Garten, Selbstversorgung
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Rosmarin schneiden: Einfache Schritt-für-Schritt Anleitung!

Auch wenn du immer fleißig Rosmarin-Zweige erntest, solltest du jedes Jahr deinen Rosmarin schneiden, damit er seine schöne buschige Wuchsform behält. Also schnapp dir die Gartenschere – ich zeige dir, wie es geht!

Inhaltsverzeichnis
Terminplanung: Wann soll ich meinen Rosmarin schneiden?
Rosmarin schneiden: Alle Infos auf einen Blick
Gewusst wie – Die verschiedenen Schnitte beim Rosmarin schneiden
Das richtige Equipment: Welches Werkzeug brauche ich?
„Reste“-Verwertung: Rosmarin trocknen und Rosmarin vermehren

Terminplanung: Wann soll ich meinen Rosmarin schneiden?

Liebst du Rosmarin auch so wie ich? Sein würziger, angenehmer Duft weckt in mir sofort Erinnerungen an Urlaub am Mittelmeer. :) Auch in der Küche beweist der Rosmarin seine Vielseitigkeit: Es gibt eigentlich kein Gericht, das sich mit ein paar Nadeln nicht aufpeppen lassen würde. Yams! :)

Rosmarin gehört zu den Halbsträuchern und kann im Garten theoretisch bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Damit er schön buschig bleibt und möglichst wenig verholzt, musst du regelmäßig deinen Rosmarin schneiden. Dabei kommt es aber auf den richtigen Zeitpunkt an!  

Topf-Rosmarin schneiden:

Wenn du einen grünen Hausfreund hast, dein Rosmarin also bei dir auf der Fensterbank steht, schneidest du ihn am besten im zeitigen Frühjahr, bevor er im Mai neu austreibt. 

Im Herbst kannst du ihm dann noch einen kleinen Formschnitt verpassen, solltest aber keine größeren Eingriffe mehr vornehmen. Dein Rosmarin bereitet sich jetzt nämlich schon auf die Winterruhe vor und ist nicht mehr so widerstandsfähig.

Freiland-Rosmarin schneiden:

Bei allen harten Kerlen, die draußen tapfer Wind und Wetter trotzen, wartest du mit dem Rückschnitt bis nach den Eisheiligen. Falls es nämlich doch noch einen plötzlichen Kälte-Einbruch geben sollte, sind die frisch geschnittenen Triebe schutzlos dem Frost ausgeliefert.

Da im Herbst eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht, die Pilzkrankheiten ein perfektes Wohlfühlklima bietet, lässt du zu dieser Jahreszeit die Gartenschere im Regal und kuschelst deinen grünen Freund, wenn es kälter wird, lieber in ein Wintervlies ein. Damit hilfst du deinem Rosmarin, winterhart zu sein und die kalte Jahreszeit besser zu überstehen.

Im Garten wird es selten hektisch, aber es kommt auf den richtigen Zeitpunkt für die einzelnen Arbeiten an. Damit du ganz entspannt gärtnern kannst und dich um Termine nicht mehr sorgen musst, habe ich dir meinen kostenlosen Aussaatkalender erstellt! Darin findest du alle wichtigen Termine zum Säen und Pflanzen und verpasst nichts mehr. Lad ihn dir gerne herunter:

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    Rosmarin schneiden: Alle Infos auf einen Blick

    Beim Rosmarin-schneiden hast du ganz verschiedene Absichten. Du möchtest ihn beernten, in Form bringen, verjüngen, zurückschneiden oder kranke Triebe entfernen. Puuh, das sind ganz schön viele Möglichkeiten! ;)

    Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich dir hier eine Übersicht erstellt, in der du auf einen Blick sehen kannst, wie du deinen Rosmarin richtig schneiden solltest.

    SchnittartWie soll ich meinen Rosmarin schneiden?
    ErnteschnittGanze Zweige entfernen
    FormschnittZweige auf gewünschte Höhe zurückschneiden, aber insgesamt nicht mehr als ein Drittel entfernen. Vorjahrestriebe auf drei Zentimeter zurückschneiden. Zweige, die verholzt sind, bis auf drei Zentimeter nach einer grünen Abzweigung zurückschneiden. Störende oder zu dicht stehende Zweige ganz herausnehmen. 
    ErhaltungsschnittZweige um ein Drittel kürzen, nicht in den verholzten Rosmarin schneiden.
    VerjüngungsschnittAlte und abgestorbene Triebe bis auf den Boden entfernen, so dass sich wieder mehr Abstand zwischen den einzelnen Zweigen ergibt.
    RadikalschnittAlle Zweige bis auf drei Zentimeter vor der Verholzung abschneiden, sonst auf drei Zentmeter zurückschneiden

    Für eine perfekte Rosmarin-Pflege gehört das Rosmarin-schneiden im Frühjahr unbedingt auf deine To-do-Liste. Du vermeidest damit, dass du im Lauf der Jahre einen von unten her verkahlenden, holzigen Strauch bekommst, der nicht mehr schön aussieht, immer weniger Blüten bildet und dir auch nicht mehr so viele leckere Erntezweige einbringt. Aber das passiert dir von nun an nicht mehr. Denn ab jetzt bist du eine Rosmarin-Pflege-Fachkraft! ;)

    Psst: Auch Johannisbeeren und Himbeeren freuen sich übrigens über einen regelmäßigen Schnitt und danken ihn dir mit einer üppigen Ernte! :)

    Rosmarin schneiden: Blühender Rosmarin

    Gewusst wie – Die verschiedenen Schnittarten für deinen Rosmarin

    Dein Kopf schwirrt schon vor lauter Schnittarten und du weißt kaum noch, warum du was an deinem Rosmarin schneiden sollst? Keine Sorge, wir schauen uns die verschiedenen Schnittarten mal im Detail an:

    Ernteschnitt

    Du nimmst dir so viel von deinem Rosmarin ab, wie du gerade brauchst. Bitte zupf ihm nicht einfach die Nadeln weg, das schwächt die Pflanze. Beim Rosmarin-schneiden nimmst du am besten ganze Zweige. Die lassen sich nach dem Kochen auch besser wieder aus dem Essen herausfischen, wenn du sie nicht mitessen magst. ;)

    Formschnitt

    Diese Schnittart brauchst du, wenn du Höhe und Breite deines Rosmarin-Strauches unter Kontrolle halten möchtest. Falls du deinen Rosmarin als Hochstämmchen ziehst oder dir eine besondere Form für ihn wünschst, schneidest du alle Zweige, die sein Wunsch-Aussehen stören, weg.

    Erhaltungsschnitt

    Du liebst deinen Rosmarin genauso, wie er gerade aussieht? Dann ist ein Erhaltungsschnitt angesagt! Damit sorgst du dafür, dass alle Zweige schön grün und kräftig bleiben und auch ein schon etwas gesetzterer Rosmarin-Strauch möglichst wenig verholzt.

    Verjüngungsschnitt

    Ein Verjüngungsschnitt beim Rosmarin-schneiden bringt Licht und Luft ins Dunkel! Rosmarin, der sich an seinem Standort wohl fühlt und nicht geschnitten wird, legt sich nämlich ein dichtes Rosmarin-Zweige-Fell zu, das Wind und Sonne nur schwer durchdringen können. Dadurch verholzen die Zweige gern und die Nadeln vergilben.

    Radikalschnitt

    Wenn dein Rosmarin von einer fiesen Krankheit oder einer Schädlingsarmada befallen ist, hilft manchmal nur noch ein rigoroser Rückschnitt. Anschließend kannst du deinen kränkelnden Schützling zur Kräftigung mit Rainfarnbrühe gießen und fest die Daumen drücken, dass er wieder frisch und gesund austreibt.

    Du hast mit Schädlingen in deinem Gemüsebeet zu kämpfen? Hier findest du Erste Hilfe gegen Blattläuse, Weiße Fliegen und Trauermücken!

    Die goldene Regel beim Rosmarin-schneiden lautet: Möglichst nie in die Verholzung hineinschneiden! Dein Rosmarin nimmt dir das nämlich so richtig übel und treibt an dieser Stelle – wenn überhaupt – nur sehr zögerlich wieder aus. 

    Rosmarin schneiden
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    Das richtige Equipment: Welches Werkzeug brauche ich?

    Zum Rosmarin-schneiden brauchst du geeignetes Werkzeug, damit du deinem nadeligen Kumpel beim Schnitt keine überflüssigen Verletzungen zufügst.

    Für einen kleinen Rosmarin im Topf genügt eine einfache Haushaltsschere. Die Zweige sind noch weich und biegsam und brauchen deshalb kein schweres Gerät! ;)

    Bei einem Freiland-Rosmarin sieht das je nach Alter und Zustand schon ganz anders aus. Hier können sich dickere Äste gebildet haben, die du vielleicht sogar komplett abschneiden möchtest.

    Dafür verwendest du am besten eine kräftige Rosenschere, die beim Rosmarin-schneiden einen glatten Schnitt und keine „Verfransungen“ oder Quetschungen erzeugt. Sollten die Äste noch dicker sein, ist eine kleine Säge ziemlich hilfreich.

    Setze die Schere oder die Säge immer möglichst schräg an, damit Regenwasser und Schnee abgleiten und die Schnittfläche schnell wieder abtrocknen kann. 

    Interessierst du dich dafür, nicht nur Rosmarin, sondern auch dein eigenes Gemüse im Garten anzubauen und dich ein Stück weit selbst zu versorgen? Dann komm doch in meinen Gemüsegarten-starten Kurs, da zeige ich dir, wie du ohne viel Mühe eine dicke Gemüse-Ernte einfährst. Ich würde mich freuen, dich als Mitglied unserer Gartencrew zu begrüßen! :)

    Rosmarin schneiden: Rosmarinzweig

    „Reste“-Verwertung: Rosmarin trocknen und Rosmarin vermehren

    Du hast das Rosmarin-Pflege-Programm erfolgreich absolviert und jetzt eine Menge Schnittgut übrig? Das solltest du auf keinen Fall wegwerfen, dafür gibt es nämlich super Verwendungsmöglichkeiten!

    Möglichkeit #1: Rosmarin vermehren durch Stecklinge

    Mach dir doch aus deinem Schnittgut einfach eine neue Rosmarin-Pflanze! Auf diese Weise hast du völlig kostenlos weitere Exemplare dieses tollen Gewürzkrautes.

    Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Rosmarin durch Stecklinge vermehrst.

    Möglichkeit #2: Rosmarin trocknen und einen Wintervorrat anlegen

    Für den Wintervorrat kannst du nach dem Rosmarin-schneiden die Zweige locker mit einer Schnur zusammenbinden und bei Zimmertemperatur trocknen. Die Nadeln behalten ihr Aroma und sind eine leckere Zutat für winterliche Eintöpfe.

    Auch Basilikum und Tomaten lassen sich durch Trocknen ganz einfach haltbar machen!

    Möglichkeit #3: natürlichen Lufterfrischer herstellen

    Wenn du den Duft von Rosmarin auch so sehr liebst wie ich, kannst du dir einen natürlichen Raumduft aus deinem Schnittgut machen! Dazu füllst du ein kleines Marmeladenglas zur Hälfte mit Natron, zupfst die Rosmarin-Nadeln ab und gibst sie dazu. Alles gut miteinander vermischen. Jetzt bohrst du in den Deckel einige kleine Löcher, schraubst das Glas zu und stellst es in den Raum, den du beduften möchtest.

    Möglichkeit #4: Mit Rosmarin räuchern

    Nach dem Rosmarin-schneiden zupfst du die Nadeln von den Zweigen ab und hebst sie luftig bis zum nächsten Grillabend auf. Wenn dein Grillgut dann appetitlich auf dem Rost brutzelt, streust du einige Nadeln direkt auf die Kohle. Der aufsteigende Rauch gibt deinem Essen ein ganz besonders leckeres Aroma! Hmmm…!

    Eine andere Variante ist es, deinem Räucherwerk Rosmarin-Nadeln beizugeben. Dem Duft und dem Rauch von Rosmarin wird nachgesagt, dass er Krankheit und Erschöpfung vertreibt und den Tatendrang anstachelt. Und was können wir im Garten besser brauchen als Tatendrang? Eben. ;)

    Apropos Tatendrang: Hast du dir schon meinen kostenlosen Aussaatkalender heruntergeladen? Den lege ich dir wirklich ans Herz, weil er eine enorme Gartenhilfe ist! :)

    Rosmarin schneiden ist nicht nur schnell gemacht, sondern auch wichtig, damit du deine Gewürzpflanze lange beernten kannst und viel Freude an ihren Blüten und ihrer schönen Wuchsform hast. Die abgeschnittenen Zweige kannst du anschließend auf viele unterschiedliche Arten verwenden. Drum nichts wie ran an den Rosmarin! :)

    Falls du jetzt kräutermäßig auf den Geschmack gekommen bist, lies gerne hier weiter:

    Kräuterhochbeet: Lieblingskräuter ganz einfach anbauen und ernten!

    Welche Kräuter zusammen pflanzen? 18 tolle Kräuterpaare!

    43 Kräuter, Obst- und Gemüsepflanzen, die auch im Schatten wachsen

    Wie steht´s bei dir mit dem Rosmarin-schneiden? Traust du dich das erste Mal an deinen Rosmarin heran? Ich freue mich, von deinen Erfahrungen zu hören!

    Kategorie: Garten, Selbstversorgung

    von

    Hi, ich bin Marie. Leidenschaftliche Gärtnerin, Mutter eines sechsjährigen Sohnes und auf dem Weg in ein einfaches und natürliches Leben. Auf meinem Blog dreht sich alles um das Thema Selbstversorgung: vom Gemüsegarten über Tierhaltung oder das Haltbarmachen der eigenen Ernte. Viel Spaß beim Stöbern!

    7 Kommentare

    1. Christiane Meier sagt

      Hallo Marie,
      Ich habe mir einen hängenden Rosmarin gekauft den ich nun in einen grösseren Topf pflanzen werde,Meine Frage …wie gross muss der Topf sein und wie oft muss ich gießen ?
      Da bin ich sehr unsicher ,denn mein letzter Rosmarin im Kübel hat nach der Blüte gelbe Nadeln bekommen……Ich freue mich auf Tipps und Tricks und sage schon mal vielen Dank .

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Huhu Christiane,
        du kannst mit einem Pflanzgefäß rechnen, das um 1/3 größer ist als die Pflanze :)
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    2. Inge sagt

      Hi Marie, hier noch ein Tipp zur Verwertung von Rosmarie (und anderen Kräutern). Nachdem ich den Rosmarie getrocknet habe, gebe ich die Nadeln zu 1 Teil Rosmarin und 2 Teilen Salz in einen Mixer und mixe alles fein (oder auch etwas grober). Trocken abgefüllt habe ich so das ganze Jahr ein wunderbares Gewürz.

      • Malin von Wurzelwerk sagt

        Liebe Inge,
        mmhh das hört sich superlecker an!
        Liebe Grüße
        Malin von Wurzelwerk

    3. Hallo Marie,
      was für ein informativer Artikel. Wobei ich sagen muss, dass ich es liebe, wenn mein Freiland-Rosmarin von unten im Lauf der Jahre knorrig verholzt. Ich finde das sehr malerisch. Beim Lavendel lasse ich das übrigens auch zu.
      Deinen Tipp zur Herstellung vom Lufterfrischer werde ich mit Sicherheit ausprobieren. Das klingt wirklich spannend.
      Viele Grüße
      Claudia

    4. Doris sagt

      Hallo Marie
      Ich lese immer wieder gerne deine Tipps. Ich mag auch deine Videos sehr.
      Hier habe mal einen für dich, vielleicht kennst du ihn ja schon:
      Resteverwertung Nr. 5: Hyrolat im Kochtopf herstellen und als Haarspülung nach dem Waschen verwenden. Das kräftigt das Haar. Hydrolat wird folgendermassen hergestellt: Grosse Pfanne (Topf) nehmen ein Sieb oder Gemüsekörbchen darauf eine Müslischale in die Mitte stellen, nun rundherum die Rosmarinzweige verteilen, mit Wasser aufgiessen bis der Rosmarin bedeckt ist. Erhitzen, sobald das Wasser köchelt den Deckel verkehrt rum auflegen und oben in die Mulde kaltes Wasser und einen Eissack geben, der Eissack muss immer wieder erneuert werden. Das Kondenswasser, das innen am Deckel abtropft wird in der Müslischale aufgefangen. Das ist nun unser Rosmarinhydrolat und kann abgefüllt werden.
      Aber Achtung: Sehr sauber arbeiten und auch nicht ewigs aufbewahren, wegen der Verkeimungsgefahr.

    5. Ina sagt

      Danke für alle inspirierenden Tipps, Marie! Dieses Jahr werde ich auf jeden Fall auch Sonnenblumen säen, die Nationalblume der Ukraine!

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