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Drahtwurm bekämpfen ganz ohne Chemie – der komplette Guide!

Drahtwurm-bekämpfen-in-Kartoffel

In deinem Gemüsebeet ist an einem Tag noch alles in bester Ordnung und am nächsten hängt dein Salat plötzlich schlapp und traurig da? Und dass, obwohl dein grüner Freund keinen Wassermangel leidet?

Dann steckt da höchstwahrscheinlich der Wurm drin – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Der Drahtwurm hat dein Gemüse nämlich zum Fressen gern und vollbringt sein schändliches Werk verborgen unter der Erde.

Aber: Dagegen lässt sich einiges tun! Wie du den Drahtwurm mit biologischen Mitteln bekämpfen kannst, zeige ich dir in diesem Artikel. Los geht´s!

Drahtwurm-bekämpfen-Pinterest
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Ist das der Drahtwurm in meinen Beeten?

Es ist gar nicht so einfach, den Missetäter Drahtwurm auf frischer Tat zu ertappen! Er lebt nämlich ausschließlich unterirdisch und arbeitet sozusagen permanent undercover. Drahtwürmer machen sich liebend gern an den Wurzeln von deinem Gemüse wie Mais oder Salat zu schaffen oder bohren sich frech in deine Kartoffeln hinein.

Und so erkennst du sie: Drahtwürmer sind zwei bis drei Zentimeter lange Gesellen und haben einen sehr harten gelblich-roten Chitinpanzer – dieser Panzer hat ihnen auch ihren Namen eingebracht! Der Drahtwurmkopf ist bräunlich und im vorderen Drittel hat er drei Beinpaare.

Nach der Verpuppung schlüpft ein schmaler, hellbrauner Käfer. Der Schnellkäfer interessiert sich zum Glück nicht die Bohne für dein Gemüse – allerdings legt er Eier für neue Drahtwurmbabys und dann geht der ganze Schlamassel von vorne los.

Der Lebenszyklus des Drahtwurms ist – wie üblich in der Natur – vor allem auf Vermehrung ausgelegt. Bis aus einem Ei ein Schnellkäfer geworden ist, dauert es zwischen drei und fünf Jahren. Das bedeutet: In deinen Beeten leben mehrere Generationen von diesem Schädling. 

Jedes Jahr legen die Käfer ihre Eier in den Boden und jedes Jahr schlüpfen daraus Drahtwürmer, die sich dann so lange über dein Gemüse hermachen, bis sie sich verpuppen. Deshalb ist es so wichtig, den Drahtwurm sofort zu bekämpfen und nicht darauf zu warten, bis er deine Beete komplett erobert.

Die Schnellkäfer-Weibchen legen ihre Eier von Mitte April bis Mitte Juni in die Erde. Ein möglichst feuchter und dichter Boden gefällt ihnen dafür besonders gut.

Die geschlüpften Drahtwürmer sind vor allem von Anfang April bis Mitte Mai, von Ende Juni bis Mitte Juli und von Mitte August bis Anfang Oktober aktiv und fressen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. 

Drahtwürmer-an-der-Kartoffel

Übrigens: Wenn du in deinen Gemüsebeeten auch mit anderen Schädlingen zu kämpfen hast, dann schau dir gern auch meine Artikel zur Weißen Fliege oder zu Blattläusen an. :)

Wie schadet der Drahtwurm deinem Gemüse?

Wenn dein Gemüse von einem Tag auf den anderen plötzlich den Kopf hängen lässt, ist das keine Gemüsedepression, sondern ein echtes Alarmzeichen dafür, dass der Drahtwurm in deinem Beet sein Unwesen treibt. Er frisst sich nämlich an allen unterirdischen Pflanzenteilen – ohne Rücksicht auf Verluste – dick und rund, verputzt in Windeseile leckere Pflanzenwurzeln oder auch gern mal die Knollen von deinem Gemüse.

Vor allem dann, wenn wenig Regen fällt und die Erde trocken ist, bohrt sich der Drahtwurm in die Pflanzenteile unter der Erde, um Schutz und Nahrung zu suchen. Ein cleveres Kerlchen! ;)

So ein armes Drahtwurm-Gemüseopfer kannst du ganz leicht aus der Erde ziehen. Es gibt nämlich keine Wurzeln mehr, die dein Gemüse im Boden festhalten würden! Ohne Wurzeln können deine grünen Lieblinge aber keine Nährstoffe und kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknen.

Wenn du genau hinschaust, kannst du jetzt an den verbliebenen unterirdischen Pflanzenteilen die Bohrlöcher und Fraßgänge des Missetäters sehen oder vielleicht sogar ein lebendiges Exemplar entdecken. In den Wunden deiner Pflanzen siedeln sich dann in der Folge gerne noch Fäulniserreger an. Das schwächt deine Pflanzen weiter und spätestens dann wird es ihr zu viel, sodass sie abstirbt.

Und der Drahtwurm? Der zieht einfach völlig ungerührt weiter zum nächsten Kandidaten!

Drahtwurm auf einem Stück Holz

Den Drahtwurm gar nicht erst willkommen heißen: Vorbeugen ist besser als heilen

Damit der Drahtwurm sich gar nicht erst in deinen Beeten breit macht, habe ich hier für dich ein paar Tricks, mit denen du ihm deutlich machst, dass er in deinen Beeten nicht willkommen ist:

Der Drahtwurm ist für Hühner, Igel, Kröte, Maulwürfe und Vögel DAS Leibgericht, – du musst diese hungrigen Helfer nur in deinen Garten locken:

Igel und Kröten bietest du dafür einfach den Gratis-Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Hotel wie einem Igelhaus, aufgetürmten Steinen oder einem Laubhaufen an. Das sind übrigens auch sehr schöne Gestaltungselemente für den Garten! Nistkästen und ein ganzjähriges Futterangebot finden Vögel sehr verlockend. Sie bleiben dann gern in deinem Garten und helfen dir, den Drahtwurm zu bekämpfen.

Ran an die Gabeln!

Verdichtete Böden sind für Drahtwürmer der Lieblingsaufenthaltsort schlechthin. Darum versuchst du am besten konsequent, ihnen ihre idealen Bedingungen zu vermiesen und lockerst deinen Boden mit einer (Doppel-)Grabegabel (externer Link), ohne ihn zu wenden. Diese Ruhestörung hilft, den lästigen Mitbewohner aus deinen Beeten zu vertreiben, und sorgt dafür, dass er sich in dem lockeren Boden nicht mehr wohlfühlt. Außerdem trocknen sowohl die Eier als auch die frisch geschlüpften Drahtwurmbabys sehr leicht aus, wenn sie weiter an die Oberfläche geraten. 

Kein Lieblingsessen mehr…

Der Drahtwurm liebt Gemüse wie Kartoffeln, Möhren, Mais, Salat oder Rote Bete ganz besonders. Deshalb solltest du sein Lieblingsessen besser nicht nacheinander am selben Ort anbauen. Er hätte dann ständig einen reich gedeckten Tisch und könnte sich munter weiter vermehren.

Wenn du also schon Drahtwürmer an deinen Kartoffeln hattest, ist es keine gute Idee, in diesem Beet als nächstes Möhren oder Salat anzubauen.

Leguminosen wie Ackerbohnen und Buschbohnen sind eine super Vorkultur, um den Boden unattraktiv für den Drahtwurm zu machen. Auch der Anbau von Kreuzblütlern wie Weißkohl ist für den Drahtwurm ein rotes Tuch. Die Senföle im Kohl sorgen dafür, dass sich die Schnellkäfer-Weibchen einen anderen Platz für ihre Kinderstube suchen.

Schnellkäfer auf Blatt

Eine gute Fruchtfolge hilft also ungemein. In meinem Artikel „Fruchtfolge erstellen“ zeige ich dir, wie du ganz einfach eine optimale Fruchtfolge planst, sodass einer fetten Gemüseernte nichts mehr im Wege steht!

Du suchst noch nach einem Anbauplan, in dem schon alles zu Mischkultur, Fruchtfolge und Anbaupausen ausgeknobelt ist? Dann lade dir gerne meinen Gemüsegarten Beispielplan herunter! Du kannst ihn einfach 1:1 Auf deine Beete übertragen und sofort losgärtnern!

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    Den Drahtwurm mit biologischen Mitteln bekämpfen

    Wenn die Drahtwürmer schon in deine Beete eingezogen sind und du sie wieder loswerden möchtest, kannst du eine Drahtwurmfalle bauen:

    Dafür schneidest du mehrere Kartoffeln in breite Scheiben und steckst sie auf Schaschlikspieße. Dann versenkst du diese Köder fünf bis zehn Zentimeter tief in der Erde zwischen deinen Pflanzen und wartest ab. Der Drahtwurm steht total auf Kartoffeln und bohrt sich in sie hinein, um sie möglichst schnell aufzufressen. Das ist der Moment, wo er verloren hat! ;)

    Denn nach ein paar Tagen ziehst du die Spieße samt den hungrigen Vielfraßen aus der Erde und entsorgst sie in der Biotonne. So hast du den Bestand schon mal gemindert. Dann steckst du neue Kartoffelstücke auf die Spieße und gräbst sie wieder ein. Die anderen Drahtwürmer fallen jetzt wieder über das angebotene leckere Essen her, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, wo eigentlich ihre Kumpel geblieben sind. Und zack – hast du wieder welche gefangen und aus deinem Beet entfernt.

    Wenn du dranbleibst und mehr Ausdauer hast als deine ungebetenen Gäste, kannst du die Population auf diese Weise ziemlich gut nach unten drücken.

    Tagetes und Ringelblumen sind giftig für Drahtwürmer, aber zum Glück hat sich das bei denen noch nicht herumgesprochen. Wenn sie sich also in ihrer Unersättlichkeit auf die Pflanzen stürzen, bekommen sie eine Vergiftung und sterben daran. Deshalb ist es ein guter Trick, diese Blumen zwischen dein Gemüse zu setzen. Du freust dich an dem schönen Anblick und machst nebenbei noch den Drahtwürmern den Garaus. Cool, oder?

    In meinem Artikel 28 Gemüsearten und ihre wirksamsten Mischkultur-Partner zeige ich dir noch viel mehr super coole Pflanzengemeinschaften!

    Du siehst also: Du brauchst keine Panik zu haben, wenn der Wurm in deinem Gemüse steckt. Dann bist du nämlich einfach auf Draht und der frühe Vogel, der ihn fängt. ;) So kannst du Schäden in Grenzen halten und trotzdem eine dicke Gemüseernte einfahren!

    Easy peasy also! Apropos: Wenn du Lust hast, deinen Gemüsegarten möglichst pflegeleicht zu gestalten, habe ich hier ein paar Artikel verlinkt, in denen du weiterschmökern kannst:

    Warum du deine Beete nicht umgraben solltest – und was du stattdessen machst!

    So startest du deinen 3h/ Woche-Selbstversorger-Garten

    Unkrautfei gärtnern – Jaa, das geht!

    Hast du noch mehr Tipps zum Drahtwurm-Bekämpfen? Ich freue mich, von dir zu hören!

    Kategorie: Garten

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    3 Kommentare

    1. Hallo Marie!

      Auch Mairüben, Radieschen und Rettich liebt der Drahtwurm. Mir scheint noch viel mehr als Kartoffeln, weil bei denen ist meist die Hälfte meiner Ernte hinüber durch den Mistkerl…

      Danke für die vielen Tipps!

      lg, Maria

    2. Beate Hüging-Bous sagt

      Hallo Marie, ich freue mich immer über deine Berichte und möchte dieses Jahr einmal nach deinem Pflanzplanarbeiten. Wir haben einen Schrebergarten! Klasse! Hast du vielleicht einen Tip wie wir gegen Wühlmäuse und Kaninchen vorgehen könnten! Der Zaun ist nicht hoch genug und die Wühlmäuse fressen alles weg. Wir hatten letztes Jahr kaum Kartoffeln. Den Mangold und die Zuccinipflanzen haben sie auch weggefressen. Wir haben schon extra Hochbeete angelegt, aber Kaninchen können auch springen. Gibt es irgendetwas was sie vertreiben könnte??

      Wir sind für jeden Tip dankbar.
      Liebe Grüße
      Beate

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