Gemüse-Anleitungen, Selbstversorgung
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Auf geht’s, Kartoffeln pflanzen – und zwar so! :)

Kartoffeln pflanzen anbauen ernten

Heute werden wir zusammen Kartoffeln pflanzen, die ersten Knollen können nämlich jetzt bereits in die Erde. Und damit ihr am Ende eine richtig große Ernte einfahrt, erzähle ich euch in diesem Artikel alles was beim Kartoffeln-Pflanzen wichtig ist. :)

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel!

Es gibt lilafarbene, rote oder gelbe Kartoffeln, dann gibt es welche, die eher zapfenförmig geformt sind, es gibt runde, es gibt kleine und große, schlichtweg eine riesengroße Vielfalt. 

Kartoffeln anbauen pflanzen Sorten

Aber vor allem was den Geschmack angeht sind Kartoffelsorten ganz, ganz unterschiedlich. Das kennt man von den Kartoffeln aus dem Supermarkt oft gar nicht, da diese oft alle ähnlich schmecken, aber meine Familie und ich haben an einem Abend mal 14 verschiedene Kartoffelsorten durchprobiert und das war ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Wenn du wissen willst, welche Kartoffelsorten den Contest gewonnen haben, kommst du hier zu unserem großen Kartoffel-Ranking. ;)

Gerade wenn man selber Gemüse anbaut, ist einem der Geschmack ja auch einfach total wichtig. Deswegen möchte ich euch jetzt drei Sorten vorstellen, die wir selber immer wieder anbauen und richtig super finden.

Unsere liebsten Kartoffelsorten

Das ist einmal die Sorte “Roter Erstling”. Diese Sorte pfanzen wir möglichst früh im Jahr und decken sie im März und April mit einem Gärtnervlies ab, um die Ernte zu verfrühen.

So können wir im Juli schon die ersten Kartoffeln ernten. Die Ernte ist dann natürlich noch nicht super ertragreich, aber es ist immer ein kleines Fest, wenn man die ersten Kartoffeln ausgraben kann. Und diese Sorte ist zusätzlich auch ein richtiger Augenschmaus mit ihren schönen roten, leuchtenden Knollen. 

Dann bauen wir eine sehr ertragreiche und leckere Sorte an: die “Granola”. Das ist eine gelbe Kartoffel, deren große Knollen super lecker schmecken und die durch die Bank weg immer wieder sehr gute Erträge abwirft. 

Und zum Schluss noch eine ganz besonders leckere Sorte, die “Odenwälder Blaue”. Das ist eine mehlige Sorte, die wirklich vorzüglich schmeckt und eine meiner allerliebsten Kartoffelsorten ist. 

Erzählt mir doch mal, was eure Lieblingskartoffelsorten sind. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Sorten, die ich ausprobieren kann, und ich denke, viele andere Leute auch, also schreibt euren Sortentipp am besten unten in die Kommentare!

Mischkulturen: Wer passt zur Kartoffel?

Mischkultur bedeutet ja, dass man unterschiedliche Pflanzen auf einem Beet anbaut, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Das ist bei Kartoffeln gar nicht so einfach, denn Kartoffeln werden ja angehäufelt und später bei der Ernte ausgegraben und dabei können die anderen Pflanzen, die auch auf dem Beet wachsen, verletzt werden. 

Deswegen bepflanze ich höchstens die Ränder meiner Kartoffelbeete mit Kräutern wie Pfefferminze oder Baldrian. Die sind beide tolle Mischkulturpartner für Kartoffeln, genauso wie Meerrettich.

Der perfekte Standort für den Kartoffelanbau

Bei der Frage nach dem richtigen Standort sind Kartoffeln relativ anspruchslos, sie wachsen auf so gut wie jedem Boden zuverlässig. Es ist optimal, Kartoffeln auf eher sonnigen und windoffenen Beeten anzubauen, weil sie anfällig für die Kraut- und Knollenfäule sind. Auf solchen Beeten trocknen die Kartoffeln nach einem Regenschauer schneller ab und werden dadurch nicht so schnell befallen. 

Kartoffeln pflanzen: die Beete vorbereiten

Kartoffeln pflanzen anbauen vorkeimen

Ungefähr drei bis vier Wochen vor dem Pflanzen sollte man die Kartoffeln vorkeimen lassen. Beim Vorkeimen bilden sich gedrungene, grüne Keime, die dafür sorgen, dass die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung haben.

Dafür legt man Pflanzkartoffeln an einem kühlen, hellen Ort aus. Dazu eignen sich zum Beispiel Bäckerkisten oder Obststeigen. Darin kann man die Pflanzkartoffeln danach auch gut zum Beet mitnehmen, ohne dass die Keime beim Transport abbrechen. 

Der richtige Pflanzzeitpunkt für Kartoffeln

Der beste Zeitpunkt, um Kartoffeln zu pflanzen, ist im April. In warmen Gegenden kann man auch schon im März pflanzen. Aber auch nach hinten gibt es genügend Zeit, im Mai beispielsweise können immer noch problemlos Kartoffeln gelegt werden. 

Den richtigen Moment gilt es auch von der Wetterlage abhängig zu machen. Ist der April sehr kalt, macht es Sinn, mit der Pflanzung noch zu warten. Ist es aber beispielsweise wie zurzeit sehr warm, dann können die Kartoffeln schon Anfang / Mitte April oder sogar im März in die Erde.

Generell decke ich die frühen Sorten, wie oben bereits erwähnt, im April und im Mai noch mit einem Gärtnervlies ab, um die Ernte noch ein bisschen zu verfrühen, sodass wir dann möglichst bald die ersten Kartoffeln ernten können. :P

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    Das Kartoffelbeet vorbereiten 

    Vor dem Pflanzen gilt es aber erst einmal, das Beet vorzubereiten. Das mache ich mit meiner geliebten Doppelgrabegabel. Damit lockere ich den Boden so tief wie möglich auf, ohne ihn zu wenden.

    Wir gärtnern ja ohne Umgraben, um die natürliche Bodenschichtung aufrecht zu halten. Es ist aber trotzdem sehr sinnvoll, den Boden weiterhin zu lockern, sodass die Kartoffeln sich gut ausbreiten können.

    Also immer ran an die Grabegabeln, eure Kartoffeln werden es euch danken! :)

    Pflanzabstand und Pflanztiefe

    Anschließend ziehe ich Rillen, in die die Kartoffeln gepflanzt werden. Der Reihenabstand sollte 60-70 cm betragen und in der Reihe legst du alle 10 cm in einer Tiefe von 10 cm eine Kartoffel ab.

    In die Rille gebe ich ein paar Hornspäne, das ist ein guter Langzeitdünger, der allerdings sparsam dosiert werden sollte. Kartoffeln brauchen nämlich nicht unglaublich viel Stickstoff. Die Hornspäne arbeite ich vor dem Pflanzen ein bisschen in die Erde ein.

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    So pfanzt du deine Kartoffeln!

    Und dann kommen die Kartoffeln in die Rille. Wenn du sehen magst, wie ich meine Kartoffeln pflanze, schau gerne in der YouTube-Version dieses Artikels vorbei. Bei Minute 5:29 beginne ich mit dem Pflanzen:

    Wenn du nicht genug Pflanzkartoffeln hast, kannst du deine Pflanzkartoffeln halbieren und die Anzahl der Pflanzkartoffeln so easy-peasy verdoppeln. Dabei ist es aber ganz wichtig, dass du die Wunde, die durch das Halbieren entsteht, abtrocknen lässt, damit keine Keime oder Krankheitserreger in die Knolle eindringen können. 

    Tipp: Man kann die Hälften alternativ auch in Asche tunken, das verschließt ebenfalls die Schnittwunde sehr gut.

    Nach dem Legen werden die Kartoffeln gut zugedeckt. Wenn es so trocken ist wie zurzeit, gieße ich die Kartoffeln nochmal an. Damit helfe ich ihnen ein bisschen auf die Sprünge, denn bei so einem trockenen Boden würde da ansonsten nicht viel passieren. 

    By the way: Es wäre mal an der Zeit für einen Regentanz, findet ihr nicht? Was für ein trockener Frühling!

    Vielleicht habt ihr ja noch irgendeinen Geheimtrick, wie Kartoffeln richtig gut wachsen – dann schreibt den gerne unten in die Kommentare! So können wir von unserem geballten Gartenwissen, was wir alle haben, profitieren und uns gegenseitig dabei helfen, möglichst dicke Kartoffeln dieses Jahr zu ernten. ;)

    Kategorie: Gemüse-Anleitungen, Selbstversorgung

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    12 Kommentare

    1. Jessica sagt

      Hi Marie,
      erstmal vielen Dank für die Anleitung; als Kartoffel- (und überhaupt Gemüseanbau-)novize bin ich Dir wirklich dankbar für alle Deine Tips! 🙂👍🏻
      Eine Frage noch: Ich staunte über den geringen Pflanzabstand: Holst Du die schwächeren Pflanzen irgendwann aus dem Beet, damit die anderen mehr Platz zum wachsen haben?
      Oder lässt Du erstmal alle stehen und ernstest zu einem bestimmten Zeitpunkt zum Beispiel zwei von drei nebeneinanderstehenden Pflanzen?
      Vielen Dank!

    2. Leithner Ingrid sagt

      Mein Garten wird mir immer zu klein. Daher hat mir mein Mann eine “Kartoffelpyramide” gezimmert. Die braucht nicht viel Platz und der Ertrag kann sich sehen lassen. Ich gebe beim Einlegen der Kartoffel immer Steinmehl ins Pflanzloch. Wünsche Euch viel Spaß bei Gärntern!

    3. Juliane sagt

      Danke für die schöne Anleitung! Ich finde Bamberger Hörnchen total lecker!
      Vertragen sich eigentlich Kartoffeln und Ringelblumen? Mein Kind würde die gern zwischen die Reihen säen.

      Beste Grüße
      Juliane

    4. Christa Rettig sagt

      Hallo Marie, vorab lieben Dank für deine tollen Tipps und Tricks sowie sämtliche Tools, die du zu Verfügung stellst. Wir haben leider nur eine sehr kleine Fläche und arbeiten nur mit Hochbeete. Letztes Jahr hat mein Mann Pflanzkübel für die Kartoffeln gekauft und eigentlich war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Heuer wollen wir andere Sorten ausprobieren. Jetzt hast du das Vorkeimen beschrieben. Leider haben wir keine kühlen, hellen Ort. Dort wo es hell ist, scheint dann für einige Stunden die Sonne hin und somit heizt es sich dort rasch auf. Lieben Dank vorab!
      Liebe Grüße, Christa

    5. Micha sagt

      Hallo Marie

      Mein erster Kommentar 😀

      Danke für diese schöne Beschreibung, da bekomme ich gleich Lust sofort loszulegen, freu mich auf weitere Beiträge, deine Seite ist super, Grüße von nem Berliner, der in der prignitz sein sommerhäuschen hat und so langsam mit Gärtnern anfängt 🤗

    6. Christiane Waltmann sagt

      Hallo Marie und natürlich alle Gärtner(innen)
      mein Kartoffeltipp ist die schwarze Ungarin spät mehlig außen dunkellila innen weiß und superlecker cremig butterig sowie Ackersegen ebenfalls mehlig gelb/weiß spät cremig beide lange lagerfähig und als frühe Sorte die Fingerkartoffel rosa Tannenzapfen, für alle meine Kartoffeln gebe ich Kapuzinerkresse als Partner, denn gerade für die späten Sorten sorgt sie für Schatten und erst wenn ich sie ausgrabe ist es ein wenig schade wenn ich den Blütenteppich zerstöre. Auch sorge ich für Nährstoffe und gebe zwischen jedes Pflanzloch eine Saubohne. was eigentlich ein bisschen spät für die Ackerbohne, so wird sie auch genannt, ist, aber die schwarzen Läuse, die kommen können, stören die Kartoffeln nicht und ich streife sie einfach mit den Fingern ab und kann so gleich zwei Gemüse, die sich obendrein sehr sehr mögen, auf einem Beet ernten, für mich ist diese Kombination die ultimative, viel Spass beim Ausprobieren, ach ja und wer auf Wachtel- oder Hühnermist zurückgreifen kann und will, den kann man trocken, wie Marie es mit den Hornspänen erklärt hat, einbringen, oder ihn unter Wasser setzen und als Kopfdüngung mit Wasser 1 zu 10 verdünnt ausbringen vorsichtig und sparsam verwendet ist der Vogelmist für Starkzehrer hervorragend euch allen wünsch ich ein erfolgreiches und freudiges Gärtnern Christiane

    7. Agathe sagt

      Hallo Marie,
      Danke für den tollen Beitrag, er kommt mir grade recht :)
      Was hälst Du denn von Pflanzsäcken für Kartoffeln? Man legt die Kartoffeln einfach hinein und deckt sie immer wieder mit Erde zu. Ich möchte meine Hochbeete nämlich lieber für anderes Gemüse nutzen ;)

      Liebe Grüße
      Agathe

    8. Eva sagt

      Hey Marie,
      danke für die super Tipps & Tricks.
      Wo kaufst du deine Pflanzkartoffeln denn ?

      LG Eva

    9. Petra sagt

      Hallo. Ich fand es immer schwierig den besten Zeitpunkt zum Pflanzen zu finden. In den Beschreibungen sind die Zeitspannen für alle Pflanzen immer sehr vage. Je nach Region und Witterung ist es aber sehr unterschiedlich. Ich lebe in Nordfrankreich und habe einen genialen Tipp von den „alten“ Gärtnern bekommen. Die ideale Pflanzzeit für Kartoffeln ist, wenn der Flieder blüht! Das ist wirklich ein guter Indikator. Hat bei mir immer gut geklappt.
      LG aus der Champagne
      Petra

    10. Mascha sagt

      Hallo zusammen!

      Ich habe heute meine Kartoffeln in Pflanzsäcke gepflanzt und hoffe sehr, dass aus meiner ersten Kartoffelernte auch was wird :)
      Hat jemand einen Tipp, wie man Kartoffeln lagern kann, wenn man in der Wohnung kein kühles Plätzchen hat und auch der Keller warm ist?
      Für den ein oder anderen Hinweis wäre ich sehr dankbar :)

      Erfolgreiches Gärtnern!

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