeschritten ist, können die Stangen 150 bis 500 mg Oxalsäure enthalten. Die tödliche Dosis von reiner Oxalsäure liegt für einen erwachsenen Menschen bei 5 bis 15 g.

Eine normale Portion Rhabarber ist also für gesunde Menschen unbedenklich, vor allem, wenn du den Oxalsäuregehalt durch Schälen und Kochen noch weiter absenkst. Aber auch wenn du mal eine Stange Rhabarber roh im Garten knabberst, passiert deiner Gesundheit nichts. Und wer möchte bitte größere Menge von den sauren Stangen roh verputzen? ;)

Rhabarber-Stangen ernten

Kleiner Tipp: Die roten Rhabarber-Sorten enthalten einen geringeren Oxalsäure-Gehalt als die Grünen.

Wenn du allerdings Nierenprobleme hast oder an Gicht leidest, solltest du nur sehr wenig bis gar kein Rhabarber essen und auch bei dem Verzehr von Postelein, Mangold, Roter Bete, Spinat und Sauerampfer ­aufpassen – denn auch diese Kandidaten enthalten viel Oxalsäure.

Da sich die Oxalsäure mit Kalzium, Magnesium und Eisen verbindet, kann die Verfügbarkeit dieser Nährstoffe für den Körper verringert werden, wenn du regelmäßig viel Rhabarber futterst. Solltest du also unter einem Eisenmangel leiden, iss am besten nicht allzu regelmäßig Gemüse mit einem hohen Oxalsäure Gehalt.

Auf der anderen Seite ist aber sehr praktisch, dass die Oxalsäure durch zum Beispiel Kalzium gebunden wird und in dieser Form nicht mehr vom Darm aufgenommen werden kann. Das ist auch ein Grund, warum Rhabarber gerne mit kalziumreichen Speisen wie Pudding oder Vanillesoße kombiniert wird. ;)

So kannst du Rhabarber haltbar machen

Rhabarber einkochen

Ich liebe es, im Sommer mit meinem Körbchen durch den Garten zu ziehen, um Rhabarber zu ernten. Danach schau ich sehr gerne noch bei den Erdbeer-Pflanzen vorbei, denn Erdbeeren und Rhabarber sind wie füreinander gemacht, findest du nicht auch? Die fruchtige Süße der Erdbeeren harmoniert so wunderbar mit der feinen Säure des Rhabarbers, was sie einfach zu einer unschlagbaren Kombination macht.

Geernteter Rhabarber und Erdbeeren

Zuhause schnappe ich mir dann gerne ein paar Schraubgläser, um Erdbeeren und Rhabarber zu einer leckeren Marmeladen einzukochen:

Zutaten

  • 750 g Erdbeeren
  • 500 g Gelierzucker (2:1)
  • 250 g Rhabarber
  • Saft von 1⁄2 Zitrone

Los geht’s!

1. Erdbeeren waschen, putzen und in einen Topf geben. Den Gelierzucker dazugeben und mit den Erdbeeren pürieren.

2. Blätter und Stielansätze vom Rhabarber entfernen und die Stangen waschen. Ältere, faserige Stangen kannst du schälen, jüngere Stangen direkt weiterverarbeiten. Stangen in kleine Stücke schneiden.

Wenn du den Oxalsäure Gehalt des Rhabarbers verringern möchtest, kannst du die geschnittenen Stückchen in einem Topf mit ausreichend Waser einmal sprudelnd aufkochen. Das Kochwasser gießt du danach weg.

3. Rhabarberstücke und Zitronensaft unter das Erdbeerpüree mischen. Das Ganze ca. fünf Minuten lang brodelnd kochen lassen. Den aufsteigenden Schaum abschöpfen.

3. Die kochend heiße Marmelade in die sterilen Gläser füllen. Die Gläser direkt nach dem Einfüllen verschließen. Weil der Rhabarber und die Erdbeeren sehr viel Fruchtsäure enthalten, reicht es in diesem Fall, die Marmelade heiß abzufüllen, zusätzlich einkochen, musst du sie nicht.

Du kannst deinen Rhabarber aber auch als Chutney oder Kompott einkochen, beides ist auch super lecker!

Schau mal, wenn du für deine Einmach-Aktionen noch ein paar hübsche Etiketten gebrauchen kannst, dann habe ich hier was für dich:

Etiketten zum Selber-Beschriften

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    Rhabarber einfrieren

    Du warst gerade im Garten Rhabarber ernten, hast aber keine Zeit, ihn direkt zu einen köstlichen Gaumenschmauß weiterzuverarbeiten? Das ist kein Problem, denn du kannst Rhabarber sehr gut einfrieren.

    Dafür schälst du deine Rhabarber-Stangen bei Bedarf und schneidest ihn in kleine Stückchen. Dann packst du die Stücke portionsweise in Tüten, Beschriftung nicht vergessen und dann ab in den Gefrierschrank mit ihnen!

    Für die nächste dicke Ernte: Rhabarber anbauen und pflegen

    Ich habe den Rhabarber in meinem Garten viele Jahre für selbstverständlich gehalten. „Der wächst einfach“, dachte ich mir. Aber um die Staude jedes Jahr beernten zu können, musst du ihr ordentlich Futter zur Verfügung stellen.

    Seit ich das weiß, bekommt mein Rhabarber zu Beginn der Gartensaison im März eine Extraportion Hornspäne, die ich rund um die Pflanzen in den Boden einarbeite.

    Aber der Rhabarber ist nicht nur ziemlich hungrig, sondern auch ein echter Schluckspecht was die Wasserversorgung angeht. Was als ursprünglicher Auenland… äh Auenboden-Bewohner ja auch kein Wunder ist. ;) Deshalb solltest du deinem Rhabarber eine richtig dicke Mulchschicht verpassen, damit der Boden rund um die Pflanzen immer schön feucht bleibt. Gerade wenn es im April und Mai sehr trocken ist, solltest du regelmäßig gießen, damit dein Rhabarber nicht durstet.

    Und auch nach der Ernte kann der Rhabarber nochmal eine Düngegabe vertragen. Ganz nach dem Motto: „Nach der Ernte ist vor der Ernte“.

    Gleich nachdem du die letzten Stangen des Jahres erntest, schickst du deinen Rhabarber mit einer zusätzlichen Düngegabe in den Jahresurlaub. Am besten eignet sich jetzt ein Stickstoffdünger wie Brennnesseljauche. Hast du deine Brennnesseljauche schon angesetzt? Wenn nicht, dann schau mal hier vorbei: Dünger selber machen: Brennnesseljauche herstellen!

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    Auch bei der Rhabarber-Ernte gilt also der Leitsatz: Die Dosis macht das Gift. Wenn du normale Mengen Rhabarber erntest und isst, musst du dir als gesunder Mensch keine Sorgen um die Oxalsäure machen. Und wenn du vor allem die jungen Stangen erntest und sie im nächsten Schritt kochst (nicht vergessen: das Kochwasser wegschütten), dann kannst du den Oxalsäure-Gehalt nochmal kräftig absenken.

    Falls dein Rhabarber noch in den Kinderschuhen steckt, dann gib ihm noch ein Jahr, bis er vor Kraft strotzt und du anfangen kannst, die Rhabarber-Stangen zu ernten.

    Du hast Lust, noch ein bisschen weiter zu stöbern? Dann schau gerne mal bei diesen Artikeln vorbei:

    Kirschen einkochen – einfach, schnell und super lecker!

    Marmelade einkochen: Rezept mit vier einfachen Schritten

    Johannisbeeren richtig schneiden: rote, weiße, schwarze!

    Bist du in deinem Garten auch gerade am Rhabarber ernten? Was stellst du mit deinen Erntebergen an? Ich freue mich, wenn du dein liebstes Rezept in den Kommentaren teilst! :)

    Kategorie: Garten, Haltbar machen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    1 Kommentare

    1. isabel sagt

      Danke für den tollen Beitrag!:) Hab soviel „alten“ Rhabarber im Garten, aber nun weiss ich endlich wie ich mit ihm umgehen soll.

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