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Holundersaft selber machen – So gelingt‘s!

Holundersaft ist mit seiner tief lila Farbe ein leckerer und super gesunder Gute-Laune-Saft und ein toller Begleiter in langen trüben Wintermonaten. Und das beste: Die farbenfrohe Vitaminbombe kannst du ganz einfach zuhause herstellen – ohne spezielles Zubehör und mit nur ganz wenigen Zutaten. Also, auf geht’s, lass uns gemeinsam Holunderbeerensaft selber machen!

Inhaltsverzeichnis
 Hoch lebe die Holunderbeere!
 Holundersaft selber machen – Schritt für Schritt
 1. Schritt: Die Beerenernte
 2. Schritt: Mach dich bereit!
 3. Schritt: Holundersaft herstellen
 4. Schritt: Holundersaft pasteurisieren

Hoch lebe die Holunderbeere!

Außen hui, innen… auch hui! Holundersaft erfreut uns nicht nur durch seine wunderbare Farbe, er ist auch noch richtig gesund. In Holunderbeeren steckt nämlich ein ganzes Alphabet an guten Dingen: Sie sind prall gefüllt mit den Vitaminen A, B und C. Außerdem enthalten die Beeren Eisen, Kalium und jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe.

Kein Wunder also, dass wir unser Immunsystem so gerne mit dem wunderbaren Saft stärken und den Beerensud zur Linderung von Erkältungen und Co einsetzen. Auch bei Fieber, Blasenentzündungen und Nierenproblemen ist Holundersaft wohltuend und kann zur Besserung der Symptome beitragen.

Und er schmeckt auch noch richtig gut, dieser Saft! Ob dampfend heiß in einer Tasse mit Apfelsaft und Honig, als Fliederbeerensuppe mit Grießklößchen an einem verregneten Novembertag, oder zu köstlichem Gelee verarbeitet auf dem Frühstücksbrot: Holundersaft sorgt jedes Mal für eine regelrechte Geschmacksexplosion im Mund!

Also, auf zum Hollerbusch, lass uns Beeren pflücken und das purpurlila Gold in Flaschen füllen!

Pssst: Mit den passenden Etiketten werden deine Flaschen mit Holundersaft übrigens zum echten Hingucker und sind gerade in der kalten Jahreszeit ein tolles Mitbringsel. Lade dir hier gerne meine Etikettenvorlage herunter, dann bist du bestens gerüstet:

Etiketten zum Selber-Beschriften

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    Holundersaft selber machen – Schritt für Schritt

    Holunderbeeren gibt es nirgends zu kaufen. Wer Saft machen will, muss zuerst ernten. Lass uns daher ganz vorne anfangen!

    1. Schritt: Die Beerenernte

    Du hast im Frühsommer doch bestimmt nicht alle Blüten von deinem Holunder abgeerntet, um Holundernblütensirup daraus zu machen, oder? Meist bleibt auch nach einer üppigen Blütenernte noch so viel übrig, dass sich die Zweige im Spätsommer unter der Last der violett-schwarzen Früchte biegen. Jetzt geht der Holunder in die zweite Runde – die Beeren sind reif und warten darauf, dass du sie zu Holundersaft verarbeitest.

    Dass die Zeit für Holundersaft gekommen ist, merke ich meist an der frisch gewaschenen Wäsche auf meiner Wäscheleine: Irgendein Vogel schafft es nämlich jedes Jahr, mir mit einem lila Klecks mitzuteilen, dass die Holunderbeeren reif sind und ihm vorzüglich schmecken. Dann heißt es: Nichts wie ran an die Dolden, bevor mir die Vögel alles vor der Nase wegfuttern!

    Reife Holunderbeeren erkennst du daran, dass die gesamte Dolde violett-schwarz ist und keine grünen Beeren mehr zwischen den reifen Früchten sitzen. Ist es so weit, schneidest du einfach die ganze Dolde ab, um daraus den leckeren Holundersaft herzustellen. Sammle ruhig ordentlich Beeren, denn für einen Liter Saft brauchst du mindestens ein Kilo.

    Achtung, Verwechslungsgefahr!

    Wenn du keinen eigenen Holunderstrauch im Garten hast, sondern dich auf deinen Streifzügen durch Wiesen und Felder in der Umgebung mit Holunder versorgst, dann achte unbedingt darauf, die richtige Pflanze zu erwischen.

    Der echte Schwarze Holunder hat nämlich einen Bruder, mit dem er nur allzu leicht zu verwechseln ist: Bei seinem Doppelgänger handelt sich um den Zwergholunder – und der ist ein richtiger kleiner Giftzwerg!

    Jetzt mal im Ernst: Die Beeren des Zwergholunders sind wirklich giftig. Sei also vorsichtig bei deinen Beutezügen und achte unbedingt darauf, die richtigen Pflanzen zu erwischen.

    Holundersaft: Holunderbeeren am Strauch

    Echten Holunder erkennst du daran, dass die Dolden mit ihren Beeren ein wenig schlapp vom Busch herabhängen. Die Dolden von Zwergholunder hingegen stehen aufrecht an den Zweigen – und schreien regelrecht danach, geerntet zu werden. Lass dich von ihnen nicht täuschen! Halte stattdessen immer Ausschau nach hängenden Holunderdolden – denn nur die wollen wir ernten und zu Holundersaft verarbeiten.

    Übrigens solltest du auch die Beeren vom echten Holunder lieber nicht roh naschen, denn im ungekochten Zustand sind auch sie leicht giftig. Durchs Erhitzen neutralisierst du den Giftstoff Sambunigrin aber, sodass der Holundersaft dann gut bekömmlich ist.
     
     Kleiner Tipp: Zieh dir zum Ernten am besten alte Klamotten und Handschuhe an, die Beeren sind nämlich richtige kleine Farbbomben!

    2. Schritt: Mach dich bereit!

    Zunächst sammelst du dir alles Zubehör und die Zutaten zusammen, damit du keine bösen Überraschungen erlebst. Ich habe schon mal erst kurz vor dem Abseihen gemerkt, dass ich gar kein sauberes Passiertuch zur Hand hatte – das ist dann super ärgerlich!

    Das brauchst du:

    • Zwei große Töpfe
    • Ein großes Passiertuch oder einen Nussmilchbeutel
    • Einen Trichter
    • 3 kg Holunderbeeren
    • Circa 600 g Zucker
    • Zitronensaft nach Belieben
    • Flaschen für den fertigen Holundersaft

    Jetzt heißt es: Ab ins Wasser mit den Dolden! Gönn den frisch gepflückten Beeren ein ordentliches Bad, um sie von möglichen Verunreinigungen und kleinen Krabbeltierchen zu befreien. Denn die wollen wir ja nun wirklich nicht in unserem Holundersaft haben.

    Holunderbeeren im Wasserbad

    Danach entfernst du die Beeren von der Dolde. Das geht meiner Erfahrung nach am besten, wenn du eine Gabel dafür verwendest. Die sauberen Früchtchen streifst du damit einfach vom Zweig ab und lässt sie in einen Kochtopf kullern. Wenn nicht alle Beeren in Topform sind, kannst du sie nun verlesen: Die guten ins Töpfchen, die schlechten… auf den Kompost!

    Die Beeren stellst du jetzt beiseite und widmest dich deinem anderen Zubehör. Das sollte für die Herstellung von Holundersaft nämlich super sauber und steril sein. Dafür schrubbst du alles erst mal ordentlich mit Wasser und Spülmittel und kochst deine Utensilien dann in Essigwasser ab. Vergiss die Deckel der Flaschen dabei nicht!

    Ist alles sauber und bereit? Dann kann es endlich losgehen!

    3. Schritt Holundersaft herstellen

    Wenn du einen Entsafter zur Hand hast, kannst du deinen Holundersaft natürlich damit gewinnen. Das Entsaften funktioniert aber auch problemlos ohne spezielles Zubehör und ganz einfach im Topf. Ich zeige dir, wie!

    In deinem Kochtopf sollte nun ein Meer von vorbereiteten, schwarz-lila Holunderbeeren sein. Die bedeckst du jetzt knapp mit Wasser und erhitzt die Beeren. Beim Rühren im Topf wirst du beobachten, dass die Holunderbeeren nach und nach aufplatzen.

    Holunderbeeren im Topf

    Nach ungefähr zehn Minuten sollten alle aufgeplatzt sein. Nun kannst du den Topf von der heißen Herdplatte nehmen. Im nächsten Schritt seihst du deinen Holundersaft ab. Ich hänge dafür in einen zweiten Topf ein Sieb, das ich mit einem Passiertuch oder einem Nussmilchbeutel auslege. Da schütte ich den Holundersaft hinein.

    Damit dir kein Saft durch die Lappen geht, drückst du das Passiertuchnach dem Abseihen noch ordentlich aus. Vielleicht musst du damit ein wenig warten, um dir nicht die Finger zu verbrühen. Wenn du in den nächsten Tagen nicht mit roten Händen herumlaufen möchtest, dann zieh dir auch hierfür lieber Handschuhe an. ;)

    Jippie, dein Rohsaft ist fertig! Nun musst du den frisch gewonnenen Holundersaft noch wiegen oder abmessen. Pro Liter brauchst du jetzt nämlich 200 g Zucker, die du zusammen mit dem Saft aufkochst. Je nach Geschmack kannst du auch etwas mehr nehmen, oder mit Zitronensaft für den extra sauren Frischekick sorgen.

    Lass das Ganze ungefähr fünf Minuten lang köcheln. Dann füllst du den heißen Saft zügig in die vorbereiteten Flaschen und verschließt sie sofort. Voilà – fertig ist der Holundersaft!

    4. Schritt: Holundersaft pasteurisieren

    Wenn du deinen Holundersaft so wie ich mit Zucker machst, kannst du ihn, wie oben beschrieben, einfach heiß abfüllen – vorausgesetzt, du arbeitest sehr sauber und sorgfältig.

    Wenn du deinen Holundersaft lieber mit weniger Zucker machst, dann solltest du ihn in den Flaschen noch pasteurisieren, damit er dir auch ja nicht schlecht wird. Auch wenn du beim Abfüllen nicht schnell genug warst und sich deshalb in den Flaschen kein Vakuum gebildet hat, brauchst du diesen zusätzlichen Schritt.

    Den Unterschied zwischen Heiß Abfüllen und anderen Einkochmethoden zeige ich dir übrigens in diesem Video:

    Zum Pasteurisieren stellst du deine Flaschen in einem großen Topf ins Wasserbad. Wenn du Flaschen mit Schraubdeckel verwendest, schraubst du sie nur ganz locker zu. Bei Bügelflaschen kannst du Gummi und Bügel schon aufsetzen.

    Wenn das Wasser 85 ° Celsius erreicht hat, beginnt die Einkochzeit von 20 Minuten. Danach kannst du deine Flaschen aus dem Wasserbad nehmen.

    Vergiss nicht, die Schraubdeckel ordentlich festzudrehen, solange der Saft noch heiß ist!

    Holundersaft
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    Ordnung macht das halbe Chaos!

    Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Schnapp dir doch ein paar schöne Stifte, druck dir hübsche Etiketten aus und mach deine Flaschen mit Holundersaft zu ganz einzigartigen Schätzen!

    Du beobachtest super happy, wie sich die Regale in deiner Vorratskammer füllen? Dann schau doch in meinem Obst und Gemüse haltbar machen Kurs vorbei, da gibt’s noch viel mehr Ideen, Methoden und Rezepte für deinen Selbstversorger-Wintervorrat!

    Mein Fazit? Weniger Zutaten als für diesen Holundersaft geht kaum! Wenn du Holunderbeeren bei dir im Garten oder in der Umgebung hast, solltest du dir die Gelegenheit, deinen eigenen Holundersaft zu machen, auf keinen Fall entgehen lassen!

    Deine Äpfel werden auch gerade reif? Dann mach doch außer Holundersaft auch Apfelsaft! Äpfel und Holunderbeeren sind übrigens tolle Saftpartner, die du nach Lust und Laune mischen kannst! Hier findest du weitere Artikel mit Tipps und Tricks zum Haltbarmachen deiner Spätsommerernte:

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    Hast du schon mal Holundersaft gemacht? Erzähl mir in den Kommentaren gern von deinen Erfahrungen!

    2 Kommentare

    1. Nicole sagt

      mmmh, ich liebe Hollersaft! Noch besser schmeckt er mir aber, wenn ich die Beeren nicht mit Wasser, sondern mit Apfelsaft koche… er wird dann ganz fruchtig – sooo lecker!

    2. Cool, Danke für die Anleitung! Haben bei uns einige Holundersträucher im Garten und die sind jetzt alle reif. Wird höchste Zeit, dass wir die Beeren verarbeiten. Und wir haben schon genug Kompott und Marmelade.
      Liebe Grüsse
      Max

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