Einkochen
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3 Gründe, warum du nicht im Backofen einkochen solltest + Alternativen

Einkochen im Backofen

Einkochen im Backofen ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Ich stolpere nämlich immer wieder über Rezepte und Anleitungen, in denen das Einkochen im Backofen als das Nonplusultra propagiert wird, sodass ich gerade das arge Bedürfnis habe, hier eine kleine Warnung herauszugeben:

Einkochen im Backofen ist nicht sicher, Leute!

Ich weiß, dass es praktisch ist, die Einmachgläser einfach in den Backofen zu schieben, gerade, wenn man keinen Einkochtopf dahat, aber mir liegt euer Wohlergehen einfach zu sehr am Herzen als dass ich solche Anleitungen unkommentiert lassen kann.

Deswegen sind hier drei Gründe, warum du nicht im Backofen einkochen solltest.

Einkochen im Backofen
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1. Beim Einkochen im Backofen entsteht trockene Hitze…

… und die kann im Vergleich zu der Hitze, die über das Wasserbad übertragen wird, nicht zuverlässig in die Einkochgläser eindringen.

Einkochen ist eine sehr sichere Methode, um Obst und Gemüse haltbar zu machen – wenn man bestimmte Regeln beachtet. Zum Beispiel, dass man die richtige Einkochzeit und Temperatur einhält, die für das jeweilige Lebensmittel vorgesehen ist.

Beim Einkochen im Backofen kannst du nicht sicher sein, welche Temperatur das Innere deiner Gläser wirklich erreicht – das ist beim Einmachen aber super wichtig, schließlich gilt es, Bakterien und Schimmel so abzutöten, dass das Ganze zuverlässig haltbar ist.

2. Vorsicht, Botulismus!

Dadurch, dass das Einkochgut im Backofen nicht ausreichend sterilisiert wird, können im Glas Botulismus-Bakterien überleben. Falls du noch nie von Botulismus gehört hast:

Wenn sich Botulismus-Bakterien in deinen Einkochgläsern vermehren und du das Eingekochte isst, kannst du an einer Lebensmittelvergiftung erkranken, die in vielen Fällen tödlich verläuft.

Botulismus ist sehr selten, aber ich bin der Meinung, dass jeder, der einkocht, darauf achten sollte, Botulismus zu vermeiden.

Hart ausgedrückt:

Ich würde meiner Familie kein Essen auftischen, das ihnen in irgendeiner Weise Schaden zufügen geschweige denn meine Liebsten lebensbedrohlich krank machen kann.

Bist du dabei in der „Mach deine Ernte haltbar“-Challenge?

Ich veranstalte im Sommer immer meine “Mach deine Ernte haltbar“- Challenge mit allen Leuten, die in meinem Newsletter eingetragen sind. Da motivieren wir uns gegenseitig, tauschen uns aus oder schicken uns Fotos. Es macht einfach richtig viel Spaß, wenn wir alle zusammen unsere Ernteüberschüsse angehen und unsere Vorratskammern füllen. 

Wenn du gerne mitmachen möchtest, vielleicht weil du noch neu bist, was das Einkochen betrifft oder du einfach Lust auf Austausch hast, dann kannst du dich gerne für die Challenge anmelden:

Zur Challenge!

Das Ganze ist komplett kostenlos und ich würde mich riesig freuen, wenn du mit dabei bist! 

3. Explodierende Gläser beim Einkochen im Backofen

Der dritte Grund, warum du nicht im Backofen einkochen solltest, ist die Unfallgefahr. Sowohl beim Einkochen Einbacken selbst als auch wenn du die Gläser aus dem Backofen herausholst, können die Gläser explodieren. Ich habe schon Horrorstories von Kindern gehört, denen dabei Glassplitter in die Augen geflogen sind. Und selbst wenn das nur ganz, ganz selten vorkommt, ist es die Gefahr nicht wert, vor allem, weil es ganz einfache Alternativen gibt:

Selbst wenn du keinen Einkochtopf hast, musst du nicht im Backofen einkochen. Nimm dir einfach einen großen Topf, klemm ein Thermometer unter den Deckel und fertig ist der improvisierte Einkochkessel. ;)

An alle, die sich jetzt vielleicht auf die Füße getreten fühlen und meinen, dass das Einkochen im Backofen bei ihnen immer wunderbar funktioniert: Ich schreibe diesen Artikel, weil ich es gut mit euch meine. Ich habe selbst schon öfter im Backofen eingekocht – immerhin ist das Internet voll von Anleitungen, in denen erzählt wird, dass das ganz wunderbar funktioniert.

Erst als ich mich näher mit Botulismus auseinandergesetzt habe, bin ich nach und nach auf kritische Studien und Berichte gestoßen – und ich bin sehr froh, dass ich jetzt weiß, was beim Einkochen im Backofen alles passieren kann.

Mach’s besser!

Aber zum Glück ist das „richtige“ Einkochen kein Stück aufwändiger oder komplizierter als im Backofen einzukochen. Falls du kein Einkoch-Equipment hast: Hier findest du eine Anleitung, wie du mit haushaltsüblichem Zubehör einkochst.

Wenn du also auf der Suche nach einer sicheren Anleitung bist, trag dich gerne für meine kostenlose Checkliste ein, in der ich alle Schritte aufgeführt habe, die du beim sicheren Einkochen nicht vergessen solltest.

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    Was sind deine Erfahrungen mit dem Einkochen im Backofen? Konnte ich dich von den Risiken überzeugen oder bleibst du ein tapferer Verfechter der Backofen-Technik? ;)

    Kategorie: Einkochen

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    14 Kommentare

    1. Rana sagt

      Tagchen

      Ich finde es super, dass du davor warnst. Ein Punkt den ich jedoch in der Erklärung vermisse und vielleicht einige Fragen klären könnte, ist doch, dass die Bakterien und dessen Sporen, die das Botulinumtoxin produzieren erst ab 120°C absterben. So schreibt das BZfe, dass das Einkochgut eine Kerntemperatur von 120°C über 3min haben.
      Daraus folgt:
      Bei unserem Luftdruck (ca. 1bar auf Meeresniveau) kocht Wasser bei 100°C. Wenn man auf einen Berg geht, kocht Wasser früher, also unter 100°C, da “eine kleinere Luftsäule auf der Wasseroberfläche liegt”. Den Wasserteilchen fällt es einfacher in den Gaszustand zu wechseln. Wenn wir uns an einem Ort befinden, an dem ein höherer Umgebungsdruck herrscht, ist es möglich Wasser im flüssigen Zustand höher als 100°C zu erhitzen. Das wäre beispielsweise in einem Schnellkochtopf, der einen Überdruck erzeugt.
      Wieder zurück zu unserem Ziel den Inhalt des Glases auf 120°C zu erhitzen. Das geht also nur, wenn auf das Glas ein höherer Umgebungsdruck herrscht als 1bar. Also egal wie heiss man den Backofen stellt oder man die Gläser in heissem Öl kocht, sofern das Einkochgut wässrig ist kann es ohne eine Überdruckumgebung NICHT auf die 120°C kommen.

      Relevant ist jedoch auch, wie hoch der Druck, der vom Schnellkochtopf erzeugt wird ist. Wikipedia nennt da folgendes: der Druck in typischen Schnellkochtöpfen ist 1.8bar (d.h. 0.8bar Überdruck), was den Siedepunkt von Wasser uf 117°C erhöht.
      Da das immer noch nicht 120°C ist empfiehlt das BZfe das Einkochgut 2x einzukochen.

      Für die, in den Kommentaren erwähnte Sterilisation werden beispielsweis Konserven bei 2bar für 20min sterilisiert. So erreicht man 121°C.

      Quellen:
      https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/haltbarmachen/einkochen/
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schnellkochtopf#:~:text=%C3%9Cblicherweise%20herrscht%20bei%20Betrieb%20im,117%20%C2%B0C%20erh%C3%B6ht%20wird.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sterilisation#Thermische_Sterilisation

    2. Nicole sagt

      Wenn ich das lese habe ich nun doch ziemlich Angst, ich habe meine ersten 2 Male Tomatensoße im Backofen eingekocht. 120° Umluft für 30-40min. Inzwischen habe ich aber auch einen Weck Einkochtopf.
      Die Gläser aus dem Backofen sind alle dicht auch nach über 3 Wochen nun (kontrolliere auch immer mal). Ehe ich es esse werde ich es natürlich kräftig und lange erhitzen. Kann ich diese Charge so trotzdem verwenden? Bitte um Antwort!

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Nicole,
        ich würde dir sehr ans Herz legen, in Zukunft nicht mehr im Backofen einzukochen. Dein Eingekochtes kannst du vor dem Verzehr für mindestens zehn Minuten sprudelnd aufkochen, dann werden alle eventuell vorhandenen Sporen abgetötet.
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Sabine sagt

      Hallo Marie,
      kann es nicht sein ,das Sie versuchen über dieses Thema ,einfach nur noch mehr Leute für ihre “Challange” zu ködern.
      Sorry, doch dieser Gedanke drängte sich mir beim Lesen ihres Artikels direkt auf.
      Ich selbst bin 56 Jahre alt , habe schon unzählige Male im Backofen eingekocht und meine Familie und ich sind gesund.
      Natürlich muss ich ,wie bei allen im Leben ,darauf achten Fehler zu vermeiden und mich vorher gründlich informieren wie es geht.

    4. Niklas sagt

      Guten Abend,

      auch ich kenne es, dass man im Backofen einkochen kann.
      D.h. man stellt das Einkochgut in ein tiefes Blech, füllt dies mit Wasser, bis die Einkochgläser zur Hälfte bedeckt sind und kocht diese ein.

      Ein Beschreibung wie Sie es darlegen habe ich noch nicht gehört.

      @Caroline u. @Barbara:
      ” Ja man kann im Kombi-Dämper o.ä. auch einkochen.”

      Ich bin Küchenchef u. Küchenmeister. Wir handhaben es schon sehr lange so, da es für Profiküchen einfacher ist.

      Liebe Grüße NR

    5. Barbara sagt

      Hallo Marie,

      auch ich würde auch gerne wissen, ob das im Combi-Dampfgarer doch geht?
      Kann ihn auf 120° stellen.

      Ich finde Deinen Blog auch richtig toll.

      Liebe grüße Barbara

    6. Birgit sagt

      Wenn ich im Backofen einkoche, dann geschieht das doch im Wasserbad und damit niemals in trockener Hitze. Deshalb verstehe ich diese Gefahrenbeschreibung nicht wirklich?

    7. Annika sagt

      Hallöchen Marie,
      Ich kann das voll und ganz bestätigen, dass trockene Hitze (wie im Ofen) vor allem bei “Flüssigem” nicht alles abtötet (Also alles was Wasser enthält). Das bekommt nur Dampf hin.
      Ich bin anstrebende Pharmakantin und habe das ganze eben unter dem Begriff der Sterilisation gelernt. Im Endeffekt ist es beim Einmachen nichts anderes, denn wir versuchen alle Lebensfähige Bakterien ab zu töten, damit wir eine lange Haltbarkeit erzielen können.

      Die Gefahr das es zerspringt ist vor allem dann gegeben, wenn man das Glas schnell abkühlen will. Der schnelle Temperaturwechsel ist nicht gut für das Glas, deshalb springt es schnell.

    8. esther sagt

      Guten Tag Marie…
      Gilt das denn alles auch für den Combi-Steamer-Backofen? Wo ich mit Dampf einkochen kann.
      Liebe Grüsse Esther

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