Haltbar machen, Selbstversorgung
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6 Techniken, mit denen du Obst und Gemüse haltbar machen kannst

haltbar machen einkochen

So langsam rollt die Erntewelle im Garten heran und die Küche ist am Überquellen mit leckerem Obst und Gemüse.  Damit ist die Haltbarmach-Saison offiziell eröffnet und du kannst loslegen, die Ernteüberschüsse, die jetzt im Sommer anfallen, haltbar zu machen. 

So kannst du auch im Winter noch Tomaten, Zucchini, Auberginen und Co. und auch Obst aus deinem Garten schlemmen! :)

Wir versuchen, uns als Familie das ganze Jahr über aus unserem Garten zu versorgen. Deswegen läuft den Sommer über der Einkochkessel eigentlich non-stop! 

Welche anderen Haltbarmachen-Techniken es neben dem Einkochen sonst noch gibt und welche Vor- und Nachteile sie jeweils mit sich bringen, zeige ich dir in diesem Artikel. Los geht’s:

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1. Fermentieren

Legen wir los mit dem Fermentieren, das ist meiner Meinung nach einer der besten Techniken um Gemüse haltbar zu machen, wenn nicht die beste Technik überhaupt. :)

Bei fermentiertem Gemüse denken alle wahrscheinlich sofort an Sauerkraut, dabei kann man so gut wie jedes Gemüse fermentieren! Und fermentiertes Gemüse ist nicht nur super lecker, sondern auch sehr gesund.

Denn:

Beim Fermentieren gehen die Vitamine und Spurenelemente nicht verloren, sondern bleiben erhalten. Die Milchsäurebakterien, die deine Ernte konservieren, produzieren sogar noch mehr Vitamine, je länger du dein Gemüse lagerst.

Abgefahren, oder?!

Ein weiteres Plus ist, dass du fermentiertes Gemüse ganz ohne Kühlung lagern kannst. Wir haben unsere Fermente einfach in einem ungeheizten Treppenhaus stehen und das funktioniert super. So könnt ihr auch ganz ohne kühlen Keller eine große Vielfalt ein Gemüse haltbar machen.

Du hast mehr Lust auf ein Video? Dann geht es hier zur Youtube-Variante dieses Artikels:

Das Fermentieren ist in den letzten Jahren wieder richtig in Trend gekommen und man findet mittlerweile zahlreiche Rezepte da draußen. Passt aber ein bisschen auf: Nicht alle Rezepte sind darauf ausgelegt, die Fermente über einen längeren Zeitraum zu lagern.  

Übrigens: Ich habe eine Checkliste erstellt, in der du Schritt-für-Schritt -Anleitungen zum Haltbarmachen deiner Ernte findest und in der ich für jedes Obst und Gemüse die geeigneten Techniken aufliste:

2. Einkochen

Wer bei meiner Vorratskammer-Tour dabei war, wird wahrscheinlich wissen, dass ich süchtig nach einkochen bin. Einkochen ist eine richtig tolle Haltbarmachen-Technik, weil du deine haltbar gemachten Schätze später super einfach in der Küche verwenden kannst.

Gerade wenn du mal einen stressigen Tag hast und dir dann nur die selbstgemachte Tomatensoße aus dem Regal schnappen musst, um in Windeseile eine Lasagne zaubern zu können, ist das echt super toll. 

haltbar machen einkochen

Ich bin auch immer wahnsinnig stolz auf unser Einkochregal freue mich wie ein Kind, wenn sich im Herbst die Einkoch-Regale füllen.

Einkochen ist auch unglaublich universell! Du kannst zum Beispiel auch wunderbar ganze Gerichte wie Gemüseeintöpfe einkochen. Das ist dann quasi selbstgemachtes Fast Food. ;)

Aaaber ganz wichtig:

Gemüse und Fleisch müssen in einem Druckeinkochkessel haltbar gemacht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich Botulismus-Bakterien im Glas bilden – und die sind potenziell tödlich. Wenn du selber einkochst, solltest du dich unbedingt mit dem Thema Botulismus befassen, sodass du weißt, wie du sicher einkochst.

3. Naturbelassen Lagern 

Einige Gemüse wie Kürbisse, Trockenerbsen, Trockenbohnen, Knoblauch, Zwiebel oder auch Nüsse muss man überhaupt nicht verarbeiten, um sie haltbar zu machen. Du kannst sie einfach an einem trockenen Ort lagern. 

haltbar machen zwiebeln

Wir fassen Zwiebeln und Knoblauch nach der Ernte immer zu Bündeln zusammen, die ich dann im Gewächshaus aufhänge, sodass sie vor dem Trocknen nochmal richtig schön durchtrocken können. Das Trocknen klappt dort wunderbar und der Knoblauch ist so fast bis zur nächsten Ernte haltbar. 

Kleiner Tipp: Wenn euer Knoblauch jetzt noch in der Erde ist, wird es höchste Zeit, ihn zu ernten. ;)

Ganz ähnlich funktioniert das Einmieten. Dabei kannst du beispielsweise Wurzelgemüse in Sand einschlagen und in einer Erdmiete lagern. Wir haben dafür eine Wäschetrommel eingegraben, in der wir unter anderem Rote Bete und Möhren lagern.

Wer einen kühlen Keller zur Verfügung hat, kann dort Kohl (ganz wichtig ist, dass du den mit der Wurzel ausreißt) verkehrt herum aufhängen und so super lagern. Da Kohlköpfe aber sowieso ziemlich winterhart sind, könnt ihr die auch mit etwas Schutz draußen im Beet stehen lassen und nach und nach ernten. 

4. Einfrieren

Das Einfrieren ist eine Technik zum Haltbarmachen der Ernte, die wir nur in sehr kleinen Umfang nutzen. Wir frieren vor allem unser Fleisch ein und auch ein bisschen Obst und Gemüse. Das ist aber so wenig, dass es kaum ins Gewicht fällt. 

haltbar machen

Mein großes Problem beim Einfrieren ist, dass man doch sehr abhängig von der dauerhaften Stromversorgung ist und einfrieren weder umweltfreundlich noch besonders natürlich ist. Letztes Jahr hatten wir einen Stromausfall über 24 Stunden und mussten bangen, dass unser Ziegenfleisch das ganze übersteht. Unser Gefrierschrank konnte die Temperatur zum Glück lange genug halten, aber das hat mir nochmal vor Augen geführt, dass ich andere Haltbarmach-Techniken bevorzuge.

5. Dörren und Trocknen

Dörren und Trocknen sind auch tolle Techniken zum Haltbarmachen, besonders wenn man die Energie der Sonne nutzen kann.

Ich benutze diese Technik vor allem für unsere Kräuter. Die hänge ich dann in Bündeln überall in der Wohnung auf, zum Beispiel an unserem Kronleuchter in der Küche, dann sieht der gleich noch ein bisschen hübscher aus. ;)

haltbar machen kräuter

Auch unsere Frühlingszwiebeln trockne ich gerne, indem ich sie kleinschneide und sie einfach in der Sonne auf einem Tuch ausbreite, wenn es mal für ein paar Tage sehr sonnig und heiß ist. Zwischendurch ab und zu wenden, damit die Frühlingszwiebeln von allen Seiten gut trocknen. Im Winter kannst du sie dann wunderbar mit heißem Wasser aufgießen und sie schmecken fast wie frisch geerntet.

Von Dörrautomaten bin ich kein besonders großer Fan. Bei uns ist das gedörrte Obst und Gemüse schon zu oft verschimmelt. Ich finde generell, dass Dörren eine eher anspruchsvolle und

nicht die anfängerfreundlichste Methode zum Haltbarmachen ist. Wenn du gute Tipps zum Dörren hast, dann freue ich mich über ein Kommentar von dir. Vielleicht kann ich mich mit dem Dörren ja doch noch anfreunden. :)

6. In Essig, Alkohol, Salz oder Öl einlegen

Die letzte Methode steht bei unserer Familie auch nicht besonders hoch im Kurs. Der Essig- und Alkoholgeschmack ist sehr speziell und man muss ihn einfach mögen. Mein Geschmack ist es nicht, aber wenn ihr da draußen gerne in Essig oder Alkohol einlegt dann macht das auf jeden Fall.

Beim Einlegen in Öl gibt es wieder die Problematik mit Botulismus-Bakterien, denn die ganze Technik basiert ja auf dem Prinzip, Bakterien durch den Luftabschluss zu unterdrücken – und das funktioniert bei Botulismus-Bakterien nicht.

Deswegen würde ich euch wirklich empfehlen, vom Einlegen in Öl die Finger zu lassen. Denn auch dabei können die fiesen kleinen Botulismus-Bakterien genau wie beim Einkochen ihre Gifte produzieren.

Aber das ist ja kein Problem, wenn es so viele andere tolle Techniken gibt, mit denen du deine Ernte sicher haltbar machen kannst. :)

Wenn ihr jetzt motiviert seid, euch euren eigenen Wintervorrat anzulegen, dann ladet euch gerne meine Wintervorrat-Checkliste herunter. Da habe ich euch ganz viele Tipps zusammengefasst und auch nochmal aufgelistet, welches Gemüse ihr mit welcher Methode haltbar machen könnt. 

Was ist deine allerliebste Methode, um Obst und Gemüse haltbar zu machen? Was willst du dieses Jahr zum ersten Mal ausprobieren? Ich freu mich auf deinen Kommentar! :)

Kategorie: Haltbar machen, Selbstversorgung

von

Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines fünfjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

9 Kommentare

  1. Cornelia Termöhlen sagt

    Hallo Marie, hast du einen Buchtipp zum Thema Fementieren mit Rezepten?
    Es gibt viele zu dem Thema aber vielleicht hast du einen Tipp?

    vielen dank für deine wertvollen Infos

  2. Irene sagt

    Und dann gibt es noch eine tolle Methode, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. Es gibt auch keinen Deutschen Händler bei dem man das Gerät dazu kaufen kann.
    Es handelt sich um d’as Gefriertrocknen und ist eine tolle Sache!

  3. Christiane sagt

    Hallo Marie, ich dörre wie ein Weltmeister – alles, was mir in die Finger kommt. Kräuter, Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Pilze, Zucchini… Es ist noch nicht einmal etwas geschimmelt. Ich achte allerdings immer darauf, dass die Sachen nach dem Dörren ausreichend trocken sind und lasse ihn dann ggf. länger laufen. Ich habe mir wegen Steinpilzüberschuss einen zweiten Dörrautomaten gekauft. Ein einfaches Teil mit Zeitschaltuhr fuer rund 40,- €. Bin super zufrieden damit und liebe Dörren. Lieben Gruß Christiane

  4. Petra sagt

    Hallo Marie,
    Ich dörre meine Äpfel, indem sie in Scheiben auf Bachpapier auf den Kamin gelegt werden. Selbst eklig mehlige Äpfel werden damit oberlecker.
    Sind natürlich nur kleine Mengen für sofort essen.

  5. Miri sagt

    Hallo Marie! Ich bin ganz neu beim Thema Einkochen und habe mich gestern an deinem Zucchinirezept versucht. Leider sind nun nach dem Abkühlen die obersten Zucchinis nicht mehr mit dem Essig-Öl-Sud bedeckt. Vorher waren sie das noch. Ist die Haltbarkeit trotzdem noch gewährleistet?
    Danke für deine Hilfe!

    • Marie sagt

      Hey Miri,
      die Zucchini sind trotzdem noch haltbar, solange im Glas ein Vakuum herrscht. :)
      Viele liebe Grüße!
      Marie

  6. Cornelia Angerer sagt

    Hallo Marie!
    Ich freue mich über jedes Video von dir. Hinsichtlich deiner Frage, ob Rezepte interessant wären: ja! Jedes! Immer her damit :-)

    Was das dörren angeht: ich persönlich liebe ja meinen Dörrer und es gibt Zeiten, da läuft er fast durchgehend. Besonders bewährt haben sich Apfelchips (einfach dünn schneiden und trocknen), die lieben meine Kk der und halten Monate. Und mein Favorit sind getrocknete Tomaten, die ich danach noch zusätzlich mit Knoblauch in Olivenöl einlege (doppelt hält besser). Was besseres gibt es nicht und ich habe immer noch ein paar Gläser vom letzten Jahr!

  7. Melanie sagt

    Hallo Marie, an getrockneten, eingelegten Tomaten wäre ich suuuuper interessiert.

    Vielleicht hast du dazu noch Ideen?

    LG
    Melanie

  8. Lena sagt

    Gerade ist ja wieder Zucchini-Schwemme. Um diese haltbar zu machen bin ich vor einigen Jahren auf ein tolles Rezept gestossen welches ein Mix aus Sauer Einlegen und Einkochen ist ;-)! Dabei werden die geschnittenen Zucchini-Würfel und Zwiebel mit Salz zuerst über Nacht ziehen gelassen bis das Wasser herausgezogen wird, welches anschliessend mit einem Gemisch aus Essig, Öl, etwas Zucker und Gewürzen aufgekocht wird. Dann werden die Zucchini nur ganz kurz mitgekocht und anschliessend in Gläser gefüllt. Dort nochmals eingeweckt!
    Dieses Gericht ist super einfach so zu essen, die Zucchini bleiben schön bissfest und es ist nicht zu sauer!
    Das Rezept hab ich vom Experiment-Selbstversorgung „Matjes-Zucchini“ und ist mein jährliches Lieblings-Rezept!

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